Autor Thema: Bamling bei Wallerfing 1888  (Gelesen 289 mal)

Offline ott

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Bamling bei Wallerfing 1888
« am: Juli 03, 2020, 10:44:30 vorm. »
Hallo zusammen

Hat von euch schon mal von dem Meteoritenfall von Bamling bei Wallerfing Bayern gehört?
Ich habe folgenden Text gefunden und hoffe ihr könnt mir vielleicht mehr dazu sagen?

Zitat
   Meteoritenfalle und Funde in Niederbayern
Bamling bei Wallerfing

Am 5. 6. 1888 fielen zwei Meteoriten mit gewaltigem
Krach und blitzartigem Aussehen in ein landwirtschaft-
liches Anwesen, jeweils ins Wohnhaus und in den Stadel,
welcher total niederbrannte. Das Wohnhaus wurde schwer
beschädigt, so waren in der Decke 80 Löcher sichtbar
und 4 qm Decke wurden heruntergeschlagen. Man fand
später im Gebälk einen viereckigen glühendheißen Klum-
pen. Erst nach zirka einer Stunde hatte er zu glühen
aufgehört und das ganze Stück wurde ganz grau wie ein
Stück von einem Wetzstein. Der Meteorit, dessen Zusam-
mensetzung unbekannt blieb, wurde um 1950 dem
Geologischen Landesamt München gemeldet und als ein
Meteorit identifiziert. Man übergab ihn einer Münchner
Landessammlung. Angaben über das Gewicht liegen
leider nicht vor.
   

Wäre schön wenn jemand was weiß oder in seine Literatur was finden würde.

Danke ott

Offline Thin Section

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Re: Bamling bei Wallerfing 1888
« Antwort #1 am: Juli 03, 2020, 12:18:33 nachm. »
Hallo Ott und Forum,

In Nicht von dieser Welt - Bayerns Meteorite (Bayerisches Landesamt für Umwelt, 2012, pp. 128) wird er nicht erwähnt!

Bernd  :winke:


P.S.: "... einen viereckigen glühendheißen Klumpen. Erst nach zirka einer Stunde hatte er zu glühen aufgehört ..." Das klingt nicht nach einem authentischen Meteoritenfall!
(247553) Berndpauli = 2002 RV234

Das Ärgerlichste in dieser Welt ist, dass die Dummen todsicher und die Intelligenten voller Zweifel sind. (Bertrand Russell, britischer Philosoph und Mathematiker).

Offline Mettmann

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Re: Bamling bei Wallerfing 1888
« Antwort #2 am: Juli 04, 2020, 08:24:56 vorm. »
Zitat
Hat von euch schon mal von dem Meteoritenfall von Bamling bei Wallerfing Bayern gehört?

Ja, alle aufmerksamen, geneigten Leser:
https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=12448.msg148500#msg148500

Wie man sieht, ist Niederbayern eine "Dense Collection area", welche alle anderen europäischen Landstriche ausbrunzt und locker mit der Sahara mithalten kann....

Ich hoffe Du läßt Dich durch die Namen der Gemeindeteile Wallerfings von einer In-Situ-Nachforschung abhalten, die da heißen:
Ammersöd, Einöden, Englöd, Hacklöd, Hansöd, Hirlöd, Oberviehhausen..usw.

Allerdings gibts da jeden August ein Bulldogfest; Hanomag, Fendt, aber hptsl. Lanz und mit kirchlicher Andacht und Traktoristensegnung vor der Hauptattraktion: dem Baumstammziehen - ebenso derf nicht unerwähnt bleiben, daß am Vortag dort der "Tag der bayrischen Gurke" begangen wird (daraus läßt sich historisch ableiten, daß dort atypisch für die niederbairische Landwirtschaft, wo die Groußbauern achtspännig gefahren...die Böden sehr mager sein müssen, was wiederum die Ortsnamen erklärt)
- also alles was Dein Herz begehrt.

 :prostbier:
Oberviech Mettmann

PS: Ach Znaim, zur Gurkenblüte !- da wollte mein Oheim Gsac einmal im Leben nicht hin....
« Letzte Änderung: Juli 04, 2020, 09:02:09 vorm. von Mettmann »
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Offline Wunderkammerad

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Re: Bamling bei Wallerfing 1888
« Antwort #3 am: Juli 04, 2020, 10:29:54 vorm. »
In der Causa Wallerfing würde ich, der Beschreibung nach, einen Ausbruch von einem der legendären bayrischen Chiemgau-Vulkane für wahrscheinlicher halten (80 Löcher im Dach, glühend). Wenn der Wind von Ober- nach Niederbayern weht, dürfte die Verbringung von Auswurfmaterial kein Problem sein.

Jo mei. (Sorry, das ist off topic, musste aber sein. Himmelssteiniget mich.)

Offline Mettmann

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Re: Bamling bei Wallerfing 1888
« Antwort #4 am: Juli 04, 2020, 18:25:35 nachm. »
Ich vermute eher ein Suppenbrunzer*-Versagen -> Blitz und Hagelschlag.
Hätte sich dasselbe ab den Neunzehnhundertsiebzigern zugetragen, handelte es sich um die lukrative "Heiße Sanierung".

*Der Suppenbrunzer ist besonders in Niederbayern und dem Bayerischen Wald des ausgehenden 19.Jhdts verbreitet.
Was dem heidnischen Nordmenschen sein Buddelschipp, ist der S. dem gottesfürchtigen Niederbayer und Waldler:
Eine Hlg-Geist-Taube wird in eine Glaskugel appliziret und über dem Tisch in der Wohnstube aufgehungen.
Der aus der Speisenschüssel aufsteigende Dampf (bei den Waldlern fressen noch heute alle aus einer gemeinsamen Schüssel) kondensiert an der Glaskugel und tröpfelt in die Speise zurück.
Er feit vor Unheil und ist zugleich Wettersegen.

Und funktioniert! Es ist empirisch wasserdicht bewiesen, daß noch nie ein Meteorit in ein Haus eingeschlagen ist, in dem ein Suppenbrunzer aufgehungen.

(Wegen der günstigen Wirtschaftslage in BY und der selbstverliebten Überhöhung vermeintl. Brauchtums kostet ein neuer Suppenbrunzer nun schon das 30-50fache einer gewöhnl. Christbaumglaskugel fernöstl. Produktion, die ebenfalls mit Taube gefüllt.)

Interessant finde ich allerdings diese Niederbairische Aufstellung schon - was mag der Anlaß sein, daß dort die Leut soviel Meteoritisches ruochten, als das Thema überhaupt allg. nicht präsent war? Gab es vielleicht einen lokalen Nininger dorten oder hatte am End der legendäre Mühlhias mit dem "Bankabräumer" in seinen apokalyptischen Prophezeiungen ihnen einen Meteoritenfall anzeigen wollen?

 :gruebel:

Auwei, jetzt seh ich schon den Mathias seinen örtl. Glasbläser beauftragen, einen Sikhote in eine Glaskugel einzuschließen, damit dieser seine Kollegen auf seinen Wunderkammerwellington lenke..
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Offline Wunderkammerad

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Re: Bamling bei Wallerfing 1888
« Antwort #5 am: Juli 04, 2020, 18:45:01 nachm. »
Gute Idee! Vom Schweizer Künstler Not Vital hab ich mir schon mal in Murano-Glaskugeln eingeschlossene Schneebälle fabrizieren lassen http://www.sent-online.ch/persunas/vital_not/ouvras/images/snowball.jpg  -  und just hats geschneit. Wär doch gelacht, wenn das mit Himmelssteinen nicht auch ...



 

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