Autor Thema: Trommelsteine  (Gelesen 4267 mal)

Offline Met1998

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Re: Trommelsteine
« Antwort #45 am: Juli 07, 2021, 08:45:57 Vormittag »
Faseriges, versteinertes Holz dachte ich zuerst. :gruebel:      

Aber dieses flaserige, hellgrau Gestein mit Kalifeldspat und graublauen Quarzen ist ein 3 cm Flasergneis:
Verlängerte Minerale durch Verformung im tektonischen Spannungsfeld.
Flaserig = geädert, gemasert, durch s-förmig gebogene Spitzen geteilt.
Ist im Bild 5f rechts, sind die getrommelten s-Spitzen gut zu erkennen. Die schwarzen Minerale sind Glimmer (Biotit).
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Offline Eckard

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Re: Trommelsteine
« Antwort #46 am: Juli 07, 2021, 09:33:44 Vormittag »
Hej Ehrfried,

interessantes Steinchen, das ich nicht als Flasergneis bezeichnen möchte, eventuell als Bändergneis. Viel mehr jedoch erscheint er mir als Ultramylonit.
Ich kann auf dem Holzweg sein, lerne darum gerne hinzu.

 :winke:
Eckard
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Offline Met1998

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Re: Trommelsteine
« Antwort #47 am: Juli 08, 2021, 10:52:21 Vormittag »
Hallo Eckard,
ein 6 cm und 8 cm Flasergneis und ein 7 cm Bändergneis aus unseren Tagebauen.
Vermutlich aus Böhmen/Tschechien, die findet man hier öfters mal. Unsere Geologen und Sammler nennen sie so.
Das Rätsel-Thema hatten wir schon, guck mal hier:

https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=10741.msg146626#msg146626

In dem jetzigen 3 cm Stück sind die linsenförmig ausgeprägte Feldspäte (und Quarze),  durch Druck und Hitze, eben schön längs „gebügelt“ :wow: und es ist jetzt auf Hochglanz getrommelt.

Auch der Buch-Coautor B. B. aus München nennt sie Flasergneis (15. Bild):
https://www.isar-kiesel.de/kristallingesteine.html

Gruß der „Längsbügelfried“ :einaugeblinzel:
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Offline Eckard

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Re: Trommelsteine
« Antwort #48 am: Juli 08, 2021, 14:47:41 Nachmittag »
Hej Ehrfried,

 :imsorry: Das hat mich alles noch nicht überzeugt. Ich sehe in dem 5x_3 noch immer keinen Flasergneis, denke immer noch eher an Mylonit.

 :winke:
Eckard
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Offline Eckard

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Re: Trommelsteine
« Antwort #49 am: Juli 09, 2021, 11:08:59 Vormittag »
Moin Ehrfried,

noch ein Angebot: Cordierit-Gneis (wenn auch keinen 'Granaten' darin sind). In dem kleinen Steinchen muss niht alles vorhanden sein.

Gruß nach SFB
 :winke:
Eckard
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Offline locastan

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Re: Trommelsteine
« Antwort #50 am: Juli 09, 2021, 16:12:46 Nachmittag »
So..heute mal auch wieder was aus meiner Trommel:

Ich habe keinen blassen Schimmer was für eine hübsche art von Schlacke das ist. Magmatisch? Industrie?  :gruebel:

Die hellen Linien sind nachträglich mit Quarz gefülllte Risse. Die Pünktchen sind unterschiedliche Materialien die teilweise kugelig an- und eingeschmolzen sind. (siehe nächsten Post mit Mikroskopbildern)

Gruß Mario.

Offline locastan

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Re: Trommelsteine
« Antwort #51 am: Juli 09, 2021, 16:14:28 Nachmittag »
Noch ein paar Detailfotos am Mikroskop. Hier sieht man auch die nadelige Struktur der Matrix. Schein langsam erkaltet zu sein das ganze.

Gefunden wurde das Kieselchen im Rheinschotter.

Gruß Mario.


Offline Met1998

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Re: Trommelsteine
« Antwort #52 am: Juli 14, 2021, 08:08:50 Vormittag »
Vom „Gold der Ostsee“ wieder zu Trommelsteinen:
Nun sind aus einem Erzgebirgler, über Rheinland Pfalz, mehrere Niederlausitzer geworden.
Die richtige Schnittrichtung ist entscheidend! :wow:

Vor zwei Jahren hat mir ein hiesiger Schnittmeister diesen 27 cm Achat-Brocken, quer anstatt längs wie ein Brötchen, durchgesäbelt.
Vermutlich wegen Einspann-Problemen in schmaler Längsrichtung.
Somit war nach dem „falschen“ :fluester: Schnitt an den zwei Hälften, nur eine sehr dünne Achat-Ader zu sehen.
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Offline Met1998

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Re: Trommelsteine
« Antwort #53 am: Juli 14, 2021, 08:15:23 Vormittag »
Ein hier bekannter Forumler  :einaugeblinzel: hatte testweise die Idee, an seinen Maschinchen noch mal eine Hälfte des Brockens entlang der Ader, in mehrere dünne Scheiben aufzuschneiden.

Da aber solche „Vierkantplatten“ in der Achatwelt nicht gerade der Renner sind :streit:, gab ich meine Zustimmung die Platten in brauchbare 4 bis 8 cm Schönheiten :gruebel: weiter zu zerkleinern und dann ein Tänzchen in der Trommel vollführen zu lassen.
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Re: Trommelsteine
« Antwort #54 am: Juli 14, 2021, 08:22:03 Vormittag »
Was dabei heraus kam seht ihr hier – Volltreffer, lauter schöne „Schinkenhäppchen“! :einaugeblinzel:

Aus einem nichtssagenden, dünnen Ader-Brocken wurden schöne Vitrinen-Stücke! :wow:

Fazit: Ideen und Mut muss man haben. Was sagte der „Polierbär“?
Versuch macht kluch!

Gruß Ehrfried  :hut:
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Offline locastan

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Re: Trommelsteine
« Antwort #55 am: Juli 14, 2021, 09:22:29 Vormittag »
Ja. genau so isses!  :hut: :einaugeblinzel:

Mit großem Gerät könnte man aus der anderen Hälfte vielleicht noch 4 viertelkreis Buchstützen schneiden. Dafür ist mein Blatt aber dann doch zu klein.  :nixweiss:

Gruß Mario.

Offline Met1998

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Re: Trommelsteine
« Antwort #56 am: Juli 21, 2021, 07:54:41 Vormittag »
Jetzt getrommelt, ein Stück aus unserem ehem. Tagebau Niemtsch.
Ein bunter 5 cm Lydit?, oder vielleicht doch eher ein versteinertes Holz=Kieselholz? :gruebel:
Als Schmuckstück am Hals ein Hingucker.

Er/Es ist etwas leichter als ein normaler Stein dieser Größe!
Hier scheiden sich die Geister - verschiedene Sammler-Meinungen! :streit:
Für mich bleibt nur die Lupe, der Bildervergleich und :gruebel:, :gruebel:.
Den müsste mal ein Kieselholzexperte unter dem Mikroskop begutachten.

Im Mineralienatlas ist ein ähnliches Objekt aus dem ehem. Kieswerk Lauta (gleich bei mir um die Ecke) abgebildet.
Es hat jedenfalls erstaunliche Ähnlichkeit: Seite 13, Bild: 1356706336
https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Holz#Medientabelle5

Gruß Ehrfried :hut:
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Offline Suevit

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Re: Trommelsteine
« Antwort #57 am: Juli 23, 2021, 00:24:21 Vormittag »
Hallo Ehrfried,

das ist mit großer Sicherheit kein Kieselholz. Auf den Fotos fehlen mir mehrerlei Features, die ich bei Kieselholz auch ohne Lupe erwarten würde.

Du kannst selbst die Probe aufs Exempel machen und das Stück unter 30-facher Vergrößerung betrachten. Bei Kieselholz würde man nun deutlich Zellen erkennen können.
Es gibt zwar auch Kieselholz ohne überlieferte Zellstrukturen - was ich dann lieber als Pseudomorphose bezeichnen würde -, bei dessen Ansprache als Kieselholz muss sich aus dem Kontext der Lagerstätte ergeben, dass es sich um Kieselholz handeln muss. Am ehesten ist das in Primärlagerstätten mit eindeutig als solchen erkennbaren verkieselten Baumstämmen der Fall. Alles andere ist Kaffeesatzleserei.

Grüße,
Rainer

Offline Met1998

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Re: Trommelsteine
« Antwort #58 am: Juli 23, 2021, 11:45:19 Vormittag »
Hallo Rainer,
 :danke: für deine Antwort. Bei dem gab es aber verschiedene Meinungen: deutliche Tracheen, ein Ast, schöne dunkle, konzentrische Ringe, usw., so dass ich ihn hier mal vorstellte. Dann werde ich mal den Dateinamen in „unbestimmt“ ändern.

Aber hier in unseren Kiesgruben und Tagebauen findet man schon verschiedene Kieselhölzer. Habe ja schon welche gezeigt.
Unsere Sammler hier (Kaffesatzleser :einaugeblinzel:) schreiben dann bei solchen Stücken ohne Besonderheiten, Kieselholz-unbestimmt.

Gruß Ehrfried  :hut:
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Offline locastan

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Re: Trommelsteine
« Antwort #59 am: Juli 26, 2021, 17:51:16 Nachmittag »
Ja, über den Lydit mit dem Astloch hatten wir es ja. Ich bin mir auch nicht sicher was es nun ist.  :laughing:

Hier mache ich heute mal mit einem bunten Einhorn weiter. Ich habe kürzlich ein paar kleinere Rohsteine von Welo Honeycomb Opalen aus Ethiopien geschossen. Natürlich wollte ich die einigermaßen so zuschneiden und polieren, dass man die einzigartige Struktur der Steinchen gut sehen kann. Eine Besonderheit hat sich sofort beim schneiden gezeigt, Welo Opale sind Hydrophan. Fasst man die mit nassen Fingern an, saugen sie sich recht fest an die Haut an. Die Dinger kleben förmlich und reißen beim Abziehen etwas an der Haut! Ich hatte bisher noch keine Steine in der Hand die beißen!  :wehe:

Bei der Wasseraufnahme werden die Teile dann auch durchsichtig und verlieren erstmal ihr Feuer. Damit ist es schon schwer die nass zu schleifen, weshalb viele da auch trocken rangehen, aber da sind mir meine Lungen wichtiger. Ich denke es ist trotzdem gelungen, wie man auf dem Bild sieht (links nass, rechts nach 24 Std trocknen).

Nach dem polieren und trocknen erstrahlen die kleinen Feensteine in der Sonne in allen Spektralfarben!  :wow:

Die Entstehung des Honigwaben-Musters ist auf interessante Vorgänge während der Bildung zurückzuführen: Zunächst bildete sich eine Lage Opal, die dann durch Druck zerbrochen ist und die Spalten wieder mit Opal verfüllt wurden. Die erste Lage besitzt pyramidale Struktur, während die nicht irisierenden Zwischenbereiche aus Spheroiden besteht. (Siehe https://www.mdpi.com/minerals/minerals-10-00625/article_deploy/html/images/minerals-10-00625-g012-550.jpg aus diesem englischsprachigen Artikel: https://www.mdpi.com/2075-163X/10/7/625/htm)

Gruß Mario.

 

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