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Meteoriten => Meteorite => Thema gestartet von: karmaka am Mai 04, 2021, 09:47:51 Vormittag

Titel: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: karmaka am Mai 04, 2021, 09:47:51 Vormittag
Fund eines Eisenmeteoriten in einem Gewässer nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???

LINK (https://www.uibk.ac.at/newsroom/seltener-meteoriten-fund-in-tirol.html.de)

Foto 1 (https://image.futurezone.at/images/cfs_932w/6024485/eisen-meteorit_aus_der_umgebung_von_innsbruck.jpg)
Foto 2 (https://image.futurezone.at/images/cfs_932w/6024488/nahaufnahme_des_eisen-meteoriten.jpg)
Foto 3a (https://oekastatic.orf.at/mims/2021/19/38/crops/w=1280,q=70,r=1/930321_bigpicture_326338_probe-vom-meteoriten-im-labor.jpg?s=5d09da5e7b660aef2e7ccef0685818d24e4ed8f9)
Foto 3b (https://image.futurezone.at/images/cfs_932w/6024491/probe_vom_meteoriten_im_labor.jpg)

VIDEO (https://www.youtube.com/watch?v=7kGC84pSnsk)

Erst vor ein paar Tagen am Institut für Mineralogie und Petrographie der Universität Innsbruck von einem anonymen 'Finder' eingereicht und schon eine Pressemitteilung à la "Es ist der erste wissenschaftlich gesicherte Eisenmeteoriten-Fund in Österreich" ?

Eine gesunde Portion Skepsis und ein sehr gründlicher und zeitintensiver Background-Check zum 'Fund' sind bei solch einer Geschichte doch eigentlich Standard. Vorsicht vor vorschnellen Schwärmereien!

Sicher ist bisher doch nur, dass es überhaupt ein Meteorit ist.

Was meint ihr?

 :gruebel:
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Murchison´s friend am Mai 04, 2021, 10:05:13 Vormittag
Danke lieber Martin,

das wäre ja sensationell - aber ich schließe nicht aus, das sich der Anonyme da einen schlechten Scherz erlaubt hat !

LG,
Michael


Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Ben Austria am Mai 04, 2021, 10:51:34 Vormittag
Hallo Zusammen,

das wäre ja wirklich eine kleine Sensation... bin gespannt was zum Hintergrund vom Fund rauskommt und ob es sich nicht schon um einen "Bekannten Vertreter" unter den Eisenmeteoriten  handelt.
Wäre jedenfalls toll wenn der Fund sich als authentisch bestätigt (echt vom Hintergrund her - dass es sich um einen Eisenmeteoriten handelt ist ja eindeutig).

Der ORF berichtet auch:
https://tirol.orf.at/stories/3102223/

LG an alle  :winke:
Ben
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: ironsforever am Mai 04, 2021, 10:59:59 Vormittag
Huch,

hat´s schon der ??? aus B. in den Fingern gehabt? So abgeschrubbt, wie es ist. :einaugeblinzel:

Mal abwarten...

Gruß
Andi
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: locastan am Mai 04, 2021, 11:09:23 Vormittag
Ja, Trommelstein, Endmöräne oder Uferfund am Inn. Mal schauen ob er sich mit einem der bekannten Masseneisen paart (der Schnitt erinnert etwas an Aletai, nicht?), oder ein neuer "Fall" ist.

Gruß Mario.
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: ott am Mai 04, 2021, 11:19:38 Vormittag
Weiß den irgendwer mehr?
War es ein fließendes Gewässer?
Wurde das Stück komplett mit einer Drahtbürste misshandelt? Wo ist der Rost? Bisschen seltsam?

Aber wenn der FundOrt echt ist würde ich mich sehr freuen!!!

Lassen wir uns überraschen .

Gruß ott

Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: KarlW am Mai 04, 2021, 11:27:04 Vormittag
Huch,
hat´s schon der ??? aus B. in den Fingern gehabt? So abgeschrubbt, wie es ist. :einaugeblinzel:

Schätze, den hat der Inn-go geschrubbt.
Bei aller angebrachten Vorsicht schon mal einen Glückwunsch zum dem hübschen Kleinen an unsere Nachbarn.  :prostbier:

Grüße dahin,
Karl
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Mettmann am Mai 04, 2021, 12:56:42 Nachmittag
Aber Andi!

Geh und zapf Dir ein Fässlein Innwasser.
Dahinein geben wir unsere Problemeisen und sind aller Sorgen ledig!

 :prostbier:
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: ironsforever am Mai 04, 2021, 15:18:59 Nachmittag
Hallo,

ich hoffe natürlich sehr, dass es endlich wieder mal ein authentisches Stück ist. Wenn es in starker Strömung gewissermaßen natürlich "getrommelt" wurde, könnte es m.E. tatsächlich so aussehen. Die Spuren einer Bearbeitung mit Stahlbürste hingegen sollte man gut erkennen können (regelmäßige parallele Riefen) und das werden die Spezialisten sicher entsprechend untersuchen. Nach den zahlreichen Betrugsversuchen der jüngeren Vergangenheit hält sich meine Begeisterung erstmal in Grenzen. Positiv ist sicher zu würdigen, dass der Finder im Gegensatz zu den Kandidaten Wiekhorst und K. mal nicht im Rampenlicht stehen will.

Gruß
Andi
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Mettmann am Mai 04, 2021, 15:44:32 Nachmittag
Nuju,

hilft nix, müssmer auf die Werte warten.
(und so viele feine Oktaedrite, das abgeschnittene Kapperl ist ja recht klein,
 die ggfs. oder schlimmstenfs. ob ihres billigen Preises für eine Übelthat in Frage kämen, gibts ja nicht,
Muoniona, Aletai, Gibeon, wenn ein schurkischer Schurke noch einen aus günstigen Tagen im Schrank gehabt hätte...sonst fällt mir keiner ein).

