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Mineralien => Mineralien/Steine allgemein => Thema gestartet von: Met1998 am Mai 12, 2021, 10:23:53 Vormittag

Titel: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Mai 12, 2021, 10:23:53 Vormittag
Trommelsteine
… die Magie des Unnachahmlichen - jeder Trommelstein ein Unikat ! :wow:

„Glatte, glänzende Felsen“ auf Kieselholz:
Wer sich so ganz nebenbei dafür interessiert - das kann auch ein schönes Hobby sein, nicht nur Sache des „Weibervolkes“ und der Esoteriker. :weissefahne:

Nach dem Mario (hier als locastan unterwegs) etwas „Tanzmaterial“ für seine Gummitrommel des normalen Spirators brauchte:

https://www.instructables.com/DIY-Vibrating-Flat-Lap/ (https://www.instructables.com/DIY-Vibrating-Flat-Lap/)

sind jetzt die ersten „glatten, glänzenden Felsen“ :laughing: (google, engl. Übersetzung) zurück gekommen.
Mit meinen Steinen und einigen seiner Zugaben hat sich Mario große Mühe gegeben, ich bin zufrieden! :super:

Einige getrommelte Schönheiten:
Da im Forum von kleinen, 3 bis 7 cm getrommelten Gesteinen, nicht viel zu sehen ist,
hier mal die nächsten Wochen :unfassbar: eine kleine Auswahl an schönen Geschieben, Geröllen, Kieselholz, Gesteinsglas, Glas- und Eisenschlacken, usw. ...
Bilder anderer Forumler zum Thema sind willkommen!  :pro:

Der "Steinfried"
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Mai 13, 2021, 09:13:32 Vormittag
Moin Steine-Fans,  :hut:
der „Glänzende Felsen“ rechts auf dem Eröffnungsfoto ist kein versteinertes Holz, sondern ein gebänderter Achat, Kieselholz kommt später.
Bevor ich zum heutigen Feiertag :prostbier: eine Dauerregen-Radtour mache, hier der „Eintänzer“:

Ein schwarz-graues Ergussgestein, ein 6 cm Tephrit.
Diesen getrommelten Aschestein aus dem Böhmischen Mittelgebirge hat Mario sein ansonsten trostloses,  graues Jackett (passend zum Wetter) ausgezogen und über das gleichkörnig-feinkristalline Gefüge glänzende Augit-Einsprenglinge gezaubert. :wow:

Je nach Lichteinfall glänzt ein anderes Augit-Mineral. Hab ich so noch nicht gesehen, obwohl ich hier ja im Tephrit-Land wohne. Solche Stücke als „graue Mäuse“ findet man in jedem Kieshaufen.

Für Pareidologen hat er dann noch eine 4-Komma „eingetrommelt“. :laughing:
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Eckard am Mai 13, 2021, 10:47:20 Vormittag
Moin Steinfried,

da haben wir es wieder: aus einem hässlichen Entlein wird ein schöner (wenn auch nicht weißer) Schwan. :super:

Und was sieht ein Pareidoliker (bin kein Pareidologe!!  :belehr:) darin? Ganz klar für mich: auf dem ersten Foto sehe ich Dich in gebückter Haltung
am Ostseestrand bei Wind und Wetter, was einem Angler ja nichts ausmacht. :einaugeblinzel: Du hast gerade etwas enteckt, was Deine Neugier geweckt hat. :gruebel:

Und nun wüsste ich gerne, was das wohl für ein Stein (etwas anderes kommt ja gar nicht infrage  :neenee:) gewesen sein kann. :nixweiss:  :gruebel:

Besten Gruß
 :winke:
Eckard

Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Mai 13, 2021, 15:07:08 Nachmittag
Hallo „Pareidoliker“ Eckard,
Zitat von: Eckard
... aus einem hässlichen Entlein wird ein schöner ... Schwan. :super:
... Und nun wüsste ich gerne, was das wohl für ein Stein gewesen sein kann. :nixweiss: :gruebel:

- Trockener, grauer oder rostbrauner Tephrit mit Augiteinsprenglingen, oder auch ohne diese, ist kein Hingucker!
- Nasse Gesteine dieser Art, da guckt man schon mal hin.
- Ein schöner Schwan werden sie aber erst in der Trommel. Siehe heute 9:13 Uhr
An allen haftet der Magnet!

Zum Stein: Dazu nächste Woche mehr!  :fluester:

Dafür gibt es morgen wieder Schweden-Steine.  :super:

Gruß Ehrfried  :prostbier:
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Eckard am Mai 13, 2021, 16:44:05 Nachmittag
Danke, Ehrfried, für die Erläuterung zu Deinem getrommelten Stein.

Aber:
Mein Bedürfnis nach Wissen, um welchen Stein es sich handeln könnte, betraf nicht mehr den 'Schwan', sondern den imaginären Stein,
den Du dort am Strand betrachtest. (s. 27a unten rechts) - Es ist sicher nicht immer ganz einfach, den Vorstellungen von Pareidolikern
zu folgen. :laughing: Macht aber nichts, es kann Gedankengänge in Schwung halten. :einaugeblinzel: Das aber kennst Du ja von Adlerauge, der, das sage
ich völlig neidlos, auf dem Gebiet besser ist als ich. :super:

Und morgen ist Fre-i/u-tag, und zum Frühstück gibt's alte Schweden. Na denn: Guten Hunger.

 :winke:
Eckard
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: locastan am Mai 14, 2021, 23:10:24 Nachmittag
Ja, da hätte ich auch einige. Mal sehen zu was ich komme hier zu zeigen. Den Anfang mache ich mal mit einem Wegschotterfundstück vor zwei Jahren auf dem Märchenwanderweg bei Dörrenbach. Ziemlich festgefahren war das gute Stück im Waldweg. Vermutlich stammt er aus dem Steinbruch Waldhambach.

