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Meteoriten => Meteorite => Thema gestartet von: MarkV am September 07, 2008, 00:48:10 vorm.

Titel: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MarkV am September 07, 2008, 00:48:10 vorm.
Hallo,
so langsam scheint sich die Meinung durchzusetzen, dass dieses schöne neue NWA-Eisen nicht Ziz ist. Selbst bei Polandmet.com steht jetzt:"New iron from algeria is NOT Ziz. Its new, beautifull silicated iron". Dort wurden die Eisen bis vor einigen Tagen noch als Ziz verkauft. Vielleicht können wir hier im Thread mal die Unterschiede zwischen Ziz und dem neuen Eisen anhand von Bildern aufzeigen. Hat jemand von euch Ziz in der Sammlung und ein Foto davon? Ich würde mich freuen, wenn ihr das hier reinstellen könnt.  Ich habe schon von Mettmann gehört, dass das neue Eisen viele Silikateinschlüsse hat, was bei Ziz nicht der Fall ist. Ausserdem sind die Regmaglypten bei Ziz in der Art von Sikhote. Ich habe selber einen Ziz in der Sammlung. Diesen habe ich im März 2008 von Jim Coffman ( IMCA # 6622 ) gekauft. Der wiederum hat ihn 2004 in Tucson von Ray Chiles gekauft. Von daher gehe ich davon aus, dass mein Stück wirklich Ziz ist.

Hier Bilder von meinem Ziz:
http://www.parhelia.de/mets/ziz01.jpg
http://www.parhelia.de/mets/ziz02.jpg (neben einem Sikhote)
hier noch drei grosse Bilder:
http://www.parhelia.de/mets/zizfull01.jpg
http://www.parhelia.de/mets/zizfull02.jpg
http://www.parhelia.de/mets/zizfull03.jpg

Hier das neue Eisen auf der Polandmet-Seite:
http://www.polandmet.com/gfx_ziz/001.htm
http://www.polandmet.com/_ziz.htm

Hier ein Beitrag zum neuen Eisen auf der Seite von Swend Buhl:
http://www.niger-meteorite-recon.de/de/Meteoritensammlung.htm

Ziz-Bilder aus dem Web:
http://www.flickr.com/photos/cameteoritefinder/2426710413/sizes/o/
http://www.flickr.com/photos/cameteoritefinder/2335743189/
http://www.flickr.com/photos/cameteoritefinder/2336572790/
http://www.flickr.com/photos/cameteoritefinder/2335735549/
http://www.flickr.com/photos/cameteoritefinder/2336560420/
http://www.flickr.com/photos/cameteoritefinder/2336557926/


Grüsse,
Mark

   
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Dirk am September 07, 2008, 01:34:02 vorm.
Hallo Mark  :winke: ,

ich selber habe seit einigen Tagen ein 233g Individual vom neuen NWA-Eisen in meiner Sammlung - stammt von den Chladnis. Ziz habe ich persönlich noch nicht in der Hand gehabt und habe mir aktuell die verschiedenen Fotos angesehen. Ich war erstaunt, das tatsächlich auf den ersten Blick rein äusserlich eine gewisse Ähnlichkeit existiert. Allerdings wenn es nicht so wäre, dann gäbe wohl auch diese Diskussion nicht  :laughing: . Allerdings habe ich den Eindruck, Ziz sieht irgendwie frischer aus als das unklassifizierte NWA-Eisen. Was meinen die anderen?

Wenn aber als Unterscheidungsmerkmal Silikat ins Feld geführt wird, dann fällt mir dazu Seymchan ein. Da hat man doch zuallererst auch nur reine Eisen gefunden, erst später kamen Funde hinzu, die Olivine enthielten. Und beide Funde waren Seymchan. Gut, hier hat man beide Sorten im selben Fundgebiet geborgen. Bei den hier zur Diskussion stehenden Wüsteneisen kennt man nur das Fundgebiet vom Ziz und nicht vom unbekannten NWA. Wäre es möglich, das es sich um stark silikathaltigen Ziz handeln könnte?

Auch im Caddo County Meteoriten ist das Silikat sehr ungleichmässig verteilt - die eine Hälfte hat sehr viel und die andere so gut wie garnichts, also fast silikatfrei. Und wenn es sich bei unserem Eisen genau so verhält und der Ursprungskörper in der Atmosphäre zerrissen wird, dann könnte doch auch einige Brocken mit viel Silikat und einige Brocken mit gar keinem Silikat vom Himmel fallen. Denkbar wäre es, oder?

Ich habe gehört, das Pittiplatsch das neue Eisen schon mal geschnitten hat und auch Fotos einer Schnittfläche existieren - vielleicht wäre es möglich, das Fotomaterial hier einmal zu zeigen. Jetzt ersteinmal ein paar Fotos von meinem 233g-Individual:

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Dirk am September 07, 2008, 01:56:50 vorm.
Jetzt noch Detailaufnahmen:

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am September 07, 2008, 09:11:58 vorm.
Hallo Mark,

ich glaube, dass Dein Ziz tatsächlich "echt" Ziz ist :super:, wenngleich ich dies auch nur rein optisch beurteilen kann. Das neue Eisen - 74 g liegen vor mir auf dem Schreibtisch - hat meines Erachtens viel kleinere Regmaglypten als Ziz. Die Oberflächenstruktur ist ist sehr unterschiedlich, so zeigen die neuen Eisen in der Kruste deutliche Silikateinschlüsse, auch wenn sie noch nicht geschnitten sind. Auch meine ich erkennen zu können, dass das neue NWA-Eisen eine etwas bräunlichere Patina hat als Ziz, der mit fast schwarzer Kruste an Sikhote erinnert. Das neue wird ja ohnehin grad klassifiziert, so dass wir bald wissen, woran wir sind.

Grüße, Andi K. :winke:

P.S.: Vom "echten" Ziz habbich noch nix, Angebote gerne offlist. Eisen-Andiiii! Mirkoooo! Maaadin!
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am September 11, 2008, 12:57:15 nachm.
Salü,

ich halte es auch für sehr unwahrscheinlich, daß die neuen Eisen Ziz sein könnten.

Äußerlich finde ich persönlich unterscheiden sich die Regmaglypten,
Ziz kommt praktisch wie Sikhote daher, mit feinteiligen, tief ausgeprägten Regmaglypten - kleinere Exemplare sehen wie Sikhote aus, nur nicht so frisch,
während die neuen Eisen meistens flachere Regmaglypten zeigen, teilweise auch glatte Partien, hin und wieder fast kreisrunde Grübchen und Stellen, an denen die Silikate hervortreten.
Zudem machen die neuen Eisen keinen ganz so frischen Eindruck wie die Zize
und ganz besonders die Stellen, die der Verwitterung ausgesetzt waren sind viel stärker oxidiert, als man es bei Ziz finden kann.

Hier hätten wir so ein Bsp., das allerdings für das neue Eisen außergewöhnlich gut ausgeprägte Regmaglypten aufweist, daher in der Hinsicht nicht ganz typisch ist - dafür sieht man sehr gut, wie stark ein Teil der Verwitterung ausgesetzt war,
quasi der Fuß der Koralle - wie wir es seiner Form halber nennen:

http://www.chladnis-heirs.com/vip/1678g-4.jpg

http://www.chladnis-heirs.com/vip/1678g-3.jpg

http://www.chladnis-heirs.com/vip/1678g-1.jpg

http://www.chladnis-heirs.com/vip/1678g-2.jpg

(1678g, 110 x 90 x 75 mm)


Ein anderes interessantes Bsp haben wir hier,
denn da sieht man zweierlei Arten von Regmaglypten - zum einen die feinteilig zerhutzelten, wie sie für die neuen Eisen typisch sind:

http://www.chladnis-heirs.com/vip/1494g-2.jpg

Aber dann auch eine Seite mit großflächigen und flachen, die eher an Gibeon erinnern (ist allerdings das erste Exemplar der neuen Eisen dergestalt, daß uns untergekommen):

http://www.chladnis-heirs.com/vip/1494g-3.jpg

http://www.chladnis-heirs.com/vip/1494g-4.jpg

(1494 g, 110 x 98 x 47 mm)

Soetwas kennt man bei Ziz nicht.


Stärkster Indikator, daß es keine Zize sein können, sind die zahlreichen und großräumigen Silikatpartien im Innern, die man teilweise sogar von außen erkennen kann.
Hier ein langersehntes Schnittbild - ungeätzt:

http://www.chladnis-heirs.com/new-iron.jpg

Na und das hat man in Ziz nicht.
Daß es sich um so einen Fall wie bei Seymchan, Brenham oder auch Glorieta handeln könne, wo es ja einerseits die olivinreichen Stücke, andererseits die vollkommen olivinfreien, blanken Eisen gibt, denke ich nicht.
Denn das sind ja Pallasite, deren Metall geätzt in der Regel von der Balkenbreite ein Mittlerer Oktaedrit ist.
Ziz indes ist ein Breiter Oktaedrit und ein IAB. Hat damit auch viel weniger Nickel als die Pallasite, deren Vorgängereisen ja chemisch zu IIIAB gerechnet wird.

Bisserl für Irritation hatte der Bericht von dem französischen Lab gesorgt, die herausgefunden, daß die neuen Eisen ein Breiter Oktaedrit sind wie eben auch Ziz.
Nur sagt das, wie ja auch beim Svend zu lesen, rein gar nix über ein mögliches Pairing aus.
Auf deutsch übersetzt: die haben lediglich den Strukturtyp angeschaut, also obs ein Sehr feiner, ein Feiner, ein Breiter, ein Mittlerer usw. Oktaedrit sei - und es ist eben ein Breiter Oktaedrit, ein Og.
Für eine Klassifikation, für die chemische Einordnung braucht es aber den Nickelgehalt, sowie die Gehalte der Spurenelemente Ge, Ga, Ir (und wenns geht auch noch Gold), die für jedes Eisen für sich ziemlich charakteristisch sind.
Die habe die Franzosen nicht gemessen, sondern das steht noch aus - und der Svend hat ja schon Material zur Klassifikation eingereicht - da wird man dann schon sehen, obs gepairt oder nicht.
Der Strukturtyp sagt dahingehend nix.  Der IAB/IIICD-Komplex ist ja mit Abstand die größte Eisengruppe und die meisten Vertreter daraus sind Breite Oktaedrite.
Insofern hat die Feststellung des Labs ungefähr eine Aussagekraft hinsichtlich der Klärung der Pairingfrage, wie wenn man sagen würde, Nantan ist ein Og wie Campo auch bzw. hättens auch reinschreiben können, das neue Eisen ist ein Breiter Oktaedrit wie Morasko.
Schreibs nur so ausführlich hin, daß das nicht mißverstanden wird.

Naja, daß ein paar Marokkaner die neuen Eisen als Zize verkauft haben und in Folge dessen auch einzelne europäische Händler ebenso, ist verständlich. Sie kennen die Herkunft in der Regel ebenso wenig und Wüsteneisen sind ja ausserordentlich selten und da gabs eben an derlei gut skulpturierten mit so schönen Regmaglypten bisher praktisch nur Ziz - Taza sieht ja anders aus. Daher hams es eben für Ziz gehalten, wie mans ja verständlicherweise dort nicht immer so ganz genau nehmen kann, siehe Chergach versus Bassi, da es eben um die Funddokumentation und die Verbreitung oft ungenau bestellt ist.

Anderes Anzeichen könnt im Übrigen sein, daß Ziz ja immer schon recht spärlich erhältlich war und nur angelegentlich in den letzten Jahren.
Dein Ziz, Mark, ist daher auch schon ein Ziz, wenn er bis 2004 zurückgeht, da die neuen Eisen erst seit relativ kurzer Zeit unterwegs sind.

Also so ist unsere Sicht der Dinge.
 :prostbier:
Martin

(PS: Die beiden Prachtstücke von oben sind noch erhältlich)




Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Dirk am September 11, 2008, 20:45:38 nachm.
Hallo Martin,

vielen Dank für das Bild vom Schnitt  :super: . Das sieht ja wirklich vielversprechend aus. Ich bin schon ganz gespannt, was bei der Analyse rauskommt. Ziz wirds bestimmt nicht sein.

 :prostbier:
Dirk
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: paragraf am September 12, 2008, 02:02:38 vorm.
Hallo,

ich habe den Eindruck von Ziz gibt es nur große Klopper, habe bisher jedenfalls noch keine anderen gesehen (nungut, habe auch nicht danach gesucht).. ist das viell. der Grund, weshalb Ziz in Ebay nicht zu finden ist?

Gruß
§Bernd
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am September 12, 2008, 03:18:45 vorm.
Gabs schon auch (zeig mal Mirko).
Betonung liegt auf "gab".
Ziz gibts deshalb nicht im ebay (und übrigens auch sonst praktisch nicht mehr), weils nie viel davon gab.
Ist halt alles schon weg und das seit längerem (ein weiterer Indikator, warum die neuen Eisen keene Zize sind).
Hörst ja auch hier im Forum verzweifelt nach Zizen rufen, bei vielen andern Eisenfreunden siehts nicht anders aus.

Bernd, Wüsteneisen generell sind kein Wunschkonzert, man find ja praktisch überhaupt kein Eisen in der Sahara!!!
Drum gehen die Wüsteneisen in der Regel in Scheiben immer über 10$ ab, einzige Ausnahme ist der Taza.
(und deswegen sind die Neufunde grad im Moment so unverhältnismäßig billig. Just hab ich eine Werbung auf die US-List gesetzt. Verschleudrio).

Guxxt Bulletin Database.

Wir sind inzwischen bei laufender NWA-Nummer 5000.
Und wieviel sind davon laut MetBull Eisen?

NEUN  9   neujän.

Nu und beim Oman hammer auch bald 2500 Nummern, da gibt es genau EIN einziges Eisen.

Daher könnte es für den Eisensammler, ohne unken zu wollen, wenns dumm läuft, durchaus ins Auge gehen, bei dem neuen Eisen allzulang zuzuwarten...

Meinjammanua
Martin
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 12, 2008, 03:30:29 vorm.
Na dann zeig ich mal.

Hier ist mein Zizerich!

http://spacerocksinc.com/December_22.html

Ja,da gab es wirklich nicht viel.
Quasi nix!
Deshalb war ich ja überfroh mal selber einen in guter Größe zu bekommen.

Hm Bernd,den hier könntest Du Dir ja vielleicht noch angeln,wenn Du von dem Eisen noch nix hast?

http://www.chladnis-heirs.com/vip/736g-1.jpg

http://www.chladnis-heirs.com/vip/736g-2.jpg

http://www.chladnis-heirs.com/vip/736g-3.jpg

http://www.chladnis-heirs.com/vip/736g-4.jpg

Von meinen geb ich nix mehr weg.
Jedenfalls vorerst.

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MetGold am September 12, 2008, 06:41:02 vorm.
Hallo,

jo, im Jahr 2000 war bei Fernlea/Schottland eine ganze Internetseite voll Ziz, auch etwas größere, man mußte sie nur wollen und bezahlen können.  :crying:

 :winken:   MetGold   :alter:

mache vielleicht davon mal ein paar neue Bilder, aber hier erstmal meine alten(wie immer):
Klein aber mein!  :wow:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Haschr Aswad am September 13, 2008, 22:36:55 nachm.
neue Bilder vom alten Eisen:

http://www.niger-meteorite-recon.de/en/meteoriten_verkauf.htm


Haschr Aswad

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am September 13, 2008, 23:40:21 nachm.
Cool, der erste Zagora mit Regmaglypten  :wow:

Hmm, vielleicht solltmer ihn doch aussem Verkauf nehmen... :gruebel:
Wohl dem, der einen solchen hat.

Wenigstens ist der schön eindeutig - es geht nämlich schon los, daß im Zuge des neuen Eisens in Marokko schon der ein oder andere Campo untergejubelt werden soll.  :ehefrau:

 :prostbier:
Mettmann

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 13, 2008, 23:54:29 nachm.
Hallo Svend,

schöne Fotos!!

Sieht man auch gleich,wo Du hast schneiden lassen!

Martin:



Wenigstens ist der schön eindeutig - es geht nämlich schon los, daß im Zuge des neuen Eisens in Marokko schon der ein oder andere Campo untergejubelt werden soll. 



Wie das?? :gruebel:

Die kann man doch äußerlich gut auseinander halten!!

Gruß Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am September 14, 2008, 00:44:13 vorm.
Der schändliche Versuch ist ja auch mißraten.
Die hams wohl probiert, nachdem ihnen das "IAB" vom frz. Lab zu Ohren gekommen ist.

 :prostbier:
Mettmann
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 14, 2008, 15:19:34 nachm.
So,liebe Met-Gemeinde,

kleines aktuelles Sonntags-Rätsel!

Ich hoffe hier auf rege Beteiligung!! :fluester:
Für alle die,die meinen, Ziz optisch von dem neuen Eisen unterscheiden zu können!

Ich habe mal ein paar Stücke von mir rausgesucht und fotografiert.

Wo ist der Ziz??
Ist überhaupt ein Ziz dabei?
Wenn ja,wo?
Oder sind das alles neue Eisen??

Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am September 14, 2008, 15:52:39 nachm.
Sie Schlawiner, da ist ja gar kein Maßstabswürfel im Bild...
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 14, 2008, 16:00:45 nachm.
...........dat is ja auch Absicht ... :baetsch:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Dirk am September 14, 2008, 16:13:46 nachm.
 :winke:

au-weia - die sehen wirklich alle verdammt ähnlich aus  :gruebel: erster Eindruck: alles "das neue Eisen". Wenn ein Ziz dabei sein sollte, dann tippe ich auf rechts aussen - frag mich nicht warum  :laughing: .

 :prostbier:
Dirk
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 14, 2008, 16:15:22 nachm.
Hallo Dirk,

interessante Ansicht!!

Weitere Meinungen bitte?

Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 14, 2008, 16:19:47 nachm.
kleine Zwischenfrage am Rande...

aber nicht dabei das Bilder-Rätsel vergessen!! :ehefrau:

Da ja Ziz und das "neue Eisen" ähnlich von der Verwitterung sind,was denkt Ihr,
wie lange liegt das schon.
Von frisch kann ja keine Rede mehr sein,ist ja Sandgeblasen und eben nur recht stabil!
Wieviele tausend Jahre ist der Fall her?

Gruß Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Dirk am September 14, 2008, 16:50:37 nachm.
Hallo Mirko,

das ist eine wirklich interessante Frage  :super: . Generell halten sich ja die Eisen viel länger als die Steinmets. Deswegen fand man ja im Verhältnis zu den Steinen recht viel Eisenmeteoriten. Erst der Vergleich mit der Fallstatistik zeigt, das nur 4-5% (?) der Fälle tatsächlich Eisenmets sind, der Rest besteht aus Steinen.

Und die NWA-Steinmets können ja auch ziemlich lange in der Wüste rumliegen, bis sie jenseits von W6 völlig "terrestrisiert" werden. Ich glaube, für Steinmets aus der NWA-Wüste waren schon terrestrische Alter von bis zu 50.000 Jahren ermittelt worden (stimmt das?) - wenn ich mich an alte Beiträge aus dem Forum zurück erinnere. Eisenmeteoriten müssten also in der NWA-Wüste deutlich länger halten. Deswegen ist das ziemlich schwer zu schätzen. Ich sage jetzt einfach mal, das neue Eisen ist 100.000 Jahre alt  :laughing: .

Gehört die Bestimmung des terrestrischen Alters eigentlich zu den Standarduntersuchungen bei der Klassifizierung von Meteoriten?

 :user:
Dirk


Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Dirk am September 14, 2008, 17:24:01 nachm.
Habe etwas gegoogelt und einen Text von Christian Overhaus gefunden (2002): "Der Meteorit von Ramsdorf". Hier gibt es auch einen Abschnitt über terrestrische Alter von Meteoriten:

http://home.vrweb.de/~overhaus/MeteoritRamsdorf.pdf

Habe den Abschnitt einmal heraus kopiert:

"Das irdische Alter der Meteorite
Laut Definition ist ein Gesteinsbrocken oder eine Eisenmasse erst ein Meteorit, wenn er auf die
Erdoberfläche gelangt. Möchte man das Alter eines Meteoriten bestimmen, so sollte man eigentlich
die Zeit bestimmen, die der Stein oder das Eisen auf der Erde verbracht hat . Wie der vorgehende
Text aber schon zeigt, ist das irdische Alter nur eine Phase der Geschichte des Steins.
Die einfachste Variante ist der beobachtete Fall eines Meteoriten. Der Ramsdorfer Meteorit gibt uns
keine Rätsel auf. Sein irdisches Alter entspricht der Zeit, die seit dem 26.7.1958 vergangen ist.
Die Bestimmung des irdischen Alters bei Meteoritenfunden ist da schon aufwendiger. Hier spielen die
radioaktiven Elemente mal wieder eine große Rolle. Der Meteorit hat während seines
Weltraumaufenthalts radioaktive Elemente gebildet oder aufgenommen. Die Bestrahlung des Stein mit
den Teilchen des Sonnenwinds und der Beschuss mit kosmischer Strahlung führt zu einer bestimmten
Sättigung an einigen wichtigen Elementen , wie 39 Ar (Halbwertszeit 270 Jahre), 36Cl (Halbwertszeit
300000 Jahre) und 14C (Halbwertszeit 5700 Jahr). Die Bestrahlung findet ein Ende sobald sich der
Stein im Schutze der Erdatmosphäre aufhält. Die radioaktiven Atome zerfallen mit der Zeit. Der Gehalt
an radioaktiven Elementen gibt Hinweise auf das terristische Alter des Meteorits.
Der Grad der Verwitterung kann auch noch als Indiz für das Alter des Gesteins genutzt werden.
Besonders Steinmeteorite erliegen der Verwitterung und sind nach wenigen Jahren kaum mehr von
irdischen Gestein zu unterscheiden.

Tabelle 8: terristisches Alter von Meteorite:


Meteorit Klasse Terristisches Alter

Plainview     Chondrite        2000 Jahre
Eunice         Chondrite        8000 Jahre
Potter         Chondrite        20000 Jahre
Brunflo *      Chondrite        460 Mio Jahre
Henbury       Eisenmeteorit   7000 Jahre
Odessa        Eisenmeteorit   11000 Jahre
Tamarugal    Eisenmeteorit   1,5 Mio Jahre

Manchmal findet man in geologischen Gesteinsschichten Bruchstücke von Meteoriten . Im Jahre 1952
fand man in den alten Gesteinsplatten des Rödberget-Steinbruchs in Schweden einen
eingeschlossenen Meteoriten (Brunflo siehe Tabelle 8). Das Alter des Meteoriten entspricht dem Alter
der geologischen Formation. Es ist ein Glücksfall, wenn man nach so langer Zeit einen Meteoriten
noch identifizieren kann. In vielen Gesteinschichten findet man Mikrometeorite, kosmischer Staub, der
Tonnenweise im Laufe des Jahres auf uns niederfällt. Man schätzt, daß im Laufe eines Jahres ca
10000 t meteoritischer Staub auf die Erde rieselt. So wird jeder Mensch täglich mit außerirdischem
Material in Kontakt treten. Jedoch richtige Meteorite von mehreren Gramm Gewicht sind sehr selten."

 :prostbier:
Dirk
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am September 14, 2008, 17:51:31 nachm.
Anmerkung - ein Umstand, warum man nur so wenige Eisen in der Sahara und dem Oman findet,
kann sein, daß sie als Rohstoffquellen genutzt worden sind.
Bulletin sagt ja 5000 NWA-Nummern und nur 9 Eisen - wobei das Verhältnis noch wesentlich geringer ausfallen dürfte, daja die gewöhnlichen Chondrite, die das Gros aller Funde ausmachen, kaum erfaßt, da mangels Wirtschaftlichkeit nicht in Klassifikation gegeben werden.
Oman 2500 Nummern, aber nur ein Eisen.

In Australien, wo die Ureinwohner es nicht bis zur Eisenverarbeitung geschafft hatten,
sieht das Verhältnis so aus: 651 Meteorite, davon 78 Eisen.

Terrestrische Alter gehört nicht zur Klassifizierung.
In den Wüsten müßt das meiste so im Schnitt seine 30.000 Jahre auf dem Buckel haben.
Bisserl googeln, sollten genügend Papers auffindbar sein.

Martin

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 14, 2008, 18:01:33 nachm.
Dirk und Martin,

danke für die Anmerkungen.

Und ? ..ne Meinung zu dem Foto mit den 3 Eisen?

Hier ist es nochmal!!

Was ist was?

Gruß Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MarkV am September 14, 2008, 18:24:37 nachm.
Hallo,
wenn es um Liegezeiten von Eisenmets in der Wüste geht, dann stellt sich für mich auch die Frage der Fragen:

Mit wie viel Eisen ist aus der Wüste noch zu rechnen?

Es heisst ja immer, in der Wüste gibt es kaum Eisenmeteorite, weil die alle von unseren Vorfahren aufgesammelt wurden und das Eisen als Werkzeug benutzt wurde. Das mag für einzelne kleine Eisenstücke gelten, aber ich glaube, dass der Hauptgrund, warum man in der Wüste bisher wenig Eisen gefunden hat,  ist, dass die Eisenmets viel tiefer in den Boden eindringen als Steinmets. Der komplette Fall verschwindet 1-2m und tiefer im Boden. Das kann kein Frühzeit-Mensch ohne Metalldetektor finden.

