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Mineralien => Mineralien/Steine allgemein => Geschiebe => Thema gestartet von: boborit am November 30, 2013, 15:21:33 nachm.

Titel: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: boborit am November 30, 2013, 15:21:33 nachm.
Hallo Geschiebe-Freunde,

ich wollte euch schon lange mal um Rat fragen. Ich habe eine Kiste voll schöner Gesteine von der Ostsee (Insel Rügen, Strand Sellin) mitgebracht. Einiges konnte ich mit Hilfe von Büchern zuordnen, einiges aber auch nicht... :gruebel:

Ein sehr schöner Stein (für den ich tief ins kalte Wasser gewatet bin) sagt mir nun gar nichts über seine Zuordnung.
Versteht bitte, dass ich hier keine frische Bruchkante reinhauen möchte, aber ich denke für einige von euch ist die Herkunft des Steines auch so kein Geheimnis :super:
Die größten, runden Einschlüsse sind bis zu 2 cm im Durchmesser!

Ich stelle mal ein Bild im trockenen, eines im nassen Zustand ein. Hintendran noch ein Detailbild.

Wenn ihr mir helfen könnt würde ich mich sehr freuen! :wow:

Danke und viele Grüße - Michael :winke:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: speul am November 30, 2013, 15:44:39 nachm.
Moin moin,
was hälts Du von Aland-Rapakiwi?

Grüße
speul
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am November 30, 2013, 16:14:12 nachm.
Moin moin,
was hälts Du von Aland-Rapakiwi?

Grüße
speul

Dito!
Ein schönes Exemplar.

Gruß
Jörg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: boborit am November 30, 2013, 17:49:23 nachm.
Jawoll, das sollte passen - danke euch!! :wow:

Hier hätte ich ein weiteres Stück.
Ich (als völliger Laie) würde es als Vulkanit, Ostsee-Melaphyr deuten :user:

Liege ich da richtig?

Danke und viele Grüße - Michael :winke:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: lithoraptor am November 30, 2013, 17:52:18 nachm.
Moin!

... würde es als Vulkanit, Ostsee-Melaphyr deuten :user:

Liege ich da richtig?
Ja!

Gruß

Ingo
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: speul am November 30, 2013, 18:16:01 nachm.
Moin moin.
jo, schaust mal hier:
http://www.skan-kristallin.de/schweden/gesteine/gesteinsdarstellung/ganggesteine/oeje/oedm.html
Grüße
speul
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: boborit am November 30, 2013, 18:55:20 nachm.
Jippie... :wow:

Danke für Bestätigung und Link!!

Einiges lässt sich auch für mich gut auseinander halten. Leider gleichen sich einige Geschiebe-Steine von ganz unterschiedlichen Ursprungsorten aber doch ziemlich. Wenn ich erst einmal einige Eigenfunde sicher bestimmt weiß, kann ich nach und nach andere einordnen oder ausschließen.

Danke für euer Interesse und eure Hilfe - Michael  :prostbier:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: boborit am Dezember 01, 2013, 16:02:25 nachm.
Hallo Geschiebe-Freund,

darf ich euch die nächsten 2 (von mir vorläufig) bestimmten Geschiebe-Steine von Rügen präsentieren?

Liege ich wohl richtig, dass Gestein Nr.1 sogenannter Ur-Kalk und Nr. 2 Uppsala-Granit ist?

Danke für´s Schauen!

Viele Grüße - Michael :winke:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Pinchacus am Dezember 01, 2013, 16:12:30 nachm.
Liege ich wohl richtig, dass Gestein Nr.1 sogenannter Ur-Kalk ist?

Nein. Liegst Du nicht.
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: boborit am Dezember 01, 2013, 16:15:38 nachm.
Liege ich wohl richtig, dass Gestein Nr.1 sogenannter Ur-Kalk ist?

Nein. Liegst Du nicht.

Och, also Feuerstein ist es meiner Meinung nach nicht. Was könnte es denn dann sein?

Michael :winke:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Pinchacus am Dezember 01, 2013, 16:22:57 nachm.
Hallo Michael,

es ist immer einfacher zu sagen was es nicht ist ;) Man sieht aber eindeutig Fossilreste, was bei einem Urkalk nie der Fall wäre. Der wäre zudem grobkristalliner und hat meist auch noch entsprechende Mineralneusprossungen.

Wenn Du für Deine Sammlung einen brauchst, kann ich Dir gerne eine Scheibe/einen Kanten/ein angebrochenes Geschiebe von einem "Urkalk" aka präkambrischen Marmor schicken.
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am Dezember 01, 2013, 16:26:38 nachm.
Hallo Michael,

Uppsala könnte ganz gut passen, falls die Quarze einen Stich ins Blaue aufweisen (sieht auf dem Foto fast so aus).
Beim 1. Fund muss ich allerdings komplett passen.

Gruß
Jörg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: boborit am Dezember 01, 2013, 17:01:41 nachm.
Hallo Pinchacus,

hm, Urkalk soll ja recht häufig an der Ostsee-Küste rumliegen. Nach den Beschreibungen im Buch war dieser Fund der wahrscheinlichste für diesen Stoff... naja :nixweiss:

Danke für dein Angebot, was den Urkalk angeht!! :kiss: Ich komme vielleicht später darauf zurück. Ich fahre im Frühjahr wieder auf die Insel und suche weitere Geschiebe. Ich möchte meine Sammlung am liebsten ausschließlich aus eigenen Funden (bevorzugt von Rügen) aufbauen. :fluester:
Was ich suche (egal woher) wäre eine Rippelmarke vom Dala-Sandstein! Wenn da jemand etwas über hat... :einaugeblinzel:

Hallo Jörg, der Granit wirkt in natura eher etwas blau-schwärzer als auf dem Bild (das so ein wenig ins grüne geht)

Ich danke euch für eure Einschätzungen :super:

Michael :winke:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Pinchacus am Dezember 01, 2013, 17:23:47 nachm.
Hallo Michael,

sobald ich dazu komme stelle ich mal ein Bild ein, damit Du weißt wonach Du suchen mußt. Und so "häufig" sind sie nicht.
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am Dezember 01, 2013, 18:41:00 nachm.
@ Pinchacus

Kann ich Dir ja auch an dieser Stelle schreiben:
Wenn Du mal Zeit und Lust hast, kannst Du gerne mal den roten Ignimbrit einstellen; würde mich mal interessieren, da ich auf diese Gesteine bevorzugt mit achte.

Gruß
Jörg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: boborit am Dezember 06, 2013, 16:56:08 nachm.
Hallo Geschiebe-Freund, :winke:

ich habe mich getraut, 2 weitere Rügen-Steine vorläufig zu bestimmen.
Vielleicht liege ich ja richtig, was meint ihr?

Den schönen weißen mit schwarzen Flecken würde ich als Sala-Granit deuten.
Den schlicht orangen, mit wenigen schwarzen Anteilen als seltenen Almindingen-Granit.

Na, jetzt bin ich gespannt... :einaugeblinzel:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: speul am Dezember 06, 2013, 17:06:19 nachm.
moin moin,
will mich mal nur zum vermeintlichen Almindingen-Granit äußern.
sicherlich eher anderswo zu verorten, nicht auf Bornholm
warum: zu wenig maffische Minerale
nicht streifig
nicht Hämatit-imprägniert
viel zu orange

http://www.skan-kristallin.de/bornholm/gesteine/gesteinsdarstellung/hammer/almindingen.html#2

btw: wie gehst Du bei der Bestimmung eigendlich vor?

Grüße
Ulrich
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: boborit am Dezember 06, 2013, 17:18:05 nachm.
Hallo Ulrich,

nun, wie man merkt bin ich nicht vom Fach :weissefahne:

Ich habe primär 2 Bücher über Geschiebesteine wo ich anhand der Bilder über Ausschlussverfahren die Steine grob einordne. Dann versuche ich über die Texte angegebene Merkmale im Stein zu erkenne...

Sicher nicht sehr wissenschaftlich, aber mehr knowhow habe ich momentan leider nicht - nur die Begeisterung für die Schönheit der Gesteine... :nixweiss:

Danke für die Einschätzung - Michael :winke:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: speul am Dezember 06, 2013, 18:47:49 nachm.
zur Illustration mal zwei Bilder vom Fundort der Almindingengranite:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am Dezember 06, 2013, 18:54:30 nachm.
Hallo Michael,

Bornholm eher nicht, würde ich Speul (auch in der Ausführung) 100% zustimmen.
Ich denke, dass es sich um einen Plutonit nahe an der Grenze zum Pegmatit handelt (die Quarze neigen auf der rechten Bildhälfte zum Größenzuwachs).
Korngrenzen, auch im Feldspat, konfluierend.
Es wird sich somit wahrscheinlich nicht um einen der klassischen und beschriebenen Granite handeln, sondern um ein "Unikat" irgendwo aus der Tiefe in der Nähe der fluiden Phase des Vulkanausbruchs.

1. Foto:
Sala-Granit würde gut passen.

Welche 2 Bücher hast Du?
Geschiebe im Ausschlussverfahren zu bestimmen, ist ja gar nicht verkehrt.
Ich denke, dass wir alle genau so angefangen haben.

Beste Grüße
Jörg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: boborit am Dezember 06, 2013, 19:47:04 nachm.
Hallo Ulrich,
danke für die "Aufschluss"-Bilder, interessant mal Geschiebe zu sehen bevor es welches werden konnte  :einaugeblinzel:

Hallo Jörg,
danke für deine Einschätzung! Ich habe die Bücher: Strandsteien - Sammeln und Bestimmen von Frank Rudolph.

Wie es scheint habe ich ja zumindest eine ca. 50 % Trefferquote, bin ich doch ganz zufrieden bis hier her!  :fluester:

Viele Grüße - Michael :winke:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: boborit am Januar 21, 2015, 11:27:17 vorm.
Hallo Geschiebe-Fans,

durch die kleine Aufmunterung der Geschiebe-Gemeinde hier im Forum möchte auch ich mich mal wieder zu Worte melden.
Ich habe hier, im Oker-Steinfeld 2 Steine gefunden die sich doch sehr von dem üblichen "Kies" abheben.

Zum 1. wäre da dieser blutrote Granit.
Es gibt hier einiges an weißem Okergranit, roter dagegen ist sehr selten. Handelt es sich somit um ein Geschiebe aus dem hohen Norden?

Der 2. Stein (ein richtiger Handschmeichler) erinnert zwar an die sehr häufigen Grauwacke, ist aber durch seine wellenförmige Linierung besonders. Handelt es sich evtl. um Kalmarsund- oder Jotnischen-Sandstein?

Ich freue mich auf eure Einschätzung!

Viele Grüße - Michael
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am Januar 21, 2015, 11:57:44 vorm.
Hallo Michael,

beim Granit ist es schwer zu sagen.
Es gibt im Harz einen bekannten Aufschlüss mit rotem Granit (bei Königskrug im Oberharz), könnte daher auch ein lokales Geröll sein.
So z.B. der Königskopf-Granit (33% Quarz, 42% Orthoklas von 2 bis 5 mm bis max. 15 mm, 22% Plagioklas, 5% Biotit).
Die Lokalgerölle aus dem Harz sind oft nicht so exakt abgerundet wie bei einem nordischen Geschiebe, wie sieht die Oberfläche Deines Fundes aus?

Ob es ein Jotnischer Sandstein ist, lässt sich schwer sagen.
Die gelbe Färbung und der Schichtstreifen lässt dieses allerdings vermuten (jedoch nicht bestätigen).
Insgesamt sind Jotnische Sandsteine eher rötlicher gefärbt, mit mehr gefärbten Bändern.
Allerdings kann Dein Fund auch aus einer schichtarmen Lage stammen oder aus dem Harz selbst (gibt einige Sandsteinaufschlüsse).

Würde ich ein "?" hinterhängen.

Gruß
Jörg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: boborit am Januar 21, 2015, 16:43:50 nachm.
Hallo Jörg,

tatsächlich ist der Granit eher "eckig" gerundet, was wohl auf den Königskopf-Granit schließen lässt. Auch die Beschreibung "hellroten bis kräftig roten (fleischroten) Granit" kann ich so bestätigen. Es handelt sich also doch eher um ein Gestein aus dem Harz (wenn dieses hier auch extrem selten anzutreffen ist).

Der Sandstein ist eher blass und die "Bänder" eher beige-braun (nicht rötlich), also wohl auch eher heimisch.

Also, ab in den Garten mit den Stücken!! :einaugeblinzel:

Danke dir!!

Viele Grüße - Michael :winke:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: boborit am Januar 23, 2015, 18:16:32 nachm.
Hallo Geschiebe-Fans,

ich habe hier die nächsten 2 Kandidaten die auf eine Bestätigung für ihre Bestimmung warten!

Nr. 1 ist eine handvoll Prick-Granit

Nr. 2 ist ein sehr schönes Stück roter Särna-Porphyr


Die Steine stammen von der Insel Rügen (Sellin)

Was meint ihr?

Viele Grüße - Michael
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am Januar 24, 2015, 10:33:27 vorm.
Hallo Michael,

Särna-Porphyr könnte durchaus passen.
Auf jeden Fall Dalarna.
Lassen sich die grauen Quarze finden?

Beim Prick-Granit bin ich mir nicht ganz sicher, nur vom Foto beurteilen zu können.
Das untere Geschiebe sieht für mich vom Bild her aus, als dass dort graue oder blaugraue Anteile vorhanden sind.

Bei den beiden oberen habe ich meine Zweifel.
Das linke macht auf mich einen metamorphen Eindruck, Richtung Gneis; kann aber vom Bild auch täuschen.

Würde ich zur Absicherung mal mit dem Hammer draufhauen.

Gruß
Jörg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Dezember 30, 2016, 10:21:06 vorm.
(Keinen besseren Thread gefunden)
Silvesterguck:
Winterzeit ist Steinmetz-Zeit: Montag meine „Blut- und Leberwursthälften“ hingeschafft, Mittwoch schon fertig!

Im alten Jahr noch was zum Gucken.
Hier die 2016 geschnittenen und polierten Geschiebehälften von Einsätzen an norddeutschen Küsten (Insel Rügen, 2x Helgoland, 1x Tauschobjekt).

Nicht besonders selten, aber Schööön !!!
Da müssen einige Stücke die Vitrine verlassen, ich muss nur noch entscheiden welche dann im Kiesbett überwintern.

Guten Rutsch ins neue Jahr 2017 wünscht
Ehrfried x-09
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am August 09, 2017, 20:24:26 nachm.
Die Insel Rügen ist immer eine Reise wert: (Diesmal mit Verstärkung)  :super:

Am Sonntag, den 30.07.2017 gab es ein starkes Unwetter mit Sturmböen und Starkregen. Das Regenwasser kam aus den Gullys geschossen.
Es wurde auch an der 43 m hohen Steilküste wieder viel Kreide, Geschiebemergel und Feuerstein freigelegt.
Somit erhöhte sich die Aussicht, auch neu angespülte Steine zu Gesicht zu bekommen.

Bild 1:
Also ging es mit meinem Gehilfen am Montag, bei Kaiserwetter, in aller Frühe an die Steilküste.

Bild 2:
Der Gehilfe sagte mir auch, wie die Feuersteine hergestellt werden:
„In die Hocke gehen, Augen zu, und kräääftig drücken“ (Die Sonne blendet)

Bild 3:
Den Kleinen sein schönster Fund, eine durch Ringelwürmer? geformte „Feuersteinrose“. Eigentlich ist mein Gehilfe ja wegen versteinerten Seeigeln und Donnerkeilen (Belemniten) mitgekommen – leider Fehlanzeige.
Rügen ist in der Hinsicht stark abgesammelt!