In den Nahaufnahmen im Video vom Martin sieht man schon Rost,
schwer zu sagen, ob das alter Restrost, der beim Putzen übrig geblieben ist oder neuerer, nach Entnahme aus den reißenden Fluten des Inns. Oder was meinst Du?

Hoffen wir das Beste.
 :hut:
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: OrgaMet am Mai 04, 2021, 23:57:17 Nachmittag

 ... ayayay ... bin ja sehr gespannt ob nicht doch ein Muon. ...  :baetsch: ... Untersuchungen werden es zeigen ... weiterer Artikel der mehr Fragen stellt  :hut:

https://www.derstandard.at/story/2000126361529/eisenmeteorit-bei-innsbruck-gefunden (https://www.derstandard.at/story/2000126361529/eisenmeteorit-bei-innsbruck-gefunden)
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: ott am Mai 05, 2021, 01:32:29 Vormittag
Ich bin da ganz bei Ludovic Ferrière .
Noch dazu arbeite sich so ein schweres Stück in weniger als ein Jahr nach unten . Hab noch nie gehört ein Kilo nugget einfach so am Fluß lag.
Ich werd in Zukunft öfter mal durch den Fluß laufen  :lacher:    [$$$]   

Macht mehr Spaß als arbeiten. :prostbier:
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: locastan am Mai 05, 2021, 07:02:23 Vormittag
Wie gesagt, Endmoränenschotter wäre ja auch noch möglich, oder der Finder war am Inn Sonden. Wir werden sehen was bei rum kommt.  :nixweiss:

Gruß Mario.
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: KarlW am Mai 05, 2021, 08:29:21 Vormittag
Mit dem Aufkommen der Neodymmagnete hat das Magnetangeln u.a. nach Militaria stark zugenommen.
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: ott am Mai 05, 2021, 09:18:15 Vormittag
Ja ist schon fast ein TrendSport.

Konzett zufolge berichtete der Finder, er habe ihn in einem Bach gefunden, wo er im Sonnenlicht glänzte.
Für mich klingt das als war  das Stück relativ an der Oberfläche und auf Sicht gefunden .
Aber es stimmt ja auch nicht immer alles genau was in der Presse steht.
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Mettmann am Mai 06, 2021, 17:57:37 Nachmittag
Zitat
Ich werd in Zukunft öfter mal durch den Fluß laufen  :lacher:    [$$$]   

Ich hab schon die ideale Wegzehrung für Dich...

https://www.ebay.de/itm/392282034455?hash=item5b55d4d117:g:Xo8AAOSwOTpZzggT
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: metnet am Mai 06, 2021, 19:12:26 Nachmittag
Zitat
Ich werd in Zukunft öfter mal durch den Fluß laufen  :lacher:    [$$$]   

Ich hab schon die ideale Wegzehrung für Dich...

https://www.ebay.de/itm/392282034455?hash=item5b55d4d117:g:Xo8AAOSwOTpZzggT

Jo, das sieht dem Innsbruck-Fund doch ziemlich ähnlich!
Es ist schon unklar, warum ein gefundener Meteorit quasi "natürlich geätzt" sein sollte. Gut, ich habe gelesen, dass das Obernkirchen-Eisen ein Ätzmuster zeigte (Huminsäuren?), aber das dürfte die große Ausnahme sein, oder?

Viele Grüße
Jürgen
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Wunderkammerad am Mai 06, 2021, 19:16:21 Nachmittag
Zitat
Ich werd in Zukunft öfter mal durch den Fluß laufen  :lacher:    [$$$]   

Ich hab schon die ideale Wegzehrung für Dich...

https://www.ebay.de/itm/392282034455?hash=item5b55d4d117:g:Xo8AAOSwOTpZzggT

Schwäärrre Kost.
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Mettmann am Mai 06, 2021, 21:09:18 Nachmittag
..was nur an der Zubereitung liegt, nach Art der Tyroler.

https://today.salamweb.com/wp-content/uploads/2021/03/oldest-meteorite-768x432.jpg
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: JaH778 am Mai 07, 2021, 13:58:56 Nachmittag

 ... ayayay ... bin ja sehr gespannt ob nicht doch ein Muon. ...  :baetsch: ... Untersuchungen werden es zeigen ... weiterer Artikel der mehr Fragen stellt  :hut:

https://www.derstandard.at/story/2000126361529/eisenmeteorit-bei-innsbruck-gefunden (https://www.derstandard.at/story/2000126361529/eisenmeteorit-bei-innsbruck-gefunden)

Guten Tag!
Ich habe den hier verlinkten Artikel geschrieben...
Anhand des Aussehens des von der Uni Innsbruck präsentierten Stückes würde ich auch ein Pairing mit Muonionalusta für möglich, wenn nicht wahrscheinlich halten.

Allerdings weiß ich nicht, wie man ohne Zugang zu dem Meteoriten zu entsprechenden Daten oder Belegen kommen könnte.

Deswegen habe ich mich hier angemeldet - möglicherweise gibt es hier in diesem Forum diesbezüglich Ideen?

Falls es sich tatsächlich um keinen originären Tiroler Meteoriten handeln sollte, dann müsste dieser ja vermutlich erworben worden sein, eventuell erst vor kurzer Zeit.
Vielleicht findet sich das Stück ja in einem Webshop, falls manche die verkauften Objekte noch auflisten? Nur wo soll man da mit der Suche beginnen?

mit freundlichen Grüßen, Michael
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: karmaka am Mai 07, 2021, 14:12:16 Nachmittag
Eine einigermaßen sichere Paarung mit einem schon bekannten Eisenmeteoriten ist nur durch eine recht aufwändige und kostspielige Analyse möglich. Die präzisen Analysewerte des 'Fundes' müssten dann aber wohl mit den bereits publizierten oder neu gemessenen Werten der verschiedenen bekannten Kandidaten des gleichen Typs verglichen werden. Zunächst muss das Exemplar aber erst einmal klassifiziert werden.

Ludovic Ferrière kann dazu mit Sicherheit Auskunft geben.
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: JaH778 am Mai 07, 2021, 14:27:58 Nachmittag
Eine einigermaßen sichere Paarung mit einem schon bekannten Eisenmeteoriten ist nur durch eine recht aufwendige und kostspielige Analyse möglich. Die präzisen Analysewerte des 'Fundes' müssten dann aber wohl mit den bereits publizierten oder neu gemessenen Werten der verschiedenen bekannten Kandidaten des gleichen Typs verglichen werden. Zunächst muss das Exemplar aber erst einmal klassifiziert werden.

Ludovic Ferrière kann dazu mit Sicherheit Auskunft geben.

Ja, das ist mir schon klar. Dem NHM liegt meiner Information nach keine Probe vor.

Ich setze deswegen ein bisschen Hoffnung in die Schwarmintelligenz: vielleicht hat ja jemand eine Idee, welche Webshops ein entsprechendes Angebot an Exemplaren Muonionalustas haben, wo man dann mit Glück das Stück findet. Oder vielleicht eine kürzlich stattgefundene Auktion. Ich weiß schon, Muonionalusta wird nicht gerade selten gehandelt. Aber vermutlich sind hier einige Experten versammelt, die entweder selber mit Meteoriten handeln oder aber den Markt im Fokus haben.

Ich habe den Thread über das Hamburger Chelyabinsk-Exemplar gelesen. Vielleicht funktioniert so ein Nachweis ja auch in diesem Fall... wäre ein Zufallstreffer, aber einen Versuch ist es wert, denk ich mir.
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: metnet am Mai 07, 2021, 15:38:58 Nachmittag
Es wäre vielleicht hilfreich zu wissen, wie groß das Tiroler Exemplar genau ist. Genauer als "etwa 4 Kilogramm".
Ich habe hier via Ebay zum Beispiel einen Muonionalusta recherchiert, der 3811 Gramm wiegt, Maße 137 mal 111 x 62 Millimeter. Teilpoliert und geätzt. Der scheint verkauft worden zu sein, aber ich weiß (noch) nicht wann. Könnte der passen? Zumindest ist der ziemlich nahe dran...

Viele Grüße
Jürgen
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Dirk am Mai 07, 2021, 16:41:11 Nachmittag
Zitat
Ich werd in Zukunft öfter mal durch den Fluß laufen  :lacher:    [$$$]   

Ich hab schon die ideale Wegzehrung für Dich...

https://www.ebay.de/itm/392282034455?hash=item5b55d4d117:g:Xo8AAOSwOTpZzggT

Oder auch mal bei dem ebay-Händler nachfragen, den der Mettmann schon im Visier hatte. Vielleicht erinnert er sich an den Muoninalusta, wenn man ihm ein Bild vom Insbrucker-Neufund zeigt?

Viele Grüße,

Dirk
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Wunderkammerad am Mai 07, 2021, 16:52:56 Nachmittag
Zitat
Ich werd in Zukunft öfter mal durch den Fluß laufen  :lacher:    [$$$]   

Ich hab schon die ideale Wegzehrung für Dich...

https://www.ebay.de/itm/392282034455?hash=item5b55d4d117:g:Xo8AAOSwOTpZzggT

Oder auch mal bei dem ebay-Händler nachfragen, den der Mettmann schon im Visier hatte. Vielleicht erinnert er sich an den Muoninalusta, wenn man ihm ein Bild vom Insbrucker-Neufund zeigt?

Viele Grüße,

Dirk

Das wäre auch mein nächster Schritt. Die Ähnlichkeit ist frappant.
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: metnet am Mai 07, 2021, 16:54:39 Nachmittag
Zitat
Ich werd in Zukunft öfter mal durch den Fluß laufen  :lacher:    [$$$]   

Ich hab schon die ideale Wegzehrung für Dich...

https://www.ebay.de/itm/392282034455?hash=item5b55d4d117:g:Xo8AAOSwOTpZzggT

Oder auch mal bei dem ebay-Händler nachfragen, den der Mettmann schon im Visier hatte. Vielleicht erinnert er sich an den Muoninalusta, wenn man ihm ein Bild vom Insbrucker-Neufund zeigt?

Viele Grüße,

Dirk

Das ist genau derselbe, der auch den Muonionalusta von 3811 Gramm verkauft hat. Wer will, kann auch das passende Foto dazu googeln. Ich wollte das Foto aber nicht öffentlich posten, damit es da nicht Ärger wegen Urheberrecht, Rufschädigung etc. gibt. Ich denke, der Händler kann ja nichts dazu. Aber mit Sicherheit wird er wissen, wem er einen 3,8-Kilo-Muonionalusta verkauft hat. Deshalb habe ich angeregt, einfach die Massen zu vergleichen, weil es kaum einen klareren Beweis geben kann. Das Teil wird ja seit dem Verkauf nicht geschrumpft sein.
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: ironsforever am Mai 07, 2021, 16:58:09 Nachmittag
Zitat
Ich werd in Zukunft öfter mal durch den Fluß laufen  :lacher:    [$$$]   

Ich hab schon die ideale Wegzehrung für Dich...

https://www.ebay.de/itm/392282034455?hash=item5b55d4d117:g:Xo8AAOSwOTpZzggT

Oder auch mal bei dem ebay-Händler nachfragen, den der Mettmann schon im Visier hatte. Vielleicht erinnert er sich an den Muoninalusta, wenn man ihm ein Bild vom Insbrucker-Neufund zeigt?

Viele Grüße,

Dirk

Ich habe den Händler kontaktiert, er wird sich diesen Thread ansehen und ggfs. etwas dazu sagen.

Gruß
Andi :prostbier:

P.S.@metnet:
Zitat
Es ist schon unklar, warum ein gefundener Meteorit quasi "natürlich geätzt" sein sollte. Gut, ich habe gelesen, dass das Obernkirchen-Eisen ein Ätzmuster zeigte (Huminsäuren?), aber das dürfte die große Ausnahme sein, oder?

