Autor Thema: Scwarzes Mineral in Gneis?  (Gelesen 843 mal)

Offline Steinpilz

  • Inspektor
  • ***
  • Beiträge: 64
Scwarzes Mineral in Gneis?
« am: Mai 03, 2017, 19:26:28 nachm. »
Hallo Gemeinde,
dies hier ist ein kleines Bruchstück aus dem Brandenburger Geschiebe. Ich denke es handelt sich um Bänder-Gneis, da ich neben der Quarzitader, etwas Biotit und einigen Glimmer erkennen kann.
Wenn Ihr das genauso beurteilt, dann würde mich besonders interessieren, was die winzigen schwarzen „Körnchen/Gebilde“ sein könnten.

Der Stein ist 2,5cm lang, 2 cm breit und 1,5ch hoch. Er reagiert nicht auf Salzsäure und ist nicht magnetisch. Er wiegt 4g und hat eine Dichte von rund 2g/qcm. Strichfarbe schwierig zu beschreiben, ich würde sagen hellbraun/grünlich.


Offline Sprotte

  • Rat
  • ****
  • Beiträge: 170
Re: Scwarzes Mineral in Gneis?
« Antwort #1 am: Mai 03, 2017, 20:04:32 nachm. »
Anbei einige Bemerkungen von mir:
(1) Biotit ist ein Glimmer. Vielleicht ist gemeint, dass neben Biotit auch noch Hellglimmer vorkommt.
(2) Die Dichte von 2 g/cm3 ist nicht nachvollziehbar, da Quarz eine Dichte von 2,65 g/cm3 hat und Biotit eine Dichte von etwa 3 g/cm3 hat.
(3) Bei den runden schwarzen Gebilden handelt es sich wahrscheinlich um etwas Organisches, wie Flechten o.ä. (das Geschiebe wurde sicherlich von der Oberfläche aufgelesen).

Viele Grüße
Sprotte

Offline Steinpilz

  • Inspektor
  • ***
  • Beiträge: 64
Re: Scwarzes Mineral in Gneis?
« Antwort #2 am: Mai 03, 2017, 22:15:31 nachm. »
Hallo Sprotte,
Du musst mit einem Laien etwas nachsichtig sein:

1. Das man früher Biotit auch als Bezeichung nicht näher definierbaren Glimmers benutzt hat wuste ich nicht. Ich kenne diese Bezeichnung nur für ein, in der Zusammensetzung sehr unterschiedliches Umwandlungsprodukt aus biologischem Material, wobei Granit, hoher Druck und Wasser wohl eine spezielle Rolle spielen und das es sehr häufig in verschiedenen Gneisarten als poröses, lockeres Material vorkommt. 
2. Mit Glimmer habe ich Katzengold, Eisenkies,Pyrid (FeS2) gemeint, wir haben das Zeug schon als Kinder immer Glimmer genannt und es ist wohl auch nicht ganz falsch.
3. Doch die Dichte stimmt dieses Mal, weil ja nur ein kleinerer Teil aus Quarz ist, die Ader. Der Rest ist kein Quarz und die Dichte der Gneisarten schwankt um 2,0. Ich habe auch drei Versuche gehabt.

Wenn die schwarzen "Punkte" Pflanzen- bzw. Flechtenreste wären, würde mich das schon extrem überraschen oder um es mit den Worten eines ebenso großen wie unangenehmen "Vorfahren" auszudrücken:
"..., dann will ich ab morgen Meyer heißen".
Der Kiesel wurde, wie Du ganz richtig sagst, von der Bodenoberfläche aufgehoben. Danach musste er sich allerdings nach längerem Wässern, einer Wurzelbürste in warmen Spülwasser stellen, um sich danach einer HCL-Test zu unterziehen.
Falls Dich dies noch nicht überzeugen kann, sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass ich versuchte habe, diese kleinen schwarzen Punkte mit einer Stahlnadel von der Matrix zu entfernen. Die weigerten sich allerdings, weswegen sie noch am Stein "kleben".