Ausserdem dauert es viel länger bis diese tiefen Schichten durch Erosion freigelegt werden. Der Erosionsprozess hat ja erst vor ca. 5000 Jahren wieder eingesetzt. Davor war die Wüste lange Zeit recht grün.

Man sieht ja bei dem neuen Eisen gut, dass es einseitig sehr stark verwittert ist. Das ist der Bereich, der aus dem Sand herausgeschaut hat. Der Teil im Sand  ist noch nahezu unversehrt. Wenn man mal "die Koralle" von Mettmann nimmt, die ist bei 1.6kg bestimmt beim Fall komplett im Boden verschwunden, sagen wir 50cm. Im Laufe der Jahrhunderte wird dann der Sand darüber langsam durch Erosion abgetragen. Sobald ein Stück des Eisens aus dem Sand herausschaut, setzt der Windschliff ein und die Oberfläche verwittert. Es wäre übrigens auch klimageschichtlich ganz interessant, solche Stücke näher zu untersuchen. Nur in Gegenden mit starker Erosion werden diese tiefen Schichten freigelegt. Wo starke Erosion ist, da werden die freigelegten Eisenmeteorite allerdings auch stark gesandstrahlt und verwittern schnell. Vielleicht findet man daher nur wenig.

Dann gibt es noch Gegenden in der Wüste, in denen eine Autospur auch nach 40 Jahren noch sichtbar ist. Da gibt es kaum Bodenerosion. Die Meteoritenkonzentration in der Gegend ist rein durch die geringe Verwitterung entstanden. Es fällt mehr neu herunter als es verwittern kann. Hier liegen die Eisen alle noch tief im Boden, daher findet man auch dort nichts. Grössere Eisenfälle erzeugen allerdings auffällige Krater. In dieser Gegend müssten sich die Meteoritenkrater noch sehr gut erhalten haben. Mit besseren Satbildern oder Luftbildaufnahmen sollte man in den nächsten Jahren in der Lage sein,  Meteoritenkrater von 1-5m Durchmesser zu finden und so die Masseneisenfälle in der Wüste aufspüren können. Ich rechne dann nochmal mit einer neuen Flut von bestens erhaltenen NWA-Eisen.

Grüsse,
Mark



Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 14, 2008, 18:35:44 nachm.
Hallo MarkV,

also da bin ich anderer Ansicht.
Ich denke,am Beispiel Koralle,das die Seite mit den vielen Regmaglypten
aus dem Boden herausgeschaut hat.
Der dreckige,rostige Teil hat im Boden gesteckt und ist deshalb verwittert.
Das sieht man ja auch daran,das in tiefen Regmaglypten noch Schmelzkruste
zu finden ist,die aber durch die jahrtausende lange Sandstrahlprozedur quasi im Windschatten
gelegen hat und nicht angegriffen wurde.

Oder hab ich das jetzt falsch verstanden und Du hast es genauso gemeint?

Was sagst Du zum Bild?
Magst da auch einen Tip abgeben?
Oder ist Dirk der einzige mutige hier?

Viele Grüße Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MarkV am September 14, 2008, 18:58:42 nachm.
Magst da auch einen Tip abgeben?
Ich sag auch, dass der Meteorit ganz rechts Ziz ist.

Der dreckige,rostige Teil hat im Boden gesteckt und ist deshalb verwittert.

Ich denke es ist genau anders herum. Der stärker verwitterte Teil schaute aus dem Boden heraus, der unverwitterte war im Boden vor Besandstrahlung geschützt. Übrigens ein Zeichen dafür, dass all diese neuen Eisen direkt vom Boden aufgesammelt wurden und bisher nicht mit Metalldetektor danach gesucht und gegraben wurde. Von daher hoffe ich noch auf einige unversehrte Stücke aus tieferen Schichten. Mein Ziz ist übrigens ebenfalls von einer Seite verwittert und von der anderen Seite nicht.

Grüsse,
Mark
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Andreas Gren am September 14, 2008, 19:13:27 nachm.
der gummelige Teil steckte im Boden. die Erosion kommt von kapillar aufsteigenden Grundwässern die den Met Nachts von unten schön befeuchten. Der Teil der rausguckte dürfte höchstens seit ein paar Jahrzehnten frei liegen, sonst hätten die durch Wind herumfliegenden Sandkörner schon bis zum Gefüge runter geschliffen. Die feineren , leichteren Sande bewegen sich ja mit der Zeit , drum wird dann eine Stelle frei geweht , wo plötzlich Mets gefunden werden. beim Lüby Glas ists ja genau so, wenn ne Düne wegwandert, dann liegen plötzlich die ganzen Fundhorizonte wieder frei.

Andi
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Andreas Gren am September 14, 2008, 19:16:01 nachm.
@Mirko

bevor Du mich löcherst,
ist der in der Mitte, der schimmert bläulich !??
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am September 14, 2008, 19:33:39 nachm.
Is aber auch teiflisch schwer,
wenn mans nicht drehn und wenden kann und ohne Anhaltspunkt für die Größen.
Ich glaub fast, das sind alles diesselben.
Hmm, hmmm, alles die Neuen.

obwooohl...  der rechts auf dem Bild hat ein paar rauhe Stellen, die bisserl ältlicher wirken,
und der Linke in der Mitten in den Regmas - und am rechten Rand, was kaum mehr sieht, scheint er mir so hutzlig.

Dieweil der in der Mitten rundrum frisch ausschaut, und auch diesen matten Belag in den Regmiiis....

Nun blamier ich mich mal und sag: Mitte ist Zizerich,
links und rechts Neueisen.

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 14, 2008, 19:41:44 nachm.
Hallo Freunde,

viele schöne Antworten!!
Gefällt mir.

Hier ist noch ein Bild.
Den echten Ziz habe ich jetzt um 180° gedreht.

Erstaunlich,was?
So wäre ganz links die richtige Antwort gewesen.
Ist nämlich der selbe wie hier:

http://spacerocksinc.com/December_22.html

Gruß Mirko

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Dirk am September 14, 2008, 19:58:26 nachm.
 :laughing: ... habe mir schon gedacht, das Du Deinen "bekannten" ziz genommen hast - war aber wirklich schwer an der Rückseite zu erkennen. Vielen Dank fürs kurzweilige Rätseln  :super:


 :winke:
Dirk
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 14, 2008, 20:24:21 nachm.
Hallo Dirk,

na ja,es soll ja hauptsächlich auch etwas informativ für alle sein.
Ich will ja auch keinen zum rätseln zwingen.
Aber siehst ja selber,das sich schon mehr Mitglieder das erste Foto
angesehen haben,als Schätzungen abgegeben wurden.

So kann jetzt jeder für sich selbst entscheiden,welches Stück er gewählt hätte
und kann mit der überraschenden Antwort vergleichen.

Gruß Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am September 14, 2008, 21:50:47 nachm.
Glaub ich nich... Beweisen!

Anschneiden !!!   :lacher:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am September 14, 2008, 21:54:16 nachm.
Zitat
Mit wie viel Eisen ist aus der Wüste noch zu rechnen?

Ich würde die Frage empirisch beantworten.
10 Jahre Oman-Jagd:  1 Eisen.
20 Jahre Sahara, 10 Jahre Wüstenrausch: ein Dutzend Eisen

....also tät ich meinen:  Mit wenig.

 :prostbier:
Martin
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MarkV am September 14, 2008, 22:37:31 nachm.
der gummelige Teil steckte im Boden. die Erosion kommt von kapillar aufsteigenden Grundwässern die den Met Nachts von unten schön befeuchten. Der Teil der rausguckte dürfte höchstens seit ein paar Jahrzehnten frei liegen, sonst hätten die durch Wind herumfliegenden Sandkörner schon bis zum Gefüge runter geschliffen. Die feineren , leichteren Sande bewegen sich ja mit der Zeit , drum wird dann eine Stelle frei geweht , wo plötzlich Mets gefunden werden. beim Lüby Glas ists ja genau so, wenn ne Düne wegwandert, dann liegen plötzlich die ganzen Fundhorizonte wieder frei.

Andi

Hallo Andi,
wenn ich mir das Bild anschaue, dann kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, dass der rostige Teil im Boden gesteckt hat
( http://www.chladnis-heirs.com/vip/1678g-3.jpg ). Es ist ja nicht nur Rost, sondern es sieht aus, als ob da eine dicke Schicht des Eisens abgetragen wurde. Du schreibst ja, dass der Meteorit an der Oberfläche recht schnell bis zum Gefüge heruntergeschliffen wird und (das ergänze ich jetzt mal) solange er komplett vom Sand bedeckt ist, geschützt ist. Und plötzlich, wenn der Met halb aus dem Sand herausschaut, wird der Boden, in dem er Jahrhunderte ohne zu verwittern gelegen hat, wegen Grundwasser zum Problem?
Ist es so, dass durch die nächtliche Ausstrahlung das Eisen sehr kalt wird und dort dann leicht Feuchtigkeit drauf kondensiert? Das passiert erst, wenn ein Teil des Eisens aus dem Sand herausschaut - soweit nachvollziehbar. Aber würde das Wasser nicht eher auf der freiliegenden Oberfläche kondensieren als auf dem Teil, der von Sand bedeckt ist?

Wenn der Boden das Problem ist, dann müssten ja alle Eisenmeteorite, die nur langsam durch Bodenerosion freigelegt werden, total verrostet sein, weil ja zunächst immer nur ein kleiner Teil herausschaut. Das Aussehen der "Koralle" wäre nur erklärbar, wenn der Meteorit durch ein plötzliches Ereignis freigelegt wird und dann in dieser halb vom Sand bedeckten Position verbleibt. Aber du hast ja auch von einem plötzlichen Freilegen der Fundhorizonte geschrieben.

Schade, dass es keine Fundfotos von Wüsten-Eisen gibt.

Grüsse,
Mark
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 14, 2008, 22:58:34 nachm.
Hallo MarkV,

hm,und wie erklärst Du Dir dann an Deinem Beispiel die blanken Regmaglypten??
Wenn doch das Stück so schützend im Boden liegt?
Wo ist denn da die Schmelzkruste geblieben?

Ich denke sogar,das das komplette Eisen mal so rostig war,wie die Koralle an der einen Stelle.
Und um so mehr dieses Stück freigelegt wird,um so sauberer wird das Eisen wieder!
Das wird über ewig viele Jahre gesandstrahlt und erhält diese schöne braune Patina,die ja
gleichzeitig ein Schutz ist.
Deshalb ist es garnicht gut,wenn wir von einem frischen Eisen sprechen!!!
Das Eisen wirkt nur optisch frisch!
Ansonsten kann es sogar sein,das schon Material von dem Eisen abgetragen wurde.
Hanno hatte mal so ein schönes Beispiel,wo das Äußere soweit gesandstrahlt war,das man
schon die Oktaeder Struktur erkennen konnte!!
Also das weichere Eisen tiefer abgetragen wurde als der härtere Bereich.

Hanno...... stell mal das Beispiel hier rein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MarkV am September 14, 2008, 23:22:58 nachm.
Hallo Mirko,
ich hatte diese bräunlich glänzende Oberfläche auf meinem Ziz eigentlich noch bis eben für Schmelzkruste gehalten, nicht für Wüstenlack. Ich habe die Kruste eben mal mit einem Sikhote verglichen. Beim Sikhote sieht man an zahlreichen Stellen Flowlines. Beim Ziz habe ich tatsächlich keine Flowlines wie bei Sikhote gefunden. Wie siehts bei euren Stücken aus? Auf die Idee, dass der Stumpf von der "Koralle" die frischere Seite sein könnte, wäre ich nun wirklich nicht gekommen. Andererseits sind die Regmaglypten auf der rostigen Seite meines Ziz nicht schlechter als auf der Seite mit der glänzenden Oberfläche.

Grüsse,
Mark
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 14, 2008, 23:32:20 nachm.
Hallo MarkV,

ja,deswegen ist es bei Deinem Stück leider so,das er nicht komplett frei
gelegen hat und noch etwas Rost untenrum zeigt.
Ist aber nicht schlimm,weis man wenigstens immer,wie er mal da gelegen hat.
Das bei den "frischen" Stücken zu bestimmen dürfte schwer werden.

Nee,flowlines dürfte man da keine mehr finden.
Die sind lange schon abgeblasen!

Als der Rainer mal am Stammtisch war,hatte er sein wunderschönes China Eisen dabei.
Das Teil sah sehr orientiert aus und ich bin auch darauf hineingefallen,das zu glauben.
Wirklich ist es nämlich so,das dieses durch die ständige Sandbestrahlung in eine Art orientiertheit
geblasen wurde.
Klingt unglaublich was?
Genauso habe ich aber auch gestaunt.

Vielleicht kann ja der Rainer auch mal mit einem Foto hier aushelfen.

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Dirk am September 15, 2008, 00:45:28 vorm.
Da ja Ziz und das "neue Eisen" ähnlich von der Verwitterung sind,was denkt Ihr,
wie lange liegt das schon.
Von frisch kann ja keine Rede mehr sein,ist ja Sandgeblasen und eben nur recht stabil!
Wieviele tausend Jahre ist der Fall her?

Hallo Mirko und die anderen,

weiß man denn, wie lange der Ziz schon auf der Erde verweilt - also wurde dass schon mal untersucht? Ich selber habe bis jetzt noch keine Aussagen darüber gefunden. Auch würde mich eine Übersicht über terrestrische Alter verschiedener Mets interessieren - es wurden in verschiedenen Studien immer nur eine Handvoll untersucht, oft auch beschränkt auf Antarktische Mets. Toll wäre eine übergreifende Übersicht, so eine Art Meta-Studie, die terrestrischen Alter der wichtigsten Mets in einer einzigen Tabelle!!! Hat jemand so was schon einmal gesehen und kann mir weiter helfen?

 :user:
Dirk
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 15, 2008, 00:52:12 vorm.
Hallo Dirk,

da kann ich jetzt auch nicht weiter helfen.
Das terrestrische Alter von Ziz würde mich auch schwer interessieren und wäre
auch sicherlich wichtig als Vergleich heranzuziehen,wenn man die "neuen" Eisen prüft.

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MarkV am September 15, 2008, 01:43:15 vorm.
Hallo,
ich habe zu meinem Ziz ein Gutachten des EMTT (Etudes Metallurgiques et de Traitement Thermique) über Ziz mitbekommen ("Expertise and Analysis of a sample of Ziz Meteorite"). Die schreiben dort über Ziz (S.2):

"This crust is well preserved; no weathered oxidation have been observed.
The fall must be very recent.
The fusion crust looks like freshly welded steel.
(...)
It is possible to see also flow structures corresponding to the melt orientation of metallic surface during the cross.
The color of the fusion crust is bronze with a black layer of magnetite (iron oxide crystallised during the cross).
The bronze color is due to the heating during this cross."

Sprich: Ziz ist erst kürzlich gefallen und die braune Kruste ist tatsächlich Fusionskruste.

Grüsse,
Mark

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 15, 2008, 01:59:54 vorm.
Hallo MarkV,

interessanter Ansatzpunkt!

Das glaube ich allerdings garnicht!..(mit einem leichten schmunzeln im Gesicht)
Da werden sich die Herren wohl vertan haben!
Aber wir können das Thema hier mal gern zur Diskussion stellen.
Was meinen die anderen??

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am September 15, 2008, 09:51:15 vorm.
Hallo Metties,

die braune Kruste soll nach Mirkos Ausführungen bei den Zizen nur sandgestrahlte Fläche sein und nicht originale Kruste. Für das neue Eisen kann das m.E. unmöglich zutreffen: Das neue Eisen weist - wenn man genau hinsieht - zwei verschiedene Oberflächen auf: Außen befindet sich eine hauchdünne schwarze Schicht, unmittelbar darunter kommt eine braune Schicht zum Vorschein. Die schwarze Schicht läßt sich leicht abkratzen. Wäre das Teil sandgestrahlt, wäre die schwarze Schicht ganz sicher nicht mehr drauf. Ergo: Das neue Eisen muss ein relativ frischer Fall sein. Flowlines hat es womöglich nie gehabt, was nicht ungewöhlich ist. Ob das auch bei den Zizen so ist, kann ich mangels Anschauungsmaterial nicht sagen. Was meinen die anderen?

Gruß, Andi K.
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 15, 2008, 11:41:19 vorm.
Hallo AndiK,

also ich denke schon,das jedes Eisen irgendwie flowlines zeigen muß!
Liegt ja in der Natur der Sache begründet!
Da wo was schmilzt zeigt sich auch das Ergebnis davon!
Nur kennen wir nicht viele Eisen mit flowlines,weil die meisten eben schon
viel zu sehr verwittert sind.
Alle frischen Eisen zeigen flowlines!
Taza z.B. (würde ich sagen) ist viel viel frischer als das "neue" Eisen.
Der lag nur hauptsächlich im Boden und ist da etwas angegammelt.
Zeigt aber auch eine für Taza typische Schutzschicht.
Darunter findest Du dann viele nette Stücke mit flowlines und Orientierung.

Aber zurück zu der braunen Kruste,
Die braune Kruste ist mit Sicherheit das Ergebnis der ständigen Sandbestrahlung.
Ne braune Schmelzkruste beim Eisen kenn ich auch garnicht.
Das schwarze,was sich auf Deinem Eisen findet,das könnte noch wirkliche
Schmelzkruste sein.
Da diese im Windschatten liegt und nicht so sehr vom Sand angegriffen wurde.
Aber leicht entfernen dürfte sie sich auch nicht lassen?!
Das ist seltsam!
Jedenfalls denke ich das "neue" Eisen ist schon verdammt uralt und hat ein
ordentliches terrestrisches Alter!

Viele liebe Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Andreas Gren am September 15, 2008, 11:53:32 vorm.
Zitat
das das komplette Eisen mal so rostig war,wie die Koralle an der einen Stelle.
Und um so mehr dieses Stück freigelegt wird,um so sauberer wird das Eisen wieder!

das kann nicht sein, wenn die angegammelte Fläche jetzt gesandstrahlt würde tät man nie so eine feine Oberfläche heraus bekommen wie jetzt an den "guten" Stellen.
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am September 15, 2008, 12:05:40 nachm.
Moin Eisenandi,
hallo Mirko,

hmmm ,Mirko - dann müsste aber doch jedes Sikhote Individual Flowlines haben, da ja jedes frisch und angeschmolzen ist. Ham sie aber nicht! Ich denke, dass Flowlines nur dann entstehen können, wenn das Teil orientiert fliegt. Wenn´s Individual während des Fluges eiert, gibts auch keine Flowlines. Möglicherweise hat man von dem neuen NWA nur eiernde Teile gefunden, oder gabs davon auch Orientierte mit Schmelzlippe? Dass man keine Flowlines gefunden hat, sagt m.E. nichts übers terrestrische Alter.

Ich stimme Dir zu, Mirko, dass die braune Kruste das Ergebnis (zumindest kurzzeitiger) Sandbestrahlung ist. Die dünne schwarze Schicht ist m.E. jedoch brandfrische Kruste! Würde der NWA jahrhunderte lang sandgestrahlt, hätte er auch nicht mehr diese zierlichen, äußerst scharf abgegrenzten Regmaglypten und Kanten, wie wohl auch der Andi andeutet...

Andi K.
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 15, 2008, 12:21:07 nachm.
Hallo Andi,

warum nicht??

Ein gutes Beispiel wäre ja meinetwegen auch Morasko und das Bild was Peter
von seinem Morasko gestern eingestellt hat.
Im Fundzustand sieht das nach garnichts aus und man erkennt mit Sicherheit nichtmal ne
Regmaglypte!
Wenn die Teile dann im Elektrolyse-Bad gereinig werden,kommt die "ganze" Schönheit wieder zu Tage!
Natürlich lässt sich das nicht mit dem Wüsteneisen vergleichen,weil es ja zwei verschiedene Regionen sind.
Ich wollte damit nur sagen,das ein Eisen schon angammeln kann,man dann aber nach der Reinigung ein ganz
anderes Bild erhält!

Was für eine feine Qualität nach dem Windschliff zu erwarten ist,zeigt uns doch das Beispiel Wüstenglas.
Normalerweise sind die rauh und hutzelig.
Die gesandstrahlte Seite ist aber absolut glatt und richtig fein gesandstrahlt.
So wie eben dieses Eisen an den "frischen" Stellen.

Da wir ja auch beide ,anhand von MarkV´s Beispiel festgestellt haben,das der rostige Teil im Boden liegt!
Und wenn man jetzt davon ausgeht, das das Eisen nach dem Fall (damals,lange her) mit Sicherheit in den Boden
eingedrungen ist,da natürlich anfängt zu verwittern und dann erst nach Abtragung und Freilegung des Stücks so
gesandstrahlt wurde,klingt das für mich am logischsten.
Oder wie sollte sowas sonst funktionieren?

So werden die größten Klötze auch immer die sein,die die meiste Verwitterung zeigen werden,weil sie
einfach tiefer lagen und bis zur absoluten Freilegung noch ein paar "Jährchen" gebraucht hätten und
somit noch nen rostigen Fuß zeigen.
Hingegen kleine Stück nicht tief in den Boden eingedrungen sind,somit viel eher wieder freigelegt wurden
und jetzt schon einige tausend Jahre obenauf liegen und rundum schön aussehen,weil sie genug Zeit
hatten vom Wind gereinigt zu werden.

Viele Grüße Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 15, 2008, 12:47:48 nachm.


hmmm ,Mirko - dann müsste aber doch jedes Sikhote Individual Flowlines haben, da ja jedes frisch und angeschmolzen ist. Ham sie aber nicht! Ich denke, dass Flowlines nur dann entstehen können, wenn das Teil orientiert fliegt. Wenn´s Individual während des Fluges eiert, gibts auch keine Flowlines. Möglicherweise hat man von dem neuen NWA nur eiernde Teile gefunden, oder gabs davon auch Orientierte mit Schmelzlippe? Dass man keine Flowlines gefunden hat, sagt m.E. nichts übers terrestrische Alter.



Andi K.

Hallo AndiK,

na ja,jedes Stück eines Falls zeigt nun keine flowlines!
Aber alles was frische Eisen sind,findest Du sowas!
Sikote hat schöne Individuals mit flowlines,Schmelzlippe,oirentierte Köpfe und eben das volle Programm,was
ein Eisenfall mit vielen einzelnen Stücken eben so bieten kann!
Taza,auch nicht windgeschliffen zeigt ja nun das volle Sortiment an Knöpfen,Hitzeschildern,Flowlines,Nasen ...was weis ich!
Glorieta Mountain zeigt sowas noch teilweise.
Sacramento Wash005(Franconia iron) zeigt wunderschöne orientierte Stücke!

Nur eben das "neue" Eisen nicht!
Bei so einem Eisenfall mit so vielen Stücken hast Du eben auch viele Stücke die eben flowlines und dergleichen
zeigen!
Sowas wird das "neue" Eisen auch gezeigt haben.
Das sieht man nur nicht,weil es eben sandgestrahlt ist und von der Schmelzkruste nix mehr da ist.
Ist ja alles braun!




Ich stimme Dir zu, Mirko, dass die braune Kruste das Ergebnis (zumindest kurzzeitiger) Sandbestrahlung ist. Die dünne schwarze Schicht ist m.E. jedoch brandfrische Kruste! Würde der NWA jahrhunderte lang sandgestrahlt, hätte er auch nicht mehr diese zierlichen, äußerst scharf abgegrenzten Regmaglypten und Kanten, wie wohl auch der Andi andeutet...

Andi K.

na das Eisen ist ja relativ stabil gegenüber sandstrahlen!
Und nur jahrhunderte hätten dafür nicht gereicht,das Eisen so aussehen zu lassen!
Der wurde jahrtausende gesandstrahlt.
Nun dürft ihr Euch das nur nicht mit einer Sandstrahlpistole vorstellen!!
So agressiv weht es in der Wüste nicht!
Sonst hätte da ja nach einem Sandsturm kein Auto mehr Lack drauf !

Das geschieht ganz langsam über die Zeit hinweg!
Daher auch die langen Liegezeiten!
"brandfrische"Kruste findest Du daher nur an geschützten Stellen!
Oder was denkst Du,wann das Eisen gefallen ist,wenn das solch "brandfrische" Kruste zeigt?
Würde ja einfach nicht mit dem windgeschliffenen Stellen zusammen passen!
Weil um diesen Schliff zu erreichen,reichen kein Jahr,keine10 Jahre und auch keine 100 Jahre aus !

Viele Grüße Mirko
PS: das ist ja mal ne richtig schöne Diskussion mit vielen verschiendenen Ansichten  :super:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am September 15, 2008, 13:23:36 nachm.
Hallo Mirko,

um es auf den Punkt zu bringen: Was ist die dünne schwarze Kruste, die auf meinem 74 g- Stück eine braune Schicht überdeckt? Wohlgemerkt: Diese Kruste bedeckt den Met auf allen Seiten und auch auf exponierten Stellen!

Wenn das Kruste ist (was soll es sonst sein? Wüstenlack?), kann das Stück unmöglich Jahrhunderte/ Jahrtausende auf dem Boden gelegen haben, auch wenn ein Sandsturm kein Sandstrahlgebläse ist. Und wenn´s eingebuddelt war und erst vor kurzem der natürlichen Sandstrahlung ausgesetzt, kanns auch unmöglich sein, dass der Sand zwar die Verunreinigungen wegpustet, aber vor der schwarzen Schicht Halt macht, oder?

