Der Meteoritenjäger von Apolda


Meine kleine Meteoritenkunde
 
 Ja, was sind eigentlich Meteorite und wo kommen sie her?

Meteorite sind feste Körper, die zu über 99% aus dem Planetoidengürtel, der sich zwischen Mars und Jupiter befindet, zu uns gelangen. Ein ganz geringer Anteil kommt noch von weiter her, nämlich aus den Tiefen des Weltalls außerhalb unseres Sonnensystems. Ein ebenfalls äußerst geringer Anteil kommt von unserem Mond , dem Mars oder auch noch anderen Planeten und Monden unseres Sonnensystems.
Die wenigen als Mond- bzw. Marsmeteorite identifizierte Stücke sind wahrscheinlich Materie aus dem Einschlagsgebiet eines übergroßen Meteoriten auf  unserem Mond bzw. Mars. Durch den Aufprall und bei Vorhandensein von Atmosphäre auch noch durch den Sog den der Meteorit an der Aufschlagstelle erzeugt hat, wurde Materie ins Weltall geschleudert. Einige von diesen Stücken gelangten dann in den Anziehungsbereich der Erde und gingen bei uns nieder.

Wir unterscheiden 3 große Gruppen von Meteoriten:

1. Eisenmeteoriten
2. Stein-Eisen-Meteoriten
3. Steinmeteoriten

Diese untergliedern sich selbstverständlich noch weiter, worauf hier jedoch nicht eingegangen werden soll.

zu1: Eisenmeteorite bestehen zu über 80% aus Eisen. Etwa 5-20% Nickel und geringe Mengen von anderen Elementen. Die meisten von ihnen sind Oktaedrite, sie weisen, wenn man eine Schnittstelle poliert und anätzt, das charakteristische "Widmannstätten'sche Gefüge" auf, welches auch für den Laien den einfachen Beweis erbringt, dass es sich hier um außerirdisches Material handelt. Aber Achtung, nicht alle Eisenmeteorite weisen diese Struktur auf! (Ataxite, Hexaedrite)

zu2: Stein-Eisen-Meteorite enthalten neben Eisen und Nickel auch größere Mengen an Silikaten. Davon sind wohl die Pallasite die schönsten. Sie besitzen ein poröses, wabenähnliches Nickel-Eisen-Gerüst. Die Hohlräume sind ausgefüllt meist mit Olivin.

zu3: Steinmeteorite enthalten nur sehr geringe Mengen Eisen, kommen jedoch am Häufigsten vor. Der Eisengehalt ist jedoch meist groß genug, um ihn mit einem Magneten nachzuweisen.

Beim rasanten Flug durch die Erdatmosphäre kommt es zum Aufschmelzen der äußeren Meteoritenkruste, welches die meist schwarze Oberfläche von unverwitterten Fundstücken zeigt. Der Meteoritenkern bleibt dabei (je nach Größe) kalt, da er ja die tiefen Temperaturen des Weltalls mitbringt.

Sehr große Meteoriten zerbersten regelrecht beim Flug durch die Erdatmosphäre, da sie vor sich einen riesigen Druck aufbauen und hinter sich einen großen Sog erzeugen. Entscheidend ist ebenfalls der Eintrittswinkel und die Eintrittsgeschwindigkeit in die Atmosphäre.

Kleinere Exemplare hingegen verglühen bereits in der Atmosphäre und gelangen gar nicht erst bis zur Erdoberfläche.

Welche Gefahr droht uns eigentlich von Meteoriten?

Bisher sind kaum Fälle bekannt geworden, wo ein Mensch durch einen Meteoriten getroffen wurde. Allerdings gibt es Berichte, dass ein Meteorit  einen Chevrolet verbeulte (1992 New York) oder  in ein fahrendes Auto einschlug (1994). Es gibt auch Berichte über Einschläge in Wohnhäuser und Garagen. Alles in allem ist die Wahrscheinlichkeit getroffen zu werden doch sehr gering.

Ein sehr großer Meteorit in Kilometergröße und mehr könnte jedoch, abgesehen von den eventuellen Opfern durch den Aufprall, zu einer Klimakatastrophe planetarem Ausmaßes führen und eine zweite Eiszeit hervorrufen bedingt durch die mit der Aufprallenergie verursachten Vulkanausbrüche unbeschreibbaren Ausmaßes und den damit verbundenen Eintrübungen der Erdatmosphäre durch Aschewolken.
Die Wahrscheinlichkeit für solch eine Katastrophe soll jedoch im Zeitbereich von mehreren Tausend Jahren liegen, könnte aber auch schon nächste Woche sein!
P.J.