Autor Thema: Steinmeteorit, mit sekundärer Schmelzkruste ?  (Gelesen 1653 mal)

[gelöschter Benutzer]

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Steinmeteorit, mit sekundärer Schmelzkruste ?
« am: August 13, 2016, 04:40:23 vorm. »
Hallo Freunde des Minerals - und des Meteoriten,

mein Name ist [gelöschter Benutzer]
und mein Thema ist, wer hätte das gedacht, Steine.

Wir suchen nicht nur Steine.
Vor allem profitieren die Menschen, grundlegend aus solcher Forschungsarbeit,
welche uns erstmal nicht so, .. verstehen.

Vor 3 Jahren habe ich ein 2 Jähriges Projekt gestartet und wollte Euch kurz davon berichten und danach auch erstmal ein Teil, von meinen will sagen, " meine 2 % "zeigen.

10.000 Tonnen extrateresstrisches Material pro Tag und Geoid, in diesem Fall unserer.
Davon fallen - ironischer Weise, durschschnittlich 30%, auf festes Land.

Und das, statistisch überall.
Weiß nicht genau wie das stimmt, aber manche sagen ein Meteorit auf den Quardratkilometer am Tag?

Die vorrausgegangene Notwendigkeit, einen Erstweg ohne Sahara oder Arktisexpedition zu gehen, ließ mich wohl nicht als Erster darrüber nachdenken, Meteorite in unseren Breiten suchen und finden.

Aber mein Projekt, war erstmal grundlegend, alle Möglichkeiten konsequent abzugehen, was ich tat.

Aufgrund der Vorarbeit, was die Suche von Meteoriten, Tektiten und Co., sowohl mein Wissen über Gesteine betrifft,
hatte ich ein recht solides Grundrüstzeug, .. und die Gewissheit das die Wahrscheinlichkeit unfassbar gering ist.

Aber es ist ja ein Projekt, eine Studie - ein Begin, dorthin zu kommen, wohin ich gehen werde um zu finden, das ich finden werde.

Doch zurück zum Projekt.

Aufgrund der Beschaffenheit der hiesigen Geologie, suchte ich nach potenziell geeigneten Fluren. Der gemeine Acker war klar mein Gesellenstück.  In regelmäßigen Abständen, Begehung - Umpflug, Erstregen, Mähung, etc..

Dann, Steinbrüche, Flussbett, alte Kulturwiesen,... Und alles auf ca.3 qkl., 2 Jahre lang.
Mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln, Sonde, Magnet, .. Jedoch vor allem Geist und Auge.

Viele von Euch kennen das,... Die Massen an Maybe`s, welche man nach Hause trägt, säubert untersucht, Fenster schleift, recherchiert, Makroaufnahmen, Korrespondenz, Recherche,...

Meine Hände waren teilweise wund. Dann den "Abraum wieder wegschaffen,......

Doch über die Zeit, kam was ich ahnte, es wurde weniger und weniger.

Am Ende blieben, ein kleiner Karton mit einer Handvoll ?
und ein Schuhkarton mit sehr beeindruckenden Meteorwrongs.

Gerne würde ich jetzt schon einmal ein paar mit Euch teilen und vor allem diesen Ersten.

Da dieses Projekt mein Lebensinhalt war, 2 Jahre lang, hat es mich auch mental viel gekostet da ich Projekte sehr ernst und Gewissenhaft angehe.  Nach einer intensiven Wochenbegehung und " Ernte ", war die Verzweiflung, die Scham sehr groß.
In dieser Nacht hatte ich einen,Traum von einer Sternschnuppe und deren Fallrichtung, den Ort kannte ich.
Am nächsten Tag ging ich genau dort in Feld ein und sah von weitem diesen einen kleinen schwarzen Fleck...

Das markierte das Ende des Projektes und es war Zeit Bilanz zu ziehen.

Hier nun wenn ich darf, die Auswahl an möglichen mitteleuropäisch auffindbare Meteoriten

Ach und für den Fall das nicht nur ich mich so fühl als ob ich mich mal wieder merkwürdig verhalte / n habe,
es tut mir leid - Nerds an die Macht !!!



















...
« Letzte Änderung: Juni 25, 2019, 15:48:33 nachm. von karmaka »

Offline MetGold

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Re: Steinmeteorit, mit sekundärer Schmelzkruste ?
« Antwort #1 am: August 13, 2016, 06:51:54 vorm. »
Hallo [gelöschter Benutzer],

von mir erst mal nur ein herzliches Willkommen bei uns im Forum.  :wc:


 :winken:  MetGold
« Letzte Änderung: Juni 25, 2019, 15:48:00 nachm. von karmaka »
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Offline lithoraptor

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Re: Steinmeteorit, mit sekundärer Schmelzkruste ?
« Antwort #2 am: August 13, 2016, 11:12:16 vorm. »
Moin [gelöschter Benutzer]!

Das Stück sieht zunächst sehr unmeteoritisch aus. Wirkt viel eher wie ein stark tektonisch beanspruchter und/oder verwitterter Erdling (was einen stark verwitterten Meteoriten nicht gänzlich ausschließt). Ich denke da viel eher an ein altes Stück Kupferschiefer, Alaunschiefer oder so...
Eine Ansprache via Foto ist ohne weitere Infos (Fundort, Eigenschaften) von Dir sicher nicht möglich und auch dann wird es eher schwierig.

Gruß

Ingo
« Letzte Änderung: Juni 25, 2019, 15:47:50 nachm. von karmaka »

Offline Sikhote

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Re: Steinmeteorit, mit sekundärer Schmelzkruste ?
« Antwort #3 am: August 13, 2016, 11:57:26 vorm. »
Herzlich wilkommen, [gelöschter Benutzer]!

Ich musste beim Anblick der "Schmelskruste" an den roten Gips, den Ingo  in deinem anderen Thead eingestellt hat, denken :

 http://www.pongauer-mountain-factory.at/index.php/produkte/mineralien/gips/

Meteoritenverdächtig ist dein Stein in meinen Augen nicht.

Grüße
Sigrid
« Letzte Änderung: Juni 25, 2019, 15:47:34 nachm. von karmaka »

[gelöschter Benutzer]

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Re: Steinmeteorit, mit sekundärer Schmelzkruste ?
« Antwort #4 am: August 13, 2016, 14:16:34 nachm. »
Hallo Sikhote, Hallo Ingo und Hallo MetGold - Danke,

Danke schonmal für Eure Antworten,

Ja, ich muss klar sagen das es keine gewöhnliche Schmelzkruste wenn überhaupt ist. Mein Gedanke hierzu war.

Es gibt soweit ich weiß einen sehr geringen Teil an leichten Meteoriten, mit wenig bis garkeiner Schmelzkruste.

Da das " Stück " gerade mal 21 Gramm wiegt, hielt ich das durchaus für möglich.


Grundsätzlich bin ich dankbar dass Ihr Euch meiner und meinen Beiträgen widmet und hoffe
dass ich, wenn schon mit schnell lößbaren Normalitäten komme, dennoch die Präsentation und meine Anfragen
so gestalten konnte das es zumindest nicht den Augen schmerzt oder nur nevt.

Bin sehr froh hier sein zu dürfen und hoffe das es für die / Euch Profis da draußen, leicht und gern von der Hand geht, mich Neuling und Padavan aufzuklären und beim Vorrankommen zu unterstützen.

Vielen Dank erstmal
LG [gelöschter Benutzer]
« Letzte Änderung: Juni 25, 2019, 15:47:22 nachm. von karmaka »

[gelöschter Benutzer]

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Re: Steinmeteorit, mit sekundärer Schmelzkruste ?
« Antwort #5 am: August 13, 2016, 15:40:37 nachm. »
Hallo MetGold,

Bitte verzeih, zuerst natürlich vielen Dank für die Aufnahme und das herzliche Wilkommen.
Das ist meine erste Foren - Mitgliedschaft, deshalb verzeih bitte, falls ich ersteres später erst mache, wie Dir danken und gleich mal eingetaucht bin um mich vorranzutasten.

Danke, auch grundsätzlich für Deine / Eure Arbeit, hoffe sehr das ich mit der Zeit auch für Euch eine stabile Größe werde.

Danke und uns allen das Beste
LG [gelöschter Benutzer]
« Letzte Änderung: Juni 25, 2019, 15:47:04 nachm. von karmaka »

Offline Dirk

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Re: Steinmeteorit, mit sekundärer Schmelzkruste ?
« Antwort #6 am: August 13, 2016, 18:12:23 nachm. »
Hallo [gelöschter Benutzer]  :winke: ,

auch von mir ein Herzliches Willkommen hier im Forum. Schön, das Du Dich hier angemeldet hast  :super:

Mit dem Thema "Steine" bist Du doch hier goldrichtig! Ist doch in Ordnung, dass Du Deine Funde hier zeigst, auch wenn nicht jeder Fund ein Meteorit ist.

 :wc:   :prostbier:

Dirk
« Letzte Änderung: Juni 25, 2019, 15:46:52 nachm. von karmaka »

[gelöschter Benutzer]

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Re: Steinmeteorit, mit sekundärer Schmelzkruste ?
« Antwort #7 am: August 13, 2016, 19:06:22 nachm. »
Hallo Dirk,
auch ein ebenso herzliches Danke zur Begrüßung.

Sehr schön,... ja wenn wenigstens einer schon mal dabei wäre, das wäre schon toll.

:D

Wir werden sehen - schön hier zu sein
Danke und LG
[gelöschter Benutzer]
« Letzte Änderung: Juni 25, 2019, 15:46:33 nachm. von karmaka »

Offline JFJ

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Re: Steinmeteorit, mit sekundärer Schmelzkruste ?
« Antwort #8 am: August 21, 2016, 08:04:08 vorm. »
Moin [gelöschter Benutzer],

auch von mir (nach ein paar Tagen Abstinenz) ein herzliches Willkommen.
Möchte mich auch gleich meinen Vorschreibern anschließen: Mein erster gedanke war auch was "schieferiges".

Gruß
Jörg
« Letzte Änderung: Juni 25, 2019, 15:46:06 nachm. von karmaka »
Ich mag Geschiebe, weil sie die entgegenkommendsten Gesteine sind.

[gelöschter Benutzer]

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Re: Steinmeteorit, mit sekundärer Schmelzkruste ?
« Antwort #9 am: August 21, 2016, 17:06:41 nachm. »
Hallo Jörg,
Danke für Dein Wilkommen und Antwort.

schön hier zu sein...

Mein erster Gedanke war, Schiefer.  Der nächste war, sedimentäres Tektit - der Träumer das Kind in mir dachte:

Wenn man stark heranzoomt, kann man ein rundes Gemengeteil sehn das entfernt an einen winzigen Chondriten erinnern lässt.

da dachte ich mir, wie sieht es eigentlich aus mit Meteoriten, welche aus sedimentär abgelagerten Böden herausgeschlagen wurden
und als Tektit unseren Geoiden erreicht haben könnte?

Wie z.B., ein Regolith...
Koretev sagt sehr nützlich: " Meteoriten zeigen in der Regel keine gelagerte Strukturen."
Aber was ist mit den Sedimentären Erscheinungsformen, ein Komet wird getroffen, der Mond wird getroffen...
oder ein anderer geologischer Körper?

Wenn ich mir das Stück dann ansehe, sehe ich diese stark beanspruchte Form, die anmutet wie eingedrückt und seitlich aufgefächert.
Auf der Rückseite diese konkave Form und orientiert anmutende Kanäle, welche mich an einen kurzen heftigen Eintritt
denken lassen, wie sie gleichmäßig über die aufgefächerten Schichten / Lager verlaufen.

Desweiteren lassen mich diese silbrig glänzenden Bereichen auf der gewölbten Fläche / Schmelzkruste an dieses
auf Meteoriten zu findene seltene metallische / metallisch aussehende Element, Mineral denken. Weiß gerade nicht wie man es nennt.

Aber grundsätzlich interessieren mich Informationen zu extraterrestrischen Sedimenten.

VLG [gelöschter Benutzer]
« Letzte Änderung: Juni 25, 2019, 15:45:56 nachm. von karmaka »

Offline Mettmann

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Re: Steinmeteorit, mit sekundärer Schmelzkruste ?
« Antwort #10 am: August 24, 2016, 00:01:22 vorm. »
Ehm, ohne Wasser und ohne Atmosphäre hat man kein Medium, das Sedimente ablagern könnte.
Sediment-Meteorite könnte man daher höchstens vom Mars erwarten (sofern die Sedimente fest genug sind, die Einschlagsenergie zu überstehen, die sie aus dem Schwerefeld des Marses lupft); - ein solcher wurde noch nicht gefunden.

