Autor Thema: Frischer Suevit aus dem Nördlinger Ries  (Gelesen 5383 mal)

Offline gsac

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Frischer Suevit aus dem Nördlinger Ries
« am: Oktober 20, 2007, 13:27:47 nachm. »
Ich war vor ein paar Wochen zusammen mit meiner Frau in Süddeutschland und wir sind u. a.
auch ins Nördlinger Ries gefahren. Haben uns dort das wirklich sehenswerte Rieskratermuseum
in Nördlingen angeschaut und sind anschliessend ein bißchen dort herumgefahren. In den
Feldern rund um den Heerhof soll es ja "Flädle", die aufgeschmolzenen und im Flug wiedererstarrten
Gläser vom Riesimpakt, zu finden geben, aber wir haben nichts davon gefunden außer allerdings
ein paar sehr interessanten versteinerten Fossilien - die "Flädle" findet man da wohl eher im Frühjahr
nach dem Umpflügen, wie mir gesagt wurde. Aus dem Steinbruch Aumühle haben wir uns zwei
dicke Klötze Suevit mitgebracht, der eine um die 7 kg, der andere um die 4 kg. Die scheinen
etwas "durchweicht" von der Feuchtigkeit - wie kriegt man sowas trocken?? Sollte man sowas
in den Backofen stecken, oder reicht es, wenn ich es wochenlang bei mir zu Hause rumliegen und
einfach austrocknen lasse? Da würde mich mal eine Expertenmeinung interessieren.

Suevit findet man im Ries wohl immer noch am besten im Steinbruch Otting, wo ich schon mal vor
ein paar Jahren war, aber da ist auch etwas sumpfiges Gelände, und weil es während unseres
Aufenthalts im Ries sowieso schon tagelang stark geregnet hatte, haben wir uns mit dem Abstecher
auf den Steinbruch Aumühle beschränkt - und sahen hernach auch dort schon aus wie nach einer
Schlammschlacht, als wir mit unserer "Beute" wieder raus sind.....

Danach waren wir noch im Steinheimer Becken, von dem man ja weiß (oder mindestens annimmt),
daß es zeitgleich vor 14.7 Mio Jahren durch den Einschlag eines Steinmeteoroiden entstanden ist.
Kann ich jedem Besucher nur empfehlen! Man sieht dort, rund 50 Fahrkilometer vom Ries entfernt,
"in klein", was so ein Impakt anrichtet. Der Krater dort hat nur 2-3 km im Durchmesser, während
sich das Riesbecken über 20 km weit erstreckt. Zudem hat das Steinheimer Becken einen Zentralhügel,
und oben druff die Kneipe "Himmelsstoß", aber ich glaube, das schrieb ich schon mal...

Im Steinheimer Becken kann man, anders wohl als im Nördlinger Ries, auf den Feldern oder ggf sogar
in Straßenaufschlüssen auch noch  shattercones (Strahlenkegel) finden, wenn man zur richtigen Jahreszeit
sucht. Und ein kleines Impaktmuseum haben die dort auch, aber es war geschlossen, als wir dort waren. 

Alex

Steinesammler

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Re: Frischer Suevit aus dem Nördlinger Ries
« Antwort #1 am: Oktober 20, 2007, 14:47:53 nachm. »
Hallo Alex,

interessanter Bericht! Den Suevit würde ich möglichst "schonend" trocknen aber vorher gründlich reinigen. Ich habe vor einigen Jahren versucht Fossilien aus dem Travertintuff von Burgtonna und Ehringsdorf im Backofen zu trocknen. Die Stücke waren auch schnell trocken, allerdings sind sie dann zu Staub zerbröselt...  :eek:
Die restlichen Funde, es waren etliche Kilo, lagerten mehrere Monate in Obststiegen in unserer relativ kalten Werkstatt. Denen ist nichts passiert und trocken waren sie auch.

