Autor Thema: Roebourne, Australien (Fund: 1894)  (Gelesen 5000 mal)

Offline Allende

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Roebourne, Australien (Fund: 1894)
« am: August 31, 2015, 21:05:22 nachm. »
Jetzt folgt ein aussergewöhnliches (altes) Eisen.

Name: Roebourne
F.O.: 200 Miles SE von Roebourne, 8 Miles von Hamersley Range, West Australien, Australien
Klasse: Eisen, IIIA, Om (1.10±0.10 mm), kosmisch rekristallisiert, Kamazit Länge/Breite (L/W) ca. 25
Ni-Gehalt 7.73 bis 8.12% je nach Referenz, Co 0.55%, P 0.17%
Fund: 1894
Gesamtgewicht: 86.8 kg (191 ½ lbs)
Siehe auch: Buchwald, „Handbook of Iron Meteorites“, Seite 1025 bis 1029

Roebourne zeigt eine äusserst spannende Struktur. Die mittlere Widmannstätten-Struktur ist komplett körnig im Weltraum rekristallisiert (alpha-2). Durch den Atmosphärenflug ist die Randzone des ganzen Meteoriten bis zu einer Tiefe von 15 bis 20 mm ins Material hinein soweit erhitzt worden, das eine erneute, dass eine noch feinere Rekristallisierung des Gefüges ausgebildet wurde. Eine strukturelle Umwandlungstiefe von bis zu 20 mm tief ins Material hinein durch die Reibungshitze beim Atmosphärenflug ist EINZIGARTIG unter den Eisenmeteoriten!

Mein Sammlungsstück mit 134 g stammt aus einem Kauf aus dem SML-Angebot (R. Bühler) vom 1989.

Gruss, Allende
 :hut:

Die ersten beiden Bilder zeigen meine Teilscheibe und die Hauptmasse von Roebourne mit 33.8 kg, in der Auslage vom Fieldmuseum Chicago 1991 von mir gefötelet.

Offline Allende

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Re: Roebourne, Australien (Fund: 1894)
« Antwort #1 am: August 31, 2015, 21:06:45 nachm. »
Jetzt zwei Bilder von der feinkörnigen Randzone der Roebourne Teilscheibe. Bildausschnitte ca. 8 x 6.5 mm.

Offline Allende

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Re: Roebourne, Australien (Fund: 1894)
« Antwort #2 am: August 31, 2015, 21:08:13 nachm. »
Zwei Bilder aus dem Übergang der sehr feinkörnigen Randzone zur grobkörnigeren inneren Struktur des Eisenmeteoriten.

Offline Allende

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Re: Roebourne, Australien (Fund: 1894)
« Antwort #3 am: August 31, 2015, 21:11:08 nachm. »
Und die letzten beiden Bilder, auch wieder mit ca. 8 x 6. 5 mm Bildausschnitt, aus dem Innenbereich des Eisenmeteoriten mit der grobkörnigeren Rekristallisierungsstruktur.

Bilder von Euch? Thin Section? Iron forever? andere?

Offline ironsforever

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Re: Roebourne, Australien (Fund: 1894)
« Antwort #4 am: September 01, 2015, 08:21:32 vorm. »
Zitat
Bilder von Euch? Thin Section? Iron forever? andere?

Hallo Allende,

tolle Bilder von einem sehr interessanten Eisen.
Ich muss leider passen! Habe keinen Roebourne in der Sammlung.

Gruß,
Andi :hut:

Offline Contadino

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Re: Roebourne, Australien (Fund: 1894)
« Antwort #5 am: September 02, 2015, 00:33:47 vorm. »
Hallo Allende, hallo Forum,

hier mein Scheibchen dieses seltenen Eisens:



bin echt froh, dass ich davon was ergattern konnte...  :lechz:

Ciao, Heiner
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Online Thin Section

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Re: Roebourne, Australien (Fund: 1894)
« Antwort #6 am: September 02, 2015, 13:11:25 nachm. »
Siehe auch: Buchwald, „Handbook of Iron Meteorites“, Seite 1025 bis 1029.

