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Fundstücke => unbekannte Gesteine, auch meteoritenverdächtige => Thema gestartet von: Stibitzi am Januar 29, 2014, 10:28:36 vorm.

Titel: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: Stibitzi am Januar 29, 2014, 10:28:36 vorm.
Guten Morgen Forum,
bin fertig mit dem schleifen eines Steines (eine Seite, Ackerfund)) per Hand. Er wiegt ca. 180 gr. ist 6 cm x 4 cm x 3 ,5 cm groß. Ist stellenweise leicht magnetisch (Neodym zappelt). Er hat an zwei Seiten (oben und unten) eine glänzende, schlierige schwarze Aussenseite und an den anderen eine nicht ganz so ausgeprägte schwarze Aussenansicht. Kann vielleicht im Feuer gelegen haben? Er zeigt in der Aussenschicht auch einige rostige Flecken, dort zieht es den Magneten etwas hin.
Entschuldigung (Metgold) hab ihn geschliffen weil meine so schon miesen Bilder sonst garnichts aussagekräftiges haben. Und nun mein Angstfaktor Bilder.
Hat jemand eine Idee? Handelt es sich um einen Anorthosit?
Gruß
Ina

Ja,so ist das mit Leuten wie mir, keine Ahnung aber wissen wollen.
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: MetGold am Januar 29, 2014, 14:55:39 nachm.
Entschuldigung (Metgold) hab ihn geschliffen weil meine so schon miesen Bilder sonst garnichts aussagekräftiges haben. Und nun mein Angstfaktor Bilder.
Hat jemand eine Idee? Handelt es sich um einen Anorthosit?
Gruß
Ina

Hallo Ina,

nix "entschuldige" - du musst ja nicht mit dem Hammer draufhauen, nur ist ein frischer Bruch eben sehr wichtig/hilfreich bei der Gesteinsbestimmung!

Wenn ich im Sommerurlaub in den Alpen ab und zu einen Stein aufhebe und mitnehme, dann schneide ich ihn auch nur durch wegen der Optik und erfreue mich dran, selbst auf das Risiko hin dadurch nie genau zu erfahren was es ist.


 :winken:  MetGold


z.B:
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: JFJ am Januar 29, 2014, 16:48:47 nachm.
Hallo Ina,

wie MetGold bereits darauf hinwies, eine Bestimmung bei Gesteinen ohne einen frischen Bruch zu erzeugen, schwankt in der Genauigkeit von fast unmöglich bis gänzlich unmöglich.
Und gerade wenn die Fragestellung "Anorthosit" im Raum steht, muss man die Feldspäte halt wirklich gut erkennen können. 
Wichtig ist auch, von "welchem Acker" Du das Gestein hast, da anhand der Lokalität bestimmte Gesteine im Vorfeld bereits ausgeschlossen, oder in die nähere Auswahl kommen können.
Wenn mein Sohn mir sagen würde, dass er ein Gestein auf dem Acker gefunden hätte, könnte ich zwischen Indien, Kanada und Österreich wählen, das ist dann schon ein Unterschied.

Kannst Du den für Anorthosit typischen Blauschiller bei einigen Feldspäten beim Drehen im Licht erkennen?

Gruß
Jörg
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: Buchit am Januar 29, 2014, 20:33:55 nachm.
Hallo Ina,

ein Anorthosit erscheint allein deshalb unwahrscheinlich, weil das Stück offenbar genügend magnetische Bestandteile enthält, um den Magneten reagieren zu lassen. Also, das kann dann eigentlich kein Gestein sein, das im Wesentlichen nur aus Plagioklas besteht. Zudem meine ich, in der Schnittfläche Körner verschiedener Färbung wahrzunehmen; auch das spricht gegen ein monomineralisches Gestein.

Wenn wir für den Moment annehmen, dass die hellen Mineralkörner im Schnitt tatsächlich nur Plagioklas sind, dann würde das auf ein gabbroides Gestein (also Gabbro oder Diorit) hindeuten.