Grüße
Jens

Offline Dirk

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Re: Frischer Suevit aus dem Nördlinger Ries
« Antwort #2 am: Oktober 20, 2007, 16:27:33 nachm. »
Hallo Alex,

ja, ich war vor 10 Jahren das letzte Mal im Ries. Das war wirklich schön - ich muss da bald auch mal wieder hin. Die Kneipe aufm Zentralhügel des Steinheimer Beckens muss ich aber übersehen haben. Gabs die damals schon? Damals hab ich auch ziemlich viele Steinbrüche abgeklappert und auch ein paar schöne Suevitstücke gefunden - so Hand bis Kopfgröße. Flädle gab es auch in einem Steinbruch. Frag mich nicht mehr in welchem. Die sind aus dem Suevit rausgewittert und lagen dort einfach rum. Damals hab ich dann noch zwei kleine Riesbelemiten gefunden, so 2-3cm lang, schön in Scheiben zerlegt und im Steinheimer Becken ein Stück Shattercone. Später hab ich noch mal im ebay eine Handvoll Riebelemiten ersteigert, die waren größer und besser erhalten. Deinen nassen Suevit würde ich wohl an einem trockenen Ort lagern. Backofen lieber nicht. Ich glaube, die trocknen von alleine ganz gut, wenn man sie einfach trocken lagert.
Nördlingen ist schon Klasse. Liegt einfach so mitten in einem Meteoritenkrater. Faszinierend. Auch das einige Gebäude dort aus dem Impaktgestein Suevit gebaut wurden. Wirklich beeindruckend. Ein Besuch des Nördlinger Ries und des Steinheimer Beckens müsste eigentlich für jeden Meteoritensammler zum Pflichtprogramm gehören.

Grüße,
Dirk Hohmann

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Re: Frischer Suevit aus dem Nördlinger Ries
« Antwort #3 am: Oktober 20, 2007, 17:05:41 nachm. »
hallo alex
einfach an einem wettergeschützten ort kühl und langsam trocknen lassen
(schuppen, garage, keller)
flädle sind am heerhof selten geworden, gibt aber bessere stellen...
steinheim ist leergesucht, ausser ein paar ministücken ist im gelände nix mehr zu finden.
gruss olaf

Offline Mettmann

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Re: Frischer Suevit aus dem Nördlinger Ries
« Antwort #4 am: Oktober 20, 2007, 17:10:00 nachm. »
....und hier kann man sich nach Rundflügen übers Ries erkundigen:
http://www.bayerisch-schwaben.info/index.shtml?seite=bsd_flugsport&id=10498&lis_details=1

 :prostbier:
Mettmann
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Offline gsac

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Re: Frischer Suevit aus dem Nördlinger Ries
« Antwort #5 am: Oktober 20, 2007, 17:12:41 nachm. »
Danke Jens und Olaf für die Tips! Die zwei dicken Brocken liegen jetzt einfach in Stade bei
mir in der Erst- oder Zweitwohnung, wie es gerade so ist, rum, und können dort leise vor
sich hintrocknen, wochenlang ohne daß ich da bin und Unruhe verbreite. Das Zeug war naß
von außen und auch feucht bis in eine gewisse Tiefe, als ich es aufsammelte, und ich denke
mal, es wäre wirklich keine gute Idee, das jetzt in einen Backofen zu tun, sondern man sollte
es eher schön langsam einfach weiter austrocknen zu lassen. Hab ich auch vor Jahren schon
mit den Sueviten so gemacht (...ich war vor 8 oder 9 Jahren schon mal im Ries), die sind
jetzt knochentrocken, allerdings auch ziemlich "bröselig", aber so isses nun mal und die
neu aufgesammelten Stücke werden dann auch später eher bröselig daherkommen und
man darf sie nicht allzu scharf anschauen, so daß sie vor Schreck zerfallen... :-)

Alex

astro112233

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Re: Frischer Suevit aus dem Nördlinger Ries
« Antwort #6 am: Oktober 20, 2007, 17:20:50 nachm. »
Hallo Alex,

gestaltete vor einiger Zeit eine kleine Seite über das Nördlinger Ries. Dieses ist ja von meiner Heimat nicht so weit entfernt.   

Nördlinger Ries
http://www.sternwarte-singen.de/noerdlinger_ries_hauptseite1_vss2006.htm

Grüße sendet dir Konrad.   :winke:

Offline gsac

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Re: Frischer Suevit aus dem Nördlinger Ries
« Antwort #7 am: Oktober 20, 2007, 17:27:51 nachm. »
Hallo Alex,

