Autor Thema: Anfänger Fragen – Neuschwanstein-Meteorit – Muonionalusta-Streufeld  (Gelesen 3522 mal)

Offline Frischling

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Anfänger Fragen – Neuschwanstein-Meteorit – Muonionalusta-Streufeld
« am: September 02, 2015, 00:22:44 Vormittag »
Hallo zusammen,

ich bin vor einige Tagen zufällig wieder auf das Thema Meteoriten gestoßen, welches mich schon immer interessiert hat. Ich könnte mir vorstellen,
dass es sich hierbei um ein interessantes und abwechslungsreiches Hobby handeln könnte. Das man sich bei der Suche an der frische Luft befindet
kommt mir sehr entgegen.

Also habe ich mir im Internet einiges an Informationen zusammengesucht. Allerdings sieht es für mich nach erster Recherche so aus, als würde es
hierbei sehr viele Hindernisse geben?

Welche Möglichkeiten gibt es eigentlich, legal selbst zu suchen?

Nach einem Meteorit wie dem Neuschwanstein-Meteoriten konnte/kann man wohl ohne größere Bedenken suchen? Es ist wohl nicht verboten in der
Region die Augen aufzuhalten? Meiner Meinung nach sollte es wohl sogar möglich sein einen Detektor zur Hilfe zu nehmen, da man ja keine
Grabungen vornimmt, steht man hier wohl nicht im Konflikt mit dem Landesamt für Denkmalpflege?

Ich  denke bei 30% Eisenanteil könnte so ein Gerät eventuell schon eine Hilfe sein? Sollte man tatsächlich etwas finden wäre da noch die Frage nach
den Eigentumsverhältnissen. Hier gab es ja wohl schon einige gerichtliche Auseinandersetzungen bezüglich des Neuschwanstein-Meteoriten.

Wie wahrscheinlich wird es wohl sein, dass noch ein viertes Stück Neuschwanstein-Meteorit existiert?

Diese Frage kann wohl keiner mit Sicherheit beantworten. Es ist wohl die Nadel im Heuhaufen.

In der Zwischenzeit habe ich im Forum gelesen, dass zeitweise bis zu 2000 Leute in dem Gebiet unterwegs gewesen sein sollen. Ich finde es ja
faszinierend, dass die drei Funde exakt auf einer Linie verlaufen…
 
Wo könnte man sich sonst auf die Suche begeben?

Auf den meisten alten Streufeldern liegen die Bruchstücke ja so tief, dass man nur mit einem Detektor fündig werden kann. Gleichzeitig ist aber auch
an allen Orten die ich finden konnte der Einsatz eines Detektors verboten bzw.  erfordert die Suche eine Genehmigung.

Das Muonionalusta-Streufeld ist mir hier im Netz besonders aufgefallen. Hier wurde die letzten Jahre ja sehr viel Material gefunden. Es gibt im Netz
ja viele Sucher die dort scheinbar erfolgreich unterwegs waren.

War jemand hier aus dem Forum schon vor Ort? Falls ja wie verhält es sich mit den notwendigen Genehmigungen? Wie abgesucht ist die Gegend in
der Zwischenzeit? Wird wohl in den letzten 20 Jahren auch nicht mehr viel im Boden geblieben sein?

Wo also könnte ich meinen ersten Meteoriten finden? Wie gehe ich an das Thema richtig ran?

Würde mich über zahlreiche Antworten freuen!

Offline Murchison´s friend

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Re: Anfänger Fragen – Neuschwanstein-Meteorit – Muonionalusta-Streufeld
« Antwort #1 am: September 02, 2015, 08:40:48 Vormittag »
1. Antwort : wer bist Du ?

MfG,
Michael
Murchison`s friend ist für alles Neue offen - besonders um Meteorite zu finden !

Offline Orion8

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Re: Anfänger Fragen – Neuschwanstein-Meteorit – Muonionalusta-Streufeld
« Antwort #2 am: September 02, 2015, 09:30:11 Vormittag »
2. Antwort:  Aus welcher Ecke kommst Du?

3. Antwort: Beschäftigst Du Dich schon länger mit Meteoriten oder Mineralien oder ist das mal nur so 'ne Eintagsfliege


Grüße aus der Ferne
Orion8
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Offline MetGold

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Re: Anfänger Fragen – Neuschwanstein-Meteorit – Muonionalusta-Streufeld
« Antwort #3 am: September 02, 2015, 10:36:11 Vormittag »
Recht habt Ihr!  :super:

Wer als Einstiegsbeitrag unsere Gemeinschaft schon mit einem solchen "Fragenkatalog" konfrontiert, dem sollte es doch möglich sein einleitend erst einmal ein paar Worte über sich selbst zu verlieren! Was auch hier mittlerweile zum "Guten Ton" gehört.

 :fluester:  Aber Versäumtes läßt sich ja nachholen, oder?


 :winken:  MetGold
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Offline Frischling

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Re: Anfänger Fragen – Neuschwanstein-Meteorit – Muonionalusta-Streufeld
« Antwort #4 am: September 03, 2015, 04:32:42 Vormittag »
Wer bin ich?

Gerne möchte ich ein paar Worte darüber verlieren. Mir war nicht bewusst, dass es hier so familiär zugeht! 
Es tut mir leid, wenn ich die Netiquette dieses Forums nicht eingehalten habe und gleich mit der Tür ins Haus gefallen bin ;-)
Mein Name ist Torsten, ich bin 39 und von Beruf Informatiker.

Was bringe ich an Vorkenntnissen mit?

Ich weiß nicht viel über Meteoriten!  Bis jetzt besitze ich auch keinen (wahrscheinlich hatte ich mal einen gefunden und verschenkt).

Allerdings kenne ich mich sehr gut mit Suchtechnik aus. Ich war früher in einer Gruppe tätig, die sich mit der Bergung vermisster Soldaten
aus dem zweiten Weltkrieg beschäftigte. Aus dieser Zeit kenne ich mich gut mit Metalldetektoren aller Art aus. Von VLF
bis Magnetometer hatte ich alles schon im Einsatz.

Eigentlich kommt auch aus dieser Ecke mein Ansatz mich mit dem Thema Meteoriten zu beschäftigen.
Als ich mal wieder im Netz unterwegs war, bin ich auf einen Artikel über Thomas Österberg gestoßen,
der im Muonionalusta-Streufeld unterwegs war.

Er benutzte ein Metallsuchgerät, welches ich auch öfter im Einsatz hatte, ein Lorenz Pi Gerät.
Mein nächster Gedanke war, warum nicht mal in Schweden Urlaub machen und dort ein bisschen die Sonde schwenken?

Diesen Gedanken versuch ich jetzt etwa auszubauen…
 
@Orion8: Ich würde das Ganze selbst nicht als Eintagsfliege bezeichnen. Ich sehe das Ganze eher als eine Interessenverlagerung,
wobei ich ganz klar Sucher bin und bleibe! Meine Leidenschaft ist es etwas verborgenes zu finden (mit oder ohne Sonde). Stand
heute denke ich nicht darüber nach Meteoriten käuflich zu erwerben.

Ich bin beruflich sehr flexible und eventuell auch an Kontakt zu Personen interessiert, die vielleicht ebenfalls Interesse haben ein
Streufeld zu besuche. So eine Unternehmung allein durchzuführen ist wahrscheinlich weniger interessant und aktuell konnte ich
noch keinen davon überzeugen mich zu begleiten.

Hier im Forum hab ich ja schon schöne Beiträge gelesen. Wobei mir die meisten Wüstenregionen aktuell zu gefährlich erscheinen…

So, ich hoffe, ich konnte damit erste Fragen zu meiner Person und zu meiner Motivation beantworten und freu mich jetzt auf eure

Antworten!

Viele Grüße  Torsten

Offline MetGold

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Re: Anfänger Fragen – Neuschwanstein-Meteorit – Muonionalusta-Streufeld
« Antwort #5 am: September 03, 2015, 07:09:59 Vormittag »
Hallo Torsten,

sei uns im Forum recht herzlich willkommen!

Gleich am Anfang eine Warnung: Wer einmal der Meteoritensucht verfallen ist, kommt nie wieder davon los!  :einaugeblinzel:

Das Aufsuchen von Streufeldern ist schon ein guter Ansatz, aber hier in Deutschland haben wir nun mal keine richtigen Streufelder, außer den paar "Ministreufeldern" wie z.B. Neuschwanstein, Steinbach ... Aber wo so 3-4 Stück mit teilweise großem Aufwand gefunden wurden, ob es da noch einen 5. nach so vielen Jahren zu finden gibt? :nixweiss: Auf jeden Fall wäre ein Steinmeteorit da ziemlich "vermust" oder vergammelt in unserem Klima.

Wo es sich u.a. in der Nähe lohnen würde, wäre Morasko in Polen, allerdings müsste man da jetzt schon 1-2m tief buddeln - aber auch das wird seit ein paar Jahren unterbunden, da plötzlich die Polen das Streufeld wohl zu ihrem Kulturerbe erklärt haben und die Meteoriten im Boden weiter ungestört vergammeln dürfen. 

Wie es sich sonst in Europa und Umgebung verhält weiß ich nicht, vielleicht schreib ja der eine oder andere was dazu.

Bleiben also nur die Wüstengebiete als relativ sichere Fundstelle, allerdings auch nur, wenn du dich in (nun schon ziemlich abgesuchten) Streufelder begibst. Oman schien da immer ziemlich lukrativ, aber seit die nun die Meteoritensuche auch mit Gefängnis belohnen, ist das eben "Geschmackssache" usw. usf.

Das wars erst einmal einleitend von meiner Seite.


 :winken:  MetGold
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Offline Thin Section

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Re: Anfänger Fragen – Neuschwanstein-Meteorit – Muonionalusta-Streufeld
« Antwort #6 am: September 03, 2015, 12:25:14 Nachmittag »
Wie es sich sonst in Europa und Umgebung verhält weiß ich nicht, vielleicht schreibt ja der eine oder andere was dazu.

L’Aigle wäre natürlich auch eine Suchmöglichkeit. Als ich aber vor Jahren in einer Jugendherberge in der Normandie war, bestätigte die Herbergsmutter eine Warnung der Labennes, daß es leicht passieren könnte, daß ich plötzlich den Lauf eines Gewehrs vor der Nase habe, da die Leute dort es garnicht gerne sehen, wenn man auf ihrem Privatgrund herumläuft, bzw. herumsucht. Eine andere Möglichkeit mit Aussicht auf Erfolg wäre Pultusk (ca. 100.000-300.000 Steine!!!), zumal dort immer noch Nachfunde gemacht werden. Man müsste natürlich erst Auskünfte einholen, ob und wo man suchen darf, ohne irgendwelche Rechte zu verletzen.

Bernd  :winke:
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Das Ärgerlichste in dieser Welt ist, dass die Dummen todsicher und die Intelligenten voller Zweifel sind. (Bertrand Russell, britischer Philosoph und Mathematiker).

Offline Frischling

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Re: Anfänger Fragen – Neuschwanstein-Meteorit – Muonionalusta-Streufeld
« Antwort #7 am: September 03, 2015, 17:08:06 Nachmittag »
Hallo Bernd

eines der Hauptprobleme beim Detektor-Einsatz in Europa sind die Weltkriege. Genau das macht Schweden so interessant! In Frankreich ist das Suchen mit der Sonde generell verboten. Sollte man eine Genehmigung bekommen, was bei der Suche nach Meteoriten ja denkbar sein könnte, hat man alle 10 Zentimeter ein Signal. Trillion Granatsplitter machen die Suche nach Meteoriten von der Normandie bis nach Moskau wohl unmöglich.

Ausnahme wäre wohl so eine Gegend wie Morasko, in der man sehr gezielt suchen könnte.

Was wohl leider auch wieder verboten ist!  :gruebel:

