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Meteoriten => Meteorite => Thema gestartet von: H5P6 am Februar 12, 2007, 16:56:28 nachm.

Titel: kohlige Chondrite
Beitrag von: H5P6 am Februar 12, 2007, 16:56:28 nachm.
Hallo, :winke:

eine Frage zu kohligen Chondriten.
Kann es sein,daß nach dem Schneiden von diesem Material sich Bestandteile von der Schnittfläche ablösen?
Das heißt,im nassen Zustand eine schwarze Schmiere und im trockenen Zustand,staubartige schwarze Krümel?
Das würde mich einmal interessieren.

Gruß Jürgen :smile:
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: MetGold am Februar 12, 2007, 17:34:34 nachm.
Hallo Jürgen,

warum sollte das passieren. Guck dir doch mal hier im Forum in unserer Meteoritensystematik die Kohligen an, sie unterscheiden sich für einen Uneingeweihten kaum von den anderen Chondriten - auch beim Schneiden. Du mußt nun nicht gerade von den superseltenen CI's ausgehen und jedes Stück Kohle für sowas seltenes halten.

 :winke:  MetGold   :alter:

Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: APE am Februar 12, 2007, 17:37:28 nachm.
Hallo Jürgen,

wieso interessierste Dich dafür?
Haste schon wieder was verdächtiges gefunden ...   :einaugeblinzel:

Ich sage nein - obwohl ich nicht sehr viel Erfahrungen mit C-Chondriten habe ... meine sind jedenfalls hart wie Stein! Selbst die Moss-Fragmente ...

Der Link führt Dich zu einem Fund von mir, der zwar gediegenes Eisen enthält, aber auch (wahrscheinlich Kohlenstoff) krümeliges, schwarzes Material, was beim Schneiden schmierig war ...

http://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=377.0

Könne dann also was von der Eisenverhüttung sein ... schätze ich mal ...   :nixweiss:

Grüße aus Bernau
Thomas
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: H5P6 am Februar 13, 2007, 11:12:48 vorm.
Hallo Peter,hallo Thomas, :winke:

meine Frage bezieht sich auf das Säge-und Handhabungsverhalten von kohlenstoffhaltigen Gestein.
Wenn man die C-Chondrite der Typen 1 und 2 ohne sichtbare Chondrene mit 5 Volumenprozenten an Kohlenstoff in Erwägung zieht,glaube ich auch nicht,daß das Material so wie erlebt instabiel ist.
Ich würde das abgebildete Material eher für eine überthemperierte Tonerdenmasse halten.Nur die Färbung der Anschnittfläche müßte dann eigentlich heller sein.
Weiß der Kuckuck,was das ist.  :gruebel:

Gruß Jürgen :smile:
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: JaH073 am Februar 13, 2007, 12:24:33 nachm.
Hallo Jürgen,

schick mal das abgeschnittene Scheibchen zu mir, dann schauen wir mal genau drauf.
Ich werd´s vorher auf meiner Maschine polieren, dann wissen wir mehr.

Gruß

Hanno
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: H5P6 am Februar 13, 2007, 13:10:31 nachm.
Hallo Hanno, :winke:

Material - kommt. 

Gruß Jürgen :smile:
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: APE am Februar 13, 2007, 14:25:00 nachm.
Hi Jürgen,

sieht irgendwie aus wie Straßenbelag ...  :fluester:

Wie schwer ist der Klumpen den?

Scanne doch mal den Anschnitt oder mach mal ein Foto davon  ...

Wenn wir eine Struktur sehen, dann wissen wir vielleicht mehr.  :nixweiss:

Gruß Thomas
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: H5P6 am Februar 13, 2007, 17:19:23 nachm.
Hallo Thomas, :winke:

auf Straßenbelag bin ich spezialisiert,das ist es glaube ich nicht.  :lacher:
Sollte der Bum mit den Feldsteinkirchen einmal nachlassen,bleibt ja noch der Straßenbau.  :auslachl:
Hier anbei das leider etwas unscharfe Bild vom Endstück.
Gesamtgewicht der Fundmasse ca.600g.

Gruß Jürgen :smile:
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: pallasit am Februar 13, 2007, 22:16:08 nachm.
Hallo Jürgen,

Thomas dürfte richtig liegen mit seiner Vermutung. Bei der Stahlerzeugung werde auch Feuerfeststeine und Feuerfestmassen eingesetzt, die viel Kohlenstoff enthalten.

Es werden Dolomitcarbonsteine und Magnesiakohlenstoffsteine verwendet. Einige werden sogar mit Pech oder Teer gebunden. Es kann auch noch zusätzlich Graphit beigemischt werden. Dein Stück halte ich für einen Dolomitcarbonstein.

Grüße Willi  :prostbier:
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: Mettmann am Februar 14, 2007, 20:02:56 nachm.
 :winke: Jürgen,

die Cs wie Ivuna, Orgueil, Tagish Lake sind wahnsinnig bröselig und zerbrechlich, sodaß man sich fragt, wiese überhaupt den Fall überleben konnten.
Drum gibt es auch keene Funde jener Klassen, denn schiffts einmal druff oder ums biblischer auszudrücken: Geht ein Wind über sie, sindse dahin und der Ort an demse lagen, weiß von ihnen nix mehr.
Oooooobacht, auch ein Phänomen von Besessenheit von "Meteoriten"findern - wenn ihre Knorzen partout nicht nach Mett aussehen wollen, nehmense Zuflucht zu den allerrarsten und exotischsten (und manchmal inexistenten) Klassen, siehe auch Stehnaht.
Finde also erstma, wie es sich gehört, einen Chondriten (und kauf Dir endlich ein paar, damitte weißt, wie sowas ausschaut. :oberseufz: )

Mett, the Man
(dem man immer noch nicht gesagt hat, was eiszeitliche Moränen mit den Blaueisfeldern gemein haben sollen....)
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: H5P6 am Februar 15, 2007, 10:30:18 vorm.
Hallo Martin, :winke:

Sandwüsten haben wir hier nur in der Braunkohle.  :eek:
Also muß man nach anderen Flächen suchen,die von Menschen wenig belaufen werden.
Aufgrund fallender Wasserstände liegen jetzt Bereiche an Seeufern frei,die immer von Wasser bedeckt waren.Wenn in solchen Waldsee nun ein Stein mit frischer schwarzer Schmelzkruste zum Vorschein kommt,würde wohl auch jeder,der ansonsten seine Meteorite nur durch Kauf erwirbt,das Ding erstmal mitnehmen ,um es dann in Ruhe zu untersuchen.  :gruebel:
So ist es geschehen.  :fluester:

Gruß Jürgen :smile:
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: Mettmann am Februar 15, 2007, 16:39:08 nachm.
Ein Mett, der eine Weile im Wasser gelegen,
kann aber keine frische "Schmelz"kruste mehr aufweisen.
So ein Krusti ist hauchdünn und werden die Dinger naß und sei's nur durch einen einzigen Regentag, dann verrostens.

Ich seh jetzt auch auf dem letzten Bild nix an dem Stein, was wie Schmelzkruste aussieht.
Drum insistier ich ja unentwegt, daßde mal n'paar echte Mets in die Hand nimmst, dann tust Dir unendlich leichter, weilde wissen wirst, wie sowas aussieht.

Fiep
Mettmann
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: MeteoritenanundVerkauf am Februar 15, 2007, 21:11:35 nachm.
Mett, the Man
(dem man immer noch nicht gesagt hat, was eiszeitliche Moränen mit den Blaueisfeldern gemein haben sollen....)
[/quote]

Hy Ma,
ich seh da schon ne Gemeinsamkeit: Moränen sind Schuttablagerungen, die von Gletschern bei ihrer Bewegung mitbewegt oder aufgehäuft werden. (Definition frei Wikipedia). Und Blaueisfelder sind in den Sinne doch auch Gletschern ähnlich. Transportiern alles mit, was auf sie drauf fällt -oder ihnen im Wege steht. Also für mich hört sich das logisch an, wenn jemand spekuliert, dass sich in Endmoränen ehemaliger Gletscher mehr Meteorite finden als aufm platten Land....  Irgendein mords Metallmet - Name fällt mir im Moment nit ein - wurde auch nach seinem Fall so weiterverfrachtet. Wenn ich den Bericht noch find - reich´ ich nach.... 

