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Meteoriten => Meteorite => Thema gestartet von: Norbert am Dezember 07, 2007, 11:50:16 vorm.

Titel: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Dezember 07, 2007, 11:50:16 vorm.
Liebe Meteoritengemeinde!

Ich suche Informationen über den Meteoriten Oldenburg (1930) - alias Beverbruch, alias Bissel - einem L6, der am 10.09.1930 um 14.15 Uhr  in jeweils zwei großen Fragmenten im Gesamtgewicht von 16,57 kg in Bissel und Beverbruch vom Himmel fiel. Koordinaten nach dem ‚ Catalogue of Meteorites’: 52° 57'N, 8° 10'E.

Zwei Steine fielen, einer von 4,840 kg in Bissel, 23 km südlich von Oldenburg und einer von 11,730 kg in Beverbruch, 4.4 km nordwestlich von Bissel.

Nicht zu verwechseln mit dem ebenfalls bei Oldenburg gefundenen Benthullen-Stein.

Laut Information von Rainer Bartoschewitz (der wohl als Einziger ein kleines 4,5g Fragment von 'Oldenburg' in seiner Sammlung hat) sollen 11,7 kg ('Beverbruch') an eine unbekannte Person verkauft worden sein, der Rest befindet sich im Museumsdorf in Cloppenburg (4.84 kg - 'Bissel').

Mich interessieren sowohl Fall-, Fund- und Verwahrungsgeschichte dieses „vergessenen“ Meteoriten, der nur wenige Meter neben einem Fahrradfahrer eingeschlagen sein soll (Bissel oder Beverbruch??).

Bei Google  :google: gibt es kaum Informationen über diesen Stein. Ich werde hier vor Ort versuchen an die Quellen heran zu kommen und werde die Ergebnisse meiner Recherchen dann gerne hier in diesem Forum veröffentlichen.

Ich bitte euch um möglichst viele Informationen, auch wenn so noch so unwichtig erscheinen mögen.

Grüße aus Oldenburg in Oldenburg

Norbert
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: herbraab am Dezember 07, 2007, 22:33:57 nachm.
Im Katalog der Mineralientage München von 1996 gibt es einen drei Seiten langen Bericht über den Meteoriten von Oldenburg. Auch die Umstände des Falls sind da genauer beschreiben: Das größere Stück (Beverbruch, 11,73 kg) schlug 19 Meter von dem Schäfer Clemens Bey auf, das kleinere (Bissel, 4,84kg) "etwas weter" entfernt von dem Landwirt Johann Schnieders aus Halenhorst, der auf seinem Fahrrad nach Bissel unterwegs war.

Damals (1996) wurde versucht, Geld für den Ankauf der größeren Masse für das Musuem in Cloppenburg zu sammeln. Wenn dieses Stück "an eine unbekannte Person verkauft" wurde, dann hat das damals offenbar nicht geklappt.

In dem Messekatalog steht, dass der damalige "Hauptdorfschullehrer" Konrad Meyer beide Stücke angekauft und dem Museum in Cloppenburg übergeben hat - das kleinere Stück als Verkauf, das größere als Dauerleihgabe. Anfang 1995 haben dann die Erben des Lehrers beim Aufräumen den Leihvertrag gefunden, und haben es nach der Rückgabe durch das Museum zum Verkauf angeboten.

Wenn Du keinen Zugang zu dem Messekatalog hast, kopiere ich Dir die drei Seiten gerne raus.

Grüße, Herbert

Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Dezember 08, 2007, 02:23:56 vorm.
Vielen Dank, lieber Herbert, ich wäre Dir sehr dankbar wenn Du mir die 3 Seiten kopieren würdest, da ich den Katalog der Mineralientage München von 1996 nicht habe. Adresse: norbert.gesser@web.de.

Lieber Gruß zum 2. Advent

Norbert
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Dezember 23, 2011, 13:58:21 nachm.

ACHTUNG WICHTIGE FRAGE AN ALLE:

Ist jemanden der Verbleib des Meteoriten Oldenburg - Fragment „Beverbruch“ bekannt?  confused

Das Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg ist sehr am Verbleib des Stückes interessiert und bittet alle (potentiellen) Sammler, auch die nicht in die Öffentlichkeit wollen, um nähere Informationen, die auch vertraulich entgegen genommen werden.

Der Meteorit Oldenburg fiel am 10. September 1930 in mindestens zwei größeren Fragmenten. Das größere Stück von 11,73 kg in Beverbruch (Gemeinde Garrel). Der Finder übergab beide Hälften dem Museumsdorf Cloppenburg: das kleinere Fragment „Bissel“ zum Verkauf und das größere „Beverbruch“-Teil als Dauerleihgabe.

Im Jahr 1995 wurde „Beverbruch“ von der Tochter und Erbin des Finders, Frau Dorothea Meyer zum Verkauf angeboten und gilt seit dem als verschollen.

Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: karmaka am Juni 24, 2012, 00:41:55 vorm.
Meteorit kehrt am 8.7.12 nach Beverbruch zurück

http://www.mt-news.de/index/garrel.php?aid=2580
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Juni 24, 2012, 02:16:17 vorm.
Oh das ist ja wunderbar!!  :lechz:

Na dann auf am 8. Juli nach Beverbruch zum Festumzug.

Zeitgleich läuft in Oldenburg noch die Meteoritenausstellung im Naturkundemuseum.

http://www.beverbruch.de/

Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: karmaka am Juli 06, 2012, 10:08:13 vorm.
Auch an den 'Stein Bissel' soll eine Infotafel erinnern.

http://www.nwzonline.de/Region/Kreis/Oldenburg/Grossenkneten/Artikel/2902706/Infotafel-soll-an-Meteoriteneinschlag-von-1930-erinnern.html

SPONSOREN BITTE BEIM Heimatforscher Hr. Faß aus Großenkneten MELDEN !

 :hut:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Juli 08, 2012, 12:33:11 nachm.
Der "verschollene" Meteorit OLDENBURG auf meinem Tisch!  :hut:

Nach über 10jähriger Suche diesen berühmten Himmelsstein einmal in den Händen zu halten, hätte ich mir nie träumen lassen.

Ein 11,73 kg schwerer L-Chrondrit der Milliarden Jahre zwischen Mars und Jupiter um die Sonne kreiste, bevor ihn seine letzte Reise nach Beverbruch führte, wo er am 30. September 1930 Mittags um 14:15 Uhr unter lautem Donnergrollen in die Heide stürzte und fast einen Schäfer erschlug.

Er wird heute auf einem Festumzug durch das Dorf Beverbruch bei Garrel (Ldkr. Cloppenburg) getragen  :applaus:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: herbraab am Juli 08, 2012, 14:27:44 nachm.
Der "verschollene" Meteorit OLDENBURG auf meinem Tisch!  :hut:

Sehr schön! :super:

:hut:
Herbert
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am Juli 08, 2012, 14:43:13 nachm.
Tolle Geschichte! Jetzt gerade wird "er" auf einem Bollerwagen durch
den Ort gezogen, bei dem der Meteorit einst niederging. Hoffentlich
gibt es Fotos dazu im Nachhinein zu betrachten. Kannst Du dann
nachträglich einen Bericht der Lokalpresse dazu einstellen, Norbert?

Interessant auch, daß die "Münchner Mineralientage Fachmesse" als
derzeitiger Besitzer (PS: ist sie zudem Eigentümer?) genannt wird.
Kann man auch eine lebendige Person an diese Aussage knüpfen,
einen Eigentümer, bei dem das Stück in München deponiert ist?

Die Museen in Cloppenburg oder Oldenburg sollten meiner Meinung nach
Einiges in Bewegung setzen, den Stein wieder "heimzuholen", auch wenn
das sicher ziemlich kostenträchtig ist, falls der jetzige Eigentümer dazu
überhaupt mit sich reden läßt.

Alex

Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: karmaka am Juli 08, 2012, 14:44:11 nachm.
Der "verschollene" Meteorit OLDENBURG auf meinem Tisch!  :hut:

Großartig, Norbert !  :super:

Beste Grüße

Martin
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Juli 08, 2012, 16:20:55 nachm.
Festumzug in Beverbruch am 8. Juli 2012, leider bei strömendem Regen

Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Juli 08, 2012, 16:22:51 nachm.
 :winke:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Juli 08, 2012, 16:28:18 nachm.
 :super:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Juli 08, 2012, 16:33:17 nachm.
 :wow:

Grüße aus Beverbruch  :winke: :winke: :winke:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: herbraab am Juli 08, 2012, 17:06:05 nachm.
Danke, Norbert, für die Bilder!  :super:

Der Stein ist wunderbar, sieht aus als ob er erst gestern gefallen wäre. Dass er bei dem Umzug mit dabei sein durfte, ist sowieso einmalig. (Hoffe nur, dass ihm das feuchte Wetter nicht geschadet hat...)

Und die Herrschaften, die wen Wagen ziehen, sind ja auch keine Unbekannten...

Wo kommt den der Stein jetzt, nach dem Umzug, hin? :gruebel:
Nicht, dass es dann demnächst wieder als "verschollen" gemeldet wird...

:hut:
Herbert
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am Juli 08, 2012, 17:27:13 nachm.
Super - beinahe so, als wäre der Papst in seinem Papamobil incognito durch den Ort
gefahren! Danke, Norbert, fürs schnelle Einstellen der Bilder.

Can´t resist: diesen Fotos wohnt ein guter Schuß Tragikomik inne! Tragisch, daß der
schöne Stein nicht am Ort verbleiben darf, auf anrührende Weise aber auch komisch,
wie er von dem kleinen Häuflein aufrechter Festzügler auf dem Bollerwagen durch das
regennasse Dorf bugsiert wird. Fehlen jetzt eigentlich noch ein paar Tränlein :-), aber
da ist der Regen schon reichlich in Vorleistung gegangen.

Hoffentlich geht das gute Stück jetzt nicht tatsächlich noch verloren - wer paßt denn
nun darauf auf, während man im Zelt oder Dorfgemeinschaftshaus zum Tanz aufspielt?

:einaugeblinzel: :gruebel: :auslach:  ......aber haaaalt!!! (Herbert, mit scharfem Auge, hat´s sofort gesehen!)

Aaaah, gerade erkenne ich auch die Prominenz auf den Fotos!!! Na, dann ist der Meteorit
ja in wirklich sehr guten, bewährten Händen. (PS: sind´s denn auch die Eigentümer..?? :-)).

Ich hatte schon bei Norberts erstem Foto mit den beiden Sofahockern einen twin-Verdacht!
Otto und Anna habe ich noch viel kleiner in Erinnerung....tz tz, wie doch die Zeit vergeht...

Schade, daß dieses happening sich ein paar hundert km weit weg von hier ereignete,
sonst wäre ich glatt hingefahren. Sehr schöne Geschichte für die Dorfchronik!

:prostbier: Alex :winke:

PS: Norberts Bild P1080780.jpg mit diesem Meteoritentrupp auf der einsamen Landstrasse im
verregneten Norddeutschland ist so derartig drollig bzw. cool (..wie man heute sagt), daß es
trotz Wettertristesse eigentlich einen Heiterkeitspreis verdient hat, wenn es den gäbe!   :laughing:



Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: karmaka am Juli 08, 2012, 18:42:10 nachm.
Vielen Dank auch von mir für die tollen Bilder, Norbert!

Es ist ein Vergnügen sie anzusehen.  :super:

 :prostbier:

Martin
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Thin Section am Juli 08, 2012, 23:24:43 nachm.
Ein herzliches Dankeschön, Norbert, auch aus Ketsch!  :super: Bin erst jetzt an den Computer gekommen, da wir Besuch aus dem Norden hatten.

Bernd  :winke:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Juli 09, 2012, 10:11:33 vorm.
Heute in der Münsterländischen Tageszeitung

http://www.mt-news.de/index/garrel.php?aid=2823

Fotogalerie: http://www.mt-news.de/leserservice/bilder-galerie.php?bid=36

Gruß aus Oldenburg :winke:
Norbert
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Juli 09, 2012, 22:33:36 nachm.
Gerüchte  :confused:: Wie ich von den Beverbruchern erfahren habe, wird nun das Stück "Bissel" (4,84 kg) vermisst. Im Museumsdorf Cloppenburg ist es nicht auffindbar, die Gemeinde wollte beide Teile für ihr Jubiläum ausstellen. In Cloppenburg verwies man auf die derzeitige Ausstellung im Oldenburger Landesmuseum, wo der Stein aber  tatsächlich nicht ist. Von OLDENBURG werden in einer Vitrine lediglich eine 11g Scheibe ausgestellt.

Jetzt ist das andere Stück verschollen  :platt: kaum zu glauben!  :bid:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Andyr am Juli 09, 2012, 23:49:24 nachm.
Heute in der Münsterländischen Tageszeitung

http://www.mt-news.de/index/garrel.php?aid=2823

Fotogalerie: http://www.mt-news.de/leserservice/bilder-galerie.php?bid=36

Gruß aus Oldenburg :winke:
Norbert

Schön, dass man an den Glaskasten gedacht hatte, angesichts der Witterungsverhältnisse.
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am Juli 10, 2012, 08:23:45 vorm.
Gerüchte  :confused:: Wie ich von den Beverbruchern erfahren habe, wird nun das Stück "Bissel" (4,84 kg) vermisst. Im Museumsdorf Cloppenburg ist es nicht auffindbar, die Gemeinde wollte beide Teile für ihr Jubiläum ausstellen. In Cloppenburg verwies man auf die derzeitige Ausstellung im Oldenburger Landesmuseum, wo der Stein aber  tatsächlich nicht ist. Von OLDENBURG werden in einer Vitrine lediglich eine 11g Scheibe ausgestellt.

Jetzt ist das andere Stück verschollen  :platt: kaum zu glauben!  :bid:

Kein verspäteter Aprilscherz? Das stellt dem Museumsdorf Cloppenburg jetzt aber nicht gerade ein
gutes Zeugnis aus... Im Oldenburger Museum habe ich auch nur das kleine genannte Scheibchen
gesehen. Das gute Stück kann sich nicht in Luft aufgelöst haben - da wäre erneut zu recherchieren...
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Juli 10, 2012, 10:43:21 vorm.
Nein, leider kein verspäteter Aprilscherz! Dieses Ortsschild zeigt das Problem schön plakativ: Der Eine ist wieder da, jetzt ist der Andere weg  :nixweiss:

Soviel ich erfahren habe, wollen die Bisseler nächstes Jahr auch ein großes Fest feiern bei dem sie "ihren Stein" zeigen wollen, die Fragen werden also lauter...

Foto © Dieter Heinlein
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Juli 10, 2012, 11:09:13 vorm.
Das ist übrigens das vermisste "Stück Bissel" (Foto aus dem Jahr 2000)

Foto 2: Meteorit OLDENBURG mit beiden Fragmenten 'Beverbruch' und 'Bissel'
(ein drittes Fragment wurde nie gefunden)
Foto © Dirk Faß 1950er Jahre
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: herbraab am Juli 10, 2012, 15:55:50 nachm.
Nein, leider kein verspäteter Aprilscherz!

:peinlich: :neenee: :unfassbar:

Hoffentlich taucht das Stück wieder auf. Und hoffentlich finden beide Stücke dann irgendwo eine dauerhafte Heimstätte, wo sie ihrem (materiellen, vor allem aber ideellen) Wert entsprechend kuratiert werden!

:hut:
Herbert
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am Juli 10, 2012, 17:22:30 nachm.
Nein, leider kein verspäteter Aprilscherz!

:peinlich: :neenee: :unfassbar:

Hoffentlich taucht das Stück wieder auf. Und hoffentlich finden beide Stücke dann irgendwo eine dauerhafte Heimstätte, wo sie ihrem (materiellen, vor allem aber ideellen) Wert entsprechend kuratiert werden!

:hut:
Herbert


Solange es als "Gerüchte" (Zit. Norbert, oben) gehandelt wird, ist die Sache noch mit
gebotener Vorsicht zu geniessen. Falls es sich bewahrheitet, müßte man dem Direktor
des zuständigen Museums ein paar für ihn möglicherweise unangenehme Fragen stellen,
zumindestens die, wo genau das gute Stück denn zuletzt gelagert war und mit welchen
Maßnahmen es dort gesichert wurde. Das sollte sich doch beantworten lassen, auch
wenn es sich nicht um eine Leihgabe, sondern um einen Gegenstand im Eigentum des
Museums gehandelt hat. Vielleicht klärt sich ja alles noch als großes Mißverständnis auf.

Leitender Museumsdirektor
Prof. Dr. Uwe Meiners
umeiners@museumsdorf.de

Alex
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Juli 11, 2012, 10:41:49 vorm.
Hier noch ein paar schöne Fotos vom Besuch des Meteoriten OLDENBURG Stück Beverbruch
im Oldenburgischen am 7./8. Juli 2012

Beste Grüße Norbert  :winke:


Fotos © Dieter Heinlein
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Juli 11, 2012, 10:44:44 vorm.
 :hut:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Juli 11, 2012, 10:48:35 vorm.
 :wow:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: karmaka am Juli 11, 2012, 11:10:16 vorm.
Vielen Dank für die schönen Fotos, Norbert!

Ebenfalls vielen Dank an den Copyright-Inhaber der Bilder!  :super:

Wie man sieht macht die Beschäftigung mit Meteoriten allen große Freude.

Eine sehr schöne Aktion!  :super:

 :hut:

Martin
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am Juli 11, 2012, 18:24:22 nachm.
Schöner Foto-Nachschlag, Norbert, besten Dank!   :super:

Ich schätze mal, Du bist es, der in einem dieser Fotos
oben zusammen mit Frau Heinlein und dem Meteoriten
posiert. Alle strahlen, auch der Meteorit schaut gut aus!

Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am August 22, 2012, 17:33:00 nachm.
Der Meteorit Oldenburg, Stück Bissel bleibt verschwunden  :nixweiss:

Im Museumsdorf Cloppenburg, wo er seit seinem Fund 1930 verwahrt wurde, ist er nicht mehr auffindbar.

Münsterländische Tageszeitung, 22.08.2012: http://www.mt-news.de/index.php?aid=3297

"Möglicherweise habe ein Mitarbeiter den glatt geschliffenen Meteoriten mit einem altertümlichen Steinbeil verwechselt."

Das lässt ja tief auf die Kompetenz der dortigen Mitarbeiter blicken, wenn man ein Steinbeil mit einem Meteorit verwechselt, zumal er mit Sicherheit auch nicht glatt geschliffen ist  :bid: Auserdem ist es kein "Splitter" sondern ein  4,84 kg Brocken...

Hier ein letztes Foto von Bissel aus dem Jahr 2000, Foto © Norbert Gesser
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: speul am August 22, 2012, 17:40:56 nachm.
Zitat
Möglicherweise habe ein Mitarbeiter den glatt geschliffenen Meteoriten mit einem altertümlichen Steinbeil verwechselt."

Hmmm,und Steinbeile werfen die dort einfach so weg.
Naja, vielleicht war es stumpf
 :bid:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am August 22, 2012, 21:28:51 nachm.
Entweder ist es eine schlichte Provinzposse, oder es steckt noch Schlimmeres dahinter.
Auf gar keinen Fall ist es ein gutes Zeugnis für das Museumsdorf. Bestenfalls wird man
aber doch noch fündig und eine Verwechslung oder sonst etwas kommt letztlich dabei
heraus und es regelt sich noch zum halbwegs Guten - alles andere jenseits einer Klärung
wäre schon ein ziemlicher Jammer ...

Es ist schwer verständlich, daß offenbar nicht der allermindeste Standard eines laufend
fortgeschriebenen Sammlungsverzeichnisses zu existieren scheint. Das war auch schon
vor der Computer-Blütezeit eine selbstverständliche Regel für Sammlungen (von welchen
Gegenständen auch immer), denn man könnte dann wenigstens einigermassen eingrenzen,
wo bzw. wann etwas "verloren gegangen" ist, und sich auf eine Spurensuche begeben,
die auch Erfolg versprechen könnte.

Bleibt eines immer noch zu hoffen, nach dem grossen englischen Dramatiker: "All´s well
that ends well!" Man scheint sich ja vor Ort jetzt schon sehr zu bemühen, es zu klären.
Danke für Dein Posting, Norbert, und halte uns mal weiter dazu auf dem laufenden..
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am August 24, 2012, 11:39:26 vorm.
Wie können Steinbeile mit Meteoriten verwechselt werden, da kann ich ja nur lachen.

Ich fürchte, hier wird bald die STAATSANWALTSCHAFT  :fingerzeig: ermitteln müssen, zumal es sich um denkmalgeschütztes Landeseigentum handelt.

Frage an die Meteoritengemeinde: WER hat das Bissel-Stück nach dem Jahr 2001 noch gesehen?
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am September 02, 2012, 11:31:19 vorm.
Meteorit OLDENBURG mit beiden Stücken
Beverbruch und Bissel, private Fotos von 1987

Fotos © Dirk Faß, Cloppenburg
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am September 02, 2012, 11:34:05 vorm.

Meteorit OLDENBURG mit beiden Stücken
Beverbruch und Bissel, privates Foto von 1987

Foto © Dirk Faß, Cloppenburg
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am September 02, 2012, 14:43:39 nachm.
Ich vermute nach wie vor im Guten, hier ist es bei äusserst mangelhafter Kuratierung zu so einer
Situation gekommen, und das Stück taucht nach einer gründlichen Recherche wieder vor Ort auf.

Sollte es anders sein, so könnte man einem möglichen "aktuellen Besitzer" wirklich nur empfehlen,
es auf einem anonymem Wege zurückzugeben, um sich (mit viel Glück) noch schadlos zu halten.
Es gibt dazu sicher auch Beispiele aus der Kunstsammlerwelt...

Im übrigen wäre es ein Riesenjammer, wenn dieses nicht unbedeutende Teilstück des Meteoriten
für immer verschwinden würde.

Alex

Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am September 10, 2012, 23:16:34 nachm.
Genau heute vor 82 Jahren ist der Meteorit Oldenburg in Beverbruch und Bissel eingeschlagen.

Zum 82. Erdengeburtstag feierte die Familie Heinlein in Augsburg kräftig wie es sich gehört mit Torte, Blumen und Kerze.

Herzlichen Glückwunsch Beverbruch! Auf dass dein verschollener Bruder Bissel bald wiederkehre...

 :laola: :laola: :laola: :laola: :laola: :laola: :laola:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: karmaka am Januar 13, 2013, 15:35:12 nachm.
Der EoM-Eintrag zu Oldenburg (1930) hat nun seit Kurzem, wenn ich mich nicht irre, auch ein paar schöne, uns bereits bekannte Fotos zur Illustration. Danke an die Fotografen!

http://www.encyclopedia-of-meteorites.com/test/18009_5929.jpg
http://www.encyclopedia-of-meteorites.com/test/18009_5930.jpg
http://www.encyclopedia-of-meteorites.com/test/18009_5937.jpg

Ich fürchte, es gibt immer noch nichts Neues zum Bissel-Exemplar, oder?  :traurig2:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Andyr am Januar 13, 2013, 21:42:47 nachm.
Genau heute vor 82 Jahren ist der Meteorit Oldenburg in Beverbruch und Bissel eingeschlagen.

Zum 82. Erdengeburtstag feierte die Familie Heinlein in Augsburg kräftig wie es sich gehört mit Torte, Blumen und Kerze.

Herzlichen Glückwunsch Beverbruch! Auf dass dein verschollener Bruder Bissel bald wiederkehre...

 :laola: :laola: :laola: :laola: :laola: :laola: :laola:

Würdiger Rahmen.

Mei sind die Kinder der Heinleins groß geworden  :wow:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Januar 17, 2013, 10:14:59 vorm.
Nein, leider gibt es noch nichts Neues in Bezug auf das 4,84 kg schwere Meteoritenstück Bissel. Am 16.12.2012 bestätigte Prof. Dr. Uwe Meiners
Ltd. Museumsdirektor Museumsdorf Cloppenburg-Niedersächsisches Freilichtmuseum erstmals in einer privaten E-mail schriftlich, dass der Stein verschwunden ist. Die Suche liefe aber weiterhin auf "Hochtouren" und es werde nun endlich erwägt die Staatsanwaltschaft einzuschalten um dieses kostbare Naturdenkmal wieder zu finden.

Am 31. August 2013 feiert das Dorf Bissel (Gemeinde Großenkneten, 23 km südlich von Oldenburg) sein 200jähriges Bestehen. Im Rahmen der Festlichkeiten soll das gleichnamige Meteoritenstück ausgestellt und beim Festumzug mitgeführt werden, wie im Jahr zuvor das Stück Beverbruch in Beverbruch. Gleichzeitig gibt es Überlegungen an der Einschlagsstelle ein Denkmal zu errichten.

Ich möchte an dieser Stelle nocheinmal alle Meteoritenfreunde bitten, darauf zu achten, ob sich im internationalen Meteoritenhandel Stücke des Oldenburg-Meteoriten befinden. Ebenso wichtig wäre die Frage: Wer hat Fragmente des Oldenburg-Meteoriten in seiner Sammlung, wann und von wem wurden sie erworben?

Informationen bitte an Herrn Dieter Heinlein, Augsburg oder an mich. Alle Infos werden vertraulich behandelt.
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am August 02, 2013, 12:00:54 nachm.
Nachdem nun 120 Tage seit meinem letzten Eintrag hier vergangen sind, muss ich leider mitteilen, dass es in Sachen "Bissel" keine Neuigkeiten gibt.  :nixweiss:

Der Stein ist nach wie vor verschollen in einem der beiden Museen: Museumdorf Cloppenburg und/oder Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg.
Dieter und Gabriele Heinlein aus Augsburg haben umfangreiche Gespräche und ausführliche Recherchen mit den verantwortlichen Direktoren geführt und sind zu keinem Ergebnis gekommen. Die Häuser räumen Fahrlässigkeit ein, sind aber guter Hoffnung, dass der Meteorit noch gefunden wird.

Leider wohl nicht rechtzeitig zur Zweihundertjahrfeier des Ortes Bissel am 31. August 2013. Ich kann nur hoffen, dass die Presse den Fall bald aufgreift, da das Verschwinden dieses kostbaren Naturdenkmals ja scheinbar nur uns Meteoritenfreunde zu interessieren scheint. Wäre die Krone Ottos III. aus dem Domschatz in Essen verschwunden, stünde das in allen Zeitungen. Daran kann man sehen, wie sehr die Öffentlichkeit die Steine des Himmels "schätzt"...

Ich würde mir etwas mehr Nachdruck aus der "Meteoritengemeinde" hier wünschen! Wichtig ist, dass die Sache nicht vergessen wird.  :fluester:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am August 02, 2013, 12:37:09 nachm.
Hier die Adressen und Ansprechpartner der beiden Museen.

Museumsdorf Cloppenburg
Niedersächsisches Freilichtmuseum
Leitender Museumsdirektor Prof. Dr. Uwe Meiners
(umeiners@museumsdorf.de)
Bether Straße 6
49661 Cloppenburg
Tel.: 04471 / 94840 
Fax: 04471 / 948474 
E-Mail: info@museumsdorf.de


Landesmuseum Natur und Mensch
Leitender Museumsdirektor Dr. Peter-René Becker
Damm 38-44
26135 Oldenburg
Tel.: 0441 / 9244-300
Mail: Museum@naturundmensch.de


Eigentümer des Bisselstückes ist das Museumsdorf Cloppenburg welches den Meteoriten im Jahr 2000/2001 an das Oldenburger Landesmuseum für eine Ausstellung ausgliehen hat. Von dort soll der Stein nicht mehr zurück gekehrt sein. Dem widerspricht das Oldenburger Landesmuseum.  :nixweiss:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: rbartoschewitz am August 03, 2013, 17:39:22 nachm.
Es ist ein Trauerspiel mit den verschollenen und verschwundenen deutschen Meteoriten, doch Oldenburg ist ein ganz besonderer Fall - es ist, soweit ich weiss, der einzige deutsche Meteorit, der unter Denkmalschutz steht!

Konrad Meyer liess 1930 den Meteoriten unter Denkmalschutz stellen. 1996 stand er noch in der Denkmalschutzliste des Oldenburgischen Landes als bewegliches Denkmal mit der laufenden Nr. 71 (und ich vermute auch heute noch):
"Gemeinde Garrel: Schule Nikolausdorf
Beschreibung: Meteorgestein im Gewicht von etwa 12,25 kg
Verfügungsberechtigter: Museumsdorf Cloppenburg"

Soweit ich weiss, ist eine Umschreibung des Verfügungsberechtigten bislang noch nicht erfolgt und das Museumsdorf Cloppenburg steht immer noch in der Verantwortung für das komplette Denkmalschutzobjekt! Wenn ich das richtig sehe, rechtlich auch für den Stein Beverbruch, der ja glücklicherweise bei Münchner Mineralientage verblieb und nicht weiter verkauft wurde!

Gruss,

Rainer
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: DAG648 am August 03, 2013, 22:52:16 nachm.
Hallo Zusammen,

wenn ich das richtig in Erinnerung habe bezieht sich o.g. von Rainer genannter Eintrag in der Denkmalschutzliste sogar ausschließlich auf das Fragment von Beverbruch und das Fragment von Bissel taucht als eigener separater Eintrag in gleicher Liste zusätzlich auf. Die Unterlagen hierzu habe ich allerdings im Büro, so dass ich grad keine definitiven Daten und Seitenzahlen nennen kann.

Hoffe sehr, dass der vielfältige Einsatz in Sachen des verschollenen Stückes nicht abreißt und auch der Bisseler Stein wieder auftaucht!

Grüße,
Alex

Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: rbartoschewitz am August 03, 2013, 23:25:26 nachm.
Der Denkmalschutz gilt für beide Stücke, auch wenn die Gewichtsangabe nicht o.k. ist:

der damaliger Denkmalpfleger Dr. von Buttel-Reepen schreibt in seinem Bericht in deOldenburger Jahrbuch des Vereins für Altertumskunde und Landesgeschichte 1930 folgendes:
"Als Denkmalpfleger hatte ich auf Grund des Denkmalschutzgesetzes die Verpflichtung zu beantragen, daß beide Steine unter Denkmalschutz gestellt würden, vor allen Dingen auch, um ein Auseinandergehen zu verhüten, welche Möglichkeit bereits durch die Bemühungen des Reflektanten aus Hannover in größte Nähe gerückt war.“

Ich denke, dass rechtlich gesehen, das Freilichtmuseum Cloppenburg hier dringend aktiv werden muss, allein schon um aus der Verantwortung des Beverbrucher Stückes heraus zu kommen. Ich teilte dies bereits Ende der 90er Herrn Dr. Ottenjann und Frau Meyer, die "ihren" Stein aus dem Museum zurück holte, mit, doch soweit ich weiss, passierte nichts.

Viele Grüsse,

Rainer
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: bolidechaser am August 05, 2013, 15:03:43 nachm.
Hallo Rainer, Alex und Norbert,

der Umstand, daß die beiden Oldenburg (1930) Fragmente unter Denkmalschutz stehen, zeichnet
diese Meteorite natürlich als besonders schützenswert aus. Ein umso größerer Skandal ist es,
daß solch ein wertvolles Exponat wie der 4,84 kg schwere Bissel-Meteorit - trotz "fieberhafter
Suche", die nun schon über 18 Monate andauert - nicht mehr aufzufinden ist.

Eigentümer des "Bissel" ist das Museumsdorf Cloppenburg. Nach Ausleihe dieses Meteoriten zu
einer Sonderausstellung zum Jahreswechsel 2000/2001 ist der Meteorit jedoch offensichtlich
im Oldenburger Landesmuseum Natur und Mensch verblieben. Es gibt zahlreiche Belege, daß der
"Bissel" im Museum Oldenburg zuletzt öffentlich gesehen worden ist. Einen Nachweis, daß dieser
Meteorit von den Oldenburgern zurück ans Museumsdorf Cloppenburg gebracht wurde  (oder auch
nur die glaubhafte Erinnerung an diesen Rücktransport!) sind die Verantwortlichen im Oldenburger
Landesmuseum (Direktor Dr. Becker und Kurator Dr. Beichle) bislang schuldig geblieben.

Kuratoren-Kollegen haben übrigens dem Leiter des Museumsdorfs Cloppenburg dringend angeraten,
durch ein offizielles Schreiben die Herausgabe des "Bissel" vom Oldenburger Landesmuseum Natur
und Mensch zu fordern, um ihren Rechtsanspruch an diesem wertvollen Meteorit zu wahren.
Nur dann steht das Oldenburger Museum nicht nur moralisch, sondern auch rechtlich in der Ver-
pflichtung, für den Verlust des Meteoriten Rechenschaft abzulegen.

Anmerkung: Es stimmt, daß der Oldenburg (1930) Meteorit unter lokalem Denkmalschutz steht.
In diesem Zusammenhang sollte aber nicht unerwähnt bleiben, daß ein anderer deutscher Meteorit,
nämlich der "Neuschwanstein I" nicht nur als lokales Denkmal, sondern als "Kulturgut Deutschlands"
eingestuft wurde: siehe Karin von Welck: „Ein Meteorit aus den Bayerischen Alpen“, Tätigkeits-
bericht 2001-2003 der KulturStiftung der Länder, 2004, p. 28-29.

Aber letztlich geht es hier nicht um Diskussionen über Denkmalschutz oder Kulturgut, sondern darum,
wie gewissenhaft und verantwortlich manche Museen mit Meteoriten umgehen und vor allem darum,
daß nichts unversucht bleibt, um den verlorenenen BISSEL möglichst wieder zu finden.

Viele Grüße

Dieter




Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: DAG648 am August 05, 2013, 17:23:45 nachm.
Hallo,

zur Vervollständigung meines Forenbeitrags vom Wochenende, hier die mir vorliegenden Angaben aus einer älteren Denkmalliste:

Tantzen, R. (1955): Die Denkmallisten des Oldenburger Landes. Oldenburger Jahrbuch 55: 135-191.

S. 147:
Meteorgestein im Gewicht von etwa 4850 g.
Lage: Halenhorst, Verfügungsberechtigter: Johann Schnieders, Landwirt, Halenhorst, Lfd. Nr. der Denkmalliste: 72
S. 188:
Meteorgestein im Gewicht von etwa 12,25 kg.
Lage: Schule Nikolausdorf, Verfügungsberechtigter: Museumsdorf Cloppenburg, Lfd. Nr. der Denkmalliste: 71

Grüße,
Alex
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: ironsforever am August 05, 2013, 22:43:17 nachm.
Hallo,

was macht eigentlich die Staatsanwaltschaft in diesem Fall?
Oder weiß man da etwa noch nichts vom tragischen "Verlust"?
Gibt es einen Anzeigenerstatter?
Wenn nicht, würde sich mir ein recht übles Szenario aufdrängen...

Sorry, aber "sowas" geht doch nicht verloren, ohne das hier einer die Verantwortung zu übernehmen hat. :ehefrau:

Gruß,
Andi :prostbier:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: bolidechaser am August 06, 2013, 10:41:54 vorm.
Hallo Andi,

die "causa Bissel" ist unseres Wissens bei der Staatsanwaltschaft noch NICHT aktenkundig.

Im Juli habe ich mich mal mit zwei deutschen Kuratoren von Meteoriten/Mineralien-Sammlungen
beraten. Beide haben mir empfohlen, dem Direktor des Museumsdorfes Cloppenburg folgendes
anzuraten: Er sollte schleunigst vom Oldenburger Landesmuseum Natur und Mensch OFFIZIELL
die Rückgabe des "Bissel" fordern. Und zwar mit Setzen einer Frist und ggf. einer Nachfrist.
Nur dann könnte die Stiftung des Museumsdorfes Cloppenburg ggf. auch rechtliche Schritte
gegen das Oldenburger Museum einleiten. Erst dann wird die Staatsanwaltschaft vom Verlust
des Oldenburger Landesdenkmals "Bissel" erfahren.

Inzwischen habe ich dem Direktor des Museumsdorfes Cloppenburg, Herrn Prof. Dr. Uwe Meiners,
diesen wohlgemeinten Rat seiner Kollegen schriftlich mitgeteilt. Ich hoffe sehr, daß die Stiftung
des Cloppenburger Museumsdorfes diesem Ratschlag bald folgen wird.

Viele Grüße

Dieter
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: ironsforever am August 06, 2013, 13:25:04 nachm.
Hallo Dieter,

das Schreiben am Besten mit Einschreiben/ Rückschein versenden, sonst gibt's ein weiteres Geplänkel wegen dem angeblichem Verlust eines Anspruchsschreibens.

Nach erfolglosem Ablauf einer angemessenen Frist sollte das Museumsdorf m. E. gleich aus allen Rohren schießen: Zivilrechtlich, aber auch strafrechtlich. Die StA wird ein öffentliches Interesse wohl kaum verneinen können. Schließlich geht es hier um "unser" öffentliches Eigentum. Die Kosten der strafrechtlichen Verfolgung und Ermittlung trägt damit der Staat.

Je mehr Zeit nun ungenutzt vergeht, umso mehr Gras wächst über eine Sache. Wenn von Seiten des Museumsdorfs kein Interesse an einer zielgerichteten Verfolgung der causa Bissel besteht, drängt sich auf, dass offenbar auch da was nicht mit rechten Dingen zugeht.

Gruß,
Andi :prostbier:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am August 06, 2013, 17:27:37 nachm.
Problem ist halt, dass der "Verlust" dem Museumsdorf in Cloppenburg wohl erst nach 11 Jahren aufgefallen ist. Noch im vergangenen Jahr meinte der Direktor Prof. Meiners zur Münsterländischen Tageszeitung, der Stein würde sich im Archiv befinden, könne aber derzeit nicht gefunden werden: möglicherweise habe ein Mitarbeiter ihn mit einem altertümlichen Steinbeil verwechselt. "In der Sammlung befinden sich rund 20.000 Einzelstücke, und das macht die Suche so mühsam", klagte Prof. Meiners der Zeitung im Juli 2012.

Nun nach 12 Jahren eine Rückgabe vom Oldenburger Landesmuseum zu fordern, wo man ihn im eigenen Hause nicht mehr finden kann, klingt eher unglaubwürdig. Meiner Ansicht liegt hier kein kriminelles Delikt vor, sondern es handelt sich schlicht um Schlamperei in einem oder beiden Museen, zumindest eine grobe Verletzung der Sorgfaltspflicht von seiten des Cloppenburger Museums. Sollte der Stein tatsächlich im Jahr 2001 nicht von der Ausstellung in Oldenburg zurück gekehrt sein, so wäre es die Aufgabe des Herrn Prof. Meiners gewesen (er war damals schon im Amt!) diesen zeitnah einzufordern.  

Leider scheint man den kulturellen Wert von Meteoriten wenig zu schätzen: Wäre z.B. die Krone Ottos III. aus dem Domschatz in Essen verschwunden, stünde das in allen Zeitungen.
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Andyr am August 06, 2013, 18:25:20 nachm.
Da muss man sich ernsthaft fragen, ob die Direktorenstelle derzeit mit einer geeigneten Person besetzt ist. :gruebel:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: ironsforever am August 06, 2013, 19:40:01 nachm.
Zitat
Problem ist halt, dass der "Verlust" dem Museumsdorf in Cloppenburg wohl erst nach 11 Jahren aufgefallen ist. Noch im vergangenen Jahr meinte der Direktor Prof. Meiners zur Münsterländischen Tageszeitung, der Stein würde sich im Archiv befinden, könne aber derzeit nicht gefunden werden: möglicherweise habe ein Mitarbeiter ihn mit einem altertümlichen Steinbeil verwechselt. "In der Sammlung befinden sich rund 20.000 Einzelstücke, und das macht die Suche so mühsam", klagte Prof. Meiners der Zeitung im Juli 2012.

Na toll! Da scheint ja in beiden Institutionen ein fragwürdiges Inventarsystem zu existieren. Wenn sich nun beide Institutionen gegenseitig versuchen, den schwarzen Peter zuschieben, entbindet das keinen von seiner eigenen Verantwortung am Verlust:

Es wurde vom Museumsdorf eingeräumt, dass der Verlust erst nach 11 Jahren auffiel. Das ist bereits ein Organisationsverschulden, das nach Konsequenzen verlangt. Die ordnungsgemäße Rückgabe eines wichtigen Exponats wurde nicht ausreichend überwacht.

Hinzu kommt, dass offenbar Unwissende im Museumsarchiv umherspazieren und irgendwelche Stücke nach Wahl entnehmen, um sie dann wieder irgendwo anders abzulegen? Auch das wird hier eingeräumt. Auch in diesem Bereich handelt es sich um ein Organisationsverschulden.
Und wenn man schon eine solche Erklärung als "Rechtfertigung“ auftischt, sollte man sich schleunigst mal in die "Abteilung Steinbeile" bequemen und nachsehen (was die Sucharbeit auch definitiv einschränken würde).

Möglich, dass es 20.000 Einzelstücke gibt, aber auch das ist auch keine Entschuldigung, dass Bissel verloren ging. Bissel war schließlich kein Micro- oder Bessey-Speck. Schon aufgrund der Größe des Stückes dürfte sich eine Suche weit einfacher gestalten, als hier entschuldigend ausgeführt. Es scheint, dass man durch diese Aussage alles nur weiter auf die lange Bank schießen will á la "es braucht Zeit, um 20.000 Stücke zu untersuchen, fragen Sie in 5 Jahren nochmal an".

Und schließlich stellt sich die Frage, warum weder im Museumsdorf noch in Cloppenburg eine Übergabequittung existiert. Dieses Versäumnis ist beiden Institutionen zum Vorwurf zu machen, sodass es auf die Frage nicht mehr ankommt, ob auch in Cloppenburg ein ähnliches Chaos im Archiv herrscht.

Ich bin fassungslos, wie sorglos hier mit wertvollem und unwiederbringlichem öffentlichem Eigentum und bislang ohne geringste Konsequenz für die Verantwortlichen umgegangen wird. :ehefrau:

P.S.: Was wohl passiert, wenn man in der Abteilung Meteorite ein Steinbeil findet? Davon wird man wohl nie erfahren...
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am August 06, 2013, 20:07:59 nachm.
Leider scheint man den kulturellen Wert von Meteoriten wenig zu schätzen: Wäre z.B. die Krone
Ottos III. aus dem Domschatz in Essen verschwunden, stünde das in allen Zeitungen.

Spricht eigentlich etwas dagegen, Norbert, die Dinge in der Tat öffentlich zu machen,
wenn ansonsten offensichtlich rein gar nichts passiert? Das ist doch ein kleiner
Skandal, oder auch ein ziemlich großer Skandal - je nach Perspektive des Betrachters.

Den Kuratoren sollten die Konsequenzen bewußt sein. Wurden sie mal auf diese Diskussion
hier hingewiesen? Wäre vielleicht sogar hilfreich...

Du schreibst weiter oben:

"Am 31. August 2013 feiert das Dorf Bissel (Gemeinde Großenkneten, 23 km südlich von
Oldenburg) sein 200jähriges Bestehen. Im Rahmen der Festlichkeiten soll das gleichnamige
Meteoritenstück ausgestellt und beim Festumzug mitgeführt werden, wie im Jahr zuvor das
Stück Beverbruch in Beverbruch. Gleichzeitig gibt es Überlegungen an der Einschlagsstelle
ein Denkmal zu errichten."

Das ist immerhin in nur gut drei Wochen!!
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am August 06, 2013, 20:38:37 nachm.
Genau, vom 30. August bis 1. September feiern die Bisseler ihr 200jähriges Bestehen und wollten natürlichen "ihren" Meteoriten ausstellen bzw. beim Festumzug mitführen, wie das mit dem Bruder Beverbruch im vergangenen Jahr dank der Hilfe von Familie Heinlein schon geschehen war. Ich denke, ja ich hoffe, spätestens dann kommt der Stein auch in den Medien ins Rollen. Hier eine aktuelle Info der Bisseler Dorfgemeinschaft: "Der Meteorit kann leider nicht ausgestellt werden, da er immer noch verschwunden ist..." http://www.dorfgemeinschaft-bissel.de/dorfgeschichte/der-meteorit/

Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am August 06, 2013, 20:55:22 nachm.
Dann wäre diese Dorfgemeinschaft Bissel (...mit etwas Anschub vielleicht!) doch gut beraten,
dieses jetzt an die lokale oder auch die regionale Presse zu lancieren, damit es überhaupt mal
allgemein bekannt wird und es zu einer Diskussion kommt, die letztlich dann auch die Kuratoren
der betroffenen Institutionen erreicht, die eigentlichen Verantwortlichen für das Desaster, die
man freilich separat in die Pflicht nehmen sollte, wie Andi das oben schrieb.

Immerhin ist es eine 200-Jahr-Feier!!! Und da wäre es doch eine Selbstverständlichkeit, das
Fallgeschehen nicht nur in der Dorfchronik, sondern auch am Tag der Feier wirklich angemessen
zu würdigen.

Niemand indes wird "von außen" die Freude an dieser Feier trüben wollen. Da sollten die Bisseler
schon selbst in die Hufe kommen, im ureigenen Interesse. Na gut, ich kenne die Niedersachsen,
bin ja selber einer seit Jahrzehnten, wenn auch nur zugereist, aber mir sind die Dorfidyllen und
ihre Rituale nun wahrlich nicht gänzlich unbekannt. Mag auch sein, daß sie die Bedeutung dieses
Falls für ihr Dorf unterschätzen, sonst hätten sie doch längst Hebel in Bewegung gesetzt...

Alex
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: ironsforever am August 06, 2013, 21:11:18 nachm.
Zitat
damit es überhaupt mal
allgemein bekannt wird und es zu einer Diskussion kommt, die letztlich dann auch die Kuratoren
der betroffenen Institutionen erreicht,

Das wäre fein, da dann auch mit Sicherheit die Staatsanwaltschaft davon Wind bekommt und möglicherweise von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren, z.B. wegen Unterschlagung, einleiten wird  :pro:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am August 06, 2013, 21:31:52 nachm.
Für den Ort Bissel könnte man sich eigentlich nur so jemanden wünschen wie den (zufallsbedingt)
glücklichen "Finder" des Meteoriten von Braunschweig neulich, der dann aber sofort die Bedeutung
dieses Falls erkannt und dann auch nachhaltig klug gehandelt hat, soweit ich das nach all dem
beurteilen kann, was mir dazu insgesamt bekannt geworden ist. Dort, wie insbesondere auch bei
den Kuratoren der beiden beteiligten Institutionen, fehlt mir einfach das Grundverständnis für die
Bedeutung so eines Ereignisses in unseren Breiten. Wobei ich da selbstverständlich zunächst und
auch zuletzt viel mehr die Kuratoren in die Pflicht nehmen möchte als die Dorfbewohner oder deren
Bürgermeister, die jetzt wohl ohne "ihren" Meteoriten feiern werden und trotzdem hoffentlich und
ganz bestimmt Spaß dabei haben werden...

Alex
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: rbartoschewitz am August 06, 2013, 23:14:16 nachm.
Träger der beiden Museen ist u.a. das Land Niedersachsen und beide Museen erhielten das Zertifikat „Registriertes Museum“.  Träger des „Registrierten Museum“ sind ebenfalls das Land Niedersachsen, der Museumsverband Niedersachsen und Bremen sowie die Niedersächsische Sparkassenstiftung.
Sollte sich die anscheinende Passivität der Museumsleitungen bezüglich der Auffindung des Meteoriten nicht kurzfristig ändern, bestünde die Möglichkeit sich

1.   an deren Träger zu wenden:
Dies hatte ich bereits 1996 getan, nachdem der Stein Beverbruch seitens der Eigentümerin Dorothea Meyer zum Verkauf anstand und der geforderte Preis von keinem Institut/Museumaufgebracht werden konnte. Auf mein Anschreiben an unseren damaligen Ministerpräsidenten zur Unterstützung den denkmalgeschützten Meteoriten in Niedersachsen zu halten, bekam ich von der Niedersächsischen Staatskanzlei beigefügte Antwort. Vielleicht denkt man inzwischen aufgrund der steigenden populärwissenschaftlichen Publikationen zu Meteoriten und den Ereignissen von Neuschwanstein und Chelyabinsk etwas anders über derartige Objekte.  Aufgrund dieser Aktion ist man im Museumsdorf Cloppenburg allerdings nicht besonders gut auf mich zu sprechen, und ich habe das Gefühl, das diese Meinung über mich nach Oldenburg übergeschwappt ist – jedenfalls bekomme ich auf Anfragen und Hinweise keine Antworten aus dem Oldenburger Landesmuseum.

2.   die Träger „Registriertes Museum“ auf die Zustände hinzuweisen, so dass sie möglicherweise das Zertifikat verlieren bzw. es nicht verlängert wird

3.   die Presse über Umgang mit geschützten Objekten in den Museen zu informieren sowie über die Bedeutung des Zertifikats „Registriertes Museum“ aufmerksam zu machen.

Von diesen Schritten sollte momentan noch abgesehen werden, in der Hoffnung, dass sich die Museumsleitungen in kürze aktiver bezüglich der Auffindung des Bisseler Steines verhalten. Vielleicht tun sie es ja auch bereits und wir haben keine Kenntnis davon.
Falls die Bisseler Bürger diesbezüglich detaillierter Informiert sind als wir im Forum, und sie entsprechende Massnahmen einleiten (und Vertreter des Landes Niedersachsen dazu einladen), erlangt der Ort möglicherweise durch eine derartige Aktion grössere Berühmtheit, als wenn sie den Stein selbst zur Feier zeigen!
Sollten die Verantwortlichen der Museen im Forum mitlesen, wäre eine direkte Stellungnahme für diese Diskussion sehr hilfreich. Leider  sind einige wenige Museumsleitungen der Meinung, dass bei derartigen „Interna“ die Allgemeinheit kein Mitspracherecht hat – doch Museen sind für die Allgemeinheit gemacht, nicht für die Selbstverwirklichung!

Leider gibt es neben dem Oldenburger Meteoriten noch einige andere deutsche „Problem-Meteorite“, die jedoch nicht unter Denkmalschutz stehen, aber natürlich trotzdem einen erheblichen Verlust für die Wissenschaft und die Allgemeinheit darstellen.

Soweit einige Gedanken, um etwas mehr Bewegung in die Geschichte zu bringen!

Rainer
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am August 06, 2013, 23:21:36 nachm.

1.   an deren Träger zu wenden:
Dies hatte ich bereits 1996 getan, nachdem der Stein Beverbruch seitens der Eigentümerin Dorothea Meyer zum Verkauf anstand und der geforderte Preis von keinem Institut/Museumaufgebracht werden konnte. Auf mein Anschreiben an unseren damaligen Ministerpräsidenten zur Unterstützung den denkmalgeschützten Meteoriten in Niedersachsen zu halten, bekam ich von der Niedersächsischen Staatskanzlei beigefügte Antwort. Vielleicht denkt man inzwischen aufgrund der steigenden populärwissenschaftlichen Publikationen zu Meteoriten und den Ereignissen von Neuschwanstein und Chelyabinsk etwas anders über derartige Objekte.  Aufgrund dieser Aktion ist man im Museumsdorf Cloppenburg allerdings nicht besonders gut auf mich zu sprechen, und ich habe das Gefühl, das diese Meinung über mich nach Oldenburg übergeschwappt ist – jedenfalls bekomme ich auf Anfragen und Hinweise keine Antworten aus dem Oldenburger Landesmuseum.

2.   die Träger „Registriertes Museum“ auf die Zustände hinzuweisen, so dass sie möglicherweise das Zertifikat verlieren bzw. es nicht verlängert wird

3.   die Presse über Umgang mit geschützten Objekten in den Museen zu informieren sowie über die Bedeutung des Zertifikats „Registriertes Museum“ aufmerksam zu machen.



Alles in so kurzer Zeit wohl nicht mehr realisierbar, Rainer, Du sagst es ja selbst! Aber der richtige Weg dennoch! Mit dem Zertifizierungsargument könnte man die Kuratoren sogar noch vorjuristisch packen - Zertifizierung ist das A und O heutzutage, und wenn diese aus Mangel an Sorgfaltspflicht versagt würde, hätte jeder Kurator ein Problem und müßte sich erklären, mit entsprechenden Konsequenzen! Aber man könnte noch drastischere Wege gehen, diese wurden auch schon aufgezeigt...

Zitat Rainer: "Falls die Bisseler Bürger diesbezüglich detaillierter Informiert sind als wir im Forum, und sie entsprechende Massnahmen einleiten (und Vertreter des Landes Niedersachsen dazu einladen), erlangt der Ort möglicherweise durch eine derartige Aktion grössere Berühmtheit, als wenn sie den Stein selbst zur Feier zeigen! Sollten die Verantwortlichen der Museen im Forum mitlesen, wäre eine direkte Stellungnahme für diese Diskussion sehr hilfreich. Leider  sind einige wenige Museumsleitungen der Meinung, dass bei derartigen „Interna“ die Allgemeinheit kein Mitspracherecht hat – doch Museen sind für die Allgemeinheit gemacht, nicht für die Selbstverwirklichung!"

Das sehe ich auch so.

Alex

PS: daß die Beteiligen hier mitlesen, wage ich zu bezweifeln, aber dieses wiederum könnte man aktiv ändern...
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am August 07, 2013, 00:19:52 vorm.
Beim Wikipedia-Eintrag über diesem Meteoriten steht unter Einzelnachweise Nr. 4 neuerdings ein Link der direkt in dieses Forum in die aktuelle Diskussion hier führt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Oldenburg_%28Meteorit%29

Bei solch guter Transparenz können sich die Beteiligten durchaus ein Bild von der Diskussion machen und gegebenenfalls Einfluss nehmen. Wir sind ja kein Geheimbund und planen auch keine Verschwörung gegen arme Museumskuratoren.

Ich werde es den Bisselern mal in ihr Gästebuch posten  :fluester:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: bolidechaser am August 07, 2013, 10:29:16 vorm.
Die spannende Geschichte um die Ausleihe und das mysteriöse Verschwinden des "Bissel" Meteoriten
ist noch um eine Facette reicher. Diese sollte hier auch erwähnt werden, um etwas mehr Transparenz
in diese hoch interessante und brisante Geschichte zu bringen:

Auf den ersten Blick mutet es ja etwas seltsam an, daß der "Bissel" Meteorit nach der Ausleihe zur
Sonderausstellung 2000/2001 nicht sofort wieder vom Oldenburger Museum zurück nach Cloppenburg
gebracht wurde - wie das üblich wäre. Dafür gibt es aber durchaus einleuchtende Gründe.

Eigentlich passt ja so ein Meteoritenstein nicht wirklich in ein Freiland-Bauernmuseum. Daher hatte
der frühere Leiter des Museumsdorfs Cloppenburg, Dr. Helmut Ottenjann, im Sommer 1995 versucht,
beide Oldenburg-Meteorite an das Oldenburger Museum (das damals noch Staatliches Museum für
Naturkunde und Vorgeschichte hieß) zu verkaufen. Sein Museumskollege, Dr. Mamoun Fansa, war an
den beiden Meteoriten sehr wohl interessiert, weil diese natürlich in sein Museum viel besser passen
würden. Er konnte jedoch den Kaufpreis, der Dr. Ottenjann vorschwebte (um damit eigene Museums-
objekte zu sanieren) nicht aufbringen. Es konnten für diesen Ankauf leider auch keine Sponsoren
gefunden werden.

Im Mai 1996 holte dann die rechtmäßige Besitzerin des "Beverbruch"-Steins (Frau Dorothea Meyer)
diese Leihgabe vom Museumsdorfs Cloppenburg ab, so daß in Cloppenburg nur noch der Meteorit
"Bissel" verblieb. Den "Bissel" hatte 1931 der Vater von Frau D. Meyer, Herr Hauptlehrer Konrad
Meyer, nämlich an das Museumsdorf Cloppenburg verkauft.

Als der "Bissel" Meteorit nun im Dezember 2000 kurzfristig zur Sonderausstellung an das Oldenburger
Museum ausgeliehen werden sollte, gab es Gespräche zwischen den damaligen Direktoren des
Museumsdorfs Cloppenburg (Dr. Uwe Meiners) und Prof. Dr. Mamoun Fansa vom Oldenburger Museum,
ob es nicht sinnvoll und möglich wäre, den "Bissel" an das Landesmuseum Natur und Mensch in
Oldenburg zu übereignen, weil es ja dorthin thematisch viel besser passen würde. Denn schließlich
gehört ein Meteorit, der den Namen "OLDENBURG" trägt, in ein Museum in der Stadt Oldenburg!

Die Formalitäten sollten nach der Sonderausstellung 2000/2001 im Detail besprochen und schriftlich
fixiert werden. Das war wohl auch der Grund, warum man damals keinen kurzfristigen Leihvertrag
erstellt hat und warum es mit der Rückgabe des Meteoriten nach Cloppenburg keine Eile hatte.

Irgendwie wurde dann aber von den Museumsleitungen in Cloppenburg und Oldenburg versäumt,
ein offizielles Übereignungsprotokoll zu verfassen.....
In Anbetracht dieser Fakten dürfte der "Bissel" erst einmal im Museum Oldenburg verblieben sein.
Dort ruhte er dann seit 2001 viele Jahre lang. Tja, bis der Meteorit Anfang 2012 schmerzlich
vermisst und in Folge dann fieberhaft gesucht wurde, weil der Kurator der Naturkundeabteilung
Dr. Ulf Beichle in seinem Oldenburger Museum wieder eine Meteoritenausstellung (ab März 2012)
plante. Doch inzwischen war der "Bissel"-Meteorit seltsamerweise im Oldenburger Museum nicht
mehr auffindbar und ist es auch nach über 18 Monate langer Suche bis heute leider nicht!

Der Rest der traurigen Geschichte ist bekannt bzw. an anderer Stelle in diesem thread nachzulesen.

Wir hoffen, daß wir damit einiges zur Aufklärung der Umstände betragen konnten, die zum Verlegen
bzw. Verschwinden des "Bissel" geführt haben.

Dieter und Gabriele
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am August 07, 2013, 11:49:08 vorm.
Danke, Dieter, für diese interessante Zusammenfassung. Das ist schon ein deutlicher
Informationsgewinn gegenüber dem bisher Gesagten.

Du schreibst: "..Irgendwie wurde dann aber von den Museumsleitungen in Cloppenburg
und Oldenburg versäumt, ein offizielles Übereignungsprotokoll zu verfassen..."

Das ist das Eine! Allerdings ist das den Kuratoren wirklich anzulasten, denn wenn man
auch sonst viel um die Ohren haben mag in so einem Job, gehört gerade bei so einem
sehr bedeutenden Objekt ein Übergang doch wenigstens minimal schriftlich dokumentiert.
Es ist schlicht grob fahrlässig, so etwas nicht zu tun, es ist eine Ohrfeige gegenüber der
Allgemeinheit, die für den Betrieb solcher Museen und deren Verwaltung aufkommen
muß. Das müssen sich die Kuratoren dann schon sagen lassen, wenn es so sein sollte.

Das Andere: so ein Kiloklotz kann doch nicht einfach "verschwinden"! Ich meine, jeder
Lebensmittelladen muß jährlich eine Inventur machen, auch ich in meinem Job bin/war
z. B. damit befaßt, jährlich hochpeinlich genau Inventarlisten der (bei uns) radioaktiven
Strahler zu erstellen und zu melden. Es kann einfach nicht angehen, daß bei einer doch
durchaus überschaubaren Zahl von Exponaten so ein Stück auf einmal nicht mehr im
Bestand existiert. Vor allem: dem Grunde nach nicht nachvollziehbar, also warum es
nicht mehr existiert! Das halte ich für eine Riesenschlamperei in der Verwaltung des
Bestands an Sammlungsstücken, und wer so etwas verantwortet, hat meiner Meinung
nach auch keinen Anspruch auf eine Zertifizierungsurkunde, denn diese beinhaltet ganz
sicher auch einen Passus über eine sorgfältige und regelmässige Überprüfung des
vorhandenen Bestands, und behaupte bitte niemand, das sei erst seit kurzem so. Ganz
offensichtlich wurde jahrelang der Bestand ganz einfach nicht überprüft, mit dem jetzigen
traurigen Ergebnis, etwas anderes kann man aus dem Befund nicht schliessen.

Ich hoffe, da tut sich nun etwas, das kann und darf man so nicht auf sich beruhen lassen
und einfach aussitzen, oder es als rein interne Sache behandeln, wie man es offenbar dem
Rainer gegenüber signalisiert hat...

Alex

[PS: vielleicht liegt der Stein noch in irgendeiner vergessenen Ecke, oder er taucht in einer
solchen einfach wünschenswert auf bei einer erneuten gründlichen Überprüfung aller infrage
kommenden Räumlichkeiten...]
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: bolidechaser am August 07, 2013, 16:59:26 nachm.
Du hast vollkommen recht, Alex,

in beiden Museen wurde hier in der "causa Bissel" offensichtlich fahrlässig gehandelt und es
wurde die kuratorische Sorgfaltspflicht vehement verletzt!

Der Kurator einer Sammlung sollte ja die ihm anvertrauten Exponate bewahren und pflegen.
Und dazu gehört schliesslich auch eine regelmäßige Inventur.

Tja, da haben es die Meteorite in unseren privaten Sammlungen eindeutig besser!  :super:
Unsere Meteorite werden immer wieder angesehen und mit der aktuellen Sammlungsliste
verglichen.

Man fragt sich wirklich, wofür diese Museen eine Zertifizierungsurkunde bekommen haben,
wenn ÜBER ZEHN JAHRE HINWEG im Museumsdorf Cloppenburg keinem aufgefallen ist, daß
ein Denkmal-geschütztes Objekt wie der "Bissel" fehlt und wenn im Landesmuseum Natur
und Mensch in Oldenburg niemand gemerkt hat, daß da ein höchst wertvolles Meteoriten-
Exponat, das nicht zum hauseigenen Inventar gehört, immer noch herum liegt...

Sollte in beiden Häusern wirklich über 10 Jahre lang keine Inventur gemacht worden sein?

Auch von der grünen Holzschatulle, in welcher der "Bissel" Ende 2000 von Cloppenburg
nach Oldenburg transportiert wurde, fehlt übrigens jede Spur.

Immerhin hat uns der Direktor des Oldenburger Museums versichert, daß dieser inzwischen
eine "ehrenamtliche Kraft mit der Nachsuche [nach dem "Bissel"] beauftragt hat, welche
die Restauratorin des Museums nach Kräften unterstützt".

Hoffen wir auf baldigen Fund-Erfolg.

Dieter und Gabriele
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am August 07, 2013, 17:14:34 nachm.
... und wenn im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg niemand gemerkt hat,
daß da ein höchst wertvolles Meteoriten-Exponat, das nicht zum hauseigenen Inventar
gehört, immer noch herum liegt...

Viel schlimmer doch noch --> auf einmal NICHT mehr herum liegt...

Offensichtlich wurde dort jahrelang keine Inventur nach zeitgemässen Regeln gemacht,
denn sonst wäre das doch schon viel früher aufgefallen! Das ist ein Vorwurf, den sich
der Kurator anhören muß und auf den er eine Antwort geben sollte, die doch nicht nur
ich erwarte, sondern jeder, der dort Besucher ist. Wobei ich nicht weiß, ob der aktuelle
Kurator in einer Verantwortung stand auch in den Jahren zuvor. Dazu muß man aber stehen
im Namen der Einrichtung, notfalls der Träger der Institution, falls man einen früheren Kurator
nicht mehr erreicht! Gilt für die Oldenburger ebenso wie auch für das Museumsdorf Cloppenburg.
Sonst hat ein Zertifikat keinen Wert. Die Verantwortlichen werden sich auch nicht darauf hinaus
reden können, daß Zertifikate erst jetzt nach neuen Regeln erstellt werden. Sorgfaltspflichten
gab es schon immer, für alles und insbesondere im Umgang mit Fremdeigentum!

Trauerspiel, völlig ohne Ruhm und Ehre für die Verantwortlichen...
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am August 07, 2013, 17:46:06 nachm.
Verantwortlich für alle Museen (staatliche und nichtstaatliche) ist das Niedersächische Ministerium für Wissenschaft und Kultur,
vertreten durch

Ministerialdirigentin Dr. Anette Schwandner
Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Leibnizufer 9
30169 Hannover

Telefon: 0511-120-2571.

Falls die Dame noch nicht über diesen Fall Bescheid weiß, wird es höchste Zeit sie zu informieren. Als zuständige Ministerialdirigentin und Ehefrau des Oldenburger Oberbürgermeisters kann sie es sich nicht erlauben, dass unter ihrer Führung ein solch wertvolles Naturdenkmal verschlammt worden ist.
Mit Sicherheit wird sie alles tun, damit der Stein schnellstmöglich wieder da ist...

 :hut:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: bolidechaser am August 07, 2013, 19:32:36 nachm.
Hallo Alex,

um Deine Frage nach den verantwortlichen Kuratoren in den zwei Häusern
gleich zu beantworten:

Im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg war und ist bis heute Herr
Dr. Ulf Beichle Kurator der Abteilung Naturkunde. Er war verantwortlich für
die Meteoritensonderausstellung 2000/2001 (in welcher der "Bissel" zuletzt
öffentlich zu sehen war) und hat auch im Jahr 2012 die Meteoritensonder-
ausstellung bestückt.

Direktor im Oldenburger Museum war 2000/2001 Prof. Dr. Fansa. Seit dem
Herbst 2011 ist Prof. Dr. Peter-Rene Becker Direktor des Museums Oldenburg.

Im Museumsdorf Cloppenburg war sowohl im Jahr 2000 als auch heute der
verantwortliche Direktor Prof. Dr. Uwe Meiners.

Gruß

Dieter
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: bolidechaser am August 07, 2013, 19:43:54 nachm.
Hallo Norbert,

im Niedersächischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gibt es
sogar zwei Referate, in deren Ressort die "causa Bissel" fallen würde:

Referat 34: Museen, Bildende Kunst
Frau Dr. Kathrin Höltge
Telefon: 0511-120-2561.

Referat 35: Denkmalpflege, Schutz von Kulturgut
Frau Dagmar von Reitzenstein
Telefon: 0511-120-2562.

Alex (DAG648), Du schreibst doch gerade an einem Buch über die Meteorite Nieder-
sachsens. Könntest Du da nicht einmal offiziell beim Denkmalpflege- und Kulturgut-
Referat 35 anfragen, wie es denn um den kleineren OLDENBURG Meteoriten steht?

Gruß

Dieter und Gabriele
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am August 07, 2013, 20:25:36 nachm.
Kleiner Nachklapp von mir: ich habe die Meteoritensonderausstellung 2012 in
Oldenburg besucht und fand die auch gut gemacht! Schön zudem, nochmals
den dort im Rahmen einer Wanderausstellung gezeigten Chevy von Michelle
Knapp zu sehen, in den der "Peekskill"-Meteorit reingerasselt ist. Wenn ich
mich recht entsinne, war der Jahre zuvor schon mal in München zu sehen und
reist seither um die Welt. Das haben die Oldenburger gut organisiert, und dafür
gebührt ihnen auch zweifellos grosses Lob, aber was dort mit dem "Bissel"-Stück
passiert ist, nötigt mir doch großes Kopfschütteln und völliges Unverständnis ab.
Ich hoffe, es findet sich gerade rechtzeitig noch auf, und vielleicht liegt es dann
einfach da in irgendeiner Ecke, in die niiie jemand zuvor geguckt hat, rein zufällig...

Die Hoffnung stirbt zuletzt, es darf sich jedenfalls keiner der Verantwortlichen darauf
verlassen, daß dieses jetzt einfach ausgesessen wird und in Vergessenheit gerät.

Alex

Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am August 22, 2013, 11:09:38 vorm.
Heute in der Nordwest-Zeitung:

Der Stein, der vom Himmel fiel . . .

Ein Dorf sucht einen Meteoriten

http://www.nwzonline.de/kultur/weser-ems/der-stein-der-vom-himmel-fiel-der-stein-der-vom-himmel-fiel_a_8,3,523542290.html

 :hut:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: ironsforever am August 22, 2013, 12:26:01 nachm.
Zitat
Professor Meiners allerdings sagt: „Ich gebe die Hoffnung noch nicht auf.“ Dann wird sein Ton schärfer: „Aber eines sage ich ganz klar: Ein solches Stück zieht man nicht im Bollerwagen durch die Gegend! Für einen solchen Zweck würden wir es nicht zur Verfügung stellen.“

Äußerst peinlich, dass einer der am Verlust (Mit-)Verantwortlichen nun gegen Dieter Heinlein poltert. Offenbar will man so ablenken vom Problem, dass man in dem Museums-Verhau nix mehr findet :unfassbar:

Anlässlich der Bollerwagen-Aktion von Dieter wurde der Stein Beverbruch meines Wissens nicht beschädigt (ich bezweifle stark, dass Dieter den Stein ungeschützt durch den Regen zog, wie es im Bericht anklingt). Durch die Bollerwagen-Aktion ist er auch nicht verloren gegangen. Ganz im Gegenteil: Das öffentliche Interesse war gerade aufgrund dieser ungewöhnlichen und "volksnahen" Aktion groß.

Statt Nebelkerzen zu zünden, sollte sich Prof. Meiners besser ins Archiv begeben und auch erklären, warum es "keinen Vorgang mehr" über eine Übergabe gibt. Bislang gibt's ja nur eine "Erklärung" über den Verlust des Steins ("kann passieren..."). Nicht nur Bissel ging verloren, sondern darüber hinaus auch die Dokumentation über Verfügungen, die man üblicherweise zu führen hat.  :neenee:

Gruß,
Andi :prostbier:

Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: rbartoschewitz am August 22, 2013, 22:43:49 nachm.
Vielleicht sollte Herr Dr. Meiners, bevor er alle "Schuhkartons" durchsucht, doch mal in den Tresor im Büro sehen - dort hatte Dr. Ottenjann die Stücke vor 20 Jahren sicher verwahrt!

Gruss,

Rainer
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am August 23, 2013, 02:52:43 vorm.
Der gestrige Artikel in der Nordwest-Zeitung (22.08.13) war auf einer ganzen Seite, und das in der
Landesausgabe, sehr gut, das lesen über 1,2 Mio. Menschen. Ich hoffe jetzt kommt endlich Bewegung in die Sache.

Das Dorf Bissel hatte noch nie so eine Bekanntheit, ist ja auch eine schöne Werbung für das seltene Dorf und die armen Meteoritenwaisen.
Vom 30. August - 1. September feiern sie ihr großes Fest, leider wohl ohne ihren Identitätsstifter, wenn nicht noch ein Wunder geschieht.  :crying:
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am August 24, 2013, 12:28:03 nachm.
Dazu habe ich heute einen Leserbrief an die Nordwest-Zeitung geschrieben.
Mal sehen, ob die den veröffentlichen...
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am August 28, 2013, 11:49:25 vorm.
Wäre ja nett, gsac, wenn du hier deinen Leserbrief an die Nordwest-Zeitung auch veröffentlichen würdest.
Bisher ist in der Zeitung noch nichts erschienen.  :nixweiss:

Gruß aus Oldenburg  :hut:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am August 29, 2013, 14:15:23 nachm.
Wäre ja nett, gsac, wenn du hier deinen Leserbrief an die Nordwest-Zeitung auch veröffentlichen würdest.
Bisher ist in der Zeitung noch nichts erschienen.  :nixweiss:

Gruß aus Oldenburg  :hut:


Ich kopiere den hier hin, sobald er tatsächlich erschienen ist. Er wird erscheinen
(am Samstag?), da mich die Redaktion heute hier in Berlin angerufen hat, um zu
verifizieren, daß ich auch tatsächlich der Leserbriefschreiber bin. Sie wollen ihn
ungekürzt veröffentlichen. Bitte noch etwas Geduld...

Grüße aus dem Büro,
:hut: Alex
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am August 29, 2013, 18:13:02 nachm.
OK, jetzt bin ich wieder zu Hause und habe Zugriff zum Text. Nächste Woche
habe ich nur sehr wenig freie Zeit, deshalb kopiere ich es jetzt doch schon mal
hin:

Als langjähriger privater Meteoritensammler habe ich diese Geschehnisse
aufmerksam verfolgt. Ich halte es für einen Skandal, daß dieser wertvolle
Meteorit, ein denkmalgeschütztes Objekt, trotz langer, intensiver Suche
offensichtlich in der Oldenburger Museumslandschaft unauffindbar ist. Auch
wird nicht ganz klar, daß der Verlust wohl nicht allein den Cloppenburger
Besitzern des Steins anzulasten ist, sondern daß auch das Oldenburger Museum
stark in der Kritik steht. Jetzt wird diskutiert, ob es ok war, den
"Beverbruch"-Meteoriten im Leiterwagen durchs Dorf zu ziehen. Ich kenne Herrn
Heinlein, der diese Aktion gemacht hat, seit Jahrzehnten sehr gut, seine
Reputation als einer der bekanntesten deutschen Privatsammler von Meteoriten
ist unbestritten. Der Meteorit wurde bei der Aktion gegen Witterungseinflüsse
geschützt und hat ganz gewiß keinen Schaden dabei genommen. Abgesehen davon
würde ich den Bisselern sehr wünschen, daß "ihr" Meteorit noch rechtzeitig
zum Fest von einem der Kuratoren der beteiligten Museen aufgefunden wird.

Alexander Seidel, Stade/Berlin

Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am September 04, 2013, 20:33:27 nachm.
Heute habe ich das von mir erbetene Belegexemplar der Nordwest-Zeitung
erhalten. Es wurden im Leserforum drei Leserbriefe abgedruckt, meiner, ein
Leserbrief von unserem "karmaka" und ein Leserbrief von Otto König aus
Beverbruch, der sich ebenfalls bitterlich beschwert. Vielleicht kann Martin
auch noch kurz hier einstellen, was er zur Sache geschrieben hat.

Die Leserbriefe sind leicht gekürzt, aber die Verkürzungen sind mit einem (...)
gekennzeichnet, also ist alles völlig in Ordnung.

Die Überschrift über den drei Leserbriefen lautet etwas traurig "Wertvoller
Meteorit für immer verloren", aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt
und vielleicht wird der Stein irgendwann tatsächlich noch aufgefunden, wie
es bei so manch wertvollen Gemälden auch gelegentlich der Fall war, selbst
wenn diese zuvor gestohlen wurden...

Die Kuratoren, die hier vielleicht mitlesen, sind und bleiben jedenfalls in der Pflicht,
hier für Klarheit zu sorgen nach all den Fahrlässigkeiten, die sie zu verantworten
haben. Professionelles Handeln, welches man eigentlich bei solchen Positionen
als selbstverständlich voraussetzen sollte, sieht anders aus als das, was wir
in dieser Causa zu unserem Entsetzen erfahren mußten!

Alex
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: karmaka am September 04, 2013, 21:35:09 nachm.
Hallo Alex,

danke für den Hinweis, denn ich hatte seit dem 29.8. nichts mehr von der Redaktion gehört
und ein von mir ebenfalls erbetenes Belegexemplar ist noch nicht eingetroffen.
Wann wurden die Leserbriefe denn veröffentlicht?

Hier ist mein ungekürzter Text:

Zitat
Ich bin sehr dankbar, dass Sie sich der immer noch ergebnislosen Suche nach dem Bissel-Fragment des Oldenburg-Meteoriten journalistisch annehmen. Ich denke, es ist endlich an der Zeit, dass die gesamte Tragweite dieses ‚Skandals‘ ins öffentliche Bewusstsein gehoben wird.
Bei dem 4,85 kg schweren Bissel-Fragment des Oldenburg-Meteoriten handelt es sich immerhin um ein denkmalgeschütztes Objekt, das Eigentum des Landes Niedersachsen ist. Wenn dann ein hilflos wirkender Prof. Dr. Herr Meiners mit dem Satz zitiert wird, dass der Meteorit ,hier irgendwo sein m[ü]ss[e]‘, stellt sich bei mir das ungute Gefühl ein, dass hier im Museumsdorf Cloppenburg ein denkmalgeschütztes Objekt bisher völlig unsachgemäß kuratiert wurde, wenn es denn im Jahre 2001 nach der Ausstellung im Landesmuseum in Oldenburg überhaupt jemals wieder zurückgegeben wurde. Und hier ist der nächste skandalöse Sachverhalt: es gibt offenbar keine schriftliche Dokumentation zwischen dem Landesmuseum Oldenburg und dem Museumsdorf Cloppenburg über die Ausleihe und Rücküberführung des Bissel-Meteoriten. Wie ist das bei einem Objekt möglich, das mit der Nummer 72 auf der Denkmalschutzliste des Oldenburgischen Landes steht? Es ist also sehr gut vorstellbar, dass sich das Bissel-Exemplar immer noch im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg befindet, ohne dass dies bis 2012 dem zuständigen Kurator bekannt war. Regelmäßige Inventuren im Laufe eines Jahrzehnts müssen zumindest für denkmalgeschützte Objekte in einem zertifizierten Museum eine Selbstverständlichkeit sein. In diesem Zusammenhang ist es sicherlich dringend geboten Hr. Dr. Beichle, den Kurator der Abteilung Naturkunde im Landesmuseum Natur und Mensch in Oldenburg, sowohl von ministerieller als auch journalistischer Seite zu befragen, denn er muss als Kurator bereits bei der Meteoriten-Sonderausstellung zum Jahreswechsel 2000/01 für die Aufbewahrung und Überführung des Bissel-Meteoriten zuständig gewesen sein. Auch Herr Dr. M. Fansa, von 1995 bis 2011 Leitender Direktor des Landesmuseums in Oldenburg, sollte dem Ministerium sowie der Öffentlichkeit gegenüber erklären, was er über diesen Sachverhalt weiß.
So sehr man den Bewohnern des Dorfes Bissel die Präsentation ihres Meteoriten anlässlich der 200-Jahr-Feier ihres Dorfes am 30.8.13 auch gönnt, geht es doch hier um weit mehr als dies. Dieser Skandal um ein wichtiges denkmalgeschütztes Objekt darf auch nicht nur das Interesse von ‚Meteoritenfans‘ erregen, sondern muss dringend von Frau Ministerialdirigentin Dr. Anette Schwandner sowie von Seiten der zuständigen Referate des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur konsequent verfolgt werden. Die Referatsleiterinnen der Referate 34 und 35 sind aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass die Angelegenheit nicht ‚unter den Teppich‘ bzw. ‚auf die lange Bank‘ geschoben wird, sondern entsprechend der kulturellen und wissenschaftlichen Bedeutung des denkmalgeschützten Bissel-Meteoriten allerhöchste Priorität besitzt.
Es ist doch einfach nicht möglich, jemandem Glauben zu machen, dass ein so bedeutendes Objekt bei ‚intensivster Suche‘ nicht innerhalb von 18 Monaten wiedergefunden werden kann. Die Tatsache, dass die Verantwortlichen das Bissel-Fragment immer noch nicht gefunden haben, nährt den Verdacht, dass sich der Meteorit weder im Landesmuseum in Oldenburg noch im Museumsdorf Cloppenburg befindet. Nun weiß man seit längerer Zeit auch über den hohen materiellen Wert meteoritischer Materie. Meines Erachtens sollte von höchster ministerieller Stelle dringend die Frage geklärt werden, ob hier eventuell ein denkmalgeschütztes Objekt von hoher kultureller und wissenschaftlicher Bedeutung im Verlauf der letzten 12 Jahre ‚unter der Hand‘ verschenkt oder veräußert worden ist, oder ob dies definitiv ausgeschlossen werden kann. Ich denke ebenfalls, dass es sich hier um eine Angelegenheit handelt, mit der sich eine Staatsanwaltschaft befassen muss. Auch deshalb möchte ich Ihre Redaktion bitten, diese Angelegenheit weiterhin intensiv journalistisch zu verfolgen. Auch Frau Ministerialdirigentin Dr. Anette Schwandner fordere ich hiermit explizit auf, sich dieser Angelegenheit dringend anzunehmen und die niedersächsische Öffentlichkeit zu informieren, denn die hat ein Recht die aktuelle Sachlage nun endlich zu erfahren.
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am September 04, 2013, 21:52:04 nachm.
Wann wurden die Leserbriefe denn veröffentlicht?

In der Samstagsausgabe, am 31.08.2013.
:hut: Alex
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: lithoraptor am September 05, 2013, 00:58:09 vorm.
Moin Martin!

Dein Leserbrief bringt es sehr schön auf den Punkt. Möchte fast sagen, dass er sehr "saftig" ist. Auf alle Fälle sollte er gewisse Leute zum Nachdenken und Handeln (was ungleich wichtiger ist) anregen...

Gruß

Ingo
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: karmaka am September 06, 2013, 20:16:14 nachm.
Unten ist noch der Scan der veröffentlichten Leserbriefe aus der Nordwest-Zeitung vom 31.8.13  zu sehen.

Vielen Dank, Alex!

Wie du siehst, Ingo, wurden die Texte vor dem Druck 'entsaftet'....
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am September 06, 2013, 20:49:33 nachm.
Unten ist noch der Scan der veröffentlichten Leserbriefe aus der Nordwest-Zeitung vom 31.8.13  zu sehen.

Vielen Dank, Alex!

Wie du siehst, Ingo, wurden die Texte vor dem Druck 'entsaftet'....


Ich möchte empfehlen, den Link dieses Threads an die genannten Herrschaften im
Kultusministerium zu schicken. Da aber damit zu rechnen ist, daß dort Verlinkungen
auf ein Privatforum evtl. nicht ausreichend gewürdigt werden, möchte ich zusätzlich
unbedingt empfehlen, daß Martins ausführliches Statement gesondert noch mal dorthin
verschickt wird, mit der klaren Aufforderung, sich dieser Sache auch tatsächlich zu
widmen, denn es mag zwar eine Provinzposse sein, aber es geht nicht um eine Lappalie.
Letzlich geht es um den (in diesem Fall fahrlässigen) Umgang mit denkmalgeschützten
Objekten, und da sollte der Bürger/Steuerzahler hellhörig werden. Es kann jedenfalls auf
gar keinen Fall angehen, daß sowohl in Cloppenburg als auch in Oldenburg weiter vor sich
hingewurstet wird, wie es offenbar in dieser Causa der Fall war. Zertifizierte Institute
dürfen sich solche Dinge einfach nicht leisten, und auch wenn es sowieso schon peinlich
genug sein mag für die Kuratoren: man darf dort jetzt nicht etwa auf friedliches Aussitzen
der ganzen Angelegenheit hoffen. Gras gehört geschnitten, bevor es über die Dinge wächst,
da bin ich (ausnahmsweise) mal konservativ in meiner Grundhaltung als Naturgartenliebhaber,
der die Dinge ansonsten im Wildwuchs lieber sprießen sieht...

Alex
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: rbartoschewitz am September 09, 2013, 19:53:58 nachm.
Was haltet ihr von einer Petition der Forums-Mitglieder, erweitert um andere Interessierte (z.B. Bisseler u.a.) und der IMCA, polnischen und britischen Meteoritengesellschaft, etc.? Es müsste nur jemand in dei Hand nehmen und eine entsprechende Petition verfassen, Unterschriften dafür könnte dann jeder von uns zusamentragen und ich denke, es würden nicht wenige sein! Ich denke damit würde der Stellenwert für Meteorite auch hier in Niedersachsen aufgewertet und der Braunschweiger ins rechte Licht gerückt!

Gruss,

Rainer
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am September 09, 2013, 20:29:23 nachm.
Super Idee Rainer  :super:

Über Facebook sind die meisten hier ja schon weltweit vernetzt.

Wer nimmt es in der Hand?  :fluester:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: bolidechaser am September 12, 2013, 09:43:02 vorm.
Hallo Rainer,

Deine Idee mit der Petition finde ich sehr gut. Könntest Du Dich bitte mit der
Formulierung dieses Petitionstextes befassen?

Ich habe am Sonntag übrigens einen Brief an die Ministerialdirigentin Frau Dr.
Annette Schwandner verfaßt und mit diversen Anlagen (z.B. Originaltexte der
NWZ Leserbriefe von Martin und Alex) ans Ministerium in Hannover gesandt.
Somit ist das Kulturreferat des niedersächsischen Ministeriums schon einmal
offiziell über die causa Bissel in Kenntnis gesetzt.

Es wäre gut, wenn die Petition von einem anderem Forumsmitglied, z.B. von
Dir, Rainer, als langjährigem Mitglied der Meteoritical Society, ausginge.

Beste Grüße

Dieter
 




Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: rbartoschewitz am September 12, 2013, 20:51:25 nachm.
Hallo Dieter, hallo Forum,

prinzipiell würde ich es schon machen, doch ich habe zurzeit so viele andere Dinge zu tun, dass ein anderes Forumsmitglied die Petitionsformulierung übernehen - ich bin gern bereit daran mitzuarbenten. Um Erfolg zu haben, muss sie sehr gut durchdacht und formuliert sein, möglichst in deutsch und englisch, so dass wir internationale Unterstützug bekommen! Im Forum haben wir ja einige Mitglieder, die in der Lage sind eine rechtlich suabere und nicht angreifbare Formulierung zu Papier zu bringen.

Viele Grüsse,

Rainer
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am November 29, 2013, 14:06:51 nachm.
Das Jahr neigt sich dem Ende, der Meteorit ist nicht gefunden.

"Vom spurlosen Verschwinden eines Meteoriten" titelte gestern der NDR:

http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/oldenburg/meteorstein101.html

 :unfassbar:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: ironsforever am November 29, 2013, 15:58:30 nachm.
Das Jahr neigt sich dem Ende, der Meteorit ist nicht gefunden.

"Vom spurlosen Verschwinden eines Meteoriten" titelte gestern der NDR:

http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/oldenburg/meteorstein101.html

 :unfassbar:

Zitat
"Dennoch müssen wir derzeit davon ausgehen, dass er auch entwendet worden sein kann."

Recht logisch, die Erklärung von Hr. Meiners! Wenn was nicht mehr da ist, kann es "auch entwendet worden sein"! Lustig in diesem Zusammenhang ist der Gebrauch des Wörtchens "auch", denn es impliziert andere Möglichkeiten des Verschwindens.

Welche Alternativen des Verschwindens kämen denn noch in Betracht? Wegfliegen, Weglaufen, sich Verflüssigen oder Vergasen? Diese Möglichkeiten können bei Meteoriten im Allgemeinen als Ursache ausgeschlossen werden. Museumsbrand, Blitzeinschlag, Flut, Geröll-Lawine und sonstige Naturkatastrophen? In diesem konkreten Fall wohl auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen.
Die Putzfrau, die schon die Fettecke von Beuys fachgerecht entsorgte?  :einaugeblinzel: Absurd. Viel mehr fällt mir jetzt nicht ein.

Beleuchten wir also die einzig denkbare Erklärung des Verschwindens einer Sache gegen den Willen des Eigentümers/Verwalters etwas genauer: Der Duden definiert den Begriff des "Entwendens" wie folgt: "Unter Ausnutzung einer Gelegenheit unbemerkt wegnehmen und [mühelos] an sich bringen." Wenn Hr. Meiners ein "Entwenden" vermutet, muss er doch auch Stellung dazu nehmen, wie sich in (s)einem Museum eine Gelegenheit bieten kann, ein Exponat mühelos und unbemerkt an sich zu bringen.

Nimmt man es bei der Verwahrung von Exponaten etwa auch nicht so genau wie bei der (unterlassenen!) Dokumentation von Übergaben an andere Institutionen?

Auf die unsägliche Geschichte des Verschwindens von Bissel folgt die nicht minder unsägliche Geschichte vom spurlosen Verschwinden jeglicher Verantwortung :peinlich:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: DCOM am November 29, 2013, 16:48:58 nachm.
Zitat von: ironsforever
Welche Alternativen des Verschwindens kämen denn noch in Betracht? Wegfliegen, Weglaufen, sich Verflüssigen oder Vergasen? Diese Möglichkeiten können bei Meteoriten im Allgemeinen als Ursache ausgeschlossen werden.

 :lacher: 

Prima Kommentar, Andi!  :super:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: speul am November 29, 2013, 18:11:16 nachm.
Zitat
Welche Alternativen des Verschwindens kämen denn noch in Betracht? Wegfliegen, Weglaufen, sich Verflüssigen oder Vergasen? Diese Möglichkeiten können bei Meteoriten im Allgemeinen als Ursache ausgeschlossen werden. Museumsbrand, Blitzeinschlag, Flut, Geröll-Lawine und sonstige Naturkatastrophen? In diesem konkreten Fall wohl auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszuschließen.

nun, es gibt da noch die Interpretation des 3. Hauptsatzes der Thermodynamik: Entropie als Wahrscheinlichkeit. Irgendwann muß es ja mal passieren, dass sich ein Meteorit spontan wieder von der Erde entfernt. Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Wir sollten den Herrn loben und preisen, dass wir es in unserer Lebzeit erleben durften. Nicht persönlich, aber doch können wir sagen: Ja, damals als der Oldenburg wieder in den Himmel zurückflog ...............................................................

der, den man den Speul nennt
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: herbraab am November 30, 2013, 10:44:37 vorm.
Welche Alternativen des Verschwindens kämen denn noch in Betracht? Wegfliegen, Weglaufen, sich Verflüssigen oder Vergasen?

Man hätte den Oldenburger wohl - wie damals den Aerolithen von Ensisheim - in eiserne Ketten legen sollen, damit er nicht wieder dorthin verschwindet, von wo er gekommen ist.

:hut:
Herbert
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am November 30, 2013, 13:46:07 nachm.
Zumindest eine Daueraustellung in einer für die Öffentlichkeit zugänglichen Vitrine hätte die eisernen Ketten ersetzt...

Es gibt noch eine weitere Alternative zum Verschwinden des Meteoriten,
außer Diebstahl, Wegfliegen, Weglaufen, sich Verflüssigen oder Vergasen,
nämlich: SCHLAMPEREI!   :bid:

Was macht die Petition - rbartoschewitz und bolidechaser? Ich bin gerne mit meinen Möglichkeiten dabei behilflich.

Beste Grüße  :winke:



Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: karmaka am Dezember 02, 2013, 17:28:09 nachm.
Der Gast Gedanke dachte gestern diese desillusionierenden Gedanken bei der Lektüre des NDR-Artikels:

Zitat
Hoffentlich wars nicht der Hausmeister, versehentlich beim Bauschuttentsorgen. Fettecke, ick hör dir trapsen. Wie dem auch sei - schade drum. Als Laie würde man annehmen, über so ein wertvolles Objekt und seinen Aufenthaltsort wird stets penibel Buch geführt, scheinbar ist das aber nicht so?

Würde man wahrlich annehmen!!!
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: rbartoschewitz am Dezember 02, 2013, 22:41:00 nachm.
Hallo,

ich habe zwar erwähnt, dass eine Petition etwas Bewegung in die Geschichte bringen könnte, doch ebenfalls darauf hingewiesen, dass mir momentan die Zeit fehlt. Norbert, vielleicht kannst du als fast getroffener die Petition "in die Hand" nehmen. Wie gesagt, ich unterstütze gern und sicherlich auch einige andere des Forums!

Viele Grüsse,

Rainer
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Dezember 04, 2013, 01:01:36 vorm.
"Fast Getroffener" klingt gut, wie alt hältst du mich? Mitte 80 bin ich noch nicht.  :einaugeblinzel:

Petition für Bissel kann ich im Moment aus gesundheitlichen Gründen nicht machen, weiß auch gar nicht wie das geht.

Beste Grüße aus Oldenburg, kaum 30 Meter von Benthullen und vielleicht Bissel entfernt.. :gruebel:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: DAG648 am April 25, 2014, 21:20:15 nachm.
Hallo liebe "Oldenburg-Interessierte",

heute erhielt ich einen Zeitungsausschnitt, und stellte mit Erstaunen fest, das der "Oldenburger" im Nachgang seines Falles sogar zu einem Gedicht verarbeitet worden ist. Leider enthält der Ausschnitt keinerlei Infos oder Vermerke über die Zeitung und den Erscheinungstermin (das bekomm ich aber hoffentlich auch noch raus), ich gehe aber davon aus dass dieser definitiv aus dem Falljahr stammt, vermutlich relativ kurze Zeit nach dem Ereignis.

Hier der Text des Gedichts in Gänze, den ich schnell mal abgeschrieben habe:

>>
Geruhig war mit seinen Schafen
Der Schäfer Bley beim Mittagsschlafen,
Im Saterland bei Beverbruch. –
Mit einem Mal herunterschlug
In seinen allerliebsten Traum
Ein Meteor vom Weltenraum –
Mit Sausen, Surren, Erdgezitter,
Mit Sturmgebraus und Dreckgeschitter;
Es fiel herab ganz nahe bei.
Da ist dem Schäfer Klemens Bley
Für einen Augenblick, (‘nen langen!)
Das Hören und das Sehn vergangen,
Ihm blieb, wie man wohl sagt, vor Schreck
Buchstäblich seine Spucke weg,
Indes die Schaf- und Lämmerherde
Mit aufgeregt gerecktem Steerte
Wild birsend durcheinander rauschte,
Laut blökend seine Meinung tauschte:
So’n Meteor, zwar schaurig schön –
Wie leicht kann das in’s Auge gehn. –
Es folgte diesem Donnerschlag
Jedoch ein weiterer nicht nach.
Da hat der Schäfer Bley zuletzt
Sich aufgerafft und aufgesetzt.
Er starrte in das Loch hinein,
Das aufgewühlt vom Himmelsstein,
Sodann er seine Schafe zählte,
Und siehe, keins von ihnen fehlte.
Er hatte alle sie behalten,
So blieb es weiterhin beim Alten. –

Ob ähnliches wohl auch der Fall
Nach dieser letzten Reichstagswahl,
Die ganz so wie das Meteor,
Auch so ein “Schlag war in’s Kontor”?
<<

Beste Grüße zum Wochenende,
Alex
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Mettmann am April 29, 2014, 12:33:32 nachm.
Hallo Alex,

wirklich eine herrliche Trouvaille - Vielen Dank dafür!

Sehe gerade in dem Thread noch gar nicht den äußerst peniblen Fall- und Fundbericht von Buttel-Reepen aus dem Oldenburger Jahrbuch des Vereins für Altertumskunde und Landesgeschichte, Band 34, 1930 verlinkt. Den gibts nämlich digitalisiert hier:

http://www.lb-oldenburg.de/pdf_oldenburger_jahrbuch/34_1930.pdf  (ab Seite 101).

Mit Photos, wie gut Bissel und Beverbruch zusammenpassen und dem Loch, das der Beverbruch geschlagen hat.
(tststs, Meteoritenhandel ist ja ein neues Phänomen... ich sag nur: Hannoveraner Reflektant!)

Wenn man schaut, bei den Literaturangaben, war der Fall schon nach wenigen Tagen in den lokalen Zeitungen.
Ist am 10.September 1930 gefallen,
am 11.,13. und 19. hat die Wildeshausener Zeitung schon darüber berichtet, in den Ausgaben Nr. 216, 219 und 228
am 12. und 19. Oldenburger Volkszeitung, Nr.212 und 218
sowie am 13. und 16. die Nachrichten für Stadt und Land Oldenburg, Nr.249 und 252
und wiedrum am 19.  die Münsterländische Tageszeitung, Nr.218.

Vielleicht findest Du das Gedicht in einem dieser Blätter in der Woche nach der Wahl,
und, es kann nur, - es ist ja wirklich ein feines satirisches Gedicht voller Anspielungen:
der Schäfer, der ins Loch schaut; die Schafe mit dem aufgerecktem Steerte, wild birsend; das Dreckgeschitter...
nur die Reichstagswahl vom 14.September 1930 sein.

.........


Hast noch der Vollständigkeit halber den Autor des Gedichts?

 :super:
Mettmann 
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: DAG648 am Mai 13, 2014, 16:14:30 nachm.
Hallo Mettmann,

unter dem Gedicht ist nur das Wort "Loki" angegeben, welches wohl den Autor (bzw. sein Pseudonym) darstellen soll.

Grüße,
Alex
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: gsac am Mai 13, 2014, 21:06:55 nachm.
unter dem Gedicht ist nur das Wort "Loki" angegeben, welches wohl den Autor (bzw. sein Pseudonym) darstellen

Die Frau Schmidt hatte allerlei, vor allem botanische, Interessen, sie wird´s aber sicher nicht gewesen sein...
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: DAG648 am Mai 13, 2014, 21:37:25 nachm.
vermutlich nicht, sie wäre da auch erst 11 Jahre alt gewesen :smile:
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: bolidechaser am September 10, 2014, 07:17:12 vorm.
:winke: Guten Morgen, Meteoritengemeinde,

heute vor 84 Jahren sind die zwei Oldenburg Meteorite in der Nähe von Beverbruch und Bissel eingeschlagen.
Solche Erdenlandungstage feiern wir in der Familie Heinlein in Augsburg natürlich gebührend. Wir haben uns
vergewissert, dass zumindest der "Bevi" noch da ist und zur METEORITEN Sonderschau auf den Münchner
Mineralientagen (24. bis 26. Oktober 2014) zur Verfügung steht.
https://munichshow.com/

JETZT wäre die letzte Chance, nochmals intensiv nach dem verschollenen Bruder "Bissel" zu suchen!
Ansonsten müsste der für den Bissel vorgesehene Platz in der Vitrine bedauerlicherweise leer bleiben.   :traurig:

Unserem "Bevi" senden wir hiermit herzlichen Glückwunsch zum heutigen Gedenktag
und freuen uns darauf, viele von euch Ende Oktober in München zu treffen!

Dieter mit Familie

Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: bolidechaser am Oktober 11, 2014, 16:54:20 nachm.
Im Themenbuch „Meteoriten“, das auf der Münchner Mineralienmesse 2014 (und auch im Versandhandel) erhältlich ist, wird die spannende Geschichte der beiden Fragmente des Oldenburg-Falles ausführlich beschrieben. Unter dem Titel „Oldenburg-Bissel: Kostbares Kulturgut in Niedersachsen verschollen“ habe ich die Story um „Beverbruch“ und „Bissel“ auf 15 Buchseiten, mit 25 Abbildungen, detailliert niedergeschrieben.

https://munichshow.com/the-munich-show/shop/messekataloge/

Das „Beverbruch“ Stück wird auf den Münchner Mineralientagen in der Sonderschau „Meteoriten - Schätze des Universums“ in der Halle A6 zu sehen sein. Das kleinere Exemplar des Falles aus „Bissel“ kann bedauerlicherweise nicht gezeigt werden, weil dieser Meteorit im Naturkundemuseum Oldenburg verschollen ist und bis heute leider nicht aufgefunden werden konnte.

Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am Dezember 15, 2014, 13:59:50 nachm.
Nix Neues vom "Bissel" - Artikel von Dirk Faß im Sonntagsblatt des Landkreises Oldenburg, 14. Dezember 2014  x-03
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: ironsforever am Dezember 15, 2014, 18:01:54 nachm.
Hallo,

nach wie vor nicht einzusehen, warum die Geschichte bislang weder personelle noch strafrechtliche Konsequenzen nach sich zog! :groll:

Gruß,
Andi
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: Norbert am September 09, 2015, 13:04:35 nachm.
Liebe Freunde,
 
am 10. September 2015 ist es 85 Jahre her als der Meteorit Oldenburg in mindestens zwei großen Fragmenten bei den Dörfern Bissel (Gemeinde Großenkneten, 4,84 kg) und Beverbruch (Gemeinde Garrel, 11,73 kg) vom Himmel fiel.  :laola:
 
Anlässlich dieses Jubiläums stellt sich erneut die Frage: Wo ist das zweite Bruchstück „Bissel“ Stück (4,78 kg) welches seit dem Jahr 2001 wohl im Oldenburger Landesmuseum Natur und Mensch verschollen ist?  :groll:
 
An dieser Stelle ein besonderer Dank an alle Helfer beim (leider bisher erfolglosen) Suchen dieses wertvollen Kulturdenkmals:
 
• Dieter und Gabriele Heinlein, Augsburg
• Dirk Faß, Großenkneten
• Rainer Bartoschewitz, Gifhorn
• Dr. Ulf Beichle, Wardenburg
• Prof. Dr. Uwe Meiners, Cloppenburg

Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: bolidechaser am September 09, 2015, 13:28:53 nachm.
Am 10. September 2015 jährt sich der Meteoritenfall von Oldenburg (1930) zum 85. Mal.
Grund zum Feiern bietet allerdings nur das größere der beiden Meteoritenfragmente,
das „Beverbruch“ Stück, das zuletzt auf den Münchner Mineralientagen 2014 in der
Sonderschau „Meteoriten - Schätze des Universums“ zu bewundern war.
Dieser 11,57 kg schwere Meteorit befindet sich in einer bayerischen Privatsammlung
und wird dort bestens kuratiert.
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: bolidechaser am September 09, 2015, 13:30:52 nachm.
Während das „Beverbruch“ Fragment auf der Munich Show 2014 ausgestellt war, konnte das
seit dem Jahr 2001 im Naturkundemuseum Oldenburg verschollene „Bissel“ Stück (4,78 kg)
leider nicht gezeigt werden. Als trauriger "Platzhalter" diente das Oldenburger Jahrbuch von
1930, in dem H. von Buttel-Reepen diesen niedersächsischen Meteoritenfall beschrieben hat.
Anlässlich dieses Jubiläums stellt sich uns die Frage, wieviele Geburtstage der „Beverbruch“
Stein wohl noch alleine, ohne seinen Meteoriten-Bruder „Bissel“, feiern muss???
Titel: Re: Meteorit Oldenburg (1930)
Beitrag von: karmaka am Januar 16, 2017, 00:00:16 vorm.
Wann wurden die Leserbriefe denn veröffentlicht?

In der Samstagsausgabe, am 31.08.2013.

NWZ im neuen Design

Der Online-Artikel von Karsten Krogmann bleibt, der kritische Kommentar/Leserbrief 'wurde digital vergessen' ...

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