Gruß Mario.
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Mai 15, 2021, 09:13:47 Vormittag
Moin Mario,
interessanter Wegschotterfund. :super:
Es lohnt sich eben ab und zu mal nach unten zu gucken!  :fluester:

Gruß Ehrfried
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Mai 16, 2021, 09:09:36 Vormittag
Hi Eckard, :hut:
nachdem du mich auf Kinderarbeit (Steine schleppen) :einaugeblinzel: im Nachbarthread aufmerksam gemacht hast,
und ich den Steinesucher ohne Kopf gefunden habe,

https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=8083.msg155795#msg155795 (https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=8083.msg155795#msg155795)

zeige ich zur Wiedergutmachung :unfassbar: schon heute das Stück, nach dem ich mich gebückt hatte!

Trotz kleiner Risse, einer meiner Lieblinge. Warum?
Dieser 5 cm Aland Quarzporphyr vom Typ Hammarudda, hat in seinem Leben schon was durch gemacht:
Erst mit der Eiszeit als großer Brocken aus dem TIB verfrachtet.
Dann als Findling oder Kleingeschiebe unterwegs zum Ostseestrand.
In viele kleinere Teile zertrümmert und durch Sand, Wind und Wellen rundgeschliffen – Waschmaschine Ostsee.

Beim Finder erst mal mit Haar- dann mit Angelrutenlack „verschönert“. :wehe:
Danach alles wieder per Hand mit feinem Sandpapier abgeschliffen und mit Polierpulver in Leder bearbeitet.  :unfassbar:

Das war es aber auch noch nicht.  :wow:
Nach Jahren ist er letztendlich in der Trommel gelandet und steht nun als kleiner Schönling in der ersten Auslage-Reihe.  :super:

Ehrfried  :winke:
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Eckard am Mai 16, 2021, 10:43:49 Vormittag
Moin Ehrfried,

ein hübsches Steinchen. :super: Wirklich. (Da frage ich mich, was aus mir geworden wäre, wenn man mich getrommelt hätte. :nd:) Tja, wenn Dein Stein Dir erzählen könnte,
was er schon alles durchgemacht hat, das wäre sicher sehr interessant. Aber sein Leben begann ja lange vor den eisigen Zeiten.

Kurzes Zitat eines 'sprechenden Steins' aus einem kleinen Gedicht:
...
Ich hatte Zeiten, glaube mir,
die brachten mich zum Kochen.
Dann wurd' es eiseskalt umher,
als wir mit Gletschern krochen.

...
Immerhin hat er alles gut überstanden, auch die Prozeduren in der 'Gefangenschaft'. Und nun ist er geadelt durch die Aufnahme in Deine Vitrine. :super:

Weiter so, Ehrfried. :pro: In jedem Stein liegt etwas Verborgenes. :platt: Denke an Ente und Schwan. :fingerzeig:

 :winke:
Eckard
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: locastan am Mai 18, 2021, 18:28:56 Nachmittag
So, hier mal ein Beispiel, dass nicht alles glänzen muss was getrommelt wurde.

Wenn man Mandelstein-Basalt, bzw. Blasenmelapyr in die Trommel wirft, kriegt man Massagesteine mit Noppen.  :laughing:

Gruß Mario.
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Mai 19, 2021, 07:41:55 Vormittag
Moin „Massagegeräte-Hersteller“. :laughing:
@Mario, wenn ich das richtig sehe, sind die grauen „Täler und Flachlandgebiete“ das weichere,
porphyrisch ausgebildetes Ergußgestein und die hervorstehenden „Noppen und Warzen“ das harte
Quarz, Chalcedon und Achate!
Haut das hin? :gruebel:

@Eckard: Ohh, jetzt gibt es zu meinen „Glänzenden Felsen“ auch noch ein schönes Gedicht  :super: (Mai 16, 2021, 10:43)
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Mai 19, 2021, 11:16:15 Vormittag
Getrommelte, marmorierte Glasschlacke:  :wow:

In der Lausitz gibt/gab es viele Quarzsandgruben!
Mitte des 19. Jahrhundert wurde hier aus ca. 16 Mio. Jahre alten Dünensanden (eisenarmer Glassand), Glasprodukte hergestellt. (23. September 1857 erster Vertrag über den Abbau von Glassand)

Von Haushalts-, Bier- und Flaschengläser, Lampengläser, Tischschmuck, Baugläser, Toilettenartikel, Pressglas, bis hin zum Tafel- und Bleiglas.
So z. B ab: 1856/63 Annahütte, 1863 Bernsdorf, 1867 Döbern, 1908 Drebkau, 1863/69 Großräschen, 1896 Hohenbocka, 1875 Leipe, 1874/92 Hosena, 1883 Kamenz, 1896 Neupetershain. 1883 Senftenberg, 1891 Welzow, ...usw. (Quelle: Glassandwerk Hohenbocka)   

Aber nicht nur in der Lausitz und Böhmen gibt es blendend weißen Quarzsand:

https://www.ostbayern-tourismus.de/attraktionen/monte-kaolino-57426e57fd (https://www.ostbayern-tourismus.de/attraktionen/monte-kaolino-57426e57fd)

Wenn an solchen Stellen ein Meteorit einschlägt, regnet es an der Moldau in Südböhmen
(oder anderen Richtungen) natürliche Moldavite =Tektite!  :gruebel:  :unfassbar:

Ehrfried  :hut:
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: locastan am Mai 19, 2021, 12:13:58 Nachmittag
Hi Ehrfried,

ja genau der weiche Porphyr weicht dem harten Mandelkern. :D

Gruß Mario.

Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Mai 20, 2021, 10:19:17 Vormittag
Weil sie so schön sind, gleich noch ein Marmorierter:  :wow:
Aus ehemals scharfkantiger, flaschengrüner, durchsichtiger und olivgrüner Glasschlacke ...
 
https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=11539.msg138838#msg138838 (https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=11539.msg138838#msg138838)
... wurden mit Wasser, Schleif- und Poliermittel 5 und 6 cm große „Kronjuwelen“ :unfassbar: bzw. Kunstwerke getrommelt.
- Dadurch ist jetzt die Verletzungsgefahr minimiert,
- sie erzeugen ein ruhiges Gesamtbild,
- sie liegen angenehm in der Hand und
- die Marmorierung ist ein Hingucker!

Gruß Ehrfried
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Mai 26, 2021, 08:38:44 Vormittag
Heute ein gekochter und dann mit eiskalten Gletschern gereister Nephelinsyenit.  :wow:

Dieses grau-grün-gelbe 5cm Stück, mit schwarzen und hellen Einsprenglingen, habe ich Tinguait (Särna) genannt,
welches jetzt mit einer glänzenden Oberfläche daher kommt. Bestimmt nach: skan-kristallin.de, saernait, Bild 11 Tinguait   

Wenn die vielen, schwarzen Nadeln Ägirin sind, sieht man  hier nur deren Querschnitt (quer gebrochen),
da die meisten Nadeln parallel in einer Richtung liegen?
Der bleibt so wie er ist  :unfassbar:, mit Salzsäure mache ich jetzt an dem seltenen Schönling keine Experimente mehr (Löcher nach dem Test)

 :imsorry: der Magnet haftet an diesem Tagebau-Fund!

Der "Steinfried"  :winke:
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Eckard am Mai 26, 2021, 09:32:52 Vormittag
Moin Ehrfried,

gut gekocht und abgeschreckt. :super: -
Nur: Sind das wirklich Nadeln, was da so schwarz hervorschaut? :nixweiss: Manche erscheinen mir doch recht dick.

Gruß nach SFB
 :winke:
Eckard

Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Mai 26, 2021, 11:32:01 Vormittag
Hi Eckard,
guck mal bei Bild 11 Tinguait, da sind auch nur wenige Nadeln/Nadelspitzen zu sehen, man sieht nur viele „Dicke“,
weil die Nadeln quer-gebrochenen sind! Ich habe dir das dortige Bild, in einer PM, mal etwas aufgemotzt. :wow:

Die grün-graue Farbe, die feine Grundmasse und die schwarzen „Läuse“ :fluester: erinnern mich sehr stark an einen grün-gelben Vulkanit aus Gran Canaria
https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=12601.msg151643#msg151643 (https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=12601.msg151643#msg151643)

Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Eckard am Mai 26, 2021, 14:09:25 Nachmittag
Hej Ehrfried,

ich habe mir mal die Schweden-Sammlung in skan-kristallin angesehen. Auf Bild 11 kannst Du auch die dünnen, kurzen Nadeln erkennen. Die dicken sind für mich keine Nadeln.

An quergebrochene (oder andere) Ägirin-Nadeln in Deinem Stein glaube ich nicht, weil die schwarzen 'Flecken' m. E. nicht daraufhindeuten. Das muss ein anderes Mineral sein. Biotit? Die Nadeln sind eh im Tinguait, wenn ich es richtig erkannt haben sollte, doch sehr dünn und kurz, und nicht gerade massenhaft vorhanden, ganz sicher nicht in der Menge, wie sie Dein Stein zeigt.

Aber bei dieser Art Gestein gibt es ja einige Varianten, die durchaus die Frage aufwerfen könnten: Was habe ich da wirklich in der Hand? - Eine Bestimmung kann ich nicht liefern.

 :winke:
Eckard
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Jedensteinaufheber am Mai 26, 2021, 14:52:33 Nachmittag
Hallo Ehrfried, :hut:

meiner Meinung nach dürfte es sich bei deinem Stein nicht um einen Särna Tinguait handeln.
Selbst wenn man manchmal quer gebrochene Ägirinnadeln hat, müsste man spätestens aus einem andern Blickwinkel auch ganze Ägirinnadeln sehen. Das sehe ich bei deinem Stück leider nicht. Die Ägirinnadeln sind auch sehr schlank in der Regel.
Einfach mal ein oder zwei Tage am Strand ausgiebig nur "grüne" Geschiebe suchen, dann klappt das auch mit dem Särna-Tinguait.
In einer Woche Sammeln findet man schon mal ein bis zwei Stück. Ich suche aber nicht nur Särna-Tinguait, die sind "Beifang".


Viele Grüße aus Hessen
Alexander
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Mai 26, 2021, 15:38:40 Nachmittag
Hallo Alex,
Zitat von: Jedensteinaufheber
In einer Woche Sammeln findet man schon mal ein bis zwei Stück...Särna-Tinguait. :unfassbar:

Mein getrommeltes Stück aus dem Tagebau ist eben etwas Besonderes! :einaugeblinzel: Ich ging hier nach:
https://www.kristallin.de/Schweden/Tinguait/Tinguait.html (https://www.kristallin.de/Schweden/Tinguait/Tinguait.html)
In Bild 1 wimmelt es von Ägirinnadeln (@ Eckard = massnehaft)  und
in Bild 7 sind sie quer geborchen!

Was anderes fällt mir nicht ein! :nixweiss:

Gruß nach Hessen
Ehrfried  :winke:
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Eckard am Mai 26, 2021, 16:16:25 Nachmittag
Nu aber ma langsam.
In Bild 1 wimmelt bei mir gar nichts. Da steht lediglich, dass man schwarze Ägirin-Nadeln auch 'erkennen kann'. Und so ist es auch.
Unter 'wimmeln' verstehe ich etwas anderes. Ich meine, dass da in Bild 3 sogar mehr zu erkennen sind.

Bild 7: Wo siehst Du da Nadeln? Darin wimmelt es doch nur von Albit oder Cancrinit.
Aber sei's drum. Dein Stein sieht sehr gut aus, er ist schon etwas 'Besonderes'. Vielleicht solltest Du ihn doch mal halbieren. :gruebel:
Keine gute Idee??? - Bekomme ich :ehefrau:?