Gut - bei den Blaueisfeldern verdampft das Wasser und schmilzt nicht wie bei Gletschern, aber der Anreicherungsprozess sollte doch ähnlich gut klappen...

Und schliesslich hat der Walter Zeitschel in so ner Moräne auch einen Meteoriten gefunden.    :super:
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: Mettmann am Februar 16, 2007, 00:23:22 vorm.
Aba Micha,

in der Antarktis wühlense doch ned im Schutt und es sind rrrrrrrriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiesige Flächen und die Dingers werden an bestimmten Orten konzentriert.
Guxx, das is vereinfacht so. Über dem ganzen Eisschild der Antarktis plumpsen die Mets. Da schneibts, die Steinlein werden eingeschlossen (und perfekt konserviert), sinken ab. Die Eisschicht ist ungeheuer mächtig, mehrere km dick und fängt durch ihr eigenes Gewicht zu fließen an, zu den Rändern des Kontinents und plumpst ins Meer.
Haste aber als Untergrund eine Erhebung, einen Bergrücken, dann wölbts das Eis an dem Hindernis auf. Oben blost der kalte Wind, es Eis sublimiert und wird abgetragen, liegen bleiben die Mets und mit den Jahrtausenden reichern die sich dort schön brav an. Alles was so im Eis eingeschlossen war an Mets über die Jahrzehntausende kommt da wieder an der Oberfläche zu liegen.
Da wächst auch nix, da liegen auch keine anderen Steine rum.
So schaut das auf den Blaueisfeldern aus: Guxxu:
http://geology.cwru.edu/~ansmet/why_ant/index.html
Das is schieres Eis. Da mußte die Dinger nur noch einsammeln und da findste auf wenigen qkm auch etlich verschiedene auf Anhieb.

Also, da stört nix und man hat einen echten Anreicherungsmechanismus.
Das ist doch fundamental anders als bei einem Gletscher, der fröhlich Schutt mit sich verschiebt und vor sich herschiebt (und wode zudem in Kubikkm von andern Steinen wühlen mußt), da wird doch nix konzentriert!

Sag ich
Mettmann
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: H5P6 am Februar 16, 2007, 10:11:28 vorm.
Hallo Martin, :winke:

hier noch einmal ein besseres Bild vom wahrscheinlich Tonerdengestein mit 70% Schmelzkruste.  :wow: :gruebel:

Gruß Jürgen :smile:
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: Aurum am Februar 16, 2007, 10:32:56 vorm.
Hallo ,

Für alle die es interesiert , in  der Rubrick links ist ein Beitrag von mir der zu einem Video führt das von Frau Dr.Kress ist sie war in der Arktis und erklärt dort ( Leider auf Englisch ) genau die Zusammenhänge .

Für alle die es  inetrersiert hier noch mal der Link  http://video.google.de/videoplay?docid=-1622983844227423478&q=meteor

Bis dann Lutz  :winke:
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: pallasit am Februar 16, 2007, 10:40:43 vorm.
Hallo Jürgen,

Jeder Feuerfeststein, der in Kontakt mit Eisenschmelze war, bildet eine Schmelzkruste aus.

Grüße Willi
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: pallasit am Februar 16, 2007, 10:45:17 vorm.
Noch was zu Gletschern!

Wir haben natürlich in Europa keine Blaueisfelder. Wir hatten sie auch nicht während der letzten Eiszeit, jedenfalls nicht in der Form wie sie heute in der Antarktis existieren. Die Mächtigkeiten der Gletscher waren in den Alpen nicht so groß.
Auch in der Antarktis ist ein Blaueisfeld etwas Seltenes. Wie würde die Antarktis aussehen wenn das Eis abgeschmolzen wäre? Es würde dort so Aussehen wie vor 10.000 Jahren in den Voralpen.

Ein Alpengletscher ist nicht gleichmäßig durchmischt mit Gesteinen. Es gibt in jedem Gletscher große Partien die recht frei von Gesteinen sind (ich bin schon mehrmals in einer Spalte gesteckt und hab nur Eis gesehen) In der letzten Eiszeit reichten die Gletscher bis weit ins Vorland. Ab einer Mächtigkeit von 60 Metern, beginnt Eis zu fließen. Wenn sich Eisnachschub und Abschmelzen die Waage halten, ist die Lage der Gletscherfront stationär. Es werden Endmoränen gebildet. Eine Endmoräne kann folglich eine Anhäufung von Gesteinsmaterial über einen Zeitraum von vielen Tausend Jahren sein. Wenn der Gletscher an so einer Stelle wenig Gesteinsfracht hatte, könnten Meteoriten relativ angereichert sein.

Die Schwierigkeit besteht dann darin diese Stellen heute zu finden.  :auslachl:

Walter Zeitschel hat einen Meteoriten an einer heutigen Gletscherfront gefunden. Er hat sicher nicht an einer Stelle gesucht wo der Gletscher stark verunreinigt war. An einer Stelle, wo reines Gletschereis abschmilzt, hat man die Essenz von mehreren Quadratkilometern Gletscherfläche. Die Chance einen Met zu finden ist vielleicht nur leicht erhöbt, aber immerhin erhöht.

Auch wenn das mit der Anreicherung nicht so der Hit sein sollte, konserviert so ein Gletscher recht gut. Die letzte Eiszeit dauerte über 100.000 Jahre. Unter Normalbedingungen würde diese Zeitspanne, kaum ein Meteorit überdauern. Wenn die eiszeitlichen Gletscher die Meteoriten konserviert haben, beginnt die Uhr des Zerfalls erst vor 10.000 Jahren zu laufen. Da kann schon mehr übrigbleiben. Ähnlicher gilt auch für heutige Gletscher.

Was haltet ihr davon?

Grüße Willi
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: Mettmann am Februar 16, 2007, 10:57:55 vorm.
Ja nicht so besonders viel.
So ein Blaueisfeld hat ein rrrrrrriesiges "Einzugsgebiet" und der Witz daran ist, daß eben sich die Mets an der Oberfläche anreichern PLÖS daß da eben keine anderen Steine herumliegen!
Und anscheinend gibt es genug Blaueis, dasse nach 30 Jahren Ernte in jedem Sommerhalbjahr und von den verschiedensten Nationibus immer noch ned fertig sind.
Nix stört so sehr bei der Meteoritensuche wie andere Steine!
Ich würde es für absolut fruchtlos halten, begönne ich die Schotterebene hier um München aufzubaggern (abgesehen davon, daß nach 10.000 Jahren Herumgelege in unserem Klima der letzten Tausenden Jahren, jeder Met höchstwahrscheinlich Perdü wäre).

Ich sag: Ab in die Wüste oder in bekannte Streufelder, sunst: Null Changs.

Mettmann

Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: pallasit am Februar 16, 2007, 11:17:29 vorm.
Hallo,

Die Blaueisfelder können jedes Jahr wieder von neuem abgeerntet werden. An diesen Stellen sublimiert das Eis, es treten immer wieder neue zu Tage. Blaueisfelder ohne viel sonstige Gesteine sind auch in der Antarktis sehr selten.

Bis München ist in der letzten Eiszeit kein Gletscher gekommen. In fluviatil umgelagerten Sedimenten hat es keinen Sinn, da stimme ich dir voll zu. Da sollte man sich schon mal mit einer geologischen Karte auseinandersetzten.

Willi
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: H5P6 am Februar 16, 2007, 11:27:33 vorm.
Hallo Willi, :winke:

genau das ist ja seit langem meine Rede.  :user:
Wir haben hier in Nähe den Henzendorfer - Findlingspark.Dort waren in der Gegend unvorstellbare Massen von Geschiebesteinen  in allen Größen von den Feldern gesammelt worden.
Aus einem Teil dieser Steine hat man den Findlingspark zusammengestellt.(Vielleicht finde ich eine Net-Adresse)
In dieser Gegend habe ich noch nie etwas besonderes gefunden.Aber in den Bereichen,wo die auf dem Urstromthal treibenden eiszeitlichen Massen gestrandet und geschmolzen sind,findest Du nur die Objekte,die im Eis eingefroren waren.
Und diese Stellem muß man finden.  :super:

Gruß Jürgen :smile:
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: Mettmann am Februar 16, 2007, 11:34:23 vorm.
Eeeeh aber es sind doch gerade die STEINE, die stören!
Steine sind der Feind eines jeden Mettjägers!
Steine sind bööööse!!!
Je weniger Steine, desto besser! Barum sich freiwillig ausgerechnet dahin begeben, wo es Myriaden von Tonnen anderer Steine gibt?
Wo wolltet ihr denn die Nadel lieber finden? Im Heuhaufen oder uffe gekachelten Küchenboden?
Ich finde, es wird immer wunderlicher...... :gruebel:

 :weissefahne:
Mettmann
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: Mettmann am Februar 16, 2007, 11:40:38 vorm.
Bitte, schaut mal.
http://perso.orange.fr/pierre.pallier/Libye/photo75.html

Warum gehense denn mit Vorliebe in solchen Gegenden auf die Jagd?
Eben weil da KEINE andern Steine rumliegen.
Das ist das berühmte Dar-al-Gani-Plateau, woher alle Mets kommen, die mit DaG anfangen.