Gruß,
Holger
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: Stibitzi am Januar 30, 2014, 08:21:11 vorm.
Guten Morgen,
und wieder musste ich feststellen das meine Fotos einfach besch.... sind, ich hab keine Chance. Danke für eure Antworten. Und sammeln kann ich jetzt auch nicht mehr (natürlich nur auf den Äckern meines Wohnortes), da der Bauer mich beim letzten Mal vom Acker gezogen hat. Er hat mir eine Standpauke über das arme Vieh (scheuch, stirbt) gehalten wenn ich übern Acker laufe. Dabei schaue ich immer erst ob ich kein Viehzeuch verscheuche, steh auch nicht in Windrichtung, mag die Viecher selber. Im Wald kann ich zur Zeit auch nicht suchen, die Wildschweine haben Frischlinge (auweia). Und im Frühjahr das gleiche mit die Rehe, somit denke ich hat sich das Thema erledigt.
Zum Abschluß noch die letzten Versuche mit Fotos (Hahaha). Der letzte Stein ist komplett unmagnetisch. Ihr müsst diesen Beitrag nicht mehr kommentieren, man kann eh nicht wirklich was erkennen. Hab eine Menge von euch gelernt, hat Spaß gemacht, tolles Hobby.
Bis später mal vielleicht :einaugeblinzel:
Ina
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: JFJ am Januar 30, 2014, 10:46:32 vorm.
Hallo Ina,

musste echt schmunzeln.
Stelle mir das gerade bildlich vor:
Erst jagt Dich der Bauer mit der Mistforke vom Acker, dann knurrt Dich ein alter Eber böse an, und zu guter Letzt wirst Du von einem ollen Rehbock durch den Wald gehetzt.
Sammeln wird einem nicht immer leicht gemacht  :laughing:

 :winke: Jörg
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: Pinchacus am Januar 30, 2014, 10:47:48 vorm.
dann knurrt Dich ein alter Eber böse an, und zu guter Letzt wirst Du von einem ollen Rehbock durch den Wald gehetzt.
Sammeln wird einem nicht immer leicht gemacht  :laughing:

Zumindest hier macht der Hammer, den man eigentlich zum Steine zerschlagen mitgenommen hat, Sinn.  :einaugeblinzel:
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: lithoraptor am Januar 30, 2014, 12:24:25 nachm.
Moin!

..., dann knurrt Dich ein alter Eber böse an, ...

Jörg, ich fürchte das wird eher die Bache sein und die versteht da sicher keinen Spaß. :fluester:

Zumindest hier macht der Hammer, den man eigentlich zum Steine zerschlagen mitgenommen hat, Sinn.  :einaugeblinzel:

Nur wenn man ihn wirft, aber dann hat man nur einen "Schuss". :einaugeblinzel: Als Nahkampfwaffe gegen eine wilde Sau ist so ein Hammer nur bedingt nützlich. Das Schwein wird mit seinem Gebiss  sicher viel schneller und effektiver sein.
(Kleiner Abschweifer in meine Zeit beim Bund, wo es die P1 gab: 8 Warnschuss und ein tödlicher Wurf, wie wir sagten. War auch so eine Nahkampfwaffe. :laughing:)

@ Ina und nun mal ganz ernsthaft:
Geh doch mal in eine Kiesgrube oder such Dir am Feldrand einen schönen Lesestein-Haufen. Da sagt keiner was. Urlaub an der Ostsee ist auch eine Option und mit der Richtigen Literatur: http://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=3679.msg91914#msg91914
Grundlegend möchte ich Dir raten, dass Du dich in Gesteinsbestimmung einarbeitest. Das ist am Anfang sicher nicht ganz leicht und läuft wohl auch etwas anders, als Du jetzt denken magst, aber es zahlt sich aus...

