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Autor Thema: Mineral oder doch Meteorit ?  (Gelesen 269 mal)

Offline Meteor

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Mineral oder doch Meteorit ?
« am: Oktober 06, 2017, 00:21:57 vorm. »
Hallo liebe Mineralien und Meteoriten Freunde.

Da dies mein erster Beitrag ist, möchte ich mich kurz vorstellen.
Ich komme aus dem nördlichen Schleswig-Holstein (Langstedt) und meine Leidenschaft
sind Mineralien, aber mehr in Richtung Erze.
Ein paar Meteoriten zählen auch zu meiner Sammlung, aber natürlich nicht selbst gefunden.
 
Nun zu meinem Objekt: Diesen Stein habe ich vor etwa 30 Jahren bei Ausschacht-Arbeiten
gefunden, später angeschnitten, geschliffen und dann so gut es ging poliert.
Kann ihn aber nicht richtig einordnen.
Masse etwa 55x75x65mm und wiegt etwa 328g.

Nun habe ich zufällig über Google einen Bruder (zumindest optisch) entdeckt, möchte den Spezialisten
hier aber nicht vorgreifen und jetzt meine Frage an euch: Wo ist er einzuordnen ?
Ich versuche ein paar Bilder anzuhängen und hoffe, es klappt.

Gruß Werner

Offline Buchit

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Re: Mineral oder doch Meteorit ?
« Antwort #1 am: Oktober 06, 2017, 06:30:59 vorm. »
Hallo Werner,

leider kein Meteorit :traurig:, sondern wohl ein irdisches Gestein - ein Sedimentgestein. Ohne den Kandidaten selbst examiniert zu haben: das geht imho in die Richtung eines kalkig gebundenen Sandsteins (oder sandigen Kalksteins :lacher:) mit einigen größeren, gerundeten Quarzklasten (also "schlecht sortiert", wie die Sedimentologen sagen), und ich meine auf der Schnittfläche sogar einige Fossilbruchstücke erkannt zu haben - vielleicht Muschelschalen oder ähnliches.

Neugierige Frage: Wo hast Du den gefunden? Ich wohne am anderen Ende Deutschlands, und wenn Du nicht etwas vom nördlichen Schleswig-Holstein dazu geschrieben hättest, dann hätte ich dieses Stück sofort dem alpinen Helvetikum zugeordnet...von dort kenne ich ähnliche Gesteine. Es soll so etwas zwar auch in den Geschieben des Nordens gben, aber da ist es nicht so häufig, dass ich es bei meinen eher seltenen Besuchen dort schonmal in der Hand gehabt hätte...

Just my 2 cent.

Gruß,
Holger

Offline Meteor

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Re: Mineral oder doch Meteorit ?
« Antwort #2 am: Oktober 06, 2017, 23:48:52 nachm. »
Hallo Holger,

vielen Dank für Deine Antwort

Das gute Stück hatte tatsächlich die letzte Eiszeit -auf meinem Grundstück irgendwo zwischen
30cm und 1,80m Tiefe- abgelagert.
Im Netz hatte ich ein Howardit DAG 779 gefunden und ich muss sagen, die Ähnlichkeit ist verblüffend.
In meiner Vitrine habe ich eine Ablage für Pseudometeoriten und den Platz hat er sich wahrhaftig verdient.
Selber einen zu finden wäre natürlich das größte Glück.
Mit den Jahren hat sich ne ganze Kiste voll mit eventuelle Kandidaten, die teils sehr interessant sein könnten angesammelt, mal sehen, ob ich irgendwann Zeit dafür finde.

Hier noch zwei Links zum Vergleich, ich hoffe, das ist erlaubt.
http://www.meteorite.fr/en/Images6/DaG779_01.jpg
https://www.siber-siber.ch/meteorite-eisenmeteorite-und-steinmeteorite-und-meteoritenschmuck

Danke und Grüße aus Langstedt

Werner

Offline Met1998

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Re: Mineral oder doch Meteorit ?
« Antwort #3 am: Oktober 09, 2017, 14:22:52 nachm. »
Moin Meteor,
schließe mich Holger an – kein Howardit Meteorit!

Warum:
Habe ein ähnliches Stück in meiner Sammlung, allerdings nicht aus dem nördlichen Schleswig-Holstein,
sondern aus einer Lausitzer Kiesgrube. Mit rissigen Quarzeinsprenglingen!

Dein Gestein würde ich als Rhyolith (Quarzporphyr) bezeichnen (Evtl. auch Ostsee Konglomerat)

Gruß Ehrfried  :hut:
« Letzte Änderung: Oktober 09, 2017, 14:43:07 nachm. von Met1998 »
Der Mensch hat die Fähigkeit zur Vorahnung und er reift mit Geduld, wie Whisky, Käse und Wein!

