Autor Thema: Eigenbau: Flachspirator  (Gelesen 959 mal)

Offline locastan

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Eigenbau: Flachspirator
« am: November 24, 2020, 16:46:28 Nachmittag »
Hallo liebes Forum,

ich habe die letzten Wochen einen Flachspirator gebastelt, weil die zum kaufen so sündhaft teuer sind.

Ich habe dazu auch ein (englisches) Instructable verfasst. Diese Anleitung findet Ihr hier: https://www.instructables.com/DIY-Vibrating-Flat-Lap/

Bei Fragen und Anmerkungen dazu könnt ihr mir gerne auch hier schreiben. :)

Liebe Grüße,
Mario.

Offline Met1998

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Re: Eigenbau: Flachspirator
« Antwort #1 am: November 25, 2020, 12:52:41 Nachmittag »
Hallo „Bastel-Mario“,
da hast du ja wieder viel Mühe und Arbeitszeit in diesen Flachspirator gesteckt.  :super:
Ich glaube aber kaum, dass den im Forum jemand nach baut, ein aufwendiges Gerät.
Aber wenn ich den Preis für solche Internet-Produkte sehe kann ich dich verstehen!   

Wer nur russisch in der Schule hatte, muss Dr. Google bemühen, deshalb evtl. nicht alles verstanden. Hier meine Anmerkungen/Fragen:

- Die Wanne muss deshalb an drei Ketten frei hängen (waagerechtes Tänzchen), damit sie vibriert und nicht der ganze Tisch/Gestell wackelt?

- Das Wichtigste scheint deshalb eine waagerecht schwebende Wanne zu sein, damit das Schleifmittel sich über die ganze Fläche verteilt?

- Du hast eine Waschmaschinenwanne in der du abwechseln zwei Töpfe hängst/austauscht. Einen mit  Wasser und Schleifmittel und anschließend den Topf mit der Filz-Polierplatte?

- Werden 5 verschieden Schleifkörnungen 80, 400, usw. bis 1200 verwendet? Also täglich alle 12 Stunden) eine andere Körnung?
Oder nur eine 80er Körnung?

- Poliermittel wird dagegen nur eine Art verwendet?

Ich habe dein Instructible genossen und warte auf glatte und glänzende „Felsen“:laughing:
Hat Google das alles richtig verstanden?  :gruebel:

Zu den Supermagneten für den Motor brauche ich nichts fragen, solch Dinger habe ich an meinem Meteoritensucher.
Ich weiß wie das klatscht, wenn die (mit 120 kg Haftkraft) an Metall donnern!

Auf das steinige Ergebnis bin ich hier im Forum sehr gespannt!  :wow:

Gruß Ehrfried  :winke:
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Offline locastan

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Re: Eigenbau: Flachspirator
« Antwort #2 am: November 25, 2020, 15:48:43 Nachmittag »
Hi Ehrfried,

Zitat
- Die Wanne muss deshalb an drei Ketten frei hängen (waagerechtes Tänzchen), damit sie vibriert und nicht der ganze Tisch/Gestell wackelt?
- Das Wichtigste scheint deshalb eine waagerecht schwebende Wanne zu sein, damit das Schleifmittel sich über die ganze Fläche verteilt?

Ja genau, das Ding soll nicht durch die Garage wandern. Und waagrecht hängen, damit sich nicht der ganze Kladderadatsch nur an einer Seite der Pfanne sammelt und das Schleifmittel schön umgewälzt wird.

Zitat
- Du hast eine Waschmaschinenwanne in der du abwechseln zwei Töpfe hängst/austauscht. Einen mit  Wasser und Schleifmittel und anschließend den Topf mit der Filz-Polierplatte?
- Werden 5 verschieden Schleifkörnungen 80, 400, usw. bis 1200 verwendet? Also täglich alle 12 Stunden) eine andere Körnung?
Oder nur eine 80er Körnung?

Die ersten Pfanne mit den Vertiefungen nutze ich für die Schleifgänge von 80 bis runter zu 1200 Korn. Danach kommt für die schöne Glanzpolitur die Pfanne mit dem Filz und da kommt dann auch nur das Aluminiumoxid "Universalpoliermittel für alle Steinarten" rein. Darin wird aber auch mit etwas Wasser naß poliert.

Ich werde ein paar Ergebnisse einstellen sowie sie fertig getanzt haben. :)

Gruß Mario.

Offline locastan

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Re: Eigenbau: Flachspirator
« Antwort #3 am: Dezember 01, 2020, 10:41:14 Vormittag »
Erste versuche mit der Polierpfanne...es ist nicht so einfach wie man vielleicht denkt.

Hartes Material wie Quarze, Jaspis und Achat polieren einwandfrei, aber das weichere Zeug wie z.B. der Rhodochrosit im Stück wird reliefartig abgetragen. (Siehe Bilder.) Kristalline Quarz-zonen zeigen auch den verlust von oberflächennahen Kristallen, die angeschnitten wurden. Diese Effekte sind denke ich der starken Reibung des Filzes geschuldet, die beinahe loosen Kristalle wurden einfach rausgerüttelt.

Bei der flachschleiferei in der "Pfanne fürs Grobe" gibt es so einen unterschiedlichen Abtrag nicht. Daher muss ich wohl bei solchen Stücken nach der 1200er Vorpolitur in der Pfanne ohne Filzeinlage anschließend mit der Hand ran.

Das ist nicht weiter schlimm. Die Steine sind dann bereits so plan, dass sie auf einem Wasserfilm auf der Glasplatte wie auf einem Luftkissen gleiten!  :wow: Nach ein paar Minuten mit der Hand auf 1000->2000->5000 ist die Oberfläche Spiegelglatt. Eine unglaubliche Erleichterung im Vergleich zu vorher direkt vom Schnitt über Stufen mit groberen Schleifpapieren.

Liebe Grüße,
Mario.

Offline Met1998

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Re: Eigenbau: Flachspirator
« Antwort #4 am: Februar 27, 2021, 17:45:23 Nachmittag »
Vibrierender Flachrundschleifer

Hi Mario,
Dein Flachschleifer funktioniert ja doch etwas anders als so ein Spirator:
https://www.youtube.com/watch?v=PLzHPPRyXoc
 
Wenn so eine unglaubliche Arbeitserleichterung zu verzeichnen ist, gibt es dafür jetzt, oder in Zukunft schon einen,
fachlich richtig Begriff? (Partizip)  :gruebel:

Nachdem du dich und mich überzeugt hast, dass dein neuer Eigenbau, ob weich ob hart, super funktioniert,
https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=12632.msg154028#msg154028
wie müsste man die fertigen Stücke/Steine/Schlacke dann nach der Bearbeitung richtig benennen?:  :nixweiss:
- gerüttelt, (wasserkissengerüttelt)
- gespiratort,
- gevibratort,
- dreidimensional-flachgeschliffen, ... usw.???

Das hat ja eigentlich nichts zu tun mit Begriffen wie:
- getrommelt,
- gemugelt,
- geschliffen (flach)
- geschliffen (Glasscheibe)

Zwar eine ähnlich Methode, es ist aber wieder eine andere, neue Art der Oberflächenbearbeitung. Zumindest für mich!
Mario, schwierige Frage: Welchen Vorschlag würdest du für deinen Eigenbau favorisieren? :nixweiss:

Gruß „Ehrfried“  :hut:
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Offline locastan

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Re: Eigenbau: Flachspirator
« Antwort #5 am: Februar 27, 2021, 19:01:56 Nachmittag »
Hi Ehrfried,

in Fachkreisen handelt es sich tatsächlich um eine Flachschleifmaschine bzw. Flachspirator. Solche gibt es neben der vibrierenden Variante auch noch Geräte, die mit oszillierendem Teller arbeiten. Was rauskommt ist aber in allen Fällen einfach nur "flachgeschliffen".

Gruß Mario.

Offline Met1998

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Re: Eigenbau: Flachspirator
« Antwort #6 am: Februar 27, 2021, 20:21:05 Nachmittag »
Nur noch mal so:
Könnte man (theoretisch) durch die Vibration, falls sich die Dichtungen, Gummis und Plaste nicht auflöst,
damit auch Eisen-Meteorite mittels verdünnter Salpetersäure, NITAL oder dergleichen ätzen?
Widmanstätten-Struktur, Neumannschen Linien sichtbar machen?  :gruebel:

 :wow:  :fluester:
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Offline locastan

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Re: Eigenbau: Flachspirator
« Antwort #7 am: Februar 27, 2021, 20:24:01 Nachmittag »
Hi Ehrfried,

zum Ätzen braucht es keine Vibration, vorher zum planschleifen und polieren, ja. Geätzt wird dann im Tauchbad.

Gruß Mario.

Offline Met1998

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Re: Eigenbau: Flachspirator
« Antwort #8 am: März 02, 2021, 09:49:44 Vormittag »
Hi Mario,
danke für deine PM zu meiner Theorie:  :super:
Vibrierendes Säurepolster darunter oder darüber!

Genau so dachte ich, du hast meine Gedanken in Worte gefasst!
Wenn ein planes Eisenscheibchen (Ränder abgeklebt/versiegelt) in einer Glasschüssel in dem von dir gebastelten Flachspirator sein Tänzchen vollführt, müsste die giftige, ätzende, verdünnte Salpetersäure oder Eisenchlorid, doch die Taenit, Plessit und Kamazit Kristalle (Eisen-Nickellegierung) schön hervortreten lassen.
Einfache Lösung ohne ätzende Lappen, Tücher und Pinsel.  :pro:

Und die Sauerei wie hier, hätte ein Ende. :fingerzeig:
https://www.youtube.com/watch?v=a89xCVSlIPs

Versuch macht kluch! :wow:
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