Bild 4:
Die Feuersteinlinie zieht sich in ca. 40 Grad durch den ganzen Kreide/Geschiebemergel Felsen.
Ob sie am Gegenstück, auf der Insel Møn (Dänemark), in die andere Richtung verläuft, müsste man mal erkunden.

Bild 5:
Kreidestücke liegen überall unterhalb der Felskante und im Wasser.

Gruß Ehrfried  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am August 11, 2017, 17:52:47 nachm.
Kann-Sein-Bestimmung der Geologen/Profis begehrt!:

Von den über 80 Rügen-Fotos, hier noch einige Funde, wie der interessierte Sammler sie vorläufige beschriftet hat:

Bild 08_10 cm  Dala Porphyr (einsprenglingsreicher). Kein Venjan, da Armut an dunklen Mineralen (Gestein vorhanden)

Bild 15_7 Jotnischer Sandstein, mit Entfärbungsflecken, (liegt am Strand)

Bild 23_17 Feuerstein mit abgestorbenen Blasentang (liegt am Strand)
Blasentang kommt zwar an Rügens Kreideküste nicht vor, könnte aber ein Eindringling sein.
Siehe Seite 256 untere Bild, Roland Vinx, „Steine an deutschen Küsten“. Man kann zwar nicht viel erkennen,
aber ich sehe da genau diese violett, rote Farbe auf der Oberfläche am Kalksteingeröll, mit Blasentang!

Bild 32_13 Aland Rapakiwi ? (liegt am Strand)

Bild 39_7 Gneisgranit/Granodiorit ? (vorhanden)
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am August 11, 2017, 18:01:55 nachm.
Bild 45_8 cm Granit ?

Bild 50_10 ? Bunter Stein, mit Feldspat und wenig Quarz, sehr verwaschene/unscharfe Übergänge (vorhanden)

Bild 54_14 Smaland Granite

Bild 57_11 Feinkörniger, geschichteter grüner Sandstein, oder gebänderter, grüner Gneis? (liegt am Strand).
Grüne Steine an der Feuersteinküste sind sehr selten!

Bild 88_4 Ostsee Rapakiwi, oder Lellainen Granit? (vorhanden)

Mal sehen wie die Vorhandenen morgen geschnitten und geschliffen aussehen.

Schönen Abend wünscht
Ehrfried  :danke:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am August 12, 2017, 11:25:47 vorm.
Moin Ehrfried,

39_4 sieht aus wie ein Plutonit (Edukt: Granit) welcher noch mal was an Hitze abbekommen hat. Von der Genese ähnlich wie Hornfels.

88_4 sieht wie ein Pyterlit aus.

Beste Grüße
Jörg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am August 13, 2017, 11:37:22 vorm.
Moin Jörg,
danke für deine Antwort. :super:
Nach der gestrigen Mineralienbörse (großer Andrang an den Maschinen) hier einige Stücke geschnitten und geschliffen.
Ein Fachmann (Dr.) bestimmte auf die Schnelle (hatte mit seinem Stand genug zu tun) die Gesteine so:
Nr. 08 Dala Porphyr (war klar)
Nr. 39 Heller Gneis, od. Plutonit
Nr. 50 Roter Gneis, (nun ist er nicht mehr so schön bunt)
Nr. 88 Pyterlit, kein Lellainen Granit. Nicht geschnitten, mit 4 cm zu klein für die Sammlung.

Nr. 89 Jaspis Amethyst Gangbrekzie. Mal eine echte 8 cm „Braune Blutwurst“! aus dem oberfränkischen Fichtelgebirge, nicht Ostsee!

Da Nr. 45 noch am Feuerstein-Stand liegt, wäre nur noch der „Grünling“ Nr. 57 zur Bestimmung offen.
Geschichteter grüner Sandstein, oder gebänderter grüner Gneis? Oder unbeschriftet lassen?

Ehrfried  :winke:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am August 13, 2017, 16:06:57 nachm.
Mega Hühnergott (Lochstein):      
Einen göttlichen Stein habe ich beim Speichern noch gefunden.
Entsprechend einer Kuhfarbe, hängt dieser ca. 10 kg schwarz-weiß Feuerstein Brocken an einer Kuhkette.
Die Besitzerin sitzt in dieser Kaffeeecke direkt unter dem Talisman  :unfassbar:
Nach dem Motto: Alles Gute kommt von oben!

Die feuchte Ostseeluft hat der Kette, über die Jahre, schon ganz schön zugesetzt.
Na dann hoffen wir mal, dass er ihr Glück bringt.

Ehrfried
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am November 04, 2017, 19:34:52 nachm.
Von Ischia zum Großglockner, an die Ostseeküste (Rügen/Hiddensee) !
Das war ein schöner, aber sehr anstrengender „Feldzug“.

1001 Gestein von norddeutschen Küsten – 1001, wo?
Fährt den niemand mehr an die Ostsee? In 4 Jahren sind im Thread von Boborit (Michael) erst drei Seiten zu sehen,
viel Text und wenig Bild. Deshalb hier wieder ein dutzend Aufnahmen, für den Schlechtwetter-Guck am Sonntag.

Bild 7:
Åland?- Ignimbrit mit wenig Quarz.
Den rotbraunen, 7 cm Ignimbrit (Eutaxit), mit schwacher Fiamme und großen, schwarzen „magnetischen“ Basalt-Gesteinsfragmenten (Xenolithe), könnte man auch zu Thread Ignimbrite verschieben.
Geschnitten und poliert kommt die Fiamme evtl. noch besser zur Geltung, mal sehen.

Bild 8:
Der 13 cm Paskallavik Porphyr hat eine schöne, frische Bruchfläche. Der war leider zu groß, und der Typ ist schon vorhanden.
Drei solche Brocken auf dem Rücken und der Sammler geht in die Knie.
Ein Sammler rannte hier mit einem vollen 10 Liter Eimer Gestein kilometerweit am Strand entlang !

Gruß Ehrfried  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am November 04, 2017, 20:13:24 nachm.
Bild 21:
Der schöne, 34 cm Uthammar-Granit leuchtete mir schon aus 15 m Entfernung entgegen.
Ein faustgroßes Stück fehlt mir noch in meiner Sammlung!
Rundgelutschte 7 bis 10 cm Handschmeichler sind vermutlich abgesammelt und eine Rarität?
Bisher habe ich nur solche Brocken gefunden.

Bild 22:
In die Gesteinskreide des 9 cm Feuersteins hat sich ein zerbrochener Donnerkeil (Belemnit) eingelagert.

Bild 24:
In diesem 14 cm Sandstein ist der versteinerte Abdruck eines Kopffüßlers (Orthoceras) zu sehen.
Unter der Bruchkante geht die Versteinerung vermutlich weiter ins Innere.
Hier sind marokkanische Orthoceras Klopfer gefragt.
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am November 05, 2017, 10:55:15 vorm.
Bild 05:
Schokoladenbrauner, einsprenglingsreicher 6 cm Ignimbrit mit Fiamme.
Evtl. ein Dalarne Porphyr (Orrlok/Kåtilla?), nicht „magnetisch“.
Für mich schwer bestimmbar, wird evtl. noch geschnitten und poliert.

In Bild 5c kann man rechts der Mitte, mit etwas Fantasie, ein Gesicht erkennen.
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am November 05, 2017, 11:03:48 vorm.
Bild 17:
14x3x4 cm „Feuerstein-U-Boot“
Biegsamen Kupferdraht kann man 5 cm ins Kreideinnere schieben.
Der „U-Boot Einstieg“, der ausgeworfene 2,5x2 cm Rand, besteht aus Muschelstücken und Quarzsand.
Welches Tier wohl im Kreideinneren gelebt hat? Oder ist der Lochgang nur das Werk des Ostseewassers?  :gruebel:

Wenn ich die Enden abschneide und noch weitere Löcher von oben einbohre, habe ich eine „Feuersteinflöte“  :wow:

Ehrfried  :winke:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Januar 24, 2018, 15:11:02 nachm.
 :wc:
Nach langer Reperaturzeit konnte ich heute, als „Gastarbeiter“, wieder einige Gesteine zerlegen.

Winterzeit ist Säge-Zeit !
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Januar 24, 2018, 15:16:11 nachm.
Bei der Gelegenheit (Schnitt) habe ich auch noch einen Ammoniten,
vom afrikanischem Markt in Gran Canaria, zerlegt (vermutlich Marokko).

Ist aber nichts für die Vitrine, nur zum Gucken!
(Passt auch nicht zum Thema!)
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Januar 24, 2018, 15:24:06 nachm.
Nun kamen endlich auch die Rügener Strandfunde vom Herbst 2017
(aus dem jetzigen Abbruchgebiet) unter die Säge:

die Nr. 5 aus Antwort #36, Ignimbrit, hat innen eine sehr schöne Fiamme!  :super:

die Nr. 07 aus Antwort #34, Ignimbrit, hat auch eine Fiamme, sieht aber innen so aus wie außen.

die Nr. 17 Feuerstein U-Boot, aus Antwort #37, durfte wegen neuem Säge-Motor und Diamant-Sägeblatt nicht auf‘s „Schafott“.
(Feuerstein und Kieselholz ist zur Zeit tabu.)

Gruß Ehrfried
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am Januar 25, 2018, 17:38:42 nachm.
Danke für´s zeigen Ehrfried.

Besonders der Ignimbrit (Dalarna?) macht sich gut.

Gruß
Jörg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Januar 25, 2018, 20:37:03 nachm.
Hallo Jörg,
Zitat
Danke für´s zeigen ...
Gern geschehen, dafür ist ja der Thread da!

Zitat
Besonders (Bild 05) der Ignimbrit (Dalarna?) macht sich gut.
Habe heute eine Hälfte poliert. (Asketen-Verfahren - Handpolitur auf Glasscheiben)  :streichel:
Die schafft es sogar in die Vitrine!

Aus dem Fragezeichen (Dalarna ?) würde ich auch ein Ausrufezeichen machen:
(Dalarna typisches Gefüge: Zwei Feldspäte, dichte Grundmasse, wenig dunkle Minerale, kein Quarz.
Das der Porphyr ein Ignimbrit ist, dafür sprechen die Schlieren/große Fiamme rechts und die Kleine darunter.)

Bei Bild 07 sind ja die Schlieren eindeutig zu erkennen.

Habe beide Porphyre als Dalarna Ignimbrit abgelegt.

Gruß Ehrfried
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am April 17, 2018, 08:23:05 vorm.
Moin Gemeinde,
(ist denn schon Sommer – Sommerloch? 4 Tage keine Beiträge)

1. Nur fotografiert:
Einige waren riesen „Klamotten“ und keine Handschmeichler für die Vitrine.
Was sagst ihr dazu, ist Typ Uthammar dabei? Oder habe ich etwa eine Uthammar liegen lassen?  :bid:

Ich habe auch noch andere schöne Stücke fotografiert, die könnt ich ja demnächst zum Gucken einstellen.

Beste Grüße Ehrfried
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am April 17, 2018, 08:29:29 vorm.
2. Mitnahme:
Der Steinfried  :hut:
hat vorige Woche, nach den Winterstürmen, einige Geschiebe von der Ostsee mitgebracht (Aquarium), bzw. dort fotografiert.
Ich war auf der Suche nach Typ Uthammar Granit!

Nach Smed und skan-kristallin (leider nur Bruchflächen) würde ich sie eher in das großes Spektrum der Småland-Granitoide einordnen.
Den rechts außen/unten könnte man evtl. als Rapakiwi Granit bezeichnen.
Als graue Mäuse (trocken) sehen sie alle gleich aus.

Kann man an Hand der Fotos sagen ob der Typ Uthammar dabei ist?  :gruebel:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am April 23, 2018, 13:25:28 nachm.
Wie ich in einer PM erfuhr, könnten die oberen 5 Geschiebe, Antwort #44 auch aus Östergötland sein. Also wäre die Bezeichnung TIB-Granit (Transscandinavian Igneous Belt ) treffender.
Hierzu passt auch Seite 162 bei R. Vinx 2016, Filipstad-Granit (Småland-Östergötland-Granit vom Typ Filipstad)

Die unteren zwei (5 und 6, Antwort #43) mit der kräftig,
- karminroten Färbung der Kalifeldspäte,
- weißem! Quarz und nahezu
- fehlende, dunkle Minerale
könnten den Fotos nach Uthammar-Granit sein.
Aber die liegen auf Grund ihrer Größe leider noch am Strand.

 Beste Grüße
 Ehrfried
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Mai 01, 2018, 12:41:17 nachm.
Damit das Forum weiter lebt:
Moin Geschiebefreunde,                        
boborit (Michael‘s) Thread 1001 Gestein...wird schlecht bedient, woran liegt es?
Wo die Küste ist, weiß doch jeder, und einen Fotoapparat/Handy, usw. hat man im Urlaub doch immer dabei!
Über den Daumen gepeilt  fehlen noch über 900 schöne Bilder, also die sinnvolle Alternative zur mengenmäßigen „Privatisierung“.

Ich gebe mir ja die größte Mühe, aber alleine schaffe ich 1001... nicht! Wo bleiben die Rügen Fotos von boborit, dem Thread-Eröffner – seine Antwort #13 ?

Nr. 8: Steinmännchen, Schwerkraft und Eigengewicht zeigen die Verbundenheit zur Küste!

Nr. 9: Nach nassen, schönen Strandsteinen bückt man sich doch ganz automatisch!

Nr. 10 „Verarmung der Strände“, kann man bei den 4 km langen „Massen“ sicherlich nicht sagen. Da weiß man gar nicht, wo man zuerst gucken/suchen soll!

Deshalb von mir demnächst noch einige Gesteine-Fotos nach den Winterstürmen im April 2018.
Falls Bezeichnungen geändert werden müssten, wäre ich den anwesenden Geologen und Geschiebe-Profis verbunden.   

Schönen 1. Mai wünscht  :prostbier:
Ehrfried   
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Mai 03, 2018, 11:20:53 vorm.
Nun geht‘s los, Geschiebe gucken:  (ca. 21 Stck)

Nr. 11: 10 cm, Rätan Granit, grobkörniger, porophyrischer Granitoid mit großen,
rosa Kalifeldspäten und grünlichem Plagioklas.

Nr. 12: 7 cm, Porphyrischer Rapakiwi - Mischgefüge mit Übergang zum Pyterlit.
Wie Antwort #30, Bild 88_4 ???, oder „Unbekannte Geschiebe“,  Antwort 89 und 90
 
Nr. 13: 6 cm, Porphyrit??, mit weißen Plagioklaseinsprenglingen in feiner grau/grüner, Grundmasse.
Minerale sind mit der Lupe nicht zu erkennen.
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Mai 08, 2018, 09:23:25 vorm.
Nr. 14: 14 cm, Gangporphyr -Typ Emarp?
Der sieht durch die zweifarbigen, rosa-roten Feldspäte, dem vergrüntem Plagioklas und dem blau/grauen, milchigen Quarz schön bunt aus.
Der wird im Herbst zum Handschmeichler passend gesägt und poliert.

Nr. 15: 6 cm, Aland Quarzporphyr

Nr. 16: 6 cm, Flivik Granit

Ehrfried  :winke:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am Mai 08, 2018, 12:07:48 nachm.
Moin Ehrfried,

Deine Beobachtungen sind teilweise zutreffend, manche Folgerungen problematisch.

11: "grobkörniger, porophyrischer Granitoid mit großen,
rosa Kalifeldspäten und grünlichem Plagioklas"
Genau, aber warum Rätan-Granit? Diese Gesteine, ich vermute mal Granodiorit oder Quarzmonzdiorit, gibt es an allen möglichen Ecken in Schweden, z.B. in NE-Smaland. Warum sollte das ein Rätan-Granit sein?

12: porphyrischer Rapakiwi-Granit mit idiomorphen Quarzen (s. Diskussion zum Begriff "pyterlitisch")

13: Porphyrit? Ohne Bruchfläche zur Feldspat/Mineralbestimmung würde ich da keine Ausage treffen. Die grünlichen Färbungen geben ein Hinweis darauf, dass es sich bei den kleinen Einsprenglingen um Plagioklas handeln könnte. Vielmehr als die Aussage: da ist wohl Plagioklas drin, ist denke ich vom Bild nicht möglich. Das ist dann nicht zwingend ein Porphyrit.

14: Dala-Porphyr Typ Emarp???  :eek: Ja, Smaland-Porphyr vom Typ Emarp.

15: Rapakiwi-Granit Typ "Aland-Granit" Genaue Herkunft aber unklar. Sind es in der Mehrzahl gerundete Alkalifeldspäte ohne Plagioklasringe, spricht man von Pyterlit. Das ist auf dem Bild nicht richtig zu erkennen. So richtig rund sie die meistens nicht.

16: mit fetten Titanit-Kristallen! Ist eher ein Granit vom Kinda-Typ mit den unvollständigen orangenen Plagioklas(?)-Ringen. Oder allgemeiner: titanithaltiger NE-Smaland-Granit.

 :hut:
karlov


Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Mai 08, 2018, 19:14:23 nachm.
Hallo karlov,
danke für die Bestimmungen!  :super:
Zu Nr. 16:
Auf  http://www.kristallin.de/gesteine/minerale_12.htm (http://www.kristallin.de/gesteine/minerale_12.htm)
kann ich die fetten Titanit-Kristalle erkennen.
(braune bis dunkelbraune Kristalle, schlanke und spitz-rhombenförmiger Kristalle)
Aber bei mir - ich sehe mal wieder nix!
Außer:
Manchmal kommt Titanit weißlich zersetzt vor. Dann ist es allein seine Form, die auf das Mineral verweist,...

Der Stein lag schon im Kiesbett und ist stark „magnetisch“, deshalb hatte ich ihn, wie meine anderen zwei Flivik Granite, so benannt und nicht evtl. als Granit vom Kinda-Typ.
Deshalb werde ich den auch mal mit zur Spaltung und Politur nehmen, und nenne ihn nur noch Smaland Granit.

Und nächste Woche kommt wieder Nachschub!  :steinern:

Ehrfried  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am Mai 09, 2018, 11:02:52 vorm.
Genau, es sind diese gelblichen, spitz rhombenförigen Kristalle. In dieser Form ist Titanit ohne Lupe erkennbar. Ist er braun und unalteriert, erkennt man ihn viel schwieriger. Du kannst ihn ruhig Kinda-Granit nennen, solche Granite habe ich dort gefunden. Das neue Bild ist noch eindeutiger. Und wenn Smaland-Granit, dann ruhig NE-Smaland-Granit, weil dieses Erscheinungsbild, zumal mit viel Titanit, typisch für den Nordosten Smalands ist.

 :hut:
karlov
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Mai 15, 2018, 20:05:52 nachm.
Neue Woche, neue Gesteine:

Nr. 17: 10 cm, Bredvad Porphyr - ignimbritischer Typ, oder nur ein schlieriger Rhyolith? Dunkelrote Einsprenglinge in feinkörniger, schlieriger Grundmasse.

Nr. 18: 15 cm, Åland Ring-Quarzporphyr, die findet man recht häufig am Strand im Landkreis Rostock.

Nr. 19: 7 cm, Sandstein Fossil/Algen?. Mit 25%iger Essigsäure kein Aufschäumen. Ob die Ablagerungen unter der Oberfläche weiter verlaufen, wird sich beim Schnitt zeigen.   

 :hut:
Ehrfried
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Mai 31, 2018, 18:07:14 nachm.
... nach einer Ostseerundfahrt (Bernstein gucken!) geht es heute mit Geschiebe weiter:

Nr. 20: 10 cm, Ignimbrit (Åland Quarz-Porphyr) mit schöner Fiamme.

Nr. 21: 9 cm, Jodnischer Sandstein

Nr. 22: 11 cm, Brekzie, (Gneisgranit)

 :hut:
Ehrfried
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Juni 08, 2018, 10:40:40 vorm.
...und weiter geht es:

Nr. 23: 13 cm, Quarzporphyrischer Rapakiwi mit schönen rosa-roten Feldspäten.
Der ist identisch mit einem Stück von der polnischen Ostseeküste.
https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=11043.msg136547 (https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=11043.msg136547)
Antwort # 28, 11_113.jpg,  Bild 111a

Nr. 24: 14cm, Ignimbrit oder Porphyr? Gut zu erkennende Ignimbritstreifen. 
Die Schlieren gehen um Feldspäte, somit ein Ignimbrit und kein verformter Dala Porphyr.
Wenig Quarz und Plagioklase als vergrünte Feldspäte.

Nr. 25: 13 cm, Pegmatit, Quarz

 :hut:
Ehrfried
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Juni 15, 2018, 12:44:23 nachm.
... und noch drei:

Nr. 26: 15 cm, Ein „3er-Nest“ Dala Porphyre (unten Paskallavik-Porphyr)

Nr. 27: 13 cm, Rapakiwi Wiborgit (evtl. Rödö)

Nr. 28: 17 cm, vermutlich ein „gefrittetes“ Gestein! (kein Pegmatit)

 :hut:
Ehrfried
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Juni 21, 2018, 15:12:57 nachm.
Berichtigung 1: von Geschiebe-Profis in PM‘s  :belehr:
(Grundlage Antwort #45: Falls Bezeichnungen geändert werden müssten, wäre ich den Foren-Geologen und Geschiebe-Profis verbunden)

Hallo karlov, Jörg, Ingo, danke für‘s gucken!  :super:
 - Meine Bilder und Texte richtet sich an interessierte Amateure und Gucker.
   (Sammler mit Begeisterung für die Schönheit der Gesteine
 - Und ich muss viel üben, um Smed und Vinx sicher anzuwenden. 
 - Jede Bestimmung beginnt erst mal mit meiner Vermutung.   :fluester:

Nr. 19: (Antwort #52 ) ist ein 7 cm, heller Feuerstein, (feinkörniger Quarz) mit frischer, stumpfer Bruchfläche und evtl. Sedimentstruktur oder Spurenfossil.
Immer wieder erstaunlich, in welchen diversen Variationen (Farben, Formen, Zusammensetzung) Feuersteine an der Küste zu finden sind.
(Antwort #37, Antwort #35  und Antwort #28)
Nr. 19 (rechts) ist eben ein sehr feinkörniger Küsten-Flint und weniger stark verkieselt, sieht also völlig anders aus, als die bunten Feuersteine der Lausitz:
https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=11758.msg140951#msg140951 (https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=11758.msg140951#msg140951)

 :hut:
Ehrfried
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Juni 22, 2018, 09:21:24 vorm.
Berichtigung 2:  :belehr:

Nr. 21: ist ein  Kalmarsund Sandstein, kein Jotnischer Sandstein
Nr. 23: nur Quarzporphyr, kein Rapakiwi
Nr. 26: Das Nest wurde enttarnt: (denn Dalarne ist von Småland weit entfernt!)
 - links zwei  Småland-Porphyre
 - rechts ein Småland Emarp-Porphyr
 - unten ein  Småland Påskallavik-Porphyr
Nr. 27:  Aland Granitporphyr, kein Rapakiwi Wiborgit
Nr. 28: Ob gefrittet oder nur nur ein bisschen durchgewurstelt, wir nennen ihn
nun Granitoides Gestein.

Danke den Fachleuten!
Ehrfried  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Juni 22, 2018, 09:56:59 vorm.
Småland-Gangporphyr:
Die Differenzierung (Emarp-, Påskallavik-, Sjögelö-Porphyr) ist wieder mal schwierig und nicht immer eindeutig zuzuordnen.

Zitat karlov: ... meiner Meinung nach kann man die Unterscheidung zwischen Påskallavik-Porphyr (eher aus ostsmaländischen Vorkommen) und Sjögelö-Porphyr (eher aus zentralen smalandischen Gängen) getrost vergessen...
https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=9123.msg141262#msg141262 (https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=9123.msg141262#msg141262)    [Gibeon2010: Korrektur auf Wunsch des Autor]

Ich habe meine Wintersturm-Fotos 2018 so bezeichnet: (nach Hildegard Wilske, skan-kristallin)
Nr. 29: 12 cm,  Småland Emarp-Porphyr (rotbraune, feinkörnige Grundmasse, grünliche Plagioklase, blau bis farblose Quarze, es gibt viele Übergangs-und Zwischenformen zum Småland-Granit) 

Nr. 30: 12 cm, Småland-Gangporphyr, Typ Påskallavik (schwarz-graue feinkörnige Grundmasse, teils gerundete Feldspäte mit Einschlüssen, abgerundete, bläuliche Quarze)    

Nr. 31: 13 cm,  Småland Sjögelö-Porphyr (braunrotes, feines Gefüge, vollrote Farbe in den Feldspäten, diese oft mit zonaren Aufbau, seltenes Gestein)

 :hut:
Ehrfried
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Steinpilz am Juni 25, 2018, 19:54:23 nachm.
Hallo Ehrfried, :hut:

immer hübsche Steine die Du zeigst, ich sehe mir die immer sehr gerne an. Mach nur so weiter, auch wenn hier wenig Reaktion auf Deine Bilder kommt! :super:

Michael :winke:

P.S Nächstes Wochenende ist wieder Bergfest in Rüdersdorf, also wenn Du nichts besseres vorhast . . .
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Juni 25, 2018, 20:49:52 nachm.
Hallo Michael,
danke für die Blumen!  :einaugeblinzel:

Was sagte mal ein "Großer" hier im Forum:
Zitat: Nicht entmutigen lassen... mehr wird sich beim 1000sten gesehenen Aland-QP nicht tun,
und auf keine all zu große Resonanz hoffen!

 :hut:
Ehrfried
P.S.: Bergfest in Rüdersdorf - leider schon ausgebucht!  :ehefrau:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Muschgard am Juli 06, 2018, 16:09:54 nachm.
Hallo,

hier drei Stücke weißschlieriger Granatgneis von Nienhagen.

Größe NH1 = 7x6cm, NH2 = 16x11cm, NH3 = 15x9cm
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Juli 07, 2018, 12:36:02 nachm.
Moin Muschgard,
dein Granatgneis von Nienhagen NH1 = 7cm x 6cm gefällt mir ausgesprochen gut! Der hat genau die richtige Größe für meine Vitrine.

Weil es gerade zu deiner Anfrage passt, hier mal ein Bild von meinen drei Småland-Gangporphyren vom Typ Påskallavik, 10cm, 12cm und 13cm.
Es zeigt, dass es viele Varianten dieses ausgesprochen schönen Gesteins gibt.

Beste Grüße
Ehrfried  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Sprotte am Juli 09, 2018, 13:14:56 nachm.
[hier drei Stücke weißschlieriger Granatgneis von Nienhagen [/quote]

Ist das dunkle Mineral Amphibol (Hornblende) oder Biotit?

Viele Grüße
Sprotte
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Muschgard am Juli 09, 2018, 21:04:41 nachm.
Hallo,

das dunkle Mineral ist Biotit.

Mit dem "weißschlierigen" hab ich mich verschrieben  :crying: es sollte eigentlich nur Granatgneis heißen.

Grüße,
Michael
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Juli 12, 2018, 18:45:15 nachm.
Sandstein oder Gneis?
Hier mal einige schöne Sandsteine von meiner Tour. Außer Nr.10 und 12 (demnächst Schnitt) liegen alle noch am Strand.

Nur an Hand der Fotos sind die signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gesteinstypen sicherlich nicht sicher zu bestimmen.
Im frischen Bruch zeigen Sandsteine an den Bruchflächen eindeutig, einzelne Körner,
während bei Gneisen die Umkristallisation schon begonnen hat, bzw. bereits erfolgt ist.

Die Bedeutsamkeit, ob Sandstein oder Gneis, stand für mich also nicht im Vordergrund.
Ich hatte bei der Suche Vergnügen daran, einfach mal die „Knipse“ drauf zuhalten.

Obwohl diese Geschiebe in der Vielfalt der Farben und zarten Muster auch ein schönes Gesamtbild abgeben!

Wenn ich sie also nicht mitnehme, muss ich auch nicht jeden fotogenen Stein zu einem frischen Bruch „umarbeiten“.
Außerdem ist der Zeitfaktor bei der gezielten Suche (z. B. Uthammar-Granit, Granatgneis,-amphibolit, Seelilienkalk)
und das Gewicht bei der mengenmäßigen „Privatisierung“ nicht zu unterschätzen (4 km).

Beste Grüße Ehrfried  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Juli 20, 2018, 09:41:10 vorm.
Wieder einige Bilder von Brocken verdichteter Geschichte des Universums:

Nr. 32: 14 cm, Småland-Gangporphyr, (quarzarm) Typ unbestimmt.

Nr. 33: 13 cm, Häufiger Aland Quarzporphyr, Ignimbrit. Hier hat jemand sein Herz verloren,
ein „Herz aus Stein“. Man erkennt noch wo das Blut durchgeflossen ist.  :einaugeblinzel:

Nr. 34: 14 cm, Småland-Gangporphyr (quarzarmer Rapakiwi,) Typ unbestimmt. Magnet haftet.

 :hut:
Ehrfried
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Juli 21, 2018, 18:02:56 nachm.
Muskelaufbau:  :lechz:
Die Arbeit war ja eigentlich Ende August für den Steinmetz geplant, aber die Neugier hat gesiegt.

Nr. 14: 10 cm,  Smaland-Porphyr, Typ Emarp. Jetzt geschnitten und gestern nach dem anstrengenden Asketen-Verfahren, auf Glasscheiben geschliffen und handpoliert.
Feine, rotbraune Grundmasse, milchblaue Quarze, sowie fleischfarbene und vergrünte Feldspäte sind gut zu erkennen.
Ein schöner Handschmeichler!

Nr. 12: 7 cm, Gelber Porphyrischer Rapakiwi kam auch gleich noch auf‘‘s Glas. Sehr weiches und bröseliges Gestein,
an der Schnittkante brechen die Kristalle aus.

Erkenntnisse:
Die „Blutwurst“ Nr. 14 kommt in die Vitrine, und der anstrengende Job ist nichts mehr für einen alten Mann. 
Evtl. ein bis zwei Endstücke, aber mehr nicht! :platt:

 :prostbier:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am Juli 21, 2018, 19:31:31 nachm.
Moin Ehrfried,

schöne 2 Stücke - da hat sich der Aufwand gelohnt  :super:

Gruß
Jörg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Juli 29, 2018, 10:14:23 vorm.
Moin  :hut:

Nr. 35: 8 cm, Kalmarsund Scolithus-Sandstein, mit dunklen Wurmröhren.
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Juli 29, 2018, 10:18:04 vorm.
Nr. 36: 7 cm, violetter Jotnischer Sandstein, mit Entfärbungsflecken
Auf der Kruste sind sie die Flecken gelblich verwittert und im Inneren fast weiß (Schnitt)
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Juli 29, 2018, 10:25:10 vorm.
Sonntags-Guck:

Nr. 37 Sedimentgestein, Karlmasund Sandstein, Jotnischer Sandstein und Västervik Fleckengestein.
Die Diamantsäge ging durch alle drei Gesteine wie das Messer durch die Butter. Sind eben weiche Gesteine und kein Granit.
Magnet haftet am Västervik Fleckengestein!
  :wow:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am August 03, 2018, 16:04:04 nachm.
Nr. 38: Gneise,
heute mal drei schöne, bunte metamorphe Gesteine.
Die Brocken liegen alle noch am Strand.

