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Fundstücke => unbekannte Gesteine, auch meteoritenverdächtige => Thema gestartet von: Müller am März 19, 2009, 20:53:46 nachm.

Titel: Was ist das für ein Mineral?
Beitrag von: Müller am März 19, 2009, 20:53:46 nachm.
Hallo,
ein lieber Mensch aus einem anderen Forum hat mir empfohlen meine Fragen hier zu stellen. Ich bin hier neu  und auch nicht "gesteinskundig.
Also: Den abgebildeten Brocken habe ich ca. 2 km von der Ortslage in einem Weinberg gefunden. Er besteht fast ausschließlich aus Eisen und Silizium (je zur Hälfte), enthält also keinen Sauerstoff und ist nicht magnetisch. Das spez. Gewicht liegt etwas über 5. Unweit von der Fundstelle liegt eine römische Villa.

Als Laie konnte ich über die unterschiedlichen Zuordnungen nur staunen. Sie reichten von "noch nie gesehen" über "Schlacke bei der Eisenherstellung" zu" mit Sicherheit kein Meteorit" bis zu "höchstwahrscheinlich ein Meteorit", um nur einige zu nennen. Dass es ein (Abfall)- Produkt bei der Eisenverhüttung ist, scheint mir am wahrscheinlichsten zu sein. Aber warum hat man diesen hocheisenhaltigen Brocken nicht wieder eingeschmolzen? Kann man feststellen, ob evtl. schon die Römer diesen Brocken verloren oder weggeworfen haben?
Es ist höchst unwahrscheinlich, dass es sich um einen Meteoriten handelt. Doch, kennen wir alle Brocken aus dem all?

Wenn ich mir hier die Beiträge anschaue, dann habe ich große Hoffnung, dass ich genaueres über diesen "Brocken" erfahre.

Freundliche Grüße

Müller
Titel: Re: Was ist das für ein Mineral?
Beitrag von: MetGold am März 19, 2009, 21:16:09 nachm.
Hallo,

erstmal ein herzliches Willommen hier!

Es ist sehr gut, daß du schonmal einen Schnitt gemacht hast, weil man bei den meisten Funden unbedingt "hineinsehen" muß. Der Verdacht auf Eisenschlacke ist sehr groß.

Falls du die Schnittfläche polieren könntest und mit einer ca. 5-10%igen Salpetersäure ätzen (vorsicht, nitrose Dämpfe), dann könnte man anhand der entstehenden Struktur - falls was entsteht - die Sache eindeutiger erkennen.


 :winken:   Metgold
Titel: Re: Was ist das für ein Mineral?
Beitrag von: MetGold am März 19, 2009, 21:19:16 nachm.
Hallo,

habe deinen Beitrag leider erst jetzt ordentlich durchgelesen.
Bei "nichtmagnetisch" kann der Ätzversuch natürlich entfallen. Und das Wort Meteorit kann bei dieser Zusammensetzung auch gestrichen werden. Die Bilder sahen so nach Eisen aus!  :crying:


 :prostbier:   Metgold


Titel: Re: Was ist das für ein Mineral?
Beitrag von: Plagioklas am März 19, 2009, 22:58:34 nachm.
Hallo,
einige dieser Brocken gelangen aufgrund diverser Vorgänge in den Abfall. Beispielsweise weil sie noch nicht ganz geschmolzen waren, als der hochofen uasgeschaltet wurde, oder weil sie mitsamt der Schlacke ebenfalls flussig rausgekommen sind. Und noch einige Gründe mehr.

Dieses Ferrosilizium hat keinen besonderen Wert, der Kilowert liegt bei wenigen cent, so dass sich das einsmmeln einzelner Stücke nicht lohnt.

Eisen und eisenerz selber sind auch nicht sooo wertvoll. selbst reines Eisen ist nur 1 Euro pro Kilo im Verkauf wert. Im Einkauf zur Schmelze kostet Eisen nur 10 bis 30 ct pro Kilo, das ist so wenig, dass man als normaler Mensch in deutschland bettelarm werden würde, wenn man es per Hand von irgendwoe einsammelt und zum Verkauf einen Kilometer weiter bringt, egal wie viel am Sammelort liegt. Der transport lohnt einfach untert diesen Bedingungen (Tragen per Hand) nicht. Genauso wenig lohnt es sich im Stahlwerk einen Mitarbeiter einzustellen, der übriges Eisen und Erz sammelt und wieder in den Ofen wirft.
Gruß
Plagioklas 
Titel: Re: Was ist das für ein Mineral?
Beitrag von: JaH073 am März 20, 2009, 00:52:27 vorm.
Hallo,

habe gerade deinen Beitrag über dieses unbekannte Stück Material gelesen.

Wenn du am kommenden Sonntag, den 22.03. Zeit hast und nicht allzuweit von Eppelheim ( bei Heidelberg ) weg wohnst, dann darfst du mich gerne dort auf der Mineralienbörse an meinem Stand aufsuchen und ich schau mir das gute Stück mal an.
Ich werde dort einen Tisch mit Meteoriten haben.

Viele Grüße

Hanno
Titel: Re: Was ist das für ein Mineral?
Beitrag von: Müller am März 23, 2009, 20:08:50 nachm.
Hallo,

zunächst mal besten Dank für Eure Meinungen.
Das gute Stück ist leicht magnetisch, wie JaHO73 festgestellt hat.
Dass es sich um ein Abfallprodukt der Eisenherstellung handelt, ist höchstwahrscheinlich. Doch als neugieriger Mensch würde ich gerne mal ein Vergleichsstück sehen. Auch interessiert mich die Zeitstellung, denn neuzeitliche Eisenverarbeitung gibt es in der Nähe der Fundstelle nicht, jedoch in 50 m Entfernung eine römische Villa. Gibt es eine Methode, mit der man das Alter des Brockens feststellen kann?

Freundliche Grüße

Müller
Titel: Re: Was ist das für ein Mineral?
Beitrag von: pallasit am März 23, 2009, 22:49:24 nachm.
Hallo,

Gibt es eine Methode, mit der man das Alter des Brockens feststellen kann?
Wenn in deinem Stück Holzkohlereste enthalten sind, kann man eine C14 Datierung machen.

Grüsse Willi
Titel: Re: Was ist das für ein Mineral?
Beitrag von: Peter5 am März 24, 2009, 18:14:42 nachm.
Hallo Müller,

wie Willi (pallasit) schon zutreffend mitteilte, entweder die C14-Methode (Radiokarbonmethode) als gebräuchlichste bzw. bekannteste Anwendung oder aber seltener im Gebrauch ggf. auch die Rubidium-Strontium-Methode oder die Kalium-Argon-Methode zur Altersbestimmung.

Gruß Peter5 .. :winke:
Titel: Re: Was ist das für ein Mineral?
Beitrag von: pallasit am März 24, 2009, 18:49:29 nachm.
Hallo,

Auch interessiert mich die Zeitstellung, denn neuzeitliche Eisenverarbeitung gibt es in der Nähe der Fundstelle nicht, jedoch in 50 m Entfernung eine römische Villa. Gibt es eine Methode, mit der man das Alter des Brockens feststellen kann?
Für diese Fragestellung ist alleinig die C14 Methode sinnvoll. Die Halbwertszeit von C14 liegt bei 5730 Jahren. Daraus ergiebt sich ein datierbarer Zeitraum zwischen ca. 100 Jahren und ca. 70000 Jahren.

Zum Vergleich:
Kalium-Argon, Halbwertszeit von Kalium 40 liegt bei ca. 1,3 Milliarden Jahre, der datierbarer Zeitraum liegt bei 50000 Jahren bis 4,6 Milliarden Jahren.
Rubidium-Strontium, Halbwertszeit liegt bei 47 Milliarden Jahren, der datierbare Zeitraum liegt bei 100 Millionen Jahren bis 4,6 Milliarden Jahren.

Grüsse Willi  :prostbier: