Autor Thema: war eigentlich schon mal ein echter METEORIT dabei ?  (Gelesen 1506 mal)

Offline Muschgard

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Re: war eigentlich schon mal ein echter METEORIT dabei ?
« Antwort #15 am: Oktober 10, 2019, 15:35:20 nachm. »
Die Quote 500:1 hört sich doch schon ganz anders an als 450978066:1  :einaugeblinzel:
Er ist sicher nicht der Einzige der so etwas in D. begutachtet. Also mach dir keine Hoffnung auf eine Quote von 500:1 .

Grüße,
Michael

Offline Sikhote

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Re: war eigentlich schon mal ein echter METEORIT dabei ?
« Antwort #16 am: Oktober 10, 2019, 16:59:40 nachm. »


Aber wir werden sehen, was uns bzw. dem Hanno auf der Messe in München vom Blaugräber präsentiert wird.
Für den Fall, dass das wieder eine Blase ist... :wehe:

Gruß
Andi :prostbier:


Na,na,na Andi, bangemachen gilt nicht.  :einaugeblinzel:

Grüße
Sigrid

Offline Blaugräber

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Re: war eigentlich schon mal ein echter METEORIT dabei ?
« Antwort #17 am: Oktober 11, 2019, 08:26:58 vorm. »
ich möchte nochmal kurz den Background meiner Vorstellungen erläutern um weiterhin Mißverständnisse zu vermeiden.
Ich bin seit Jahren Heimatforscher und engagiert in unserem HISTORISCHEN MUSEUM WALLERFANGEN, das neben vielen sehr interessanten Themen auch eine spannende kleine geologische Abteilung beherbergt.
Seit dem Aufkommen der Gerüchte um den möglichen Saarland-Impakt ist diese Thematik hier natürlich sehr aktuell (Wallerfangen liegt direkt am Rande des möglichen Kraters).
Nun ist mir selbstverständlich bewußt, dass der überwiegende Teil der Fachwelt die These ablehnt, allerdings möchte ich auch die Fachkompetenz der Befürworter, die immer noch weit über meiner Eigenen steht, nicht einfach ignorieren.
Ich versuche also sehr objektiv, aber mit viel Freude an der Sache, einen mineralogischen oder geologischen Beleg für ein Impaktereignis zu finden; ich weiß auch dass die Chance sehr gering ist z.B. Impaktmetamorhosen zu finden, geschweige denn Reste eines (zu 99,9 %) verdampften Impaktors. Natürlich habe ich mich dadurch auch schon (zum Leidwesen von Frau und Kindern :einaugeblinzel:) tiefer in die Materie eingearbeitet, aber ehrlich gesagt habe ich nicht die Hoffnung mich irgendwann als echten Mineralogen zu sehen.
Sollten sich allerdings Stücke finden, die durch nichts anderes als durch einen Impakt hätten verursacht werden können, wäre das durchaus Wert in unserem Museum eine kleine Sonderaustellung oder einpaar Vorträge zu veranstalten.
Dafür reichen mir persönlich die bisher erbrachten Belege der Postulanten auch noch nicht aus.
Ich habe also wirklich gar keine selbstprofilierenden oder gar monetären Absichten.

Insofern einfach nur die Bitte an euch Spezialisten mich dabei nach Lust und Laune zu unterstützen, wer das nicht will braucht sich ja die Beiträge vom BLAUGRÄBER gar nicht erst anzuschauen. :super:


 

Offline Gibeon2010

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Re: war eigentlich schon mal ein echter METEORIT dabei ?
« Antwort #18 am: Oktober 11, 2019, 09:07:21 vorm. »
Damit handeln sich die Experten eine erhebliche Last ein - aber das ist wahrscheinlich der unvermeidliche Preis. Da muss "man" durch!
Niemand muss hier posten, wir machen das freiwillig aus Interesse am Thema.
Viele Grüße
Jens

