Autor Thema: Moldavit Expertise gefragt  (Gelesen 525 mal)

Offline hugojun

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Moldavit Expertise gefragt
« am: August 14, 2020, 11:55:22 vorm. »
Liebe Foristen , insbesondere Moldavit-Kenner,
in 2005 habe ich in dem touristischen Ort Karlsbad in einem Mineralien-Laden einen Moldaviten erstanden zum preis von 750 tschechischen   Kronen, heute ca 30 Euro.
Durch diesen Bericht ab Seite103  bin ich nun verunsichert:


https://xmbl.files.wordpress.com/2016/01/sp15.pdf

Wie ich dort erfahren habe , ist die Nachahmung der Moldavite keine chinesische Erfindung , sondern war schon zu Beginn des 20.Jarhunderts beliebt.
Weil ich kein Spezialist auf dem Gebiet bin , wende ich mich an euch.
Da Ferndiagnosen doch sehr wage sein können , habe ich mich bemüht , soviel als möglich Information zu geben.
Da die Dichte der Moldavite nicht wirklich diagnostisch ist , habe ich mich auf optisches Erscheinungsbild konzentriert.
In den ersten beiden Bildern zunächst die Größe der Stückes in Vorder-und Rückansicht auf 5x5 mm Papier mit typischen Relief.





Um das Innenleben sichtbar zu machen , habe ich das Probestück in eine geeignete Immersionsflüssigkeit gelegt.
Wegen wahrscheinlich hoher Oberflächenspannung eignet sich Wasser kaum , da es zu sehr starker Blasenanhaftung an der Oberfläche kommt , die Blasen des Innenraums vortäusche könnten. Ich habe mich deshalb für Isopropanol entschieden, und um ganz Sicher zu gehen , im Exsikkator unter Vakuum eventuelle Anhaftungen zu entfernen .
In Bild 3 & 4 sollten somit nur noch Blasen des Innenraumes zu sehen sein.





Als Abschluss noch im polarisierten Licht die Spannungsverhältnisse im Glas.
Bild 5&6





Da von den in der Literatur gegebenen Kriterien , nur die Blasen vorhanden sind, zweifele ich an der Echtheit des Moldavits.
Insbesondere vermisse ich (oder Übersehe ich?) die Schlieren Bildung und vermisse Bereiche von 
Lechatelierite?
Da ja nichts über ein geschultes Auge und die Erfahrung geht , möchte ich gerne eure Meinungen hören.
Gruß
Jürgen 

PS: Die Verzerrung der Bilder bitte ich zu entschuldigen , ich kann sie mir nicht erklären.




Offline Kraussi

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Re: Moldavit Expertise gefragt
« Antwort #1 am: August 14, 2020, 11:59:01 vorm. »
Hallo Jürgen,

Du kannst beruhigt sein, Dein Moldavit ist 100% echt  :super:

VG
Andreas

Offline ott

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Re: Moldavit Expertise gefragt
« Antwort #2 am: August 14, 2020, 12:58:13 nachm. »
Hallo Jürgen,

Du kannst beruhigt sein, Dein Moldavit ist 100% echt  :super:

VG
Andreas

Und auch noch schön dazu :fluester:

Gruß ott  :prostbier:

Offline hugojun

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Re: Moldavit Expertise gefragt
« Antwort #3 am: August 14, 2020, 14:34:55 nachm. »
... einiges nochmal unverzerrt:










Offline Muschgard

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Re: Moldavit Expertise gefragt
« Antwort #4 am: August 14, 2020, 16:53:40 nachm. »
Hallo Jürgen,

Du kannst beruhigt sein, Dein Moldavit ist 100% echt  :super:

VG
Andreas

Und auch noch schön dazu :fluester:

Gruß ott  :prostbier:
...was macht euch denn da so sicher?
Das alleinige Vorhandensein von Bläschen lässt jedenfalls viele Fragen offen.

Grüße,
Michael

Offline hugojun

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Re: Moldavit Expertise gefragt
« Antwort #5 am: August 15, 2020, 13:02:59 nachm. »
Hallo Leute,

vielen Dank für eure Meinungen.

Ein Grund, weshalb ich die Lechatelierite übersehen haben könnte, ist das geringe Aufkommen von 0,15 bis 0,16
 Vol % mit einem Maximum von 36% (abs. 0,06 %) bei ca. 93 µm Größe.
Diese Info stammt aus einer Studie von Kinnunen 1990.

Da müsste man mit dem Mikroskop ran und das würde dann die Herstellung eines Präparates bedeuten.
Also für den Laien ungeeignet?  :crying:

Gruß
Jürgen

Offline Moldavitarier

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Re: Moldavit Expertise gefragt
« Antwort #6 am: August 16, 2020, 00:44:12 vorm. »
Hallo Jürgen,

so nun melde ich mich auch endlich zum Thema zu Wort. Der Moldavit ist zu 100% echt, wie Andreas schon gesagt hat. So gut, wie die Fälscher mittlerweile sind, aber eine derartige Oberflächenskulpturierung bekommen die noch nicht hin. Der Moldavit könnte von Besednice Stoh sein. Es kommen aber auch andere Fundatellen in Frage, da eine ähnliche Skulpturierung bei verschiedenen Fundstellen vorkommen kann (bedingt durch ähnliche chemische Verwitterung und ähnliches vorheriges Transportverhalten/Abrieb). Ich werde morgen noch mal genau nachsehen.

Länglich-ellipsoide Blasen sprechen zudem auch für die Echtheit des Moldavits, da in den Fälschungen meist keine oder allenfalls kugelförmige Blasen enthalten sind. Lechatelierite findet man nicht in jedem Moldavit aber hier kann man mit dem Lichteinfallswinkel spielen. Da kommen manchmal dann doch Lechatelierite oder zumindest Schlieren zum Vorschein, die dann absolute Sicherheit geben, da in Obsidianen oder Fälschungen nicht vorhanden (zumindest Lechatelierite).

Ist das eine Bild unter gekreuzten Polarisatoren oder warum ist da die Farbe so komisch?

Von Isopropanol rate ich als Immersion ab. Erstens brennbar, zweitens können die Dämpfe oder die Flüssigkeit bei Einatmen/Verschlucken toxisch wirken und drittens ist der Brechungsindex mit 1,37 zu klein. Das ist auch ein Grund, warum keine Lechatelierite sichtbar sind. Aber trotzdem sind die Immersionsbilder richtig gut geworden!

Gruß
Micha

Offline hugojun

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Re: Moldavit Expertise gefragt
« Antwort #7 am: August 16, 2020, 11:38:32 vorm. »
Hallo Micha ,
vielen Dank für Deine Einschätzung .
Ja, die meisten Moldavite , die ich hier im Forum gesehen habe
sind doch ziemlich „abgerollt“ und da kam mir mein scharfkantiges Belegstück ( Skulpturierung )  schon suspekt vor.
Zur Immersion hatte ich zunächst Olivenöl ( nD=1.47) verwendet , aber die eigen Farbe des Öls wirkt sich unvorteilhaft
aus. Vielleicht probiere ich mal Rapsöl , wenn das farblos ist.
Bei den Immersions-Aufnahmen ist ein Zirkular-pol-Filter unterlegt und zur Aufnahme der Glasspannung mit einem Linear-pol-Filter in “Dunkelstellung“ abgedeckt.
Alle Fotos sind mit dem Handy gemacht.

Gruß
Jürgen


Offline hugojun

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Re: Moldavit Expertise gefragt
« Antwort #8 am: August 16, 2020, 14:19:16 nachm. »
.....

an diesen beiden Exemplaren bin ich fündig geworden.
Mit der Stereolupe in Olivenöl immergiert und unter Ausnutzung der Spannungsdoppelbrechung ,
 habe ich zwei Beispielhafte Lechatelierite einfangen können und farbig kontrastieren können.



In dem rechtenExemplar befindet sich eine extrem lange Blase , die etwas einem Einschlagtrichter ähnelt.



Im Linken Lechatelierite „twisted „ neben dem dunkelen Einschluss ,  und „flange-like „ ,

wie George Baker sie beschreibt.( A und C )








Offline Thin Section

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Re: Moldavit Expertise gefragt
« Antwort #9 am: August 16, 2020, 15:53:37 nachm. »
Hallo Jürgen,

Anbei eine ältere Aufnahme von mir bei 16-facher Vergrößerung!

Bernd  :winke:
(247553) Berndpauli = 2002 RV234

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Offline hugojun

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Re: Moldavit Expertise gefragt
« Antwort #10 am: August 16, 2020, 16:11:45 nachm. »
Hallo Bernd ,

stammt das Bild von einem "Rohling" in Immersion , oder sind die Oberflächen plan-poliert?

LG
Jürgen

Offline Thin Section

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Re: Moldavit Expertise gefragt
« Antwort #11 am: August 16, 2020, 17:43:02 nachm. »
Hallo Jürgen,

es handelt sich um einen facettierten Moldaviten, die Flächen sind also planpoliert. Ich legte
das Stück auf einen Glasträger, der am Mikroskop bei 16-fach von unten durchleuchtet wurde.

Bernd  :winke:
(247553) Berndpauli = 2002 RV234

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Offline Thin Section

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Re: Moldavit Expertise gefragt
« Antwort #12 am: August 16, 2020, 18:13:52 nachm. »
Hallo Jürgen,

Hier eine Aufnahme von dreien meiner facettierten Moldavite. Die obige (ältere) Aufnahme wurde von dem 0.13 gr wiegenden Moldi gemacht!

Bernd  :winke:
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Offline hugojun

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Re: Moldavit Expertise gefragt
« Antwort #13 am: August 16, 2020, 18:14:44 nachm. »
Hallo Bernd,

 :bid: stand ja am Rand  des Fotos "faceted",

bin trotzdem überrascht , wie gut das ohne Öl funktioniert!

LG Jürgen


 

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