Gruß

Ingo
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: Suevit am Januar 30, 2014, 17:08:19 nachm.
Hallo Ina,

Im Wald kann ich zur Zeit auch nicht suchen, die Wildschweine haben Frischlinge (auweia). Und im Frühjahr das gleiche mit die Rehe, somit denke ich hat sich das Thema erledigt.
Nun wirf mal nicht so schnell die Flinte ins Korn (oder den Hammer auf die Bache  :lacher:) - es gibt ja auch noch den Sommer und den Herbst mit ohne Frischlinge und Kitze. Und es gibt Äcker, die im zeitigen Frühjahr und im Herbst vor dem Einsähen bzw. nach der Ernte begehbar sind.
Und dann noch die von Ingo vorgeschlagenen Kiesgruben und Lesesteinhäufen - die Welt ist voller Aufschlüsse und Fundmöglichkeiten! Verhalte Dich einfach so, dass Du niemanden störst und nichts zerstörst, dann wird andersherum auch Dich niemand bei Deinem Hobby stören.

Gruß,
Rainer
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: Stibitzi am Januar 30, 2014, 19:16:53 nachm.
Hallo nochmal,
ich neige nicht dazu aufzugeben! Und natürlich hab ich das Bäuerlein gleich gefragt wo er seine Ackersteine hintut. Er hat es mir gesagt. 2 x hat er in diesem Jahr schon die Äcker von Steinen befreit, er hat einen dicken Haufen gemacht.  Ich hab auch schon drauf gesessen, ausgerechnet da kam der Jäger mit seiner Flinte (wollte das Wildschwein jagen) er hat etwas komisch geschaut. Ich konnte nur sagen bin ein Schönesteinesammler. Ich denke, er hat mir nicht geglaubt, bei dem bin ich durch. Mensch das Leben auf dem Land ist echt aufregend. Natürlich suche ich weiter aber jetzt hübsch ordentlich und immer Regelgerecht.
Gruß
Ina

Das Bäuerlein hat mir sogar erzählt wo er die Steine dann hinbringt, wieder brauchbare Info`s.
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: Suevit am Januar 30, 2014, 21:53:58 nachm.
Hallo Ina,

1. Ein Landwirt, der in der heutigen Zeit erfolgreich einen Hof bewirtschaftet, wird es nicht gerade geil finden, als "das Bäuerlein" bezeichnet zu werden  :einaugeblinzel: Immerhin sieht es ja so aus, als wärst Du in der konkreten Sache mehr auf sein Wohlwollen angewiesen als er auf Deines.
2. Wenn Dir der Grundbesitzer die Erlaubnis gegeben hat, seinen Lesesteinhaufen zu durchsuchen, hat der Jagdpächter da wenig mitzureden. Allenfalls könnt ihr euch darauf verständigen, dass heute vielleicht besser er den Vortritt für die Jagd bekommt, dann gehst Du halt morgen dort suchen. Jedenfalls bist Du ihm keine Rechenschaft schuldig, warum oder was Du dort suchst, ob er Dir glaubt oder nicht ist unerheblich. Natürlich vorausgesetzt, dass Du nicht im Natur- oder Landschaftsschutzgebiet unterwegs bist oder im Bereich eines Bodendenkmals, da wird sammelndes Treiben schon malmisstrauisch beäugt...
3. Gerade auf dem Land hast Du eigentlich beste Rahmenbedingungen, weil es dort viel einfacher als in Ballungs- und Stadgebieten ist, den Besitzer eines Grundstücks kennenzulernen und ihn um seine Erlaubnis zu bitten.

Gruß,
Rainer
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: Victoria2 am Januar 30, 2014, 22:14:46 nachm.
Zitat
Wenn Dir der Grundbesitzer die Erlaubnis gegeben hat, seinen Lesesteinhaufen zu durchsuchen, hat der Jagdpächter da wenig mitzureden.

Stimmt so nicht, Suevit. Der Pächter kann in diesem Fall selbst entscheiden wer,wann das von ihm gepachtete Grundstück betritt.

Gruß aus der Niederlausitz
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: Pinchacus am Januar 31, 2014, 09:38:28 vorm.
Zitat
Wenn Dir der Grundbesitzer die Erlaubnis gegeben hat, seinen Lesesteinhaufen zu durchsuchen, hat der Jagdpächter da wenig mitzureden.

Stimmt so nicht, Suevit. Der Pächter kann in diesem Fall selbst entscheiden wer,wann das von ihm gepachtete Grundstück betritt.

Gruß aus der Niederlausitz

Hallo Victoria2,

Dir ist bei Deinem so eindruckvoll verbesserndem "stimmt nicht" von Rainers Beitrag aber schon bewußt, dass eine "Jagdpacht" etwas völlig anderes ist als eine "Landpacht", oder?

Gruß aus der preussischen Sommerresidenz.

J.
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: JFJ am Januar 31, 2014, 09:52:13 vorm.
Hallo,

per Definition ist es so geregelt, dass ein Jagdpächter nur das Recht zum Jagen, sowie die Nutzung am Wild pachtet.
I.d.R. teilt sich ein Jagdgebiet in Wald und Feld auf.
Der Landwirt bewirtschaftet seinen (Eigentum oder gepachtet) Acker, worauf der Jagdpächter ohne Schaden zu verursachen nur jagen darf.

Der Pächter einer Jagd darf sich einem Wanderer oder Steinesammler gegenüber noch nicht einmal mißmutig äußern, wenn dieser ihn in Ausübung seines Hobbys (Wandern und Steine aufsammeln), bei der Jagd behindert.
Dieses könnte in der Auslegung sogar als Provokation und Bedrohung durch eine bewaffnete Person betrachtet werden, was theoretisch, bei Wiederholung, zum Entzug des Jagdscheins führen kann.
Im Prinzip hat ein Jagdtpächter nicht nur wenig mitzureden, sondern gar nichts.
Ausnahme ist hierbei, wenn ein Steinesucher gezielt vor seinem Hochsitz auf und ab geht, um den Jäger in der Ausübung der Jagd gezielt und absichtlich zu behindern.
Ist deutsches Jagdrecht.
Wald und Feld sind per Gesetz Naherholungsgebiete, in welchen Wanderer und Erholungssuchende Vorrang vor der Jagdausübung genießen; mit Ausnahme der oben erwähnten bewussten Behinderung der Jagd, wobei das Wandern durch den Wald an sich, sowie das Aufheben von Steinen, nicht unter eine Behinderung fällt (wie im Winter Ski- und Schlittenfahren quer durch den Wald und immer am Hochsitz vorbei). 

Ob das gezielte Sammeln von Steinen in einem bestimmten Waldgebiet erlaubt ist, hängt von der Ausweisung dieses Gebietes als Naturschutzgebiet ab, wo bestimmte Verbote ausgesprochen werden können.
Ausnahme, das Waldgebiet befindet sich in einem Privatbesitz.
Dann hat natürlich der Besitzer/Eigentümer das Recht Sammelverbote auszusprechen, jedoch nicht einer generellen Betretung entgegen zu wirken, gegen welches das Betretungsrecht in einem "Naherholungsgebiet" steht.
Gleiches gilt ebenfalls für landwirtschaftlich genutzte Flächen, wobei der nutzungsberechtigte (i.d.R. Landwirt), ebenfalls Sammelverbote aussprechen darf, jedoch nur innerhalb der tatsächlich bewirtschafteten Flächen, worunter Wege nicht zählen.

Waidmannsheil aus dem Weserbergland
Jörg


Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: Victoria2 am Januar 31, 2014, 10:17:38 vorm.
Hallo und Danke für die Richtigstellung. Ich hatte im Dezember genau so ein Erlebniss mit einen Jäger der mir das Betreten eines Feldes, auf dem sein Hochsitz steht,verboten! Der hat mir das genauso erklärt wie ich es oben wiedergegeben hab.

Gruß aus der Niederlausitz
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: JFJ am Januar 31, 2014, 11:02:23 vorm.
Hallo Viktoria2,

evtl., und das wäre ausschließlich nur bei einer Feldjagd so möglich, hat der Jäger im Auftrag und Interesse des Eigentümer/Pächter gehandelt, und dessen Wünsche wieder gegeben, da ein Acker eine landwirtschaftlich genutzte Fläche darstellt, auf welcher der Eigentümer/Pächter Hausrecht genießt.
Das bezieht sich dann aber ausschließlich auf den Acker, nicht die Wege.
Auf denen darf man sich aufhalten.

Auch wäre es möglich, dass der "Jagdberechtigte" (Eigentümer = Landwirt, wenn die im Eigentum stehende, zusammenhängende Fläche mind. 75 Ha groß ist) mit der Person des "Jagdausübungsberechtigten" (Jäger), identisch ist.
Dann darf der Jäger in seiner Funktion als gleichzeitiger landwirtschaftlicher Nutzer, Betretungsverbote für eben diese Flächen (Ausnahme wieder die Wege durch das Feld) aussprechen.

Beste Grüße
Jörg

Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: ironsforever am Januar 31, 2014, 11:46:29 vorm.
Bitte cool bleiben!

Der Jäger hat doch nur "etwas komisch geschaut". Nicht mehr, nicht weniger. Er hat weder gesagt, Ina soll verschwinden, noch, dass ihn ihre Anwesenheit sonst wie stört. Erstaunlich, dass "komisches Schauen" gleich zu einer Diskussion führt, ob und inwieweit ein Jäger da "mitzureden" hat. Da schwingt meines Erachtens wieder mal eine unüberhörbare Dissonanz zum Thema Jagd mit.

Ohne zu tief in mögliche Konstellationen der Beteiligten einzutauchen: Der Jagdpächter (oder Begehungsscheininhaber) kann und will niemanden aus "seinem" Wald vertreiben. Jeder kann und darf öffentliche Wälder betreten, solange sie nicht in begründeten Fällen vom Gemeingebrauch ausgenommen sind, z.B. besondere, von Bodenbrütern genutzte Areale etc.. In letzterem Fall ist dies besonders mit Schildern gekennzeichnet und das Areal zumeist auch mit Bändern gesperrt.

Wenn ein Jäger mal etwas sagt, appelliert er lediglich an die leider zu oft nicht vorhandene Vernunft der Waldbesucher! "Komisches Schauen" kann möglicherweise auch angeboren sein.

Da das Thema recht komplex ist, möchte ich ein paar Worte darüber verlieren:

Die Ausgangslage an Störungen in einem Revier sind die unvermeidlichen Opfer durch den Straßenverkehr und die Landwirtschaft (z.B. anlässlich der 1. Wiesenmahd). Aktuelle Zahlen für ein ca. 400 ha Revier wie folgt: Erstmals hatten wir es 2013 durch gute Zusammenarbeit mit den Bauern und intensive Suche geschafft, dass kein einziges Kitz totgemäht wurde. Trotzdem forderte der Straßenverkehr trotz blauer Reflektoren an den Pylonen (wer zahlt die aus seiner eigenen Tasche? :einaugeblinzel:) allein bei uns 5 Rehe, davon 3 Geißen, deren Kitze - in der Regel 2 pro Reh - den Verlust ihrer Mutter nicht lange überleben werden, 2 Wildschweine, 1 Dachs. Von Füchsen, Hasen und Federwild möchte ich gar nicht erst anfangen.
Über die nur angefahrenen Stücke liegen uns keine Erkenntnisse vor, wenngleich man wohl davon ausgehen kann, dass ein "Roadkill" nicht immer sofort tödlich ist und sich das Wild noch in die nächste Dickung schleppt um dort zu verrecken.

Nach der Ausgangslage kommen wir zu leicht vermeidbaren Störungen: Im Winter ist der Stoffwechsel von vielen Wildtieren massiv herunter gefahren, sodass wiederholte Fluchten wegen vermeidbarer Störungen für sie oft tödlich enden. Leider scheint das nur die wenigsten Waldnutzer zu interessieren.
Die Aufforderung den Hund im Winter und wenigstens in der Setzzeit bitte anzuleinen, stößt zu 99% auf Unverständnis der Besitzer ("mein Hund wildert nicht") und löst nicht selten unerklärliche Hasstiraden gegen Jäger im Allgemeinen aus. Manchmal, so scheint es, kenne ich Lumpi dann doch besser als seine Besitzerin, z. B. als ich 2013 Zeuge wurde, wie der Riss (Junghase) abseits und ohne Kenntnis von Frauchen gewildert wurde.

Ich sag ja schon nichts mehr, wenn die Besucher abseits der Wege durch den Wald laufen. Da gibt es noch weitaus rücksichtslosere Gehirnkastraten: Der Mountainbiker muss unbedingt durchs Unterholz, weil Offroad-Vehikel schließlich für die extremen Regionen dieses Planeten entwickelt wurde, und der Night-Geocacher kriegt den besonderen Kick  im Unterholz nur bei Mondlicht (unter Zuhilfenahme einer Stirnlampe). Dann gibt es noch solche Vollpfosten, die ihre Enduro im Wald an die Leistungsgrenze bringen müssen, oder Sondengänger, denen es offenbar sogar zu mühsam ist, ihre gegrabenen Löcher wieder zu schließen (fatal für den Lauf eines flüchtenden Rehes). All diese Menschen lassen dem Wild keine Chance, in einigermaßen beruhigten Zonen zu leben.

Ich persönlich habe es inzwischen aufgegeben, im Wald etwas zu sagen (auch Engelszungen können Vorurteilen nichts entgegensetzen), denn ein Vortrag, der um Verständnis wirbt und die Zusammenhänge erläutert, wäre dort zu lang und ich bin es leid, fast immer nur blöde Antworten zu bekommen, wonach Jäger anderen nur "ihren" Spaß verderben wollen, damit sie mehr Schießen können. Leider bauen sich in mir langsam auch Vorurteile auf, wenn ich vor meinem geistigen Auge sehe, wie eben dieser Mensch lecker Schnitzel aus qualintensiver Massenproduktion kauft (und isst, leider noch immer kein Kotz-Smiley).

Ja, wir schießen auch mal, hin und wieder, wenn wir mal nicht Baumschutzmaßnahmen durchführen, Singvogelschutz betreiben, Biotope anlegen, Kitzsuchen durchführen, nachts das Unfallwild von der Straße kratzen, die alten Drahtverhaue und Fußangeln um die Schonungen der Waldbauern rausreißen und sonstigen Müll aus dem Wald entsorgen. Dann aber nur sehr selektiv auf inzuchtgeschädigtes (wegen der Zäune und Straßen gibt es kaum noch genetischen Austausch), krankes (angefahrenes), überhand nehmendes (Sauen) und leider immer seltener auf "erntereifes" Wild… Um den Rahmen nicht zu sprengen werde ich gerne jede noch offene Frage hierzu per pm beantworten.

Ja, es gibt leider auch Arschlöcher in unserer Zunft, aber die gibt es auch in anderen Zünften. Leider werden immer nur diese wenigen Arschlöcher medial verwurstet, weshalb das Bild des Jägers in der Öffentlichkeit mittlerweile völlig verzerrt ist.
 
Ja, diese Ausführungen sind an dieser Stelle völlig deplatziert, aber irgendwie musste das jetzt raus.

Sorry.