Gruß Ehrfried
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am August 08, 2018, 13:55:20 nachm.
Für das Sommerloch habe ich noch diese 5 Geschiebe abgelichtet und nach Småland verortet!
Sie tragen zum bunten Bild der Steinstrände bei.

Nr. 39a bis 39e: Variantenreiche Smaland-Östergötland Granite, Typ Filipstad.
Es sind mittel bis grobkörnige Geschiebe mit außerordentlich großer Farbvariabilität  und verschiedenen Regionalnamen.

Nr. 39b dürfte ein Rapakiwi sein, rundlich-ovale Einsprenglinge (Ovoide) aus Alkalifeldspat.
Magnet haftete.

Nr. 39e ist quarzarm (weit unter 20%), demnach ein Quarzmonzonit.

Ehrfried  :lechz:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am August 09, 2018, 14:27:43 nachm.
Nr. 39f:
Hier noch zwei  Småland-Östergötland Granite (Småland-Granitoide) vom Typ Filipstad.
Aber diese schönen, sehr ähnlichen Stücke habe ich an der gleichen Fundstelle privatisiert,
weil der 8 cm Rapakiwi nämlich „magnetisch“ war und am 10 cm Stück haftete der Magnet nicht.  :gruebel:
Demnach doch von verschiedenen Lokalitäten?

 :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am August 15, 2018, 23:35:16 nachm.
Moin! Sommerloch? Nö!
Ich wollte noch etwas zum Västervik-Fleckengestein anmerken. Wie an anderer Stelle schon ausgeführt, gibt es mögliche Doppelgänger im Gebiet von Norrköping/Kolmarden. Dieses Jahr war ich wieder da und habe das Zeug dann auch mal anstehend gefunden (Fleckengneis Stavsjö Station). Nun könnte man berechtigterweise einwenden: das ist ja ein migmatitischer Gneis, die Västervik-Fleckengesteine sind im Idealfall (und nur dann sollte man sie als solche ansprechen) schön homogene Granofelse mit gleichmässiger Verteilung der Flecken. Das Västervik-Fleckengestein kommt im Anstehenden übrigens regelmäßig in deformierter (ausgelängte schwarze Granoblasten) und undeformierter (runde Granoblasten) Form nebeneinander im dm-Maßstab vor.

Ich habe in Norrköping einiges an Nahgeschiebe gesammelt und fotografiert, und leider kommen einige Funde dem Västervik-Fleckengestein recht nahe. So z.B. das abgebildete Geschiebe vom Campingplatz Kolmarden. Beim zweifellos sehr schönen Stück von Ehrfried oben hätte ich Bedenken, das Stück nach Västervik zu verorten. Sowas kommt dort, aber auch anderswo vor. Magnetit fühten übrigens sowohl die Västerviker als auch die weiter nördlich gelegenen roten Flecken-Adergneise.

Grüße  :winke:
karlov
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am August 22, 2018, 15:15:36 nachm.
Vier weitere Stücke von lange zurückliegenden, globalen Ereignissen:

Nr. 40: 6 bis 10 cm, farbige Dalarne-Porphyre (ESP)
Von denen lagen eine ganze Menge da herum. Verschiedenfarbige EinSPrenglinge in schwer zu analysierender Grundmasse.
Wenig Quarz und schwarze Flecken (Epidot, Chlorit und Erz)

Bei der Typbestimmung enthalte ich mich!
Zitat Hildegard Wilske: ... denn es gibt eine unerhebliche Anzahl an Übergangs- bzw. unspezifischen Formen.

 :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am August 25, 2018, 15:01:13 nachm.
Nr. 50: Granatamphibolit, ca. 28 cm groß  :wow:
Gesucht, endlich gefunden, aber nicht privatisiert!

Bevor es hier demnächst mit nummerierten, schönen Stücken weiter geht, hier mal eine Seltenheit nach der ich schon lange suche.
Leider passt dieses „Unikum“ nicht in meine Vitrine und rumschlagen/kloppen wollte ich mich mit ihm nicht.
Somit liegt der schwarz-weiße Brocken und seine Granate immer noch an der Steilküste von Niehagen (Wustrow/Ahrenshoop)

Faustgroße Stücke nach 4 Stunden Suche, Fehlanzeige!  :lechz:

Schönes WE wünscht
Ehrfried  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: speul am August 26, 2018, 14:02:16 nachm.
Moin Ehrfried,
das sind auch meine Lieblinge an den Geschiebestränden.
Sind zum Glück ja nicht so selten, aber suchen muß man halt schon
Grüße
speul
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am September 01, 2018, 17:46:10 nachm.
Nr. 41: 12/8 cm, Dalarna-Gangporphyr, Typ Oxåsen.
Ausnahmsweise mal quer geschnitten, von 12 auf 8 cm.  Magnet haftet nicht!
Die feine Grundmasse ist hier rotbraun, anstatt schokoladenbraun, mit vielen rechteckigen Feldspäten.
Der hat große Ähnlichkeit mit einem Stück aus der Lausitz:

https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=10741.msg131079#msg131079 (https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=10741.msg131079#msg131079) , Antwort #13

Ihm fehlt etwas für die Vitrine, da demnächst noch ein besserer Handschmeichler kommt,
bei dem der Magnet haftet. Aber das ist Ansichtssache.   :streit:
Schwarze Flecken (Epidot, Chlorit und Erz).

 :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 02, 2018, 15:06:14 nachm.
Hallo zusammen!

Ich bin neu hier im Forum und habe mich mit „Steinefieber“ angesteckt. War auch nicht anders zu erwarten; ich kann am Strand nichts liegen sehen, ohne es aufzuheben usw. usw…. Und so passierte, was passieren mußte, im Gewächshaus hocken jetzt Steine!

Manches kann ich zuordnen, manches wartet noch auf Bestimmung, anderes entzieht sich der Bestimmung und bleibt was es ist: ein schöner Stein. Mittlerweile kann ich aber auch Steine da lassen, wo sie eigentlich gut aufgehoben sind: am Strand. Das tut der Leidenschaft keinen Abbruch, es gibt ja ausgezeichnete Fotoapparate. Und die Beschäftigung mit Petrographie und Geologie ist das Wichtigste. So wächst das Wissen, ohne daß der Platz schrumpft.

Ich möchte zunächst einmal ein paar Brocken vorstellen, die keine „Fundsteine“ sind. Diese Dinger kann man einfach nicht übersehen! Darüber gestolpert in Gilleleje (Seeland/DK/2016). Meine Ansprache ist natürlich „laienhaft-vorläufig“. Ich hoffe, die Bilder lassen sich in genügender Auflösung übertragen.

Bild 1   Granatamphibolith
Bild 2   Hornfels
Bild 3   Monzonit?, grüner Rätan-Granit?

Würde mich freuen, wenn mir jemand sagt wo ich falsch oder richtig liege.
Gruß aus Köln
Bert

P.S. Ich muß in 2 Paketen schicken. Die Datenübertragung ist zu schwach.
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 02, 2018, 15:15:34 nachm.
Hallo,
hier nun Teil 2

Bild 4   (Augen-)Gneis mit merkwürdig grünen „Schalen“, eingebettetes, weißes Material (Kalk?). Ganz links im Bild besonders deutlich zu sehen.
Bild 5   Intrusion Gneis in Granit oder besser Granit in Gneis?
Bild 6   ignimbritischer Porphyr (Oslo)
Bild 7   Quarzporphyr (Rödö?)

Gruß
Bert
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 02, 2018, 16:17:51 nachm.
Hallo zum dritten,

ich hatte es mir gedacht, das Datenvolumen ist schwach.
Hier also einige Ausschnitte aus Bild 4.

Gruß Bert
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am September 02, 2018, 20:21:22 nachm.
Moin Bert und ein herzliches Willkommen hier im Forum  :wc:

Ja ja - wenn es einen erst einmal gepackt hat  :laughing:

Kalk lässt sich leicht mit Hilfe von Salzsäure feststellen.
Kalk schäumt, Quarz nicht.

Bild 5  könnte auch ein Xenolith sein.
Bild 6  vergleichbare Ignimbrite aus dem Oslo-Rift sind mir nicht bekannt.
Bild 7  schau Dir mal die Quarze genau an. Bei Rödö und Aland sehen sie korrodiert aus - wie gesprungene Fensterscheiben.

Sonst ist die Ansprache gar nicht mal so schlecht  :super:

Beste Grüße von der Küste
Jörg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Hungriger Wolf am September 03, 2018, 09:19:57 vorm.
Hallo Ehrfried!

Bild 4 = grün/gelb/Photo =
Es könnte sich auch um verformten Feldspat ev. Richtung Orthoklas (Kalium-) handeln!
-Einfach mal in die Richtung testen!- :wow:

Grüsse  :prostbier:
Achim
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am September 03, 2018, 12:13:09 nachm.
Moin Achim = Hungriger Wolf
9.19 Uhr schon Bier  :fluester:

Ich habe mit Bild 4 nichts zu tun, das ist der Kollege Bert = steinefieber

Beste Gruße
Ehrfried = Met1998  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Hungriger Wolf am September 03, 2018, 21:56:18 nachm.
Entschuldigung, ich meinte eigentlich tatsächlich Bert (Photo Nr. 4)!

 :imsorry:
 
Grüsse  :hut:
Achim

Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Hungriger Wolf am September 03, 2018, 22:06:29 nachm.
Hallo Bert!

-> Einfach mal testen in Richtung Feldspat (Bild 4 grün/gelbe Kristalle)!

Grüsse  :hut:
Achim
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 04, 2018, 10:53:51 vorm.
Hallo Achim,

vielen Dank für die Rückmeldung. Dachte mir schon, daß die für eigentlich mir galt. Das mit dem Test ist etwas schwierig. Der geschätzte 150kg-Block liegt in Nordseeland und ist Teil einer Standbefestigung. Ich glaube, da komme ich so schnell nicht wieder hin. Auf den Bildern kann man nichts so richtig erkennen. Die Dinger sehen aus wie grüne, glasartige Hohlkörper, die aufgeschlagen sind und in denen sich innen eine eierschalenartige, weiße Schicht zeigt, die evtl. schon vor dem Aufschlagen vorhanden war. Ich kann mir da keinen Reim raus machen. Anfangs dachte ich, es wäre organisches Material.

Ich habe noch einmal einen Ausschnitt angehängt.

Gruß Bert
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am September 05, 2018, 17:08:24 nachm.
Wenn sich die Dinger tatsächlich im Gestein befinden, könnten es ehemalige Hohlräume (Gasblasen im Vulkanit ...) sein, welche durch kalkhaltige Wasser aufgefüllt wurden (Kalzitmandeln).
Allerdings so rund habe ich die noch nie gesehen.

Gruß
Jorg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 07, 2018, 12:27:03 nachm.
Hallo zusammen,

da ich mich erst seit kurzem infiziert habe, arbeite ich mich langsam in das Thema ein und erlaube mir in loser Folge einige Geschiebe vorzustellen, die ich an der Ostsee nicht liegen lassen konnte. Wer fühlt sich angesprochen und ist bereit, mir bei der Bestimmung zu helfen?

Bild 9a,b,c   Granit, gefunden in Djursland/Helgenaes/DK

- feinkörniger Granit mit pyterlitischer Struktur, blaßroten Kalifeldspat und dunkelgrauem Quarz als eigenständige (idiomorphe) Körner

Nach meiner optimistischen Einschätzung ein nicht so häufiger Haga-Granit, bei dem die Kranzbildung evtl. aber schon zu deutlich ist. Vielleicht doch nur ein pyterlitischer Granit.

Gruß
Bert
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am September 07, 2018, 15:39:19 nachm.
Hallo Bert,
weil es bei uns leicht regnet, bin ich gerade zugegen.

1. Bildgröße:
Jetzt stimmt zwar die „Kilozahl“ (max. 255 KB), aber bei nur 600 Pix kann man fast nichts erkennen.
So sehe ich bei Bild 9b wenig Quarz, den hat aber der Haga Granit reichlich.

2. Meine Bestimmung:
Ich würde den einfach als Rapakiwi pyterlytisch lassen, wie den hier:  :pro:
https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=9689.msg144007#msg144007 (https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=9689.msg144007#msg144007)

Na mal sehen was die Profis sagen.  :streit:

Gruß Ehrfried  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am September 07, 2018, 17:01:31 nachm.
Sehr schwer zu bestimmen.
Es gibt im Drammen-Pluton fast identische Gesteine.

Gruß
Jörg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Jedensteinaufheber am September 07, 2018, 19:26:29 nachm.
Hallöchen an alle :hut:

um nochmal auf Berts Gneis nochmal zurück zukommen.
Für mich sieht das auf den Bildern eher aus, als wenn jemand was auf den Stein draufgeklebt hat.

Hallo Jörg das mit den Gasblasen ist Interessant, aber bei Metamorphiten ich weiß ja nicht. Das würde glaub ich aber auch nicht ganz zu dem Gneis passen.

Ich weiß es hört sich vielleicht lächerlich an, aber es sieht eher aus als hätte jemand Ostereier oder sowas mit silikon an den Stein geklebt.

Viele Grüße
Alexander
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 07, 2018, 22:40:24 nachm.
Hallo Ehrfried,

nun ja sicherlich, die Auflösung ist enttäuschend. Aber was soll ich machen, die Bilder haben eine Auflösung von 9MB. Da bleibt nach Reduzierung auf 250KB nichts übrig. Aber davon einmal abgesehen, kann man die hellen Stellen in Bild 9a nicht als Quarz interpretieren? Aber gut, man muß sich mit dem zufrieden geben, was als gesichert gilt. Wunschdenken führt hier in die Irre. Deshalb belasse ich es bei Rapakiwi, pyterlitisch. Das ist doch schon mal ein Ergebnis.
Aber da ich gerade am PC sitze. Hier noch ein Steinchen:

Bild 11   Granit, gefunden in Hasle/Bornholm/DK

- sehe ich da Ovoide mit Plagioklasring?, Biotit/Hornblende, einige Quarzkörner

evtl. doch ein Wiborgit

Gruß
Bert
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am September 08, 2018, 15:13:22 nachm.
Moin Bert,
guck mal hier:
https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=10417.msg127725#msg127725 (https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=10417.msg127725#msg127725)
oder anderes Programm, wie IrfanView

Bis 255 KB kann man doch damit recht gute Bilder (z. B. 1024 Pix) erzeugen.
Oder schick mir mal ein Bild was bei Free-GMX durch die Leitung passt. Ich schicke es dir dann zurück. (Bitte keine 9000KB)

Mit deinen genannten Merkmalen würde ich Bild 11 auch als Aland Rapakiwi Granit bezeichnen.
Hier noch mal mein 6 cm Rapakiwi Granit in höherer Auflösung!
Magnet haftet!

Ehrfried  :winke:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 09, 2018, 13:24:41 nachm.
Hallo Jörg,

Drammen aus dem Oslo-Gebiet hat, zugegeben, große Ähnlichkeit. Auch dort gibt es sicher eine große Bandbreite. Nun will ich nicht das Ei sein, daß klüger sein will als die Henne. Doch wenn ich bei ZANSTRA die Nr 249 (pyterlitischer Drammen-Granit) mit dem Hinweis „einigermaßen kranzförmige Anordnung“ und dagegen Nr 15 oder Nr. 23 sehe mit „deutlicher Kranzbildung“, tendiere ich doch eher zu Aland-Archipel.

