Autor Thema: Sericho Farbätzung und Magnetismus III  (Gelesen 235 mal)

Offline hugojun

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Sericho Farbätzung und Magnetismus III
« am: Januar 06, 2021, 22:25:57 Nachmittag »

.... Um die hartmagnetischen Areale (Domäne) von den weichmagnetische Eisen-Phasen zu unterscheiden,
ist die Sericho -Scheibe zunächst einem Dauermagnet mit einer Feldstärke von ca. 540mT ausgesetzt worden.
Anschließend wurde mit einem Elektromagneten ein Wechselfeld erzeugt und mit ca. 10mT die Scheibe entmagnetisiert.
Entmagnetisiert bedeutet in diesem Fall, alle weichmagnetischen Phasen wurden entmagnetisiert, die magnetischen Domänen
der hartmagnetischen Phase sind durch dieses geringe Wechselfeld nicht zerstört worden.
Anschließend wurde ein metallisches Areal (Foto 1 im ersten Beitrag rotes Quadrat und Foto 1 hier) im Stützmagnetfeld
von ca. 135mT unter dem Mikroskop im normalen Auflicht fotografiert.



Über dem gleichen Areal wurde nun mit dem Magento-optischen Sensor und polarisiertem Licht
fotografiert

 

Die Tetrataenit- „cloudy zone“-Übergangs- Phase ist  im Bild 2 die dunkle Linie, die durch das Stützmagnetfeld
und der Eigenmagnetisierung die Durchlässigkeit des Sensors aufhebt. Wie oben angegeben, reicht die Umpolung
durch das Stützfeld nicht, um das Feld der magnetisierten Tetrataenit- „cloudy zone“-Übergangs- Phase umzukehren,
dies würde geschehen, wenn ein Stützfeld von ca. 180 mT angelegt würde.
Natürlich kann man diese Methode anwenden, ohne diese wunderschöne Farbätzung aufzutragen, diese diente in diesem
Beitrag nur dem Verständnis und der Anschaulichkeit. Die Graustufen des Magnetfeldes – Fotos (Foto 2) könnten sogar
gegen die magnetische Feldstärke kalibriert werden, sodass die in der Eisenphase verbliebene Magnetfeldstärke gemessen werden kann.

LG
Jürgen

Offline Hungriger Wolf

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Re: Sericho Farbätzung und Magnetismus III
« Antwort #1 am: Januar 06, 2021, 23:48:20 Nachmittag »
Hallo Jürgen!

Interessante Ergebnisse!  :super:

weichmagnetische Metall-Phase/entmagnetisiert (ungefärbter Tetrataenit 50% Ni, 50% Fe)
hartmagnetische Metall-Phase/magnetisch (blau gefärbten Kamacit 4-7% Ni, Rest Fe)

Nun meine Frage:

Wenn man auf die Metall-Oberfläche direkt feine Eisen-Partikel (ev. in einem unpolaren Lösemittel) auftragen würde, entsteht dann auch ein analoges magnetisches/nicht magnetisches Muster/Eisen-Partikel-Verteilung?

Grüsse  :einaugeblinzel:
Achim
 
 
« Letzte Änderung: Januar 07, 2021, 00:48:21 Vormittag von Hungriger Wolf »

Offline Hungriger Wolf

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Re: Sericho Farbätzung und Magnetismus III
« Antwort #2 am: Januar 07, 2021, 00:57:14 Vormittag »
Hallo Jürgen!

Interessante Ergebnisse!  :super:

weichmagnetische Metall-Phase/entmagnetisiert (blau gefärbten Kamacit 4-7% Ni, Rest Fe)
hartmagnetische Metall-Phase/magnetisch (ungefärbter Tetrataenit 50% Ni, 50% Fe) 

Nun meine Frage:

Wenn man auf die Metall-Oberfläche direkt feine Eisen-Partikel (ev. in einem unpolaren Lösemittel) auftragen würde, entsteht dann auch ein analoges magnetisches/nicht magnetisches Muster/Eisen-Partikel-Verteilung?

Grüsse  :einaugeblinzel:
Achim

Offline locastan

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Re: Sericho Farbätzung und Magnetismus III
« Antwort #3 am: Januar 07, 2021, 09:20:14 Vormittag »
Hallo Jürgen,

sehr schöne Artikel und interessante Paper. Vielen Dank. Ich hab wieder was gelernt heute.  :hut:

Gruß Mario.

Offline hugojun

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Re: Sericho Farbätzung und Magnetismus III
« Antwort #4 am: Januar 07, 2021, 10:13:45 Vormittag »
Hallo Jürgen!

...

Nun meine Frage:

Wenn man auf die Metall-Oberfläche direkt feine Eisen-Partikel (ev. in einem unpolaren Lösemittel) auftragen würde, entsteht dann auch ein analoges magnetisches/nicht magnetisches Muster/Eisen-Partikel-Verteilung?

Grüsse  :einaugeblinzel:
Achim

Hallo Achim,
dummerweise habe ich es unterlassen, ein Größenmaßstab im Bild anzubringen.
Das Dreieck in Bild 2 hat eine Kantenlänge von knapp 4 mm. Damit ergibt sich eine Dicke der dunklen Linie von ca. 14µm.
Das ist schon eine sehr gut laterale Auflösung.Da ich ein Stützfeld angelegt habe, ist das Foto quasi ein Negativ, um die Umrisse und Position
 der Linie in diesem Dreieck zu sehen. Ohne Stützfeld hätte man nur die Linie als Leuchtspur ohne Bezug zum Hintergrund gesehen.
Die Eisenpartikel sollten dann schon Staubartig sein, ich weiß es nicht, kannst es ja mal probieren .

LG
Jürgen

Offline hugojun

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Re: Sericho Farbätzung und Magnetismus III
« Antwort #5 am: Januar 07, 2021, 10:16:35 Vormittag »
Hallo Mario ,

nochmals schönen Dank für schöne Färbe-Arbeit

LG
Jürgen

 

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