ja, ich war vor 10 Jahren das letzte Mal im Ries. Das war wirklich schön - ich muss da bald auch mal wieder hin. Die Kneipe aufm Zentralhügel des Steinheimer Beckens muss ich aber übersehen haben. Gabs die damals schon? Damals hab ich auch ziemlich viele Steinbrüche abgeklappert und auch ein paar schöne Suevitstücke gefunden - so Hand bis Kopfgröße. Flädle gab es auch in einem Steinbruch. Frag mich nicht mehr in welchem. Die sind aus dem Suevit rausgewittert und lagen dort einfach rum. Damals hab ich dann noch zwei kleine Riesbelemiten gefunden, so 2-3cm lang, schön in Scheiben zerlegt und im Steinheimer Becken ein Stück Shattercone. Später hab ich noch mal im ebay eine Handvoll Riebelemiten ersteigert, die waren größer und besser erhalten. Deinen nassen Suevit würde ich wohl an einem trockenen Ort lagern. Backofen lieber nicht. Ich glaube, die trocknen von alleine ganz gut, wenn man sie einfach trocken lagert.
Nördlingen ist schon Klasse. Liegt einfach so mitten in einem Meteoritenkrater. Faszinierend. Auch das einige Gebäude dort aus dem Impaktgestein Suevit gebaut wurden. Wirklich beeindruckend. Ein Besuch des Nördlinger Ries und des Steinheimer Beckens müsste eigentlich für jeden Meteoritensammler zum Pflichtprogramm gehören.

Grüße,
Dirk Hohmann

Dirk, danke für Deinen Bericht. Diese Lokalität auf dem Zentralhügel im Steinheimer Becken gab es auch vor vielen Jahren schon - aber mit dem Wort "Kneipe" wird es dem ganzen vielleicht nicht so ganz gerecht, es ist ein Mittelding zwischen Kneipe, Restaurant und Erholungsstation, wenn man es im Hochsommer - uff uff bei der Hitze!! - jeschafft hat, den Zentralhügel zu Fuß zu erklimmen. Man kann sich dem Ganzen aber auch bequemer nähern per Auto, von Steinheim aus rauffahren bis zum Ende der Siedlung, und dann ein paar hundert Meter nur zu Fuß, das haben wir jetzt gemacht, aber wie gesagt: diesmal war die kleene Waldkneipe zu..

In Nördlingen gibts den "Daniel"! Das ist die Kirche dort in diesem schönen alten Ort, komplett aus Suevit gebaut. Der bröckelt jetzt leise vor sich hin und wir haben uns erzählen lassen, das werde nun mit anderem künstlichem Stein nachgebessert, nachdem ja nicht mehr soviel Suevit aus den Steinbrüchen da ist bzw der nicht mehr qualitativ so gut ist wie früher (...siehe mein Posting von eben über unsere Sammlungsstücke beim Ausflug!). Auch das Rathaus bzw dessen Treppe ist aus Suevit erbaut. An der aus Suevit erbauten Kirche in Nördlingen gibt´s noch eine Besonderheit: die haben, neben der Stadt Münster, einen der letzten aktiven "Türmer" bzw Ausrufer und tatsächlich erschallt allabendlich zu später Stunde von hoch oben ein ausgerufenes "Soooo Gsell soooo!". Die Geschichte dazu könnt ihr Euch ergooglen - ich fand das sehr originell und wir haben uns das die zwei verregneten Tage, die wir in Nördlingen waren, jeweils nach gutem bayrischen Essen spätabends in einer der dortigen Kneipen gern "livehaftig" angetan, bevor wir zurück sind in den kleenen Gasthof, in dem wir gewohnt haben. Nördlingen als Stadt mit großer Geschichte allein ist schon eine Reise wert, darin für Met-Liebhaber und Impaktinteressierte sowieso das Rieskratermuseum als Pflichtprogramm, und vor allem muß man auch sehen - und Dirk hats ja gesagt! - daß diese Stadt wirklich im Kessel des "grüsamen" Geschehens von vor 14.7 Mio Jahren liegt, nicht gerade inmitten, eher schon am bischen am westlichen Rand gelegen, aber halt doch noch im Rieskrater drin, und vom "Daniel" (siehe oben) hat man einen wunderbaren Blick über Land und den kompletten Kraterrand auch jenseits des Kessels im Osten, d.h. wenn das Wetter mitspielt. Wir waren diesmal wegen des Regens nicht oben, aber ich erinnere das aus meinem früheren Besuch "Ende des letzten Jahrhunderts"...

By the way: unsere Hauswirtin hat sich ein bißchen über die Ländergesetzgebung aufgeregt und gemeint, es nerve sie, daß man hier Aschenbecher aufstellen dürfe und dort schon nimmer oder umgekehrt, "hie und dort" bringe ich jetzt vielleicht ein bißchen durcheinander, weil ich kein Gewohnheitsraucher bin, aber es ist schon so, daß durchs Ries, ganz kurz vor Nördlingen, das zum Freistaat Bayern gehört, die Landesgrenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg geht - und man sieht die Rauchdinge und evtl. noch anderes dort diesseits und jenseits der Grenzen durchaus unterschiedlich...

Allseits noch ein schönes Wochenende wünscht
Alex
« Letzte Änderung: Oktober 20, 2007, 17:52:57 nachm. von gsac »

Offline gsac

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Re: Frischer Suevit aus dem Nördlinger Ries
« Antwort #8 am: Oktober 20, 2007, 19:57:37 nachm. »
....und hier kann man sich nach Rundflügen übers Ries erkundigen:
http://www.bayerisch-schwaben.info/index.shtml?seite=bsd_flugsport&id=10498&lis_details=1

Das kann man machen, Mettmann, und es ist auch sicher recht interessant, diesen 20-25 km im
Durchmesser großen Krater zu überfliegen für eine Übersicht, aber im Detail erschließt es sich erst,
wenn Du Dir den selbst eroberst! Es gibt dazu eine sehr detaillierte geologische Karte, ich hab die
in Stade und nicht hier, aber da kannste mehrere Wochen an bestimmten Stellen verbringen und
hast doch längst noch nicht alles gesehen. Der Herr Kavasch, ein Lehrer damals vor Ort, inzwischen
verstorben, hat ein sehr schönes Buch übers Ries geschrieben und es gibt andere. Wäre eigentlich
eine Art Altersprojekt, wenn man Zeit hat zum Wandern usw und man nicht nur mal gerade kurz
da ist, während es leider regnet...!!

Leute, wir haben hier mit dem Nördlinger Ries und dem Steinheimer Becken zwei verifizierte
Impaktkrater mit einem recht genau datierten Alter von 14.7 Mio Jahren, zudem noch relativ gut
erhalten. Die Apollo-Astronauten waren damals im Ries zum üben, warum wohl? Im Rieskratermuseum
zu Nördlingen ist eine originale Mondbrekzie zu bewundern, nebst übrigens dem ersten Neuschwanstein-
Fund vom Fall und diversen anderen Meteoriten - das ist eine Topadresse für jeden Meteoriten- oder
Impaktinteressierten, da muß man einfach mal hinpilgern, wenn man noch nicht da war. Klar, der
Barringer-Crater in Arizona, Quell all der Canyon Diablos, ist frischer und ausgeprägter, klar es gibt
bekannte Impaktstrukturen mit anderen berühmten Namen weltweit - Olaf ist der Chef! - aber hier
habt ihr es mit zwei ortsnahen Strukturen auf der Schwäbischen Alb zu tun, die man sich unbedingt
mal anschauen sollte und die man aufgrund der geografischen Nähe auch recht bequem und ohne viel
Aufwand anschauen und studieren kann...

Jeder hobbymässige Steinsammler bzw erst recht jeder selbsternannte Meteoritenfinder in spe sollte
hier erst mal hinfahren und ein paar Erfahrungen sammeln, ich nenne hier keine Namen, aber mir würden
welche einfallen aus dem Forum, jeder professionelle Met-Verkäufer sollte hier auch erst mal gewesen sein
und sich ein paar Blasen an den Füssen geholt haben, bevor es planetarisch wird mit den Verkäufen, auch
da nenne ich gerechterweise keine Namen, aber die üblichen Verdächtigen werden es schon wissen...

:prostbier:  Alex
« Letzte Änderung: Oktober 20, 2007, 20:19:38 nachm. von gsac »

Offline gsac

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Re: Frischer Suevit aus dem Nördlinger Ries
« Antwort #9 am: Oktober 20, 2007, 20:54:48 nachm. »
Wobei ich hiermit

--->>> NÖRDLINGEN <<<---

als weiteren sehr geigneten potenziellen Standort für künftige meteoritische
überregionale (Zwischenbörsen-)Treffen neben Ensisheim/München/Gifhorn
vorschlage - dies muß ja nicht als "Stammtisch" mißverstanden werden, denn
den haben wir schon in Berlin, aber der ist ja auch nur sehr regional.

Ansonsten fiele mir neben meinem Vorschlag eigentlich nur die Burg Elbogen
(Loket) in der Tschechischen Republik ein, aber das wäre dann nicht meine,
sondern des Neffen Mettmanns feine originäre Idee, wenn ich mich recht entsinne!

PS: man muß ooch mal über die aktuellen Grenzen hinaus nachdenken, oder......

