Autor Thema: Winnweiler (Donnersbergkreis)  (Gelesen 789 mal)

Offline locastan

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Winnweiler (Donnersbergkreis)
« am: Dezember 01, 2020, 11:27:30 Vormittag »
Hallo,

im Herbst waren wir zu ersten mal in der Gegend um Winnweiler, Äcker und Wälder nach Achaten, Fossilien und deren Schnittstelle dem pfälzischen Kieselholz absuchen.

Die im Mineralienatlas beschriebenen Fundstellen um den Kahlheckerhof waren zu der Zeit leider nicht wirklich ergiebig: Die Äcker wo seinerzeit die Grabung stattgefunden hat sind mittlerweile alle zu Viehweiden umgewidmet und die Achatfundstelle "Türkenheide" war bis auf einen gemulchten Blühstreifen noch voll bepflanzt. Die Wälder dagegen brachten immerhin ein paar interessante Vulkanite, mit Malachit(?) und Achat verkittete Ryolith-Brektzien und Achate. (Über die Art des hier so häufig vorkommenden blau-grünen Minerals bin ich mir unsicher. Ich vermute Malachit oder ein anderes Kupfermineral, da in der nahen Katharina-Grube Kupfererze abgebaut wurden. Über Vorschläge zur Einordnung wäre ich Dankbar.)

Die Achate die ich gefunden habe, sind oft schon angewittert und am bröseln, aber sehr schön Strukturiert. Nach dem Schnitt kam daher in den meisten Fällen nur der ("Mugel") Schliff im Spirator in Frage. Die mechanische Belastung beim Tellerschleifen oder im Flachspirator hätte das Material in tausend Stücke zerlegt. Ein paar sind durchaus vorzeigbar, wie ich finde.

Zu den Pflanzenfossilien in Tufflagen scheibe ich im Steinkern-Forum einen gesonderten Beitrag, das Highlight war jedoch ein kleines Stück Agathoxylon (Dadoxylon, Kieselholz). Vom Kahlheckerhof sind hübsche Schrumpfhölzer (zunächst fälschlich als "Brandholz" bezeichnet) belegt (siehe: https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Rheinland-Pfalz/Donnersbergkreis/Winnweiler/Kahlheckerhof), aber ich war schon froh diesmal wenigstens ein Belegstück zu sichern. (Ich komme nächstes Jahr wieder und suche nochmal!)

Auf dem Heimweg, folgte uns der Hofhund "Bruno Braunbär" (ein dunkelbrauner Labrador) beinahe bis zum Auto...wir mussten auf dem Hof anrufen damit Herrchen ihn abholen kommt.  Kommentar: "Ich dachte schon er wär mit meiner Frau unterwegs, wenn der gerade Lust hat, läuft der Ihnen bis zur Haustür nach." :lacher:

Liebe Grüße,
Mario.

Offline locastan

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Re: Winnweiler (Donnersbergkreis)
« Antwort #1 am: Dezember 01, 2020, 11:31:29 Vormittag »
Achatisierte Brekzie und Achatbilder.

Die letzen beiden sind ein sehr hartkristallines Konglomerat/Aggregation, die ich in einer Knolle im Tuffhorizont fand. Was ist das für ein Mineral? Ist das eine Anthrakonitkonkretion?

Offline locastan

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Re: Winnweiler (Donnersbergkreis)
« Antwort #2 am: Dezember 01, 2020, 11:33:46 Vormittag »
Zum Schluss der Dadoxylon.  :wow:

(Und als Bonus, weil ich blaue Schlacke nicht auf Feldern liegen lassen kann. Ein kleines Schmankerl...  :einaugeblinzel:)

Offline Met1998

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Re: Winnweiler (Donnersbergkreis)
« Antwort #3 am: Dezember 01, 2020, 11:58:11 Vormittag »
Hi Mario,
die im Bild: IMG_20201130 gezeigten Stücke mußt du unbedingt mugeln lassen.
Das sind ja richtige Schmuckstücke!  x-08

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Offline locastan

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Re: Winnweiler (Donnersbergkreis)
« Antwort #4 am: Dezember 01, 2020, 12:11:21 Nachmittag »
Hi Ehrfried,

die hat mein Spirator schon Rundgelutscht und Hochglanzpoliert.  x-08 (Ich hatte mit der Kamera schon Mühe einen Winkel zu finden der keine störenden Reflexionen zeigt.)