Also, klassisch geätzt sieht der angebliche Österreicher eigentlich nicht aus. Vielmehr tritt das Widmannstadt´sche Gefüge eher durch seine 3-dimensionale Oberflächenstruktur hervor. Diese könnte wiederum durch natürliche Verwitterung bzw. Trommeln entstanden sein, aber durchaus auch durch Tiefätzung.
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: JaH778 am Mai 07, 2021, 18:26:45 Nachmittag
Es wäre vielleicht hilfreich zu wissen, wie groß das Tiroler Exemplar genau ist. Genauer als "etwa 4 Kilogramm".
Ich habe hier via Ebay zum Beispiel einen Muonionalusta recherchiert, der 3811 Gramm wiegt, Maße 137 mal 111 x 62 Millimeter. Teilpoliert und geätzt. Der scheint verkauft worden zu sein, aber ich weiß (noch) nicht wann. Könnte der passen? Zumindest ist der ziemlich nahe dran...

Viele Grüße
Jürgen

Ich würde das Exemplar anhand der Bilder der Uni Innsbruck auf etwa 10x15cm schätzen, die Perspektive verzerrt natürlich. Das Format würde da schon passen, die Masse vermutlich auch. Die Uni war da leider sparsam mit den Detailangaben...

liebe Grüße, Michael
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: JaH778 am Mai 07, 2021, 18:32:42 Nachmittag

Also, klassisch geätzt sieht der angebliche Österreicher eigentlich nicht aus. Vielmehr tritt das Widmannstadt´sche Gefüge eher durch seine 3-dimensionale Oberflächenstruktur hervor. Diese könnte wiederum durch natürliche Verwitterung bzw. Trommeln entstanden sein, aber durchaus auch durch Tiefätzung.


Ich glaube auch nicht, dass der Meteorit geätzt wurde, sondern vielmehr, dass die Oxidschicht abgebürstet wurde.

In dem Video, das die Uni Innsbruck auf Youtube gestellt hat, sieht man teilweise Nahaufnahmen, die an tieferen Stellen noch Anflüge von Rost zeigen.

liebe Grüße, Michael
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: metnet am Mai 07, 2021, 18:58:51 Nachmittag

Also, klassisch geätzt sieht der angebliche Österreicher eigentlich nicht aus. Vielmehr tritt das Widmannstadt´sche Gefüge eher durch seine 3-dimensionale Oberflächenstruktur hervor. Diese könnte wiederum durch natürliche Verwitterung bzw. Trommeln entstanden sein, aber durchaus auch durch Tiefätzung.


Ich glaube auch nicht, dass der Meteorit geätzt wurde, sondern vielmehr, dass die Oxidschicht abgebürstet wurde.

In dem Video, das die Uni Innsbruck auf Youtube gestellt hat, sieht man teilweise Nahaufnahmen, die an tieferen Stellen noch Anflüge von Rost zeigen.

liebe Grüße, Michael

Okay, aber das würde wohl gegen den auf Ebay verkauften Meteoriten sprechen, der dort als "geätzt" angeboten wurde. In diesem Fall müsste man womöglich woanders fahnden?! Dieser 3,8-Kilo-Meteorit war übrigens, wie ich jetzt rausbekommen habe, bis zum 7. Juli 2020 online. Geätzt, wieder gerostet, dann abgebürstet? Hm. Ich muss zugeben, dass das irgendwie weit hergeholt klingt. Ich denke, für heute habe ich genügend Versuche als Meteoriten-Sherlock gehabt ;-)

Viele Grüße
Jürgen
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Hungriger Wolf am Mai 07, 2021, 21:25:46 Nachmittag
Hallo zusammen!

Jedenfalls eine spannende Sache, die Vorstellung eines neuer Eisen-Nickel-Meteorits nahe Innsbruck/Tirol/Österreich!

//Wahr oder nicht wahr?//

//Eine ausführliche wissenschaftliche Analyse kann dies zweifelsfrei aufklären!//

So könnte ich mir schon vorstellen, das in einem geeigneten abrasiven Medium mit Wasser, sich auch ohne Säure-Einwirkung die Widmanstätten-Struktur an einer Eisen-Nickel-Meteoriten-Oberfläche ausbilden können!

Kamacit weicher Mohshärte 4
Taenit Mohshärte 5 bis 5,5

Also in einem Medium/Schlamm mittlerer Mohshärte 4-5/z.B. Uferrandbereich eines Flusses!

Grüsse von  :hut:
Achim

Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Dirk am Mai 08, 2021, 13:07:39 Nachmittag
Ich habe hier mal den link, der zu Bildern des 3811g schweren Muonionalusta führt, der auf ebay anscheinend letztes Jahr verkauft wurde. Ich finde, die Form sieht doch dem Innsbrucker sehr ähnlich. Und das Gewicht passt doch auch so ungefähr ....

 https://www.google.com/search?q=3811g+Muonionalusta&rlz=1C1CHBD_deDE762DE762&tbm=isch&source=iu&ictx=1&fir=VdMr6WRaPu8ljM%252COJBkl3as0lj58M%252C_&vet=1&usg=AI4_-kSZxjtLjedh5usu0wt9oRN0Tqkgxw&sa=X&ved=2ahUKEwiOisHg9rnwAhWm_7sIHf1cDTkQ9QF6BAgPEAE#imgrc=EfJGSERl0x3BwM   (https://www.google.com/search?q=3811g+Muonionalusta&rlz=1C1CHBD_deDE762DE762&tbm=isch&source=iu&ictx=1&fir=VdMr6WRaPu8ljM%252COJBkl3as0lj58M%252C_&vet=1&usg=AI4_-kSZxjtLjedh5usu0wt9oRN0Tqkgxw&sa=X&ved=2ahUKEwiOisHg9rnwAhWm_7sIHf1cDTkQ9QF6BAgPEAE#imgrc=EfJGSERl0x3BwM)

 :winke: Dirk
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Murchison´s friend am Mai 08, 2021, 13:25:35 Nachmittag
Danke lieber Dirk,

der schaut schon sehr verdächtig aus "
Ich habe mal die 2 nebeneinander gestellt :

LG,
Michael
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: ironsforever am Mai 08, 2021, 15:24:31 Nachmittag
Hallo,

ich finde nicht, dass die beiden sich ähneln. :nixweiss: Der Muonionalusta ist eher quadratisch, während der Österreicher trapezoide Züge aufweist. Wir werden das hier wohl nicht lösen, also abwarten und sehen, was die Analyse bringt.