Aber wie schon gesagt, den großen Überblick habe ich nicht. Wird hoffentlich noch.
Gruß
Bert
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 11, 2018, 10:28:14 vorm.
Hallo Jörg,

ja, das sieht schon gut aus. Mein Steinchen ist nicht so exemplarisch aber ich sehe deutliche Übereinstimmungen.

Vielen Dank
Bert
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 13, 2018, 10:19:26 vorm.
Es regnet. Steinewetter!

Bild 10   Diabas, gefunden Nordseeland/DK

- weiße Plagioklase (teilweise gelblich verwittert) in körniger Grundmasse, im Sonnenlicht kleine glitzernde Flächen

Die Dichte und Länge der „Speckstreifen“ haben mich doch erstaunt. Der Stein ist in der Mitte zerbrochen. Die Grundmasse tritt gegenüber dem Plagioklas zurück.

Gruß
Bert
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 13, 2018, 10:20:34 vorm.
Hier vielleicht noch etwas Interessantes.

Bild 13   porphyrischer Granit, gefunden in Klützer Winkel/DE

- Kalifeldspat (teilweise eckig) und rötlicher! Plagioklas teilweise an Kalifeldspat angelagert, zuckriger Quarz (teilweise grünlich?), wenig dunkle Materialien vertreten, die pertitische Entmischung ist eher schwach

Nach meiner vorsichtigen Einschätzung ein Lemland-Granit. Mittlerweile habe ich so viele unterschiedliche Exemplare von Lemland-Granit gesehen, daß ich mir überhaupt nicht mehr sicher bin.
Gruß
Bert
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am September 13, 2018, 14:58:34 nachm.
Hallo Bert,
für mich sieht dein Bild 13 auch wie ein Lemland-Granit aus!
Zitat von: steinefieber
Mittlerweile habe ich so viele unterschiedliche Exemplare von Lemland-Granit gesehen, daß ich mir überhaupt nicht mehr sicher bin.
Geht mir genau so. Man hat zwar Fachbücher und das Internet, aber ich zweifle auch bei jedem neuen Exemplar.  :gruebel:
Da sieht auch jeder immer etwas anders aus, trotzdem alle Lehmland.

Ehrfried
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am September 13, 2018, 20:01:39 nachm.
Moin

@Ehrfried
Zit.: "...aber ich zweifle auch bei jedem neuen Exemplar..."
Ich finde, je mehr man in die Materie einsteigt, umso größer werden die Zweifel.

@Bert
Lemland könnte gut passen.

Gruß
Jorg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 14, 2018, 16:09:31 nachm.
Tach zusammen,
vielen Dank für Eure Einschätzung zu Bild 10. Ich nehme ihn als Lemland-Granit. Ich glaube, ein gutes Kriterium sind die angelagerten roten Plagioklase. Die sind bei allen deutlich zu erkennen.

Bild 18a, b (naß photographiert)
der Stein stellt mich vor ein Rätsel. Ich würde ihn als porphyrischen Granit bezeichnen. Vielleicht bin ich aber in der falschen Spur und es ist ein sehr dichter Porphyr.

In einer braunen Grundmasse schwimmen runde, graue Quarze mit einigen Flecken dunklen Minerals (Biotit?). Verteilt auf der Oberfläche liegen fleischfarbige Feldspäte, die zoniert sind oder zumindest gelbe Stellen aufweisen und vereinzelt rötlicher Feldspat. Dazwischen erscheinen grünliche Minerale (vergrünter Quarz oder Plagioklas?).

Man muß das Bild soweit es geht auf dem Bildschirm vergrößern. Es wird dann zwar unscharf aber die „Struktur“ wird deutlicher.

Was mein Ihr?

Gruß
Bert
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am September 14, 2018, 19:25:38 nachm.
Moin Bert,

ein Porphyr ist es nicht. Das Kriterium dafür wären Einsprenglinge in einer sonst homogenen Grundmasse.
Das Gestein ist m.E. ein Granit (abgrenzbare Minerale).

Das was Du als Grundmasse siehst, sind wahrscheinlich hydrothermale aufgeschmolzene nicht auskristallisierte Minerale.
Für eine hydrothermale Umwandlung (z.T. und sehr diskret) würden auch die grünen (epidotisierten) Minerale sprechen (Umwandlung vom meist kalziumreichen Plagioklasen durch heiße Lösungen welche typischer Weise oft am Ende von Vulkanausbrüchen auftreten).

Gruß
Jörg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am September 15, 2018, 09:02:34 vorm.
Moin Bert,
1. Nach 16.00 Uhr bitte etwas mehr Konzentration:  :einaugeblinzel:
Zitat von: steinefieber
Bild 10. Ich nehme ihn als Lemland-Granit.
Bild 10 ist garantiert kein Lemland!, (was ich vermute, siehe PM)
Du meinst sicherlich Bild 13 = Lemland!!!

2. zu Bild 18
Zitat von: JFJ
Das Gestein ist m.E. ein Granit (abgrenzbare Minerale).
Für mich ist das eindeutig ein Aland Rapakiwi Granit! So habe ich jedenfalls dieses meiner Stücke benannt.
Deiner, meiner und der hier im Link sind für mich alle identisch!
Guck mal hier, Seite 6:
https://www.google.de/search?q=Aland+Rapakiwi&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwiqwLPzs7zdAhWIKVAKHXH0CqEQ_AUICygC&biw=1064&bih=860#imgrc=gMuyrp7qqicHqM: (https://www.google.de/search?q=Aland+Rapakiwi&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwiqwLPzs7zdAhWIKVAKHXH0CqEQ_AUICygC&biw=1064&bih=860#imgrc=gMuyrp7qqicHqM:)

Und wenn du dann noch hier guckst, wird es ganz verrückt: Punkt 6!
http://www.kristallin.de/rapakiwis/f_rap.htm
Ehrfried  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 15, 2018, 20:14:28 nachm.
Schönen Abend zusammen,

es ist nach 16:00 und ich bin voll konzentriert! Danke, die Kommentare sind eindeutig, das überzeugt!

Hört sich alles kompliziert an mit der Neuausrichtung, ist es aber bei näherer Beschäftigung mit der Sache wahrscheinlich gar nicht. Durch eine konsequentere Definition nach einheitlichen Kriterien wird die bestehende Begriffsvielfalt entrümpelt, auch wenn der jeweilige Aspirant jetzt nicht mehr mit einem Wort beschrieben werden kann. Ich, der sich noch nicht so an die Termini gewöhnt hat, sollte eigentlich weniger Probleme damit haben.

Zur Entspannung  „jet för zom luure“ (für Nichtrheinländer: „etwas für zum Gucken“)

Bild 19   Rombenporphyr
Bild 20   Rombenporphyr
Bild 21   Rombenporphyr

Ne schöne Grooß
Bert
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am September 17, 2018, 18:45:11 nachm.
Nr. 42: Schönen Südschweden privatisiert?!   
Eigentlich wollte ich einen Uthammar mit hellroten Feldspäten, leider bisher nur solche Brocken gesichtet!:
https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=9689.msg143887#msg143887 (https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=9689.msg143887#msg143887)
      
Nun habe ich endlich ein 9 cm großes Stück Uthammar-Granit mit rotbraunen Feldspäten gefunden?!
Der fiel mir schon aus 10 m Entfernung auf.

Es war auf ca. 2 km Steilküste das einzige Stück dieser Art. Ein ausgesprochen zähes, festes und schönes Gestein
 - Blendamed weiße, rundliche Quarzstücke, (milchig weiß, keine Quarze in den großen Quarzen)
 - kräftig rotbraune, verzwillingte, grobkörnige Feldspäte,
 - und etwas dunkle Minerale.
Demnach ist es kein Götemar Granit.

Ehrfried  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am September 17, 2018, 20:15:25 nachm.
@Steinefieber

Zu den Rhombenporphyren:
Bild 19 = RP2V. Der stammt aus der 2. Ausbruchsserie der Vestfoldregion.
Bild 21 = Lässt nur Rückschlüsse auf die Vestfoldregion zu.  Anstehenden finden sich vergleichbare Gesteine in der Umgebung von Høyjord.

Gruß
Jörg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am September 22, 2018, 02:10:53 vorm.
Moin,
zu Bild 18: sieht aus wie ein Ostsee-Rapakiwi. Mal abgleichen mit Bräunlichs Beschreibung und auf jeden Fall mit der Lupe nach den winzigen eckigen Quarzen um die orangenen Alkalifeldspäte suchen.
http://www.kristallin.de/rapakiwis/ostseerapakiwi.htm

Zum Begriff pyterlitisch ist schon einiges geschrieben worden. Er ist höchst unglücklich und bezeichnet eigentlich nur mehr oder weniger idiomorphe Quarze um Alkalifeldspäte. Der abgebildete Granit (Bild 9) stammt vermutlich aus einem Rapakiwi-Pluton und ist ein gleichkörniger bis schwach porphyrischer Granit. Bild 11 könnte ein Pyterlit sein, ebenso Bild 15. Ich sehe zumindest keine Plagioklasringe um gerundete Alkalifeldspäte. Letztere Eigenschaft definiert einen Pyterlit. Solche von Aland sind unauffällig und nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Die von Zandstra erwähnte "Kranzbildung" sticht eigentlich nur in wirklich grobkörnigen finnischen Festlandrapakiwis hervor, und die sind im Geschiebe äußerst selten.
Hier nochmal der Link zur Ansprache von Rapakiwigraniten: http://www.kristallin.de/rapakiwis/Alandrapakiwi_Teil_2.htm#Teil7

Grüße  :winke:
karlov
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 25, 2018, 13:31:49 nachm.
Hallo karlov,

ich bin deinem Hinweis nachgegangen. Hier also eine Macro-Aufnahme (Bild 27). Aber wieviel Quarze machen nun einen Ostsee-Rapakivi aus? Kantige Quarze sind vorhanden, aber nicht in so girlandenförmiger Menge wie in www.kristallin.de/rapakiwis/ostseerapakiwi/01_Ostsee-Rapakiwi_1600.jpg gezeigt. Der dort später folgende Hinweis, Zitat: „In manchen Ostsee-Rapakiwis gibt es nur sehr wenige kleine Quarze auf den Außenseiten der Alkalifeldspäte“ relativiert das Gezeigte und der Satz, Zitat: „Einige Ostsee-Rapakiwis fallen durch besonders wenige Einsprenglinge auf.“ bedeutet doch wohl, daß lediglich ein Minimum vorhanden sein muß. Quarze –egal in welcher Menge- wären also ein sicheres Kriterium. Für eine eindeutige Bestimmung sind es mir aber hier zu wenige. Ich belasse es bei Aland-Rapakivi. Was meint ihr?

Bert
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am September 25, 2018, 18:35:18 nachm.
Moin,

Aland-Rapakiwis haben m.E. symplektitische Verwachsungen (wurmförmige Einschmelzungen von FS in die Quarze hinein), die kann ich hier beim Bild 27 nicht ausmachen.
Würde da ein ? hinter machen.

Gruß
Jorg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am September 25, 2018, 20:01:12 nachm.
Hallo,

grahische Verwachsungen von Feldspat und Quarz sollten in einem ordentlichen Rapakiwi-Granit schon sein ;-)
Ich verstehe den Rückschluß nicht: es ist kein Ostsee-Rapakiwi, also belässt Du es bei Aland-Rapakiwi?? Aufgrund welcher eindeutigen Verortung zum Aland-Archipel? Solche Granite sind von Aland anstehend nicht bekannt. Auch die Gruppenmerkmale stimmen nicht. Wenn es kein Ostsee-Rapaliwi ist, dann ist es nur ein porphyrischer Rapakiwi-Granit. Herkunft unbekannt.

Grüße,
karlov
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am September 26, 2018, 00:57:10 vorm.
Hallo Bert,
nochmal zu Deiner Frage, wieviel von den kleinen Quarzen im Ostsee-Rapakiwi enthalten sein sollten: einige kleine Kränzchen sollten zu finden sein. Nicht um alle Alkalifeldspäte, aber um einige. Denn diese sind bei der unendlichen Variabilität der Rapakiwi-Granite aus verschiedensten Vorkommen bis auf weiteres Alleinstellungsmerkmale, zusammen mit den anderen Eigenschaften (porphyrischer Rapakiwi; Farbe Alkalifeldspat häufig orange, aber auch helle und gelbliche Varianten bekannt, gelbliche o. grünliche Kerne; große, klare, korrodierte Quarze der 1. Generation; insgesamt auffällig viel Quarz; Plagioklas grünlich und unbedeutend).

Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 26, 2018, 20:55:35 nachm.
N‘abend zusammen,

vielen Dank für Eure Kommentare.

@ Jörg
keine Verwachsungen---höchstwahrscheinlich kein Aland-Rapakivi, habe ich verstanden!

@ karlov
Deine Bilder 835 und 12 sind eindeutig. Da gibt es kein Diskutieren. Also mein Steinchen auch kein Ostsee-Rapakivi.

Aber jetzt wird es schwierig. Ich möchte keinesfalls auf Dingen herumreiten oder nerven. Ihr müßt mir bitte nachsehen wenn ich etwas ins ‚Schwimmen‘ komme.

Warum Aland-Rapakivi? Nun ja, siehe Antwort 103, Punkt 2. Damit konnte ich mich einverstanden erklären. Hat sich jetzt erledigt.

Zitat: Graphische Verwachsungen sollten in einem ordentlichen Rapakivi-Granit schon sein.
Laut Jörg (Antwort 109) hat Bild 27 aber keine Verwachsungen. Also kein Rapakivi-Granit?

Ich nehme das Teil jetzt als porphyrischen Rapakivi-Granit, da bin ich auf der sicheren Seite.

Aber da ich gerade am PC sitze. Ich habe hier noch einige Porphyre hocken, an die ich mich noch nicht herangetraut habe. Das Thema scheint mir wegen der vielen Übergangstypen schwierig zu sein. Wenn man einen Porphyr findet ist der erste Gedanke: „Na, der ist doch wirklich typisch und prägnant“. Leider meistens Fehlanzeige! Große Hilfe ist die „Bestimmungspraxis der Rhombenporphyre“. Aber auch damit tue ich mich schwer. Fundsteine sind selten so musterhaft.

Bild 22   Rhombenporphyr (Nordseeland/Gilleleje/DK)
nicht magnetisch, für mich alle drei identisch, ich verorte sie irgendwo bei RP12

Bild 23   Rhombenporphyr (Nordseeland/Gilleleje/DK)
recht kleiner Stein, der mir durch die rötliche Grundmasse sofort aufgefallen ist, schlanke Rhomben, nicht magnetisch
sieht nach RP1 aus

Bild 24a, b   Rhombenporphyr (Nordseeland/Limfjord/DK)
der große Feldspat mit hellem Saum, die kleineren einfarbig, leicht magnetisch, mafische Körner in der Matrix
würde ich vorsichtig als RP14Ø einstufen

Bild 25a, b   Rhombenporphyr (Nordseeland/Limfjord/DK)
blaugrau bis braungrau (wenn naß), im Sonnenlicht Zwillingskristalle, deutlich magnetisch, Feldspate seltsam kantig, bei den großen Feldspaten ganz schwache Zonierung
würde ich vorsichtig als RP14b einstufen

Bild 26a, d   Rhombenporphyr (Nordseeland/Limfjord/DK)
spärlich mit schlanken Rhomben bestückt, zoniert, rötliche Grundmasse, nicht magnetisch
evtl. RP1

Liege ich total schief?

Bert
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 26, 2018, 20:56:58 nachm.
Teil 2
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 26, 2018, 20:58:04 nachm.
Teil 3
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am September 26, 2018, 23:02:52 nachm.
Hallo Bert,
Ja, porphyrischer Rapakiwi, mehr wohl nicht. Das von Ehrfried gezeigte Bild (6cm-Aland-Rapakiwi) in Antwort 103 würde ich nicht nach Aland stecken. Es fehlen die charakteristischen Gruppenmerkmale. Bzw. es ist eher keiner Herkunft zuzuordnen, weder Aland noch Kökar noch Nordbaltischer Pluton.

Zitat
Graphische Verwachsungen sollten in einem ordentlichen Rapakivi-Granit schon sein.
Das war etwas scherzhaft gemeint. Mit zwei Generationen Quarz und Feldspat bestimmt sich ein Rapakiwi einfach leichter. Es gibt natürlich auch Rapakiwi-Gesteine ohne erkennbare graphische Verwachsungen wie die Quarzporphyre, Granitporphyre, Aplite, Porphyraplite, Prickgranite.

Zur Herkunftsbestimmung: Rapakiwi-Gesteine am besten zunächst nur nach Gefüge benennen. Bei zunehmender Anzahl von unverwechselbaren Eigenschaften oder Alleinstellungsmerkmalen (nach jetzigem Wissensstand) kann man eine Herkunft porgnostizieren. Dies gelingt bei einer KLEINEN Anzahl von Rapakiwi-Graniten. Die meisten bunten, exotischen, irgendwie auffäligen Rapakiwis können leider nicht beheimatet werden. Ebenso nicht die unauffälligen und gleichförmigen Gefüge wie Aplite, Porphyraplite, Granophyre. Matthias Bräunlich wiederholt das seit Jahren gebetsmühlenartig. Angesichts der Masse an Rapakiwifunden hier im Osten (Brandenburg), die in meinen Schränken schlummern und keine Herkunft "verpasst" kriegen, kann ich das nur bestätigen.

Zu den Rhombenporphyren kann ich nichts Nützliches beitragen. Das ist Jörgs Gebiet Nur anmerken, dass die Zuordnung zu einzelnen Rhombenporphyrlagen auch beim Vorhandensein von Anstehendproben mit großen Unsicherheiten behaftet ist. Wahrscheinlich gibt es einige sehr auffällige RP-Lagen, die man mit einiger Sicherheit referenzieren kann.

Grüße,
karlov
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am September 26, 2018, 23:12:55 nachm.
Aber da Jörg sicherlich gleich mal drüberschauen wird: ich habe hier auch 2, bei denen ich (und jmd anderes) eine Zuordnung versucht hat.

Ist RP72 (Laufendnr in Brandenburg gefundener Rhombenporphyre) RP14(a/ Langtangen-Typ)? Er ist deutlich magnetisch.

Ist RP34 ein RP1 vom Kolsas-Typ (nicht meine eigene Vermutung)? Der RP ist deutlich körnig, könnte intrusiv sein. Nicht magnetisch.

Grüße  :winke:
karlov
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am September 27, 2018, 17:46:42 nachm.
Moin Karlov,

beim RP14 bin ich voll bei Dir.  Der sieht verdächtig nach Langtangen aus.
Der andere (Bild RP34) kann ein RP 1 sein. Bin mir mit Kolsas aber nicht sicher; sollte dann dunkler sein. Wie Du oben weiter geschrieben hattest, ist es leider nur bei den wenigsten Funden möglich, diese einer bestimmten Lage/Eruption zuzuordnen.

Beste Grüße
Jörg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am September 27, 2018, 18:14:47 nachm.
Moin Steinefieber (Bert),

Bild 22 ist ein RP13
Bild 23 ist ein RP13V Ende-Typ (nicht von den schlanken bootsförmigen FS täuschen lassen. Die kommen nicht nur im RP1 vor.
Bild 24 könnte ein 14Ö sein.
Bild 25 ... bin hin und her gerissen, ob es überhaupt ein RP ist. Er hat zwar eine gewisse Ähnlichkeit zu den RP13c Typen, aber ob es wirklich ternäre FS sind oder Plagioklase. Vom Foto etwas schwierig zu beurteilen.
Zum Bild 26 fällt mir nichts brauchbares ein. Hat m.E. zu wenig charakteristisch unverwechselbare Merkmale.

Beste Grüße
Jörg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 30, 2018, 20:03:54 nachm.
Hallo Jörg,

meine Trefferquote ist offensichtlich noch nicht sehr hoch, habe aber noch einige Porphyre, die ich gerne vorstellen möchte. Ich hoffe, ich langweile damit nicht (11. Gebot: Du sollst nicht langweilen!)  :einaugeblinzel:.

zu Bild 26   hat etwas basaltisch-diabasisches, die Oberfläche ist sehr glatt, deutlich magnetisch, evtl. ein plagioklasreicher Diabas? Ein größerer Stein würde evtl. mehr Aufschluß geben.

Bild 28a, b   im nassen Zustand sehr unscheinbar, graue Grundmasse, helle Einsprenglinge ohne Zonierung, nicht magnetisch, evtl. schon zu sehr verwittert

Bild 29a, b   rotbraune Matrix mit dunklen und hellen Einsprenglingen, die leicht zoniert sind, unregelmäßige Verteilung, nicht magnetisch, RP4 (Drammen-Typ)

Gruß Bert
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 30, 2018, 20:05:16 nachm.
Teil 2

Bild 30   schwach bestückt mit Einsprenglingen, kommt m.E. RP7 (Variante 2) nahe aber kaum zoniert, nicht magnetisch

Bild 34   der untere ist in Bild 29 schon gezeigt, der obere kommt diesem nahe? Bin mir da nicht sicher.
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 30, 2018, 20:07:07 nachm.
Teil 3

Bild 35   sehr kleines Steinchen, die Farbe täuscht etwas, er ist eigentlich noch bunter, schwach magnetisch, würde ihn als RP 26 ansehen

Bild 36   kleine und große Rhomben neben gerundeten Formen vertreten, keine Einregelung, nicht magnetisch, würde ich irgendwo bei RP 12 vermuten

Bild 37   der Stein hat wirklich diese himbeerfarbene Matrix mit kleinen schwarzen Sprenkeln, die Einsprenglinge mögen vergrünt, verfärbt oder verwittert sein aber die Struktur bleibt gut zu erkennen


Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am September 30, 2018, 20:08:50 nachm.
Teil 4

Bild 38   sehr kleine und große Rhomben nebeneinander, die größeren mit schwarzen Kernen, da fällt mir nix zu ein außer das er magnetisch ist,

Bild 39   kaum Rhombenförmige, ungeregelt, RP 4-Typ?

Bild 40   5x4 cm, viele Einsprenglinge mir Saum, einige Zwilling blitzen bei Sonnenlicht auf, im trockenen Zustand sehr unscheinbar, nicht magnetisch

Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am Oktober 01, 2018, 18:42:07 nachm.
Moin Bert,

keine Angst, Du langweilst nicht.

So, jetzt hatte ich mal etwas Zeit und habe über die Rhombenporphyre rüber gesehen.
Als bestimmbar - zumindest aus der Ferne und nur vom Foto her:

Bild 35: RP 26 könnte gut passen.
Bild 39: Ist ein RP12b. Dass das Gestein ungeregelt ist, hast Du als Bestimmungsmerkmal sehr richtig beachtet. Ein RP4 hätte allerdings eine rauhere Matrix und eine etwas andere Farbe der Einsprenglinge. 

Mehr traue ich mir nicht zu, diese sicher zu bestimmen.
Ich will damit nicht sagen, dass Du mit den sonstigen Einschätzungen daneben liegst.
Es ist, wenn man nur ein Foto zur Verfügung hat, sehr schwierig etwas definitiv bejahen zu können.
Und bei Rhombenporpyren liegt die Quote der "Nichtbestimmbaren" sogar noch weitaus höher als bei Graniten.
Damit müssen wir Rhombenporphyrliebhaber leider leben.

Beste Grüße
Jörg

Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Oktober 06, 2018, 09:13:03 vorm.
Moin Gemeinde!

Nr. 44: 11cm, „Mohnstrudel mit Rharbarberstücken“. Seltener porphyrischer Rapakiwi, vermtl. Typ Kökar? (finnischer Rapakiwi)

Grau-schwarze Grundmasse mit vielen großen, gerundeten Blauquarzen und großen, hell-fleischfarbenen, zonierten Feldspäten.
Magnet haftet sehr gut!
Im Schnitt sieht es aus, als ob die zerbrochenen Feldspäte um den Mittelpunkt kreisen, deshalb „Strudel“.
Ebenfalls ein außerordentlich schöner Handschmeichler.
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Oktober 06, 2018, 09:18:23 vorm.
Heute zwei Stck. „Steinkuchen“ im Guck-Angebot:
Solch schöne, gesicherte Musterbeispiele habe ich schon lange nicht mehr gefunden!

Nr. 43: 7 cm, „Schokoladenkuchen mit Kandiszucker“.
Seltener Dalarna -Gangporphyr, Typ Oxåsen?.
Quarzarme, schokoladenbraune, feine Grundmasse mit schönen großen, kantigen, fleischroten Feldspäten.
Schwarze Flecken (Epidot, Chlorit und Erz)

Magnet haftet sehr gut! (Im Gegensatz zu Bild. 41)

Ein außerordentlich schöner Handschmeichler für die Vitrine. Da möchte man rein beißen!

 :hut: Ehrfried
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am Oktober 07, 2018, 11:40:57 vorm.
Hallo Ehrfried,
wirklich zwei "leckere" Stückchen  :super:. Viel zu schade für den Strand.
Gruß
Bert
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: steinefieber am Oktober 07, 2018, 11:50:24 vorm.
Hallo Jörg,
vielen Dank für deine Einschätzung. Es ist wirklich schwierig, anhand eines Fotos etwas eindeutig zu bestimmen. Da beläßt man es lieber bei „nicht bestimmt“. Es liegt natürlich auch daran, daß wir versuchen, die Natur zu ordnen und einer Systematik zu unterwerfen, um uns dann einzureden, wir hätten sie durchschaut. Nochmals danke.

Gruß
Bert
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Oktober 13, 2018, 15:26:54 nachm.
Nr. 45: 9 cm, Garberg Granit aus Dalarna.

Kräftig rote Kalifeldspäte und gelblich, weißes Plagioklas. Einige Kalifeldspäte sind von Plagioklas ummantelt (Rapakiwi).
Beim echten Rapakiwi-Granit sind die Feldspäte aber nicht eckig, wie hier.

Quarz ist kaum zu sehen, also unter 20%. Demnach eher syenitisch, und somit  lt. Vinx aus dem Älvdalen-Vorkommen!

So ein geschnittenes und poliertes Feuerwehr-Rot landet natürlich in der Vitrine.

Ehrfried  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am Oktober 21, 2018, 13:04:46 nachm.
Hallo Ehrfried,

44 ist ein Granitporphyr, kein Rapakiwi. Dem Gestein sieht man Deformationserscheinungen durch die teilweise eingeregelten dunklen Minerale (verm. Biotit) an.
43 sieht mir eher nach Smaland-Porphyr aus: zerknackte Feldspäte, chloritisierte dunkle Minerale. Jedenfalls würde ich ihn nicht als Porphyr aus Dalarna bestimmen.
45: Garberg, jawohl. Aber:
Zitat
Beim echten Rapakiwi-Granit sind die Feldspäte aber nicht eckig, wie hier
Wieso das denn?
Zitat
Quarz ist kaum zu sehen, also unter 20%. Demnach eher syenitisch, und somit  lt. Vinx aus dem Älvdalen-Vorkommen!
Quarzsyenitische bis granitische Zusammensetzung. Mengenanteile häufig makroskopisch schwer abzuschätzen, man vertut sich da leicht. Aber "kaum zu sehen"?  :gruebel:

Grüße,
karlov
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Oktober 21, 2018, 19:38:03 nachm.
Hallo karlov,
danke für die Antworten!  :super:
Nr. 44 habe ich als Granitporphyr umgetauft, (kein Rapakiwi)

Das Nr. 43 ein Smaland-Porphyr und kein Dalarna-Gangporphyr ist, hatte ich ja mit dem Fragezeichen hinter Typ Oxåsen? schon vermutet.
Den hatte ich hiernach bestimmt, mehr hab ich nicht!
http://www.strandsteine.de/Oxsasen-Porphyr.htm (http://www.strandsteine.de/Oxsasen-Porphyr.htm)

Im Inhaltsverzeichnis von Smed und auch Vinx wird kein Oxasen (Oxsasen) aufgeführt. Gibt es dieses Gestein überhaupt???
Hat denn niemand im Forum einen echten Oxåsen, den er hier mal zeigen kann???  :nixweiss:
Und ob der evtl. mit Nr. 43 „magnetisch“ und Nr. 41 „nicht magnetisch“ übereinstimmt.
In Nr. 41 sind die Feldspäte auch zerknackt und dunkle Minerale vorhanden.

Ich glaube jetzt auch, dass es sich um zwei verschiedene Gesteine handelt!  :weissefahne:
Auch die Grundmassen sehen ja unterschiedlich aus.

Ehrfried  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Oktober 21, 2018, 20:08:36 nachm.
karlov,
ich habe meine Antwort #129, Garberg Granit aus Vinx (2016) abgeleitet.
Zu den Feldspäten in Nr. 45:
Zitat: Seite 50, unter Abb. 36,
Einzelne Kalifeldspäte sind von Plagioklas ummantelt (Rapakivigefüge).
Anders als in echten Rapakivigraniten sind die ummantelten Kalifeldspäte hier (im Garberg) eckig.
Seite 49 Plagioklas kann zusätzlich in geringen Mengen Kalifeldspäte einhüllen (Rapakivigefüge),
ohne dass die Kalifeldspäte wie in typischen Rapakivigraniten gerundet sind.


Zum Quarz, Nr. 45 im Garberg:
Quarz bildet nur in geringen Mengen gut erkennbare Einzelkörner!
Quarzgehalt: unter 20% = granitisch, über 20% = syenitisch...
Zitat: Seite 49:… In Norddalarna bildet der Garberg-Granit zwei getrennte Vorkommen.
Die syenitische Tendenz (über 20%) ist nördlich des Ortes Älvdalen gebunden.

Zitat karlov: "kaum zu sehen"?  :gruebel:
Na gut, wenn ich noch mal scharf hingucke (kein :streit:), über 20% Quarz = syenitisch = Garberg Granit, Älvdalen!
 :einaugeblinzel:  :hut: der "Steinfried"
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Oktober 28, 2018, 14:11:32 nachm.
Nr. 48: 8 cm, Als porphyrischen Granit (Granitoid) habe ich den bezeichnet.
Beim Waten im Strand-Geschiebe drehte ich zufällig mit dem Gummischuh das Gestein um und bemerkte dadurch die zwei unterschiedlichen Seiten.

Auf der einen Seite bunte, miteinander verbundene, richtungslose, grobkörnige Minerale (Quarz, Feldspat und Glimmer).

Auf der anderen Seite (geschmolzener?) feinkörniger Quarz und Feldspat.

Im poliertem Schnitt, Bild 48c (und Nahaufnahmen) sieht man die Minerale. Kein Leitgeschiebe, aber 48c gefällt mir gut - wieder die richtige Schnittstelle erwischt.  :super:

Ehrfried  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am November 02, 2018, 11:04:08 vorm.
Nr. 46:  4 cm, bunte Quarz Brekzie.

Auf der Oberfläche sind die Minerale sehr „durchgewurstelt“. Es sieht aus, als ob das Gefüge ineinander übergeht (keine klaren Abgrenzungen)
Erst im Schnitt sind grobkörnigen Minerale zu erkennen.

Aus den abgerundeten Seiten des Schmuckstückes könnte man auch zwei bunte Anhänger machen lassen.

Hätte ich den bei uns in der Lausitz und nicht am Strand der Ostsee gefunden, wäre es sicherlich ein Achat gewesen.