Offline gsac

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Re: Anfänger Fragen – Neuschwanstein-Meteorit – Muonionalusta-Streufeld
« Antwort #8 am: September 03, 2015, 22:12:57 Nachmittag »
Nur am Rande erwähnt: ich war vorletzte Woche zufällig in der Nähe des Ortes
Baruth in Brandenburg, vielleicht so 60-70 km südlich von Berlin. Dort ist es recht
idyllisch, aber wenn man etwas abseits der Hauptstrassen durch das Gelände
fährt (...wir hatten uns auf der Suche nach einem kleinen Ort etwas verfahren),
kann es passieren, daß man, wie bei uns geschehen, durch Wälder fährt, bei
denen links und rechts an die Bäume grelle Schilder angeschlagen sind, die
vor noch nicht geborgenem Kriegsmaterial, insbesondere also auch Minen etc
warnen, mit einem entsprechendem Verbot verbunden, das Gelände dort zu
betreten. Das gilt nicht nur für diese Gegend. Es wird in Deutschland, insbesondere
in ehemaligen stark umkämpften Gebieten von WKII kaum sinnvoll sein, nach
Bodenfunden zu sondeln, insbesondere wenn man es auf Meteorite abgesehen hat.
Da sind die schon oben abgegebenen Tips viel aussichtsreicher. Aber auch dort
braucht man sehr gute Kenntnisse und zum Teil sicher wohl auch Genehmigungen.
Die Fundaussichten sind sonst insgesamt eher sehr, sehr gering, da machen sich
Meteoritenneulinge oft völlig falsche Vorstellungen - jedenfalls was Meteorite angeht.
Aber das kann man hier im Forum in vielen früheren Beiträgen mit ein bißchen Recherche
auch viel ausführlicher und gründlicher nachlesen als in diesem kleinen Beitrag hier von mir...

Was Neuschwanstein angeht: das ist ein rein schon optisch sehr schönes, aber
auch ziemlich schwieriges Gelände, welches von Hunderten Suchern schon intensivst
heim- bzw. abgesucht wurde. Ich selbst war vor vielen Jahren 3x da, und habe positiv
die gute Stimmung und die schöne Optik des Geländes in Erinnerung, aber wir haben
da nichts mehr nachgefunden, und es wird jetzt auch kaum noch Aussicht auf einen
guten Nachfund bestehen. Was da noch liegen mag, wird inzwischen, auch weil der
Meteorit als ein EL6-Typ besonders eisenhaltig war, sehr stark korrodiert sein.

:hut: Alex
« Letzte Änderung: September 03, 2015, 22:28:06 Nachmittag von gsac »

Offline Inseki 94

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Re: Anfänger Fragen – Neuschwanstein-Meteorit – Muonionalusta-Streufeld
« Antwort #9 am: September 06, 2015, 13:29:38 Nachmittag »
Hi zusammen, hallo Torsten,

war ja schon eine ganze Weile nicht mehr hier aktiv (zeitlich total ausgeplant, familiäre Probleme, Umzug usw.).

Aber bin ab und zu mal wieder da...

So jetzt zu deinem Topic, also ich bin ja wie selber viele Wissen selber ständig auf der Suche nach Möglichkeiten loszuziehen. Die Experten haben schon alles gesagt, denke ich  :laughing:

Mein Tipp zusätzlich, verfolge die Feuerballmeldungen in Europa und beschäftige dich intensiv mit den Informationen die rund um diese Ereignisse geschrieben werden.

Ansonsten ein herzliches  :wc: und viel Spaß hier im Forum. Ich hoffe, ich komme auch langsam wieder rein hier :prostbier:

Allerbeste Grüße euer Steve :hut:
Geschenkideen von Nord- und Ostsee http://www.etsy.com/de/shop/stevesteinzeit

Offline Hungriger Wolf

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Re: Anfänger Fragen – Neuschwanstein-Meteorit – Muonionalusta-Streufeld
« Antwort #10 am: September 06, 2015, 23:00:08 Nachmittag »
Hallo Torsten!

Kann Steve, mit seiner Einschätzung nur zustimmen!

Einfach auf einen neuen Met.-Fall warten und Ausschau danach halten/Deutschland!
So frisch, wie so ein neuer Met.-Fall ist............... :laughing: 

Die alten Met./Fundorte/Neuschwanstein etc. sind bereits von vielen Met.-Suchern in mühevoller harter Arbeit schon abgesucht worden....
Manchmal mit Erfolg aber sehr oft ohne Erfolg/leider!  :3nix:

Das Muonionalusta-Streufeld dürfte dennoch immer noch Möglichkeiten bieten:

www.youtube.com/watch?v=YpGUceuOqiE  :laughing:

Grüße  :hut:
Achim
« Letzte Änderung: September 06, 2015, 23:16:57 Nachmittag von Hungriger Wolf »

 

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