Interessant auch dieses Detail aus Buchwald:

Troilite occurs as scattered, irregular nodules, ranging from 50 µ to at least 12 mm in diameter. They are all shock-melted and display frayed edges against the surrounding metal.

Bernd  :winke:
(247553) Berndpauli = 2002 RV234

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Offline Allende

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Re: Roebourne, Australien (Fund: 1894)
« Antwort #7 am: September 02, 2015, 22:19:01 nachm. »
Sali Thin Section

Danke für den Hinweis. Hab mir die Teilscheibe nochmals angeschaut und 4 "irregular troilite nodules" gefunden.

Hier der "S"-förmige Einschluss von der nur gesägten Rückseite und dann ein länglicher Troilit-Einschluss aus der feinkörnig rekristallisierten Randzone. Bildausschnitte wieder ca. 8 x 6.5 mm.

Gruss, Allende

Offline Allende

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Re: Roebourne, Australien (Fund: 1894)
« Antwort #8 am: September 02, 2015, 22:24:15 nachm. »
Und zwei weitere irregulär geformte Troilit-Einschlüsse aus dem Innenbereich der Teilscheibe.



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Re: Roebourne, Australien (Fund: 1894)
« Antwort #9 am: September 02, 2015, 23:39:46 nachm. »
Salut Allende und Forum,

Ich glaube, das Bild "Roebourne Troilit in Innenzone-1.jpg" trifft genau V. Buchwalds Beschreibung: "frayed" = ausgefranzt!

Bernd  :winke:
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Offline Andreas Gren

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Re: Roebourne, Australien (Fund: 1894)
« Antwort #10 am: November 15, 2015, 23:30:58 nachm. »
.... Durch den Atmosphärenflug ist die Randzone des ganzen Meteoriten bis zu einer Tiefe von 15 bis 20 mm ins Material hinein soweit erhitzt worden, das eine erneute, dass eine noch feinere Rekristallisierung des Gefüges ausgebildet wurde. Eine strukturelle Umwandlungstiefe von bis zu 20 mm tief ins Material hinein durch die Reibungshitze beim Atmosphärenflug ist EINZIGARTIG unter den Eisenmeteoriten! ...

Moin Allende,
Hast Du einen Erklärungsansatz dafü? Ist es die bereits rekristallisierte Struktur die sich schneller noch mal rekristallisieren ließ? Oder hat sie die Wärme besser geleitet? oder Zufall dass gerade dieses Eisen eine so tiefe Rekristallisierung beim Atmosphärenflug erfahren hat ?

Gruß
Andi

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Offline Andreas Gren

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Re: Roebourne, Australien (Fund: 1894)
« Antwort #11 am: November 15, 2015, 23:34:08 nachm. »
detail
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Offline Gibeon2010

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Re: Roebourne, Australien (Fund: 1894)
« Antwort #12 am: April 05, 2020, 22:11:19 nachm. »
Ich habe mal eine Frage zum Fundjahr. Im MetBull steht 1892, bei Buchwald 1894. Welches davon ist denn richtig?
Viele Grüße
Jens

Offline Mettmann

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Re: Roebourne, Australien (Fund: 1894)
« Antwort #13 am: April 05, 2020, 23:13:20 nachm. »
Definitiv 1894.
Gefunden von Mr. H.Reginald Hester.

Der goldgeizige Unhold = Meteoritenhändler Henry Augustus Ward hat die Kunde von Roebourne in die Welt gebracht,
weil er ihn dort auf einer Reise 1896 erworben hatte.

Hier sein Bericht:
http://www.ajsonline.org/content/s4-5/26/135.extract

 :prostbier:
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Offline MetAur

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Re: Roebourne, Australien (Fund: 1894)
« Antwort #14 am: April 06, 2020, 00:47:46 vorm. »
Allerdings hatte ein Jahr vor dem Ward-Artikel Cooksey (1897) ...
https://journals.australianmuseum.net.au/cooksey-1897-rec-aust-mus-33-5162/
... den Roebourne aufgelistet und dessen Fund durch Hester auf 1892 datiert.
Ich weiß nicht, was nun stimmt, aber diese frühe Diskrepanz erklärt zumindest, warum beide Jahreszahlen kursieren.



 

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