Gruß
Andi
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Dirk am Mai 08, 2021, 20:04:07 Nachmittag
Hallo,

ich finde nicht, dass die beiden sich ähneln. :nixweiss: Der Muonionalusta ist eher quadratisch, während der Österreicher trapezoide Züge aufweist. Wir werden das hier wohl nicht lösen, also abwarten und sehen, was die Analyse bringt.

Gruß
Andi

Hallo Andi,

die Unterschiede können auch durch unterschiedliche Perspektiven entstanden sein. Beide Stücke, finde ich, haben etwas keilförmiges ...  :gruebel:

Aber du hast Recht, wir müssen abwarten, was die Analyse bringt!

 :prostbier:
Dirk
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Flo am Mai 11, 2021, 08:29:29 Vormittag
Hallo zusammen!

Seit ich die ersten Bilder von dem Findelkind gesehen habe, bin ich auch mehr als skeptisch! Vor allem die "gebürstet" wirkende Oberfläche ließen mich zuerst an ein Symbolfoto des News-Artikels glauben, bis ich ähnliche Fotos auch in anderen Artikeln vorfand.  :gruebel:

Auch das Tempo, mit dem der Stein offenbar von offizieller Seite als "gesicherter Fund" deklariert wurde, machen mich mehr als stutzig!!!
Mir drängte sich sofort die Parallele von Inningen 1998 auf: https://de.wikipedia.org/wiki/Meteoritenfall_Inningen_(1998) (https://de.wikipedia.org/wiki/Meteoritenfall_Inningen_(1998))
Warum sind es immer Eisen-Nickel Meteorite? Gekaufte Steinmeteorite dieser Größe wären wohl für die Durchführung so eines Fakes zu teuer... :fingerzeig:

Aber warum eigentlich nicht: Kauf dir einen günstigen Meteoriten und leg ihn einfach mal ein Jahr lang in den Bach hinter deinem Haus... 4kg werden schon nicht gleich davongeschwemmt!

Zweifelsfreiheit werden wohl eine Röntgenfloureszenzanalyse und eine Radioisotopenuntersuchung bringen!
Die Vergleichsdatenbank der Meteoritical Society (https://www.lpi.usra.edu/meteor/ (https://www.lpi.usra.edu/meteor/)) ist zum Glück recht umfangreich und will der Meteorit wirklich offiziell anerkannt werden, wird man um eine Probenabgabe dort nicht herum kommen! Einen "Meteofake" kann man also durchaus identifizieren, aber es kann eine Zeit lang dauern...

Nur anhand der Fotos ergeben sich für mich folgende Fragestellungen:

So oder so: In jedem Fall bin ich überrascht, dass es (zumindest laut den Schilderungen in den News-Artikeln) den untersuchenden Wissenschaftlern offenbar an einem gesunden Mindestmaß Skepsis mangelt.
Bei so einem Schnellschuss drängt sich mir der Eindruck auf, dass die Sensation wohl wichtiger ist!

Grüße!
Flo
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Dirk am Mai 11, 2021, 09:35:51 Vormittag

Warum sind es immer Eisen-Nickel Meteorite? Gekaufte Steinmeteorite dieser Größe wären wohl für die Durchführung so eines Fakes zu teuer... :fingerzeig:


Hallo Flo,

es werden auch Steinmeteorite genutzt! Die Wüstenfunde aus NWA sind ja recht günstig: bekannte Fakes sind hier z.B. Königsbrück oder Brandlecht (stone); Hocheppan wurde auch "hingelegt", wobei der Stein wohl ein frischer Fall aus Nordafrika (?) sein könnte. Hat man schon rausbekommen, was Hocheppan wirklich ist? Auch in Italien gabs Fake-Versuche mit NWA-Material. Weiß aber grad den Namen des/der Fake-Mets nicht mehr. Ein in Hamburg "gefundener" Meteorit wurde schnell als Chelyabinsk identifiziert.

Zitat
Gibt es andere, ähnliche (wirklich gesicherte!) Funde aus Flüssen, die man zum Vergleich heranziehen könnte?

Bei Eisenmeteoriten aus Flüssen fallen mir nur frühe Funde vom Twannberg ein, die im Fluss Twann von Goldwäschern gefunden wurden. Aber alles kleinere Stücke unter 100g. Die sahen nicht so glänzend aus, waren schon eher glatt und mit brauner Rost- oder Verwitterungsrinde bedeckt. Es waren keine Widmannstätter zu sehen.

 :winke: Dirk
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: JaH778 am Mai 11, 2021, 09:54:10 Vormittag
Die Funde aus dem Twannbach haben jedenfalls rundum eine Rostschicht.

Ein nachgewiesener Fake eines Steinmeteoriten war auch Mercantour, angeblich in den französischen Alpen im Hochgebirge gefunden, interessanterweise mit klaren Zeichen eines Wüstenmeteoriten. Möglicherweise handelt es sich um Stücke von NWA 869. Mercantour wurde in der Folge zu "Nova 054" degradiert.
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Flo am Mai 11, 2021, 10:33:48 Vormittag
Mit solchen "Meteofakes" hab ich mich bisher nur am Rande befasst, aber interessant ist es allemal!