Gruß,
Andi
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: JFJ am Januar 31, 2014, 12:29:27 nachm.
Hallo Andi,

schön gesagt - genauso isses  :super:

 :hut: Jörg
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: Stibitzi am Januar 31, 2014, 12:46:51 nachm.
Hallo Ihr,
 weder war der Bauer böse mit mir und hat mir das Steinesammeln verboten, noch hat der Jäger mich irgendwie angemeckert. Es muss nur so komisch ausgeschaut haben als ich auf dem ca. 2 m Steine-Berg gesessen habe. Ich habe ihn ja gar nicht bemerkt (wäre sonst vorher schon runtergestiegen). Übrigens ist dieser Steine-Berg am Ende eines normalen Feldweges, nicht in einem Schutzgebiet, direkt daneben hatte er sein Auto geparkt. Er kam nämlich gerade von der erfolglosen Jagd wieder. Und auch ich möchte nicht gern von so einer Wildsau angegriffen werden. Ich weiß was die Bauern und Jäger leisten in unserer Gesellschaft.

Deshalb ist das Thema für mich ja auch erst mal  erledigt.
Ina
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: ironsforever am Januar 31, 2014, 13:03:59 nachm.
Hallo Jörg,
hallo Ina,

danke für Euer Verständnis :hut:.

@ Ina: So was wie eine "erfolglose Jagd" kenn ich nicht? :gruebel: Ich freu mich stets über jedes wilde Tier und jede seltene Pflanze, die ich sehe. Die Jagd ist am erfolgreichsten, wenn man nicht eingreifen muss...

Gruß,
Andi :prostbier:

Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: JFJ am Januar 31, 2014, 18:57:55 nachm.
Hallo Andi,

Hallo Jörg,
hallo Ina,

... danke für Euer Verständnis :hut:

Bin doch selbst nen Grünrock  :einaugeblinzel:

 :prostbier: Jörg
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: Suevit am Februar 01, 2014, 11:01:26 vorm.
Hallo Andi,

Der Jäger hat doch nur "etwas komisch geschaut". Nicht mehr, nicht weniger. Er hat weder gesagt, Ina soll verschwinden, noch, dass ihn ihre Anwesenheit sonst wie stört. Erstaunlich, dass "komisches Schauen" gleich zu einer Diskussion führt, ob und inwieweit ein Jäger da "mitzureden" hat. Da schwingt meines Erachtens wieder mal eine unüberhörbare Dissonanz zum Thema Jagd mit.
Wenn das durch meinen Kommentar so rüberkam, möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich entschuldigen, so war das nicht gemeint, und ich habe auch keine Antipathie gegenüber Jägern per se. Ich weiß, dass sie wichtige Aufgaben bei der Hege und Pflege unserer Kulturlandschaft wahrnehmen, und ich esse sehr gerne Wild  :prostbier:

Man trifft als Sammler im Gelände halt immer wieder - und das betrifft keinesfalls vorwiegend oder gar ausschließlich die Berufsgruppe der Jäger! - Mitmenschen, die sich kraft ihrer Tätigkeit (oder großen Klappe) schon fast hoheitliche Befugnisse anmaßen. Bis hin zum einfachen Spaziergänger, der unter völliger Unkenntnis der Rechtslage darauf besteht (bzw. seine Vermutung zur Wahrheit erhebt), dass das Sammeln von Fossilien nur entsprechenden Amtspersonen erlaubt sei. Solche Blockwartmentalität ist meinen Erfahrungen nach in verschiedenen Regionen der Republik aber unterschiedlich stark ausgeprägt und verbreitet. Wenn man öfter mal so angegangen wurde, ist man nicht mehr ganz vorbehaltlos, wenn sich einem beim Sammeln jemand nähert - will der mir nun vorwerfen, ich täte etwas illegales, oder interessiert der sich einfach unbefangen dafür, was ich hier tue?

Grundsätzlich gilt es natürlich, sich als Sammler im Gelände und in der Natur regelkonform zu verhalten und mit den verantwortlichen bzw. zuständigen Leuten den Dialog und nicht die Konfrontation zu suchen, auf dass alle in gegenseitigem Respekt ihrem Beruf und ihrem Hobby nachgehen können, ohne einander zu stören.

