Autor Thema: Aminosäuren im Aquas Zarcas?  (Gelesen 706 mal)


Offline Wunderkammerad

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Re: Aminosäuren im Aquas Zarcas?
« Antwort #1 am: August 17, 2020, 13:44:02 Nachmittag »
Das ist natürlich immer interessant. Andererseits hatten wir das freilich auch schon, Murchison zum Beispiel.

Was mich im Detail interessieren würde: sind eigentlich alle CM2 derart gesegnet? Winselwan zum Beispiel, da habe ich diesbezüglich noch nichts gelesen. Bei den C und CI Klassen scheint das ja durchweg weniger ausgeprägt zu sein.

Kollege Phil aka OrgaMet?


Offline locastan

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Re: Aminosäuren im Aquas Zarcas?
« Antwort #2 am: August 17, 2020, 14:32:24 Nachmittag »
Auf dem Murchinson wird im Artikel auch bezug genommen. Durch das jüngere Falldatum von AZ, konnten aber modernere Analysenmethoden am frischen Material eigesetzt werden.

Offline Sikhote

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Re: Aminosäuren im Aquas Zarcas?
« Antwort #3 am: August 17, 2020, 16:29:07 Nachmittag »
Vielen Dank für den Bericht, Mario!

Jbilet Winselwan ist kein Fall, vielleicht wird deshalb nicht so intensiv an ihm geforscht.

Grüße
Sigrid


Offline Andyr

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Re: Aminosäuren im Aquas Zarcas?
« Antwort #4 am: August 17, 2020, 16:58:03 Nachmittag »
Stimmt, bei Funden wäre eine Analyse der Aminosäuren aufgrund der terrestrischen Kontamination nicht wirklich sinnvoll. Uns selbst bei Fällen ist die Kontamination nicht ganz unproblematisch.

Grüße

AndyR

Offline Wunderkammerad

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Re: Aminosäuren im Aquas Zarcas?
« Antwort #5 am: August 17, 2020, 17:41:12 Nachmittag »
Klar spielt die terrestrische Kontamination eine Rolle bei Winselwan, der zwar außerordentlich frisch erscheint, aber eben kein beobachteter Fall ist. Bei Murchison sind nicht umsonst die unmittelbar nach dem Fall gefundenen Massen relevant. Ebenso Aguas Zarcas, wobei man sicherlich zwei Einschränkungen machen muss: wissenschaftlich relevant sind die Funde vor dem Regen, zudem ist das Fallgebiet mit seinen Feldern und Wäldern organisch wesentlich stärker angereichert und damit kontaminationsträchtiger als die Wüstengebiete im Falle von Murch und Winselwan.

Geradezu ideale Bedingungen herrschten im Falle von Tagish Lake - beobachteter Niedergang auf einer Eisfläche und umgehend quasi schockgefroren. Nur war leider der Gehalt an Aminosäuren etc. bei dem C2-ung wohl deutlich geringer als im Falle von CI (Orgueil, Ivuna) und CM (Murch, Murray).

Ein starkes Argument für fallfrisch geborgene Proben von Aguas Zarcas ist allerdings, wie oben erwähnt, tatsächlich der Sachverhalt, dass zweifellos inzwischen verfeinerte Analysetechniken zur Verfügung stehen. Fazit: wir brauchen mehr CIs und CMs, die unter scharfer Beobachtung auf zugefrorenen Seen oder Himalayagletschern niedergehen.

Offline Thin Section

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Re: Aminosäuren im Aquas Zarcas?
« Antwort #6 am: August 18, 2020, 19:29:36 Nachmittag »
Zu Aguas Zarcas, Murchison und Aminosäuren in denselben gibt es bei MAPS (= Meteoritics And Planetary Science) folgenden Artikel:

GLAVIN D.P. et al. (2020) Extraterrestrial amino acids and L-enantiomeric
excesses in the CM2 carbonaceous chondrites Aguas Zarcas and Murchison.

(MAPS 55-01, 2020, 001-026, doi: 10.1111/maps.13451)


Bernd  :winke:

P.S.: In dem von Mario gestern gegebenen Link in dt. Übersetzung kommt auch Glavin D.P. zu Wort. Unter anderem sagt Glavin dort:

"Wir entdecken das Leben selbst nicht, aber die Komponenten sind alle da"
(247553) Berndpauli = 2002 RV234

Das Ärgerlichste in dieser Welt ist, dass die Dummen todsicher und die Intelligenten voller Zweifel sind. (Bertrand Russell, britischer Philosoph und Mathematiker).

 

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