Autor Thema: Suevit-Suche  (Gelesen 937 mal)

Offline metnet

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Suevit-Suche
« am: Juni 26, 2021, 11:07:38 Vormittag »
Hallo,

am kommenden Wochenende bin ich in der Gegend von Nördlingen. Und nach dem "obligatorischen" Besuch des Rieskrater-Museums würde ich am liebsten eigenhändig ein Bröckchen Suevit aus einem Steinbruch schlagen. Hat jemand einen Tipp für mich, ob und wo das am besten möglich ist? Seelbronn, Otting? Ich fürchte, dass vermutlich überall ein rostiges Betreten-verboten-Schild steht, aber vielleicht gibt es eine Stelle, wo das Klopfen toleriert wird. Nach meiner Erfahrung aus der Fossiliensuche schert sich de facto oft niemand darum, aber wer weiß...

Danke, viele Grüße
Jürgen

Offline Gibeon2010

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Re: Suevit-Suche
« Antwort #1 am: Juni 26, 2021, 15:27:45 Nachmittag »
Vor ein paar Jahren war ich bei einer geführten Tour im Steinbruch "Alte Bürg". Dort war kurz zuvor alles vom Gestrüpp befreit worden und die Steilwand wieder zugänglich. Dadurch ließen sich schöne, wenig verwitterte Brocken finden. Damals war das Gelände frei zugänglich. Wie es heute aussieht, weiß ich nicht.

Müsstest mal KarlW fragen, der wohnt in Nördlingen.
Viele Grüße
Jens

Offline metnet

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Re: Suevit-Suche
« Antwort #2 am: Juni 26, 2021, 17:11:42 Nachmittag »
Danke, Jens, das sind schon mal zwei gute Tipps!

Offline Thin Section

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Re: Suevit-Suche
« Antwort #3 am: Juni 26, 2021, 21:39:03 Nachmittag »
Hallo Zusammen,

Otting ist ein guter Ort für Suevit. Weiterhin kann ich Aumühle vorschlagen. Wir waren 2015 zu einer Exkursion dort.
Aumühle hat Suevit über Bunter Brekzie. In Otting ist der Suevit von Bunter Brekzie unterlagert. In Polsingen findet
man roten Suevit mit eingeschlossenen Kristallingesteinsfragmenten.

Bernd  :winke:
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Offline locastan

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Re: Suevit-Suche
« Antwort #4 am: Juni 27, 2021, 18:01:15 Nachmittag »
Aumühle wsr ich vor zwei Jahren auch mit Familie am Wochenende. Sehr schön und lohnenswert mit viel unterschiedluchem Gestein und teilweise azch große "Flädle".
Betreten bitte nur außerhalb der Arbeitszeiten und es muss ein Haftungsausschluss beim Betreiber angefragt und per Mail unterschrieben zugeschickt werden. Am besten im Bruch auch den Wisch dabei haben.

Gruß Mario.

Offline Allende

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Re: Suevit-Suche
« Antwort #5 am: Juni 30, 2021, 14:18:48 Nachmittag »
Hab es jetzt erst gelesen...

Der Strassenaufschluss Zipplingen ist früher ausgezeichnet erreichbar gewesen. Direkt links und rechts von der Strasse, nicht weit vom Ortsausgangsschild. Dort gibt es wunderschöne Brekzien zum selber Abbauen (Hammer und Meissel nicht vergessen) zu sehen, zu finden. Mein bevorzugter "Steinbruch" im Ries in früheren Jahren.

Ich sollte auch mal wieder dort hinfahren, nur wann  :gruebel:

Grüsse, Allende  :hut:

Offline Riesgeologie

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Re: Suevit-Suche
« Antwort #6 am: Juni 30, 2021, 17:39:57 Nachmittag »
Oha,
habe es auch jetzt erst gelesen. Nun, als Rieser Rieser kann ich hier etwas weiter helfen:

Der Straßenaufschluss Zipplingen hat seine besten Jahre bereits gesehen. Hier ist bereits ziemlich viel Gras drüber gewachsen, allerdings ist er halt interessant, weil es dort den sog. "braunen Suevit" gibt (einzige mir bekannte Stelle).

Sehr empfehlen kann ich den Suevitbruch der "Alten Bürg" (gelblicher Suevit), hier darf auch geklopft werden. Und hier gibt es einen sehr schönen kleinen "Waldbiergarten"  :prostbier:.

Sehenswert ist natürlich Polsingen (Schmelze, sog. "roter Suevit") und der Doosweiher mit Doosquelle im Wald bei Wemding (hier gibt es einen rötlich-grünlichen Suevit. Der Aufschluss ist allerdings auch etwas zuewachsen.

Und dann gibt es die bekannten Suevitaufschlüsse am Ortsrand von Amerbach, bei Bollstadt und bei Otting. Hier darf auch für den Hausgebrauch beprobt werden.

Nur mit Erlaubnis geht es dann bei Seelbronn (wunderschöner, fester Suevit mit Glasbomben, die hier - also im Nördlinger Ries und seiner Umgebung - augrund ihrer Form auch "Flädle" bezeichnet werden. Im Seelbronner Suevit wurden meines Wissens auch die Impakt-Diamanten nachgewiesen (https://www.nature.com/articles/378041a0.

Aktuell spannend ist auch der Suevitbruch von Auhausen. Da hat sich seit letztem Jahr die Situation ziemlich verändert. Es sind nicht nur neue, sehr unruhige Kontaktflächen Suevit/Bunte Breccie zutage getreten, hier wurden erstmals auch wunderschöne, farblich getrennte Entgasungsröhren (siehe Foto) freigelegt. Das abgebildete Stück wird derzeit im Naturhistorischen Museum in Nürnberg ausgestellt  :einaugeblinzel:

Seit letztem Jahr ist bei Hürnheim (in Richtung Ederheim) der Bauaushub eines teilweise grasgrünen Suevites zu bestaunen (siehe Foto). Auch hier kann man gerne etwas mitnehmen, so hat es zumindest der Bauherr mitgeteilt. Ich denke, dass der Bauaushub noch immer auf einem Acker am Ortsrand herumliegt. Aus einer solchen Probe habe ich mir vom Steinmetz meines Vertrauens eine besondere Buchstütze (siehe Foto) bauen lassen. Es lebe das Handwerk  :einaugeblinzel:
Es gibt also viel spannende Suevite im Bereich des Nördlinger Rieses und seiner Umgebung zu finden  :lechz:

Herzliche Grüße vom südlichen Kraterrand

Oliver
 :hut:
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Offline metnet

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Re: Suevit-Suche
« Antwort #7 am: Juni 30, 2021, 19:16:58 Nachmittag »
Danke, danke, danke, allen Tippgebern!

Da kann ich mich gar nicht entscheiden. Auf jeden Fall reicht das für mehrere Besuche. Schade, dass der Ries so weit weg ist von Hannover.

Viele Grüße
Jürgen

Offline metnet

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Re: Suevit-Suche
« Antwort #8 am: Juli 13, 2021, 14:59:48 Nachmittag »
Ich habe jetzt tatsächlich nach dem grünen Suevit geforscht und (wahrscheinlich) auch gefunden. Könnt ihr bitte mal einen Blick auf die beiden Fotos werfen und mir sagen, ob ich das Richtige mitgenommen habe?
Mir scheint so, dass das Material teilweise recht bröselig, weil verwittert, ist. Warum ist dieser Suevit eigentlich grün?

Viele Grüße
Jürgen

Offline KarlW

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Re: Suevit-Suche
« Antwort #9 am: Juli 13, 2021, 15:49:20 Nachmittag »
Hallo Jürgen,

das ist hübsch und schon ein bisschen grün. Es geht aber noch grüner. Wo hast Du die Stücke denn her?

Die sattgrünen dürften bei noch erhöhten Temperaturen in Kontakt mit Wasser gestanden und dadurch Eisen(II)-hydroxid-Verbindungen gebildet haben. Diskutiert wird auch Nontronit als silikatische Verbindung. Eine Analyse kenne ich noch nicht.

Bei frisch freigelegten und dann wasserüberronnenen Oberflächen über der Kontaktzone (Beispiel Aumühle) kann man innerhalb von Tagen eine leichte Grünfärbung beobachten.

Viele Grüße  :hut:
Karl

Offline metnet

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Re: Suevit-Suche
« Antwort #10 am: Juli 13, 2021, 16:03:32 Nachmittag »
Hallo Jürgen,

das ist hübsch und schon ein bisschen grün. Es geht aber noch grüner. Wo hast Du die Stücke denn her?

Hallo Karl,

ich habe den Tipp von Oliver (siehe oben) aufgenommen -> Hürnheim. Ich bin schon mal ganz froh, dass ich wenigstens den Suevit erkannt habe. Aus Angst, ich könne etwas "Falsches" ins Auto laden, habe ich eigentlich viel zu viel mitgenommen. Ich kann gerne jemandem etwas abgeben (aber wie und wo?)

Ich habe ein kleines Stück, das tatsächlich etwas fester und etwas grüner wirkt. Und nun? Bringt es das jetzt, den Suevit schneiden zu lassen, weil man dann die Struktur schön sehen kann? Oder ist das vergebliche Mühe, weil mir das Material bei dem Versuch völlig zerbröselt? Die Frage ist wohl, ob das nur oberflächlich verwittert ist - oder durch und durch...

Viele Grüße
Jürgen

Offline Thin Section

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Re: Suevit-Suche
« Antwort #11 am: Juli 13, 2021, 17:01:40 Nachmittag »
Bei frisch freigelegten und dann wasserüberronnenen Oberflächen über der Kontaktzone (Beispiel Aumühle) kann man innerhalb von Tagen eine leichte Grünfärbung beobachten.

siehe mittleres, großes Exemplar vom Fundort Aumühle in Antwort #3 und zwar auf der rechten Seite des Stückes)!

Bernd  :winke:
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Offline Caipi.Eagle

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Re: Suevit-Suche
« Antwort #12 am: Juli 13, 2021, 22:40:16 Nachmittag »
Das Material bei Hürnheim ist leider ziemlich durchfeuchtet. So leuchtend grüne Stücke zu finden ist da inzwischen schwer.

Offline Caipi.Eagle

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Re: Suevit-Suche
« Antwort #13 am: Juli 13, 2021, 23:00:05 Nachmittag »
Hier noch Suevit in verschiedenen Schattierungen,,,

Offline KarlW

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Re: Suevit-Suche
« Antwort #14 am: Juli 14, 2021, 21:56:13 Nachmittag »
Ich habe ein kleines Stück, das tatsächlich etwas fester und etwas grüner wirkt. Und nun? Bringt es das jetzt, den Suevit schneiden zu lassen, weil man dann die Struktur schön sehen kann? Oder ist das vergebliche Mühe, weil mir das Material bei dem Versuch völlig zerbröselt?

Hallo Jürgen,

ich fürchte, Schneiden ist hier den Aufwand nicht wert. Erfreu Dich einfach so an dem Fund.
Es gibt auch richtig solide grünliche Suevite; die sind eigentlich als Handstücke mit Bruchflächen am schönsten.
Ein Forumsmitglied hat mir dieser Tage ein hübsches Beispiel vorgelegt.  :winke:

Viele Grüße
Karl



 

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