Das Teil ist frisch! :aua:

Andi

P.S.: Ich finde die Diskussion auch sehr interessant  :einaugeblinzel:. Was meint denn Haschr dazu?
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Andreas Gren am September 15, 2008, 13:25:21 nachm.
Zitat
warum nicht??
Weil man beim Reinigen oder Sandstrahlen immer etwas abträgt und nichts neues hinzu fügt.

Ich hab da ein logische Problem:
Regamaglypten und Kruste entstehen außen am Met, Verwitterung setzt außen an. Nun trage ich oder Muttern Natur das Verwitterte ab und hab wieder Regmaglypten und Kruste???
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 15, 2008, 13:29:16 nachm.

Außen befindet sich eine hauchdünne schwarze Schicht, unmittelbar darunter kommt eine braune Schicht zum Vorschein. Die schwarze Schicht läßt sich leicht abkratzen.

Gruß, Andi K.

Hallo AndiK,

aber Du schreibst doch,das sich die schwarze Schicht leicht entfernen lässt!
Echte,und vor allem frische Schmelzkruste, lässt sich nicht so leicht entfernen!

das Teil ist Hundealt !!

Viele Grüße Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 15, 2008, 13:42:44 nachm.
Zitat
warum nicht??
Weil man beim Reinigen oder Sandstrahlen immer etwas abträgt und nichts neues hinzu fügt.

Ich hab da ein logische Problem:
Regamaglypten und Kruste entstehen außen am Met, Verwitterung setzt außen an. Nun trage ich oder Muttern Natur das Verwitterte ab und hab wieder Regmaglypten und Kruste???

Hallo Andi,

nix Kruste!
Die Stücke zeigen ja eben keine Kruste.
Nur an geschützten Stellen finden sich Reste davon!
Ne Verwitterung ist ja nichts weiter als ne Oxid-Schicht.
Im Falle Eisen-Met ne Rostschicht.
Wenn man jetzt wieder den Morasko als Beispiel hinzu nimmt:
Wenn man den findet,hat der eine fette Rostborke dran,das dies ein unförmiges Etwas ist.
Reinigt man den,kommt seine ursprüngliche Form wieder und man sieht wieder Regmaglypten!
Würde man solch einen,sich im Fundzustand befindlichen Morasko für ein paar Tausend Jahre in
die Wüste legen,würde der genuso nett aussehen,wie unser Eisen hier!
Und das ist Wüste!
Wer weis schon wie stark die Verwitterung fortgeschritten ist,bevor die Besandstahlung einsetzt??? :gruebel:

Aber selbst an schwer verwitterten Stücken,die nicht aus der Wüste kommen,kann man sowas finden.
Der Haschr Asward hatte mal einen Campo del Cielo vorgestellt!
Nun werdet Ihr mir ja sicher Recht geben,wenn ich sage,das wenn man einen Campo findet,das
dies der totale Rostklumpen ist,richtig.
Trotzdessen zeigt das Stück vom Haschr Asward in den Regmaglypten noch Reste von Schmelzkruste!
Aber das natürlich nur nach dem Reinigen.
Würde man das Teil jetzt in die Wüste gelegt haben und einige "Jährchen" sind vergangen,
hätte man das in etwa gleiche Bild wie bei dem "neuen" Eisen.
Schöne braune Dessert-Patina und in den,vorm Wind recht gut geschützten Regmaglypten eine
gereinigte Schmelzkruste.

Viele Grüße Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 15, 2008, 13:55:52 nachm.
noch ein Nachtrag:

Muttern Natur kannst Du auch garnicht selbst imitieren.
WennDu den selbst reinigen würdest,würdest Du ein ganz anderes Erscheinungsbild
hervorrufen als das Ergebnis,was wir haben.
Genauso wenig kann man eine künstliche Patina erzeugen,die über viele Jahrhuderte/Jahrtausende
"gewachsen" ist.
Da spielen sich noch ganz andere Prozesse ab.

Ne Silbermünze schützt sich auch über eine schöne schwarze Patina.
Läuft an,Oxid-Schicht.
Und eine z.B. Eisenstange die zum arbeiten ständig in Gebrauch ist,rostet auch nicht.
Stattdessen hat diese ne schöne blau-schwarze Farbe durch das ständige anfassen.
Nun ist unser Leben leider zu kurz und die Technologie viel zu fortschrittlich,um diese Eisenstange
über Jahrhunderte oder Jahrtausende zu beobachten.
Wer weis,was die nach ewigen Zeiten für eine Patina hätte und wie
Rostbeständig sich diese zeigen würde.

Viele Grüße Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am September 15, 2008, 13:58:08 nachm.
Hallo Mirko,

es stimmt, die schwarze Schicht geht relativ einfach weg, sogar mit dem Fingernagel, wenn man sehr fest aufdrückt (nein, Maddin, ich werde das Schätzchen nicht weiter mit dem Fingernagel malträtieren!).

Mirko, was soll die schwarze Schicht denn sein, wenn nicht Kruste. Schau Dir doch die großen Bilder von dem neuen NWA am Anfang dieses Threats an. Da kann man sie gut erkennen. Sie ist hauchdünn und auf jeder Seite der Stücke, nicht nur auf den geschützten Bereichen, sondern ÜBERALL!

Warum sollen Teile frischer Kruste auf Eisenmets nicht abkratzbar sein? Es handelt sich dabei - untechnisch gesprochen - doch nur um einen "Belag", der durch große Hitze entstanden ist. Je nach Met dürfte der "Belag" unterschiedliche Qualitäten haben, dick oder dünn, mehrschichtig, haltbar, weniger haltbar etc., oder nicht?

Manche Campos und Moraskos weisen z.T. Regmaglypten auf. Allerdings keine frische Kruste! Die Regmaglypten sieht man halt noch, auch wenn von der äußeren Schicht des Met beispielsweise schon 1 cm weggerostet sind. Insofern sind die nicht vergleichbar mit einem Eisen, welches eine gleichmäßige, hauchdünne schwarze Schicht (Kruste?) aufweist.

Gruß Andi K.  :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Andreas Gren am September 15, 2008, 13:59:20 nachm.
Meteoriten müssen beim Fall also immer im Boden verschwinden?

Denke dass ein Wüstenboden wenn er nicht gerade aus feinem gleichmäßigen Sand besteht ein ganz hartes Brett sein kann, nämlich wenn sich Kiesel unterschiedlicher Größe mit Ton vermengen und das ganze jeden Tag wieder ausgebacken wird. Die Wahrscheinlichkeit , dass Mets im Boden begraben werden ist daher eher auf sich verlagernde Sand Massen zurück zu führen

Ja, die Sahara war nicht immer so, aber wenns runtergekommen ist als die Sahara noch Ton-Humus-Komplexe inne hatte,also das Zeug was in Mutterboden viel drin ist und Wasser halten kann, dann muss ja auch Feutigkeit im viel größeren Maße auf den Met eingewirkt haben können.

Auch muss man sich über Boden mehr Gedanken machen. Ein Boden ist ja nicht homogen, da ist ja alles geschichtet.
Also für mich scheint es so am besten zu erklären zu sein:

Met fällt auf festen Wüstenboden, macht ne kleine Mulde. Sofort fängt Feuchtigkeit aus dem Boden an den Met von unten anzunagen. Windverdriftungen von losem Sand verhüllen den Met.So wird er nicht gefunden und da der lose Sand keinen Ton enthält leitet er die Feuchtigkeit nicht um den ganzen Met. Wind legt den Met wieder frei und schon kann man Ihn einsammeln noch recht ansehnlich aber mit angenagtem Fuß. Das mit dem vom Winde verweht, äähm vom Winde mit Sand zu gedeckt kann man auch weg lassen.

An Taza ist zum Beispiel zu erkennen, dass der "reinigende" Windschliff nicht mit der Verwitterung mithalten kann

Lüby Glas ist ein recht homogenes Silikat, welches bei der Verwitterung wenig Neue Minerale um sich versammelt, also nicht wie ein Eisenmet, der beim Rotten eine Rost/Shale Schicht bildet. Drumm wird Lüby Glas auch schnell vom Wind poliert. Ein Eisenmet hat ja unterschiedliche Härten, der müsste dann ja nach nem Sandstrahlen so aussehen:

http://www.encyclopedia-of-meteorites.com/test/dolores.jpg (http://www.encyclopedia-of-meteorites.com/test/dolores.jpg)
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am September 15, 2008, 14:05:18 nachm.
Dolores ist ein klasse Argument, Andi! Auch der Neue NWA müßte nach dem "Sandstrahlen" mehr von seiner inneren Struktur zeigen, wäre er alt. Oder aber mehr Verwitterungserscheinungen! Beides zeit wer nicht, folglich ist er

FRISCH!  :aua:

Gruß Andi  :weissefahne:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 15, 2008, 14:08:49 nachm.


Manche Campos und Moraskos weisen z.T. Regmaglypten auf. Allerdings keine frische Kruste! Die Regmaglypten sieht man halt noch, auch wenn von der äußeren Schicht des Met beispielsweise schon 1 cm weggerostet sind. Insofern sind die nicht vergleichbar mit einem Eisen, welches eine gleichmäßige, hauchdünne schwarze Schicht (Kruste?) aufweist.

Gruß Andi K.  :prostbier:

Doch eben weil es sowas noch gibt (siehe meinen Beitrag oben),kann man davon ausgehen,das da nicht der halbe Met weggerostet ist!

Viele Grüße Mirko


Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Auricular am September 15, 2008, 14:20:08 nachm.
Servus,


leicht offtopic aber meint ihr daß es von dem neuen (oder auch nicht so neuen  :dizzy:) Eisen in München was zu kaufen gibt?

 :gruebel:

LG
Bernie
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 15, 2008, 14:22:02 nachm.
Meteoriten müssen beim Fall also immer im Boden verschwinden?



Hallo Andi,

nein,natürlich nicht!
Aber gerade Eisen mit einem höheren Gewicht pro Fläche ist es schon sehr wahrscheinlich,das diese
immer in den Boden eindringen!
Und die Funde von ein paar alten Metfällen(Eisen) haben ja gezeigt,das die teilweise auch schon sehr
erheblich tief in den Boden eindringen.

Peekskill hat ein Auto durchschlagen und noch den Boden under dem Auto zedeppert.
Und das war ein Stein.
Ein Eisen in der Größe hätte sicher ein Gewicht von vielleicht 40kg.
Das hätte noch viel mehr Schaden angerichtet.
Daher bin ich echt der Ansicht,das nur all zu wahrscheinlich ist,das ein Eisenmet im Boden verschwindet.
Also jetzt auf jeden Fall über ein Kilo.
Alles kleinere um 5g könnte auch im Boden verschwinden oder oben auf liegen bleiben.
Je nachdem wie schnell die Teile auch noch sind oder wie weit abgebremst und wie der Boden beschaffen ist.



Met fällt auf festen Wüstenboden, macht ne kleine Mulde. Sofort fängt Feuchtigkeit aus dem Boden an den Met von unten anzunagen. Windverdriftungen von losem Sand verhüllen den Met.So wird er nicht gefunden und da der lose Sand keinen Ton enthält leitet er die Feuchtigkeit nicht um den ganzen Met. Wind legt den Met wieder frei und schon kann man Ihn einsammeln noch recht ansehnlich aber mit angenagtem Fuß. Das mit dem vom Winde verweht, äähm vom Winde mit Sand zu gedeckt kann man auch weg lassen.




das ist natürlich auch möglich,klar warum nicht!



An Taza ist zum Beispiel zu erkennen, dass der "reinigende" Windschliff nicht mit der Verwitterung mithalten kann




bei Taza glaube ich,das der viel jünger ist als unser "neues" Eisen und die Taza´s
die jetzt gefunden werden,aus dem Boden gebuddelt werden und nicht mehr oben auf
liegen.
Für die ist die Zeit irgendwie noch nicht gekommen,das die hätte gereinigt werden können.

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am September 15, 2008, 14:26:15 nachm.
Letztendlich müßmer warten, bis eine Altersbestimmung gemacht wird (ob und wann, weiß man nicht).

Was bei einem Eisenmeteoriten tatsächlich als "Schmelzkruste" zu bezeichnen ist, darüber wird ja heftig gestritten,
welches Oxid just durch das "verbrennen" im Fluge, welches durch die Oxidation auf Erden...

Die Verwitterung hängt von so vielen unbekannten Faktoren ab, daß man nur spekulieren kann.
Campo zum Bsp ist rund 4000 Jahre her, zeigt noch die Reste der groben Regmaglypten,
nimmt man einen Dronino her, wo man die Größenordnungen >1000 lesen kann, so ist bei dem nix mehr übrig.

Kann keine Tabelle mit den terrestrischen Altern der Eisen finden,
im Netz nur Einzelveröffentlichungen.

Vielleicht tragen ja die Liebhaber ein paar Daten zusammen?

Bei dem neuen Eisen würde ich ausschließen wollen, daß es ein jüngerer Fall ist,
aber auch sagen, daß es jünger als "mittelalt" ist.  Welche Größen, Null Ahnung, weil gerade bei Wüste man sich wohl sehr vertun kann und die Verwitterungsprozesse wahrscheinlich langsamer ablaufen, wie man an den im Durchnitt Altern der Chondrite sehen kann, die es in anderen klimatischen Bedingungen längst zerbröselt hätte.
Sah man ja bei Noktat Addagmar auch gut. Ein Steinmeteorit, dessen schwarze Schmelzkruste noch nicht so leicht anpoliert war, durch den Sand, wie man es bei den W0/1 oder W1-Wüstlingen hat,
und der ausgesehen, wie ein knackfrischer Fall, - bei Juangcheng z.B. gabs zeitnah gesammelte Stücke, die wesentlich schlechter war,
kurz das Ding wurde gemessen, um zu prüfen, ob es mit einer Fallbeobachtung in Zusammenhang steht,
raus kam, daß es mindestens schon 20 Jahre gelegen haben muß.

Schau ich mir die verwitterten Stellen des neuen Eisens an, egal nun obse im Boden oder in der Luft,
und denk daran, wie hart Eisen im Ggs zu Stein ist,
wäre ich mir nicht so sicher, ob die neuen Eisen in geschichtlicher Zeit gefallen sind.

Aber schee sans scho!
 :prostbier:
Martin

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am September 15, 2008, 14:35:42 nachm.
Hi Mirko,

treffen wir uns also in der Mittn: Es is also offenbar weder frisch noch grottenalt!  :prostbier: :weissefahne: :prostbier: :weissefahne: :prostbier:

Schön isses jedenfalls wirklich!

@ Bernie: Haben nicht die Chladnis noch was? Vielleicht kommt aber bald nach, siehe Amilist (Farmer).

Grüße,
Andi K.
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am September 15, 2008, 14:36:07 nachm.
Aber, Mirko, Taza hat viel mehr Rost als das neue Eisen.....

http://www.niger-meteorite-recon.de/img_inventar/regmaglypted%20iron%20meteorite%20595.jpg

Bernie, schwer zu sagen, siehe Mirkos Post, daß er grad kaufen will, aber nix mehr im Moment bekommt,
andererseits auch noch kaum einer das neue Eisen anbietet, obwohls nun schon länger bekannt ist (wenn man bedenkt, wie schnell sich die Marokko-Klassiker a la Bensour, Oum Dreyga, Bassi, Benguerir, Ziz, Mali usw. immer verbreitet haben)  - so ist davon auszugehen, daß bislang wohl keine großen Mengen gefunden worden sind.

 :prostbier:
Mettmann
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 15, 2008, 14:39:28 nachm.
Dolores ist ein klasse Argument, Andi! Auch der Neue NWA müßte nach dem "Sandstrahlen" mehr von seiner inneren Struktur zeigen, wäre er alt. Oder aber mehr Verwitterungserscheinungen! Beides zeit wer nicht, folglich ist er

FRISCH!  :aua:

Gruß Andi  :weissefahne:

Hallo AndiK,

na ja,Dolores kommt ja von einer ganz anderen Ecke!
Zudem ist das ja auch ein mittlerer Oktaedrit.
Der muß ja nach Windschliff bei einem so großen Klotz,so aussehen!
Zudem denke ich nicht,das dies bei Dolores durch Windschliff entstanden ist.
Könnte auch duch Bodensäuren rausgeätzte sein im Laufe der Zeit,ähnlich wie
bei Muonionalusta.
Auch äusserlich teilweise Struktur zu erkennen,natürlich in Schweden ohne Windschliff.

Und unser neues Eisen hier ist ja ein grober Oktaedrit.
Wer sagt denn,das da die Struktur eines groben Oktaedriten nicht zu erkennen ist?
Der kann von der Struktur einfach nicht wie so ein mittlerer Oktaedrit aussehen.
Und schaut doch mal die Stücke genau an!!
Die Stellen,die zwar auch schön gerundet sind aber nicht eindeutig als
Regmaglypte zu identifizieren ist,kann doch das Kristallgitter eines groben
Oktedriten wiederspiegeln!

Viele Grüße Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: H5P6 am September 15, 2008, 14:42:03 nachm.
Hallo, :winke:

das mit dem Wüstensandschliff,habe ich auch schon anders erlebt.In den 80er Jahren habe ich in einem Betrieb gearbeitet,in dem auch eine Klemtnereiabteilung untergebracht war.Eines Tages kam ich in diese Abteilung und sah ein Kleinbus B1000,der dort zur Aufarbeitung abgestellt war.So etwas hatte ich noch nicht gesehen.Besonders auf der linken Seite war keine Farbe mehr auf dem Blech und die Scheiben waren Milchglas.Nach meiner Frage ,was damit passiert sei,sagte man mir,daß das Fahrzeug im Wüsteneinsatz gewesen war und nun vor der Neulackierung erst geklemtnert werden soll.

Gruß Jürgen :smile:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 15, 2008, 14:42:08 nachm.
Hi Mirko,

treffen wir uns also in der Mittn: Es is also offenbar weder frisch noch grottenalt!  :prostbier: :weissefahne: :prostbier: :weissefahne: :prostbier:

Schön isses jedenfalls wirklich!



Grüße,
Andi K.

Hallo AndiK,

klar !!!!!!!!!!!!
Ohne Frage,das Eisen ist totschick!!
Da gibt es nix zu rütteln!!

Aber alt ist es trotzdem!!

Viele Grüße Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am September 15, 2008, 14:43:46 nachm.
 :groll: hmpf, ich gebs auf!

Gruß Andi K.  :winke:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 15, 2008, 14:46:55 nachm.
Hallo, :winke:

das mit dem Wüstensandschliff,habe ich auch schon anders erlebt.In den 80er Jahren habe ich in einem Betrieb gearbeitet,in dem auch eine Klemtnereiabteilung untergebracht war.Eines Tages kam ich in diese Abteilung und sah ein Kleinbus B1000,der dort zur Aufarbeitung abgestellt war.So etwas hatte ich noch nicht gesehen.Besonders auf der linken Seite war keine Farbe mehr auf dem Blech und die Scheiben waren Milchglas.Nach meiner Frage ,was damit passiert sei,sagte man mir,daß das Fahrzeug im Wüsteneinsatz gewesen war und nun vor der Neulackierung erst geklemtnert werden soll.

Gruß Jürgen :smile:

Man Jürgen,

was sind denn das für alte Ostgeschichten!
Dann hat der olle Barkas eben zig Jahre wegen Ersatzteil-Lieferschwierigkeiten in der Wüste rumgestanden!
Oder die haben Dir einen Bären aufgebunden und das Teil haben die in der Klemptnerei gesandstrahlt!
Ausserdem,welcher Barkas bitteschön war denn auf Wüsteneinsatz??????????????????????????
Gabs ja nichtmal als Allrad!

Hat sich bestimmt auf den ersten Metern festgefahren und stand dann dort so lange bis Hilfe kam! :auslachl: :auslachl:

Gruß Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 15, 2008, 14:52:54 nachm.
Aber, Mirko, Taza hat viel mehr Rost als das neue Eisen.....


 :prostbier:
Mettmann

ja,Taza zeigt aber auch noch wirkliche Schmelzkruste,flowlines und sonstiges..

Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am September 15, 2008, 15:01:24 nachm.
Hallo,

mir fiel soeben ein neuer Aspekt ein zur Frage "alt oder neu". Das neue NWA-Eisen hat ziemlich großen Silikatanteil, den man auch von außen auch erkennen kann. Wäre es grottenalt, wie Mirko meint, müßte man da nicht einen Unterschied sehen an den Stellen, wo Silikat neben Eisen zu Tage tritt? Wenn es immer wieder sandgestrahlt worden ist, müßte man doch sehen, dass das (weichere) Silikat in Vertiefungen sitzt, während das (härte) Eisen noch übrig bleibt, ähnlich den Skeletons bei Imilac. Da dem nicht so ist, das Silikat befindet sich gewissermaßen auf selber Ebene, ist das neue NWA...

...FRISCH!  :lacher:

Gruß, Andi K.
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 15, 2008, 15:06:34 nachm.
Hallo Andi,

stimmt nicht!
Die Eisen zeigen sogar kleine Löcher und Gruben,nämlich genau da,wo auch
kleinste Silikate sitzen!
Und die großen Silikateinschlüsse sitzen auch meist etwas tiefer als
das Eisen am Rand ist.
Also ausgewittert oder rausgestrahlt!

Viele Grüße Mirko

.......hundealt!! :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am September 15, 2008, 15:23:06 nachm.
...aber jünger als die meisten Wüsteneisen  :baetsch:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 15, 2008, 15:32:25 nachm.
wäre möglich....... :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 15, 2008, 15:46:06 nachm.
Nochmal ganz schnell ein Lob an alle beteiligten!

Diese Diskussion hier ist doch wirklich vom allerfeinsten!
Davon lebt ein Forum und Einwände werden ausgeräumt und
neue Ideen werden geboren!

Klasse Leute!!

PS: AndiK:

Nicht immer müssen Silikate weicher sein als Eisen!
Eisen ist zum Beispiel weicher als ein ,hm meinetwegen Olivin.
Silikate könnten demzufolge auch beständiger gegen Windschliff sein.

So,bin dann mal kurz abwesend.

Haschr Asward könnte aber seine Gedanken nochmal kurz
zu dem Thema darlegen.
Das wäre fein.

...und weg :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Andreas Gren am September 15, 2008, 16:37:27 nachm.
Ui ein Lob, this makes my day
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am September 15, 2008, 17:04:12 nachm.
Hallo Mirko, Maddin, Andi, Metties

aba was is denn nu mit der superdünnen schwarzen Kruste auf braunen Grund?????? :gruebel:

Dazu hat bisher noch keiner ne Theorie :nixweiss: Wüstenlack? Umweltverschmutzung? Angemalt (Maddin! :lacher:)? Oder einfach nur: Schmelzkruste?

Andi K.
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am September 15, 2008, 18:23:37 nachm.
Nein, geschminkt hamwer ihn nicht.
Müßmer mal selber kratzen.

Farmer mokkiert sich gerade auf der US-List:
"However, I feel that paying $30,000 for a 10 kilo piece just out of the desert from a wholesaler is too much."

Nuju...
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 16, 2008, 02:03:58 vorm.
Hallo Mitglieder,

um nochmal auf die schwarze "Kruste" auf braunem Grund zurückzukommen.
Die Frage ist ne gute,was das schwarze dann wohl sein könnte.
Ich habe mich gerade mal in meiner Vitrine umgeschaut und folgendes unklassifiziertes
Eisen als gutes Beispiel empfunden.
Vielleicht kann man es anhand der Bilder ertwas verdeutlichen.

Also wie ich ja geschrieben hatte,bin ich der Ansicht,das unser Eisen nach dem Fall im Boden
verschwunden ist.
Dann über lange Zeit im Boden rosten konnte und nach vielen,vielen Jahren durch Abragung z.B.
Wind wieder freigelegt wurde.
Dann einem ständigen Windschliff ausgestzt war was diese schönen glatten Strukturen bringt.
Das Stück,welches ich euch jetzt hier zeige,verdeutlicht einen schönen Übergang von Rost zu
schwarzer Kruste dann über braune (wie unser "neues" Eisen) zu hellbraun und fast blank.
Anhand dessen kann man schön sehen,das die als erstes freigelegten Stellen am blankesten sind
und dann es immer dunkler wird,da wo der Wind und der Sand sich nicht mehr so lange auslassen
konnten,wie an den Stellen die schon viele Jahre früher freigelegt waren.

Daher denke ich,das die schwarze "Kruste" an Euern Stücken einfach nichts weiter
als eine glatt geschliffene Verwitterungskruste (Rostkruste) ist.
Diese geht im scheinbar nahtlosen Übergang zu braun und fast blank über.

Hier die Fotos dazu
Was denkt Ihr darüber???

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 16, 2008, 02:14:03 vorm.
und hier noch ein paar Fotos von Rückseite und einem schönen freigelegten Einschluß !!
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 16, 2008, 02:16:49 vorm.
und noch ein paar Details in Nahaufnahme...


Gruß Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: APE am September 16, 2008, 03:15:12 vorm.
Hallo Leute,

ich bin kein Eisenspezialist wie ihr, aber trotzdem will ich mal meinen Senf dazu geben.  :prostbier:

Wir haben doch hier ein silikatreiches Eisen, um nicht zu sagen sehr viel steiniges im Eisen. Nun Steine habe sehr schöne rauhe 3D Krusten. Eisen dagegen hat eine extrem dünne Haut, die naja mehr oder weniger eine Kruste darstellt. Was ist eigentlich Kruste? Ja das ist eine gute Frage! Kruste ist für mich eine Schmelze, aus allem was vorhanden war. Also ein Guter Mix aus allem. Klar manchmal gibt es auch markante Zonen, wo eben eine Mischung nicht zustande kam, wie z. B. wenn eine große Kalziumchondre wie ein Fettfleck an des Steinmets-Kruste glänzt. Eisenkrusten sind für mich nur geschmolzenes Eisen und eben nun wieder starr gewordenes Metall. Ich weiß allerdings nicht, warum diese Stücke dann schwarze Krusten haben. Wie jetzt, ist im Fluge plötzlich ein Mineral entstanden?
 :confused:
Aber letztlich sind alle Schmelzen gleich und zeigen Fließstrukturen! Mirko zeigte mir das Material des neuen NWA-Eisens und es hatte absolut keine Krustenmerkmale. Nichts! Es gibt keine Schmelze an der Oberfläche! Keine Schmelzkruste - nur dunkle fast schwarze oder hellbraune Flächen, glatt und glänzend. Manchmal sogar rotbraune Flecken wie bei einem Lack, vielleicht ein Eisenmineral. Ich weiß nicht. Ich sehe Metall mit vielen Gruben und Bergen. Ich sehe auch das silikatische Material aber eher in den Vertiefungen liegen. Ich sehe sogar eine frische Bruchfläche die bunt schillert und dort ist ein Gefüge wie bei Gußeisen zu beobachten. Sind die heutigen Oberflächen überhaupt jene Oberflächen, die beim Fall des Mets von Schmelzkruste überzogen waren?
 :fluester:
Alles zusammen suggeriert mir die gezeigten Stücke eher ein schon sehr altes Eisen, was total verrostet war, wo neue Minerale Drumherum entstanden sind, die für mich eine Art Wüstenlack darstellen. Das Eisen ist mit Sicherheit in den Boden gestürzt und hat nicht nur die Humusschicht durchschlagen, sondern ist auch tief in den silikatreichen Untergrund eingedrungen. Dort verschüttet ist er außen komplett verrostet und auch abgetragen worden. Ja ich stelle mir das ähnlich vor, wie in Morasko die Eisenmets. Das heißt, diese NWA-Eisen sind schon mal länger auf der Erde, als die Trockenzeit in Nordafrika nun schon dauert. Äh, momente mal! Woher kommen denn nun eigentlich die Stücke genau?
 :nixweiss:
Wie auch immer, das Besondere an der "Koralle" ist, dieser Met ist einerseits stark verrostet und andererseits glatt wie ein Kinderpopo. Ich sage, verrostet im Boden und alles was darüber hinaus in den Himmel ragte, wurde glatt poliert vom Wind. Ich sage auch POLIERT und nicht Sandgestrahlt, denn der Fundort liegt nicht in einer Sandwüste! Ich gehe davon aus, der Boden ist am Fundort sehr hart! Die Koralle wäre sonst umgefallen, denn der Schwerpunkt scheint mir schon weit im Bereich zu liegen, der poliert worden ist. Wüsten sind halt Abtragungsgebiete und somit kommen alte Dinge sukzessive wieder an die Oberfläche zurück. Übrigens ganz im Gegenteil zu Deutschland! Je nach bevorzugter Windrichtung müßte eine Seite mehr poliert sein als die andere, wobei an der Leeseite sogar eine Düne entstehen kann. Eine bevorzugte Seite habe ich aber noch nicht entdecken können.

So ungefähr poliert der Wind den Met ... :streichel:
He - immer von rechts nach links! Geht es auch mal an einer anderen Stelle! Es tut langsam weh!!!!!
A. A. A. Au. Au. Au. Aua. Aua. Auaaaaaaaa...  :platt: (platt)

Tatsächlich wird ein Eisenklotz in der Wüste schnell auskühlen und oft Tau anhaften haben, wenn es denn feucht genug wird. Der Tau wiederum tropft oder läuft nach unten, also in den Boden am Met. Direkte Sonne oder starke Temperaturwechsel, aber auch Kontaktstellen mit anderen Materialien oder unreine Materialoberflächen sind bevorzugte Oxidationsstellen, vor allem wenn Wasser vorhanden ist. Dies scheint mir, so denke ich zur Zeit, hier aber gar nicht wirklich wichtig zu sein. Denn wenn es eine Sandanhäufung auf der Leeseite gibt, dann sollte diese auch etwas mehr verrostet sein. Aber ich sehe dies an der Oberfläche nicht.
 :user:
Ja was ist, wenn der Rost schon sehr alt ist?! Er hat mit heute gar nichts zu tun. Er ist eher Zeugnis einer längst vergangen Zeit, als diese Gegend viel feuchter war. Nur der Fuß steckte eben noch in der harten "Sandsteinschicht" und konnte noch nicht gesäubert werden. Ich wette, um den Met herum war der steinharte Boden rotbraun, aber eigentlich hat er eine ganz andere Farbe. Möglicherweise ist manch rotbraune silikatreiche Grube am Eisenmet gar kein außerirdischer Einschluß, sondern eher versteinerter Rost oder so ...
 :gruebel:
Naja, die Eisenstücke des Taza-Fundgebietes zeigen Fließstrukturen und sind somit viel ursprünglicher nach dem Fallereignis erhalten geblieben, als es das neue (ZIZ) NWA-Eisen zeigt. Taza ist also viel besser erhalten geblieben, hat also besser und trockener gelegen. Doch ob es jünger ist, steht damit noch lange nicht fest. Möglicherweise ist der Tazafall erst in der bis heute anhaltenden nordafrikanischen Trockenzeit gefallen, also vielleicht sogar jünger als 2000 Jahre. Wer weiß das schon? Aber genaueres werden wir bestimmt nicht durch das Studium der Oberflächen herausbekommen! Wenn man jedoch wüßte, wie tief ein Met damals eingedrungen ist und wie viel Abtragung durch Erosion pro Jahr im Fundgebiet zu verzeichnen ist, dann könnte man eine grobe Abschätzung wagen ...
 :prostbier:
So geschaft! Aha, der Mirko war schon wieder am Werk ...
 :user:
Gruß Thomas
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am September 16, 2008, 03:59:44 vorm.
Uiii das riecht doch förmlich nach einem der berüchtigten Lutzenschen Versuche!

Man nehme einen möglichst frischen Eisenmeteoriten und bewahre in ein paar Jährchen im Geschirrspülautomaten auf und wasche ihn auch immer artig mit.
Turbowitterung. Da hat er fast alles was er braucht. Feuchtigkeit, Salze, Temperaturschwankungen...
...und schaue, was mit ihm geschieht.

 :wow:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MarkV am September 16, 2008, 08:41:24 vorm.

Wie auch immer, das Besondere an der "Koralle" ist, dieser Met ist einerseits stark verrostet und andererseits glatt wie ein Kinderpopo. Ich sage, verrostet im Boden und alles was darüber hinaus in den Himmel ragte, wurde glatt poliert vom Wind.

Hallo Thomas,
das hört sich alles sehr schlüssig an. Ich denke inzwischen auch, dass die glänzende Oberfläche eine Wüstenpatina und keine Schmelzkruste ist. Dann stellt sich für mich noch die Frage, ob die korallenartige Oberfläche überhaupt original so gewesen ist, also eine Art von Regmaglypten darstellt, oder ob die Oberfläche durch einen Verwitterungsprozess entstanden ist. Das Eisen ist ja sehr silikatreich. Wenn die Silikate rauswittern, dann entsteht vielleicht so eine korallenartige Oberfläche. Erinnert mich auch etwas an eine Krause Glucke (Pilz).
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bild:Sparassis_crispa_JPG1.jpg&filetimestamp=20071230120823

Grüsse,
Mark
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am September 16, 2008, 09:22:24 vorm.
Hallo Leute,

Mirkos unklassifiziertes NWA ist zwar schwarz-braun wie die Haselnuss, also hat eine ziemlich ähnliche Farbe wie das neue NWA. Wüsteneisen sehen also offenbar häufig so aus. Von der Farbe her kann man also kaum auf das terrestrische Alter eines Eisens schließen, die schwarze und braune Schicht wird wohl tatsächlich so ne Art Wüstenlack sein, wie der Thomas vermutet. Jedenfalls zeigt das neue Eisen keine bläulichen Farbtöne, wie bei vergleichsweise frischem Sikhote. Ergo: Nicht frisch.

Bei Mirkos Eisen fehlen aber die ziemlich deutlichen Regmaglypten und die fragile Struktur, wie sie das neue NWA aufweist. Ich glaube nicht, dass deren Entstehung allein durch die Sandstrahl- oder "Windstreicheltheorie" vom Thomas zu erklären sind. Dafür sind sie den frischen Schmelzgruben von Sikhote-Individuals zu ähnlich (nur kleiner). Möglicherweise wurde durch Wind und Wetter tatsächlich eine äußere Schicht Eisen abgetragen, so dass auch etwaig vorhandene Fließstrukturen abgeschmirgelt wurden, dennoch wurde nur so wenig abgetragen, dass man noch die Regmaglypten erkennen kann. Also ist es nicht "hundealt" (Mirko! :laughing:), aber vielleicht schon ein paar Jahrhunderte. Dafür spricht auch der Korallenfuß, der auch seine Zeit braucht, um so zu "wachsen".

Danke für die aufschlussreichen Überlegungen und Beispiele :super:. Bin schon gespannt auf die weiteren Erkenntnisse nach Klassifikation!

Gruß, Andi K.  :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 16, 2008, 12:28:23 nachm.


Dann stellt sich für mich noch die Frage, ob die korallenartige Oberfläche überhaupt original so gewesen ist, also eine Art von Regmaglypten darstellt, oder ob die Oberfläche durch einen Verwitterungsprozess entstanden ist. Das Eisen ist ja sehr silikatreich. Wenn die Silikate rauswittern, dann entsteht vielleicht so eine korallenartige Oberfläche.

Grüsse,
Mark

Hallo MarkV,

ja,das ist ein guter Ansatzpunkt.
Das wäre durchaus möglich.
Aber es gibt auch Stücke,so wie die eine Seite der Koralle sowie das Stück
von Haschr Asward,wo ne Seite fast glatt und platt aussieht,wo man nicht
von Regmaglypten sprechen kann.
Diese Flächen waren dann vielleicht viel stärker verwittert oder waren mehr oder länger
der Verwitterung ausgesetzt.

AndiK: stell doch mal bitte ein paar Fotos von Deinem Stück hier ein.
         Je mehr Stücke man vergleichen kann,um so besser!
         (Hundealt oder Saufrisch,das ist hier die Frage  :einaugeblinzel: )

Viele Grüße Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am September 16, 2008, 13:50:43 nachm.
Hallo Metties,

auf vielfachen Wunsch  :einaugeblinzel: das kleine neue, "hundealte" NWA XXXX, 74.8 g...

Gruß, Andi K.
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am September 16, 2008, 13:54:47 nachm.
... und noch eine Vergrößerung. Dort sieht man deutlich die schwarze Schicht über der braunen und dass mir der Maddin auch n´Sandkorn zum Met verkauft hat!  :lacher:

Andi K.
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 16, 2008, 14:05:17 nachm.
Hallo AndiK,

ein schönes Stück! :super:
Ja,die kleinen sehen schon sehr schnuckelig aus!

Auf Deinem letzten Foto,links neben dem Sandkorn,ist eine schwarze Linie zu
sehen!
Das sieht aus wie eine Kristall-Grenze.
Da ist die Verwitterung reingezogen,sitzt jetzt einen kleinen Touch tiefer im
sandstrahl-geschützten Bereich.
Sowas würde ne Schmelzkruste nie machen.
Gutes Beispiel für eine schwarze,geglättete Verwitterungskruste.

Viele Grüße Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am September 16, 2008, 14:09:39 nachm.
Also bitte Kinder,

nicht versteigen. Das sind eindeutige Regmaglypten par excellence!

Das sich Sand, Säure und Wind die Mühe machen sollten, täuschend echt bis ins kleinste Detail Regmaglypten rauszufressen und nachzuschnitzen ist doch Unsinn.
Wind, Säuren, Oxidation sind der große Gleichmacher. Die machen alles flach. Darum haben ja die ganzen Moraskos, Campos und so weiter nur noch die ganz großen und groben Gruben und Dellen übrig,
und wenn man sich so einen uralten Muonionalusta anschaut, da ist überhaupt nix übrig mehr.
Das sind doch keine Moldavite.

Bittschön, jetzt nehmen wir das Neue Eisen her:
http://www.polandmet.com/gfx_ziz/ziz_1043e.jpg

So und das halten wir gegen einen Sikhote-Alin von den allerersten Funden.
http://spacerocksinc.com/Dec1.html

So und guckt doch die Koralle an:
http://www.chladnis-heirs.com/vip/1678g-1.jpg

und hier.
http://www.chladnis-heirs.com/vip/1678g-3.jpg

Seht ihr das? Da ist der verwitterte Teil messerscharf, teilweise gar durch eine Kante, abgesetzt
und v.a. DÜNNER.  Da sieht man, da fehlt bis zu einem cm Material rundrum gegenüber dem Rest,
weil es weggewittert ist mit samt den feinen Regmaglypten.

Ja meint ihr denn, die Eisen würden im Boden wachsen und größer werden, als eiserner Stalagmiten und dann die regmaglyptenartigen Strukturen aus Nickeleisen ausbilden?

Grad das Bsp ist doch sehr prägnant,
weil die Form ausschließt, daß die platten und flachen Stellen durch einen späteren Abbruch beim Atmosphärenflug entstanden sind.

Sowas hat man schon auch mit dem Zwieregmaglyptischen - der im Übrigen sauber ist, ohne Oxidationsschlonz.
Der ist genauso ungereinigt wie die Koralle.
Guckt:  

Hier der fürs neue Eisen gewohnte Anblick:
http://www.chladnis-heirs.com/vip/1494g-2.jpg

und dreht man ihn um:
http://www.chladnis-heirs.com/vip/1494g-3.jpg

weiß man, warum die Regmaglypte Thumb-Prints heißen...

Das neue Eisen ist der Knaller, WEIL es solche guterhaltene Regmaglypten hat.
Und nun fangt ihr an, zu Spekulieren, ob die Dinger in einen Säuresee bei Bitterfeld gefallen seien
oder ob der Wind und der Sand sich befleißigt hat, als Herrgottsschnitzer tätig zu werden.
Seht ihr denn nicht, wie teilweis relativ scharfkantige Ränder an den Regaglypten noch da sind?
Wenn ich etwas sandstrahle, dann wird es glatt, flach, eingeebnet.
Stabile Mikroturbulenzen, die auf Jahrhunderte cm genau kleinstteilig das Eisen abtragen wie mit der Präparationsdüse..?

So, wie kriegt man durch Verwitterung Löcher in die Eisen?

Vermöge, mit Calgon wäre das nicht passiert:  Lochfraß
Bestes Bsp. hier:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/55/Willamette_Meteorite,_AMNH,_New_York_Times,_1911.JPG
Aber das resultiert nicht in mm-genauer Arbeit, sondern die Löcher sind großräumiger, was nicht angefressen ist drumrum bleibt platt.

Und tolle Löcher kriegt man, wenn vorher was weicheres als das Eisen drin war, was rauswittert.

Schautma, sooo schaut Mundrabilla von innen aus:

http://www.meteorite-times.com/Back_Links/2003/August/ad09mundrabilla.jpg

Und wenn man das in die Wüste legt und genügend Zeit mitbringt,
dann sieht das einmal so aus:
http://www.meteorites.com.au/images/mundrabilla.jpg

Da ist dann Graphit und Troilit rausgewittert und wo es dereinst saß, klaffen große Löcher.
Die man auch nicht mit Regmaglypten verwechsen kann.
Siehe auch das beigefügte Maßstabskaninchen.

Habt ihr ja auch hier und da v.a. bei den ollen IAB/IIICDlern, daß da ein tiefes kreisrundes Loch oder Grübchen klafft, wo ein Troilittropfen, derer sie ja viele haben, herausgefallen ist.
Mist, jetzt scheinen alle ihre Uruacus schon kleingehauen zu haben - da hats man besonders gut gesehen,
aussen platt alles verwittert, mit Oxidschlonz, aber hie und da noch ein kugelrundes Loch,
womit man sie gut von Campo hat unterscheiden können.
Hat wer nochn Bild da?
Hier übrigens die Hauptmasse, wie sie ausgegraben wurd, auch eine Verwitterungsform....
http://www.encyclopedia-of-meteorites.com/test/uruacu_mainmass_svend_buhl2.jpg


Such ich halt gschwind nen Campo... da:
http://www.unitednuclear.com/met601large.jpg

In dem fetten Loch in der Mitte, da saß mal ein Troilit.

Nun und der Vollständigkeit halber.
Wenn Säuren im Boden fressen, dann wirds platt, dann gibt es keine ehernen Moldavite,
aber manchmal eine natürliche Ätzung.
Hier beim uuuuuralten Muonionalusta in kleinem Maßstab
http://www.muonionalustameteorites.com/1kg_1w.jpg

oder ganz toll im Größern:
http://www.muonionalustameteorites.com/rostis_1_800.gif

Ist natürlich auch besonders effektvoll, weil ein Sehr feiner Oktaedrit ist.

Bitte nicht verwechseln mit den gescatterten Nantans und Campos, wo ab und zu Ebayklopper schreiben, die seien durch Bodensäuren so entstanden.


Und die allgemein häufigste Verwitterungsform bei Eisen ist der Verwitterungsschlonz.
Dicke Schichten, aus verschiedenen Oxiden, der Mineralog tät sagen, Limonit, Magnetit, Wuestit usw.
Blätterig, bröselig, greislig - da der Meteorit eben vor sich hinrostet.
Campo, Morasko, besonders Odessa - da muß man den Schlamassel regelrecht abhämmern, bis man ans Eisen kommt.
Bei Odessa ists gar bis zu mehreren Zentimetern dick. Oder nehmt den Hoba her.
Ist ein Eisen besonders selten und teuer, dann schmeißt man den Schlonz nicht weg, sondern verkauft ihn als?
Als "Shale".

Aber Regmaglypten kann die Verwitterung nicht bauen.

Diese neuen Eisen, die rangieren in einer Königsklasse mit Taza und Ziz.
Farmer schumpfte gerade aus Denver, daß man ihm eins der neuen Eisen als orientiert andrehen wollte, bloß weils Flow-Lines hatte.

Die Frage, wie alt es ist, ist rel. müßig. Wichtiger als das absolute Alter ist doch, wie gut die Dinger erhalten sind!

In der Wüste gehts halt viel langsamer zu.
Wenn man den Neuschwanstein in die Sahara legt, dann schaut der noch nach 1000 Jahren höchst passabel aus.
Läßt man ihn im Gebirg, dann ist der nach ein paar Wintern übel verrostert und nach 1000 Jahren nimmer viel übrig.
Fällt ein Eisen ins Watt, macht das Salz es platt - und dann hast komplett durchoxidiertes Eisen wie Santa Katarina.
Fällts in den Schlamm, kanns bei günstigen Bedingungen wie ein Fossil mit Stein drumrum hunderte Mio Jahre bestehen, diehe Murray, siehe die Chondrite aus Brunflo.

Deswegen müßt man die Altersfrage in Relation zu anderen Wüsteneisen stellen
und dann wird die Antwort höchstwahrscheinlich heißen:
Im Vgl zu denen ist das neue Eisen blutjung.

 :prostbier:
Mettmann, der jetzt keine der neuen Eisen mehr übrig hat...













Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am September 16, 2008, 14:46:02 nachm.
HA - UND ER IST DOCH

FRISCH!

Wußt ichs doch!  :baetsch:

Danke Maddin, hast´s mal wieder anschaulich auf den Punkt gebracht. Ich such übrigens noch immer ´nen kleinen Ziz :traurig2:. Wer weiß Rat?  :nixweiss:

Andi K.
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 16, 2008, 15:35:29 nachm.
Hallo Martin,

na klar sind das an der Koralle Regmaglypten.
Bestreitet ja auch keiner!

Aber es gibt Bereiche an den neuen Eisen,die unerklärlich sind!

Wie würdest Du Dir dann sowas hier erklären?
Ich meine das 1. und das 6. Foto!!

http://www.niger-meteorite-recon.de/de/meteoriten_verkauf.htm

oder Thomas stellt mal ein paar Bilder von seinem Stück hier ein:
Thomas: ich meine den Fuß auf dem das Stück stehen kann :fluester:


Leider habe ich die Koralle noch nicht live gesehen.
Wie dick,Martin,schätzt Du denn die Rostschicht ein??

Und Du meinst,wenn der Sand auf einer Seite gegen ein Eisen mit vielen Regmgalypten
bläst,das die Oberfläche dann flach wird??
Wie soll das gehen??
Tragen sich die Hügel von Regmaglypten eher ab?
Und wenn warum?

Gruß Mirko  :prostbier:

PS: Was für ein Alter würdest Du den dem "neuen" Eisen zugestehen?
      In Jahren ausgedrückt!
      Das kann man natürlich nicht wissen,nur schätzen?
      Wäre mal interessant.



Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Andreas Gren am September 16, 2008, 15:47:04 nachm.
Damit die Freunde vom Sandstrahlen nicht zu kurz kommen, hier mal ein sandgestrahlter Toluca
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am September 16, 2008, 15:59:23 nachm.
Hallo Andi,

na ja,Toluca ist da vielleicht ein ganz schlechtes Beispiel!!
Weil der eben schon so schwer vergammelt ist.

Aber das Bild ist wiederum sehr gut!!
Es zeigt ganz deutlich,das eben das Eisen nicht flach wird,wenn man es sandstrahlt!
Sondern absolut winzige Feinheiten hervortreten!!
Daran sieht man eben sehr gut,das in erster Linie der verwitterte Schlonz
von dem Strahlsand angegriffen wird und das Eisen dagegen sehr resistent ist.
Ist ja schließlich auch Sinn und Zweck des Sandstrahlens!
Das eben ein Präparator sein Fossil aus der Matrix präparieren kann!
Sonst würde er ja alles nur abtragen und platt machen,bis nix mehr da ist!

Oder denkst Du,wenn Du z.B. diesen Henbury hier absichtlich sandstrahlen
würdst,das der dann aussehen würde wie der gesandstrahlte Toluca??

http://meteorites.asu.edu/images/henbury-big.jpg

Ich würde denken,der würde ähnlich wie unser "neues" Eisen aussehen,
nur eben ohne die schöne braune Wüsten-Patina.

Daher,wenn man annimmt,das die "neuen" Eisen soweit verwittert waren,wie
unser Henbury-Beispiel hier,das dann der Wüstensand daraus wieder ein
schönes Individual macht,welches wir eben jetzt vorliegen haben.
Und dieses nun fäschlicherweise für so ultra-frisch halten.

Viele Grüße Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Haschr Aswad am September 16, 2008, 16:39:32 nachm.
Anbei einige terrestrische Alter einer Auswahl von Steinmeteoriten:

 JaH 078 (Oman) ~18.700 Jahre
SAU 001 (Oman) ~ 8.400 Jahre
Dho 005 (Oman) 176.000 Jahre

Terrestrische Alter einiger Eisenmeteoriten:

Tamarugal (Chile) >1,5 mio. Jahre
Keen Mountain (USA) ~ 1300 Jahre
MIB 03002 (Miller Butte, Antarktis) ~610.000 Jahre
Shisr 043 (Oman) <10.000 Jahre (Reste von Schmelzrinde)
Muonionalusta (Schweden) >800.000 Jahre
Dronino (USSR) > 1.000 Jahre
Henbury (Australien) ~ 4.200 Jahre

Was fällt als erstes auf? Richtig, das äußere Erscheinungsbild korreliert in auffallend vielen Fällen nicht mit dem irdischen Alter. Der Verwitterungsgrad ist deshalb kein guter Indikator für das irdische Alter von Meteoriten. Deswegen wird das irdische Alter von Meteoriten ja auch nicht nach dem W-Grad oder einem Blick in die Kristallkugel vergeben, sondern am Zerfall kosmischer Radionuklide gemessen. Der Verwitterungsgrad hängt stark von der Klimazone, der Beschaffenheit des Fundhorizontes und einer Reihe klimageschichtlicher Faktoren ab, die gerne außer Acht gelassen werden.

Der äußere Anschein sagt uns also nichts über das absolute terrestrische Alter. Man kann ihn aber heranziehen, um etwas über das relative terrestrische Alter auszusagen, etwa im Vergleich zu einem anderen Objekt ähnlicher Beschaffenheit das vom selben Fundort stammt. Mangels fehlender Dokumentation tappen wir was das neue Eisen angeht, diesbezüglich aber leider im Dunkeln. Da die für die Konservierung von Meteoriten in situ entscheidenden topografischen und geologischen Gegebenheiten in der Sahara binnen weniger Kilometer abrupt wechseln können, ist es durchaus möglich, dass zwei gleich alte Eisen, die wenige Kilometer voneinander entfernt gefallen sind, stark unterschiedlich verwittert sind. Mann kann ohne konkrete Kenntnis des Fundortes also auch über das relative Alter nur spekulieren.

Folgendes lässt sich aber sagen:

1.   Die Korrasionserscheinugen am neuen Eisen sind deutlich stärker ausgeprägt als bei Ziz
2.   Der Materialverlust durch Abrasion ist wesentlich höher als bei Ziz
3.   Die Anzeichen chemischer Verwitterung sind stärker als bei Ziz

Da der Korrasionsgrad mit der Zeit korreliert, die der Meteorit dem Windschliff ausgesetzt ist, kann man schließen, dass die neuen Funde wesentlich länger exponiert waren als die Ziz-Eisen. Normalerweise geht das auch mit einem höheren terrestrischen Alter einher.

Normalerweise, muss aber nicht. Theoretisch ist es sogar möglich, dass Ziz trotz des frischeren Erscheinungsbildes einen wesentlich älteren Fall repräsentiert. Dazu muss man wissen, dass die allermeisten Wüstenmeteoriten über lange Zeit einsedimentiert waren, was der Hauptgrund dafür ist, dass wir uns heute noch an ihnen erfreuen können. Die Gebiete in denen wir sie heute finden, sind aktuell Erosionszonen. Zum Zeitpunkt des Falles bzw. zwischen Fall und Gegenwart waren diese Gebiete jedoch einmal Sedimentationszonen. Und dabei reden wir nicht von Zentimetern, sondern von einer Mächtigkeit der Bodenbedeckung von mehreren Metern über heutigem Niveau. Ich führe das jetzt nicht aus, unten ist die entsprechende Literatur angehängt. Die Masse/Eindringtiefe eines Meteoriten spielt also keine Rolle für die hier diskutierten Fragen. Einsedimentiert überstanden die Meteoriten auch die humideren Klimaphasen der Sahara.

Aber zurück zum Thema. Man nehme nun an, dass Ziz zum Zeitpunkt x fällt und durch akkumulierenden Boden einsedimentiert wird. Dann, nach x + 15.000 Jahren fällt unser neues Eisen. Es wird kaum noch einsedimentiert, da sich das Klima gerade wandelt, die westliche Sahara wird arider, die Bodenbedeckung durch Vegetation, die den Löss bisher gebunden hat, verschwindet und es beginnt die Erosion.

Angenommen diese schreitet mit ca. 1cm /10 Jahre voran, mal mehr, mal weniger stark, aber stetig. Nach knapp tausend Jahren wird unser neues Eisen freigelegt und wandert mit dem absinkenden Boden langsam nach unten in Richtung des heutigen Niveaus. Ständig dem Windschliff und von unten den von Andi G. geschilderten Kapillarprozessen ausgesetzt.

Im Laufe dieses Prozesses verändern die Wüstenmeteoriten nicht selten mehrfach Ihre relative Lage. Man sieht das sehr schön an durch Verwitterung fragmentierten Steinmeteoriten, deren Fragmente in den Wendekreiswüsten oft meterweit auseinander liegen.  Die Winderosion kommt durch die Lageveränderung auch auf anderen als der in Fundposition windzugewandten Seite zum Tragen.

Zurück zu unserem hypothetischen Fall. Ein paar tausend Jahre später, während das „neue“ Eisen schon schwer von den Elementen gebeutelt wurde, erreicht die Winderosion jene Bodenschicht, in der unser Ziz eingebettet ist. Nachdem die erste Ecke aus dem Boden schaut dauert es noch hundert, vielleicht hundertfünfzig Jahre, bis er ganz aus seinem Ei gepellt wird, aber dann liegt er da, in alter Frische, neben dem neuen Eisen, dass sehr viel stärker mitgenommen ist.

Kurz gesagt, nicht das terrestrische Alter ist für den Erhaltungsgrad von Sahara-Meteoriten entscheidend, sondern die Dauer der Exponiertheit, das Klima während des Falles, während der Exponation, die Zusammensetzung der bedeckenden Bodenschicht etc. etc..

Nun zur Frage der Regmaglypten. Martin liegt sicher richtig, wenn er sagt, dass das neue Eisen teils schöne Regmaglypten aufweist. Das gilt aber nur zum Teil und nicht für alle Stücke. Da ich seine Exemplare nur im Bild kenne, beschränke ich mich im Folgenden auf die Exemplare, die ich in der Hand hatte. Ein Teil der hier diskutierten Strukturen ahmt Regmalypten nur nach während es sich tatsächlich um Erosionsstrukturen handelt. Es ist nämlich keineswegs so, dass „Verwitterung“ ein Eisen oder einen Stein einfach nivelliert. Eine „Verwitterung“ als solche gibt es ohnehin nicht. Eine vorwiegend chemische Oxidation in feuchtem Millieu, möglicherweise noch in Verbindung mit mechanischer Abrasion in einer Endmoräne (z.B. Muonionalusta) führt zu einem völlig anderen Erscheinungsbild wie eine Abtragung vorwiegend durch Sandschliff in einem hyperariden Millieu (wie in unserem Fall des neuen Eisens).

Gerade bei stark unebenen Flächen kommt es zu Makroverwirbelungen die den Anprall der Sandkörner kanalisieren und zu einer lokal stark unterschiedlich Abrasion führen. So entstehen „Regmaglypten“ in hartem Dolomit, etwa im zentralen Dhofar. Dadurch können aber auch Regmaglypten auf Meteoriten „aufgebohrt“ und ausgeweitet werden. Die beiden letzten Aufnahmen auf dieser Seite zeigen einen Steinmeteoriten, der durch Windschliff zu einigen schönen und sehr tiefen „Regmaglypten“ gekommen ist:

http://www.niger-meteorite-recon.de/de/desert_meteorite_search_8.htm

Bei Eisenmeteoriten vollzieht sich dieser Prozess naturgemäß langsamer.

Dieses Phänomen tritt insbesondere dann auf, wenn es sich um einen inhomogenen Körper, zusammengesetzt aus unterschiedlich harten Komponenten handelt. Genau das ist bei dem neuen Eisen der Fall. Auf den Bildern der 1873g Masse ist sehr schön zu sehen, wie es dadurch zu einer Skelettpräparation kommt:

http://www.niger-meteorite-recon.de/de/meteoriten_verkauf.htm

Muldenförmige Vertiefungen entstanden an diesem Stück insbesondere dort, wo silikatische Komponenten zu Tage treten. Dass es sich insbesondere bei den kleineren Strukturen nicht um Regmaglypten sondern um Erosionsgruben (oder wenn man so will „Korrasioglypten“) handelt, sieht man auch am Verhältnis der Größe dieser Strukturen zur Größe des Meteoriten. Sie sind teils deutlich kleiner als man das bei Regmaglypten auf einem solchen Handstück erwarten würde.

Nun handelt es sich bei der Korrasion aber nicht nur um ein einfaches „Sandstrahlen“. Es kommt dabei auf Steinen und Eisen auch zu einigen komplexen chemischen Reaktionen mit den Umgebungsmineralen, die noch weitgehend unverstanden sind.

Damit die genannten Prozesse, die an den neuen Eisen ablesbare Wirkung entfalten, müssen sie über sehr große Zeiträume wirken. Ich verweise auf das oben genannte Beispiel Shisr 43, das Eisen, das trotz eines terrestrischen Alters von 10.000 Jahren noch deutliche Spuren von Schmelzrinde zeigt. Zwar ist der Oman nicht die nordwestliche Sahara, dennoch entstanden die dortigen Aggregationsflächen unter den gleichen Bedingungen. Ich halte deshalb ein vergleichsweise hohes Alter für zumindest plausibel und es würde mich nicht überraschen, wenn das neue Eisen deutlich älter sein sollte.


Literatur:

Detlef Busche (1998) Die zentrale Sahara. Oberflächenformen im Wandel, 1. Aufl, Gotha : Perthes, 1998

J. Schlüter et al. (2002) The Dar al Gani meteorite field, Meteoritics & Planetary Science 37, 1079-1093.

Hofmann, Beda et. Al.: Meteorite accumulation surfaces in Oman. In: 4th Swiss Geoscience Meeting, Bern 2006
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Allende am September 16, 2008, 16:45:35 nachm.
Hoi Maddin

Du hast geschrieben:
> Und tolle Löcher kriegt man, wenn vorher was weicheres
> als das Eisen drin war, was rauswittert.
>
> Und wenn man das in die Wüste legt und genügend Zeit mitbringt,
> dann sieht das einmal so aus:
> http://www.meteorites.com.au/images/mundrabilla.jpg
>
> Da ist dann Graphit und Troilit rausgewittert und wo es dereinst saß,
> klaffen große Löcher. Die man auch nicht mit Regmaglypten verwechsen
> kann.
> Siehe auch das beigefügte Maßstabskaninchen.

Danke für Dein ausführliches Statement, das ganz prima ist. Eine Kleinigkeit muss ich aber anmerken: Das mit dem Hasen, nein, ich meine mit dem Mundrabilla, da ist etwas nicht ganz richtig.  :ehefrau:  Die bis zu 2.5 cm tiefen und oft nur finderdicken Löcher sind nicht entstanden, weil die vielen Troilite im Laufe der Jahrhunderte/Jahrtausende herausgewittert sind, sondern noch während der Flugphase durch die Erdatmosphäre herausgeschmolzen sind! Sorry, aber es ist wirklich so. Trolilit hat einen Schmelzbereich, der einige hundert Grad Celsius niedriger liegt als der Schmelzbereich von der Fe/Ni-Metallmasse. Bei Mundrabilla sind die Troilite einfach so häufig, dass alle paar wenigen cm schon wieder der nächste Troilit auftaucht und ständig auch Troilite beim Ablationsvorgang an die Oberfläche geraten und dort partiell oder ganz herausgeschmolzen wurden. Ich hatte das Vergnügen, dass ich mich in den frühen 90er-Jahren mal ausgiebig darüber mit Vagn Buchwald unterhalten durfte. In meinem anständig grossen Mundrabilla-Endstück liegen diverse Troilite direkt am Randbereich man erkennt teilweise Anschmelzungen, bzw. termische Veränderungen von eben diesen den Randzonen-Troiliten. Siehe auch die angehängten 2 beispielhaften Bildern. Da wo der Bleistift von aussen durch die polierte Fläche ragt, ist der Troilit klar thermisch verändert gegenüber weiter innen sitzenden Troiliten. Das Loch, durch den der Beispift gesteckt wurde ist von aussen gesehen über 2 cm tief und teilweise sehr eng.

Ob der gleiche Schmelzmechanismus auch bei Canyon Diablo, Campo und anderen vorhanden war oder ob es sich dort um grosszügiges Herauswittern der Troiliteinschlüsse bis zur Lochbildung handelt, kann ich nicht genau sagen. Canyon Diablo und Campo haben allerdings ein deutlich höheres terrestrisches Alter als Mundrabilla und so denke ich, dass die Verwitterung bei Canyon Diablo und anderen Eisen der vorherrschende Mechanismus für die grossen Mulden und Löcher sind.

Der Hase auf dem Mundrabilla, den müsste man fragen können...   :laughing:

Gruss aus Niederhasli
Allende
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am September 16, 2008, 17:26:56 nachm.
..und da hast Du natürlich recht, Allende!

In der Eile vergißt man so manches.

So z.B. eigentlich auch das Einfachste!

Nämlich, ein ganz simples Zeichen, ob schon etwas von einem Eisen abgetragen wurde durch Erosion,
ist, zu schauen, ob die rekristallisierte Zone, der reheated rim, wie der Ami sagt, vorhanden ist.
Also der alleräußerste Bereich eines Eisens, der so stark erhitzt worden ist, das Widmänner und Neumänner dort flöten gegangen sind. Findet man einen solchen, dann weiß man, daß an dem Stück noch nix nennenswertes abgetragen sein kann,
denn der ist in der Regel nur 1-2mm dick (bei sehr kleinen Individuals oder bei orientierten Stücken an der Frontseite auch schon mal dicker).
Wohl verstanden, er muß selbst bei frisch-gefallenen Exemplaren nicht absolut und unbedingt vorhanden sein, hängt davon ab wie und wanns das Ding zerissen hat - aber wenn man einen findet, weiß man zumindest, daß es prächtig erhalten ist. Guanaco als Wüsteneisen z.B. fällt mir gerade ein..  Schaumer eben einmal, was weitere Scheibelungen des neuen Eisens ergeben.

(Im Übrigen auch ein Hinweis, wenn ich Neumänner bis an den Rand hab, dann kanns mit der großzügigen Def., die manche von "Schmelzkruste" bei Eisen haben, nicht weit hersein).

Und wieder weg.
 :prostbier:
Martin
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am September 17, 2008, 05:05:46 vorm.
Hallo Metties,

danke für die vielen erschöpfenden Beiträge zur Frage des terrestrischen Alters von Mets. Besonders aufschlussreich und nachvollziehbar war der Aufsatz von Svend!

Gruß AndiK.

P.S. @ Mettmann: Maßstabskaninchen gibts zuhauf direkt vor unserer Haustür! Wir haben hier in Schwabing eine ausgewachsene Plage. Mittlerweile gibts die auch, wie den scale cube, in verschiedenen Auflagen, dummerweis aber auch in verschiedenen Größen zwischen 10 und 40 cm! Vor offizieller Einführung in den Metmarkt müsste man sich also noch einigen, ob man nun die kleinen, mittleren oder die großen nimmt :laughing:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Dirk am September 19, 2008, 23:32:53 nachm.
Hallo,

auf der US-list kam gerade eine mail vom Jason Utas rein. Er hat eine ganze Reihe von Ziz-Fotos gepostet.

Hier seine mail mit dem link zu den Bildern:

Hello All,

In light of the new iron being found, and it's supposed similarity to
Ziz, I've taken the liberty of shooting some of the Ziz irons.
All of the photos are available in large sizes, with the best
resolution I could give.

They're available at the following link:

http://www.flickr.com/photos/30622578@N08/sets/72157607335937821/

I'm not sure if one has to become a member of the website to view the
photos in full-resolution or not, but if it's offered, clicking on the
"all sizes" tab located at the upper left of the picture should allow
you a full-screen view of any photo I've posted.

In any case, I'm of the opinion that Ziz is distinct from the new
finds.  I don't have a slice on-hand to compare, but from what I can
remember, there wasn't a single silicate inclusion present in any of
the slices from the 20+kg mass that was sectioned.
Although one could say that, as with Campo, there are silicate-rich
and silicate-poor areas within the iron, I would simply point out the
fact that even the slices of Campo rare in silicates typically show an
inclusion or two - and none of the individuals pictured has a single
silicate inclusion visible on its surface.  So...well, have a look.

Regards,
Jason


 :prostbier:
Dirk
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MarkV am September 20, 2008, 00:25:19 vorm.
Hallo Dirk,
danke für den Link. Die Bilder sind grossartig. Ich meine auf 2 oder 3 Bildern Flowlines gesehen zu haben. Ziz macht schon einen sehr frischen Eindruck. Diese Regmaglypten sind bestimmt nicht durch Verwitterung entstanden.

Wie kann eigentlich eine Person so viel Ziz haben? Ist das ein Händler?

Grüsse,
Mark
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MetGold am September 20, 2008, 07:05:27 vorm.
Hallo,

das ist der blanke Wahnsinn. Das geht wohl nur, wenn man sie selbst sucht und findet.  :unfassbar:

 :winken:   MetGold   :alter:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am September 20, 2008, 09:50:00 vorm.
Hallo,

traumhaft! Bei der 23 kg-Masse gehen einem die Augen über! Die Fotos zeigen ganz klar, dass Ziz nicht gepaired ist mit dem Neuen und es ist wohl arg unwahrscheinlich, wenn zuerst silikat-freie und später nur silikatreiche Teile gefunden werden.

Hat denn niemand noch ein kleines Ziz-Individual im Angebot, oder kennt wen, der wen kennt...  :crying:

Gruß AndiK.
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Dirk am September 20, 2008, 10:15:54 vorm.
Hallo AndiK.,

farg den Jason Utas doch mal, ob er Dir von den kleinen Stücken etwas verkauft. Mehr als Nein-sagen kann er ja nicht  :einaugeblinzel:

 :prostbier:
Dirk
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am September 20, 2008, 11:04:45 vorm.
Hallo Dirk,

danke für Tipp :super: (manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht). Anfrage ist raus, mal sehen, ob was geht.

Gruß und schönes Woe
AndiK
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: gsac am September 20, 2008, 14:30:13 nachm.
Viel Erfolg, AndiK, Daumen werden gedrückt!

Vor lauter "Zitzen" möge man den großen Regmaglyptheimer Sikhote-Alin nicht
vergessen. Ich habe mir in einem kleinen nächtlichen Anfall von Kaufwahn den
da geleistet (siehe Fotos) - mit Loch! Sieht man leider auch immer seltener in
der Qualität... Ein kleiner, aber feiner 126.5-Grämmer!

Alex
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am September 20, 2008, 18:13:53 nachm.
Whow Alex,

das ist ein Prachtstück! Sogar mit Loch! Glückwunsch! War sicher nicht billig, lohnt sich aber, wenn man bei sowas zuschlägt. Mittlerweile sind ja fast nur noch Schrapnelle zu haben oder kleine orientierte.

Gruß, AndiK
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Oktober 08, 2008, 18:44:53 nachm.
Hallo Leute,

hm,AndiK, :weissefahne:
....ab heute bin ich mir irgendwie nicht mehr so sicher,ob ich vielleicht das
"hunde-alt" zurücknehmen sollte!! :weissefahne:

Ich habe hier ein schönes komplett orientiertes Stück von dem "Neuen Eisen" bekommen.
Und was soll ich sagen,man erkennt gut eine orientiertheit und das Teil zeigt flowlines und
besitzt,so würde ich das zu 95% sehen,frische schwarze Schmelzkruste über dem Silikat und dem Eisen!!!!!!!!! :wow:

Nun kann es ja durchaus so sein,wie unser Haschr Aswad hier geschrieben hat,das manche Stücke
eben schwerer von der Erosion betroffen wurde und andere eben weniger!
Zudem ich auch nicht glaube,das gerade bei diesem Stück hier,überhaupt schon eine schwere Verwitterung
angesetzt hatte!
Also weis ich im Moment nicht wirklich,was ich davon halten sollte? :gruebel:
Auf jeden Fall muß das Stück hier verdammt gut geschützt gelegen haben.
Ich habe mal 10 relativ gute Fotos von dem Stück gemacht.
Ich hoffe es wird nicht langweilig!

Viele Grüße Mirko
PS: AndiK: vielleicht doch nicht so hundealt ?? :gruebel: :platt:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Oktober 08, 2008, 18:46:34 nachm.
Front und Rückseite
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Oktober 08, 2008, 18:47:57 nachm.
Seite und flowlines
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Oktober 08, 2008, 18:49:07 nachm.
mehr flowlines...........
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Oktober 08, 2008, 18:53:42 nachm.
..... Schmelzkruste
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Oktober 08, 2008, 18:58:12 nachm.
ja,was meint Ihr ??????
Nur gut geschützt gelegen oder doch noch recht "frisch" ?? :gruebel: :gruebel: :gruebel: :gruebel:

Und hat vielleicht sonst noch wer ein Stück von diesem Eisen mit flowlines und hat das nur noch nicht
hier vorgestellt??

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am Oktober 08, 2008, 19:02:52 nachm.
 :laughing: Hi Mirko,

und ich sach doch:
Es ist frisch!

Nein, im Ernst, mittlerweile glaube ich, dass das neue Eisen nicht so taufrisch ist, wie ich anfangs dachte. Ich habe von dem neuen Eisen nun schon ziemlich verhunzte Individuals gesehen. Die müssen dem Aussehen nach schon sehr lange in einem sehr ungesunden Bodenklima gesteckt sein, mölicherweise als die Wüste noch grün war. Dein Individuum ist  wirklich sehr schön, aber meinst echt, dass das flowlines sind?  :gruebel: Ich weiß net recht...  :nixweiss: Was meinen denn die anderen?

Gruß, AndiK
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironsforever am Oktober 08, 2008, 19:05:17 nachm.
Obwohl... je länger ichs mir anseh, könnt fast sein!

AndiK
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Oktober 08, 2008, 19:14:24 nachm.
Hallo Andi,

ja,na klar,da bin ich mir sicher,das sind 1000% flowlines.
In echt sieht das einfach der Hammer aus.
Auf den Bildern kann man nichtmal die orientiertheit wirklich gut sehen.
Müsste man mal ein paar Bilder im Sonnenlicht machen und ergänzen!

Viele Grüße Mirko

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MarkV am Oktober 08, 2008, 19:51:53 nachm.
Hallo,
wenn die Oberfläche direkt beim Fall entstanden ist, dann müsste sich eine so "gekräuselte" Oberfläche ja auch bei anderen Eisenfällen finden lassen. Ich habe aber noch nie etwas vergleichbares gesehen. Allerdings gibt es ja auch kaum Eisenfälle.
http://www.polandmet.com/gfx_ziz/ziz_1043e.jpg (1kg Stück)

Thumbprints kommt von Daumen und in diese Löcher passt nichtmal der kleine Finger, oder?

Grüsse,
Mark
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Oktober 08, 2008, 20:06:18 nachm.
Hallo Mark,

welche gekräuselte Kruste meinst Du?
Bzw.auf welchem Bild ist die zu sehen?
Das einzige was etwas gekräuselt ausschaut sind die Flowlines auf dem Silikateinschluß.



Thumbprints kommt von Daumen und in diese Löcher passt nichtmal der kleine Finger, oder?



...das heißt ja auch nicht so,weil da unbedingt ein Daumen reinpassen muß.
Sikhote kann auch ganz feine Thumbprints zeigen,und da passt dann noch nichtmal der
kleine Finger einer Kinderhand rein.


Viele Grüße Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Dirk am Oktober 15, 2008, 16:32:05 nachm.
Hallo Leute  :winke: ,

heute kam eine Scheibe vom neuen Eisen ins Haus geflattert. Wollte sie Euch nicht vorenthalten ....

Wiegt 36,855g und hat die Maße 59 x 45 x 3mm.

 :prostbier:
Dirk
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Schönedingesammler am Oktober 15, 2008, 16:34:46 nachm.
Hallo Dirk,

fantastisch !!!!!!!!!!!!!!! :applaus:

cu, Uwe
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: gsac am Oktober 15, 2008, 18:31:12 nachm.
heute kam eine Scheibe vom neuen Eisen ins Haus geflattert. Wollte sie Euch nicht vorenthalten ....
Wiegt 36,855g und hat die Maße 59 x 45 x 3mm.

Fein, Dirk, fein!  :super:

Glückwunsch,
Alex
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MetGold am Oktober 15, 2008, 18:54:46 nachm.
Hallo Dirk,

ein sehr schönes Stück, alle Achtung !!!!

 :winken:   MetGold   :alter:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Oktober 15, 2008, 21:08:39 nachm.
Hi Dirk,

coooooooooool !!!!!!
Wo gabs denn die?

Ich habe heute auch ein paar Scheiben geschnitten.
Ich stell mal nachher auch noch ein paar Bilder rein.

........endlich tut sich bei diesem Thema wieder was !
Hat ja ein paar Tage pausiert !

Viele Grüße Mirko
 :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Oktober 16, 2008, 00:42:46 vorm.
Hallo Meteoriten Freunde,

hier noch schnell ein paar Fotos incl. Details von einer meiner heute geschnittenen Scheiben des
neuen Eisens.
Achtet mal darauf,es gibt einen rekristallisierten Rand zu sehen.
Nettes Material.
Und ein kleines Endstück gibt es gleich unter "Verkauf" hier im Forum zu haben.

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Oktober 16, 2008, 00:44:28 vorm.
.......die Rückseite
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Oktober 16, 2008, 00:46:08 vorm.
....Detail
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Oktober 16, 2008, 00:47:18 vorm.
....und noch ein Detail
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Schönedingesammler am Oktober 16, 2008, 08:33:34 vorm.
Mirko,

Du ätzt ! Und es gibt keinen der das besser kann.  :hut:
Fantastische Arbeit.  :applaus: :applaus: :applaus:
Auch wenn ich noch nie was bei Dir gekauft habe, bin ich doch schon lange ein Bewunderer Deiner Arbeit.
Und ich glaube jeder von uns, der mal geätzt hat, kann das beurteilen.

cu, Uwe :winke:

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Oktober 16, 2008, 10:14:17 vorm.
Hallo Uwe,

vielen Dank.
Freut mich natürlich sowas zu hören.
Allerdings "koche ich auch nur mit Wasser".

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am Oktober 17, 2008, 11:38:31 vorm.
.........und da haben wirs schon!

Ein rekristallisierter Rand, damit wissen wir also, daß die Regmaglypten tatsächlich Regmaglypten sind und keine irgendgeartete Skulpturierung durch Verwitterung, womit dieser Diskussionspunkt abgehakt ist.

 :prostbier:
Martin
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Oktober 17, 2008, 12:56:27 nachm.
.....na so einfach würde ich mir das aber nicht machen  :ehefrau:

Der Rand kann ja mal durchaus dicker gewesen sein,wer weis das? :nixweiss:
Sicherlich gibt es Stücke,wo es eindeutig Regmaglypten sind.
Und gerade auch nur an den Stücken und Seiten,wo es nach aussen eindeutig Regmaglypten sind,
findet man den rekristallisierten Rand.


Aber vieles ist eben nix!
Das ist tatsächliche Errosion bzw.Verwitterung.

Zudem man aber auch sagen kann,das ein so Silikatreiches Eisen,sollte sowas mal frisch fallen,
nie genauso wie Sikhote aussehen wird.
Klar stellenweise vielleicht (siehe mein orientierter) aber ansonsten ganz sicher durch die
Abwechslung von Eisen zu Silikat eine ganz eigene äussere Optik entwickeln wird!!!!
Vielleicht sind es ja doch Regmaglypten auf unserem neuen Eisen :nixweiss:
Nur wir kennen sowas noch nicht,weil wir nix frisches zum Vergleich haben?

Hat denn mal jemand ein Foto eines frisch gefallenen silikatreichen Eisens??
Eben!

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am Oktober 17, 2008, 15:31:02 nachm.
Zitat
.....na so einfach würde ich mir das aber nicht machen 

Aber sicher doch!!

So ein rekristallisierter Rand ist praktisch immer nur 1-2mm dick,
mit gelegentlichen Ausnahmen bei sehr kleinen Stücken,
weil das Zeug eben ned heißer wird beim Atmosphärenflug. Vergiß mal deinen Henbury.

D.h., da kann die Verwitterung, welcher Art auch immer, einfach keine cm-tiefen "Pseudoregmaglypten" geschnitzt haben,
weil sonst wär der rekristallisierte Rand furt.
Guxxu Boguslavka, guxx Sikhote, guxx Guanaco....

 :prostbier:
Martin
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Oktober 17, 2008, 20:47:50 nachm.
Hallo Maddin,

deshalb schrieb ich doch,das dieser Rand auch NUR auf den Seiten erhalten ist,wo es tatsächlich
noch Regmaglypten gibt.
Auf den Seiten,wo diese "Pseudoregmaglypten" zu sehen sind,hat ganz sicher Errosion und Verwitterung das Material
abgetragen.
Und da wird man keinen rekristallisierten Rand finden!
Behaupte ich jetzt einfach,solange,bis mir jemand einen zeigt!.
Und das es noch echte Regmaglypten gibt,habe ich mit meinem 2 Kilo orientierten Eisen gezeigt.
Ebenso Schmelzkruste und Flowlines.
Aber zeig mir doch mal an dem 4 Kilo Stück ne Regmaglypte??
Da gibt es keine!
Es sei denn,Silikatreiche Eisen sehen nach dem Fall schon so durchgequirlt aus,weil sich eben auch auf der
Oberfläche Gestein und Eisen abwechselt.
Aber hat je keener ein Bild von nem frischen silikatreichen Eisen!

Viele Grüße Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MarkV am Oktober 17, 2008, 21:29:59 nachm.
Ein anderes interessantes Bsp haben wir hier,
denn da sieht man zweierlei Arten von Regmaglypten - zum einen die feinteilig zerhutzelten, wie sie für die neuen Eisen typisch sind:

http://www.chladnis-heirs.com/vip/1494g-2.jpg

Aber dann auch eine Seite mit großflächigen und flachen, die eher an Gibeon erinnern (ist allerdings das erste Exemplar der neuen Eisen dergestalt, daß uns untergekommen):

http://www.chladnis-heirs.com/vip/1494g-3.jpg


Mir scheint es so zu sein, dass die gibeonartigen Regmaglypten die echten Regmaglypten sind, die feinteilig zerhutzelten dagegen ein Verwitterungsprodukt.

Grüsse,
Mark
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am November 08, 2008, 11:24:56 vorm.
Hallo Leute,

gerade eben in einer Scheibe Morasko einen rekristallisierten Rand entdeckt.
Dachte ich mir,die beiden Fotos passen hier aber nochmal sehr gut her!
Nur um zu zeigen,das auch äußerlich schwer verwitterte Eisen noch einen rekristallisierten
Rand zeigen können!!!

So ein rekristallisierter Randbereich ist also kein Beweis,um die Frische eines Eisens zu belegen!!  :ehefrau:

PS: diese Morasko Scheibe gibt es gerade bei ebay zu erwerben...  :fluester:

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MarkV am November 08, 2008, 11:49:07 vorm.
So ein rekristallisierter Randbereich ist also kein Beweis,um die Frische eines Eisens zu belegen!!  :ehefrau:



Hallo Mirko,
Morasko ist doch für ein Eisen noch sehr frisch, oder? Die Krater sind ja noch erhalten und wenn man bedenkt wie schnell der Carancas-Krater verschwindet, dann kann der Fall von Morasko noch nicht lange her sein. In der Literatur findet man meist 5000 Jahre als Altersangabe, aber wer kann das schon so genau bestimmen? Vielleicht ist der Einschlag noch viel jünger. Aber selbst mit 5000 Jahren gehört Morasko zu einem der frischesten Eisenfälle.

Bei Henbury sind die Krater auch noch erhalten und da heisst es, der Einschlag war vor 4000 Jahren. 

Es gibt ja noch Moraskos mit erhaltener Schmelzkruste:
http://www.polandmet.com/gfx_morasko/001g.jpg

Grüsse,
Mark
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am November 08, 2008, 12:12:29 nachm.
Hallo Mark,

ja,rein von der Zeit bzw.den Jahren mag das stimmen.
Aber es ging ja hier darum,das verwitterte Eisen wohl keinen rekristallisierten Rand mehr zeigen.
Welche Verwitterung auch immer.
Morsako ist ja schließlich in unserem schönen,feuchten,mitteleuropäischem Klima gefallen und liegt
dort schon 5000 Jahre.
Alle Stücke die dort gefunden werden,haben eine wirklich dicke Rostkruste.
Das weis aber keiner,weil die meisten Stücke schön,im Elektrolysebad gereinigt,angeboten werden!!
Ansonsten sind das wirklich Rostknorzen,wenn man die findet.
Wenn man dann diesen mehrere Zentimeter dicke Rostschicht entfernt hat und findet dann nach dem Ätzen
noch einen rekristallisierten Rand vor,ist das schon beeindruckend!!
Rein von der Liegezeit kann man da keine Schlüsse ziehen.
Sicherlich sehen Wüsteneisen mit 20000 oder 30000 Jahren Liegezeit besser aus,als ein "nur" 5000 Jahre
alter Morasko aus mitteleuropäischem Boden gebuddelt.
Ich wollte damit nur aufzeigen,das man rekristallisierte Ränder sowohl in Stücken mit schwerer Verwitterung als
auch in Wüsteneisen mit sandgestrahlter ,abgetragener Oberfläche finden kann und das dies eben kein Beweis für
eine wirkliche Frische darstellt!!
Klar,in den meisten Fällen schon!
Aber auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel!

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MarkV am November 08, 2008, 12:19:21 nachm.
Alle Stücke die dort gefunden werden,haben eine wirklich dicke Rostkruste.
Das weis aber keiner,weil die meisten Stücke schön,im Elektrolysebad gereinigt,angeboten werden!!
Ansonsten sind das wirklich Rostknorzen,wenn man die findet.
Wenn man dann diesen mehrere Zentimeter dicke Rostschicht entfernt und findet dann nach dem Ätzen
noch einen rekristallisierten Rand vor,ist das schon beeindruckend!!

Es kann schon sein, dass man zunächst eine zentimeterdicke Rostschicht entfernen muss, um an den Meteoriten zu gelangen. Aber ich glaube, diese Schicht hat sich um das Eisen angelagert und ist nicht unbedingt das zerfallene Meteoreisen selbst. Ich hab als Kind mal Reste von Fliegerbomben in einem Moor gefunden. Da war um das Eisen herum auch eine dicke rostartige Schicht, aber als ich die entfernt habe, da kam wieder glänzendes Metall zum Vorschein, auf dem man sogar eingravierte Buchstaben lesen konnte.

Grüsse,
Mark
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am November 08, 2008, 12:58:39 nachm.
Geh Mirko..... :laughing:

Ich glaub, Du verstehst unter "frisch" zeitlich gesehen "jung".

Wenn Du einen Apfel auf den Gartentisch legst und ihn da eine Woche in der Sonne schrumpeln läßt,
so ist er nimmer frisch. Legst ihn dieselbe Zeit in den Kühlschrank, dann ist er noch wunderbar frisch.
Er hat sich dann gut gehalten.

Also nochma in alter Frische.

Das neue Eisen ist sehr gut erhalten.

In der Diskussion gings doch darum, ob die zerhutzelten Oberflächen echte Regmaglypte darstellen
oder nur solche vortäuschen, in Wahrheit aber durch Erosion eingefressen worden seien, seis durch Windschliff, Säuren, Auswitterung und weiß der Geier was.

Diese Frage kan nun eindeutig beantwortet werden: Ja es sind aecht griabige Regmaglypte.

Warum? Weil die Eisen im Anschnitt und geätzt an den verhutzelten Seiten den rekristallisierten Rand zeigen.
Punktum.

Denn so ein rekristallisierter Rand entsteht beim Atmosphärenflug durch die Hitze und kann nicht durch irdische Prozesse im Boden entstehen.

Erosion und Windschliff bedeutet, daß da etwas weggenommen wird. Das weißt ja vom Autolackieren, daß man vorher den alten Lack sandstrahlt oder abschleift.
Und bei den Eisen verläuft auch die Verrostung von außen nach innen. Siehe bspw. den Huckitta, den Wolf Creek, den Odessa - wo man frisches Eisen nur noch im Innern findet.
Denn es ist ja nicht so, daß so ein Eisen im Boden sagt: Heh Eisen- und Nickelionen, kommt zu Papa, kommt zahlreich aus der Umgebung, ich will eine Oxidschlonzschicht über meinem rekristallisierten Rand und wenns geht daumendick ausbilden.
Eisen wachsen niiiicht - geht der alte Schlager.

So, und so ein rekristallisierter Rand pflegt eben nur seine 1-2mm dick zu sein, da die Hitz in der Flugphase, wos außen heiß wird und nimmer abgetragen wird, zu kurz ist, als das die Hitze tiefer reicht.

(Jajaja Henbury, orientierte Sikhotes, da schon mal dicker, weils kleine Individuals sind, das heißt die Oberfläche zum Volumen größer ist - weswegen ja auch die Pinguine und Pottwale so über aus groß sind, da se dann die Wärme besser halten können, als der Spatz und das Meerschwein, was in borealen Gefilden verratzt wär).

Seh ich also nen rekristallisierten Rand (und weiß, daß der Schleifer nicht anner Walze geschliffen, sodaß die Ränder schief),
so weiß ich - ahaaaa, da ist nicht viel weggegangen von der Seite.
Und grad bei dem Eisen sind die Regmaglypte ja teilweis bis zu 1cm tief eingegraben - so dick ist kein rekristallisierter Rand nicht.

Und auch die andere Frage ist geklärt - die Seiten, die diese Zerhutzelungen nicht zeigen, glatter und flächiger ausgeprägt und speziell bei diesem Eisen ockrig verfärbt sind, da sind die Regmaglypten furtgewittert,
denn da ist kein rekristallisierter Rand mehr, noch sind das Stellen später im Fluge abgeplatzt, noch Semi-Shrapnelle, wies bei Sikhote vorkommen kann.

Schwupp ein Bsp. häng ich unten an. Eine Vollscheibe. Da sieht man von links oben über die komplette Längsseite bis nicht ganz bis nach unten auf der rechten Schmalseite den Sankt Reheated Rim, na und der Rest des Schützenfest, das ist die verwitterte (und plattere Seite), da hat er sich verabschiedet.

Und auch die Dritte frage ist gelöst,
welche Seite denn nun die exponierte gewesen, war die Regmaglyptenseite in der Luft oder im Boden?

Erinnere Dich an das 15kg-Teil auf der Münih-Messe - eh das einzige nennenswerte Stück des neuen Eisens dort.
Weißt noch? Das ist rundrum hellbraun vergammelt und lediglich ein wönziger eckiger hervorstehender Zipfel, der war noch so "frisch" wie wirs von den besseren Exemplaren mit ihren Regmaglyptenseiten kennen.

Daß nun dieser längliche und schwere Knorzen nur mit dem winzigen Eckelein im Boden stuk und die ganze unhandliche fette Masse in der Luft balancierte, neeeee dat geht gar nich, das geht nur in Schwerelosigkeit.
Ich find grad das Photo nicht, Du, der Hanno oder der André hatten doch eins....

Nja und Frische - also nich alle Moraskos müssen ins Säurebad, gibt auch welche, die nicht sooo wahnsinnig schlonzig sind.
Huh und nuju, ganz so frisch scheint ja grad der nicht zu sein, der muß schon ordentlich Chlor genuckelt haben, siehst ja, wie der in den Ritzen arbeitet. Gibt aber auch sehr brave Moraskos, wenn auch in der Minderheit. Ist halt so wie bei vielen großen Eisenfunden, Lotterie.

Das neue NWA-Eisen unabhängig davon, ist schon eine Wucht, gell?
Schöner als Zagora, da eben die Form - tkw. mäßig - kanns ned soviel gewesen sein, habts ja gesehen, daß in München ziemlich Essig war. Wenn man so Stimmen zum Spiel hört, tät man schätzen vielleicht ein Gewicht von Udei Station? Was meint ihr?

Hups - zweite Beobachtung am Rande - damit ihr seht, wie guuuuuut ichs immer mit Euch mein und daß ihr auch mal hören müßt auf das, was ich sag.
Habt ihrs gesehen? In München? Letztes Jahr: ein jeder Marokkaner Malis und Bassis nach Lust und Laune, große und kleine, alle Qualitäten und eben auch die Suuuuuuuupimuseumsweltbestqualität.
Die Tische reich gedeckt!

Und dieses Jahr? Alles leer, fast nix mehr da an Mali und Bassi.

Und wers vertrödelt hat, der schaut halt jetzt in die Röhre und muß sich mit schlechterer Qualität begnügen (oder für die once-in-a-lifetime-individuals, wenn er noch überhaupt eins find, erheblich mehr berappen).
So schnell geht das selbst mit solch relativ großen Fällen.

Wie gesagt, wenn sich abzeichnet, daß es einigermaßen Fundmengen gibt, dann braucht man nix überstürzen, aber allzulange darf man auch nicht warten, in die Hufe zu kommen.
(Wohlgemerkt gehts ned um Rechthaberei, wir haben ja gar keinen Bassi oder Mali im Angebot gehabt, d.h. von letzterem nur die ulkigen Minifutzis - ich will halt nur, daß die Sammler glicklich werden und bei solchen Gelegenheiten Stücke sich sichern, an denen sie ihr ganzes Sammlerleben lang Freude haben werden).

 :prostbier:
Martin


Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am November 08, 2008, 13:24:19 nachm.
Alle Stücke die dort gefunden werden,haben eine wirklich dicke Rostkruste.
Das weis aber keiner,weil die meisten Stücke schön,im Elektrolysebad gereinigt,angeboten werden!!
Ansonsten sind das wirklich Rostknorzen,wenn man die findet.
Wenn man dann diesen mehrere Zentimeter dicke Rostschicht entfernt und findet dann nach dem Ätzen
noch einen rekristallisierten Rand vor,ist das schon beeindruckend!!

Es kann schon sein, dass man zunächst eine zentimeterdicke Rostschicht entfernen muss, um an den Meteoriten zu gelangen. Aber ich glaube, diese Schicht hat sich um das Eisen angelagert und ist nicht unbedingt das zerfallene Meteoreisen selbst. Ich hab als Kind mal Reste von Fliegerbomben in einem Moor gefunden. Da war um das Eisen herum auch eine dicke rostartige Schicht, aber als ich die entfernt habe, da kam wieder glänzendes Metall zum Vorschein, auf dem man sogar eingravierte Buchstaben lesen konnte.

Grüsse,
Mark

Hallo Mark,

ja,diese Ansicht teile ich mit Dir und bin auch der Auffassung,das sich diese Oxidschicht
am Eisen aussen anlagert.
Trotzdessen wird ja das Grundmaterial dabei in Mitleidenschaft gezogen!
Wäre ja super,wenn es so wäre!
Dann bräuchten wir ja garkeine Angst mehr um unsere Eisen haben und nur ab und an
die äussere Rostschicht entfernen,die Grundsubstanz bleibt erhalten und der Martin hätte
nix mehr zu fluchen über die Eisen!
Ist aber leider nicht andem.

Und zwischen einer 50 - 100 Jahre alten Fliegerbombe und einem 5000 Jahre alten
Eisenmeteoriten liegen ja noch ein paar Jährchen!!

Viele Grüße Mirko

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am November 08, 2008, 13:52:25 nachm.
Geh, ich fluch doch ned   :ehefrau: :laughing:

Gibt doch auch welche, die brav wie Holz sind.
Allein weiß das der Sammler vorher oft nicht, bzw. teilweis kanns der Sammler und Händler ned vorher wissen.
Und muß man sagen, wenn man hptsl. Eisen sammelt muß man Arbeit investieren in Pflege, Wartung und gelegentlich in Restauration - (plös braucht man ein robusteres Nervenkostüm). Muß man schon wissen.
Ist in der Hinsicht sicher etwas anders als Setzkastenfüllhobbies.

Und nu ausnahmsweis mal ein Lanzenbruch 3000!

Eisenschnitt und Präparation sind eine fürchterliche Schweinsarbeit.
Der Andi und der Mirko schuften wie die Grubenpferde für Euch
und eigentlich dürften sie, bei dem was der Staat ihnen hierzuland abknöpft, kein Eisen anrühren, was sich unter 10Euro im Gramm verkauft oder müßten eben deutlich mehr nehmen als die Konkurrenz.
Daher hoch die Tassen auf die Helden der Arbeit!   :prostbier:
Krölps.

Nuju, leider können wir eher Steinorientierte auch nicht die Füße hochlegen,
all die Exoten, das Seltenste vom Seltenen, die Planetaren und nahezu einzigartigen in dieser Brandbreite permanent heranschaffen zu müssen,
ebenfalls feinst zu präparieren,
ist auch nicht gerade ein Zuckerschlecken.

Daher Erweiterung des Trunkspruchs: Ein Hoch auf alle Meteoritenleute!

Weitermachen.
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am November 08, 2008, 13:53:56 nachm.
Geh Mirko..... :laughing:

Ich glaub, Du verstehst unter "frisch" zeitlich gesehen "jung".



 :prostbier:
Martin




Martin,nein eben nicht!
Ich vergleiche nur die Fundzustände der einzelnen Stücke!!


Das neue Eisen ist sehr gut erhalten.

In der Diskussion gings doch darum, ob die zerhutzelten Oberflächen echte Regmaglypte darstellen
oder nur solche vortäuschen, in Wahrheit aber durch Erosion eingefressen worden seien, seis durch Windschliff, Säuren, Auswitterung und weiß der Geier was.

Diese Frage kan nun eindeutig beantwortet werden: Ja es sind aecht griabige Regmaglypte.

Warum? Weil die Eisen im Anschnitt und geätzt an den verhutzelten Seiten den rekristallisierten Rand zeigen.
Punktum.



 :prostbier:
Martin




Aber ich verstehe nicht,wie Du darauf kommst,das dies frische Ragmaglypten sein sollen??
Ich räume ja durchaus ein,das es an dem neuen Eisen auch gut erhaltene Regmaglypten gibt.
Sogar auch an meinem Stück Flowlines und wirkliche Schmelzkruste auf Eisen und Stein(Silikateinschluß).
Aber erkläre mir doch bitte,wieso sollte es nicht möglich sein,das die meisten von diesen Eisen komplett
verwittert waren (so wie man viele häßliche Stücke davon kennt)und dann eben durch Freilegung,Sandstrahlung
nicht wieder schick wurden!
Uns eben nur diese Frische vorgaukeln!!
Weil jetzt eben im Laufe der Zeit schön Sandgestrahlt mit feiner brauner Desert Patina!
Die originlen Regmaglypten sich eben nur vertieften und zusätzlich welche dazukamen,wo die Silikat-Einschlüsse liegen!
Deshalb wollte ich ja auch gern ein paar frische silikatreiche Eisen sehen.
Vielleicht müssen frische Silikatreiche Eisen ja auch so hutzelig aussehen,und man kann diese eben nicht mt Sikhote vergleichen!


Und grad bei dem Eisen sind die Regmaglypte ja teilweis bis zu 1cm tief eingegraben - so dick ist kein rekristallisierter Rand nicht.



 :prostbier:
Martin




...das ist mir doch klar!
Jetzt verstehe ich aber wieder nicht,wie Du Dir so einen Sandschliff in der Wüste vorstellst?
Du wirst mir Recht geben,wenn ich sage,das der Rekristallisierte Rand,wenn es ihn gibt,genauso gleichmäßig
verteilt auf dem Regmaglypten-Berg sowie auch im Regmaglypten-Tal vorhanden ist,richtig?
Gut,auf dem Regmaglypten-Berg,sind die Ränder meist etwas dicker.
Wenn jetzt Material vom Sandschliff abgetragen wird,dann geschieht das ja auch relativ gleichmäßig!
Der Sand trägt zwar vorrangig die Regmaglypten-Berge ab aber auch die Täler bleiben nicht verschohnt!
Das erklärt vielleicht auch die relativ gleichmäßigigen rekristallisierten Ränder!
Somit kann es schon möglich sein,das die Regmaglypten durch den Windschliff vertieft wurden und der Rest
natürlich ebenso abgetragen wurde.



Und auch die Dritte frage ist gelöst,
welche Seite denn nun die exponierte gewesen, war die Regmaglyptenseite in der Luft oder im Boden?

Erinnere Dich an das 15kg-Teil auf der Münih-Messe - eh das einzige nennenswerte Stück des neuen Eisens dort.
Weißt noch? Das ist rundrum hellbraun vergammelt und lediglich ein wönziger eckiger hervorstehender Zipfel, der war noch so "frisch" wie wirs von den besseren Exemplaren mit ihren Regmaglyptenseiten kennen.

Daß nun dieser längliche und schwere Knorzen nur mit dem winzigen Eckelein im Boden stuk und die ganze unhandliche fette Masse in der Luft balancierte, neeeee dat geht gar nich, das geht nur in Schwerelosigkeit.


 :prostbier:
Martin




und hier hast Du aber ganz schlecht gelesen!
Das habe ich ja auch nie behauptet!
Das war Mark´s anfängliche Ansicht.
Welche Seite im Boden steckte ist doch wohl absolut klar.
Da muß man sich nicht das 15 kg Teil als Beispiel ranziehen!
Obwohl man damit natürlich die letzten Zweifler überzeugt.



Und auch die andere Frage ist geklärt - die Seiten, die diese Zerhutzelungen nicht zeigen, glatter und flächiger ausgeprägt und speziell bei diesem Eisen ockrig verfärbt sind, da sind die Regmaglypten furtgewittert,


 :prostbier:
Martin


So,und das mußt Du mir jetzt mal plausibel erklären!!
Wie kann denn an einem so "frischen" Eisen Regmaglypten bis 1cm Tiefe einfach so wegwittern??
Obwohl doch zwischen der schönen Seite und der Verwitterten Seite keine Stufe oder Absatz von 1cm zu finden ist??
Wie soll das gehen??

Das geht nur,wenn das komplette Stück schonmal angewittert war,ein Teil davon wieder freigelegt wurde,
der Sand über Jahrtausende da drüber schliff und diese schöne "frische" Seite zu Tage förderte!

Viele Grüße Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am November 08, 2008, 13:58:57 nachm.


Eisenschnitt und Präparation sind eine fürchterliche Schweinsarbeit.
Der Andi und der Mirko schuften wie die Grubenpferde für Euch
und eigentlich dürften sie, bei dem was der Staat ihnen hierzuland abknöpft, kein Eisen anrühren, was sich unter 10Euro im Gramm verkauft oder müßten eben deutlich mehr nehmen als die Konkurrenz.
Daher hoch die Tassen auf die Helden der Arbeit!   :prostbier:
Krölps.

Nuju, leider können wir eher Steinorientierte auch nicht die Füße hochlegen,
all die Exoten, das Seltenste vom Seltenen, die Planetaren und nahezu einzigartigen in dieser Brandbreite permanent heranschaffen zu müssen,
ebenfalls feinst zu präparieren,
ist auch nicht gerade ein Zuckerschlecken.

Daher Erweiterung des Trunkspruchs: Ein Hoch auf alle Meteoritenleute!

Weitermachen.

oh... Danke.
Ja,absolut 100% Übereinstimmung mit Deiner Meinung !! :super:
....kommt ja schließlich auch nicht so oft vor... :einaugeblinzel:

Viele Grüße Mirko :prostbier:  :prostbier: :prostbier: :prostbier: :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am November 08, 2008, 14:28:20 nachm.
????

Leider ist das Tagebuch, das das Eisen geführt hat, noch nicht gefunden worden.

Ich sage: An den Regmaglyptenseiten kann nicht nennenswert etwas abgetragen worden sein, sonst wär der feine und stets dünne rekristallisierte Rand weg.
Das ist doch ganz einfach, nicht?

Was gibts denn da so groß nicht zu verstehen?

Guxx, so ein Campo, ein Nantan, ein Chinga, ein Brenham, ein Muoniona usw. usf. da ist alles was mal feinteilig war, ratzeputz furt, abgetragen.
So einen Gibeon im Felde sucht man, indem man nach abgebröckelten Oxidkrusten im Felde schaut und dann gräbt man darunter und hofft, daß da noch ein Eisen im Boden steckt.

Bei dem Eisen nun, da hast die ganze Pracht an manchen Seiten noch dran.

Der Bergbauer in der Höhenstrahlung verschrumpelt mit 40 daß er aussieht wie der Trenker Luis mit 80.
Der Sachbearbeiter im Büro, schaut mit 40 gern mal noch wie 35 aus.
Das ist mein Frischebegriff.

Daher heiße ich das Eisen gut erhalten.
Das hat doch mit dem absoluten Alter nix zu tun.

Wär das Ding an seinem Falltag in Brandenburg runtergeplumpst, ja dann hätts auch keene Regmaglypten mehr.
Und dass die Grüblein durch Ausbruch und Herauswitterung der Silikate entstanden, das siehst Du doch an den Photos in dem Thread hier, daß das nicht der Fall war. Da hast doch da, wo die Silikate bis an den Rand gehen, links und rechts davon im Eisen den rekristallisierten Saum.

Und dass es Regmaglypte sind, ich bitt sie, das erklärt sich doch von selbst, wenn de da den ehemals heißen Rand noch siehst.
Oder meinst die Dinger wären spitzig und zackig wie die Igel gefallen?

Zitat
Das war Mark´s anfängliche Ansicht.
Ja, und drum hab ichs ja nochmal erklärt.
Sische is sische.


Zitat
Eisen Regmaglypten bis 1cm Tiefe einfach so wegwittern??

Dat geht schon, Mutter Natur ist fleißig.
Ist doch auch nicht ohne Beispiel,
was weiß ich, nimm z.B. den Guanaco her.
Da hast praktisch dasselbe, ordentlich Schwund bei der Bodenseite und bei Vollscheiben den rekristallisierten Rand nur da, wos in dem Bild dunkelbraun ist.....
http://www.encyclopedia-of-meteorites.com/test/guanaco_meteorites_cl.jpg

Zitat
der schönen Seite und der Verwitterten Seite keine Stufe von 1cm zu finden ist??

Och gips schon auch, siehe die "Koralle" die wir hier vorgestellt hatten.

Aber vielleicht mißversteh ich Dich.
Ich kapier ehrlich gesagt nicht, wie Du das genau meinst, daß die verhutzelte Oberfläche (mit dem reheated rim), enstanden sein könnt. Vielleicht für mich in kürzeren Sätzen.....

 :prostbier:
Mettman







Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MarkV am November 08, 2008, 14:32:07 nachm.
Das war Mark´s anfängliche Ansicht.
Welche Seite im Boden steckte ist doch wohl absolut klar.
Da muß man sich nicht das 15 kg Teil als Beispiel ranziehen!
Obwohl man damit natürlich die letzten Zweifler überzeugt.

Hallo Mirko,
ja, da habe ich mir geirrt. Es war für mich zunächst schwer vorstellbar, dass der Erdboden die ersten paar tausend Jahre das Eisen gut konserviert, aber sobald soviel Erde abgetragen ist, dass ein Stück vom Eisen in die Luft ragt, der Erdboden plötzlich den den Meteoriten stark angreift. Aber das hat wohl damit zu tun, dass oberflächennah mehr Sauerstoff vorhanden ist und mehr Feuchtigkeit. Zusammen mit den wasserlöslichen Mineralstoffen gibts dann chemische Reaktionen, die für das Eisen nicht gut sind. Hinzu kommt nächtliche Auskühlung mit Taubildung und der Tau rinnt den Meteoriten herunter in den Boden.

Grüsse,
Mark

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am November 08, 2008, 20:21:12 nachm.


Aber vielleicht mißversteh ich Dich.
Ich kapier ehrlich gesagt nicht, wie Du das genau meinst, daß die verhutzelte Oberfläche (mit dem reheated rim), enstanden sein könnt. Vielleicht für mich in kürzeren Sätzen.....

 :prostbier:
Mettman



so,war mal kurz auf der Mineralis Messe in Berlin den Andi besuchen,der dort einsam die Stellung hält.
Jetzt kann es aber weiter gehen.

Martin,ja ich glaube auch wir reden aneinander vorbei!
Ich weis wie rekristallisierte Ränder enstehen!
Nur sage ich ja nur,das ein rekristallisierter Rand kein unbedingter Beweis für eine unheimliche
Frischheit eines Eisens spricht!!!
Siehe mein Morasko.
Der zeigt noch einen rekristallisierten Rand!!
Obwohl da schon der ganze Schlonz runtergeschlagen wurde und das Teil im Elektrolysebad
gereinigt wurde.
Da sieht man keine Regmagypten auf der Aussenseite mehr!
Und das nicht alle Morasko´s so schlecht erhalten sind,und teilweise noch schick aussehen,halte
ich für ein Gerücht!
Diese Meinung kann man mir nur,mit einem Beweisfoto eines top erhaltenen Morasko´s im Fundzustand,nehmen.

Und nochmal extra für Dich.
Das neue NWA Eisen ist wirklich Klasse!
Es ist ein tolles Material und ich freue mich,einige Stücke davon in der Sammlung zu haben.
Nur sehen eben die meisten NWA Eisen meist auch recht gut aus und man kann trotz des guten
Aussehens nicht auf ein frisches Eisen schließen.

Beim Beispiel Guanaco,finde ich nicht,das da am Unterteil Schwund zu sehen ist!!
Nur die untere Seite ist angewittert und oben ist der Schlonz schon wieder "vom Winde verweht" !!
Ansonsten sehe ich da einen feinen,nahtlosen Übergang von Rost zu feiner Oberfläche.
Und deshalb sage ich,auch der Guanaco war schonmal rundum so verwittert,wie die Unterseite!!
Nur die Fläche die dann später aus dem Boden ragte,wurde wieder fein!

Viele Grüße Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MarkV am November 23, 2008, 14:26:10 nachm.
Hallo,
die Anschnitte vom neuen Eisen zeigen ja so eine wabenartige Struktur. Gehe ich recht in der Annahme, dass dies nicht nur eine Frage des Schnittverlaufes ist, sondern diese Waben wirklich Waben sind und keine Stäbchen? Vielleicht kann mir jemand sagen, wie man diese Waben nennt und woraus sie bestehen, denn die geätzten Scheiben unterscheiden sich ja sehr stark von z.B. Gibeon mit seinem Linienmuster.

Worauf ich hinaus will: Ich denke, dass das hier ( http://www.polandmet.com/gfx_ziz/ziz_1043e.jpg ), was die meisten von euch noch für Regmaglypten halten, herausgewitterte Waben sind, die anschliessend mit Wüstenlack überzogen wurden.

Grüsse,
Mark
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Plagioklas am November 23, 2008, 14:37:45 nachm.
Hallo,
die "Stäbchen" sind eigentlich Plättchen bzw. Schichten.
Gruß
plagioklas
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: JaH073 am November 23, 2008, 14:41:47 nachm.
Hallo Mark,

auf Grund der Stücke des neuen Eisens, die ich in persönlich in der Hand hatte, bin ich der Meinung, daß es sich bei dem neuen NWA Eisen um Bruchstücke handelt welche vom Zerbersten her rühren könnten als der Meteoroid auf die Atmosphäre gedonnert ist, oder sich während des Fluges durch die Atmosphäre zerlegt hat.
Das was du als Waben deutest, sind die Reste der Bruchflächen die mehr oder weniger noch während des Fluges angeschmolzen wurden, oder wie bereits erwähnt von Wind und Sand nachbearbeitet worden sind.
Viele Stücke zeigen ja eine perfekte Vorderseite ähnlich den Sikhotes und eine solche ausgeprägte Rückseite wie auf dem Foto von Polandmet.

Ich denke daß die Bezeichnung Waben ganz gut hinkommen könnte, denn um sog. Stäbchen welche in einer Linie durch das ganze Stück gehen handelt es sich nicht.

Mirko, kannst du dieses an Hand von deinen geschnittenen Stücken bestätigen ?
Wäre das so mit den Stäbchen, dann hättest du ja ein ähnlich passendes Muster in einem Folgeschnitt erkennen müssen.

Gruß

Hanno
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MarkV am November 24, 2008, 22:38:57 nachm.
Das was du als Waben deutest, sind die Reste der Bruchflächen die mehr oder weniger noch während des Fluges angeschmolzen wurden, oder wie bereits erwähnt von Wind und Sand nachbearbeitet worden sind.

Hallo Hanno,
sehr gute Erklärung! Das leuchtet mir mehr ein als der "Rostfrass" als Erklärung, denn bei der Rostfrass-Erklärung müsste eine Seite des Meteoriten viel stärker verwittert sein als der Rest. Die anderen Flächen zeigen ja durchaus noch echte Regmaglypten und dass das Eisen recht gut erhalten ist, haben ja schon die Bilder von dem "reheated rim" gezeigt.

Wir können ja alle unsere Stücke mit Bruchfläche nach Ensisheim mitbringen und dort wieder zum Ursprungsmeteoriten zusammensetzen  :einaugeblinzel: (bei Ziz hat man solche Stücke übrigens wirklich gefunden, die zusammenpassten)

Ich habe jetzt noch ein wenig im Norton über Eisenmeteorite gelesen und auch im Web diverse Seiten angeschaut. Mir scheint dieses Eisen von der Strukturklasse her ein sogenannter "coarse octahedrite", also ein grober Oktaedrit zu sein. Die "Waben" sind eigentlich Bänder und bestehen aus Kamacit, die Zwischenräume zwischen den Bändern aus Taenit und auf einigen Kamacit-Flächen sind Neumann-Linien zu sehen, die auf ein Schockereignis hinweisen. Die Breite der Kamazitbänder ist deutlich über 1.3mm, aber kleiner als z.B. bei Sikhote-Alin. Daher müsste es sich um einen groben Oktaedrit handeln. Zudem ist das Eisen sehr silikatreich.

Ich habe im Web noch nach Bruchflächen von frischen Eisen mit ähnlichen Eigenschaften gesucht, aber bisher nichts gefunden. Eine gewisse Ähnlichkeit hat z.B. dieses Eisen hier:
http://www.marshall.edu/mbic/example/exProjtwelve.html

Grüsse,
Mark




Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MetGold am November 24, 2008, 23:24:26 nachm.
Hallo,

ich habe hier was, das scheint einen relativ frischen Bruch zu haben. Ein Stück scheint dort rausgerissen zu sein. Die rotbraunen Pünktchen sind Sand. Für stärkere Vergrößerung müßte ich erst mein Mikroskop in Stellung bringen.

Sieht sicherlich anders aus als ihr sucht, oder?


 :winken:   MetGold   :alter:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MarkV am November 25, 2008, 00:04:44 vorm.
Hallo Metgold,
ist dein Bild auch vom neuen Eisen?

Ich meine diese wabenartige Struktur von dem Polandmet-Stück. Bei meinem Stück ist das auch zu sehen, nur ist bei mir nicht die ganze Seite mit Wüstenpatina überzogen, sondern nur das obere Viertel:

http://www.parhelia.de/mets/vr/newnwairon/newnwairon.html

Der untere Teil war noch vom Sand bedeckt und ist noch etwas rostig.

Grüsse,
Mark
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am November 25, 2008, 00:11:04 vorm.
Hallo Leute,

jetzt kann ich irgendwie nicht mehr folgen! :gruebel:
Was meint ihr jetzt und welche Waben?
Wo sind die Waben zu sehen?

Viele Grüße Mirko :gruebel:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MarkV am November 25, 2008, 00:24:08 vorm.
Hallo Mirko,
ich meinte ursprünglich die wabenartige Anordnung vom Kamazit in der geätzte Scheibe im Posting von Mettmann. Hanno und ich meinen, dass diese Kristallstruktur auch an der Aussenseite des Eisens zu sehen ist und zwar dort, wo sich Bruchflächen finden (z.B. Polandmet Stück). 

Grüsse,
Mark
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: wannkommtdernächste am November 25, 2008, 00:40:14 vorm.

Was sich an den Oberflächen des neuen Wüsteneisens - wenn man so will: wabenförmig- abzeichnet, das dürften wohl eher die Silikatinklusionen sein, nicht wahr?
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am November 25, 2008, 00:47:44 vorm.
Hallo Mark,

also ich hoffe jetzt,Dich richtig verstanden zu haben.
Also das die Aussenseite deswegen so hutzelig ist,weil da die einzelnen Kristalle
rausgeschmolzen sein sollen,glaub ich ehrlich gesagt nicht.
Was sollte die eine "Wabe" stabiler gegenüber einer anderen machen?
Wenn die eine schmilzt,schmilzt die darunter auch!
Schau Dir mal an dem Foto vom Mettmann (Pilski-Scheibe) die obere Spitze an,die
aus Metall ist,rechts vom Silikat.
Da kannst Du auch an der Aussenseite halbe "Waben" sehen,die auch zum Aussenrand zeigen.
Also selbst die halbe Wabe ist da nicht rausgebrochen.
Zumal ich eh nicht glaube,das man es daran festmachen sollte!
So ein Eisen zerlegt sich in der Luft ja nicht ganz so schnell,wie ein Steinmeteorit!
Der Nachteil,was unser Eisen hier schneller zereißen lässt,ist der hohe Silikatanteil.
Das ist nicht so stabil wie das Eisen.
Trotzdessen,wenn sich so ein Eisen zerlegen sollte,wird es auch wieder,spätestens nach der Plasmaphase,
verschmolzen,geglättet und flowlines ausbilden.
Ich glaube nicht,das man das jetzt noch,nach schon erfolgter Verwitterung und wieder Veredelung
durch den Wind sagen kann.
Was aber interessant ist,das man die Kristallgrenzen von aussen sehr gut erkennen kann.
Und das ganz besonders an den Seiten,wo der Wind und Sand ganze Arbeit geleistet hat.
Schauen wir mal auf ein Foto vom Haschr.
Das 6. Foto von oben.
Schaut mal genau hin,diese feinen schwarzen Linien zeigen die Kristallgrenzen.


http://www.niger-meteorite-recon.de/de/meteoriten_verkauf.htm

Was ich immernoch suche,ist ein Foto eines frischen(am besten frisch gefallenem) silikatreichen
Eisens!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Vielleicht sieht ja selbst ein frisch gefallenes Eisen diesem hier ähnlich!
Wir haben ja wahrscheinlich nur das Problem,das Stück nicht einschätzen zu können,weil wir nix zum vergleichen
haben!!!!!!!!!!!!
Haben ja quasi nur Sikhote Alin!
Und der ist nichtmal silikatreich!!

Also ich denke,von solchen Stücken,wie unserem neuen NWA Eisen kann man noch viel lernen!!

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am November 25, 2008, 00:57:03 vorm.

Was sich an den Oberflächen des neuen Wüsteneisens - wenn man so will: wabenförmig- abzeichnet, das dürften wohl eher die Silikatinklusionen sein, nicht wahr?


Hallo Matthias,

teilweise ja.
Nur beim Polandmet-Stück glaub ich es nicht.
Das könnten tatsächlich noch Regmaglypten sein,zwar nicht im Ursprung,das wie gesagt schon verwittert
gewesen und vom Wind wieder gereinigt.
Aber so viele,dazu noch ziemlich gleich große Silikateinschlüsse hat das Eisen nicht.
Silikateinschlüsse haben ja auch auf der Aussenfläche eine absolut andere Oberfläche als das
Eisen.
Das lässt sich schon super bestimmen,ausmachen und vergleichen.

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: wannkommtdernächste am November 25, 2008, 01:22:31 vorm.

Was sich an den Oberflächen des neuen Wüsteneisens - wenn man so will: wabenförmig- abzeichnet, das dürften wohl eher die Silikatinklusionen sein, nicht wahr?


Hallo Matthias,

teilweise ja.
Nur beim Polandmet-Stück glaub ich es nicht.
Das könnten tatsächlich noch Regmaglypten sein,zwar nicht im Ursprung,das wie gesagt schon verwittert
gewesen und vom Wind wieder gereinigt.
Aber so viele,dazu noch ziemlich gleich große Silikateinschlüsse hat das Eisen nicht.
Silikateinschlüsse haben ja auch auf der Aussenfläche eine absolut andere Oberfläche als das
Eisen.
Das lässt sich schon super bestimmen,ausmachen und vergleichen.

Viele Grüße Mirko
Von welchem Polandmet-Stück ist eigentlich genau die Rede, Mirko. Eines von den dreien, die Marcin auf seiner Website zeigt? http://www.polandmet.com/_ziz.htm (Er scheint übrigens, wenn ich das recht sehe, sein Abrücken von Ziz zurückgenommen zu haben - finde darauf keinen Hinweis mehr).


Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MarkV am November 25, 2008, 10:33:03 vorm.
Von welchem Polandmet-Stück ist eigentlich genau die Rede,

Mir geht es seit dem Beginn dieses Threads eigentlich nur um diese eine Seite dieses Polandmet-Stückes:
http://www.polandmet.com/gfx_ziz/ziz_1043e.jpg

Ich habe so feingliedrige Regmaglypten nämlich noch nie gesehen. Daher glaube ich, dass es keine Regmaglypten sind. Vielleicht  ist der Vergleich zu einer "Krausen Glucke" besser als mit "Waben".  Diese Art der "Regmagypten" findet sich auch immer nur auf einer Seite von den neuen Eisen, nicht an allen Seiten. Die anderen Seiten haben normale Regmaglypten. Daher denke ich nicht, dass dieses Muster dadurch entstanden ist, dass beim Flug das Silikat schneller abgetragen wurde und dann diese Struktur vom Eisen übrig bleibt. Es müsste ja sonst an allen Seiten so aussehen. Eine Bruchfläche finde ich bisher noch am wahrscheinlichsten als Erklärung.

Grüsse,
Mark

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am November 25, 2008, 12:05:57 nachm.
Hallo Mark,

ok,dann schmeiße ich hier mal noch zwei Behauptungen zum Nachdenken ein!

1. Ich kann mir nicht vorstellen,das alle Stücke auf einer Seite eine solche "Bruchfläche" zeigen können!
    Wo sind dann die Mittelstücke von dem ganzen,großen Stück.

2. Die Berge und Täler der zerupften Seite ist keine Bruchfläche nach den "Waben"!!!
    Weil die "Waben" einer geätzten Fläche viel kleiner sind,als die Berge und Täler auf dem "PolandmetStück" !!

Viele Grüße Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: lithoraptor am November 25, 2008, 13:11:19 nachm.
Moin!

Ich hatte bisher noch nicht das Vergnügen eines dieser Eisen persönlich in Augenschein zu nehmen (evtl. kann dat ja jemand auf der Börse in HH ändern, Dirk ???), aber einige grundsätzliche Überlegungen zu der Ausformung der entsprechenden Oberflächencharakteristika hätte ich:

Das kristalline Gefüge bzw. die unterschiedlichen Komponenten in einem Material haben IMMER einen Einfluss auf die Ablation bei der Durchquerung der Atmosphäre und auch bei allen terrestrischen Prozessen der Verwitterung, sei es nun Lösung oder Windschliff.
Ein Kristall (und so treten die meisten Minerale ja in den Mets auf, von amorphen mal abgesehen) ist definitionsgemäß ein anisotroper Körper. Das bedeutet doch, dass er richtungsabhängig unterschiedliche chemische und physikalische Eigenschaften hat (und seien die Unterschiede noch so klein). Demnach sollte das Aufschmelzen der Kristalle je nach Seite sehr unterschiedlich ablaufen, ODER? Wenn wir von einem Oktaedriten ausgehen (und das machen wir hier ja wohl) dann bedeutet das doch, dass die Prozesse der Abschmelzung auf allen Seiten des Meteoriten unterschiedlich ablaufen können. Wenn man dies mit dem Vorhandensein von silikatischen Komponenten und einer Fragmentation im Flug kombiniert, dann erhält man bereits vor dem Aufschlag auf der ganz unterschiedlich geformte Ausgangsstücke...

Leider wissen wir ja NIX über die Größe des Streufeldes, aber man kann wohl davon ausgehen, dass die chemischen und physikalischen Bedingungen überall etwas unterschiedlich sind (denkt doch mal an die 869er). Auf diese Weise kommt es dann zur Ausbildung gaaaanz unterschiedlicher Oberflächen.
Ich würde mal denken, dass unterschiedliche Prozesse in Kombination zu ganz ähnlichen Ergebnissen führen können. Daher sehen sich die Stücke evtl. ähnlich ohne es wirklich zu sein. Hoffe ihr versteht meinen Gedankengang...

In der Quintessenz soll das bedeuten, dass jedes Stück für sich betrachtet werden muss und man nicht alles in einen Topf werfen darf. Klären wird man die Problematik, wenn überhaupt, wohl nur mit mikroskopischen und chemischen Untersuchungen; auf keinen Fall mit bloßem "Draufkucken".

Gruß

Ingo
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MetGold am November 25, 2008, 14:08:47 nachm.
Hallo,

habe über 3 Ecken noch ein Stück ergattern können. Es ist allerdings nicht sehr groß, kommt mir aber vor, als ob es orientiert geflogen wäre. Vorderseite relativ glatt, Rückseite Regmaglypte oder doch eher Abschmelzkanten. Was meint ihr?
"Aerodynamik" oder so, ist nicht so mein Ding  :dizzy:


 :winken:   MetGold   :alter:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am November 25, 2008, 14:15:42 nachm.
Hallo Peter,

hm,schwer zu sagen,wenn man das Stück nicht selbst in der Hand hat.
Ich würde aber denken,das es nicht orientiert ist.
Bei dem ersten Foto auf etwa 11 Uhr ist eine Schmelzlippe zu sehen,die,
wenn das Stück orientiert wäre,nicht dort zu sehen sein dürfte.

...würde ich jetzt mal so sagen.

Aber schönes Stück!!!

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am November 25, 2008, 14:18:21 nachm.


In der Quintessenz soll das bedeuten, dass jedes Stück für sich betrachtet werden muss und man nicht alles in einen Topf werfen darf.

Gruß

Ingo

Hallo Ingo,

ja,so sehe ich das auch.
Viel zu unterschiedlich sind die Erscheinungsbilder der einzelnen Stücke.
Jeder kann sich nur anhand seines Stücks ein Urteil bilden,was dazu führt,
das es so viele verschiedene Meinungen dazu gibt.

Viele Grüße Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MetGold am November 25, 2008, 14:19:22 nachm.
Hallo Mirko,

danke, das macht mich nicht sonderlich traurig, aber kann mir nur die differenzierte Oberflächengestalt zwischen Vorder- und Rückseite sonst schlecht erklären.

 :winken:   MetGold   :alter:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am November 25, 2008, 14:25:40 nachm.
Hallo Peter,

wie sieht denn das Stück an der Seite aus??
Also übergang zwischen Vorderseite und Rückseite??
Kann man da eine deutlichen Übergang von schwarz zu braun erkennen.
Ich würde sagen,soweit ich das auf dem Foto sehen kann,das die Seite
mit den Ragmaglypten braun ist und die andere Seite mehr schwarz??

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MetGold am November 25, 2008, 15:49:38 nachm.
Hallo Mirko,

bin jetzt erst dazu gekommen, da aber draußen kein Büchsenlicht mehr ist mußte ich Neons nehmen - also eine andere Farbtemperatur ...


 :winken:   MetGold   :alter:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: lithoraptor am November 25, 2008, 16:10:17 nachm.
Moin Peter!  :winke:

Ich würde das Stück als teilorientiert bezeichnen. Soll bedeuten, dass es sicherlich mal kurz eine stabile Flugphase hatte. Diese war jedoch zu kurz (oder zu spät) um zu einer vollständigen Orientierung zu führen. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass eine deutlichere Ausprägung der Orientierung einfach weggewittert ist (siehe vorheriges Posting).

Mal sehen, was Mirko und die Anderen sagen...

Gruß

Ingo
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MetGold am November 25, 2008, 16:40:17 nachm.
Ja Ingo - das ist möglich!

so,

hier im Gegensatz dazu nochmal das andere Wüsteneisen, wo es im Flug oder beim Aufprall ein Stück rausgefetzt hat.


 :winken:   MetGold   :alter:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am November 25, 2008, 18:55:49 nachm.
Peter, :wow:

was ist denn das für ein Wüsteneisen??
Soll das ein Ziz sein?
Oder ein unklassifiziertes??
Nach Deiner Sammlungsnummer zu urteilen,hast Du das schon ne Weile!!

..ja,würde sagen,wenn in der Luft zerlegt,dann ganz spät.
Glaube aber eher das es ihn auf dem Boden zerfetzt hat.

Viele Grüße Mirko
PS: ......tolles Teil Du !
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Dirk am November 25, 2008, 20:04:42 nachm.
Hallo Ingo  :winke: ,

Zitat
  Ich hatte bisher noch nicht das Vergnügen eines dieser Eisen persönlich in Augenschein zu nehmen (evtl. kann dat ja jemand auf der Börse in HH ändern, Dirk ???)

geht klar - ich brings mit  :super:

@Peter: Für mich sieht das auch so aus, als wäre das Eisen beim Aufprall zerfetzt und Dein Stück dann vom ursprünglichen Körper abgerissen, also ein Schrapnell, aber von der Oberfläche abgerissen, deswegen mit Regmaglypten.

 :prostbier:
Dirk
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MetGold am November 25, 2008, 20:43:05 nachm.
Hallo Mirko, ...

die j-m 125 ist eines meiner 3  NWA 854, sollte eigentlich im Detail für ein kommendes Monatsrätsel mit herhalten, habe ich aber nun soeben vergeigt.  :crying:


 :winken:   MetGold   :alter:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am November 25, 2008, 21:35:15 nachm.
Hallo Peter,

schöööööner Zizerich!!
Wirklich schöner Zizerich!! :super:

Viele Grüße Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Allende am November 25, 2008, 21:38:33 nachm.
Hallo

Inzwischen schon 12 Seiten zum Teil recht nebulöse Kommentare  :platt: und alle rätseln hin und her, ob das neue Eisen oder nun frisch aussieht oder vielleicht vom Wüstenwind sandgestrahlt ist oder äusserlich korrosiv verändert ist und keiner weiss genaues.  :nixweiss:  Ich möchte gerne Mirkos Frage von der 11. Seite nochmals aufgreifen:

Was ich immernoch suche,ist ein Foto eines frischen(am besten frisch gefallenem) silikatreichen
Eisens!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Vielleicht sieht ja selbst ein frisch gefallenes Eisen diesem hier ähnlich!
Wir haben ja wahrscheinlich nur das Problem,das Stück nicht einschätzen zu können,weil wir nix zum vergleichen
haben!!!!!!!!!!!!

Als Vergleichsmaterial für einen Fall eines silikathaltigen Eisens fällt mir spontan nur Udei Station (Fall: Frühling 1927) ein, aber meine 6 mm dicke Scheibe zeigt leider zu wenig frischen Krustenbereich, um äusserlich zwischen Silikaten und Metall klare Unterscheidungsmerkmale zu erkennen und hier vorzustellen. Hat jemand von den werten Sammlerkollegen vielleicht ein Stück Udei Station mit viel Krustenbereich? Wenn ja, dann bitte zeigen!

Wie sieht es aus mit frischen Mesosideriten-Fällen?
Ich meine, es sollte kein wesentlicher äusserlicher Unterschied von Meso-Fällen zu frischen silikatischen Eisen sein. Ich habe hier mal das grösste meiner Estherville-Individuals (MES-A3/4, Fall (Schauer): 10. Mai 1879, tkw: 320 kg) von zwei Seiten gefötelet. Das Estherville-Individual ist fallfrisch - hab ich vor langer Zeit aus einem Museum herausgetauscht - und stark metallisch und zeigt trotz Mesosiderit-Klassifikation sicher eine typische Aussenansicht, wie man es wohl vergleichsweise auch für ein frisches silikathaltiges Eisenstück erwarten darf.

Gruss, Allende  :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Allende am November 25, 2008, 21:39:52 nachm.
Hier die andere Seite von dem fallfrischen Estherville-Individual

Gruss, Allende   :winke:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am November 25, 2008, 21:48:50 nachm.
Hey Jürgen,

das sieht wirklich verdammt gut aus!!!
Das ist wirklich durchaus vergleichbar!
Fallfrisch?
Die blanken Bereiche auf dem Eisen sind dann nur Abrieb der im Laufe der Zeit entstanden ist?
Aber jetzt interessiert mich doch sehr schwer ein Stück Udei Station aber mit wirklich frischem äusseren!
Hat jemand sowas??

Viele Grüße Mirko :prostbier:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: JaH073 am November 25, 2008, 21:50:25 nachm.
Hallo,

ja da schau her...............

Wenn so ein frischer Meso ausschaut, dann täte ich ja fast behaupten wollen, daß das neue Ziz-ähnliche Eisen gar nicht so alt ist wie man glauben würde.

Gruß

Hanno
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Allende am November 25, 2008, 22:24:54 nachm.
Hoi Mirko

Noch ein paar noch kleinere Estherville Meso-Individuals aus meinem Steinhaufen.
Das kleinste Stück wiegt nur 1.2 g (!), das grösste Stück der Gruppe wiegt 18.6 g

Diese 7 Individuals zeigen weniger blanke Stellen als das zuvor abgebildete 21.8 g Individal. Die weniger blanken Stücke sind also noch ursprünglicher und durch noch weniger musenale Hände gelaufen, bis sie letztlich nach hartem Kampf bei mir gelandet sind.

Gruss, Allende :gnacht:

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MetGold am Dezember 16, 2008, 13:06:41 nachm.
Hallo,

hier nochmal ein Bild einer Ziz-Scheibe.


 x-10   MetGold   :alter:


 :fluester:  Mal sehen was Mirko bei der Überarbeitung seiner Scheibe  x-08 alles rausholt - mal abwarten.
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Dezember 16, 2008, 13:17:48 nachm.
Hallo Peter,

danke nochmals für Dein Foto hier.
Also eigendlich war ich ja immer der Annahme,das Ziz sehr viel Cohenit enthält.
Aber da ich nun seit kurzem Besitzer eine Vollscheibe bin,die ich jetzt nochmal überarbeitet hatte,
sehen die Einschlüsse in meiner Scheibe doch nach Schreibersit aus.
Jedenfalls hat die Scheibe optisch richtig gewonnen.
Bei der Ätzung zuvor konnte man nichtmal den rekristallisierten Rand erkennen und der Schliff
war auch nicht gerade das gelbe vom Ei!
Aber so gefällt sie mir schon.
Jedenfalls sind jetzt bei mir alle Zweifel weg und ich bin mir fast 100%ig sicher,das das neue Eisen
nichts mit NWA 854 Ziz zu tun hat.
Mit dieser Scheibe habe ich ja nun den direkten Vergleich zu meiner Scheibe von dem neuen Eisen.
Die haben wirklich so gut wie nix gemeinsam und unterscheiden sich sehr stark voneinander.
Es würde mich auch nicht wundern,wenn bei der Klassifikation des neuen Eisen´s kein Og IAB rauskommt!!

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MetGold am Dezember 16, 2008, 13:37:04 nachm.
Hallo Mirko,

eine schöne Scheibe, sogar mit Randrekristallisation. Nehme aber an, daß das das neue Eisen ist und nicht der alte Zizerich, denn mit meiner Scheibe hat es meines Erachtens nix gemeinsames !?


 x-10   MetGold    x-02
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Dezember 16, 2008, 13:50:44 nachm.
Hallo Peter,

äh,wie jetzt?

Also meine letzte gezeigte Scheibe ist Ziz.
Keine Silikate! Nur ein paar kleine Schreibersitkristalle und sonst eben ein echter Og.
Keine Silikate drin und absolut eindeutig an den langen Kamazitlagen zu erkennen.
Vom neuen Eisen ist das ja eher eine grobkörnige Struktur.
Daher vielleicht auch nicht unbedingt ein Og!
Deine Ziz Scheibe sieht sehr dick aus.
Wie groß ist denn da die Fläche etwa,wo man was sehen kann??

Viele Grüße Mirko

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MetGold am Dezember 16, 2008, 13:58:11 nachm.
Hallo Mirko,

ja, sie ist dicklich und die Oberfläche irgendwie nicht plan, ansonsten 18x20mm, also vermutlich vieeeeeel kleiner als deine.  x-06

 x-10   MetGold   xalt
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Dezember 16, 2008, 14:26:10 nachm.
Hallo Peter,

na bei 18 x 20 mm würde ich ein ähnliches Bild erhalten.
Meine ist etwa 50 x 35 mm.
Kannst mir ja Deine gern zum aufarbeiten schicken,dann sehen sich die Stücke auch ähnlich. :fluester:

Hier aber nochmal der direkte Vergleich.

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: wannkommtdernächste am Dezember 16, 2008, 14:32:35 nachm.

Hallo Aficionados,

das Estherville-Beispiel von @Allende finde ich sehr erhellend. Morphologisch ziemlich nah bei Pseudo-Ziz, was in der Tat darauf hinweisen könnte (!), dass dieser frischer ist als gedacht.

Aber auch was das Innenleben anbelangt - nehmen wir doch einfach mal diese Pseudo-Ziz-Scheibe her:

http://www.meteorite-recon.com/img_inventar/silicate%20iron%20meteorite%20597.jpg

..... und vergleichen mit einer Scheibe Estherville:

http://www.encyclopedia-of-meteorites.com/test/Estherville_matteo.JPG

Bei Estherville bilden die olivinreichen Silikate die Matrix, darin eingelagert Eisen-Nickel-Inklusionen. Bei Pseudo-Ziz ist dieses Verhältnis in etwa umgekehrt: in das Eisen-Nickel eingelagerte Silikatinklusionen.

Bin gespannt, was die Klassifikation ergeben wird - habe mal beim Einreicher nachgefragt, dauert halt wieder mal länger als erwartet.

HabeDieEhre, Matthias


Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: MetGold am Dezember 16, 2008, 14:47:07 nachm.
Hallo Mirko,

bei deinen 2 letzten Bildern  :w-or: :w-ge: ist natürlich keine Ähnlichkeit vorhanden! Da kann man wirklich nicht widersprechen.

 x-02   MetGold
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Dezember 16, 2008, 14:57:34 nachm.
Hallo Matthias,

als ich die Estherville Individuale sah,hatte ich einen ähnlichen Gedanken.
Das eben ein frisches silikatreiches Eisen äusserlich so aussehen muß!
Habe da nur immernoch zu viele verwitterte Stücke gesehen um wirklich
glauben zu können,das der Pseudo-Ziz recht frisch ist.
Man könnte den Faden ja jetzt noch weiter spinnen und sagen,die großen
Brocken sind alle in den Boden eingeschlagen und da angewittert.
Mittlere Stücke zur Hälfte im Boden zu liegen gekommen.
Und kleine nur oben auf liegen geblieben!
Das würde in etwa auch den Grad der Verwitterungen entsprechen,den man an den
neuen Eisen beobachten kann.
Nur habe ich in den letzten Tagen ein 250g Stück,was rundum schwer verwittert ist,bekommen.
Das passt dann auch wieder nicht zu dieser Aussage.
Tja,wenn man zu allen Fragen immer gleich ne passende Antwort parat hätte,
wo bleibt dann auch der Reiz an der Sache??

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am Dezember 16, 2008, 15:44:43 nachm.
Hui müssmer mal den Andi Gren fragen,
ob er noch ein Bild hat von dem Kilo-Klotz Estherville, den er seinerzeit hatte.

Der sah eher, wie soll ich sagen, äußerlich wie eine Mischung aus Eisen und geglättetem Beton aus in der Farbe, wie man die Silikate eben in Estherville üblicherweise kennt, also schon anders als die kleinen Estherville-Nuggets,
und relativ ähnlich zu dem - oh schwerer Name, ob ichs hinkrieg...  Dong Ujimquin Qi.
Such ich mal ein Bild des letzteren........   
Da ist eins:
http://www.encyclopedia-of-meteorites.com/test/DONG%20UJIMQUIN%20QI%20mike%20farmer.jpg

Und sonst kann ich mich noch an ein kleines Lowicz-Individual erinnern, im Innern sehr gleichmäßig und fein verteilt Eisen und grünliche Silikate - das hatte aussen eine überraschen "normale" Schmelzkrust, schwarz und dick wie bei einem normalen Steinmeteoriten, nur eben bisserl verhutzelter.

Also die Mesos scheinen recht vielfältig daherzukommen, wie halt grad die Mischung ist.

 :w-or:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: H5P6 am Dezember 16, 2008, 17:45:00 nachm.
Hallo Martin, :w-or:

ist den bei den Material,was Du abgebildet hast die Blasenbildung in der Bildmitte für ein Met normal?
Kommt den das nicht nur bei Eisen-Schlacke vor? :gruebel:

http://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=2244.15

Gruß Jürgen x-02
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: wannkommtdernächste am Dezember 16, 2008, 18:50:01 nachm.

Ach ja, irgendwo waren hier Rufe nach einem Individual von Udei Station - als vergleichbarem Silikateisen - laut geworden.

Et voilà, ein gut 600 gm schweres Exemplar (wer sucht, wird oft bei Patrick fündig):

http://www.pallasite.ca/meteorites/meteoriteDetails.cfm?function=large&meteoriteNo=653&specimenNo=763

Erstaunlich, spontan käme ich nach Fotodiagnose nicht auf die Idee, dass es sich hier um ein taufrisches Eisen handelt (gefallen 1927 in Nigeria).



Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: wannkommtdernächste am Dezember 16, 2008, 18:53:19 nachm.
Hallo Matthias,

Tja,wenn man zu allen Fragen immer gleich ne passende Antwort parat hätte,
wo bleibt dann auch der Reiz an der Sache??

Das stimmt allerdings, Mirko. Und wenn wir die Metis saisonal im neuen Otto-Katalog ordern könnten, wäre das halt auch net so prickelnd. Andererseits, ab und an mal ne Antwort ist auch sehr hübsch ;-)

Matthias

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am Dezember 16, 2008, 19:48:52 nachm.
Zitat
Hallo Martin,

ist den bei den Material,was Du abgebildet hast die Blasenbildung in der Bildmitte für ein Met normal?
Kommt den das nicht nur bei Eisen-Schlacke vor?


Mist, jetzt hast die ganzen Meteorite weggeworfen, die Du mühsam usse Wasser gefischt......

Neeeeee. Keine Bange. Das geht bei diesem Mett nicht tief rein, da wirds halt ein bisserl die Silikate an der Oberfläche rausgezwirbelt haben.
Nu und sonst, gelegentlich kann Schmelzkruste schon Bläschen werfen, gard bei kleinen orientierten Knöpfen bei Chondriten, findst hin und wieder ein paar Bläschen. Sonst eher bei Achondriten.
Oder guxxt mal in Deinen Bühler, Seite 118, da hast mit Norton County und Pasamonte zwei exorbitante Schaumschläger abgebildet. (Mal schaun, obs sowas auch in Farbe im Netz gibt....).
Aber wie gesagt, das ist nur die Schmelzkuste, innen sinds kompakt und blasenfrei gezapft
und Du mußt Dir keine Sorgen ob Deiner Funde machen, die sind auch weiterhin nix, wennse Löchlein und Blasen haben, pardog, wollt sagen, nix Meteoritisches.

 :w-ge:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am Dezember 16, 2008, 20:00:19 nachm.
Guxx hier, Cynthiana, was für ein schöner Name:
http://www.nyrockman.com/museum/cynthiana.htm

Aber jetzt schnell zurück zu den Eisen, sonst werd ich wieder der Digression gezeihet  x-05

Mettmann
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Dezember 20, 2008, 18:54:48 nachm.
Hallo Eisenfreunde,

meinen neuen Sammlungszuwachs wollte ich euch nicht vorenthalten.
Eine schöne Vollscheibe von dem neuen silikatreichen Eisen.
In so einer großen Scheibe kann man dann doch sehr viel mehr sehen,als in kleineren
Stücken.
Man beachte den großen Silikateinschluß am Fuße der Scheibe!! :eek:
Jedenfalls ein wirklich geniales Material!!

Falls noch jemand solch eine große Vollscheibe für seine Sammlung sucht,einfach per Mail
bei mir melden. :fluester:

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: wannkommtdernächste am Dezember 20, 2008, 19:58:35 nachm.

Hallo Mirko,

ein tolles Ding, gratuliere! Ich denke, man kann so etwa 40% Anteil Silikat zu 60% Eisen schätzen.

Warst Du das nicht, der vor einiger Zeit mal nach einem Foto eines Udei Station Individuals gefragt hat, zum Vergleich mit dem Pseudo-Ziz? 5 Posts weiter oben habe ich ein link reingestellt - ist zwar kein wirkliches Individual, aber ein ziemlicher Brocken, an dem man Morphologie und Oberflächenbeschaffenheit ganz gut studieren kann.

Gruß, Matthias

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: lithoraptor am Dezember 20, 2008, 20:09:30 nachm.
Moin Matthias, Mirko und Forum!

Ich denke, man kann so etwa 40% Anteil Silikat zu 60% Eisen schätzen.

Ich denke, dass man den Anteil der dunkleren Silikate sehr leicht überschätzt (ist ein typisches Phänomen bei dunklen bzw. schwarzen Anteilen). Ich würde mal tippen, dass es nur maximal 30% Silikate sind.

Wie auch immer, eine wirklich sehr schöne Scheibe Mirko.  :eek: An Bildern von evtl. zum Verkauf stehender großer Scheiben hätte ich auf jeden Fall Interesse; allerdings mehr für mein Archiv. :fluester:

Gruß

Ingo
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am Dezember 21, 2008, 00:17:44 vorm.
Hmm, summdibrumm:

http://www.astrosurf.com/luxorion/Images/meteorite-zagora.jpg

Gell?

 x-09
Mettmann
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Dezember 21, 2008, 01:02:04 vorm.
@Matthias: Ja,den Udei Station habe ich mir angeschaut.
                Ist schon recht interessant!
                Allerdings gefällt mir der Vergleich zu Jürgens Estherville Individualen am besten!


@Martin:  NO! Zagora ist viel feiner!
              Das ist der Nachteil bei Fotos,wo man keinen Größenvergleich (Würfel) auf dem Foto hat.
              Hier Zagora und das neue Eisen!

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Mettmann am Dezember 21, 2008, 01:43:36 vorm.
Mehrso?  http://www.meteoritemarket.com/USN16-3A.jpg

oder so?: http://www.meteorites.com.au/collection/Lueders%20(Silicated%20IAB)%206.80g.jpg

 :w-or:
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Dezember 21, 2008, 01:50:09 vorm.
Hallo Martin,

also wenn,dann besteht die meiste Ähnlichkeit zu Lueders.
Obwohl ich sagen würde,das Lueders noch einen Hauch feinere Struktur hat
als das neue silikatreiche Eisen.
Udei Station ist ja ähnlich fein wie Zagora.
Der scheidet schonmal mit aus.

Ist schon wahnsinnig interessant,was die Wüste so für feines Material freigibt!!

Viele Grüße Mirko x-09
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: wannkommtdernächste am Dezember 21, 2008, 11:42:52 vorm.
Hallo Martin,

also wenn,dann besteht die meiste Ähnlichkeit zu Lueders.
Obwohl ich sagen würde,das Lueders noch einen Hauch feinere Struktur hat
als das neue silikatreiche Eisen.
Udei Station ist ja ähnlich fein wie Zagora.
Der scheidet schonmal mit aus.

Ist schon wahnsinnig interessant,was die Wüste so für feines Material freigibt!!

Viele Grüße Mirko x-09
Huch Lueders, Mirko, da finde ich aber das Erscheinungsbild des Eisens irgendwie weniger kompakt; granularer ...
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: wannkommtdernächste am Dezember 21, 2008, 11:45:54 vorm.
Hallo Martin,

also wenn,dann besteht die meiste Ähnlichkeit zu Lueders.
Obwohl ich sagen würde,das Lueders noch einen Hauch feinere Struktur hat
als das neue silikatreiche Eisen.
Udei Station ist ja ähnlich fein wie Zagora.
Der scheidet schonmal mit aus.

Ist schon wahnsinnig interessant,was die Wüste so für feines Material freigibt!!

Viele Grüße Mirko x-09
Huch Lueders, Mirko, da finde ich aber das Erscheinungsbild des Eisens irgendwie weniger kompakt; granularer ...


Siehe etwa hier:

http://www.pallasite.ca/specimen_full_images/img-407-456-1.jpg
(Foto: pallasite.ca)

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: wannkommtdernächste am Dezember 21, 2008, 12:05:29 nachm.
Hallo Martin,

also wenn,dann besteht die meiste Ähnlichkeit zu Lueders.
Obwohl ich sagen würde,das Lueders noch einen Hauch feinere Struktur hat
als das neue silikatreiche Eisen.
Udei Station ist ja ähnlich fein wie Zagora.
Der scheidet schonmal mit aus.

Ist schon wahnsinnig interessant,was die Wüste so für feines Material freigibt!!

Viele Grüße Mirko x-09
Huch Lueders, Mirko, da finde ich aber das Erscheinungsbild des Eisens irgendwie weniger kompakt; granularer ...


Siehe etwa hier:

http://www.pallasite.ca/specimen_full_images/img-407-456-1.jpg
(Foto: pallasite.ca)

Eher schon der?:

http://www.anubis-group.de/md/min14.12/tolu1.jpg
(Foto: MD-Meteorites)

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Dezember 21, 2008, 13:53:51 nachm.
Hallo Matthias,

auf kleinen,ungeätzten Scheiben kann man schlecht was erkennen bzw.vergleichen.
Auf größerern würde das schon besser gehen.
hier ist ein besseres Lueders Beispiel vom Carsten:

http://www.gi-po.de/meteorit_verkauf/eisen/lueders/meteorit_lueders_1g.htm

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: Dirk am Dezember 21, 2008, 14:29:19 nachm.



Herzlichen Glückwunsch, Mirko, zum aktuellen "Rocks from Space Picture of the day"


http://www.rocksfromspace.org/December_21_2008.html

 x-10
Dirk
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: wannkommtdernächste am Dezember 21, 2008, 14:33:40 nachm.
Hallo Matthias,

auf kleinen,ungeätzten Scheiben kann man schlecht was erkennen bzw.vergleichen.
Auf größerern würde das schon besser gehen.
hier ist ein besseres Lueders Beispiel vom Carsten:

http://www.gi-po.de/meteorit_verkauf/eisen/lueders/meteorit_lueders_1g.htm

Viele Grüße Mirko


Ja, Mirko, dieses Lueders-Beispiel haut hin.

Aber der silikatische Toluca drüber ist auch net schlecht, gelle?

Übrigens finde ich, nachdem wir hier eine ganze Reihe von Vergleichen schon gezogen haben, dass der neue Pseudo-Ziz auch geschnitten und geätzt ein wirklich besonders attraktives Eisen ist, sehr vielfältig und fein. Das kommt in Deiner - obacht, Kompliment: - vorbildlichen Bearbeitung ganz besonders zum Ausdruck.

Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Dezember 21, 2008, 14:53:55 nachm.
@Dirk: Danke.Leider ist es etwas spät auf der Liste.
          Hatte es dem Michael gleich den selben Tag geschickt,als ich es auch hier im Forum
          gezeigt hatte.
          Bin ja aber schließlich nicht der einzige,der dem Michael Fotos schickt!!
          Daher muß man auch etwas warten können...

@Matthias: ja,der Toluca sieht unglaublich aus!
                Kaum zu glauben,das es überhaupt Toluca sein soll!
                Sowas in der Art kenne ich von Toluca auch noch nicht!
                Und ja,nur wenn alle Scheiben möglichst mit gleicher Qualität bearbeitet wurden,kann
                man auch am besten vergleichen!

Viele Grüße Mirko
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: JaH073 am Dezember 21, 2008, 15:57:17 nachm.
Hallo Mirko,

also dieses Foto von einem Toluca kommt mir auch komisch vor.
Evtl wurde da aus Versehen etwas vertauscht.
Das Toluca Gefüge ist doch ganz anders.
Ich hab Material von Canyon Diablo das in seinen Außenbereichen optisch etwas abweicht, das sog. Rim-Material, aber was hier als Toluca dargestellt ist das stell ich mal vorerst in Frage.

Beim Campo gibt es ja ähnliches mit deinen Graphit-Nodulen - aber hier ?

Vielleicht hat ja jemand eine Info über den Toluca daß solch eine Matrix bekannt ist.

Wir lernen gerne dazu.

Viele Grüße

Hanno
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: herbraab am Dezember 21, 2008, 16:14:41 nachm.
also dieses Foto von einem Toluca kommt mir auch komisch vor.
Evtl wurde da aus Versehen etwas vertauscht.
Das Toluca Gefüge ist doch ganz anders.
[...]
Vielleicht hat ja jemand eine Info über den Toluca daß solch eine Matrix bekannt ist.

Guckst Du bei Bob Haag: http://www.meteoriteman.com/collection/toluca.htm

In seinem Büchlein "The Robert Haag Collection of Meteorites" sind die Bilder etwas größer drinnen. Noch bessere Bilder sind in seinem "Field Guide" zu sehen.

Auf diesem Bild (http://www.meteoritemarket.com/TM251-5A.jpg) von Eric Twelker ist auch schön zu sehen, wie sich das Widmanstätten-Gefüge beim Vorhanden sein von Silikten (im rechten, oberen Teil des Stücks) ändert.

Grüße, Herbert
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Dezember 22, 2008, 12:14:23 nachm.
Hallo Herb,

gute Beispiel-Bilder!!
Also ich war ja wirklich genauso skeptisch wie Hanno.
Aber nach Deinen Fotos hier,bin ich echt erstaunt.
Kannte ich bisher nicht und schon garnicht von Toluca.
Sieht aber Klasse aus!
Da müsste man sich ja wirklich ein Vergleichsstück für die Sammlung sichern!

Viele Grüße Mirko x-09
Titel: Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
Beitrag von: ironmet am Januar 15, 2009, 12:05:18 nachm.
Hallo Eisen-Freunde,

jetzt war der Jack Schrader aber sehr schnell!!

Schaut mal hier,das neue silic. Eisen hat auch schon ne provisorische Nummer 5549.


http://cgi.ebay.com/New-Algerian-Silicated-Iron-NWA-5549-Beautiful_W0QQitemZ160310086522QQcmdZViewItemQQptZLH_DefaultDomain_0?hash=item160310086522&_trksid=p3286.c0.m14&_trkparms=66%3A2%7C65%3A10%7C39%3A1%7C240%3A1318

Mich würde mal interessieren,wer jetzt noch alles ne Probe irgendwo zur Klassifizierung eingereicht hat.
Wieviele Nummern wird es dann wohl von dem Eisen geben??
Was sagt der Haschr Aswad  dazu?
Zum Glück hab ich es gelassen,da ich eigendlich dachte Mike lässt das Material schon klassifizieren.
Mike Farmer hatte ja in Ensisheim das Glück ein wirklich sehr schönes 5 Kilo Stück des Eisens zu erwerben.

Na schauen wir mal was noch für Nummern folgen.

Viele Grüße Mirko