Gruß Mario.

Offline JaH073

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Re: Winnweiler (Donnersbergkreis)
« Antwort #5 am: Dezember 01, 2020, 16:59:40 Nachmittag »
Hallo Mario,

dann musst du mal im Spätsommer wenn die Mineralienbörse in Imsbach ist auf dieser vorbei schauen.
Da zeigen viele lokale Sammler von Eigenfunden aus der Umgebung.
Nur am Rande bemerkt - ich bin da auch seit vielen Jahren als Aussteller dabei, jedoch nur mit himmlischen Steinen.

Vielleicht klappt es ja wieder in 2021

Beste Grüße

Hanno
Je mehr Ecken und Kanten ein Diamant hat, umso mehr funkelt und strahlt der Stein.

Offline locastan

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Re: Winnweiler (Donnersbergkreis)
« Antwort #6 am: Dezember 01, 2020, 17:23:27 Nachmittag »
Hi Hanno,

ja hab ich auch schon hingewollt...diesjahr war's halt nix.  x-07

Ich bin nur leider oft ein schlechter Kunde, mir gehts mehr ums finden als ums kaufen. Für mich ist da mehr Bezug hinter, sonst kann ich auch prägefrische Münzen kaufsammeln.  :einaugeblinzel:

Hin und wieder wenn Material so ganz unerreichber zum selber finden ist werd ich mal schwach, aber eher lass ich es dann doch bleiben.

Gruß Mario.

Offline stollentroll

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Re: Winnweiler (Donnersbergkreis)
« Antwort #7 am: Dezember 02, 2020, 07:56:27 Vormittag »
Hi Mario,
das blaugrünliche würde ich nicht für Malachit halten, sondern eher für ein Silikat. Infrage kommen Celadonit oder etwas eng verwandtes oder vielleicht noch etwas aus der Chlorit-Gruppe. Ohne Analyse und nur nach dem Foto kann ich nichts genaueres sagen.

Offline locastan

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Re: Winnweiler (Donnersbergkreis)
« Antwort #8 am: Dezember 02, 2020, 09:21:10 Vormittag »
Danke stollentroll,

farblich weicht es mir auch zu sehr von Malachit ab, daher frage ich. Vielleicht kennt sich ja jemand näher mit dem Material von der Lokalität aus. Der große Brocken kann genausogut irgendwelche Schmelze vom Vulkanausbruch sein, aber die grüne Verkittung der Brekzien spricht schon eher für ein Silikat.

Mir scheint auch diese grüne schwammartig poröse Zeug schon früh nach dem erstarren des Melaphyrs entstanden zu sein, es ist auch in den hellen Achaten teilweise eingelagert und von diesen umlagert zu finden.

Gruß Mario.

Offline speul

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Re: Winnweiler (Donnersbergkreis)
« Antwort #9 am: Dezember 02, 2020, 14:08:57 Nachmittag »
schau mal hier:
https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=9114.msg115446#msg115446
auf den Färöer in Massen zu finden, in Hohlräumen und Klüften im Basalt.

Grüße
speul
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Offline locastan

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Re: Winnweiler (Donnersbergkreis)
« Antwort #10 am: Dezember 02, 2020, 15:17:27 Nachmittag »
Hi speul,

das sieht schon sehr, sehr ähnlich aus, aber beim nachschauen sehe ich jetzt "Mohshärte 2"...da bliebe nicht viel übrig nach dem tagelangen polieren im Spirator. Mit Fingernagel ritzen ist auch nicht.

Gruß Mario.

Offline stollentroll

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Re: Winnweiler (Donnersbergkreis)
« Antwort #11 am: Dezember 02, 2020, 18:15:14 Nachmittag »
Die Mohshärte gilt für das reine Mineral, aber es ist gerne mit Quarz eng verwachsen.

Offline locastan

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Re: Winnweiler (Donnersbergkreis)
« Antwort #12 am: Dezember 03, 2020, 07:33:25 Vormittag »
Danke. Das macht dann wesentlich mehr Sinn.  :smile:

Seladonit stimmt mit einigen vergleichbaren Basalt/Melaphyr Bildern überein.

Gruß Mario.

 

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