Von den Mineralientagen in München her weiß ich, dass Steinmeteorite im Vergleich zu E-N-Meteoriten i.d.R recht teuer sind und egal von welchem Typ: Die Preise für Exemplare von 4 kg sind ganz schön "pfundig"!  :einaugeblinzel: Das zahlt man nicht so einfach, vor allem, wenn man nicht so gut betucht ist, es sei denn, man ist Sammler und gibt für sein Hobby das letzte Hemd!

Ein teuerer Spaß, wenn es denn einer ist!

Ebay wäre sicherlich schon eine Möglichkeit, aber wenn es wirklich ein Fake ist, dann kann das Stück auch auf den Mineralientagen in München oder bei anderen Mineralienbörsen über den Ladentisch gewandert sein, evtl. sogar schon vor Jahren! Das hätte für den Käufer zumindest den Mantel einer gewissen Anonymität und Nicht-Rückverfolgbarkeit.

Aber ich will dem Finder natürlich kein solche Tat unterstellen! :winke:

Aber bevor der Spaß hier ein Loch bekommt:
Welche Konsequenzen drohen denn dem "Finder" bzw. "Leger", wenn so etwas auffliegt? Das wenigste wird sein, dass der Stein konfisziert wird? Kommen dann noch strafrechtliche Maßnahmen mit dazu wegen "Irreführung der Wissenschaft" oder ähnlichem? Gibts da Präzedenzfälle?

Flo
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: metnet am Mai 11, 2021, 11:31:03 Vormittag
Von den Mineralientagen in München her weiß ich, dass Steinmeteorite im Vergleich zu E-N-Meteoriten i.d.R recht teuer sind und egal von welchem Typ: Die Preise für Exemplare von 4 kg sind ganz schön "pfundig"! 

Es gibt auch sehr günstige Steinmeteoriten, zum Beispiel unklassifizierte unter 1 Dollar pro Gramm. Das Problem ist nur, dass die eine Verwitterungskruste bzw. Wüstenpatina haben, der man relativ schnell ansieht, wo das Stück die letzten Jahrzehnte oder Jahrhunderte gelegen hat. Und vielleicht findet ein Spezialist da sogar ein Körnchen Saharasand in einem Riss (ich weiß nicht mehr, bei welchem Fake das war). Eisenmeteoriten erscheinen möglicherweise unverdächtiger, wenn man nicht gerade einen Sikhote-Alin für den Betrugsversuch auswählt.

Viele Grüße
Jürgen
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Dirk am Mai 11, 2021, 12:14:37 Nachmittag
Hallo Jürgen,

das Körnchen Saharasand hat man, glaube ich, in einem Riss vom Königsbrück gefunden.

Mir ist nochmal eingefallen, dass man bei den Twannberg-Eisen, als IIG-Eisen, natürlich kein Widmannstättsches Gefüge erkennen kann, weil es das bei der Gruppe gar nicht gibt. Sorry!  :weissefahne:
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: ironsforever am Mai 11, 2021, 12:38:47 Nachmittag
Zitat
Welche Konsequenzen drohen denn dem "Finder" bzw. "Leger", wenn so etwas auffliegt? Das wenigste wird sein, dass der Stein konfisziert wird? Kommen dann noch strafrechtliche Maßnahmen mit dazu wegen "Irreführung der Wissenschaft" oder ähnlichem? Gibts da Präzedenzfälle?

Hallo,

es ist nun mal so, dass Narzissmus per se nicht strafbar ist. Wo kein messbarer finanzieller Schaden entsteht, ist die strafrechtliche Verfolgung schwierig und auch Schadenersatzansprüche kaum denkbar. Deshalb haben "Finder", wie z.B. Marc W. aus HH, K. aus B. und Konsorten nur ein geringes Risiko. Anders natürlich, wenn Fakes auf Ebay verhökert werden.

Andererseits können diese Aktionen auch schön nach hinten losgehen, insbesondere, wenn der vermeintliche Finder mit Klarnamen an die Öffentlichkeit geht und sich der Fund als Fake herausstellt. Dann wird es dauerhaft peinlich, denn das Internet vergisst nie (wofür wir u.a. an dieser Stelle gerne Sorge tragen  :laughing:).

Gruß
Andi

Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: bolidechaser am Mai 12, 2021, 09:44:07 Vormittag
Zum Thema „rechtliche Konsequenzen“ im Falle eines
solchen Fundes möchte ich auch ein paar Worte sagen:

Meines Erachtens drohen dem Finder keine strafrechtlichen
Konsequenzen. Denn wir werden einem Finder niemals
zweifelsfrei nachweisen können, er habe den Meteoriten
absichtlich an die betreffende Fundstelle gelegt oder er würde
lediglich behaupten, den Meteoriten dort gefunden zu haben
obwohl das nicht den Tatsachen entspricht.
Ein „Finder“ könnte sich stets darauf hinausreden, dass „irgend
jemand“ den Meteoriten dort hingelegt habe (oder dort verloren
habe) und dass ihn der Finder dort tatsächlich gefunden hat!
Meinem Rechtsempfinden nach wäre der „Finder“ rechtmäßiger
Eigentümer dieses Meteoriten und man könnte ihn nicht einfach
konfiszieren.

Beispiel 1: „Inningen“: Es wird zwar niemand die Geschichte des
Finders glauben, er habe das große Sprengstück des Sikhote Alin
Meteoriten im Süden von Augsburg, bei Inningen, gefunden, weil
er versucht hat, dieses möglichst teuer zu verkaufen. Daher haftet
diesem Finder jetzt dauerhaft das Image des Blamierten an, nachdem
„Inningen“ offiziell von der Meteoritical Society diskreditiert worden ist.