Alex

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Re: Frischer Suevit aus dem Nördlinger Ries
« Antwort #10 am: Oktober 20, 2007, 22:00:32 nachm. »
kann jedem nur empfelen das ries und steinheim mal zu besuchen,
im ries ist die fundsituation allerdings seit letztem jahr deutlich schlechter geworden.
steinbrüche sind geputzt worden und mit schautafeln versehen worden.
dabei ist zb das shattercone vorkommen im bruch wengenhausen komplett erloschen
an anderen stellen siehts ähnlich aus...
gruss olaf

Zumthie

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Re: Frischer Suevit aus dem Nördlinger Ries
« Antwort #11 am: Oktober 20, 2007, 23:01:27 nachm. »
Hallo,

bin im letzten Jahr auch kurz im Ries in Nördlingen gewesen. Rieskratermuseum ist toll, aber auch wenn man nicht die Zeit hat Steinbrüche zu besuchen, so gibt es doch eine ganze Menge interessante Dinge schon in Nördlingen zu sehen. Rathaus und St.Georgskirche sind mit Suevit erbaut, und der ist stellenweise schon so bröselig, dass immer wieder Stückchen abbrechen und auf dem Pflaster herumliegen. Einige Bilder hab ich auch gemacht, die unter dem folgenden Link zu sehen sind:
http://home.pages.at/thie/ries/

Viele Grüsse
Zumthie

Offline MetGold

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Re: Frischer Suevit aus dem Nördlinger Ries
« Antwort #12 am: Oktober 20, 2007, 23:22:15 nachm. »
Hallo Zumthie,

prima Aufnahmen  :super: .

 :winken:   MetGold   :alter:
Ein ereignisreicher Tag ist mehr als namenlose Jahre - (Spruch aus einem chinesischen Kalender)

Offline Mettmann

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Re: Frischer Suevit aus dem Nördlinger Ries
« Antwort #13 am: Oktober 21, 2007, 13:34:17 nachm. »
Zitat
Das kann man machen, Mettmann, und es ist auch sicher recht interessant, diesen 20-25 km im
Durchmesser großen Krater zu überfliegen für eine Übersicht, aber im Detail erschließt es sich erst,
wenn Du Dir den selbst eroberst!

Da waren doch noch bis vor 2 Jahren, also in den Zeiten der Krise, regelmäßig Auktionen von einem Hotel in Nördlingen, Übernachtung 2 Personen, Kandlelight-Diner, Freier Eintritt ins Museum und Rundflug - und das ist meist für nur 100-150Euro geendet.
Kann mir nicht vorstellen, daß nicht mindestens ein Forumsmitglied zugeschlagen hätt, und wie wars?

Zitat
kann jedem nur empfelen das ries und steinheim mal zu besuchen,
Nun im Ries wissens wenigstens, daß sie innem Krater sitzen.
Wir hatten mal auf einer Fahrt nach Ensisheim Halt gemacht im Steinheimer Becken, sitzen also im Cafe auf dem winzigen Marktplatz auf dem Zentralhügel
und da wir keine Zeit gehabt, uns vorzubereiten und dort alles voller Hügel ect. ist, frugen wir die Einheimischen, was denn nun der Kraterwall ect.
Die ham uns angschaut, wie die letzten Spinner, denn von einem Krater hattense noch nie gehört, waren aber dennoch sehr bemüht und so kam die Dorfgemeinschaft nach längerer Beratung zu dem Schluß, daß am Ende der Straße eine alte Frau wohne, die schon immer da gelebt habe und die vielleicht wisse, ob es sowas mit Meteoriten und Krater ect. in Steinheim mal gegeben hätt.
Die sind nur stolz auf ihren Urmenschen, vom Krater wissense nix.

Zitat
sehr geigneten potenziellen Standort für künftige meteoritische
überregionale (Zwischenbörsen-)Treffen neben Ensisheim/München/Gifhorn
vorschlage

Müßt sich halt einer finden, der die ganze Organisation und v.a. die Durststrecke der ersten Jahre auf sich nehmen würde. Hihi, ich wüßt schon einen, der da jetzt wohnt  :winke:
Istn Haufen Arbeit. Würd auch nur funktionieren in zeitlicher Nähe zu einer Großmesse.
München ist immer anfang November, da ists Wetter meist schon zu greislich (ih grad schneits hier), da hat man auch keine Lust, das Ries zu erkunden.
Ensisheim ist vor St.Marie, weiß nicht, ob das dann nicht zuviel würd, 3 Messen in 2.5 Wochen.
Sunsten könnt mans ja auch unter der Schirmherrschaft des Museums machen (yayippieh, Bayrisch Schwaben, das riecht nach Bausparkassensponsoring) und in Zusammenarbeit mir dem örtlichen Tourismusverband. Ev. nochne wissenschaftl. Tagung ins Rahmenprogramm.
Ich glaub, das bräucht dann allerdings ordentlich Vorlauf,
denn wenn mans erst klein und auf Flohmarkt/Stammtischgröße begint, kriegts keinen Zulauf und versandet wieder.
Man bräucht also ein echtes Faktotum, daß sich opfert und gewaltig Dampf macht, bis es von alleine läuft, also so wie der Zelimir in Ensisheim.
Doch wer wär schon bereit, sich das anzutun?

So, ich geh jetz mal, dem Museum unsere Döskes verticken, Salüüüü!!
 :prostbier:

Apropos, kann das wirklich sein, daß nur 6 Leut aus dem Forum hier nach München auf die Messe kommen???
Ich mein mit 1000 Austellern ists die größte Mineralien-(und Meteoriten-)Messe nach Tucson (das jeden Rahmen sprengt).
Also wenn selbst so ein einheimischs Ereignis auf so wenig Resonnanz trifft, dann Oheim, bräucht man über eine weitere Meteoritenmesse glaubicht gar nicht nachdenken.


"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

Offline gsac

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Re: Frischer Suevit aus dem Nördlinger Ries
« Antwort #14 am: Oktober 21, 2007, 15:22:47 nachm. »
Man bräucht also ein echtes Faktotum, daß sich opfert und gewaltig Dampf macht, bis es von alleine läuft, also so wie der Zelimir in Ensisheim.
Doch wer wär schon bereit, sich das anzutun?

Na ja, dieser "Neue" dort vor Ort halt, dieser "Dingens", ach wie heißt er denn bloß.....??  :gruebel:
Mettmann, oute das mal, wenn Du mehr weißt - ich kann dazu mangels Info nix beitragen.

So, ich geh jetz mal, dem Museum unsere Döskes verticken, Salüüüü!!

Ja genau - schönen Gruß an den Kurator, den Herrn Dr. Schieber, von mir! Und laß mal hören, was er sich
so denkt. PS: ich hab den Herrn Dr. S als ganz angenehm und gemütlich in Erinnerung vom letzten Besuch.

Apropos, kann das wirklich sein, daß nur 6 Leut aus dem Forum hier nach München auf die Messe kommen???
Ich mein mit 1000 Austellern ists die größte Mineralien-(und Meteoriten-)Messe nach Tucson (das jeden Rahmen sprengt).
Also wenn selbst so ein einheimischs Ereignis auf so wenig Resonnanz trifft, dann Oheim, bräucht man über eine weitere Meteoritenmesse glaubicht gar nicht nachdenken.

Also es werden schon ein paar mehr als die wackeren Sechs nach München kommen, da bin ich mir sicher.
Und Nördlingen muß ja nicht zur "Meteoritenmesse" ausarten - da haben wir mit Ensisheim (und Gifhorn?)
doch schon zwei Ereignisse, die man nicht noch derart ergänzen muß, da OttoNormalVerbraucher ja
zwischendurch auch mal arbeiten und Geld verdienen muß, statt es immer nur für und auf Börsen hinzublättern.
Nein, Nördlingen kann ich mir eher als "Klausur" für ein paar (Dutzend?) Meteoritenleute, seien das nun Händler
oder Sammlerhändler oder Händlersammler oder auch Profis, jedenfalls am Thema Interessierte, vorstellen, warum
nicht gesponsored vom Museum, somit dem Land Bayern, warum nicht sogar auch von der örtlichen Bausparkasse,
weil es in Bayrisch-Schwobn ist - die paar Flyer kriegt man noch unter und die Dame von der Schwäbisch-Hall
oder wie die da heißen, ist bestimmt nett und attraktiv! Warum nicht mit einem kleinen Rahmenprogramm
(Vorträge im Museum, Exkursionen ins Umland vor allem!!)?? Neffe, red doch mal mit dem Dr. Schieber, und
dann mit dem ominösen neuen Riesbewohner - einer muß den Sack Reis in China ja anstoßen....

Nördlingen als Standort scheint mir halt ideal - vom Thema und der Umgebung her! Was der olle Stein für Ensisheim
ist, ist der Rieskrater für Nördlingen, das paßt schon sehr gut! In Mettmann bei Düsseldorf kennt man höchstens den
Neandertaler...

:prostbier: Alex
« Letzte Änderung: Oktober 21, 2007, 16:20:53 nachm. von gsac »

 

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