Schluchz
Mettmann
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: MetGold am Februar 16, 2007, 12:16:21 nachm.
Hallo,
MettMann man sollte dich hassen, aber du tust ja nix anderes als die Wahrheit sagen  :danke:  und den Leuten versuchen die Augen zu öffnen. Es macht nunmal wenig Sinn auf einer Geröllfläche einen Meteoriten zu suchen, da ist die Suche auf einer grünen Wiese noch erfolgversprechender, denn wenn dort ein Stein liegt, kann man sich schon fragen - warum.
Die Gletscherzungen bieten sicherlich größere Chancen als das übrige Umfeld, aber vieviel größer ist die Chance, wohl verschwindend gering gegenüber Streufeldern und Wüstengebieten.
Hatte im Forum schonmal das Bild von einer Gletscherzunge reingesetzt. Was an deren Ende alles für Müll zum Vorschein kommt ist unglaublich und die Zunge selbst ist im Hochsommer derart verdreckt, wenn man nicht wirklich eine unzugängliche Gegend für Wintersport hat ....

 :winke:  MetGold   :alter:

Foto von Aug./Sep. 2004 in Österreich/Pitztal 3400m
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: APE am Februar 16, 2007, 12:25:23 nachm.
Hallo Leute,

also ich bin kein echter Experte für diese Fragen, aber meine Meinung ist die:
 :user:
Die Verwitterung funktioniert vor allem dort, wo auch die Wurzeln noch hin kommen. Liegen die Mets schon tiefer eingebettet in Kies oder Geröll, könnte die Verwitterung zum Stillstand kommen ...
Allerdings, sehe ich die Anreicherung ähnlich negativ wie Martin, denn wir haben erstens keine echte Ortsgebundene Ablagerung, da die Ablagerungszone mit dem Gletscherende hin und her wandert. Zweitens sind die Flächen pro Gletschertal (in den Alpen) kleiner als die der Antarktiseisfelder, was zur Folge hat, daß man viele kleine Ablagerungsgebiete besuchen müßte. Und drittens entsteht viel zu viel Abraum in Form von Geröll aus dem Tal selbst, was die Suche schwieriger macht. Viertens wird in den Alpen viel mehr Niederschlag gefallen sein, als dies in der Antarktis heute möglich sein wird, was damit zu einem erhöhten Transport von Schnee-Eis-Wasser geführt hat, welches wiederum die Ablagerungszone und sein Material im Nachhinein auf eine größere Fläche verteilt hat ...

Allerdings ist zur Zeit ein verstärktes Abschmelzen der Gletscher vorhanden, und was da alles so zum Vorschein kommt, ist schon beeindruckend. Mich würde es auch nicht wundern, wenn ein gar nicht so alter Fall über einem Gletscher, nach ein paar Jahrzehnten schon wieder unten raus kommt. Aber dann wären wir schon wieder bei der Frage, wie oft fällt ein Meteorit über diese Alpengletscher ... Also ich habe gehört, das ein Gletscher an manchen Orten bis zu 6m am Tag fliest! Gut, das sind steile, enge Stellen. Der selbe Gletscher wird an anderer Stelle mehr Zeit brauchen, aber es ist auch insgesamt eine recht schnelle Bewegung, so finde ich. Das Abschmelzende Eis ist eben nicht uralt! Und Özi mit seinen - ups, ich weiß es jetzt gar nicht genau - 3.000 Jahren ist ja auch nur in einer Senke vom Eis unbewegt zurückgelassen worden. AHA, Senken sind also Ablagerungszonen! Auch für Dinge, die von oben auf das Eis fallen?  :platt:

Was die Eiszeit in Norddeutschland angestellt hat, kommt Größenmäßig der Antarktisfläche schon sehr nahe, aber es ist ein anderer Prozeß. Eis kommt angeflossen und schmilzt ab. Also gibt es auch hier wieder einen Verteilungsprozeß. Jeden Sommer war das Gletscherende in Gebieten wo nicht Dauerfrost war! Jede Endmoräne war also ein von der Verwitterung stark beanspruchter Ort (übrigens auch in den Alpen). Nichts für Weicheier wie Mets, die noch dazu im chemischen Ungleichgewicht mit ihrer Umgebung stehen ...  :crying:

Ich sage nicht, das man nichts mehr finden kann!
Aber ich sage nur, tut es, wenn es Euch Spaß macht!
Ich jedenfalls mache es nicht.

Gruß Thomas
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: Mettmann am Februar 16, 2007, 12:34:07 nachm.
Nuja, ich bin ja schon wieder still, vasprochen.

Aber wenn ich bedenk, daß in soner Wüste sogar ein R2D2 nicht auskönnt, einen Mett zufinden und wenn ich dann hier les, dasse scharf drauf sind, den Aushub von Kiesgruben durchzusieben...dann schmörzts mich...au. Und weh.
Immerhin, bissi Anregungen gefunden. Grad gelesen, die Sublimationsrate uffe Blaueisfeldern liegt bei ca. 5cm im Jahr und derer Felder gäbe es 60.000qkm, die völlig blank und 200.000 qkm potentielles Blaueis, was noch teilweis schneebedeckt. Also theoretsch ne Fläche so groß wie die alte Bäherdäh, gespickt mit Metts, da hamse noch Hunnert Jahr Munition.

Also bevor ich als Normalsterblicher mich in Schutthalden umtät, wollt ich lieber die Lesehaufen und Feldsteinmauern der Bauern durchschauen, die alles weggeräumt haben, wasse gestört oder wasse aufgepflügt, also das Zeug noch ned vollends verottet ist und wemmer in den Catalogue schaut, dann ist das neben den kalten und heißen Wüsten, die Fundart N°1 für Mets.

Soll sich der Jürgen nen Magneten koofen, wenigstens diese Investition müßt er stemmen können, wenns zum Mett, zum Buch oder zur Besichtigung ned glangt und an die Haufen und Mauern halten.

Und nun bin ich lieber schweig.
Pssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssst.
Mettmann
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: Mettmann am Februar 16, 2007, 12:37:10 nachm.
Oder ich bin jetzt fies   :boese:

Und heb das Obalehrerfingerlein und sage Brunflo  :laughing:

Nein, das wär zu gemein....   :neenee:
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: APE am Februar 16, 2007, 12:47:36 nachm.
Die Suche  nach Mets ...  :fingerzeig:

... es geht auch mit steinigen Gebieten, wenn der Kontrast gut ist! Und für uns Menschen ganz wichtig, wenn wir uns auf eine Situation einstellen können.

Und genau das können wir in Norddeutschland eben nicht erwarten! In den Alpen manchmal auch nicht, weil die Gesteinsschichten zu oft wechseln und diese zu unterschiedlich ausschauen ...

In Brandenburg liegen zum Beispiel alle Gesteinsarten aus Skandinavien rum ...  :crying:
Ganz toll! ...  :ehefrau: Wenn ich den erwischer, der nicht Ordnung gehalten hat ...
Auf einen einzigen qm liegen so verschiedene Steine rum, da höre ich schon selbst den Experten sagen, so genau wollen wir es ja gar nicht wissen ...   :dizzy:

Gruß Thomas
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: Mettmann am Februar 16, 2007, 12:54:16 nachm.
Wobei anzumerken, dasset in der Wüste auch Gegenden gibt, wo jeder Stein Wüstenlack hat, da is man natürlich verratzt.

