Autor Thema: Was tun wenn?  (Gelesen 496 mal)

[gelöschter Benutzer]

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Was tun wenn?
« am: März 10, 2019, 14:14:46 nachm. »
Hallo Forum,

wegen den aktuellen Geschehnissen,
wollte ich kurz fragen:

Falls es jemals wieder passiert, wie hat man vorzugehen bei einem Fund?

Nachdem man In situ dokumentiert, das Stück geborgen und angesprochen hat ( Fenster, Magnet, Gewicht, Strike.. )

Nehmen wir an dieses ungereinigte Stück wäre einer,
werden verschmutzte Mett`s überhaupt gereinigt oder stets im Fundzustand belassen,
zwecks Analysen zur Liegezeit und umgebendes, örtliches Material?

VG
[gelöschter Benutzer]

12,5cm x 10,5cm x 4,5cm
leicht magnetisch
680 Gramm
Strichfarbe grau / farblos
Fundort bekannt
Maßeinheiten in mm

Der auffällige Fleck ist der mir sichtbare Teil gewesen,
den ich fand als mir Oberfläche und Textur auffiel,
der Rest war bedeckt
und ja ein frisch umgelegter
mitteleuropäischer Acker...

Also, sehr wahrscheinlich kein Mett, eher ein Granit oder Basalt
aus irgendeiner Löss / Geschiebeschicht.
( wegen der beidseitigen gleichmäßigen Oberfläche,, welche schon
an einen orientierten H4 -5 erinnert. ( erinnert!)

« Letzte Änderung: Juni 25, 2019, 15:32:51 nachm. von karmaka »

Offline JFJ

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Re: Was tun wenn?
« Antwort #1 am: März 10, 2019, 16:01:21 nachm. »
Moin,

Zit.: "...Also, sehr wahrscheinlich kein Mett, eher ein Granit oder Basalt...".

Mett gibts beim Schlachter  :einaugeblinzel:

Granit (hat ein typisches Gefüge!!!!) aus "Feldspat, Quarz und Glimmer", die drei die such ich immer ...
Dein Fund weist nicht ein solches Gefüge auf.
Basalt ist es auch nicht.
Besorge Dir doch mal den "Vinx": Gesteinsbestimmung im Gelände.
Sehr gute Beschreibungen und Bilder, mit denen man im Vorfeld einiges ausschließen/bestimmen kann.

Gruß
Jörg
Ich mag Geschiebe, weil sie die entgegenkommendsten Gesteine sind.

Offline Muschgard

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Re: Was tun wenn?
« Antwort #2 am: März 10, 2019, 16:20:07 nachm. »
Hallo,

wenn es ganz genau sein muss,

eine augenscheinliche und mikroskopische Betrachtung über die DLR vermittelt kostet glaub ich 30€, wenn dann noch ein Gutachten nötig ist sind's 105€ + Versand versteht sich.

Allerdings möchten die meisten das Ergebnis dann nicht mehr teilen...

Grüße,
Michael

Offline Mettmann

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Re: Was tun wenn?
« Antwort #3 am: März 10, 2019, 23:02:41 nachm. »
Salü,

Zitat
Falls es jemals wieder passiert, wie hat man vorzugehen bei einem Fund?

Du hast es genau richtig gemacht.
Einfach hier im Forum vorzeigen.
Hier sitzt versammelt die ganze Meteoritenkennerschaft der Republiken und der Schwyz.
Darunter Sammler, denen in Jahrzehnten keine noch so seltene abgedrehte, exotische Meteoritensorte unbekannt geblieben ist,
aber auch professionelle Händler, die teilweise auf nicht unerhebliches eigenes finanzielles Risiko Wüstenfunde, die noch nicht untersucht sind, erwerben, um hernach bei günstigem Ausgang, die armen Sammler wie die Weihnachtsgäns...was aber nur mit den allerrrarsten Klassen funktioniert.
Zudem haben wir jede Menge geologisch Erfahrene und was besonders günstig ist, übers ganze Land verteilt, sodaß sie vertraut sind mit den regionalen Gesteinsinventaren und auffällige Funde bei bekanntem Fundort nicht selten sofort identifizieren können,
sowie auch in den Fachbereichen gestudierte Leut.

Wenn mans genau wissen will, kann ich nur für Meteorite sprechen:
es gibt schon Spezialisten an Universitäten und Museen im Lande und die Untersuchung ist kostenlos.

Nur mag ich die nicht nennen aus zweierlei Gründen, denn die arbeiten tatsächlich nur mit Meteoriten, sind unterfinanziert und haben zu wenige Stellen.
Die wären nicht gerade begeistert, würden sie mit endlos Feld- und Wiesensteinen zugeschmissen,
denn es ist eben wirklich so, daß da jahrelang nie ein Meteorit dabei sein wird, weilse eben so phantastisch selten sind.
(Eine US-Uni hatte mal einen Aufruf gestartet, verdächtiges Material einzuschicken. Das mussten die daraufhin sehr bald wieder einstellen, weil die Poststelle permanent aus allen Nähten geplatzt, ohne daß irgendwas auch nur halbwegs meteoritenverdächtiges dabei war).

Anderer Grund: mittlerweile ist es eine allgemeine Erkenntnis, vor Jahren, obwohl es häufiger geschehen, eher ein Rätsel.
Das Internet enthemmt. Gar nicht mal so wenige Finder, obwohl sie Null Ahnung von der Materie, finden sich nicht mit dem Urteil der spezialisierten Forscher, und zählten sie zu den anerkanntesten Spezialisten der Welt, ab. Gehen mit ihrem Fund immer weiter hausieren und verrennen sich mit jeder weiteren Enttäuschung in Weltverschwörungstheorien, daß man sie um den verdienten Ruhm und beträchtliches Vermögen betröge und werden teilweis sehr ausfällig.

Also immer schön herzeigen hier.
Wenn dann mal ein Fund etwas sein könnte, findest hier bereits schon jemand, der ihn testet - und wenns dann immer noch einer sein könnt, wird Dir geholfen, daß er tiefergehend untersucht, ggfs. klassifiziert und mit der Veröffentlichung anerkannt wird.
(im Übrigen alles kostenlos für den Finder. Lediglich für die Klassifiz gilt, man muß 20g oder 20%, was immer die kleinere Menge, als Referenz abgeben. Damit kann man mehr als Bestens leben. Ein Mett erhält seinen monetären Wert erst durch die Anerkennung).
Ist aber seit Bestehen des Forums noch nicht vorgekommen.

Schmutz, Anhaftungen ect. immer dranlassen.
(Bei Steinen besonders, wenn man mit den Mitteln, die so üblicherweis im Haushalt verfügbar,  dranginge, ruinierte man den Stein sowohl für die Forschung, als auch monetär den Sammlerwert).
Eine fachgerechte Reinigung ist ggfs. später immer noch möglich (und eh meist nur bei Eisen angezeigt).

Dieweil der Schmutz hilft, die Art der Verwitterung sowie die Herkunft des Steines zu bestimmen.

Leider gibt es immer wieder ein Gelichter, das sich für besonders begabt hält, indem es relativ günstige Wüstenfunde oder Masseneisen in die Heimat verpflanzt, um zu verkünden, es habe sie dort gefunden. Das geschieht entweder aus Gefallsucht in der Szene oder aus böswilligem Gewinnstreben, kostet ein Fund aus A, CH, D doch immer ein deutliches Vielfaches eines Steins gleichen Typs und Verwitterung aus der Wüste resp. eines Masseneisens.
Kommt zwar früher oder später immer raus, kann aber besonders ärgerlich sein, für Sammler die gutgläubig gekauft und für Forschers, die an dem Material nicht eben billige Analysen vorgenommen und Zeit vertan haben.
Aus der letzten Jahren im Forum hier, da hatten wir bspw. einen Campo del Cielo angebl. in Brandlecht gefunden, nebst Wüstensteinen ebenda oder einen Wüstling in Tyrol; sowie einen Zauberstein, der zuerst in Tscheljabinsk, danach aber noch einmal in Hamburg vom Himmel fiel...

Also, gendereiduljöh, es gelte die Anweisung, die uns Männer froh macht:  Bloß niiiie putzen!!

 :prostbier:
Mettmann
« Letzte Änderung: März 10, 2019, 23:26:41 nachm. von Mettmann »
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

Bexx

  • Gast
Re: Was tun wenn?
« Antwort #4 am: März 11, 2019, 15:46:08 nachm. »
Hallo Forum,

Danke den Antwortenden - OK.

VINX ist auf dem Weg - Danke.

Lieber Mettmann, Deine Beiträge lesen sich wie ein spannendes Buch - sehr gehaltvoll,
Danke für die investierte Zeit, auch allen anderen. Cool.

Werde oben gezeigten "Stein",
zur Übung weiter ansprechen - und Euch, wenn gewünscht über weitere Ergebnisse informieren.
( zur Übung, so zu verstehen das dass Ziel eine Benennung des Gesteins sein sollte !)

Mehr nicht OK - Eure Fachlichkeit ist mir wegweisend.

Also vielen Dank
Euch eine schicke Zeit
VG
Christian

 

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