Autor Thema: Hamburg Messe 6.-8.12.2019  (Gelesen 1090 mal)

Offline Andreas Gren

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Hamburg Messe 6.-8.12.2019
« am: Dezember 04, 2019, 19:26:32 nachm. »
am kommenden Wochenende ist wieder die Hamburger Messe.
Wer noch ein Gutschein Code für freien Tages Eintritt brauchen kann, möge sich bei mir mit email Adresse melden.

Gruß
Andi
"Without deviation from the norm, progress is not possible."
- Frank Zappa -

Offline karmaka

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Re: Hamburg Messe 6.-8.12.2019
« Antwort #1 am: Dezember 09, 2019, 17:06:15 nachm. »
Wie war sie denn so, die diesjährige Hamburger Messe?

Offline Sikhote

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Re: Hamburg Messe 6.-8.12.2019
« Antwort #2 am: Dezember 09, 2019, 17:12:37 nachm. »
Ich weiß nix, war doch nicht da.   :nixweiss:

Grüße
Sigrid

Offline speul

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Re: Hamburg Messe 6.-8.12.2019
« Antwort #3 am: Dezember 09, 2019, 20:16:59 nachm. »
Moin,
wie wars?
meiner Meinung nach ernüchternd,
bin ca. drei Jahre nicht da gewesen, war dieses Jahr meine erste Börse und ich war enttäuscht.
Wenig Aussteller, davon die meisten mit Schmuck und Schmuck Zubehör, daneben auch Textilien (Schals, Tücher)
Wenige Mineralien/Fossilien-Stände, davon die meisten wieder mit identischen Angeboten der Marokkaner.
Einzig die Balten und Polen mit viel Bernstein.
Mets: Andy war da - nochmals Danke für die Einladung-, dann der Dehner mit seinen Moldaviten, geile Stücke mit Preisen im 4-stelligen Bereich, aber anschauen ist auch schon was!
wer noch: Der Eger war da, auch nicht mehr das, was es mal war, und irgendjemanden habe ich sicherlich auch noch übersehen, schreib ich jetzt mal zur Vorsicht mit rein  :einaugeblinzel:
Zubehör: eher wenig
Verlage: keine

Grüße
speul
Lächle einfach - denn du kannst sie nicht alle töten

Offline lithoraptor

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Re: Hamburg Messe 6.-8.12.2019
« Antwort #4 am: Dezember 10, 2019, 11:36:34 vorm. »
Moin!

Ich schließe mich den Ausführungen von speul in vielen Punkten an, aber man muss es denke ich etwas differenzierter betrachten. Es ist schlicht ein Fakt, dass die Mineralien Hamburg aus Sammlersicht immer weiter abbaut. Man muss aber auch klar sagen, dass das nicht unbedingt nur an der Messe selbst liegt. Wenn ich den Berichten von Sammlerfreunden aus der ganzen Welt Glauben schenken darf, dann ergeht es vielen Messen und Börsen nicht anders. Dafür gibt es viele Gründe.:
Der Sammlermarkt hat sich klar ins Internet verlagert. Waren Sammler-Treffen und Börsen früher die Basis für ein Miteinander, für Kauf oder Tausch, so sind dies heute Foren (wie unseres) oder Plattformen wie FB, eBay oder Catawiki. Es kommt erschwerend hinzu, dass die Sammlergemeinde bei Hobbies wie dem "Steine"sammeln extrem überaltert ist. Es gibt kaum Leute zwischen 20 und 30 Jahren - bei Kindern und Teens sieht es noch düsterer aus. Hingegen ist die Zahl derer mit Ü70 sehr groß und die, die es dann aus eigenen Kräften nicht mehr auf die Messen schaffen nehmen immer mehr zu. Das betrifft natürlich Sammler und Aussteller gleichermaßen. Da bricht also zeitgleich vieles weg, was früher eine tragende Rolle gespielt hat. Daneben hat sich der Markt in den letzten 20 Jahren drastisch verändert. Die Esoterik boomt. Die Nachfrage in diese Richtung steigt und steigt. Schmuck geht immer und natürlich gerade vor Weihnachten. So ist es doch in Summe kein Wunder, dass die Mineralien Hamburg so geworden ist, wie sie heute aussieht. Insgesamt war mein Eindruck sogar der, dass selbst die Marokkaner nicht mehr das sind, was sie mal waren, denn auch die Qualität der Massenware scheint mir deutlich gelitten zu haben. Die Preise für gute Stücke empfand ich teilweise als absurd hoch. Und ja, es gibt immer mehr Stände, die auf einer Mineralienmesse für mich so rein gar nichts zu suchen haben, da sie überhaupt nichts "S T E I N I G E S" anbieten. Ich mag sie nicht die Stände mit Metallfiguren, Tüchern, Teppichen, Wasserspendern oder Klang-Schalen oder Holzprodukten.