Beispiel 2: „Möhnesee“:
siehe LINK (https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=12703)
Da hatte im Sommer 2017 eine Dame ein silbrig glänzendes
Metallstück am Ufer des Möhnesees gefunden, das sie mir zur
Begutachtung zuschickte. Das war eindeutig ein Individual von
Sikhote Alin. Das hab ich der Finderin bestätigt und ihr den
Meteoriten wieder zurück geschickt.
Mir lag es aber natürlich fern, diese Geschichte als „neuen Fund
eines Eisenmeteoriten in Deutschland“ in der Presse zu verkünden.
Alles gut, keine Blamage (weil kein Betrugsversuch). Die Dame
hat ihren Eisenmeteoriten wieder zurück und darf sich dran freuen.

Ich denke, letztlich liegt es immer in der Verantwortung derjenigen,
die solch einen Neu-Fund untersuchen, wie gewissenhaft sie ihre
Untersuchungen durchführen, wie kritisch sie mit ihren Ergebnissen
und mit den Aussagen des Finders umgehen und ob die Fundmeldung
möglichst rasch in der Presse veröffentlicht wird oder eben gar nicht.

Just my two Cents
Dieter
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: ott am Mai 12, 2021, 11:51:13 Vormittag
Danke Dieter

Aber mir streuben sich trotzdem die Haare.
Moralisch ist und bleibt es nicht vertretbar.
Aber die Wissenschaft wird es richten :super:

Gruß ott
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Flo am Mai 12, 2021, 16:30:57 Nachmittag
Das ist ein sehr interessanter Gedanke, den Du da hegst, Dieter! Und wenn man ein wenig darüber nachdenkt macht er (gerade in diesem Fall) sehr viel Sinn:

Insofern liegt es in der Verantwortung der untersuchenden Wissenschaftler (in ihrer Sorgfaltspflicht, in ihrem Bestreben, sich vor einem sensationsaufgeblähten Pressestatement Gewissheit zu verschaffen und nicht zuletzt ihrer Geduld, Ergebnisse abzuwarten), wie mit so einem Fund umgegangen wird.

Und mir geht es da ähnlich wie ott: Mit sträuben sich die Haare, allerdings weniger über den wundersamen Fund, als vielmehr wegen des (hoffentlich nicht zu voreiligen) Pressestatements!

Im Endeffekt wäre im Falle eines offensichtlichen Betrugs dann nicht nur der "Finder" sondern auch der untersuchende Wissenschaftler der Blamierte!
Bei einer Unschuldsvermutung des Finders wäre dann "nur" der untersuchende Wissenschaftler der Blamierte!

Wissenschaft ist ein hartes Pflaster! Voreilige Schlussfolgerungen werden schnell und hart abgestraft, wenn man Pech hat! Und im schlimmsten Fall verliert man seine Reputation gegenüber Kollegen.
Ich denke da z.B. auch an Herrn Prof. Dr. K. W.-D., der im Frühjahr 2002 sehr pressewirksam einen Asphaltbrocken als Sensationsmeteorit präsentierte. Nach so einem Extremfall wird man nicht mehr
ernstgenommen und belächelt!
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Mettmann am Mai 13, 2021, 16:13:05 Nachmittag
Aber Flo,

bist Du da nicht viel zu streng?

Meteoritenklassifikateure und/oder -kuratoren sind keine Denkmal- oder Heimatpfleger.
Sie analysieren das Material, leiten daraus wissenschaftl. Schlußfolgerungen und Hypothesen ab, veröffentlichen alles in Papers,
kümmern sich ggfs. noch um Erhalt, Erweiterung, Präsentation einer Sammlung, sind in Lehre tätig, schreiben Fach- und populärwiss. Bücher usw.

Was können Sie also dafür, wenn ihnen in unlauterer Absicht ein Kuckucksei untergeschoben wird?

Schließlich sind sie ja bspw. keine Kunstgutachter, die am Marktgeschehen teilnehmen.

Es ist schlicht nicht ihre Aufgabe.

Zudem sinds anders als im 20.Jhdt. in der Vorwüstenrauschzeit, als Mettwiss. und -custodes noch einiges unternehmen mußten, um an ihren Stoff zu kommen,
in der Regel längst nicht mehr so gut der Sammler- und Händlermettweltszene verhaftet.

Vielfach mag daher auch das Auge für Dinge fehlen, die dem Sammler selbstverständlich sind, z.B. der Blick aufs Handstück.
(Mich hatte es immer gewundert, daß in der Boomzeit der Nullerjahre auf den zwo europ. Meteoritenleitmessen sich so wenige Fachforscher blicken liessen,
um den marokkanischen Kollegen aus den Unklassifizierten, die potentiell wirklich außergewöhnlichen Kandidaten für absolute Novitäten aus den Händen zu reißen,
zumal das für, gemessen an den Stücken, die sie aus den 200 Jahren davor beforschten, fürn Appel und Ei möglich war.
Ihre Vorgänger mußten da viel risikofreudiger handeln und hatten es nicht so bequem.)

Die Verantwortung für die Untat haben sie m.M. nach absolut nicht zu teilen.
Das ist eher ein Feld, wo die Sammler- und Amateurszene äußerst hilfreich sein kann,
(wie das Forum ja nun auch schon mehrfach bewiesen).

 :prostbier:
Mettmann




 
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Flo am Mai 13, 2021, 19:14:42 Nachmittag
Nun, in dem Sinne hatte ich das auch nicht so gemeint!  :winke:

Sicherlich können sie nichts dafür, wenn ihnen so ein Meteofake untergeschoben wird!
Allerdings sollten Sie dann gerade aus diesem Grund besonders umsichtig bzw. vorsichtig sein und sich (wie offensichtlich in diesem Fall) nicht zu pressetechnischen Schnellschüssen verleiten lassen!
Besser wäre es gewesen, hier noch entsprechende genauere Analysen abzuwarten und zu vergleichen, Fachleute mit der entsprechenden Expertise heranzuziehen, wenn man sich selbst nicht sicher ist!

Aus eigener (schmerzhafter) Erfahrung weiß ich, dass man bei voreiligen Veröffentlichungen sehr schnell eine Bauchlandung hinlegen kann!
Man muss dann ziemlich rudern, um das wieder auszugleichen!