Ehrfried  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am November 09, 2018, 19:53:00 nachm.
Nr. 47: 7 cm, grobkörniger Granit (vmtl. Smaland).
Rotbrauner Kalifeldspat (Karlsbader Zwilling) und hellgrauer Quarz dominieren das Gestein.
Wenig schwarzes Biotit und grünliches Chlorit (umgewandeltes Biotit)
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am November 09, 2018, 19:56:59 nachm.
Noch zwei schöne, grobkörnige Granite, unbestimmter Herkunft?:
Bunte Geschiebe bringen etwas Farbe zwischen die „Blut- und Leberwursthälften“!  :fluester:

Nr. 49: 7 cm, bunter, grobkörniger Granit, (vmlt. Smaland)

Ehrfried  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am November 10, 2018, 21:09:10 nachm.
Moin Ehrfried,

zu den anderen Gesteinen kann ich nichts sagen, aber einen Granit wie Nr. 49 habe ich dieses Jahr in Schweden in Östergötland, südlich der Stadt Mjölby anstehend gefunden. Es ist eine farblich auffällige Variante, ob die nicht noch woanders vorkommt, ist natürlich offen. Ich habe zumindest im übrigen Smaland/Östergötland noch nichts dergleichen gesehen. Diese rötlich alterierten dunklen Minerale sind in der abgebildeten Probe nicht so dominant, in einer anderen Probe von dieser Stelle fehlt Plagioklas, aber die dunklen Minerale sind komplett in diese rötlich-violetten Produkte umgewandelt.
Du kannst an den Granit auf jeden Fall TIB-Granit schreiben, sogar Granit aus dem westlichen Östergötland. Letzteres aber mit Fragezeichen ;)

Marc
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am November 11, 2018, 11:36:26 vorm.
Moin Mac,
endlich zeigt hier auch mal wieder jemand ein schönes Gestein.  :super:
Bleibt der so, oder folgt noch Schnitt und Politur?

Diese farblich auffällige Variante aus Südschweden (TIB) findet man aber ab und zu an unserer Ostsee-Küste. Ich habe jedenfalls schon welche abgelichtet, mit diesen rötlich-violetten, umgewandelten Mineralien:

https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=9689.msg144526#msg144526  (https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=9689.msg144526#msg144526)
Antwort #73, Bild 39e (liegt noch dort). Der hat jedenfalls große Ähnlichkeit mit deinem Stück?

Ehrfried  :winke:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am November 11, 2018, 14:14:05 nachm.
Moin Ehrfried,
39e geht auch in die Richtung dieses Granittyps. Schwach porphyrische, häufig quarzarme Granitoide (in etwa Quarz-Monzonite) mit rotem Alkalifeldspat, der gerne etwas augenförmig ausgebildet ist, und grünem Plagioklas habe ich zumindest als Nahgeschiebe in Schweden vereinzelt immer wieder im nordwestlichen Smaland gefunden, nicht aber andernorts. Wenn etwas rot pigmentierter Plagioklas vorhanden ist, ist dies nach Smed ein Charakteristikum bestimmter Östergötland-Granite.
 :winke: Marc
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am November 16, 2018, 10:39:12 vorm.
Nr 51: 15 cm!, Schöner Ignimbrit Dalarne.

Dunkelbraune Grundmasse und reichlich hellbraune, schlierenartige Fiamme.
Diese flachgedrückten, ehemaligen Bimsfladen schmiegen sich um die rötlichen Feldspat-Einsprenglinge. (rötlich-fleischfarbene und blass-weißliche)
Quarz ist ohne Mikroskop nicht zu sehen, nur schmale Streifen von dunklen Mineralien.

Kann man diese Älvdalen Porphyre (Foto-Stücke) überhaupt unterscheiden?
Rotstreifiger Rännås-Porphyr, oder
Brauner Loka-Risberg-Porphyr?  :nixweiss:

Hier mal die Netz-Beispiele: Rännas und Loka-Risberg:
https://skan-kristallin.de/schweden/gesteine/gesteinsdarstellung/porphyre/dalarne/ignimbrite/raennas/geschiebe/l/l_tr98.JPG (https://skan-kristallin.de/schweden/gesteine/gesteinsdarstellung/porphyre/dalarne/ignimbrite/raennas/geschiebe/l/l_tr98.JPG)
und
https://skan-kristallin.de/schweden/gesteine/gesteinsdarstellung/porphyre/dalarne/ignimbrite/lokarisberg/l/l_loka_sgu23.JPG (https://skan-kristallin.de/schweden/gesteine/gesteinsdarstellung/porphyre/dalarne/ignimbrite/lokarisberg/l/l_loka_sgu23.JPG)

Mit nur Ignimbrit Dalarne kann ich aber auch leben, zumal er ja noch am Strand liegt.

Gruß
Ehrfried  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am November 18, 2018, 20:07:08 nachm.
Hallo Ehrfried,

bitte die Beschreibung eines Ignimbritgefüges (bei Bräunlich) GANZ lesen!
Das sind in deinem Stück dunkle Minerale, die mehr oder weniger durch tektonische Einwirkung abgerundete Feldspäte "umfliessen". Manche sind zerbrochen.
In einem Ignimbrit umfliesst eine Bimsflamme einen intakten Feldspat. Das Gefüge muss undeformiert sein, damit man von Hand überhaupt die Ansprache als Ignimbrit wagen kann. Lass doch bitte diese exotischen Bezeichnungen der Dala-Porphyre beiseite (gleiche Gesteine in verschiedenen Steinbrüchen vorkommend und umgekehrt...), Dala-Ignimbrit oder Älvdalen-Ignimbrit würde völlig reichen. Da es aber kein Dala-Ignimbrit ist, würde ich auch nicht Högsrum-Porphyr dranschreiben ;-) Es besteht eine gewisse Ähnlichkeit mit quarzfreien, deformierten Porphyren mit solchem Gefüge, die in SE-Smaland vorkommen. Der Wert als Leitgeschiebe ist aber umstritten.
Deformierter, quarzfreier Porphyr, reicht doch. Hübsches Stück ist es allemal.

 :hut:
karlov
 
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am November 23, 2018, 09:42:38 vorm.
Nr. 52: 13 cm, Grobkörniger, roter Småland-Granit. Typ Järeda
Als Mariannelund Granit sollte er nicht mehr bezeichnet werden! (s.u.) 

Das glänzende, sehenswerte Gestein fiel mir durch die trüben, bläulichem Quarze schon von weitem auf.
Die großen, rot- bis beigebraunen  Kalifeldspäte sind teilweise durch Druck gebrochen.
Die umschlossenen dunklen Minerale (Hornblende) sind dann in die Risse nadelförmig eingedrungen.

Wer das Strandgestein nicht rund gelutscht, sondern mal aus dem Anstehenden, zentralen Småland,
oder aus dem Lausitzer Tagebau sehen will, kann ja mal hier gucken.
Da steht dann auch, warum er nicht mehr Mariannelund Granit heißen sollte.

(8) Järeda-Granit
http://kanalmusik.de/wordpress%202/?p=7500 (http://kanalmusik.de/wordpress%202/?p=7500)

oder hier:
Järeda-Granit, Nr. 116, Steinitz Lausitz
http://kanalmusik.de/wordpress%202/?p=7967 (http://kanalmusik.de/wordpress%202/?p=7967)

Ehrfried  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Pinchacus am November 26, 2018, 13:04:05 nachm.
Zur Vor-Adventszeit auch mal wieder ein kristallines Geschiebe-Schmankerl von mir (stammt von der Stolteraa bei Rostock)...
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am November 26, 2018, 14:17:12 nachm.
Ein Träumchen eines Sphärolithporphyrs!  :wow:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am November 26, 2018, 15:40:48 nachm.
Hallo karlov,
danke für die Aufklärung.
Aber warum hast du nicht den Link gesetzt?:

http://kanalmusik.de/wordpress%202/?p=6029#more-6029 (http://kanalmusik.de/wordpress%202/?p=6029#more-6029)

Da sieht man wenigstens mal die Oberfläche!  :super:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am November 26, 2018, 18:15:58 nachm.
Zur Vor-Adventszeit auch mal wieder ein kristallines Geschiebe-Schmankerl von mir (stammt von der Stolteraa bei Rostock)...

In der Ausprägung - nicht alltäglich  :super:

Hier mein Ragunda-Sphärolithporphyr
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am November 26, 2018, 19:31:36 nachm.
Hallo Jörg,
"Ragunda", das hast du aus purer Lust an der Provokation dazu geschrieben, gell?  :wow:
Ich würde einiges darauf wetten (z.B. einen Kasten Bier), dass diese Granitporphyre nicht aus Ragunda kommen. Dafür sind sie zu häufig, bei gleichzeitigen kompletten Fehlen von erkennbaren Gesteinen aus Ragunda. Ich vermute was ganz Gewöhnliches, z.B. Smaland oder ein Unterwasser-Vorkommen. Man könnte diesen sphärolithischen Granitporphyr ebenso Smaland-Sphärolithporphyr nennen, es wäre einem genau so weitergeholfen wie mit der Bezeichnung Ragunda. Nämlich gar nicht.
Grüße  :winke:
karlov
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am November 26, 2018, 21:03:34 nachm.
Moin Jörg,
1. Dein Sphärolith-Porphyr in Antwort #146 ist der Hammer!!!  :nd:  :unfassbar:

2. Sicherlich hast du („alter Hase“) den vor einigen Jahren so beschriftet, denn viele Andere im Netz bezeichnen ihre Stücke auch als Spärolithe aus Ragunda.

3. Nur R. Vinx stellt die Sache jetzt so dar:
Zitat
- Die Spärolithrhyolithe gibt es in verschiedenen Herkunftsgebieten von Lappland über Dalarna bis Smaland.

- ...ist von unbekannten, verdeckten Ursprungsvorkommen entsprechender Geschiebe auszugehen.

-  es sind in der Regel keine Porphyre, sondern Vulkanite also Vitrophyre...deren Einsprenglinge in Glas statt in kristalliner Grundmasse eingebettet sind.

Dann wäre das schwarze um die Einsprenglinge also Glas?  :gruebel:

Der „Steinfried“
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am November 27, 2018, 17:18:54 nachm.
Moin zusammen,

die Bezeichnung für das gezeigte Gestein ist nicht auf meinem Mist gewachsen.
Seht mal im "Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten" von J.G. Zandstra, 1999 auf Seite 153 nach.
Nr. 92. Sferolietporphyr van Nord-Zweden (Ragundasferolietporphyr).
Auf der vorherigen Seite wird das Gestein ausführlich beschrieben.
Der radialstrahlige Kranz besteht aus der Hornblendevarietät Riebeckit.
Hat nichts mit Gläsern zu tun, wie in der großen Masse der Pseudosphärolithe.
Mein Geschiebe wurde seinerzeit in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Hannover, vom ehemaligen Leiter des Bundesamtes persönlich untersucht und als das oben beschriebene Gestein bestätigt. Die Petrographie passt 100%.

Zandstra schreibt, dass das Geschiebe „vermutlich“ aus Ragunda stammt. Aufgrund der Beschreibung und der Petrographie hat das Gestein seinen Namen von ihm erhalten. Wenn also explizit vom „Ragunda Sphärolithporphyr“ gesprochen wird, ist das von Zandstra beschriebene Geschiebe gemeint. Die Namensgebung, die bis auf weiteres dem Erstbeschreiber zusteht, ist in diesem Fall kein Formationsname, sondern nur ein vermuteter.
Es mag durchaus zutreffen, dass das Gestein auch (oder überhaupt) an anderer Lokalität ansteht. Sehe ich genauso.

Die  angesprochenen  Sphärolithrhyolithe stammen zum Teil (so meine Meinung und unter Beachtung der Geschiebefächer) wahrscheinlich auch z.T. aus dem Oslorift.

Gruß
Jörg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am November 28, 2018, 00:51:49 vorm.
Moin Jörg,
Ja, ich kenne die Beschreibungen Zandstras zu den Sphärolithporphyren. Zandstra schreibt übrigens oft "vielleicht" und "möglicherweise". Das wird viel zu selten betont. Leider übernimmt er seine Vermutung in die Benennung des Gesteins und zementiert (für andere) die Herkunftsangabe als Tatsache. Im Laufe der Zeit kommen dann z.B. so Dinge heraus wie "Stockholm-Fleckenquarzit" und wahrscheinlich noch einiges anderes. Auch seine Rödö-Gesteine sowie einige Rapakiwigesteine scheinen mir einer näheren Prüfung nicht standzuhalten. Weil er eben häufig Geschiebefunde als Referenz zeigt. Durch diese Lokalbezeichnungen aus Vermutungen heraus wird ein Wissensstand suggeriert, der gar nicht besteht.

Den Riebeckit, hat man den damals in Hannover auch mittels Dünnschliff festgestellt? Schwarze oder dunkelgraue Spärolithe können auch einfach nur aus Feldspat und Quarz bestehen. Makroskopisch geht da, denke ich, gar nichts.

Ja, Sphärolithe dürften in allen Vulkanitgebieten vorkommen, auch in Smaland und wahrscheinlich auch in Dalarna. Aus dem Oslograben kennt man immerhin einige Typen aus dem Anstehenden.

Grüße  :hut:
karlov
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am November 28, 2018, 00:55:51 vorm.
Achso, zur Glasfrage:
Vitrophyre, also deutlich glashaltige "Porphyre" sind nur beschränkt haltbar. Die Vulkanite, die älter als Karbon sind, sind in der Regel entglast. Eine ursprünglich vitrophyrische Grundmasse kann immer noch im Dünnschliff erkannt werden. Jene Gesteine aus dem Oslograben dürften noch Glas enthalten.
 :winke: karlov
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am November 28, 2018, 18:31:06 nachm.
Moin Karlov,

ja ein DS wurde gemacht und von einem bekannten Petrographen angeschaut.

Mit der veralteten Namensgebung ist es oftmals echt problematisch (Formationsnamen auf Verdacht).
Finde ich aber nicht sehr schlimm, da dadurch ja in erster Linie nur dieses spezielle Gestein beschrieben/benannt wird.
Wenn der Kontext kritisch gelesen wird, sollte der "Konjunktiv" (z.B. bei Zandstra) erkannt werden.

Wenn heute ein Geschiebekundiger in veralteter Lit. etwas über den "Stockholm-Fleckenquarzit" liest, weiss er durch aktuelle Feldforschung, dass das Gestein auch noch woanders ansteht und diese isolierte Lokalität nicht mehr haltbar ist (wem sage ich das  :einaugeblinzel:).
Wer das nicht weiß und sich nicht weiter und eingehend mit der Materie beschäftigt, hat eh nur Spaß am Sammeln von bunten Strandsteinen, und bei dem ist der Name zweitrangig.

 :prostbier: Jörg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am November 28, 2018, 20:14:20 nachm.
Hallo Jörg,
... hat eh nur Spaß am Sammeln von bunten Strandsteinen, und bei dem ist der Name zweitrangig. 
Und davon gibt es eine ganze Menge, sehe ich ja am Strand.  :super:

Auch Met-Sammler heben schöne Steine auf!  :fluester:

Zitat Boborit:
Zitat
… mehr knowhow habe ich momentan leider nicht - nur die Begeisterung für die Schönheit der Gesteine...
Und wenn man sie zu hart anfasst, hört man von ihnen nichts mehr im Forum!  :gruebel:
Manch einer hat eben eine zarte Seele (Sie vertragen keinen Druck, verweigern dann die Zusammenarbeit und steuern auf einen Burnout zu.)  :wow:

Der „Steinfried“
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am November 29, 2018, 20:44:33 nachm.
Moin Jörg,

Zitat
Mit der veralteten Namensgebung ist es oftmals echt problematisch (Formationsnamen auf Verdacht).
Finde ich aber nicht sehr schlimm, da dadurch ja in erster Linie nur dieses spezielle Gestein beschrieben/benannt wird.