Nu vielleicht auf den Salzseen in Bitterfeld....
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: APE am Februar 16, 2007, 14:25:28 nachm.
... nee ne ... zu wenig Salzgehalt, da schwimmen die Mets noch nicht oben!
Schätze ich ...   :fluester:

 .
 .
 .
pallasit  :laughing:
Mettmann  :lacher:
manch ein Ghost :totlach:
APE und H5P6  :aua:
Gäste  :laola:

der Neuling  :gruebel:

der Admin ...  :fingerzeig:

 ... und dann am Stammtisch :st:


PS: Such´ste noch oder find´ste schon!?
Nach einer langen Met-Suche mit Steffen fragte ich ihn: Na, wie voll ist dein Körpchen?!  :auslachl:
...
Finder2007    :crying:

 :winke: Thomas
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: H5P6 am Februar 16, 2007, 17:15:14 nachm.
Hallo Martin, :winke:

ja es ist einfach so,daß die Steinhaufen am Feldrand die Visitenkarte der Gegend sind.Wir haben einmal einen kompletten Haufen umgesetzt.Zu empfehlen sind dabei Knieschützer,Handschuhe und Staubschutzmaske wegen dem Schimmelstaub.Wir haben dabei edliche interessante Objekte geborgen.Heutzutage werden die Felder nicht mehr beräumt.Die verbleibenen Steinhaufen sind zum größten Teil schon überwachsen.
Wer weiß,was darin seid 200 Jahren schlummert.Hoffentlich wird es bald wieder warm und trocken.  :fluester:

Gruß Jürgen :smile:
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: MeteoritenanundVerkauf am Februar 16, 2007, 19:53:23 nachm.
Aba Micha,

in der Antarktis wühlense doch ned im Schutt und es sind rrrrrrrriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiesige Flächen und die Dingers werden an bestimmten Orten konzentriert.
Guxx, das is vereinfacht so. Über dem ganzen Eisschild der Antarktis plumpsen die Mets. Da schneibts, die Steinlein werden eingeschlossen (und perfekt konserviert), sinken ab. Die Eisschicht ist ungeheuer mächtig, mehrere km dick und fängt durch ihr eigenes Gewicht zu fließen an, zu den Rändern des Kontinents und plumpst ins Meer.
Haste aber als Untergrund eine Erhebung, einen Bergrücken, dann wölbts das Eis an dem Hindernis auf. Oben blost der kalte Wind, es Eis sublimiert und wird abgetragen, liegen bleiben die Mets und mit den Jahrtausenden reichern die sich dort schön brav an. Alles was so im Eis eingeschlossen war an Mets über die Jahrzehntausende kommt da wieder an der Oberfläche zu liegen.
Da wächst auch nix, da liegen auch keine anderen Steine rum.
So schaut das auf den Blaueisfeldern aus: Guxxu:
http://geology.cwru.edu/~ansmet/why_ant/index.html
Das is schieres Eis. Da mußte die Dinger nur noch einsammeln und da findste auf wenigen qkm auch etlich verschiedene auf Anhieb.

Also, da stört nix und man hat einen echten Anreicherungsmechanismus.
Das ist doch fundamental anders als bei einem Gletscher, der fröhlich Schutt mit sich verschiebt und vor sich herschiebt (und wode zudem in Kubikkm von andern Steinen wühlen mußt), da wird doch nix konzentriert!

Sag ich
Mettmann

Ei - ja. Irgendwo is das schon richtich so - aber ich han´ ja nur gesagt, dass dort in den Geschieben die Wahrscheinlichkeit eben großer ist einen Met zu finden als uffem platten Land, weils durch die Gletscher ja auch vor sich hergeschoben bis zur Endmuräne. Siehe Walters Schweizer Fund. Aber trotzdem findst da nit Tausenderweise wie in der Arktis. Schon klar - ne. Aber immerhin is die Wahscheinlichkeit n Fitzel besser als in Rest der Botanik von BRD - Dunkel - Teutschland - Schwitz und Östreich´. Aber ich Depp lauf trotzdem hier rum und wühl mich durchn´ Acker...  :dizzy:   

Sikscht; alles ne Sache der Einstellung. Hauptsache s´macht Spass.  :pro:  Also; weitermachen !    :super:
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: MeteoritenanundVerkauf am Februar 16, 2007, 20:25:40 nachm.

Also bevor ich als Normalsterblicher mich in Schutthalden umtät, wollt ich lieber die Lesehaufen und Feldsteinmauern der Bauern durchschauen, die alles weggeräumt haben, wasse gestört oder wasse aufgepflügt, also das Zeug noch ned vollends verottet ist und wemmer in den Catalogue schaut, dann ist das neben den kalten und heißen Wüsten, die Fundart N°1 für Mets.


Mettmann

PS; dat wiederrum schaut nit gut aus. Hab selbst paar Bäuerlein angesprochen. Und was sagen die:  ne neeeee. Mit Steinhaufen is nix. Alles mit der Flurbereinigung wechgemacht worn. Und Mäuerlein hammse hier auch keine gebaut... schnieffff....   :crying:

Mein Tipp; wer gern nach Schottland fahrt. Da hammse in den Highlands hunderte Kilometer Steinmäuerchen feinsäuberlich an ihren Ackergrenzen lang gezogen. Scheinds hattens viel Langeweile dort... früher.  Als noch kein TV gab...  So dümpeln wir weiter stumpf au fm teutschen Acker rum und pflücken ein Kile Eisenschrott die Stunde aus der Ackerkrume....  :platt:

PS; Auch Frustig; Arbeitskollege hatn Onkel der auf seim Grund anno Tobak einige Eisenwacker mit "Dellen" gefunden. Benutz diese Als "Tür - offen - Halter" und mag sie mir nicht zum untersuchen lassen geben - trotz androhung von massig Kohle die er machen könnt. Ne; will lieber originellen Türbeschwerer... Seufz. Für solche Leute sind WIR die komischen Kauze, weil wir glauben, dass Steine ausm Weltraum auf die Erde fallen....     :crying:   Ich mag nimmer....
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: MeteoritenanundVerkauf am Februar 16, 2007, 20:26:45 nachm.
Mett, the Man
(dem man immer noch nicht gesagt hat, was eiszeitliche Moränen mit den Blaueisfeldern gemein haben sollen....)

 Irgendein mords Metallmet - Name fällt mir im Moment nit ein - wurde auch nach seinem Fall so weiterverfrachtet. Wenn ich den Bericht noch find - reich´ ich nach.... 

Gut - bei den Blaueisfeldern verdampft das Wasser und schmilzt nicht wie bei Gletschern, aber der Anreicherungsprozess sollte doch ähnlich gut klappen...

Und schliesslich hat der Walter Zeitschel in so ner Moräne auch einen Meteoriten gefunden.    :super:
[/quote]

PS; der Brocken war glaub ich der Willamette Meteorit...
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: Mettmann am Februar 16, 2007, 20:39:58 nachm.
Ja die Frangen sind etwas eigen,
aber der Beaver wurd ja auch als Türstopper vom Scheriff im Knast in Oklahoma verwandt.

Mußt halt dem Bäuerlein einen Ersatzklumpen und ne Kiste Bier spendieren (Mettexpeditionen erfordern ja auch Investitionen).

Huh und der Twannberg, der wurd als Krautfaßdeckelbeschwerer benutzt und der andere Teil war beim Marc Jost in der Hauswand eingemauert.

Ja das issses:  "transportiert".
Verfrachtet eben, aber nicht angereichert
und leider so transportiert, daß da noch unendliche Massen zusätzliches Geröll dazugekommen, das die Auffindung erheblich erschwert.
Da is das Problem.

Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: Mettmann am Februar 16, 2007, 20:41:33 nachm.
Huh, und Micha,

wennst nun von Haus zu Haus gyngest, um die "Haxn-Abkratzer" zu inschpizirn,
tätst eine lokale Berühmtheit werden  :wow:

Maddin
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: pallasit am Februar 16, 2007, 21:30:58 nachm.
Hallo,

Bitte versteht mich nicht falsch, ich bin weder Meteoritensucher, noch Meteoritenhändler. Diese Personengruppen müssen etwas finden um Leben zu können. In diesem Forum sind auch Leute wie ich zugegen, die weder mit Antarktis noch der Wüste was am Hut haben. Un von Meteoriten leben muß ich auch nicht.
 
Bitte, bitte, ich habe nicht gesagt, dass man im Alpen- und Voralpengebiet an Anreicherungen kommt, die es lohnt zu durchsuchen oder zu durchsieben. Sieben ist eh Unsinn. In der Wüste wird auch nicht gesiebt, obwohl es dort viel Sand gibt. Wenn ein Kieswerk ne Million Tonnen Gestein im Jahr durchsetzt, kann am Magneten schon was meteoritisches Hängen bleiben. Das ist gar nicht so doof.

Es kommt bei bestimmten natürlichen Prozessen  zu Anreicherungen. Die sind nicht hoch, auch wenn man sein Leben lang an diesen Stellen sucht, wird man bei uns wohl keinen Meteoriten finden. Wenn  jemand sich fragt, lieber die Schotter bei München durchwühlen oder eine Endmoräne, würde ich ihm zur Endmoräne raten. Es ist nur eine Sache der Wahrscheinlichkeit. Bei einem „Sechser“ im Lotto „mit Superzahl“ ist die Wahrscheinlichkeit 1: ca. 130 Millionen. Jedoch hat fast jede Woche jemand einen „6er mich Superzahl“.

In die Antarktis kommt ein Normalsterblicher nicht. In die Wüste schon eher. Wenn ein Metbegeisterter in seinem Urlaub in einer geeigneten Endmoräne rumstochert ist die Chance größer einen zu finden, als an einer beliebigen Stelle.  :auslach: Die Kriterien müsste man jedoch noch erarbeiten.  :auslachl: Was ich raushöre ist. „Lohnt sich finanziell eh nicht, deshalb ist es Unsinn“.

Ihr tut ja so, dass man nur in die Antarktis oder die Wüste muss, um dann tonnenweise Meteoriten anzuschleppen. In die Antarktis kommt eh kein Normalsterblicher. Dort schauen sie zuerst mal mit Flugzeugen und Hubschraubern, nach geeigneten Bereichen. Die Antarktis ist immerhin deutlich größer als Europa (> 10 Millionen Quadrat Kilometer).

In der Wüste müssen zuerst mal die richtigen Bedingungen gefunden sein. Einfach nur Wüste, kann man auch vergessen.

Es geht auch bei diesen Hochburgen der „Meteoriten Finderei“ darum an den richtigen Stellen zu suchen. Ohne Kriterien für die Suche kann man sein leben lang in der Wüste verbringen ohne einen Meteoriten zu finden.

Für mich scheint es so, dass es Stellen gibt, an denen die Fundhäufigkeit höher ist als an beliebiger Stelle. Ne goldene Nase verdient sich da keiner.

Wenn ich das nächste Mal im Ötztal bin und Granate abschleppe, werde ich eine Rast an der Gletscherzunge einlegen und 2 Stunden nach Meteoriten suchen. Womöglich finde ich den Opa von Ötzi, der lag dann aber 10.000  Jahre im Eis. Vielleicht hat er ja einen orientierten in der Tasche.

Dass so was Sinn macht, muss ich „Zeitschel sei Dank“ nicht mehr beweisen.  :super:

Willi
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: MeteoritenanundVerkauf am Februar 16, 2007, 23:32:51 nachm.
Huh, und Micha,

wennst nun von Haus zu Haus gyngest, um die "Haxn-Abkratzer" zu inschpizirn,
tätst eine lokale Berühmtheit werden  :wow:

Maddin

Mei Ma; müsstes doch die Bayern kennen (ja - auch Frangn sind Bayern...!).  Noch bevor ich da ne Berühmtheit in Met-Dingen werd, tun sie mich vorher Steinigen oder aufm Reisighaufen zu Asche verwandeln...  Obwohl; dann währ ich auch ne Lokale Berühmtheit. Irgendwie.    :gruebel:

Komm ich dann ins Fernsehn ???    :lacher:

Aber ich bin immer noch dran, meinen "Zigaretten - ähnlich - glimm" - Meteoriten zu suchen. Der Bauer hat mich zwar schon von Acker verjagt (ich glaub der denkt ich bin jeck...) aber ich probiers immer wieder.   :wow:

Ich Depp.
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: ironmet am Februar 16, 2007, 23:58:48 nachm.
Hallo Leute, :winke:

jetzt mein Senf hier auch noch!

Martin will uns ja hier nur sagen,das es eben besser wäre,in Gegenden auf Suche zu gehen,die auch schnell zum Erfolg führen!
Das macht sich nun mal in den Eis und Sandwüsten am besten,keine Frage.

Und wie schlecht man doch in unseren Breiten fündig wird,beweist ja der Meteoritenfall Moss(jüngster Norwegischer Fall)!
Jeder weis,das da ne Menge Steine gefallen sind!
Und schaut mal,wie viele Leute da schon auf Suche waren!!
Ich meine,da ist man schon in einem kleinen,eigegrenzten Gebiet und trotzdem findet da keiner mehr was!
Etwas über 3 Kilo wurden da gerade mal zusammengesammelt.
Und der überwiegende Teil stammt auch noch von Auffindungen,die purer Zufall waren.
Der eine wollte seinen Rasen mähen und sieht neben seinem Kirschbaum nen abgebrochenen Ast und nen schwarzen Stein liegen.
Bei irgend ner Firma regnet es durchs Dach und der verursacher war ein Meteorit,der im Dach gesteckt hat.
Gerade mal Farmer hatte das Glück,nach Suche in der Umgebung fündig zu werden.
Nun könnten alle Forum Mitglieder nach Moss fahren und es würde wahrscheinlich keiner fündig werden!
Und warum,weil die Gegend dazu einfach viel zu schlecht für die Meteoriten-Suche ist!

Davon abgesehen,besteht die Chance einen Meteoriten zu finden,überall.
Die Chance ist natürlich verdammt verdammt klein,aber sie besteht!
Und viele Funde beweisen das auch!
Man verzeihe mir jetzt,wenn ich jetzt hier nur über Eisen spreche!

Siehe Muonionalusta:
Der ja auch nicht in Schweden gefallen sein soll,sondern durchs Eis dort abgelagert worden ist.
Und auch heute noch wird dort ordentlich gefunden!

Siehe Morasko:
Hätte sich da 1914 kein Soldat rangemacht,sich einen Schützengraben zu buddeln,wäre Morasko heute vielleicht noch unentdeckt?

Siehe Niederfinow:
Eisenfund von 1940 in einer Kiesgrube.

Siehe Verkhnyi Saltov:
zufälliger Eisenfund bei prähistorischen Ausgrabungen!

Also ihr seht,durch Zufall wurde schon ne Menge entdeckt.

Und so wie Micha schon sagt,Hauptsache es macht Spaß!
Man,wie oft ziehen Thomas und ich mit dem Detektor los!
Andere gehen mit ihrem Hund spazieren!
Wir führen eben unsere Detektoren aus!
Kommt am Ende aufs selbe raus!
Andere treffen sich schon morgens vor Kaiser´s mit ner Flasche Bier!
Wenn der Kasten abends alle ist,haben auch die den Tag geschafft!
Also nach meinem Ermessen kann jeder das tun,was er für richtig hält oder was er eben für das richtige und wichtig erachtet!
Ob das immer Sinn macht und in irgendeiner Weise erfolgversprechend ist,steht auf einem anderen Blatt.

Wenn es dann eben mal von Erfolg geköhnt ist,ist es fein,wenn nicht,dann nicht!

Nur finde ich es etwas schade,wenn unser Jürgen hier,der nun unbedingt einen Fund erzwingen will,scheinbar nichtmal weis wie ein Meteorit wirklich aussehen mag oder woran man einen erkennen könnte.
Wenn er das nämlich wüsste,könnte er sich hier mindestens 95% seiner Fragen und Bilder sparen,weil er eben selbst einschätzen könnte,das es keiner ist.

Viele Grüße Mirko :prostbier:


Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: pallasit am Februar 17, 2007, 00:28:27 vorm.
Hallo,

Ein weiterer typischer Meteoriten Fund in einer Moräne!!!  :dizzy:

Siehe Bild: "Collecting III" und "Big Orange" des folgenden Links:
http://geology.cwru.edu/~ansmet/collecting/index.html (http://geology.cwru.edu/~ansmet/collecting/index.html)

Willi
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: Mettmann am Februar 17, 2007, 00:36:46 vorm.
Aber Willi, die Fundhäufigkeiten richten sich in den Wüsten nicht nach irgendwelchen Anreicherungen, sondern danach,
ob das Gelände gut befahrbar ist, ob da möglichst wenig andere Steine rumliegen, die man mit Meteoriten verwechseln könnte, ob da kein Bewuchs ist, ob die Bodenchemie und die klimatischen Voraussetzungen gegeben sind und zwar ziemlich in dieser Reihenfolge.

Nix gegen Walters Fund, aber ich glaub, das war ein reiner Zufallsfund, kenn die Geschichte nicht, halt mal beim Wandern gefunden - könnt mir gut vorstellen, daß wenn er auf Meteorite ausgewesen, er es vorgezogen, sich lieber im Allende-, im Nuevo Mercurio-Struefeld, an den Kratern usw. umzutun.
Das als Beweis hernaziehen zu wollen ist genauso hilfreich, wie zu sagen, jetzt check mer lieber die Parkplätze der Innenstadt, da sind die Chancen höher, denn im Gletschergeschiebe wurde EINS Meteorit gefunden, auf Autos sind schon FÜNFE geplumpst.
 Ich bin jetzt zu faul, die Geschichte des dt.Lottoblocks nachzuschlagen, aber wenn ich mir so anschau, daß wir hierzulande aus den letzten Tausend Jahren just nur 30 oder 40 Meteorite haben, wovon mehr als die Hälfte den Leuten vor die Füße geplumpst ist und daß mit der Anzahl der Jackpot-Gewinner oder von Blitz Erschlagenen vergleich, kann ich doch anmerken, daß ein gezielter Mettfund außerhalb der bekannten Streufelder ein Ereignis ist, was praktisch nicht eintrifft und daher versteh ichs nicht, daß die Enthusiasten es sich gezielt schwer machen wollen und ausgerechnet da zu suchen gedenken, wo extra viel anderes Geröll rumliegt, was bei der Suche stört
und eben weilse mit solchem Enthusiasmus dabei sind, sag ich, wenn ihr schon ned in die Wüste geschickt werden wollt, ja dann fahrts halt nach Morasko oder innnn Urlaub nach Schweden, da findet man fast immer was.

"Ihr tut ja so, dass man nur in die Antarktis oder die Wüste muss, um dann tonnenweise Meteoriten anzuschleppen."

Ganz recht, weil es eben nur 600t registrierte Meteorite gibt und das einzige, was an Tonnenfunden gemacht wurde in den letzten Jahrzehnten ist Campo, Sikhote und neuerdings Muonionalusta.
Bidde guckt in die Statistik.
Bevors so ab Mitte der 90er mit der Wüste verstärkt anfing (und der große Boom um ca 2001 rum einsetzte), da gab es ausserhalb der Antarktis aus den letzten 1300 Jahren nicht mehr als 3000 Meteorite!
Und daran hat sich im wesentlichen nicht viel geändert, im Jahr kommen halt immer noch so 4-8 neue Fälle dazu und ein paar Zufallsentdeckungen und damit hat sichs.
Sone Meteorit bleibt eben trotz der Wüsten- und der Antarktisfunde 600x seltener als Gold uns so selten wie ein Brilliant und warum kommt keiner mit der gleichen Verve auf die Idee in Brandenburg oder Baden-Württemberg sich beim Waldspaziergang auf die Suche nach einem 5000-Karäter von Diamant zu machen? Der würde belächelt werden, nicht wahr?

Bitte guxxt Statistik. Hammer im Moment 44.000 Meteorite, grunz, grad geht die Database ned, davon rund zwo Drittel aus der Antarktis, 1000 Fälle, 2000 noder was weiß ich, Nicht-Wüstenfunde und der Rest kommt aus den Wüsten. Bei den NWA Nummern gehn wir auf die 5000 zu, bei den Dho's auf die 2000.

In der Antarktis derfst als Privatmensch sowieso ned sammeln - tja und wennde wirklich tonnenweis Meteorite anschleppen willst, dann bleiben Dir eben nix anders, als in die Wüste zugehen, sonst findst se eben nicht,
obwohl ich schon schmunzeln muß, wenn ich "tonnenweis" les. Guxx solche Klassen wie die Howardite, Eukrite, Diogenite - und das Zeug wird vorwiegend klassifiziert, weil man sonst keen Preis rausbekommt, davon gibt's zusammen einschließlich Antarktis und historischer Funde + Wüste, gerade einmal eine einzige Tonne.
Und nu nimm mal den zeitlichen Faktor, das allermeiste dieser Wüstenflut ist erst in den letzten 5, 6 Jahren gefunden worden.
Darum muß man schreien: "ab in die Wüste!!!".  Es ist ja nicht so, daß die Hönters ned lieber Europäische oder Amerikanische Metts finden wollten, da se da ja ein Vielfaches dafür kassieren könnten als für das Oman und Saharazeug,
nur da findst eben Grossomodo nix!!

Und das muß man den Leuten doch ein bisserl wenigsten klar machen, nicht um ihren Enthusiasmus zu schmälern, sondern um sie darauf vorzubereiten, daß sie bis an ihr Lebensende durch die Kiesgruben, Wälder, Gletscherhalden stiefeln werden und nie etwas finden werden.
(Und um uns allen die Arbeit zu erleichtern, dasse von sich aus spüren, daß wennse nen entfernt ähnlichen Knorzen finden, daß das mit unendlicher Wahrscheinlichkeit eben kein Mett ist und bittschön auch kein Mond oder Mars. Ich mein das siehst doch hier im Forum, da hammer einen, der noch nie einen Meteorit in der Hand gehabt hat, der irgendwelche Theorien aufstellt und Woche für Woche Dutzende Feldsteine nach Hause schleppt, weil er meint, es müßten Meteorite sein. Da muß man schon ein arger Misanthrop sein, wollte man da nicht eingreifen).

Huh und Willi und alle - ihr müßt Euch wirklich stets vor Augen halten, wie exorbitant rar das Zeug ist. Sicherlich fällt es schwer das zu glauben, weil es eben überall im Internet feilgeboten wird und weil die Preise dafür zwischen lächerlich und absurd niedrig rangieren.
Das liegt allein daran, daß s.o. sich durch die Wüstenfunde in den letzten 5 Jahren, sich die Menge des Materials mehr als verhundertfacht hat, in so kurzer Zeit, aber sich nach wie vor niemand dafür interessiert. Noch kurz vor der Jahrtausendwende, da haste eben fürn HOW 400$ im Gramm hingelegt und warst froh, nen Daumennagel-großes Stück ergattern zu können, da haste eben erst ab 800-1200/g bei nem ACAP abdrücken müssen und bei so nen Mond, wie wir anbieten für 1200-1500$ im Gramm, da wärste irgendwo zwischen 25.000-200.000$ dabei gewesen. (uuh, wenn ich denk, was unsere Mets, selbst die rarsten Klassen kosten und was die Antarktisprogramme an Geld kosten jedes Jahr).
Und trotzdem, schau nach, bleibt das Zeug unendlich rar. Hammer 36kg Mond, meiste vergeben. Hammer irgendwo um die 50kg ACAp. Mehr gibt's ned auf der Welt. (und mit den Wüsten läufts langsam aus).
Das wissen die ganzen Beginners ned und wennse nen Knorzen finden, der außen braun aussieht, aber keine Chondren und kein Eisen hat, ja klaaar, dann ists sofort Mond, Mars oder C1.
Uuuuh aber auch die Altsammler sind Gewohnheitstiere. Denen ist überhaupt nicht bewußt, was für ein Schwein sie haben, daß sich uffe Welt wirklich kein Schwein für Meteorite interessiert. Stell Dir mal vor, Mettsammeln wär so populär wie Mineraliensammeln, Fossiliensammeln, Kunstsammeln - dann würde die Gesamtmasse ihrer Sammlungen bei wenigen Gramm jeweils liegen, weil sich niemand das leisten könnt.

Also Willi, es gibt praktisch überhaupt keine Meteorite auf der Welt, man findet sie praktisch nur in der Antarktis, in bestimmten Wüstenregionen, da wo schon mal einer gefunden wurde, in alten Streufeldern oder se plumpsen Dir auf die Füß.
Drum ist ungezielte Suche egal ob uffe Acker oder bei den Gletschern verlorene Liebesmüh.
Bzw. würd ich dann eher empfehlen, nen Detektor mit zu nehmen, um alten Kulturschrott, Münzen, Antiken, Schätze und Horde, Ötzis und Himmelsscheiben zu finden, denn die werden die Mettenthusiasten um Potenzen häufiger auftun als jemals einen echten, verschimmelten Chondriten!

Guxx, der Micha ist der viel kleinere Depp, als er schreibt, denn er glaubt eine Spur zu haben, weil er was fallen sehen gahbt geglaubt zu tun mögen sollen gemacht.


So isses numa, ich habs nich erfunden.

Mettmann

"In der Wüste wird auch nicht gesiebt, obwohl es dort viel Sand gibt"  - Man geht ja uff sandfreie Ebenen und bei Fundstellen, wo mal nen Mond oder Mars, da ist es tatsächlich vollkommen "durchgesiebt" will heißen jeder quadratzentimeter auf viele dutzende km abgesucht, so is ja nich

Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: pallasit am Februar 17, 2007, 01:37:36 vorm.
Tja, wir haben eben die närrischen Tage!  :lacher:

Du wirst es nicht glauben, in Baden-Württemberg wurde schon nach Diamanten gesucht. Ein Wissenschaftler hatte sogar einen gefunden. Als man das nachprüfen wollte, war das gute Stück allerdings verschwunden. Es gibt Kimberlit ähnliche Gesteine, sogenannte Olivin-Nephelin-Melilithe und mehr als 300 Vulkanschlote. Die reichen bis mindestens 160 km Tiefe. Wir könnten ja ein paar aus unserem Forum darauf ansetzen. Das wär doch was. Neben Meteoriten und Gold auch noch Diamanten!

Martin, dein Beitrag, besonders die Heftigkeit, verwirrt mich etwas. In den meisten Sachpositionen stimme ich vollkommen mit dir überein. Werde die "Aufsätze" in den nächsten Tagen nochmal lesen.

Narri Narro (Ein Fasnachtsruf für diese verrückten Tage)  :prostbier:  :prostbier:  :prostbier:
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: Aurum am Februar 17, 2007, 09:28:33 vorm.
Morgen Palasit, und alle anderren


das mit den Tollemtagen kann ich hier aus Düsseldorf nur bestätigen , aber die muss es wohl hier im Forum wohl auch geben ,
Das was hier in den letzten 13 Stunden ab ging ist der hammer 20 Beiträge in 13 Stunden  :applaus:
Ich Finde alle Beiträge interesant und anregend .
Dafür wollte ich einfach mal Danke sagen .
Würde ja gerne mehr zum Thema schreiben aber hier in der Stadtwüsste keine Möglichkeit . Sollte jemals ein Meteorit in meinem Garten landen ist das bestimmt eine Aktion der Comedy Falle, wurde mir von verschiedenen Seiten schon angedroht  :crying:

Bis dann Lutz  :winke:
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: Mettmann am Februar 17, 2007, 14:22:13 nachm.
Huhu Willi,

Käptn Mettmann poltert eben lieber als rumzueiern.
Liegt daran, daß ich einfach ned die Zeit hab, die Fakten in wohlgesetzte Wendungen zu pressen, sondern die Beiträge einfach aussem Ärmel hinrotz
(und daß ich mit Grippe im Bett) und v.a. liegt es daran, daß, wennde mal die alten Beiträge durchgehst, sich etliche Diskussionen wiederholen und sich im Kreis drehen, sodaß man, will man nicht ständig das Jesagte iterieren, oh, ah, man doch versucht ist, es mit größerer Prägnanz zu wiederholen, in der Hoffnung, daß es diesmal verstanden werden wird.

Daß etliches immer wieder und wieder gesagt werden muß, könnt einer der Gründe sein, warum sich hier viele der eingeschriebenen, die gar viel größere Experten sind als meinereiner, sich so konsequent in Schweigen hüllen, weilse bei sich denken,
uuuuh, wohinein bin ich da nur geraten......

Aber wenns gewünscht,kann ich mich auch zurückhalten...
Krölps.
 :nixweiss:
Mettmann
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: ironmet am Februar 17, 2007, 19:15:29 nachm.
Hallo Maddin,

dann erstmal gute Besserung!

Mir ist es aber wurscht,ob Du mit Grippe im Bette liegst!! :baetsch:

DU SCHREIBST HIER WEITER!!!! :super: :super: :super:

Viele Grüße Mirko

PS: War ja die letzten 3 Wochen hier schon recht ruhig!! :fluester:

Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: MeteoritenanundVerkauf am Februar 17, 2007, 21:34:45 nachm.
Dafür ! 

Der Mettmann muss weitermachen.  :super:

Im Ernst; der Mettmann und der Hanno z.B. ham mich an das Hobby rangeführt mit reichlich Tipps und Mails... Immer für Fortschritt gesorgt... und so sollt man den Cracks auch zugestehn, dass sie mal deutlichere Worte austeilen um vielleicht den einen oder anderen uffen Boden zurück zu holen. Und is ja net so dass der Ma nur mutwillig wild um sich schlagen tät. Er hülft´ jedem bereitwillig weiter und investiert Zeit in´ Fortgang. Dass ein jeder Metmässig aus den Puschen kommt.

Insofern - ich bin froh, dass einer so klare Worte findt´ und diese so heiter verpacken kann wie der Ma. Is immer ne Freude sein Gehacktes zu lesen.   :user:

Und dat is ja auch der Sinn eines Forums; Hülfe für Anfänger   :gruebel:  und bisserl Schnack unter Experten.   :auslachl:

Et´ lebe die Kunst   :super:

Gute Besserung !



Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: JaH073 am Februar 18, 2007, 15:42:33 nachm.
Hallo Jürgen,

dein Scheibli ist bereits Anfang letzte Woche eingetroffen.
Leider hatte ich erst heute die Zeit mir diese bei schönestem Sonnenschein mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
Zum Polieren eigenet es sich leider nicht.
Dafür ist es zu porös und fragil in seiner Struktur.
Jedoch muß ich sagen, daß einige Stellen auf der Außenseite der Scheibe auf den ersten Blick gewisse Ähnlichkeit mit einem Chondriten ( will jetzt nicht sagen einem kohligen Chonrditen ) haben. Wenn man sich dann aber die Schnittfläche anschaut wird es klarer.
Was man für chondrenähnlich halten tut, sind für meine Verständnisse nichts anderes als kleine und größere Sandkörnchen.
Beim Schneiden sieht man, daß diese innen drin hellgrau, und einige wenige sehr hell, fast weiß sind.
Das ganze Teil würde ich eher als eine Art Sedimentgestein halten wie unser pfälzer Buntsandstein mit mehr oder weniger Füllmaterial zwischen dem Sand.

Viele Grüße

Hanno
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: pallasit am Februar 18, 2007, 17:58:12 nachm.
Hallo Hanno,

Teste doch mal mit verdünnter Salzsäure 10% (=10 fach verdünnt) auf Dolomit. Ich meine das ist ein Dolomitkarbonstein (Feuerfeststein, Kunststein).

Viele Grüße

Willi
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: H5P6 am Februar 19, 2007, 14:25:34 nachm.
Hallo Hanno, :winke:

danke für Deine Mühe.  :super:
Da das Ding zum größten Teil eine angeschmolzene Oberfläche hat,vermute ich auch irgend eine thermisch beanspruchte sandhaltige Masse.
Also wieder etwas abgeklärt.  :prostbier:

Gruß Jürgen :smile:
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: Haschr Aswad am Februar 26, 2007, 14:21:17 nachm.
Aber Willi, die Fundhäufigkeiten richten sich in den Wüsten nicht nach irgendwelchen Anreicherungen, sondern danach,
ob das Gelände gut befahrbar ist, ob da möglichst wenig andere Steine rumliegen, die man mit Meteoriten verwechseln könnte, ob da kein Bewuchs ist, ob die Bodenchemie und die klimatischen Voraussetzungen gegeben sind und zwar ziemlich in dieser Reihenfolge.


Doch, genau so ist es. Es gibt ganze Wüsten die "gut befahrbar", keinen Bewuchs haben und nicht mit Fremdgesteinen kontaminiert sind und in denen man trotzdem suchen kann bis man schwarz wird, ohne je Meteoriten zu finden. Die Taklamakan, die Lok Nor, die Gobi aber auch weite Teile der Atacama, der Ténéré und die Rub' al Khali sind gute Beispiele. Nahezu die gesamte Ténéré ist flach, ohne Bewuchs, gut befahrbar und dennoch findet man nur in Ihrem äußersten Nordosten Meteoriten. Das hat auch gute Gründe. Ich zitiere der Einfacheit halber mal aus dem Wikipedia Abschnitt in dem ich das schon mal dargestellt habe:

"Bei den Fundgebieten in heißen Wüsten handelt es sich um Aggregationsflächen, auf denen die Böden unter ganz bestimmten Bedingungen die Meteoritenfälle mehrerer zehntausend Jahre konserviert haben. Dies geschieht ähnlich wie beim Konzentrationsprozess in der Antarktis zunächst durch Einsedimentation der neu hinzukommenden Fälle. Durch neue Sedimentschichten auch in feuchteren Klimaphasen vor den Witterungseinflüssen geschützt, überdauerten die Meteoriten bis zu mehrere zehntausend Jahre in den Bodenschichten. In der Sahara legte die Winderosion in der jüngsten, seit rund 3.000 Jahren immer trockener werdenden Klimaphase, die so konservierten Meteoriten schließlich frei. Die überdeckenden Bodenschichten wurden in den betreffenden Gebieten mit dem fast ganzjährig über der Sahara wehenden Nordostwind abgetragen.

Entscheidend für den Konzentrationsprozess von Meteoriten ist ferner das Fehlen von Quarzsand in den entsprechenden Gebieten. Die vergleichsweise harten Quarzsande führen zu einer schnelleren Zerstörung der Meteoriten durch Windschliff. Die dichten Meteoritenkonzentrationen in der Sahara liegen deshalb in der Regel auf Plateaus oberhalb des Sandflugs oder im Lee von Höhenzügen."

Natürlich hat Martin Recht, wenn er auf die aktuellen topographischen Gegebenheiten hinweist. Auch die spielen eine Rolle, sind aber, wie oben geschildert, erst nachgelagert wichtig:

"Um die Meteoriten in ihren Aggregationsgebieten auch auffinden zu können, sind besondere topographische und geologische Gegebenheiten erforderlich. Helle Untergründe mit leicht basischem PH-Wert haben sich für die Prospektion am günstigsten erwiesen. Durch dunkle Flussgerölle oder vulkanische Tiefen- oder Auswurfgesteine kontaminiertes Gelände ist dagegen für die Prospektion ungeeignet. Auf solchen Horizonten sind Meteoriten nicht vom Umgebungsgestein zu unterscheiden. Ebenso wichtig ist ein möglichst geringes hydraulisches Gefälle der Fläche, da auf Neigungsflächen ebenfalls die mechanische und chemische Verwitterung der Meteoriten beschleunigt wird. Unter idealen Bedingungen lässt sich in einem dichten Konzentrationsgebiet auf je 10 bis 12 Quadratkilometern ein Meteorit finden." Zitat Ende

Was die übrigen Fundmöglichkeiten angeht, die hier diskutiert wurden, so muss man gar nicht in die Ferne schweifen. Es gibt in Europa eine ganze Reihe historische Streufelder, die aus Zeiten stammen, in denen zwanzig Institute und eine handvoll Sammler den transkontinentale Meteoritenhandel unter sich ausgemacht haben. Streufelder, die lediglich in den Tagen oder Wochen nach dem Fall, überwiegend von ortsansässigen Laien und ohne jede Technik abgesucht wurden.

Als beispielsweise der Meteorit von Simmern im Hunsrück fiel, wäre es selbst Levi Ward nicht eingefallen, zum nächsten Ticketschalter der Cunard Line zu eilen, um dort eine Passage nach Europa zu buchen, hätte er denn zeitig von dem Ereignis gehört. Dass sich Haag, Farmer, Marcin und Konsorten drei Tage nach einem neuen Fall auf dem Streufeld ein Stelldichein geben, ist ein modernes Phänomen. Will sagen multiple Fälle aus der Zeit vor dem Internet und Interkontinentalflügen zum Spartarif sind weit weniger abgesucht als man gemeinhin glauben mag. Kainsaz, Pultusk und Tsarev sind gute Beispiele. Holbrook und Nakhla sind Ausnahmen. Zudem ist heute Detektortechnik verfügbar, die auch mittelgroße bis kleine L-Chondrite noch passabel orten kann.

Beste Grüße

www.niger-meteorite-recon.de
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: gsac am Februar 26, 2007, 15:59:42 nachm.
"Bei den Fundgebieten in heißen Wüsten handelt es sich um Aggregationsflächen, auf denen die Böden unter ganz bestimmten Bedingungen die Meteoritenfälle mehrerer zehntausend Jahre konserviert haben. Dies geschieht ähnlich wie beim Konzentrationsprozess in der Antarktis zunächst durch Einsedimentation der neu hinzukommenden Fälle.

Sehr schöner und lehrreicher Beitrag (...Svend, nehme ich mal an  :einaugeblinzel: )!!  :super:

Das mit der Einsedimentation war mir zum Beispiel noch gar nicht so klar. Aha, so ist das also...
Wo kann man noch mehr über solche Prozesse speziell in den heißen Wüsten nachlesen???
Was dort abläuft, ist (MIR jedenfalls bisher) eigentlich weniger geläufig als die wohlbekannten
Konzentrationsmechanismen in derAntarktis.

Gerne noch mehr von Dir.....

:winke: gsac aka Alex

Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: Haschr Aswad am Februar 26, 2007, 17:10:13 nachm.
@gsac,

thx, habe das Thema auch im Hammadah al Hamra Artikel angeschnitten:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hammadah_al-Hamra

Besonders das Werk von D. Busche ist zu empfehlen, nirgend sonst gibt es eine deart detaillierte Darstellung der verschiedenen Oberflächenmorphologien der Sahara. Ebenfalls wichtig in diesem Kontext ist das Papier von Schlüter. Er hat meines Wissens als erster den Aggregationsprozess der nordafrikanischen Konzentrationsflächen beschrieben:

    * S. Buhl (2004) The Hammadah al-Hamra Meteorite Field after 20 Years of Prospecting, Meteorite Magazine, Nov 2004, 37-48.
    * Detlef Busche (1998) Die zentrale Sahara. Oberflächenformen im Wandel, 1. Aufl, Gotha : Perthes, 1998
    * F. Woller (1984) Explanatory Booklet of the Geological Map of Libya 1:250 000, sheet Al Fuqaha, NG 33.3., IRC Tripolis, Libyen.
    * J. Schlüter et al. (2002) The Dar al Gani meteorite field, Meteoritics & Planetary Science 37, 1079-1093.
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: gsac am Februar 26, 2007, 17:32:23 nachm.
    * S. Buhl (2004) The Hammadah al-Hamra Meteorite Field after 20 Years of Prospecting, Meteorite Magazine, Nov 2004, 37-48.
    * Detlef Busche (1998) Die zentrale Sahara. Oberflächenformen im Wandel, 1. Aufl, Gotha : Perthes, 1998
    * F. Woller (1984) Explanatory Booklet of the Geological Map of Libya 1:250 000, sheet Al Fuqaha, NG 33.3., IRC Tripolis, Libyen.
    * J. Schlüter et al. (2002) The Dar al Gani meteorite field, Meteoritics & Planetary Science 37, 1079-1093.

Danke, diese Tips stehen ja auch unter Deinem HaH-Artikel auf Wikipedia. Werde mir mal den Busche besorgen, oder hast Du gar ein Extraexemplar aus Deinem Bücherbestand abzugeben? Den Artikel im Meteorite Magazine muß ich mal wieder raussuchen, den habe ich damals sicher gelesen, und das MAPS-Heft mit dem Schlüter-Artikel nehme ich mir demnächst als Reiselektüre aus meinem Stader Bestand mit nach Berlin.

Gute Arbeit, "schwarzer Himmelsstein"!
gsac aka Alex
Titel: Re: kohlige Chondrite
Beitrag von: ironmet am Februar 26, 2007, 20:38:22 nachm.
Hey Svend,

cool zu lesen,das Du Dich hier angemeldet hast!!! :super:
Wurde ja auch langsam mal Zeit! :fluester:
Ich hoffe nur,Dein Job erlaubt es Dir,hier öfter zu posten!
Nicht das es ne Eintagsfliege war. :ehefrau:

Viele liebe Grüße Mirko :prostbier: