Autor Thema: 2018 AH  (Gelesen 2338 mal)

Offline Impakt

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2018 AH
« am: Januar 08, 2018, 23:28:30 Nachmittag »
 Über 100 m großer Asteroid 2018 AH passierte die Erde am 2. Januar 2018 innerhalb der Mondbahn und wurde erst zwei Tage danach entdeckt! https://watchers.news/2018/01/08/asteroid-2018-ah/
 :gruebel: :bid: :platt: :fingerzeig:
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Offline Pauzi

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Re: 2018 AH
« Antwort #1 am: Januar 10, 2018, 10:25:45 Vormittag »
Hi Impakt
es lebe das Frühwarnsystem... (gibt es eigentlich eins?)
Leider ist es hier in Bayern meist oder fast immer bewölkt in letzter Zeit, sonst hätte ich Ihn gewiss "gefilmt"
 :einaugeblinzel:
Gruß Pauzi

Offline Mettmann

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Re: 2018 AH
« Antwort #2 am: Januar 11, 2018, 09:23:08 Vormittag »
Freilich gibt's das:
https://www.nasa.gov/planetarydefense/overview

Nuuur 100m ist schon ein säähr kleines Bröckchen und helfen täts eh nix, weils noch keinen Spray gegen Asteroide gibt.
Und schau, eine Warnung, so würde unser Innenminister meinen, wäre nur dazu angetan, die Bevölkerung zu verunsichern.
Außerdem gäbs nur Beschwerden, selbst wenn es möglich wäre noch kurzfristig ein einigermaßen eingegrenztes Einschlagsgebiet von ein paar 1000qkm einzugrenzen, da bei der Evakuierung eh nur alle im Stau stünden.

Einen unschätzbaren Vorteil genießt das Planetary Defense Office allerdings schon,
nämlich, daß sich keiner wegen einer zu spät erfolgten Warnung dort beschweren kann,
weil, genau, sich darob keiner beschweren kann.

Und bis der technische Fortschritt soweit ist, aktiv gegen NEOs angehen zu können uuund bis die Daten weiter angewachsen und die Finanzierung gesichert ist, immer größere Geräte zum Aufspüren einzusetzen, sind wir mittem im Leben vom Tod umgeben und
halten wirs mir dem verehrungswürdigen Heinz Erhardt:

Hätte man sämtliche Berge der ganzen Welt
zusammengetragen und übereinandergestellt
und wäre zu Füßen dieses Massivs
ein riesiges Meer, ein breites und tiefs.
Und stürzte nun unter Donnern und Blitzen
der Berg in dieses Meer
            ... na, das würd’ spritzen.


 :si07:
Mettmann
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Offline Impakt

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Re: 2018 AH
« Antwort #3 am: Januar 11, 2018, 09:42:05 Vormittag »
@Pauzi
Es gibt Programme der Himmelsüberwachung die ausgebaut werden http://www.esa.int/ger/ESA_in_your_country/Germany/NEO_Gefahren_aus_dem_All.
Wenn 2015 AH die Erde getroffen hätte, dann hätte ich das gern einige Monate vorher gewusst und wäre dann zu dem Zeitpunkt mindestens 50 km entfernt gewesen.
Der Asteroid kam im Januar aus Richtung Sonne und war deshalb da nicht zu sehen. Allerdings frage ich mich warum er nicht entdeckt wurde als er noch am Nachthimmel war? Nach den Bahndaten war der Asteroid am 16. August 2017 in Opposition in einer Entfernung von 0.7 AE. Die Marsbahn hatte er um den 19. September erreicht und war dann noch bis Ende Oktober am Nachthimmel.
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Offline herbraab

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Re: 2018 AH
« Antwort #4 am: Januar 11, 2018, 09:52:22 Vormittag »
Allerdings frage ich mich warum er nicht entdeckt wurde als er noch am Nachthimmel war?

Weil er da eine scheinbare Helligkeit von nur 24mag hatte. Einen 100m-Brocken sieht man aus über 100 Millionen Kilometer Entfernung nicht so leicht.  :eek:

 :hut:
Herbert
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Offline Impakt

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Re: 2018 AH
« Antwort #5 am: Januar 11, 2018, 10:08:37 Vormittag »
@herbraah
Die absolute Helligkeit ist 22,5 https://ssd.jpl.nasa.gov/sbdb.cgi?sstr=2018%20AH;orb=1;old=0;cov=0;log=0;cad=1#cad in einer Entfernung von 1 AE. Bei 0,7 AE müßte die Helligkeit größer gewesen sein.

@Mettmann
Beschwerden werden sich nicht die Toten, aber die vielen Verletzten und Angehörigen werden den Innenminister zum Teufel jagen.  :wehe:
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Offline Mettmann

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Re: 2018 AH
« Antwort #6 am: Januar 11, 2018, 10:10:10 Vormittag »
Denn die einen sind im Dunkeln Und die andern sind im Licht. Und man siehet die im Lichte Die im Dunkeln sieht man nicht.

Eh, ich glaub, Ihr sehts zuviel Science Fiction. Einen Brocken kleiner als ein Kreuzfahrtschiff aus einer Entfernung von Einhundert Milliarden Metern orten zu können - wemmer das könnt, hätt man sich die ganze Raumfahrt sparen können,
weil man bequem von hier aus, dem Marsmännlein in die Suppenschüssel schauen könnt.

Hausaufgabe:
Die Stadt sucht einen Mörder:

Dieses nichtselbstleuchtende           M

von 2mm auf Deinem Bildschirm sei der Asteroid von 100m Durchmesser.
In welcher Entfernung stündest Du, so Du im gleichen Verhältnis entfernt Dich beföndest, wie 0,7 AE von dem Asteroiden a 100m?

(Und des dann noch durch den wabernden Luftozean der Atmosphäre).
Was die Helligkeit so eines Objektes (normale Albedo, Kugelgestalt) beträfe,
dazu übergeben wir an die Astonomibus wie den Hörb, den Rob oder den Bernd.
Uuuuund was für eine Öffnung das Rohr haben müßte und unter was für einem Winkel der Asteroid erschiene).

Ich muß..

 :prostbier:

PS: Hops, der Hörb war aber schnell! rrreschpeckt.

@Impakt:
Die Natur kennt keinen Anspruch auf Vollkasko.
Und es gibt nun mal keine höhere Gewalt als einen Asteroideneinschlag.
Uns Menschen hienieden ist ebensowenig ein Kraut dagegen gewachsen, wie seinerzeit den Sauriern
und das wird sich zu unseren Lebzeiten und der unserer Kindeskinder nicht ändern.
Also immer einen Helm tragen.
Haftbar wäre i.Ü.  für die Auslöschung Bielefelds niemand.
Anders wäre es z.B. in Teilen Australiens, wo Meteorite, sobald sie den Boden küssen (oder wohl sogar den Luftraum durchqueren) Staatseigentum sind.
Schlägt also der nächste Global Killer in down-under ein, können sich unsere mehrzelligen Nachfahren zur Schadensregulierung an die Regierung des be- und getreffenden Bundesstaat wenden.

PPS: Gibt es eigentlich einen Meteoritenkatastrophenfilm in dem der Satz:  "Officer, mein Sohn ist noch da drin!" nicht vorkommt?
« Letzte Änderung: Januar 11, 2018, 10:29:01 Vormittag von Mettmann »
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Offline herbraab

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Re: 2018 AH
« Antwort #7 am: Januar 11, 2018, 10:26:18 Vormittag »
@herbraah
Die absolute Helligkeit ist 22,5 https://ssd.jpl.nasa.gov/sbdb.cgi?sstr=2018%20AH;orb=1;old=0;cov=0;log=0;cad=1#cad in einer Entfernung von 1 AE. Bei 0,7 AE müßte die Helligkeit größer gewesen sein.

Die absolute Helligkeit gilt für eine Entfernung von 1 AE sowohl zur Erde als auch zur Sonne. In Opposition war der Asteroid zwar nur 0,7 AE von der Erde entfernt, aber 1,7 AE von der Sonne (weil er ja 0,7 AE außerhalb der Erdbahn stand).  Laut dem Minor Planet Ephemeris Service betrug die scheinbare Helligkeit zum Zeitpunkt der Opposition 23,8mag.

 :hut:
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Offline Wunderkammerad

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Re: 2018 AH
« Antwort #8 am: Januar 11, 2018, 11:08:53 Vormittag »
Ein Schlenker bleibt uns im Zweifelsfall immer noch:
https://www.youtube.com/watch?v=yM25-lz1Yms

Offline Impakt

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Re: 2018 AH
« Antwort #9 am: Januar 11, 2018, 12:18:04 Nachmittag »
@Herbert,
danke für die Antwort. Bis zu welcher scheinbaren Helligkeit sind die Objekte denn heute überhaupt zu erkennen?
Könnte 2018 AH eventuell auf Aufnahmen vom letzten Herbst nachträglich gefunden werden?
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Offline MetAur

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Re: 2018 AH
« Antwort #10 am: Januar 11, 2018, 14:54:50 Nachmittag »
Die Grenzgröße der Helligkeit lässt sich in sehr weiten Bereich verschieben; das Problem ist jedoch, dass man nicht weiß, wo man suchen muss.
Auch beim Nachweis auf früheren Aufnahmen müsste man ja genau die richtige Stelle am Himmel erwischt haben. Gerade, wenn das Objekt sehr lichtschwach ist, ist die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Zufallstreffer eher gering.
Auch bei den ständigen automatisierten Suchen im NEO-Programm muss man wegen der begrenzten Zahl der Bildpunkte einer CCD-Kamera immer einen Kompromiss zwischen Größe des Blickfelds und Grenzgröße eingehen. Letztlich vergleicht das Programm ja zwei Bilder, die in einem zeitlichen Abstand von ein paar Minuten aufgenommen worden sind, um die Eigenbewegung des Objekts zu erkennen.
 

Offline Mettmann

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Re: 2018 AH
« Antwort #11 am: Januar 11, 2018, 18:52:31 Nachmittag »
Zitat
Die Grenzgröße der Helligkeit lässt sich in sehr weiten Bereich verschieben

Na eigentlich nicht,
z.B.
das LSST mit seinem 8,4m-Hauptspiegel
https://www.lsst.org/sites/default/files/photogallery/Group_photo-full.jpg

soll im Mittel Asteroiden mit 24.6mag packen können,
entnehme ich dem etwas nichttrivialen Artikel hier:
https://arxiv.org/ftp/arxiv/papers/1506/1506.07085.pdf

 :prostbier:
Mettmann


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Offline herbraab

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Re: 2018 AH
« Antwort #12 am: Januar 11, 2018, 18:59:07 Nachmittag »
danke für die Antwort. Bis zu welcher scheinbaren Helligkeit sind die Objekte denn heute überhaupt zu erkennen?

Die derzeit aktiven NEO-Surveys reichen bis etwa 20-21mag. Das 8m LSST wird deutlich tiefer kommen, aber da müssen wir erst abwarten. Aber auch das LSST kann nicht in alle Richtungen gleichzeitig sehen, und es wird auch mit dem LSST etwas Glück bedürfen, dass ein solches kleines Objekt ins Netz geht.

Könnte 2018 AH eventuell auf Aufnahmen vom letzten Herbst nachträglich gefunden werden?

Theoretiusch wäre das möglich, praktisch eher unwahrscheinlich, weil bei 24mag müsste schon ein recht großes Teleskop zufällig zur richtigen Zeit auf den richtigen Ort am Himmel geblickt haben...

 :hut:
Herbert
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Offline MetAur

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Re: 2018 AH
« Antwort #13 am: Januar 11, 2018, 19:54:56 Nachmittag »
Zitat
Die Grenzgröße der Helligkeit lässt sich in sehr weiten Bereich verschieben
Na eigentlich nicht,
z.B. das LSST mit seinem 8,4m-Hauptspiegel [...] soll im Mittel Asteroiden mit 24.6mag packen können, [...]
Mit "sehr weit" verschieben meinte ich nicht "grenzenlos" und auch nicht für alle Anwendungen.
Soweit ich mich erinnere, lag zumindest vor ein paar Jahren der Rekord irdischer Teleskope bei fast 28 mag, und zwar auf Hawaii, mit mehreren Stunden Belichtung und der Ausreizung der Auswertungsverfahren. Außerhalb unserer Atmosphäre hat das Hubble Space Telescope sogar mindestens 31 mag geschafft.
Das Problem der NEO-Suche ist m.M. der Kompromiss zwischen Grenzhelligkeit, Suchfeldgröße und Suchgeschwindigkeit.

Offline Andyr

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Re: 2018 AH
« Antwort #14 am: Januar 11, 2018, 21:19:05 Nachmittag »
Ich nehme zudem auch an, dass das 8m LSSD überwiegend für andere Zwecke eingesetzt werden soll, als für das Aufspüren von NEOs.

 

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