Offline Muschgard

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Re: war eigentlich schon mal ein echter METEORIT dabei ?
« Antwort #19 am: Oktober 11, 2019, 09:59:18 vorm. »
Seit dem Aufkommen der Gerüchte um den möglichen Saarland-Impakt ist diese Thematik hier natürlich sehr aktuell (Wallerfangen liegt direkt am Rande des möglichen Kraters).
Nun ist mir selbstverständlich bewußt, dass der überwiegende Teil der Fachwelt die These ablehnt, allerdings möchte ich auch die Fachkompetenz der Befürworter, die immer noch weit über meiner Eigenen steht, nicht einfach ignorieren.
Ich versuche also sehr objektiv, aber mit viel Freude an der Sache, einen mineralogischen oder geologischen Beleg für ein Impaktereignis zu finden; ich weiß auch dass die Chance sehr gering ist z.B. Impaktmetamorhosen zu finden, geschweige denn Reste eines (zu 99,9 %) verdampften Impaktors. Natürlich habe ich mich dadurch auch schon (zum Leidwesen von Frau und Kindern :einaugeblinzel:) tiefer in die Materie eingearbeitet, aber ehrlich gesagt habe ich nicht die Hoffnung mich irgendwann als echten Mineralogen zu sehen.
Sollten sich allerdings Stücke finden, die durch nichts anderes als durch einen Impakt hätten verursacht werden können, wäre das durchaus Wert in unserem Museum eine kleine Sonderaustellung oder einpaar Vorträge zu veranstalten.
Dafür reichen mir persönlich die bisher erbrachten Belege der Postulanten auch noch nicht aus.
Ich habe also wirklich gar keine selbstprofilierenden oder gar monetären Absichten.
... leide ich an Paranoia? Geht's nur mir so?
Jedenfalls glaube ich hier ein Dejavue zu bekommen.

Auch wenn mir wieder mit Knast gedroht wird :baetsch:

Grüße,
Michael

Offline ott

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Re: war eigentlich schon mal ein echter METEORIT dabei ?
« Antwort #20 am: Oktober 11, 2019, 10:50:46 vorm. »
Hey blauGräber

Is nur meine Ansicht und ein Tipp.

Ich glaube du ziehst das Pferd von der falschen Seite auf.Wenn wenn du wirklich was finden willst .egal ob es da einen impakt gegeben hat oder nicht .

Das erste was ich mir suchen würde wenn ich neu in dem Bereich wäre , ist ein Mentor der sich im Umkreis von 100km super auskennt .Mit dem müsste man dann sämtliche gruben in der gegen besichtigen .Damit man weiß was ganz "normal " entstanden ist .Oder transportiert würde.

Als zweites Mal grob ne Tonne an unterschiedlichen HandStücken sammeln und bestimmen als VergleichsMaterial .

Als 3. Weiter sammeln und hoffen

Das ist ein LangzeitProjekt setz dir bitte kein zeitRahmen .

So würde ich ran gehen :fluester:
Man kann nur Sachen finden die nicht hin passen wenn man weiß was hin passt .Sonst ist das potenzielle Volumen zu groß.

Gruß ott

Offline Blaugräber

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Re: war eigentlich schon mal ein echter METEORIT dabei ?
« Antwort #21 am: Oktober 11, 2019, 11:33:12 vorm. »
Hallo Ott,

vielen Dank, ich denke die Standardstücke können unsere örtlichen Mineralogen recht gut entschlüsseln, die Stücke die hier gelandet sind wurden schon entsprechend vorselektiert.
Aber selbst gestandene Mineralienspezis sind oft überrascht wenn man ihnen die Viefalt an Meteoriten und Impaktgesteinen zeigt. Aus der Hüfte geschossen, denken viele immer noch Meteoriten sollten Eisenklumpen mit Nickelanteil sind.
Außerdem lernt man ja auch glücklicherweise selber dazu  :smile:
Das Ganze ist sich ja auch immer noch am entwickeln.

Offline Buchit

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Re: war eigentlich schon mal ein echter METEORIT dabei ?
« Antwort #22 am: Oktober 11, 2019, 12:47:45 nachm. »
Hallo Blaugräber,

vorab, so ein Museumsprojekt finde ich eine sehr sympathise Sache :hut: (ich war selbst mehrere Jahre in einem ähnlichen Verein in meinem Heimatort aktiv, bevor ich berufsbedingt wegziehen musste).

Aber zurück zum Thema:
Ich versuche also sehr objektiv, aber mit viel Freude an der Sache, einen mineralogischen oder geologischen Beleg für ein Impaktereignis zu finden;
Ich fürchte, Du versuchst damit das Unmögliche. Kennst Du diese Literaturstelle:
B. M. French, C. Koeberl: The convincing identification of terrestrial meteorite impact structures: What works, what doesn't, and why. In: Earth-Science Reviews. Band 98, 2010, S. 123–170
Eine Zusammenfassung ist auch in der Wikipedia zu finden: https://de.wikipedia.org/wiki/Impaktmetamorphose Es dürfte sich um eine der besten Zusammenstellungen des state of the art handeln, die es auf dem Gebiet der Impaktmetamorphose gibt.

In Kurzfassung: Ohne die Unterstützung eines Geolabors ist es für einen Laien mehr oder weniger unmöglich, die Impaktgenese einer geologischen Struktur oder eines Gesteins wasserfest nachzuweisen. Denn dazu bedarf es fast immer ausführlicher chemischer oder mikroskopischer Labortests. Die einzige Ausnahme von Impaktstrukturen, die sich makroskopisch nachweisen lassen, sind shatter cones - und auch bei diesen gibt es genügend Verwechslungsmöglichkeiten mit anderen Strukturen im Gestein (Suturen, Harnische etc.).

Ich selber sammle seit einigen Jahren Impaktgesteine, und obwohl ich von Hause aus auch kein Geologe oder Mineraloge, sondern Chemiker bin, verfüge ich über die Möglichkeit der mikroskopisch-optischen Gesteinsanalyse im Dünnschliff, die - ich glaube, ich kann das behaupten, ohne jemandem hier zu nahe zu treten - nur wenigen Amateuren zur Verfügung steht. Ich habe im Laufe der Zeit einige Präparate unterschiedlicher Herkunft selbst angefertigt und untersucht, die von gesicherten Einschlagsstrukturen stammen: Aber nicht einmal bei diesen Stücken wäre es in jedem Fall (und insbesondere: bei jedem Präparat) sicher gewesen, dass es sich tatsächlich um impaktmetamorphes Material handelt. Selbst die einigermaßen sichere Methode des Nachweises planarer Deformationselemente in Quarz oder anderen Mineralen kann also versagen. Von den Möglichkeiten der Fehlinterpretation gar nicht zu sprechen...

Es hat nicht umsonst Jahrzehnte gedauert, nachdem die These erstmals ausgesprochen wurde, bis sich die Geowissenschaft sicher war, dass selbst das Nördlinger Ries tatsächlich ein Impaktkrater ist. Und das ist noch ein gut erhaltener Krater, bei dem impaktmetamorphes Material im industriellen Maßstab abgebaut wurde und also auch für Untersuchungen tonnenweise zur Verfügung stand! Wie anders sieht es bei Strukturen aus, die schlechter erhalten sind - man denke etwa an das Beispiel der Stac-Fada-Formation in Schottland: https://de.wikipedia.org/wiki/Stac-Fada-Member

Was kann man also tun? Seriöserweise nicht viel. Sicher kannst Du versuchen, Material aus dem angeblichen "Saarland-Impakt" zusammenzutragen, das eine irgend geartete Ähnlichkeit mit Impaktiten oder Meteoriten aufweist. aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand an die oben beschriebenen Analysen macht, dürfte verschwindend gering sein. Die "Chiemgauer" haben da sehr viel "verbrannte Erde" hinterlassen. Aber ohne seriösen Beleg hat die ganze Sache leider wohl nur Kuriositätswert an der Grenze zur Verschwörungstheorie.

Last not least: Du müsstest nicht nur die Ähnlichkeit mit impaktmetamorphen Materialien belegen, sondern auch andere Bildungsmöglichkeiten ausschließen - und das setzt eigentlich voraus, dass Du die Geologie des in Frage stehenden Gebiets einschließlich seiner Industriegeschichte aus der Westentasche kennst (das will ich Dir nicht absprechen), und auch, dass man jeden Fund entsprechend kritisch ansieht: Die Impaktthese darf erst die letzte Erklärungsmöglichkeit sein, wenn alle anderen Erklärungsversuche gescheitert sind. Und dazu musst Du selbst die anderen Möglichkeiten kennen, sonst läufst Du Gefahr, wegen jedem - Pardon! - "Furz und Feuerstein" das Forum oder andere Leute (nicht zuletzt Dich selber!) verrückt zu machen...

Gruß,
Holger

 

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