 :prostbier:
Ma
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

[gelöschter Benutzer]

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Re: Steinmeteorit, mit sekundärer Schmelzkruste ?
« Antwort #11 am: September 03, 2016, 19:31:41 nachm. »
Hallo Mettmann,

danke für Deine Antwort.

Dachte auch nur an planetares Gestein, soviel weiß ich doch schon über die Entstehung von Gesteinen.
Mich interessieren diese, noch nicht gefundenen am meißten - vor allem jegliche planetaren Körper.
Bzw., Impaktite von anderen Himmelskörpern kommend. Habe nie gesagt das ich diesen Spat für einen Besucher
aus unseren gebliebenen Gürteln, den Resten der Enstehung unseres SSystems halte.

Finde diese Gruppe eben wegen den markanten Formen der Chondren, recht gut zu unterscheiden.
Meine Idee war bei der Suche auf alles ungewöhnliche zu achten, weil ich sicher bin einen Chondriten
von plutonischen oder metamorphosen Gesteinen unterscheiden zu können.
Und Quarz als auch Spat gibt es eben auch auf anderen entsprechend großen HKörpern - Schwerkraft / Aufschmelzung / vulkanische Aktivität...
oder habe ich das auch falsch verstanden?

Mich wundert dennoch nicht, wie Eure Fremdwahrnehmung zustande kam.
Habe meine Beiträge selbst nochmal gelesen und verstehe.
Verzeiht mein " Rausgehaue "- bitte.

VLG
[gelöschter Benutzer]
« Letzte Änderung: Juni 25, 2019, 15:45:37 nachm. von karmaka »

Offline Suevit

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Re: Steinmeteorit, mit sekundärer Schmelzkruste ?
« Antwort #12 am: September 06, 2016, 14:58:29 nachm. »
Hallo [gelöschter Benutzer]
Und Quarz als auch Spat gibt es eben auch auf anderen entsprechend großen HKörpern - Schwerkraft / Aufschmelzung / vulkanische Aktivität...
oder habe ich das auch falsch verstanden?
Quarz und Feldspäte - vor allem in makroskopisch wahrnehmbaren Kristallen bzw. als Haupt-Gesteinsbildner - sind Produkte einer ausgeprägten Krustendifferenzierung, für die der entsprechende Himmelskörper tektonische und vulkanische Aktivität über lange Zeiträume hinweg zustande bringen muss. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen und Quarz und Feldspäte einmal nur als Silikate, also Silicium-haltige Minerale, betrachtend: Silicium und Sauerstoff sind in der Lage, mit sehr vielen Elementen Verbindungen einzugehen, und tun das auch sehr gerne. Erst wenn die anderen Elemente (durch vorhergehende anderweitige Mineralbildungen) hinreichend abgereichert sind, findet beides zu Quarz zusammen. Auf der Erde entstehen Gesteine mit hohem Quarzanteil durch wiederholtes Aufschmelzen bzw. durch tektonische Überprägung kontinentaler (= bereits mit Si und O angereicherter) Kruste, ohne dass sich diese dabei wieder mit Mantelmaterial vermischen darf. Die dafür nötigen Zeiträume bedingen einen planetaren Körper, der hinreichend lange tektonische Aktivität aufrecht erhalten kann. Man kann also nicht für jeden Steinbrocken im Sonnensystem postulieren, dass dort ja mal Vulkanismus und damit gleich Quarzentstehung stattgefunden haben könnte.

Wenn man sich fragt, ob ein quarz- und feldspathaltiger Stein ein Auswürfling eines anderen Himmelskörpers sein könnte, gibt es dafür eine gute Diagnosemöglichkeit: Die sog. planaren Deformationsstrukturen (planar deformation features, kurz PDF). Das sind lamellenartige Strukturen in silikatischen Kristallen, die durch das Zusammenbrechen der Kristallstruktur ("Verglasung") bei den Drücken eines Impakts - aber nicht bei planetaren geologischen Prozessen - entstehen. Im Dünnschliff sind PDFs meist einfach zu identifizieren. Mehr dazu hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Planar_deformation_features

Gruß,
Rainer
« Letzte Änderung: Juni 25, 2019, 15:51:19 nachm. von karmaka »

 

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