Es ist insofern problematisch, als dass der Eindruck entsteht, es handele sich hierbei womöglich um Leitgeschiebe. Das Verknüften von Ortsnamen mit Gesteinstypen sorgt für eine schwer entwirrbare Nomenklatur, wobei einzelne Autoren die Benennungen in ihrem Sinne umdefinieren. Man denke nur an die Bezeichnungen "Växjö"- und Filipstad"-Granit, die nicht nach Lokalität, sondern nach Gefüge so gennant werden. Oder die Quarzporphyre aus Rapakiwi-Plutonen wie Rödö, Ragunda etc. Es bringt nichts, einen Porphyr als Rödö-Porphyr zu bezeichnen, wenn man nicht gute Gründe hat, ihn genau dorthin zu verorten und nicht in einem unbekannten Unterwasservorkommen etc.

Lange Rede, kurzer Sinn: durch Bestimmungsbücher wie jenes vom geschätzen Frank Rudolph wird eine Übersichtlichkeit in der Geschiebekunde suggeriert, die nicht besteht. Eine Fahrt ins Anstehende zeigt jedem sofort, wie komplex die Materie vor Ort ist. Viele unserer "Leitgeschiebe" sind noch nicht einmal Momentaufnahmen der dortigen Geologie.

Ich finde den Ansatz von Matthias Bräunlich (und Smed und Vinx) gut: radikal entrümpeln, ohne Rücksicht auf Verluste oder lieb gewonnene Gewohnheiten. Nur bei erfolgtem Vergleich mit Anstehendproben und einigermaßen glaubhafter Begründung, warum diese Steine lokal einzigartig sein sollen, verdient es einen Namen mit Lokalangabe.
Dies würde die Geschiebekunde für alle, v.a. für Einsteiger und Laien, wesentlich zugänglicher machen. Und dann bleiben eben nur 50-60 Leitgeschiebe übrig. Alles andere Interessante sollte dann nur nach seiner petrographischen Auffälligkeit beschrieben werden. Was soll das auch für eine seltsame Genugtuung für den Laien sein, exotische Namen ("Rödö-Syenitporphyr") an Gesteine dran zu pappen?

Letzte Opfer dieser Entrümpelung sind übrigens: Angermanland-Syenitgabbro (Doppelgänger auf Aland) und Radmansö-Gabbro (Anstehendproben stimmen nur zu einem kleinen Teil mit unseren Geschiebefunden überein).
 
Zitat
Wenn heute ein Geschiebekundiger in veralteter Lit. etwas über den "Stockholm-Fleckenquarzit" liest, weiss er durch aktuelle Feldforschung, dass das Gestein auch noch woanders ansteht und diese isolierte Lokalität nicht mehr haltbar ist
Ahem, nicht "auch noch woanders". Es gibt tatsächlich keinen Beleg für das Vorkommen von Fleckenquarziten im Stockholm-Gebiet.

 :prostbier:
karlov

 
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Pinchacus am Dezember 03, 2018, 14:39:51 nachm.
Hier mal ein schöner Ostsee-Syenitporphyr, der mir unlängst auf Sekundärlagerstätte ins Netz und dann unter die Säge geriet:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Muschgard am Dezember 03, 2018, 21:37:07 nachm.
Hallo,

hier ein paar Geschiebe von Boltenhagen.
Die Stücke sind ca. 8cm groß und sehr arm an Quarz und Glimmer. Die roten Feldspäte sind bis 1cm groß.

Eine Bestimmung traue ich mir nicht zu, würde mich aber freuen wenn das jemand könnte...

Grüße,
Michael
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am Dezember 04, 2018, 17:01:34 nachm.
Moin Michael,

die Krux mit Geschieben ist, dass sich nur die wenigsten einer Bestimmung zuführen lassen.
Für mich weisen die gezeigten Gesteine zu wenig markante Merkmale auf, ist aber nur vom Foto her sowieso generell schwieriger als wenn man ein Gestein direkt vor Augen hat (Oberfläche, frischer Bruch, geschliffene Fläche, Spiegelungen der Einzelminerale im Bruch...).
Ich muss aber zugeben, dass Granite/Granitoide nicht gerade meine Stärke sind.
Schön sind sie auf alle Fälle.

Gruß
Jörg
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Dezember 07, 2018, 18:41:37 nachm.
Nichtsdestotrotz:
https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=11879.msg145413#msg145413 (https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=11879.msg145413#msg145413)

Nr. 53a und 53b
Hier noch zwei schöne, kontrastreiche Gneise von der anderen Seite der See (Schweden).
Sie lagen im Wasser dicht nebeneinander und erregten durch den Farbunterschied meine Aufmerksamkeit.
 
Nr. 53a habe ich als Augengneis Loftahammar (Gneisgranit) bestimmt!, nach:
https://skan-kristallin.de/schweden/gesteine/gesteinsdarstellung/metamorphite/augengneise/geschiebe.html#2 (https://skan-kristallin.de/schweden/gesteine/gesteinsdarstellung/metamorphite/augengneise/geschiebe.html#2)
und
http://www.kristallin.de/Metamorphite/Gneise-druck.htm (http://www.kristallin.de/Metamorphite/Gneise-druck.htm)

Oder besser nur Augengneis, ohne Verortung?  :gruebel:
(Da wären wir wieder beim o. g. Thema)

Gruß Ehrfried
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am Dezember 07, 2018, 22:01:47 nachm.
Moin Ehrfried,
da ist ein bisschen wenig "Substanz", um Deinen Augengneis einer möglichen Herkunft zuzuordnen. Sprich, der Stein ist zu klein :)
Ja, manche sagen, Augengneise sind grundsätzlich nicht als Leitgeschiebe geeignet, insbesondere der Loftahammar-Augengneis. Vinx 2016 führt ihn aber explizit als Leitgeschiebe auf. Ich weiß aus dem Västervik-Gebiet und dem nordöstlichen Smaland, dass es eine Variante gibt, die gut erkennbar ist. Vielleicht ist dieser Augengneis in baltischen Moränen tatsächlich bestimmbar. Ich kenne aber nicht die zahlreichen Varianten von Augengneisen z.B. aus Westschweden/Värmland etc. Möglicherweise gibt es Doppelgänger. Hier ein Bild von einem orangefarbenen, (sehr wahrscheinlich Loftahammar-)Augengneis als Nahgeschiebe aus Västervik:



Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am Dezember 07, 2018, 22:03:43 nachm.
Auffällig sind die hellen Säume aus Plagioklas und die schwarz gesprenkelten Plagioklase.
Hier noch eine Anstehendprobe, die aber leider keine Plagioklas-Säume zeigt:

 
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am Dezember 07, 2018, 22:04:57 nachm.
53b1 und 53b2 könnten ins Loftahammar-Gebiet passen, müssen aber nicht. Wie gesagt, die Steine sind etwas klein.
 :winke: karlov
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Dezember 14, 2018, 17:51:46 nachm.
Nr. 54: Heute noch dieses 13 cm !, hellbunte „Geflammte Brot“. Den habe ich als Dalarne Granit, (Siljan?) identifiziert.
Das Gestein aus Mittelschweden liegt noch vor Ort! Den hätte ich auch hier zeigen können:
https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=12038.msg143803#msg143803 (https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=12038.msg143803#msg143803)

Geflammter, fleischroter Kalifeldspat, gelbliches Plagioklas und ca. ein viertel Anteil violett bläulicher Quarze sind im Gestein zu sehen.
Die Nahaufnahme ist leider nichts geworden, vielleicht hätte man da noch gelbliches Titanit entdeckt.

1. Unser Freund karlov schreibt dazu auch noch:
Beim Siljan-Granit ist geschiebekundlich ein wenig der „Wurm“ drin, …
http://kanalmusik.de/wordpress%202/?p=3881 (http://kanalmusik.de/wordpress%202/?p=3881)

2. Herr Bräunlich hat ihn aus der Liste der Leitgeschiebe gestrichen!
http://www.kristallin.de/aktuell.htm (http://www.kristallin.de/aktuell.htm)

3. Und Frau Wilske schreibt  dazu aus dem Zandstra:
Zitat
In vielen Fällen ist es sicherer, sich mit der Bezeichnung Dalarne-Granit zu begnügen. Ferner ist eine Verwechslung mit manchen Småland-Graniten möglich.

Na da bin ich ja wieder :confused:

Ehrfried  :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am Dezember 18, 2018, 22:52:51 nachm.
Ja, beim Siljan-Granit ist die Angelegenheit im Moment etwas verwickelt. Erst wenn jemand mal eine ganzen Sack Anstehendproben aus dem Siljan-Gebiet mitbringt, wird man zu einer genaueren Aussage kommen können.
Das abgebildete Stück sieht mir aus der Ferne eher nach Smaland-Granit aus (eher gerundete Mineralkörner; dunkle Minerale in der Nähe der Plagioklase könnten die von Zandsra erwähnten "Mineralneubildungen" in Smaland-Graniten sein).

karlov
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Dezember 23, 2018, 10:32:29 vorm.
Der Rest aus 2018:

Nr. 57: 14 cm, Der „Elefantenfuß“, eine interessante Form des braun/roten Sandsteins.

Nr. 56: 32 cm, Saurer Migmatit mit Netzgang.

Nr. 55: 13 cm, Von weitem dachte ich, es ist der mir noch fehlende, weiß-schlierige Granatamphibolit, aber leider nur ein schöner, großer Feuerstein.

 x-02
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Dezember 23, 2018, 10:44:49 vorm.
Nr. 58: „Abschieds-Guck“ 2018:  :wow:
Noch zwei Steinmännchen zur Weihnachtszeit - Hier fehlen nur noch die Lichterketten.

Nach den Frühjahrsstürmen im April 2018 ist nun wieder ein Sammlerjahr vorbei.
Dieses Jahr kam reichlich Zuwachs in die Sammlung und das neue Jahr steht vor der Tür.

Ich wünsche allen Sammlern ein frohes Fest und 2019 schöne Stücke, egal ob in der Sparte Met‘s, Geschiebe, Tektite, Achate oder Gold.

Der Ehrfried  :w-ge:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: karlov am Dezember 29, 2018, 15:48:43 nachm.
Von mir auch einen Guten Rutsch und ein kleines Fundhighlight aus 2018: ein achatführender Rotsandstein aus der Kiesgrube Niederlehme bei Berlin.
 :hut: karlov

Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: JFJ am Dezember 29, 2018, 16:13:44 nachm.
Klasse Fund  :super:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Februar 07, 2019, 15:36:16 nachm.
Nr. 59, 60, 61 Kontrastreiches Farbenspiel an der Küste:

Bei Schmuddelwetter, mit böigem Wind, noch etwas zum Gucken aus dem Vorjahr.
Pegmatit aus rotem Alkalifeldspat, gelbem Plagioklas, Quarz, grünem Epidot.
Die körnigen Minerale sind nur auf der Vorderseite der Geschiebe-Oberfläche zu sehen.

Wie weit das gefleckte Material in das Gestein hinein geht ist reine Spekulation.
Je nachdem wie sie bei der Verschmelzung/Entstehung vermischt und dem Transport aus dem Norden verformt, abgerollt und geschliffen wurden.

Keine Leitgeschiebe, aber auf der Vorderseite kontrastreiche Strandsteine.
Für mich waren es jedenfalls Hingucker, sonst hätte ich sie sicherlich nicht fotografiert!

Ehrfried  :winke:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Eckard am August 22, 2019, 13:40:41 nachm.
Hallo allerseits,

da auch an unseren Küsten Steine gesammelt werden, kann es durchaus vorkommen, dass dabei auch etwas gefunden wird, das aussieht wie ein Stein, jedoch für einen solchen viel zu leicht ist. (Selber schon mal drauf reingefallen.) Heute bekam ich von Spektrum einen Bericht über diese 'Steine', und den möchte ich Euch nicht vorenthalten.

Hier der Link:

https://www.spektrum.de/alias/bilder-der-woche/schwimmende-steine-verschmutzen-straende/1668478?utm_medium=newsletter&utm_source=sdw-nl&utm_campaign=sdw-nl-daily&utm_content=bdw

Besten Gruß
 :winke:
Eckard
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Oktober 22, 2019, 20:18:19 nachm.
Hallo Sprotte,
da der Fachmann gerade in der Leitung ist, und du uns hier her geführt hast:
https://www.kristallin.de/rapakiwis/ostseerapakiwi/29_Ostsee-Rapakiwi_1600.jpg (https://www.kristallin.de/rapakiwis/ostseerapakiwi/29_Ostsee-Rapakiwi_1600.jpg)

Und wenn ich dann unsere Bestimmungen in Antwort #99 (?) und Antwort #100 (?) sehe:
https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=9689.msg144737#msg144737 (https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=9689.msg144737#msg144737)

Wäre da nicht eine Korrektur auf Ostsee-Rapakiwi, anstatt Lemland angebracht???  :gruebel:

Gruß Ehrfried :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Oktober 24, 2019, 10:22:11 vorm.
"Ostsee-Rapakiwi" aus dem Nordbaltischen Pluton:

Hier ist der auf meinem Glastischchen stehende, und erst jetzt von Sprotte angesprochene, Ostsee-Rapakiwi.
Siehe hier: Heft „Geschiebekunde aktuell“, Mai 2016, Bild 4
https://www.kristallin.de/rapakiwis/ostseerapakiwi/Kristallingesteine_Ostsee_Teil_1.pdf (https://www.kristallin.de/rapakiwis/ostseerapakiwi/Kristallingesteine_Ostsee_Teil_1.pdf)
oder hier:
https://www.kristallin.de/rapakiwis/ostseerapakiwi.htm#1 (https://www.kristallin.de/rapakiwis/ostseerapakiwi.htm#1)

Nun bleibt aber immer noch Teil 2 der Antwort #170 (?) Ostsee-Rapakiwi oder Lemland, offen???

Der „Steinfried“ :hut:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am November 29, 2019, 19:34:40 nachm.
Moin Geschiebe-Fans,  :hut:
hier noch ein kleiner Ostsee-Guck:
Ich entrümpele gerade meine Ostsee-Ordner und da fallen mir doch noch 6 schöne Gesteine auf.

Ich habe sie als Småland Granitporphyr eingeordnet, davon gibt es verschiedene Varietäten.
(Nr. 18 tanzt hier etwas aus der Reihe, :gruebel:)
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am November 29, 2019, 19:37:53 nachm.
Man erkennt den Småland Granitporphyr an:
Gerundeten Feldspäten in brauner, rötlicher, gelblicher oder grauer Grundmasse.

Die Quarze sind bläulich, und gerundet, wie die rötlich/weißen Feldspäte.

Gruß Ehrfried  :winke:
Titel: Re: 1001 Gestein - Geschiebe von den norddeutschen Küsten
Beitrag von: Met1998 am Dezember 01, 2019, 13:43:08 nachm.
Småland Granitporphyr (Gangporphyr)

Siehe auch hier: (karlov)
https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=9123.msg141262#msg141262 (https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=9123.msg141262#msg141262)
 
Auch Vinx verzichtet auf Lokalnamen und schreibt auf Seite 166 dazu:
Zitat
„...es gibt eine Reihe von Varietäten mit Lokalnamen, z.B. Paskalavik, Emarp, Högsrum, ohne das diese hier vertieft werden sollen!
 …die gemeinsamen Merkmale sind wichtiger als die z. T. fließenden Unterschiede!

Der "Steinfried"  :hut:
aus der heute, diesigen Lausitz!