P.S. Darf ich fragen, auf welche Quelle Du Dich beziehst, wenn Du so rigoros für Biotit (ein metamorphes Gestein, oder?) eine Dichte von 3,0 angibst?

Offline Werner W

  • Oberrat
  • *****
  • Beiträge: 302
Re: Scwarzes Mineral in Gneis?
« Antwort #3 am: Mai 03, 2017, 22:34:08 nachm. »
Könnte es sein, dass die "schwarzen Punkte" nur schwarz wirken
und es sich möglicherweise um Almandin handelt ?



Offline stollentroll

  • Oberrat
  • *****
  • Beiträge: 330
    • Stollentrolls Homepage - Minerale, Meteorite, Bergbau, Prähistorie
Re: Scwarzes Mineral in Gneis?
« Antwort #4 am: Mai 04, 2017, 09:13:03 vorm. »
Hallo Steinpilz,
Biotit ist eine Bezeichnung für dunkle, nicht näher bestimmte Glimmer. Es ist kein metamorphes Gestein und kein Umwandlungsprodukt aus biologischem Material und auch nicht porös.

Glimmer hat mit Eisenkies, Pyrit nichts zu tun, als Bezeichnung dafür ist es komplett falsch. Katzengold ist eine volkstümliche Bezeichnung für Pyrit, aber auch für helle Glimmer.

Die Dichte von Gneisen liegt nicht um 2, sondern ist deutlich höher:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gneis

Bei der Dichte von Biotit hilft auch Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Biotit

Quarz ist in deinem Stück nicht nur in der Ader enthalten, sondern auch in dem umgebenden Material.

Die schwarzen Punkte sehen auf den Fotos so aus, als ob sie auf dem Stück nur oberflächlich drauf sind, also irgendeine Verunreinigung sind.

Grüsse,
der Stollentroll

Offline Steinpilz

  • Inspektor
  • ***
  • Beiträge: 64
Re: Scwarzes Mineral in Gneis?
« Antwort #5 am: Mai 04, 2017, 13:13:47 nachm. »
Oh ho, da habe ich wohl wieder einiges durcheinander gewürfelt. Es geht doch nichts, über ein gesundes Halbwissen, O.K., bei mir wohl eher Viertelwissen. :winke:

Hier mal ein Link, aus dem ich meine "Weisheiten" zum Biotit begezogen habe:http://scilogs.spektrum.de/mente-et-malleo/vom-gestein-zum-regolith-kaffeekochen-mit-gestein/

Die Dichte stimmt aber trotzdem annähernd. Ich habe einige fast gleich große Quarzkiesel hier zum Schleifen und polieren. Deren Gewicht und Dichte sind deutlich höher. Nur die mittlere Ader kann daher Quarz sein. Der ganze Rest ist stark verwittert, so habe ich noch keinen Quarz gesehen.
Ist es möglich, dass dieser Rest komplett, dann eben aus verwittertem Biotit besteht, mit Resten von Katzengold. Dann wäre es auch denkbar, dass der "Kiesel" ein Bruchstück eines gößeren Gneisbrockens ist und Werner mit dem Almandin ganz richtig liegt, weil Wiki sagt, Almandin gibt es auch in fast schwarz? :gruebel:     


Offline karlov

  • Rat
  • ****
  • Beiträge: 195
Re: Scwarzes Mineral in Gneis?
« Antwort #6 am: Mai 12, 2017, 10:16:50 vorm. »
Moin,
schließe mich Sprotte an. Für mich sehen die runden Aggregate wie angeklebt aus, es dürfte sich um Flechten handeln. Die Qualität der Bilder besitzt allerdings begrenzte Aussagekraft. "Fast" schwarzen Granat habe ich im Geschiebe bisher noch nicht beobachtet. Meistens dürfte es sich doch um Almandin handeln, der immer einen deutlichen Farbanteil in rot besitzt.
Grüße,
karlov

 

   Impressum --- Datenschutzerklärung