Offline lithoraptor

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Re: Mineral oder doch Meteorit ?
« Antwort #4 am: Oktober 09, 2017, 16:08:10 nachm. »
Moin Werner,

bei deinem Material handelt es sich sicher um ein Sedimentgestein - nicht um einen Rhyolith. Wie von Holger bereits angesprochen sind deutlich einige fossile Reste zu erkennen. Den sedimentären Charakter sollte ein Tropfen HCl oder Essig schnell bestätigen können. Ich würde es den Bildern nach als kretazisch ansprechen - da ich nicht nur Quarzgerölle zu sehen meine, käme am ehesten was aus der schwedischen Trümmerkreide in Frage. Ich bin mit diesen Geschieben allerdings nicht sehr vertraut und muss mich da mehr auf die Beschreibungen in der Literatur verlassen. Unser Pinchacus vermag das sicher zielgenauer einzuordnen, als ich.

Nun habe ich zufällig über Google einen Bruder (zumindest optisch) entdeckt, ...

Das ist ein Problem, was bei Laien leider immer wieder auftritt und dann zu Fehlinterpretationen führt. Man kann ein Gestein nicht rein optisch bestimmen, wenn man damit den Farbeindruck allein meint. Farbe ist nur ein Kriterium bei der Bestimmung der einzelnen Mineralkomponenten und nicht mal das Wichtigste. Auch eine Gehweg-Platte kann (je nach Zuschlagsstoffen) den selben Farbeindruck verschaffen und ist nicht mal ein natürliches Gestein.
Ich versuche das mal mit einem anderen Beispiel zu veranschaulichen - bitte nicht böse sein: Wenn ich mir eine braune Kuh angucke, dann könnte ich der Auffassung verfallen, dass jedes braune Tier, was vier Beine und einen Schwanz hat, eine Kuh ist. Das dem nicht so ist sollte klar sein, denn ein Tier mit braunem Fell, vier Beinen und einem Schwanz könnte auch ein Hund, eine Katze, eine Ziege, ein Pferd, und was auch immer noch passen mag, sein. Eine schwarzbunte Kuh hingegen würde aus dieser Betrachtung (obwohl sie klar eine Kuh ist) herausfallen. Daraus resultiert, dass man zur Bestimmung einer Kuh andere/weitere Merkmale braucht, um sie von anderen Tieren unterscheiden zu können - etwa körperbauliche Merkmale wie Schädel-, Fuß- und Zahnform etwa. So verhält es sich bei den Mineralien und daraus resultierend bei den Gesteinen auch. So kann ein Quarz in einem Gestein farblos, weiß, milchig, bläulich ja sogar bis hin zu grau oder schwarz sein bzw. so erscheinen. Was sich aber nie ändert sind sein Bruch oder seine Härte. Letztlich gehört zur Bestimmung ein Haufen an Erfahrung, eben so, wie ein Kind ja auch irgendwann lernt eine Kuh, einen Hund, eine Katze und ein Pferd zu unterscheiden.
Ich kann daher immer nur wieder den gleichen Tipp geben: Einfach mal ein Buch zur Gesteinsbestimmung durcharbeiten ggf. mit einem Buch zur Mineralbestimmung nebenbei und eine kleine Übungssammlung dazu anlegen. Das mag zwar alles erheblich länger dauern, als Farbeindrücke von Bildern zu vergleichen, aber es ist deutlich zielführender. :fluester:

Gruß

Ingo






Offline Pinchacus

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Re: Mineral oder doch Meteorit ?
« Antwort #5 am: Oktober 09, 2017, 16:14:08 nachm. »
Das erste Stück ist ein (Ober)Kreidesandstein. Einige der Klasten scheinen eng mit Glaukonit gekuschelt zu haben. Fossilreste sind ebenfalls sichtbar. Von solchen Kreidesedimentiten gibt es in Skandinavien eine ganze Menge verschiedenster regionaler und zeitlicher Herkunft, Trümmerkreide würde ich nicht ausschließen wollen, persönlich aber auch nicht aufs Schildchen schreiben. Falls überhaupt eine genauere Einordnung des Geschiebes möglich ist, dann nur im direkten Augenkontakt... Evtl. in Berlin im November?;)

Das 2. gezeigte Gestein ist deutlich unterschiedlich von dem in Eingangsbeitrag (so denn die Farben stimmen).

Besten Gruß

Johannes

edit: Ingo war schneller...
So lange Fiktionsapparaturen latente Illusionen nicht manifestieren können, ist eine Realisation des Illusionären latent Fiktiv!

Be more specific! http://www.youtube.com/watch?v=PusCpQIbmCw

 


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