Die Struktur der Messe, war dieses Jahr eine Andere. Hatte man in den letzten Jahren alles über 4 Hallen zu ebener Erde verteilt, so war man dieses Jahr auf zwei Hallen zu je zwei Stockwerken gewechselt. Gab es in den Vorjahren zwei Messe-Eingänge, so gab es in diesem Jahr nur einen einzigen Eingang. Klar, das spart Kosten, aber macht es das besser?! Alle Aktionen für Kinder hatte man in die obere hintere Halle verlegt. Hier waren auch die Stände der GfG, der Bücherstand von Dr. Frank Rudolph, und natürlich der Urzeithof (mit der Präp für Kids), das Archäologische Museum (mit großer Ausgrabungsfläche), das Geotanium, ein Stand zum Feuerbohren, ein Stand mit Edelsteinschleifern (live) und die einzige Sonderschau der Messe "Schätze der Ostsee" beheimatet. Als jemand der am Freitag am GfG-Stand Dienst geschoben hat, kann ich sagen, dass es dort (in der sog. Discovery Hall) extrem leer war. Alles wäre noch viel ernüchternder gewesen, wenn es nicht eine kleine Rallye gegeben hätte, die für den Besuch einiger Schulklassen gesorgt hat. Am Samstag und Sonntag war zwar mehr los, aber insgesamt erschien mir alles deutlich schwächer, als in den Vorjahren. Gänzlich ermisst habe ich den Stand zum Goldwaschen (war immer ein Magnet für Kinder) und ein Ausstellerverzeichnis um sich besser orientieren zu können.

Im Bereich der Meteorite und Impakt-Produkte habe ich neben Andi Gren, Thomas Dehner und einigen Marokkanern auch Peter Kümmel (dieses Jahr sehr wenig Material), Erich Haiderer und Jürgen Albrecht gesehen sowie weitere Mineralien-Aussteller mit vereinzelten Stücken am Stand. (Egers habe ich nicht gesehen - würde behaupten, die waren nicht da. Meine die hätten auch alles verkauft und sind raus aus dem Geschäft.)

Bei den Mineralien gab es viel Auswahl und von Ramsch bis High End war alles da, wenn Letzteres auch nur untergeordnet. Sehr im Gedächtnis geblieben sind mir Stufen von brasilianischem Rhodonit sowie tiefgrüne bis ins Türkis gehende Fluorite aus Madagaskar (ihr wisst schon, diese Neufunde von 2018), die sogar als Massenware reichlich zur Verfügung standen. Viele der Stücke zeigten beeindruckende Phantome. Auch tolle deutsche Klassiker habe ich gesehen, etwa honiggelbe Baryte von Pöhla und sogar eine kleine Neudorf-Stufe mit Galenit und Siderit wurde angeboten (preislich völlig OK). Schnapper konnte man bei genauem Hinsehen hier und dort auch machen. Die Preise für Opale waren an vielen Ständen extrem hoch - auch bei Rohmaterial. Ich habe nur einen Stand gesehen, der hier eine Ausnahme bildete und tolles Rohmaterial zu fairen Preisen angeboten hat. Traumhafte marokkanische Achate - Highlight wie immer nicht aufm Tisch sondern darunter. ;o)

Im Bereich der Fossilien fand ich zwei Stände im Obergeschoss spannend. Einer aus Bulgarien der Andere aus Polen(?). Was Trilobiten betrifft, so habe ich nur einen einzigen Marokkaner gesehen, der eine gute Auswahl an tollen und gut präparierten Stücken angeboten hat. Der Stand stach schon letztes Jahr hervor, aber selbst dieser Stand hatte irgendwie "abgespeckt". Stände mit Fossilien sind in Hamburg insgesamt eher weniger geworden. Sehr vermisst habe ich den Stand von Reinhard Schmode.

Gruß

Ingo


Offline MetAur

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Re: Hamburg Messe 6.-8.12.2019
« Antwort #5 am: Dezember 10, 2019, 15:34:50 nachm. »
Danke für die Beschreibung der Eindrücke von der "Mineralien Hamburg" - auch wenn sie doch recht ernüchternd ausfallen.
Allein schon die hier offenbarte Notwendigkeit, darüber nachdenken :gruebel: zu müssen, wer denn nun mit einem Stand in Hamburg vertreten war, wirkt auf mich abschreckend unprofessionell.
Eine Messe, die mehr sein will als ein Wochenend-Flohmarkt auf dem Kaufhausparkplatz, hat doch nicht nur vielleicht für ihren Hausmeister einen Plan mit den Ständen, sondern veröffentlicht für Interessierte und potentielle Besucher selbstverständlich eine Liste aller Aussteller mit ihrem jeweiligen Themengebiet. Man braucht dies ja nicht mehr aufwändig zu drucken, sondern nur im Internet zu veröffentlichen und kann es täglich aktualisieren. Wie es aussieht, ist das aber nicht geschehen, was ich wirklich nicht verstehen kann.

Offline Sikhote

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Re: Hamburg Messe 6.-8.12.2019
« Antwort #6 am: Dezember 10, 2019, 17:46:23 nachm. »
Hallo Ingo,

danke für den ausführlichen Bericht. Mich würde noch interessieren, ob Material vom diesjährigen Libyschen Fall angeboten wurde und wie das Angebot an Mond-Mets war.

Im Internet hatte ich vor der Börse ein Ausstellerverzeichnis gefunden. Wenn es das jetzt nicht mehr gedruckt gab, heißt das, dass es im nächsten Jahr wohl auch so aussieht und man vorher gucken muss, wer von den bekannten Händlern anwesend ist.

Das Treffen nach der Börse habe ich als zuhause Gebliebene vermisst,  :traurig: ansonsten habe ich wohl nicht viel verpasst. HH steht aber im nächsten Jahr wieder in meinem Terminplan.

 :winke:
Sigrid

Offline metnet

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Re: Hamburg Messe 6.-8.12.2019
« Antwort #7 am: Dezember 10, 2019, 23:55:47 nachm. »
Im Internet hatte ich vor der Börse ein Ausstellerverzeichnis gefunden. Wenn es das jetzt nicht mehr gedruckt gab, heißt das, dass es im nächsten Jahr wohl auch so aussieht und man vorher gucken muss, wer von den bekannten Händlern anwesend ist.

Hallo Sigrid,

ich empfinde das Online-Herstellerverzeichnis nicht als Nachteil, sondern als Vorteil. So konnte ich schnell sehen, dass es in diesem nur wenige Meteoriten-Anbieter gab - und habe mir Hamburg gespart.

Davon abgesehen, kann ich die pessimistische Sichtweise von "lithoraptor" Ingo nur teilweise nachvollziehen. Da ich mich intensiv im Internet tummele, habe ich beobachtet, dass das Geschäft dort in den letzten Wochen deutlich angezogen hat. Zwar werden die Mondmeteoriten tendenziell immer billiger, aber davon abgesehen wechseln gerade viele teure Stücke ihre Besitzer. Das mag teilweise mit Weihnachten zusammenhängen, aber nicht nur. Manchmal kann man sogar googeln, wo die Stücke gelandet sind - und die Käufer sind keineswegs nur alte Leute oder spinnerte Heilstein-Freaks. Kopf hoch!

Viele Grüße
Jürgen

Offline lithoraptor

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Re: Hamburg Messe 6.-8.12.2019
« Antwort #8 am: Dezember 12, 2019, 13:28:14 nachm. »
Moin Jürgen!

Davon abgesehen, kann ich die pessimistische Sichtweise von "lithoraptor" Ingo nur teilweise nachvollziehen. Da ich mich intensiv im Internet tummele, habe ich beobachtet, dass das Geschäft dort in den letzten Wochen deutlich angezogen hat.

Dir ist aufgefallen, dass Du mit diesen zwei Sätzen einen großen Teil meiner Kernaussagen bereits bestätigt hast, oder?! Ich würde weiterhin meinen, dass meine Einschätzungen zur Hamburger Börse durchaus realistisch - nicht pessimistisch - ist. Ich sammle seit etwa 35 Jahren und bin sicher seit weit mehr als 25 Jahren (ohne Unterbrechung) Besucher auf der Mineralien Hamburg (auch wenn diese damals noch Hamburger Mineralientage genannt wurde) und es hat sich einfach viel getan von damals zu heute. Die Masse an Ständen mit Trommelsteinen, geschliffenen Quarzen, Kugeln, Pendeln und sonstigem (teils unsteinigem) Gedöns, welches einen gestanden Sammler (sein es nun Mineralien, Fossilien, Meteorite oder Artefakte) nicht sehr interessiert, hat dramatisch zugenommen. Im gleichen Maße haben Stände mit für Sammler eher spannenden Dingen abgenommen. Das kommt nicht von ungefähr. Die Klientel hat sich (aus den oben beschriebenen Gründen) einfach geändert.

Im Übrigen ziehen beinahe alle Geschäfte kurz vor Weihnachten deutlich an - ist doch ein alter Hut - ähnlich wie Blumen zu Muttertag.  :einaugeblinzel: Natürlich gibt es dabei immer Bereiche, die herausstechen und da steht Schmuck ganz weit oben im Ranking. Auch das ist kein Geheimnis.

So konnte ich schnell sehen, dass es in diesem nur wenige Meteoriten-Anbieter gab - und habe mir Hamburg gespart.

Auch das ist eine Entwicklung der letzten Jahre bzw. Jahrzehnte, der ein (meiner Meinung nach) falsches Verständnis von Börse/Messe aus Sicht des Sammlers zu Grunde liegt. Sicher, das Ziel jedes Händlers ist es auf einer Messe viel Umsatz bzw. Gewinn zu machen, wie es auch Ziel der Betreiber ist, mit der Bereitstellung von Räumlichkeiten und guter Werbung Aussteller und Besucher anzulocken um an diesen Geld zu verdienen. Die Intention, welche einen Sammler früher zu einem Messe-Besuch veranlasst hat, war aber nicht nur die des Erwerbs neuer Exponate, sondern auch die des geselligen Treffens, des Wissens- und Erfahrungsaustausches. Vielfach hat man Sammlerfreunde aus der ganzen Welt nur zu diesem Anlass (einmal im Jahr) treffen und sprechen können. Das ALLES ist heute anders. Mittels Foren, diversen Social Media Kanälen, Programmen wie Skype oder WhatsApp hat fast jeder die Gelegenheit beinahe pausenlos und teils in Echtzeit mit (fast) jedem auf der Welt zu kommunizieren, sich auszutauschen und natürlich auch Handel zu betreiben. Was das betrifft, so sind wir heute völlig überfrachtet.
Für einen Kauf brauchst Du man das Haus nicht mehr verlassen. Shoppen kann man bequem von der Couch aus. Selbst einen PC braucht es nicht mehr. Ich habe schon viele Angebote per WhatsApp gesehen, die qualitativ, quantitativ und preislich jedes Angebot eines Händlers (sei es nun im Internet oder auf einer Messe) ausgestochen haben, da sie z.B. direkt vom Finder bzw. Mienen-Betreiber kamen. So toll das Ganze auch ist, so wird eine Sache allerdings gern übersehen bzw. ignoriert: Kommunikation für sich genommen ist nicht "sozial", da fehlen Aspekte, die man als Mensch schlicht braucht und die nur der persönliche Kontakt bietet. Ich bin daher nicht der Erste, der die schöne Social-Media-Welt als "unsocial" bezeichnet - viele haben das längst erkannt.

EINSCHUB: So ist es denn auch kein Wunder, dass es schon Gegentrends gibt. So hat Deutschland beispielsweise die weltweit größte Brettspieler-Szene (Ja, viel größer als die in Amiland!). Diese Szene hat aktuell einen enormen Zulauf - ironischer oder auch logischer Weise gerade aus den Generationen heraus, die mit Video- und PC-Spielen aufgewachsen sind. Eben genau DIE ehemaligen Kinder, denen man früher eine Computer-Verseuchung oder viereckige Augen unterstellt hat. :weissefahne: Die Preise für Brettspiele sind explodiert (da träumt jeder Meteoritenhändler von) und die weltweit größte Brettspielmesse die "Spiel" in Essen stellt jedes Jahr neue Besucher-Rekorde auf (2019 waren es über 200.000 - das schafft keine Mineralienmesse). EINSCHUB-ENDE

Man darf mich gerne antiquiert nennen, aber ich sehe/verstehe Messen noch immer anders und ich würde mich sehr freuen, wenn es wieder mehr Sammler geben würde, die es mir gleich täten. Ich fahre nicht ausschließlich zum kaufen auf Messen. Wie oft bin ich schon auf Messen unterwegs gewesen mit dem festen Wissen, dass ich nichts kaufen werde - aus Überzeugung, da ich gerade "satt" war oder auch mal mangels Liquidität, einfach nur, weil ich dort viele befreundete Sammler, Händler und Wissenschaftler treffe, mich mit diesen im persönlichen Gesprächen austauschen und Neues lernen bzw. sehen kann?!


... und die Käufer sind keineswegs nur alte Leute oder spinnerte Heilstein-Freaks. Kopf hoch!

Nur der Vollständigkeit halber: Das habe ich nie behauptet. Ich würde mich sogar auf die Aussage versteifen wollen, dass Heilstein-Freaks kaum bis gar keine hochpreisigen Meteorite kaufen. Sieht man mal von Leuten ab, für die Geld nicht so die Rolle spielt, da sie im Überfluss davon haben, so werden hochpreisige Meteoriten doch eher von Leuten gekauft, die diese zu schätzen wissen. Dies setzt aber eine mehr oder weniger vorhandene profunde (Fach-)Kenntnis in der Materie voraus, welche es erlaubt in einem zumeist ja eher wenig farblich ansprechenden Stück das Besondere zu sehen. Dem Gros der Esoteriker, denen ich bisher begegnet bin, kann ich diese Fachkenntnis jedoch getrost absprechen. Hierbei ist auch zu berücksichtigen, dass sich Fachkenntnis und esoterische Ansichten in vielen Punkten gegenseitig ausschließen, da widersprechen.

@ Sigrid:

Frisches Material aus Libyen ist mir nicht bewusst untergekommen. Frische Marokkaner/Algerier gab es. Ich muss aber auch klar sagen, dass ich nicht besonders auf frische Fälle fokussiert bin. Mondmaterial war in eher kleineren Fragmenten vorhanden. Habe allerdings nicht nach den Preisen gefragt. Marsianer gab es auch - durchaus auch ein schönes Stück dabei.

Gruß

Ingo

Offline metnet

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Re: Hamburg Messe 6.-8.12.2019
« Antwort #9 am: Dezember 12, 2019, 16:19:55 nachm. »
Davon abgesehen, kann ich die pessimistische Sichtweise von "lithoraptor" Ingo nur teilweise nachvollziehen. Da ich mich intensiv im Internet tummele, habe ich beobachtet, dass das Geschäft dort in den letzten Wochen deutlich angezogen hat.

Dir ist aufgefallen, dass Du mit diesen zwei Sätzen einen großen Teil meiner Kernaussagen bereits bestätigt hast, oder?! Ich würde weiterhin meinen, dass meine Einschätzungen zur Hamburger Börse durchaus realistisch - nicht pessimistisch - ist.

Hallo Ingo,

wahrscheinlich habe ich mich ein bisschen zu kurz gefasst um verständlich zu sein. Deinen Aussagen zur Hamburger Messe wollte ich nichts entgegenhalten. Das kann ich im Grunde nicht beurteilen, weil ich erst viel zu kurz dabei bin. (Den Trend zur Esoterik wage ich trotzdem zu bestätigen.)

Als "pessimistisch" empfand ich nur die Aussage, dass junge Leute nicht mehr zur Sammlergemeinde zählen würden. Meine These: Es gibt durchaus eine "mittelalte" Sammlergemeinde, aber eben online. Natürlich ist diese Gemeinde weniger greifbar, die Community weitgehend virtuell, wenn überhaupt vorhanden. Und ohne persönliche Kontakte gibt es weniger Austausch, weniger Gemeinsamkeit und wahrscheinlich weniger Spaß. Aber ich würde daraus nicht schlussfolgern, dass die Leute nicht mehr sammeln. Der Ebay-Händler beispielsweise hat kaum mehr als die Adressen seiner Käufer, weiß nicht ob die alt oder jung, dick oder dünn sind. Aber: In vereinzelten Fällen konnte ich schon nachvollziehen, wer ein Fragment gekauft und anschließend auf der eigenen Website präsentiert hat. Ich kann mich da zum Beispiel an ein Online-Foto eines US-Amerikaners in den Vierzigern erinnern, der eine ganze Reihe von NWA 5000 präsentierte.

Vor einigen Wochen hatte ich hier im Forum - vielleicht erinnerst du dich, Ingo - eine Diskussion angezettelt, ob das Meteoritenhobby überhaupt eine Zukunft habe oder nur eine Sache alter Männer sei. Nachdem ich zunächst der Überalterungsthese anhing, habe ich das im Laufe der Diskussion verworfen. Das Sammeln hat sich bestimmt verändert, verlagert und neu aufgestellt, aber das hat auch Vorteile (für mich jedenfalls). Wenn ich mir ansehe, was bestimmte Meteoritentypen früher gekostet haben, hätte ich mir das nicht ernsthaft leisten können oder mögen. Mehrere Tausend Euro für einen Mondmeteoriten oberhalb der Sichtbarkeitsschwelle auszugeben, hätte mich sicherlich abgeschreckt. Die Preise sind nicht nur deshalb gepurzelt, weil mittlerweile viel mehr Material vorhanden ist, sondern auch, weil man online Preise vergleichen und günstige Angebote finden kann. Das ist natürlich schlecht für die Händler, aber prima für mich. Manchmal finde ich Meteoriten beim einen Händler zum Drittel des Preises, den ich woanders gesehen hatte. Auf einer Messe, um auf dieses Thema zurückzukommen, hätte ich den Preisvergleich nicht in der gleichen Weise. Theoretisch könnte ich versuchen, mich der dortigen Fachsimpelei anzuschließen, die bestimmt erquickend sein kann - aber da ich trotz intensiver Beschäftigung mit Meteoriten noch immer zu den Anfängern zähle, könnte ich nicht ernsthaft mitreden. Ich denke, wer gerade seinen ersten Campo kaufen will (nicht ich!), ist mit Fachdiskurs überfordert und mit dem Internet gut bedient.

Bestimmt kann ja eine Messe tatsächlich Brücken schlagen, junge Leute begeistern - aber nur wenn es dort sehr attraktive Veranstaltungen für Laien gibt. Zu bedenken ist außerdem, dass man schon mehr als ein Anfangsinteresse haben muss, um ein paar Hundert Kilometer nach Hamburg zu fahren. Geld ist in unserer Gesellschaft ausreichend vorhanden, zumindest ab den mittleren Jahrgängen, aber Zeit ist ein knappes Gut. Ich denke, die hochkarätigen Meteoritenkenner - so wie du, Ingo - haben doch gute Orte für sich geschaffen, zu Beispiel die Kolloquien oder Ensisheim. Vielleicht traue ich mich auch mal auf ein Kolloquium, auch wenn mein Fragen und Meinungen noch kein professionelles Niveau erreicht haben...

Viele Grüße
Jürgen

Offline Mettmann

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Re: Hamburg Messe 6.-8.12.2019
« Antwort #10 am: Dezember 12, 2019, 19:25:00 nachm. »
Pssst Ihr zwei,

Benjamin Franklin hat gesagt:

Alte Knaben haben genauso ihr Spielzeug wie die jungen, der Unterschied liegt lediglich im Preis.

https://kuerzer.de/gellsoists

 :einaugeblinzel:
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I'll never speak to you again."
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Offline Sikhote

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Re: Hamburg Messe 6.-8.12.2019
« Antwort #11 am: Dezember 12, 2019, 20:51:58 nachm. »
Hallo Ingo, hallo Freunde,

vielen Dank für die Ergänzungen, Ingo.
Die nächste große Börse in Ensisheim wird sicher wieder so viel im Angebot haben, dass man mach tolles Angebot übersieht. Man kann dann sowieso nicht alles erwerben kann, was man gerne hätte. Aber das wäre mir in Hamburg trotz des geringeren Angebots sicher auch so gegangen.

Grüße
Sigrid

Offline Pinchacus

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Re: Hamburg Messe 6.-8.12.2019
« Antwort #12 am: März 24, 2020, 19:07:37 nachm. »
So wie es aussieht war die Mineralien Hamburg 2019 die letzte.

Behaltet sie in guter Erinnerung!
So lange Fiktionsapparaturen latente Illusionen nicht manifestieren können, ist eine Realisation des Illusionären latent Fiktiv!

Be more specific! http://www.youtube.com/watch?v=PusCpQIbmCw

Offline lithoraptor

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Re: Hamburg Messe 6.-8.12.2019
« Antwort #13 am: März 27, 2020, 22:58:07 nachm. »
Moin!

So wie es aussieht war die Mineralien Hamburg 2019 die letzte.

Ja, so ist es. Die Messeleitung hat mir mitgeteilt, dass "die Mineralien Hamburg aus betriebswirtschaftlichen Gründen eingestellt wird". Der Trend deutete sich ja schon länger an.
Ich werde unseren Stammtisch sehr vermissen. :crying:

Gruß

Ingo
 

Offline gsac

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Re: Hamburg Messe 6.-8.12.2019
« Antwort #14 am: März 28, 2020, 05:10:07 vorm. »
Sehr schade!  :crying:
« Letzte Änderung: März 28, 2020, 05:27:05 vorm. von gsac »

 

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