Gruß,
Rainer
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: Stibitzi am Februar 02, 2014, 12:50:57 nachm.
Hallo Forum,
ich muss doch noch mal eine Frage stellen. In dem hier vorgestellten ersten Stein sind wieder Metall-Flecken zu sehen. Sie sind magnetisch, aber sehr klein. Es kann auch wieder Pyrrhotin sein (keine oktaedrische Form erkennbar). Wie bekomme ich raus ob es Metall oder nur Pyrrhotin ist? Nickeltest am Stein ergab keine Verfärbung.

Ich weiß langsam beginne ich zu nerven aber ich würde es gern wissen. Je mehr falsche Steine ich selber ausschließen kann desto weniger muss ich andere ausfragen.
(Oder gibt es in meiner Nähe Großraum Salzgitter/Goslar jemand der sich mit "solchen" Steinen auskennt?)
Gruß
Ina
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: Suevit am Februar 02, 2014, 13:54:22 nachm.
Hallo Ina,

Wie bekomme ich raus ob es Metall oder nur Pyrrhotin ist?
Mir scheint, Du unterliegst in dem Zusammenhang einem grundsätzlichen Missverständnis, indem Du Metall im volksmundlichen Sinn (reines Eisen oder Stahl) vermutest. Abgesehen von den Edelmetallen kommen Metalle in elementarer (gediegener) Form in der Natur so gut wie nicht vor, sie sind immer an andere Elemente gebunden, das gilt natürlich auch für Eisen, das Stoffgemisch bzw. Mineral fällt dann unter den Oberbegriff Erz (wie z. B. Pyrrhotin oder Pyrit). Erze haben meist einen metallischen Glanz, im chemisch-physikalischen Sinn sind sie aber nicht das gleiche wie Metalle.

Zitat
(keine oktaedrische Form erkennbar)
Mineralien allgemein müssen nicht zwangsläufig immer ihre typische Kristallform ausbilden, sie können auch als (mikrokristalline) derbe Masse oder xenomorph ("fremdgestaltig", bezogen auf die Kristallform) auftreten. Die Kristallform ist daher ein Bestimmungskriterium, aber nicht das einzige.

Es bleibt Dir hier also nichts anderes übrig, als mit Hilfe einer guten Lupe (mindestens 10x) oder gar eines Binokulars alle Bestimmungsmerkmale in Frage kommender Mineralien abzuarbeiten. Dass ein Magnet kein Universalwerkzeug für die Gesteins- und Mineralienbestimmung ist, hatten wir an anderer Stelle ja schon ausgiebig diskutiert. Gleiches gilt für den viel zu unspezifischen Nickeltest.

Idealerweise isolierst Du das fragliche Mineral aus seiner Matrix (Hammer, oder mit einer Nadel herauspopeln), um es allein für sich genommen betrachten und untersuchen zu können.
Hast Du Dir zwischenzeitlich mal brauchbare Bestimmungsliteratur für Mineralien besorgt? (http://www.amazon.de/Mineralogie-Einf%C3%BChrung-Petrologie-Lagerst%C3%A4ttenkunde-Springer-Lehrbuch/dp/3642346596/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1391345130&sr=8-1 oder http://www.amazon.de/Der-gro%C3%9Fe-BLV-Steine--Mineralienf%C3%BChrer/dp/383541013X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1391345177&sr=8-1)

Gruß,
Rainer
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: Stibitzi am Februar 02, 2014, 15:35:20 nachm.
Hallo Rainer,
ja, wieder ein Schritt weiter,  dankeschön (mit deiner Antwort sind bereits wieder mehrere meiner Fragen erledigt).
Gruß
Ina
Titel: Re: Vorstellung eines Steines
Beitrag von: Paolo Pinkel am Februar 10, 2014, 09:46:11 vorm.

Wenn wir für den Moment annehmen, dass die hellen Mineralkörner im Schnitt tatsächlich nur Plagioklas sind, dann würde das auf ein gabbroides Gestein (also Gabbro oder Diorit) hindeuten.


...schließe mich der Gabbro-Meinung unbedingt an.