In seinem eigenen Interesse sollte ein Wissenschaftler vor einer Veröffentlichung akribisch recherchieren und alles hinterfragen. Besser, er enttarnt einen Meteofake oder Meteowrong selber! Sollte sich ein Meteorit im Nachhinein dann trotz aller Akribie als nicht authentisch herausstellen, dann wird man ihm dies aufgrund der offensichtlich schwierigen Erkennung sicher eher verzeihen!
Umgekehrt gilt das natürlich genauso: Eine Experte, der einen echten Meteoriten als Fake klassifiziert, der würde ab da auch belächelt werden!

Ich bin mir in diesem Fall fast sicher: Sollte der hier diskutierte Meteorit nicht authentisch sein, so sind die Lacher nicht nur auf Seiten des "Finders", sondern sicher auch auf Seiten des Wissenschaftlers, der ihn voreilig bestätigt hat. Dabei wird es für die Diskussionsgemeinde und die Presse kaum eine Rolle spielen, ob er ihn fahrlässigerweise voreilig bestätigt hat oder auch nur aus Unerfahrenheit.

Und das wäre sehr schade, weil so eine Blamage hat kein Wissenschaftler verdient, der sich eigentlich nur um die Wahrheit bemüht!
Ich kann nur hoffen, dass hier die Authentizität bestätigt wird, auch wenn ich aufgrund der Bilder und der Hintergrundgeschichte nicht so recht daran glauben mag...  :nixweiss:
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Mettmann am Mai 13, 2021, 20:09:01 Nachmittag
Nuju,

die Presse vergißt aber schnell.
Wenn ein zuvor berichteter vermeintl. Meteorit sich als Fake oder von irdischer Natur entpuppt,
dann ist es den Medien keine Zeile mehr wert.

Man erinnere sich doch nur an die unerhörten Begebenheiten, die  besonders weit posauniert wurden:
wie die durch angeblichen Meteoriteneinschlag abgebrannte Gartenlaube in NRW, die es immerhin in die Prime-Time-News
des Ersten heiligen deutschen Rundfunks geschafft
und unvergessen, des Schölers Gerrit Erbse, über die in den weltweiten Fabfenzis berichtet ward.

Niemals nicht gab es später ein Dementi und schon gar nicht an gleicher Stelle.

Und so als Außenstehender denk ich, Fehler, Irrtümer, Fehlschlüsse gehören im Wiss.betrieb ganz normal dazu, sind sogar notwendig.
Peinlich wirds erst, wenn man seine Fehler wiederholt,
richtig blamabel eigentlich nur, wenn man auf seinen Fehlern besteht,
wie etwa, wenn man bei jedem Loch, daß tiefer als einen Meter gleich ein neues Kraterfeld konstatiert oder bei jedem beobachteten Fall Begleitviren aus dem All fordert...
Knickknack...

 :prostbier:

Bei vermeintl. neuen mitteleuropäischen Funden (Nichtfällen) dürft es eigentlich reichen,
wenn der Forscher hellhörig wird, so es ein Eisen ist.
So gut wie immer greift der unkundige Unhold zu solchem, verbindet er doch mit dem Begriff Meteorit die Eisen, da sie ob der Massenfunde völlig überrepräsentiert sind im Web und zwotens am Billigsten - der Laienschurke ist geizig.
So es aber ein Stein, so prüfe man auf Wüstenranzigkeit.
(Ein frisches Exemplar, das ist dann schon ein fortgeschrittenerer Täuscher, da müßt man die allkundigen Billigfälle abklappern).


 
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Flo am Mai 13, 2021, 21:07:34 Nachmittag
Und so als Außenstehender denk ich, Fehler, Irrtümer, Fehlschlüsse gehören im Wiss.betrieb ganz normal dazu, sind sogar notwendig.

Das ist eine sehr wichtige Aussage, der ich hundertprozentig zustimme!  :hut:
Nur sollte man gerade im Hinblick darauf keinen Leichtsinn walten lassen. Fehler kommen leider meist von ganz alleine rein...

Aus meinen eigenen (bitteren) Rückschlägen im wissenschaftlichen Betrieb habe ich persönlich gelernt, alles mit einem gewissen Mindestaufwand zu hinterfragen und zu überprüfen, bevor ich es mir zu eigen mache: Jede Quelle, jede Datenangabe, jedes Bild, jeder Algorithmus, jede Formel.... Selbst wenn sie aus seriösen und für gewöhnlich zuverlässigen Quellen wie Landesvermessungsämtern, internationalen Wetterdienstbehörden oder auch der NASA höchstpersönlich stammen! Dabei habe ich schon viele Irrtümer und Fehler aufdecken können, wobei sich auch immer die Gegenseite als dankbar erwies!

Ja, das mag Zeit kosten! Aber die muss man sich nehmen! Ich persönlich hätte in diesem Fall lieber ein paar Wochen auf ein zusätzliches externes Gutachten gewartet, um die letzten Zweifel auszuräumen. Und wenn ich an die in der jüngsten Vergangenheit entdeckten deutschen Meteorite denke: Hier haben sich die beteiligten Wissenschaftler wirklich die Zeit genommen, alles genau zu untersuchen und sich abzusichern, bevor sie auch nur den Hauch einer Andeutung an die Presse oder die Fachgemeinde durchgestochen haben. Der strengen Geheimhaltung wird man sich immer erst hinterher so richtig bewusst. Aber so schlecht denke ich, ist dieser Weg nicht!
Titel: Re: Fund eines Eisenmeteoriten nahe Innsbruck, Tirol, in Österreich ???
Beitrag von: Mettmann am Mai 13, 2021, 23:33:42 Nachmittag
Das stimmt natürlich.

Immerhin haben wir in der BRD einen zuverlässigen Indikator:

Erscheint unser Dieter auf den Empfangsgeräten in unseren Stuben,
dann wissen wir: Es gibt einen neuen deutschen Meteoriten!

 :prostbier: