Autor Thema: Emil Cohen-Autograph auf S. Julião de Moreira  (Gelesen 267 mal)

Offline Mettmann

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Emil Cohen-Autograph auf S. Julião de Moreira
« am: August 29, 2018, 17:50:11 nachm. »
Ui. Eine verschüttet geglaubte Lit.Lust?!

Na dann - Schweinchenrückender ich, grüße Euch!

Gilt Buchwald den Eisenfexxen als Säulenheiliger, so ist Emil Cohen der Kirchenvater.
Die gelernten Mineralogen im Forum werden ihn geschichtlich wohl als einen Pionier der modernen Petrographie gelernt haben, da er als erster systematisch die mikroskopische Photographie anwandte. (Fast) unzählige Erstbeschreibungen und -analysen von Eisenmeteoriten gehen auf sein Konto während seiner 20-jährigen Zeit an der Uni Greifswald, die schließlich in einer monumentalen Gesamtschau aller bekannten Eisenmeteorite der Welt münden sollte, über deren dritten Band er leider verstarb. Erst 70 Jahre später gelang Buchwald dieses Unterfangen erneut.
Und das Cohenit, wo wir uns immer so schwer tun, es vom Schreibersit herauszukennen, wurde ihm zu Ehren so benannt.
Emil Cohen war zu seiner Zeit die weltweit größte Koryphäe für Eisenmeteorite. Punkt.
Im Nationalsozialismus wurden viele seiner Schriften aus der Universitätsbibliothek entfernt,
eine Mahnung für alle diejenigen, die heut schon wieder gewisse Ansichten salonfähig machen wollen (obschon sie wohl ihren Lebtag nie einen Salon von innen  sehen werden), daß solcherlei Bestreben zu einer geistigen Vertrocknung in wirklich allen Bereichen führt.
Wenigstens war man noch so restschlau, die durch Cohens Umtriebigkeit angehäufte Belegsammlung nicht wegzuschmeißen, sie ist tatsächlich noch in der Uni Greifswald vorhanden!:
http://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Greifswald/Schaetze-aus-dem-All-Meteoritensammlung-aufgearbeitet

400 Lokalitäten umfaßt sie, das meiste von Cohen selbst. Da es bis zu seinem Ableben überhaupt nur etwas mehr als 300 Eisenmeteorite gab, steht zu vermuten, daß es seinerzeit die kompletteste Eisensammlung überhaupt war, mit der das kleine Greifswald sammlungstechnisch die Großen Drei, Wien – London – Paris, ausbrunzen konnte.
Ach gäb es noch so eifrige Custoden/Forscher in der heutigen Zeit, wo man mit einem elektrischen Fingerschnipp praktisch eines jeden Meteoriten habhaft oder ansichtig werden kann. Aber derartige Gesamtklassenfüchse scheint es bekanntermaßen nur noch bei den Monden und Märsen zu geben.
Allein – wir alle werden an dieser Stelle dem Gebrauch eines Hirnklatschsmileys zustimmen – moment… hier bitte:  :bid:

Diese Sammlung, ein wirkliches bewegliches Kulturgut allerersten Ranges, gilt als nicht museumwürdig:
http://www.universitaetssammlungen.de/sammlung/528

Oh glückliches reiches Greifswald! Dir eignet das Pommersche Landesmuseum und im Caspar-David-Friedrich-Zentrum kann man die Beise besichtigen, in der Friedrich senior aus stinkendem Unschlitt (hoffentlich kam kein armer Fettschwalk in den Kessel, kreisch!) Seifen siedete und Kerzen zog und …. und sonst…. Ähm…
Achja und für Vierfuffzich kann man die Aula und den Karzer ausgerechnet  (Doppel- :bid: ) der Uni Greifswald sich von einem als Pedell Gewandeten 45min. lang zeigen lassen.
Versteh der Himmel, warum man kein Kämmerlein mit ein paar Vitrinen zur berechtigten Cohen-Verehrung einrichtet, denn allzuviele hochmögende Söhne und Töchter von Weltrang hat diese Uni nu auch wieder nich hervorgebracht.

Immerhin wurde 1992 eine Hinweistafel an Cohens Wohnhaus angebracht.
Hätte der Leberkäs eine Haut, wäre er eine Wurscht.  (Wammerl-Joe, Feinkostgänger 1953-1988)

Offline Mettmann

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Re: Emil Cohen-Autograph auf S. Julião de Moreira
« Antwort #1 am: August 29, 2018, 17:53:27 nachm. »
Warum so länglich…?
..na hätt da was recht Feines.

Einen Separatabdruck aus dem Neuen Jahrbuch für Mineralogie, Bd I. 1889

E.Cohen:  Chemische Untersuchung des Meteoreisens von S. Julião de Moreira, Portugal,
                 sowie einiger anderen hexaëdrischen Eisen.

Sind 14 Seiten, 8°, sauber und ordentlich in Karton geheftet,
darauf handschriftl. der Titel und der Stempel des Mineralogischen&petrographischen Instituts der Uni Basel.
Im Innern ein Exlibrisstempel von Dr. Carl Schmidt – ein Schüler Cohens und Begründer eben jenes Institutes.

Nun zum Schmankerlfactor: das häufig auf vielen Autorenexemplaren bereits gedruckte „überreicht vom Verfasser“ oder dgl. gibt‘s hier nicht,
stattdessen hat Cohen mit eigener Hand drübergeschrieben:

„Herrn Dr.Schmidt mit freundl. Gruß d. Verf.“

Zum Inhalt: Cohen schreibt hinsichtl. einer Pairingsfrage und vorliegen Messwerten von anderen: „Die bei den Analysen angewandten Methoden werden nur selten in den Meteoritenarbeiten angegeben“..
In dieser Schrift gibt er deswegen seine an, was doch interessant ist, wie man in den Zeiten vor Mikrosonde und den diversen X-ray-Methoden die Elemente quantitativ bestimmt hat.

Tja, was soll man dafür nehmen?
Und bitte.. verwechselts nicht mit Niningerschriften, bei denen man scherzt, daß es recht schwierig sei ein Nininger-Buch OHNE Widmung aufzutun.
Cohen-Autographe kommen einem eigentl. praktisch nie unter, gabs, glaub ich auch im Forum hier nie.

Drum, in der Hoffnung, es reiße die andern Schriften raus, die ich gleich noch einstell, überlass ich‘s Euch, was es Euch wert ist.

Sagmer höchste Gebot (aus Faulheit, bitte hier gleich hinschreim)
bis Sonntag 23h59 kriegt‘s.

 :prostbier:
Mettmann
« Letzte Änderung: August 29, 2018, 18:14:26 nachm. von Mettmann »
Hätte der Leberkäs eine Haut, wäre er eine Wurscht.  (Wammerl-Joe, Feinkostgänger 1953-1988)

Offline Pinchacus

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Re: Emil Cohen-Autograph auf S. Julião de Moreira
« Antwort #2 am: August 29, 2018, 18:20:03 nachm. »
Hallo Mettmann,


Wenigstens war man noch so restschlau, die durch Cohens Umtriebigkeit angehäufte Belegsammlung nicht wegzuschmeißen, sie ist tatsächlich noch in der Uni Greifswald vorhanden!:
http://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Greifswald/Schaetze-aus-dem-All-Meteoritensammlung-aufgearbeitet
(...)
Allein – wir alle werden an dieser Stelle dem Gebrauch eines Hirnklatschsmileys zustimmen – moment… hier bitte:  :bid:

Diese Sammlung, ein wirkliches bewegliches Kulturgut allerersten Ranges, gilt als nicht museumwürdig:
http://www.universitaetssammlungen.de/sammlung/528

(...)
Versteh der Himmel, warum man kein Kämmerlein mit ein paar Vitrinen zur berechtigten Cohen-Verehrung einrichtet, denn allzuviele hochmögende Söhne und Töchter von Weltrang hat diese Uni nu auch wieder nich hervorgebracht.

Immerhin wurde 1992 eine Hinweistafel an Cohens Wohnhaus angebracht.

Sollten wir uns mal irgendwann auf ein oder zwei Maß sehen, können wir gerne über die diversen nötigen Kopfplatschehändchen plaudern...
So lange Fiktionsapparaturen latente Illusionen nicht manifestieren können, ist eine Realisation des Illusionären latent Fiktiv!

Be more specific! http://www.youtube.com/watch?v=PusCpQIbmCw

Offline Wunderkammerad

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Re: Emil Cohen-Autograph auf S. Julião de Moreira
« Antwort #3 am: September 01, 2018, 00:16:13 vorm. »
Dann mach ich hiermit mal den bescheidenen Anfang und schmeiß 35 Mäuse in den Ring.

Offline Dirk

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Re: Emil Cohen-Autograph auf S. Julião de Moreira
« Antwort #4 am: September 02, 2018, 22:04:48 nachm. »
Ich erhöhe mal auf 60 Euro!

 :hut:
Dirk

Offline Mettmann

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Re: Emil Cohen-Autograph auf S. Julião de Moreira
« Antwort #5 am: September 05, 2018, 16:49:01 nachm. »
...und somit geht des Eisengottes Schrub an Dich!

...und die Annonce kann gelöscht werden.

Allen Vielen Dank
& allzeit :prostbier:

Mettmann
Hätte der Leberkäs eine Haut, wäre er eine Wurscht.  (Wammerl-Joe, Feinkostgänger 1953-1988)

 

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