 :winke:
Eckard
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Mai 26, 2021, 18:21:03 Nachmittag
Nun mal schnell,
wenn man ein rund gelutschtes „USO“ (Unbekanntes Stein Objekt) meinen Stein, hochkant aufstellt, mit ca. 20 schwarzen Pfeilen durchlöchert, dann die Pfeilenden am USO abbricht, sieht man keine Pfeile sondern Bruchflächen,
also deren Querschnitte.  :wow:

Aber ob es Ägirin ist, ist damit nicht gesagt. :nixweiss: Eben evtl. eine besondere Tinguait-Variante!? :gruebel:

Ehrfried :winke:
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Jedensteinaufheber am Mai 26, 2021, 19:31:00 Nachmittag
Hallo Ehrfried, :hut:

so ich habe lange suchen müssen für das Foto von Johannistal/Ostsee zu finden.
aber sie Selbst so hab ich den Gefunden.
Das letzte Foto zeigt das Geschiebe, das alles hat um ein Särna Tinguait zu sein.

Viele Grüße
Alexander

Ps.: Tinguaite sind nicht magnetisch, zumindest meine nicht.
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Jedensteinaufheber am Mai 26, 2021, 20:16:05 Nachmittag
So dann noch eine Nahaufnahme da sieht man die Ägirinnadeln besser.
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Mai 27, 2021, 09:19:30 Vormittag
Moin, :hut:
Da es hier um Trommelsteine geht, mache ich mal hier weiter:

https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=10741.msg155862#msg155862 (https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=10741.msg155862#msg155862)
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: locastan am Juni 01, 2021, 22:55:58 Nachmittag
Hi,

Zurück zum Thema. Hier habe ich einige Wallstein, Maaseier oder einfach nur Feuerstein aus dem Paleo-Rheinkies der südpfälzischen Kiesgrube. Der Theorie nach sind die von weit her aus dem Norden hierher verfrachtet. Die Schlagmarken polieren trotzdem schön auf Hochglanz und sehen fast wie Trocknungsrisse aus. Ein paar Foraminiferen und eine winzige Krabbenschere konnte ich unter dem Mikroskop auch sehen.

Gruß Mario.
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Juni 02, 2021, 08:17:31 Vormittag
Ein Stein zwei Gesichter:
Heute vom grünen Vulkangestein aus dem Egergraben zu einem weiteren 6 cm Geröll aus einem „Schwarzen Loch“ (Tagebau).  :einaugeblinzel:
Halb Brekzie, halb Konglomerat, hat es die Trommel ohne Schaden überstanden.  :super:

Ehrfried  :winke:
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Juni 06, 2021, 07:11:49 Vormittag
a) 6 und 8 cm Gesteinsglas = Kugelpechstein (aus alten Sammlungsbeständen) durfte bei der Aufarbeitung auch ein „Tänzchen“ machen. Getrommelt ein echter Hingucker! 
Der Spechtshausener Kugelpechstein erstreckt sich nur über eine Fläche von 200 m Durchmesser und steht seit 1939 unter Naturschutz!
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Juni 06, 2021, 07:23:51 Vormittag
Der, der mit den Steinen spricht,
feiert heute einen Brauch, der auf die frühe Hochkultur des Alten Ägypten zurück geht.
Wer diese Kerzenzahl vertauscht kennt dessen „biblisches“ Alter:
https://de.wikipedia.org/wiki/Geburtstag#/media/Datei:Birthday_cake28.jpg (https://de.wikipedia.org/wiki/Geburtstag#/media/Datei:Birthday_cake28.jpg)

Deshalb zum Jahrestag :applaus: ein extra Trommelsteine-Guck:

b) Eine 3 mm dicke Scheibe war für den „Polierbär“ kein Problem, aber ab welcher Dicke kann man eigentlich lichtdurchlässig  (durchscheinend) ?
Falls die Seuche mal vorbei ist, werde ich im NATZ Hoywoy (falls es noch existiert) mal 0,5 bis 1 mm Dicke probieren! Das Sägeblatt dort „eiert“ zwar schon etwas, aber vielleicht kann man noch dünnere Scheiben schneiden, wie bei diesem Achat-Fenster?
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Suevit am Juni 06, 2021, 19:44:00 Nachmittag
Hallo,

ab welcher Dicke kann man eigentlich lichtdurchlässig  (durchscheinend) ?
20-30 µm. 25 µm beträgt die Standarddicke mineralogischer Dünnschliffe.

Grüße,
Rainer
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Thin Section am Juni 06, 2021, 20:04:29 Nachmittag
... 20-30 µm. 25 µm beträgt die Standarddicke mineralogischer Dünnschliffe.

Bei Dünnschliffen von Meteoriten hat man im allgemeinen 30 µm - also 0,03 mm.


Bernd  :winke:
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Juni 06, 2021, 20:24:59 Nachmittag
Hallo @Rainer und @Bernd,  :winke:
in meinem Satz ist mir das Wort vermuten abhanden gekommen.  :fluester:

:danke: für Eure Info mit 25 bis 30 µm für Dünnschliffe, da bin ich aber im NATZ im mm Bereich an der falschen Adresse!

Gruß Ehrfried
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Juni 09, 2021, 07:09:39 Vormittag
Moin,
ein „verschollener“ :fluester: Forumler hatte mir den (nach Mineralien Atlas) als grobkörnigen, rosafarbenen Rätan Granit bestimmt.  :gruebel:
Die braunen und gelben Kristalle sehen mir unter der Lupe aber nicht wie Titanit aus.

Deshalb nenne ich ihn nach der Trommelung nur 4 cm porphyrischer Rapakiwi, mit eigengestaltigen Quarzen, gruppiert um große Alkalifeldspäte.

Gruß Ehrfried
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Eckard am Juni 09, 2021, 11:23:18 Vormittag
Moin Ehrfried,

nochmal kurz zur 'Fensterscheibe':
Das Bild erinnert mich sehr an eine großformatige Doppelseite in Uwe Georges Buch 'Die Wüste - Vorstoß zu den Grenzen des Lebens'.

UG zeigt dort ein schönes Spektrum von angeschwemmten Kieseln in der Namib. Die sind zwar nicht getrommelt, aber sie haben es m. E auch gar nicht nötig. (Die Namib is leider 'n büschen weit wech.)

Gruß nach SFB
 :winke:
Eckard
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Juni 10, 2021, 09:08:54 Vormittag
Moin Eckard,
Dank eines älteren Herrn :einaugeblinzel:, kenne ich die Doppelseite von U. Gregor.
Wie du ja schreibst sind dort leider alle Steine stumpf, der Autor hätte einen Wasserflasche (in der Wüste  :unfassbar:) darüber gießen sollen, oder einen Rucksack voll davon zum „Polierbär“ bringen sollen, oder, oder...

Aber das Tiefengesteine Spektrum in der Wüste ist schon erstaunlich und sehr schön sind sie auf alle Fälle!  :super:

Zur Frage: Was/wer ist ein „Polierbär“?
- Das ist ein großes, kräftiges Mannsbild, eben ein „Bär“,
- der technisch sehr begabt ist,
- der sich mit Gesteinen und Fossilien auskennt,
- der mit seiner Technik diese Sammlungsstücke poliert und präsentiert,
- der damit Kindern, Frauen (und auch Männern) große Freude bereitet,
- usw. usw., Ende Lobhudelei.  :fluester:
Und das alles abgekürzt, ergibt den „Polierbär“!
(Also ein Mann unter geschätzten 1,85m, wäre dann kein „Polierbär.) Dann gibt es auch noch Synonyme wie:
„Klamottenbügler“, Steinequäler, Trommler, Schleifer, usw…
Aber das wäre dann ein anderer Thread!

Gruß in die Wedemark
Ehrfried :hut:
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Eckard am Juni 10, 2021, 09:49:38 Vormittag
Salve, ehrenwerter Steinfried!

Ich meine, den von Dir angesprochenen älteren Herrn zu kennen. Von ihm weiß ich, dass er, wäre seine Alterszahl umgedreht, er sicher in Erwägung zöge, einen Trip in die Namib zu unternehmen. (War auch vor unendlich langer Zeit mal sein Traum. - Wie so mancher andere. :traurig:)

Danke für die Erläuterungen zum 'Polierbär'. Da sich selbiger auch mit Fossilien auskennt, stelle ich hier mal einen Link ein, der sicher für ihn und manchen anderen hier im Forum nicht uninteressant sein könnte; wenngleich es auch nicht um Mineralsteiniges geht, sondern um Bernsteiniges:

https://www.spektrum.de/news/kreidezeit-schneckenmutter-samt-babys-in-bernstein-konserviert/1883125?utm_medium=newsletter&utm_source=sdw-nl&utm_campaign=sdw-nl-daily&utm_content=heute

Und noch etwas Fossiles. Sollte es jedoch nicht erwünscht sein, dann bitte löschen.

https://www.spektrum.de/news/australotitan-cooperensis-neuer-sauriertitan-aus-gondwana/1882681?utm_medium=newsletter&utm_source=sdw-nl&utm_campaign=sdw-nl-daily&utm_content=heute

Bevor ich nun noch ins Filosofieren gerate (Du siehst, ich bin nordisch angehaucht), beende ich meinen Sermon.

Schönen Tag für alle Laus(itz)er und alle Leser dieser Zeilen.
 :winke:
Eckard
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: locastan am Juni 10, 2021, 20:59:19 Nachmittag
Hi ihr Trommelsteinegucker,

danke für das harzige Schneckenfamiliengrab, das kannte ich noch nicht. Am Australotitan kam man ja in dieser Woche kaum vorbei.  :super:

Da ich nur 1,82m groß bin kann ich ja dann kein Polierbär sein, vielleicht bin ich ja ein Waschbär, den Waschbärbauch hab ich immerhin schon.  :laughing:

Hier noch zwei hübsche Rheinkiesel nach dem schnitt und Trommelschliff. Nur ob das nun Bandporphyr oder Ignimbrit oder was ganz anderes ist, lasse ich die Fachleute hier entscheiden.  :nixweiss:

Gruß Mario.
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Eckard am Juni 10, 2021, 23:06:44 Nachmittag
Hej Mario,

interessante Steine, die ich jedoch nicht einordnen kann. Für Steine aus deutschen Landen frisch auf den Tisch gibt es leider kaum Literatur. Das Buch der vier Autoren (ich meine, dass Du das hast), soll ja als Neuauflage erscheinen. Ich habe mal nachgefragt, ob es auch erweitert wurde, oder ob die 1. Auflage (fast) unverändert nur neu gedruckt wird. Sobald ich eine Antwort habe, werde ich Dich informieren. Ansonsten finden wir aus dem westdeutschen Raum nur noch etwas in 'Elseviers Zwerfstenen Gids' von Hellinga, niederländisch geschrieben, aber eigentlich leicht verständlich.

1,82 m? Hm, bin ich vielleicht auch schon wieder. :nixweiss: - Waschbärbauch? Vielleicht -bär- gegen -brett- austauschen? :gruebel: Habe ein Bild von Dir in Erinnerung, da biste drauf mit Töchterlein, wenn ich mich nicht irre. Als ich das damals sah, da dachte ich nur: So schlank war ich auch mal. :einaugeblinzel:

Besten Gruß
 :winke:
Eckard
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Juni 11, 2021, 09:29:09 Vormittag
Moin Mario
Zur deiner Größe:
Jeder Polizei-Oberkommissar hätte doch bei meiner „Täter-Beschreibung“ (Schätzung) die wahre Freude an mir. :einaugeblinzel:

Zum Buch:
Herr B. B., Koautor des von euch genannten Buches, schrieb mir mal, dass da nicht viel Neues drin stehen wird.
Also eher eine überarbeitete Neuauflage. :fluester:

Zur „Klamotte“:
Interessantes Stück! :super:
Ich Lau(..)ser bin zwar kein Fachleut für Rheinkiesel, aber mit Ignimbrit (Schmelztuff) könnte ich leben.
Sieht so ähnlich aus wie meine Vulkangesteine von Gran Canaria.
(rotbräunlich oder gräulich, durchzogen von helleren oder dunkleren Mineral- oder Gesteinsfragmenten mit bimshaltigen Bruchstücken.)

Gruß Ehrfried
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: locastan am Juni 15, 2021, 21:42:31 Nachmittag
Hi,

der Lauser zieht für 2 Wochen an die Ostsee, neues Material heimschaffen. Da mach ich mal weiter, sonst wird das hier noch saure Gurkenzeit.  :super:

Hier zeige ich ein paar Oolithe, oder auch Rogensteine. Bekannt ist unter anderem der Braunschweiger Rogenstein (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Braunschweiger_Rogenstein).

Gruß Mario.
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Eckard am Juni 15, 2021, 22:13:51 Nachmittag
Hej Mario,

schön, dass Du mich geweckt hast. :einaugeblinzel:
Deine Steinchen sehen getrommelt je recht gut aus. Woher stammen sie?

Literatur über die Ooltihe gibt's ja nicht gerade viel, aber ich fand etwas in drei Büchern. Nicht viel Text, dazu aber ein paar Fotos.

 :winke:
Eckard
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: locastan am Juni 16, 2021, 08:37:45 Vormittag
Hi Eckard,

die sind alle aus dem Rheinkies. Von daher kann es fast von überall her sein.

Einen Onkolith als optisch gröberes Pendant dazu habe ich bisher noch nie gefunden, aber die bleiben wohl alle im bzw schon vor dem Bodensee hängen.

Gruß Mario.
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Juni 30, 2021, 10:25:16 Vormittag
Ach,  :gruebel: heute ist ja auch noch Trommelstein-Tag:

Auch dieser 6 cm Dala Quarzporphyr mit rotbrauner Grundmasse, ziegelroten Fedspäten und den graublauen Quarzen,
zeigt erst getrommelt die Schönheit der nordischen Geschiebe! :super:

Gruß Ehrfried  :winke:
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Pinchacus am Juni 30, 2021, 15:49:40 Nachmittag
Literatur über die Ooltihe gibt's ja nicht gerade viel, aber ich fand etwas in drei Büchern. N

Da möchte ich gleich den Gegenbeweis antreten. Für die Geschiebekunde gibt es z.B. die Kaerleinbibliographie (https://www.kristallin.de/Kaerlein/Kaerlein.html), die man, nachdem man(n) sie sich heruntergeladen hat nach Belieben nach dem Suchbegriff "Oolith" suchen kann. Einige hundert Treffer alleine für den "erweiterten Geschiebebereich" müßten drin sein.

Nicht zu vergessen die klassischen Sedimentologie-Lehrbücher wie "Den Flügel".
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Eckard am Juli 01, 2021, 12:01:04 Nachmittag
Danke, Johannes, für Deine freundlichen Literatur-Hinweise.

Die sind sicher sehr informativ, aber man kann eben nicht alles haben, und ich muss auch nicht alles haben.

 :winke:
Eckard
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Pinchacus am Juli 01, 2021, 12:33:45 Nachmittag
Die sind sicher sehr informativ, aber man kann eben nicht alles haben, und ich muss auch nicht alles haben.

 :fluester: Einiges davon gibt es durchaus auch als pdf-Dateien. Die nehmen vergleichsweise wenig physischen Lagerplatz weg. Und im Zweifelsfall widerlegt es die Auffassung, dass es zu enem vielbeschriebenen Phänomen wenig (findbare?) Literatur gibt.
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Eckard am Juli 01, 2021, 14:01:17 Nachmittag
Hej Johannes,

 :fluester: zurück: Wo Du Recht hast, da hast Du Recht.

 :winke:
Eckard
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Juli 07, 2021, 08:45:57 Vormittag
Faseriges, versteinertes Holz dachte ich zuerst. :gruebel:      

Aber dieses flaserige, hellgrau Gestein mit Kalifeldspat und graublauen Quarzen ist ein 3 cm Flasergneis:
Verlängerte Minerale durch Verformung im tektonischen Spannungsfeld.
Flaserig = geädert, gemasert, durch s-förmig gebogene Spitzen geteilt.
Ist im Bild 5f rechts, sind die getrommelten s-Spitzen gut zu erkennen. Die schwarzen Minerale sind Glimmer (Biotit).
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Eckard am Juli 07, 2021, 09:33:44 Vormittag
Hej Ehrfried,

interessantes Steinchen, das ich nicht als Flasergneis bezeichnen möchte, eventuell als Bändergneis. Viel mehr jedoch erscheint er mir als Ultramylonit.
Ich kann auf dem Holzweg sein, lerne darum gerne hinzu.

 :winke:
Eckard
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Juli 08, 2021, 10:52:21 Vormittag
Hallo Eckard,
ein 6 cm und 8 cm Flasergneis und ein 7 cm Bändergneis aus unseren Tagebauen.
Vermutlich aus Böhmen/Tschechien, die findet man hier öfters mal. Unsere Geologen und Sammler nennen sie so.
Das Rätsel-Thema hatten wir schon, guck mal hier:

https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=10741.msg146626#msg146626 (https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=10741.msg146626#msg146626)

In dem jetzigen 3 cm Stück sind die linsenförmig ausgeprägte Feldspäte (und Quarze),  durch Druck und Hitze, eben schön längs „gebügelt“ :wow: und es ist jetzt auf Hochglanz getrommelt.

Auch der Buch-Coautor B. B. aus München nennt sie Flasergneis (15. Bild):
https://www.isar-kiesel.de/kristallingesteine.html (https://www.isar-kiesel.de/kristallingesteine.html)

Gruß der „Längsbügelfried“ :einaugeblinzel:
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Eckard am Juli 08, 2021, 14:47:41 Nachmittag
Hej Ehrfried,

 :imsorry: Das hat mich alles noch nicht überzeugt. Ich sehe in dem 5x_3 noch immer keinen Flasergneis, denke immer noch eher an Mylonit.

 :winke:
Eckard
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Eckard am Juli 09, 2021, 11:08:59 Vormittag
Moin Ehrfried,

noch ein Angebot: Cordierit-Gneis (wenn auch keinen 'Granaten' darin sind). In dem kleinen Steinchen muss niht alles vorhanden sein.

Gruß nach SFB
 :winke:
Eckard
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: locastan am Juli 09, 2021, 16:12:46 Nachmittag
So..heute mal auch wieder was aus meiner Trommel:

Ich habe keinen blassen Schimmer was für eine hübsche art von Schlacke das ist. Magmatisch? Industrie?  :gruebel:

Die hellen Linien sind nachträglich mit Quarz gefülllte Risse. Die Pünktchen sind unterschiedliche Materialien die teilweise kugelig an- und eingeschmolzen sind. (siehe nächsten Post mit Mikroskopbildern)

Gruß Mario.
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: locastan am Juli 09, 2021, 16:14:28 Nachmittag
Noch ein paar Detailfotos am Mikroskop. Hier sieht man auch die nadelige Struktur der Matrix. Schein langsam erkaltet zu sein das ganze.

Gefunden wurde das Kieselchen im Rheinschotter.

Gruß Mario.

Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Juli 14, 2021, 08:08:50 Vormittag
Vom „Gold der Ostsee“ wieder zu Trommelsteinen:
Nun sind aus einem Erzgebirgler, über Rheinland Pfalz, mehrere Niederlausitzer geworden.
Die richtige Schnittrichtung ist entscheidend! :wow:

Vor zwei Jahren hat mir ein hiesiger Schnittmeister diesen 27 cm Achat-Brocken, quer anstatt längs wie ein Brötchen, durchgesäbelt.
Vermutlich wegen Einspann-Problemen in schmaler Längsrichtung.
Somit war nach dem „falschen“ :fluester: Schnitt an den zwei Hälften, nur eine sehr dünne Achat-Ader zu sehen.
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Juli 14, 2021, 08:15:23 Vormittag
Ein hier bekannter Forumler  :einaugeblinzel: hatte testweise die Idee, an seinen Maschinchen noch mal eine Hälfte des Brockens entlang der Ader, in mehrere dünne Scheiben aufzuschneiden.

Da aber solche „Vierkantplatten“ in der Achatwelt nicht gerade der Renner sind :streit:, gab ich meine Zustimmung die Platten in brauchbare 4 bis 8 cm Schönheiten :gruebel: weiter zu zerkleinern und dann ein Tänzchen in der Trommel vollführen zu lassen.
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Juli 14, 2021, 08:22:03 Vormittag
Was dabei heraus kam seht ihr hier – Volltreffer, lauter schöne „Schinkenhäppchen“! :einaugeblinzel:

Aus einem nichtssagenden, dünnen Ader-Brocken wurden schöne Vitrinen-Stücke! :wow:

Fazit: Ideen und Mut muss man haben. Was sagte der „Polierbär“?
Versuch macht kluch!

Gruß Ehrfried  :hut:
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: locastan am Juli 14, 2021, 09:22:29 Vormittag
Ja. genau so isses!  :hut: :einaugeblinzel:

Mit großem Gerät könnte man aus der anderen Hälfte vielleicht noch 4 viertelkreis Buchstützen schneiden. Dafür ist mein Blatt aber dann doch zu klein.  :nixweiss:

Gruß Mario.
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Juli 21, 2021, 07:54:41 Vormittag
Jetzt getrommelt, ein Stück aus unserem ehem. Tagebau Niemtsch.
Ein bunter 5 cm Lydit?, oder vielleicht doch eher ein versteinertes Holz=Kieselholz? :gruebel:
Als Schmuckstück am Hals ein Hingucker.

Er/Es ist etwas leichter als ein normaler Stein dieser Größe!
Hier scheiden sich die Geister - verschiedene Sammler-Meinungen! :streit:
Für mich bleibt nur die Lupe, der Bildervergleich und :gruebel:, :gruebel:.
Den müsste mal ein Kieselholzexperte unter dem Mikroskop begutachten.

Im Mineralienatlas ist ein ähnliches Objekt aus dem ehem. Kieswerk Lauta (gleich bei mir um die Ecke) abgebildet.
Es hat jedenfalls erstaunliche Ähnlichkeit: Seite 13, Bild: 1356706336
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Holz#Medientabelle5 (https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Holz#Medientabelle5)

Gruß Ehrfried :hut:
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Suevit am Juli 23, 2021, 00:24:21 Vormittag
Hallo Ehrfried,

das ist mit großer Sicherheit kein Kieselholz. Auf den Fotos fehlen mir mehrerlei Features, die ich bei Kieselholz auch ohne Lupe erwarten würde.

Du kannst selbst die Probe aufs Exempel machen und das Stück unter 30-facher Vergrößerung betrachten. Bei Kieselholz würde man nun deutlich Zellen erkennen können.
Es gibt zwar auch Kieselholz ohne überlieferte Zellstrukturen - was ich dann lieber als Pseudomorphose bezeichnen würde -, bei dessen Ansprache als Kieselholz muss sich aus dem Kontext der Lagerstätte ergeben, dass es sich um Kieselholz handeln muss. Am ehesten ist das in Primärlagerstätten mit eindeutig als solchen erkennbaren verkieselten Baumstämmen der Fall. Alles andere ist Kaffeesatzleserei.

Grüße,
Rainer
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Juli 23, 2021, 11:45:19 Vormittag
Hallo Rainer,
 :danke: für deine Antwort. Bei dem gab es aber verschiedene Meinungen: deutliche Tracheen, ein Ast, schöne dunkle, konzentrische Ringe, usw., so dass ich ihn hier mal vorstellte. Dann werde ich mal den Dateinamen in „unbestimmt“ ändern.

Aber hier in unseren Kiesgruben und Tagebauen findet man schon verschiedene Kieselhölzer. Habe ja schon welche gezeigt.
Unsere Sammler hier (Kaffesatzleser :einaugeblinzel:) schreiben dann bei solchen Stücken ohne Besonderheiten, Kieselholz-unbestimmt.

Gruß Ehrfried  :hut:
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: locastan am Juli 26, 2021, 17:51:16 Nachmittag
Ja, über den Lydit mit dem Astloch hatten wir es ja. Ich bin mir auch nicht sicher was es nun ist.  :laughing:

Hier mache ich heute mal mit einem bunten Einhorn weiter. Ich habe kürzlich ein paar kleinere Rohsteine von Welo Honeycomb Opalen aus Ethiopien geschossen. Natürlich wollte ich die einigermaßen so zuschneiden und polieren, dass man die einzigartige Struktur der Steinchen gut sehen kann. Eine Besonderheit hat sich sofort beim schneiden gezeigt, Welo Opale sind Hydrophan. Fasst man die mit nassen Fingern an, saugen sie sich recht fest an die Haut an. Die Dinger kleben förmlich und reißen beim Abziehen etwas an der Haut! Ich hatte bisher noch keine Steine in der Hand die beißen!  :wehe:

Bei der Wasseraufnahme werden die Teile dann auch durchsichtig und verlieren erstmal ihr Feuer. Damit ist es schon schwer die nass zu schleifen, weshalb viele da auch trocken rangehen, aber da sind mir meine Lungen wichtiger. Ich denke es ist trotzdem gelungen, wie man auf dem Bild sieht (links nass, rechts nach 24 Std trocknen).

Nach dem polieren und trocknen erstrahlen die kleinen Feensteine in der Sonne in allen Spektralfarben!  :wow:

Die Entstehung des Honigwaben-Musters ist auf interessante Vorgänge während der Bildung zurückzuführen: Zunächst bildete sich eine Lage Opal, die dann durch Druck zerbrochen ist und die Spalten wieder mit Opal verfüllt wurden. Die erste Lage besitzt pyramidale Struktur, während die nicht irisierenden Zwischenbereiche aus Spheroiden besteht. (Siehe https://www.mdpi.com/minerals/minerals-10-00625/article_deploy/html/images/minerals-10-00625-g012-550.jpg aus diesem englischsprachigen Artikel: https://www.mdpi.com/2075-163X/10/7/625/htm)

Gruß Mario.
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: locastan am Juli 27, 2021, 21:05:10 Nachmittag
Okay, war vielleicht zu sehr in die Schmucksteinwelt. Ich entschuldige mich mit einem Bild meines Porphyrkörbchens mit hübschen Porphyren, Graniten und Oolithen aus den Rheinablagerungen.

Ich habe keinen Schimmer wie die alle heißen und noch weniger wie die hierher kamen, aber schä sins.  :laughing:

Gruß Mario.
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Eckard am Juli 27, 2021, 22:38:42 Nachmittag
Hej Mario,

für mich interessante Steine, die durch's Trommeln richtig schön geworden sind. :super:

Ich hab's doch schon immer gesagt: Jeder Stein ist schön  -  oder interessant.

Mitunter muss man unter die raue Schale schauen, um die Schönheit zu entdecken. - Wie auch bei manchen Menschen. (Frag mich bitte nicht, wie man Menschen trommelt. :wehe:)

Der Porphyr/Rhyolit(?) oben links kommt mir bekannt vor. Solche muss die Weser bei uns abgeladen haben. Das Problem: Ich denke, das diese, die ich hier finde, eher aus dem Thüringer Raum stammen.
Aber ganz sicher bin ich mir da nicht. :nixweiss:

 :winke:
Eckard

Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: Met1998 am Juli 28, 2021, 08:53:19 Vormittag
Moin Mario,
sehr interessante "Farbwandler" :wow: deine „beißenden Steine“, fertig sind sie hellblaue Hingucker mit Spektralfarben!

Weil wir gerade bei Blau sind:
Die Blauen „Steine“ von Schönau, Lauchhammer, Bernsdorf, Selkesteine, Sieberachat, Bodeachat,... usw. “ dürfen bei dem Thema Trommelsteine natürlich nicht fehlen.
Diese 3 cm  „Hustenbonbons“, alles blaue Eisenschlacke aus alten Verhüttungsprozessen, gehören in jede Sammlung. :pro:
Nur mal so, Magnet haftet sehr gut.  :fluester:

Gruß Ehrfried :winke:
Titel: Re: Trommelsteine
Beitrag von: locastan am Juli 28, 2021, 09:27:27 Vormittag
Hi Eckard,

der Rosa Rhyolith kommt auf jeden Fall nicht vom Donnersberg, die sind da alle Sandfarben gelb. Vielleicht stammt der Kies in dem ich ihn gefunden habe ja auch aus Thüringen, auch wenn Rheinkies bedeutend näher und wirtschaftlicher wäre. In den heuten Zeiten der Dumpingausschreibungen bei öffentlichen Bauprojekten würde mich nicht wundern wenn ich demnächst Moldavite aus Ottendorf auf dem Dach finde.  :lacher:

@Ehrfried: Aber bitte nicht mit Wick-Blau verwechseln wenn die Stimme versagt.  :dizzy:

Gruß Mario.