Autor Thema: Mein Fund von gestern  (Gelesen 929 mal)

Offline Tobi-u-a

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Mein Fund von gestern
« am: Juni 04, 2017, 20:13:28 nachm. »
Hallo zusammen, ich habe gestern beim Zelten am Starnberger See einen Stein gefunden der in seiner Umgebung ungewöhnlich ist. Er ist nicht magnetisch hat einen braunen Abrieb. Der Stein war leicht porös, sodaß mir ein kleines Stück rausgebrochen ist. Was kann das sein?

Offline Steinpilz

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Re: Mein Fund von gestern
« Antwort #1 am: Juni 04, 2017, 22:21:35 nachm. »
Hallo Tobi, :hut:
Dein Fund ist eine Sandeisen-Konkretion. Die dunkelbraune "Rinde" ist limonitisches Brauneisen und der grau/weiße Kern ist Sand (Quarz). Das sind sehr dekorative (mehr nicht) Fundstücke. Mal die Mädels fragen, die haben da oft tolle Ideen. Zur Verarbeitung - richtung kleine Schmuckstücke - eignen sie sich nicht, wegen ihrer Instabilität, wie Du ja schon selber festgestellt hast.

Viel Spaß beim Baden und Weitersammeln! :winke:


Offline Tobi-u-a

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Re: Mein Fund von gestern
« Antwort #2 am: Juni 05, 2017, 08:49:26 vorm. »
Super Danke. Vielleicht schnitz ich was aus dem sandstein.
Aber komisch dass er nicht vom Magneten angezogen wird, oder?

Offline Met1998

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Re: Mein Fund von gestern
« Antwort #3 am: Juni 05, 2017, 09:50:03 vorm. »
Moin Tobi, :hut:
(wie erkläre ich es meinem Kinde?)
Wenn Gesteine/Sandstein fast geschmolzen/ausgewaschen werden, ist das wenige, enthaltenen Eisen nicht mehr „magnetisch“.
Siehe diesen schönen Raseneisenstein - sagt ja schon der Name.
Aber ein Magnet haftet nicht!. (Google = Entmagnetisierung von Eisen)

Schön weiter sammeln
Ehrfried
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Offline Suevit

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Re: Mein Fund von gestern
« Antwort #4 am: Juni 05, 2017, 10:10:36 vorm. »
Hallo Tobi,

Aber komisch dass er nicht vom Magneten angezogen wird, oder?
Meinst Du, weil vom Eisengehalt der Konkretion die Rede ist?

Ob ein Fe-haltiges Mineral von einem Magnetfeld angezogen wird, hängt von seinen ferri- bzw. antiferromagnetischen Eigenschaften ab (https://de.wikipedia.org/wiki/Antiferromagnetismus). Vereinfacht gesagt kommt es darauf an, wie die Elementarmagnete, die sich in der Gitterstruktur der Kristalle bilden, ausgerichtet sind - bei totaler Unordnung heben sich ihre magnetischen Momente auf, das Mineral ist selbst nicht magnetisch (Paramagnetismus, https://de.wikipedia.org/wiki/Paramagnetismus). Die meisten paramagnetischen Fe-Mineralien lassen sich bei Raumtemperatur auch nicht durch Anlegen eines externen Magnetfelds (sehr kurzfristig) magnetisieren, was eine Voraussetzung dafür wäre, dass sie vom Magneten angezogen werden. Ein wenig kompliziert, ich weiß.

Im Wikipedia-Artikel sind Goethit und Hämatit als antiferromagnetische Mineralien aufgeführt. Wenn man von einer Eisen-Konkretion spricht, meint man in der Regel eine Bildung aus diversen Fe- (und auch Mn-)Oxihydraten von ocker, gelblicher oder sogar schwarzer Färbung - wie Rost eben - und bezeichnet diese als Limonit. Limonit selbst ist kein Mineral, sondern ein Gemisch aus Mineralien wie Goethit, Hämatit und anderen, das man unter diesem Begriff zusammenfasst, weil das Auseinanderklamüsern im Einzelfall nur durch mikroskopische, chemische und physikalische Analysen gelänge. Also besteht Limonit je nachdem ganz oder zum größten Teil aus antiferromagnetischen Mineralien. Und wird daher von Magneten nicht angezogen.

Gruß,
Rainer

Offline Met1998

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Re: Mein Fund von gestern
« Antwort #5 am: Juni 05, 2017, 18:08:31 nachm. »
Hallo Tobi,
ich habe mich noch mal mit dem Fahrrad (12 km) in das Fundgebiet von Limonit begeben.

Suevit (Rainer) hat es gut erklärt.  :super:

Hier die Tafel der Geologen.

Ehrfried
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