Autor Thema: Wer kennt das ?  (Gelesen 1725 mal)

Offline Joh03

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Re: Wer kennt das ?
« Antwort #15 am: Januar 16, 2022, 22:36:39 Nachmittag »
 :gruebel: :gruebel:
Warum Nickeltest ?   Hab`ja eh 3 XRFA-Geräte, die mir das exakt anzeigen, da brauch ich nichts zu schleifen oder ätzen. Wozu verunstalten ??? :confused:

Offline Mettmann

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Re: Wer kennt das ?
« Antwort #16 am: Januar 16, 2022, 22:55:14 Nachmittag »
Bitte,

wir können Dir hier doch keinen Grundkurs Meteorite abhalten!
Hat ein Eisen nicht merkliche Prozente Nickel, kannst es sofort zurück auf die Halde werfen.

Hat es Nickel, ist es noch kein Meteorit, sondern es muß ausgeschlossen werden, daß es ein menschengemachtes Produkt ist.

Widmanstätternsches Gefüge, von anderen Patrioten gelegentlich auch Thomson Structure genannt,
 unterscheidet außerirdisches vom industriellen und jeglich irdischem Eisen, es sei, Du bohrst Dich zum festen Teil des Erdkerns durch,
wovon ich Dir dringend abrate.
(Obwohl, da wirds sichs wohl wegen der Schwerkraft auch nicht gebildet haben können. Aber Nickel hats da unten).

(und macht im Übrigen die Ästhetik der Eisen aus). Und weil Du soviel wert darauf legst: Fälschungssicher ohne wenn+aber.

das steht sogar in Deinem Heide von 1934.

(Waah und komm bitte nicht an mit dem Gehutzel in Gußeisen oder Stählen, die manche Metallurgen in Ableitung
von dem Begriff aus der Meteoritenkunde womöglich ähnlich nennen. Du mußt den Balken im eigenen Auge...).

Darum ätzt man eine Fläche an, weil man dann einen untrüglichen Beweis hat und es von den Myriaden von Eisenschrottstücken unterscheidet,
mit denen Landwirtschaft, Industrie und Kriege unsere mitteleuropäischen Böden gespickt haben.

Das ist schon durch die Einfachheit, die beste Methode für Dich, die Eisen zu prüfen.
(Und wir reden bei Eisenmeteoriten von massivem Eisen, nicht solche zusammengebackenen Geschichten wie bspw. Unmeteorit Arbeitsname "Pallasit".)

Aber nun hast mich wieder drangekriegt  :ehefrau:

Mittlerweile denk ich, Du hasst Meteorite..

« Letzte Änderung: Januar 16, 2022, 23:27:56 Nachmittag von Mettmann »
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Offline Eckard

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Re: Wer kennt das ?
« Antwort #17 am: Januar 16, 2022, 23:46:40 Nachmittag »
Nee, Martin,

ich denke, Joh hasst die Meteoriten nicht, im Gegenteil, er liebt sie.

Und wie heißt es? - Liebe macht blind.

 :winke:
Eckard
Wenn man aufhört, sich zu interessieren, wenn man aufhört, zu lernen,
wenn man aufhört, sich zu begeistern: dann altert man.
(Heinz Bennent am 17.10.2002 in 3sat)

Offline Joh03

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Re: Wer kennt das ?
« Antwort #18 am: Januar 16, 2022, 23:51:58 Nachmittag »
 :laughing: :laughing: :laughing:
Mettmann :   Du hast mich wieder drangekriegt !

Eigentlich wartete als Reaktion bei Dir darauf, dass Du mir jetzt eine Anleitung mit der Salpetersäure schilderst, aber nein, Du hältst mir einen Vortrag und eine Strafpredigt !  Hast recht,  :einaugeblinzel: :einaugeblinzel: :einaugeblinzel: :einaugeblinzel:.


 :einaugeblinzel: Joh03

Offline Mettmann

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Re: Wer kennt das ?
« Antwort #19 am: Januar 17, 2022, 00:52:05 Vormittag »
Man kann es Harry-Potter-style machen:
https://www.youtube.com/watch?v=IE39xKpLJqA

..oder wie Onkel Heinz...
https://www.youtube.com/watch?v=e9EwWkeq7Pg

Ausschlaggebend für das Ergebnis ist allein die Wahl der Kopfbedeckung.

https://www.br.de/wissen/asteroid-tunguska-ereignis-bruchstueck-100~_v-img__3__4__xl_-f4c197f4ebda83c772171de6efadd3b29843089f.jpg?version=64b45

Und das ist übrigens, klingt komisch, ist aber so, ein Pallasit, trotz Hut ungeätzt, lieber Joh, sowas mußt Du finden:
https://media.npr.org/blogs/bryantpark/images/2008/04/fukangslice2-3b894b39d530bfd8901dbbe46dc929dad879ba2c-s900-c85.webp


Ätzen ohne Kopfbedeckung, Harr, ist nur für erfahrene Hausfrauen!:     https://www.youtube.com/watch?v=a89xCVSlIPs

« Letzte Änderung: Januar 17, 2022, 01:27:32 Vormittag von Mettmann »
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Re: Wer kennt das ?
« Antwort #20 am: Januar 17, 2022, 02:07:08 Vormittag »
Die Videos sind natürlich pädagogisch angeordnet.

Potter ätzt vorschriftsmäßig mit Nitol.
Onkel Heinz, wie seine Sprachstörung und die Gedächtnisbeeinträchtigung hinsichtlich der Korngrößen zeigen,
hat etwas zu oft von seinem Eisen-III-Chlorid genascht.
Schließlich die Russen im letzten Clip wissen darum, daß ein Viertel aller Männer dort das 55.Lebensjahr nicht erreicht.

Muß ich schreiben, falls Kinder mitlesen.
Pfui, nicht nachmachen, Omi oder Opi oder Odiversi ätzen lassen!
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Offline Joh03

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Re: Wer kennt das ?
« Antwort #21 am: Januar 17, 2022, 17:25:11 Nachmittag »
Puuhhh, umständlich !

Bei mir kommen die Eisen schon lange -mittels Kunststoff-Faden ausbalanziert -flach in die PlastikÄtzwanne( 12%), verbleiben dort eine gewisse Zeit, werden mit der Aufhängung herausgehoben, danach in die Neutralisation, und dann gut abfiltriert und getrocknet. Und das alles ohne viel Tamtam, geht einfach, schnell und macht die Hände(schon Handschuhe an, man kann nie wissen) nicht gelb. Fenster offen lassen nicht vergessen :einaugeblinzel:
Mit Pinsel oder anderem Klimbim hast du da nur deine Not, kann nie exakt werden.

Aber: Das mit den Russen ist stark, kannte ich nicht. Muss mal einen Kollegen drüben fragen, ob die das noch immer so machen. :ehefrau:

lg  Joh03

Offline Mettmann

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Re: Wer kennt das ?
« Antwort #22 am: Januar 17, 2022, 19:32:57 Nachmittag »
Du lieber Himmel,
dann ists nur gut, daß Du noch keinen Eisenmeteoriten gefunden hast!

Kappe abflexen, den Klumpen in Säure schmeißen bis die Rinde fort ist -
das Stück ist dann aus Ausstellungs- und Sammlersicht völlig ruiniert und unbrauchbar, da darfst dann auch mit Preisabschlägen von 66-80% kalkulieren.

Hmmm dunkel glaub ich mich erinnern zu können, daß man anhand von Isotopenanalysen aus dem Zahnschmelz alter Skelettfunde in Areal 2 noch älterer, frühneuzeitlicher niederösterreichischer Schamanen bestimmen konnte, daß sie zur Behandlung ihrer überreichen Eisenmeteoritenfunde wedische Apfelessigessenz verwendet und die Stücke sodann in großen Tonkrügen mit steyrischem Kürbiskernöl übergossen haben; einerseits um die Exemplare zu konservieren, andererseits um dem Öl seine verkaufsfördernde goldene Farbe zu verleihen. Was sich ja auch mit Deinem Fundbild deckt..

Hm, wie war das nochmal, der Kleine Alchimist, mit dem Berliner Blau.. der Oheim selig hätts sofort gewußt... Essig, Meteorit rein, eine großzügige Prise Blutlaugensalz..genau und zum Ablöschen nehmen wir Brezenlauge vom Bäcker..fertig ist der Bio-Meteorit, vegan, gluten- und laktosefrei, ohne Geschmacksverstärker und aus nachhaltiger Pflückung (fallen ja dauernd welche nach), Projekt "Gutes vom Streufeldhof"..

Im Ernste,
obwohl meine Quartalsfallpauschale für Dich längst ausgeschöpft,
hab ich aus Karmagründen heut in meiner Heide-Fibel von 1934 geblättert.
(Vielen Dank für die Anregung, hat Spaß gemacht)..

..und dabei ist mir einiges klarer geworden an Deinem verfahrenen Kasus und deiner Naivität bei der Suche.

Z.B. der Unfug mit dem Stein erhitzen. Da Heide schreibt, daß wenn man eine Fläche abflämmt, durch das verschiedene Anlaufverhalten die Widmänner sichtbar werden.
Solche Grausamkeiten sind heute selbstverständlich nicht mehr erlaubt.

Muß mich auch korrigieren, Heide hat tatsächlich keine Ätzanleitung drin, dafür andere Bastelarbeiten für dunkle Winterabende. Wie man sich aus Brettchen einen Oktaeder zusammenleimt, um ihn sodann unter verschiedenen Winkeln anzuschneiden, um so ein räumliches Gespür für die verschiedenen Lagen und Winkel der Balken zu entwickeln.
Anleitung zum Nickeltest gibt er, aber wenn ein Eisen tatsächlich Nickel hat, dann sölle man es ihm nach Jena schicken, der Hundling!!!

Daher wohl auch die völlig übertriebene Trefferangabe von "Von 100 eingeschickten Meteoriten sind erfahrungsgemäß 99 keine echten."...
Joh, da darfst ruhig ein, zwei Nullen anhängen.

Hübsch auch: "Seit dem Weltkrieg sind es besonders Eisenkies- und Markasitknollen aus der Kreide der Champagne, die, von unseren Soldaten als Andenken mitgebracht, immer wieder als Meteoriten angesehen werden.

Ehm, Joh, seither hat es sogar noch einen Weltkrieg gegeben, die Erkennungsmerkmale bei Heide mögen zwar der Grund sein für Dein unbedarftes Vorgehen,
sie sind mittlerweile aber nicht mehr tauglich und überholt.

Lese neuere Publikationen, bemühe zur Informationsgewinnung weniger parapsychologische Medien, sondern die neumodischen elektrischen, die seit der Jahrtausendwende in immer mehr unserer Wohnstuben zugänglich werden.
Dadurch gab es ja schließlich auch und gerade außerhalb der Wüsten einen enormen Nachfundaufschwung von längst ad acta gelegten alten Lokalitäten;
so heißen heute die drei großen Eisenstreufelder Morasko, Muonionalusta und nicht zuletzt, wirklich hervorragend dokumentiert und neubefunden auch von einigen Anwesenden, Twannberg. Dito gilt für sonst statistisch früher unerwartbare Steinneufunde, siehe z.B. gerade Parallelthread
oder das Verfahren aus Bolidenbeobachtung und -vermessung einen Fallort genau vorherzuberechnen und tatsächlich etwas zu finden, ist auch recht neu,
Neuschwanstein war der erste Fall, bei dem der Fund gelang,
mittlerweile gibt es etliche weitere Erfolge.

Uff, jetzt muß ich mich erstmal sammeln...

Immerhin ziehe ich nun als Gewinn aus dem Schlamassel,
daß ich endlich weiß, woher die noch bis zur Hälfte meines terrestrischen Alters in der dtspr. Populärmeteoritenliteratur
gebetsmühlenartig kolportierten französischen Pyrit- und Markasitknollen herrühren:  Heide wars!

 :prostbier:
 
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Offline speul

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Re: Wer kennt das ?
« Antwort #23 am: Januar 17, 2022, 19:45:21 Nachmittag »

Immerhin ziehe ich nun als Gewinn aus dem Schlamassel,
daß ich endlich weiß, woher die noch bis zur Hälfte meines terrestrischen Alters in der dtspr. Populärmeteoritenliteratur
gebetsmühlenartig kolportierten französischen Pyrit- und Markasitknollen herrühren:  Heide wars!


@Martin
nicht der Heide, der Freese aus Saßnitz wars
Lächle einfach - denn du kannst sie nicht alle töten

Offline Joh03

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Re: Wer kennt das ?
« Antwort #24 am: Januar 17, 2022, 19:46:24 Nachmittag »
Huchhhhhh, da hat mal einer die Schreibwut !

Sorry, vielleicht hab ich nicht alles dazu geschrieben: Die Eisen werden beim Tauchvorgang in die Säure max. 1mm eingetaucht, nicht  mehr. Mach mir ja nicht die Rinde kaputt, wäre Unsinn. Dazu gibt es ja eine Art kranartiges Gestell, wo man sich die Eintauchtiefe(geht in Mikrometer) einstellen kann. --- Derartiges Utensil braucht man beim Silizium-Wafer-Ätzen. Ist in der Elektronikindustrie Standardwerkzeug und taugt mir auch für Meteoriten. Warum nicht ??? Ist ja nicht verboten.... :confused:

Versöhnung  :prostbier:

Offline Mettmann

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Re: Wer kennt das ?
« Antwort #25 am: Januar 17, 2022, 20:45:34 Nachmittag »
Freese, Teufel noch eins, den hab ich ja noch gar nicht!
Dank für den Tipp.

Jetzt bich ich wieder da (freilich frag ich mich, wo ich mich da hineingeritten habe.. :wehe:)

Naiverweis gehe ich immer noch von der Arbeitshypothese aus,
auch wenns mir zunehmend schwerfällt,
Du möchtest Meteorite finden und identifizieren können.

Sechs Jahre hin oder her, es gibt ein paar einfache Grundregeln:

1.Wer Nickeltests bei Steinmeteoriten vornimmt, begebe sich in die Hände eines Facharztes.

2. Wer Steinmeteorite ätzt oder anätzt, oder angeätzte oder geätzte Steinmeteorite in Umlauf bringt, bekommt einen gerichtlichen Vormund zur Seite gestellt.

Das vorangestellt, wirst Du sowieso, sofern die Arbeitshypothese gilt, praktisch nie in die Verlegenheit kommen, eine Ätzprobe vornehmen zu müssen.

Ich hoffe, Du hast hier im Forum schon ein bisserl was gelernt.

Quarz, findst Quarz in den Brocken - sofort weg damit.
Hast Hohlräume wie in den vorgestellten Stücken drin oder Blasen - weg damit.
Wulstig ausgeformte Einschlüsse (guxxu Deine Bilder) oder drusige Hohlräume - weg, weg, weg...
Fällt mir ein, bricht der Stein muschelig - natürlich weg, was denkst denn Du.
Ebenso, wenn man in ihm sieht, da ist was geschmolzen, geflossen, erstarrt - weg.
Reagiert ein starker Magnet nicht auf den Stein - weg damit (mit dem Stein, nicht mit dem Magneten).
So, nachdem Du Dir preiswert den L3er gesichert hast, weißt, wie Chondren aussehen.
Ein runder Fleck ist keine Chondre.
Im Anschnitt mußt du glänzende Eisenflöckchen finden. Mit dem Auge, ohne Firmengeräte.
(Der Stein mit Streifen, die Du wahrscheinlich für Schockadern gehalten, den Du gezeigt hast, war wenn man Auge zudrückt, eigentlich das einzig legitime Exemplar,
was man hätt zeigen können, aber bestimmt nicht nach sechs Jahren "Beschäftigung" mit der Materie, da hilft auch kein Umeinanderwerfen mit Fachausdrücken und Namensreferenzen - und ist mir wurscht, wenn das alles unwiss. klingt, wennst dadurch 98% Deiner Feldfunde nimmer mit nachhause karren mußt.)

So zum Eisen.
Eisenmeteorite sind unter den Meteoriten eine sehr rare Klasse.
Sie sind in der allgemeinen Wahrnehmungen überpräsent, weil es einige wenige Fälle gibt,
bei denen etliche Tonnen in unzähligen Exemplaren runtergekommen sind, was bei Steinfällen praktisch nicht vorkommt
(und weils daher auch schweinsbillig sind).
Blick in die Database - hast rund 70.000 gelistete Meteorite, davon nur 1.325 Eisen.

In Böhmen und NÖ sind keine Magnetberge nachgewiesen, die Eisen aus den Fernen des Raumes anziehen.

Eisen: Wisse, wir reden bei Eisenmeteoriten von schierem, blankem, scheinendem, massivem, schweren, gediegenem, wohlklingendem Eisen!
Alles andere und wenn Du in irgendeinem Hüttenprodukt mal Metall findest, ist nix. Weg damit.

So. Und bei den Hufnägeln, Pflugmessern, Bomben- und Granatsplitter und sonstigem Eisenschrott, den Du einsammelst und ausgräbst und die aus massivem Metall bestehen, da machst dann halt den Nickeltest - und wirfst es danach weg, aber bitte nicht wieder zurück in die Landschaft,
hier hat Deine Sammelwut eine gute Seite, es dient der Umweltpflege.

Rinden- und Verwitterungskunde, Eiszeitabtragungen, Plattentektonik, Satellitenfernerkundung oder was Du sonst noch herangezogen,
interessiert nicht die Bohne, solang Du nicht mit auch nur einem einzigen Meteoritenfund aufwarten kannst.

Uff und Ätzen, ist ja eigentlich egal, nimmst halt das abgeflexxte Kapperl.
(Keine Bange, er wird keinen Hexaedriten oder Sehr Breiten Oktaedriten finden und es wäre sadisitisch, würde man ihm raten zu schleifen oder zu polieren, damit ihm in solchen Fällen die Neumänner nicht entgehen, hihi).

Im Übrigen, erquickend und labend ist es, sich echte Meteorite anzuschaffen. Du wirst einen völlig neuen und einen viel vernünftigeren Zugang zu Deiner Leidenschaft finden.
(Aber bitte nicht vom Chines im ebay oder einen fachfremden Wiederverkäufer dessen, des ganze Glump, gar am End noch die ganzen Pseudotibetschnitzereien,
das muß weg, weg, weg...)

Das zum Einen....
 :prostbier:
 
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Offline Mettmann

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Re: Wer kennt das ?
« Antwort #26 am: Januar 17, 2022, 21:48:03 Nachmittag »
Oh, das Blaulicht flackert schon durch die blinden Fensterscheiben.. sputen muß ich mich.

Zitat
Mit Pinsel oder anderem Klimbim hast du da nur deine Not, kann nie exakt werden.

Sind genau solche Sätze (in entspr. gedachtem Brusttone), die es den anderen Forumlern vergällen, Dir zu antworten.

Du   hast    ja     keine     Ahnung....

Zitat
Puuhhh, umständlich !

Ja, ich bin es nicht, der einen riesigen Meteoritenschatz heben will.

keine Ahnung hast, daß hier im Forum auch exzellente, gewerbliche Präparatoren sind, die regelmäßig Weltklasseätzungen herstellen.

und keine Ahnung, wie gschleckert die Sammler sind und was für eine Qualität sie erwarten, sicherlich sogar eine bessere, als Du in den Museen und Unis gewärtigst.

Das fängt schon mal damit an, daß die Scheiben absolut planparallel zu sein haben, damits im Mikroskop nicht dauernd nachfokussieren müssen.
Scharten und Riefen, an Deine Flexmassaker wollen wir lieber nicht denken, da bleibt nix anderes übrig, als die ganze Scheibe solange runterzuschleifen, bis sie gänzlich verschwunden, ein, zwei Kratzerchen vom gröberen Schleifkorn - das ist nicht gestattet.
Abgerundete Kanten, wie bei Onkel Heinzens Segment, dürfen nicht sein, wir wollen ja nicht den Verwitterungsrand oder bei besser erhaltenen, den rekristallisierten Rand von der Atmosphärenflugerhitzung verlieren!

So, und dann hat jeder seine eigenen Rezepte, welche Säure, welche Verdünnungen, ja auch welche Temperaturen, welche Vorpolitur welche Features besser hervorbringt,
huh, das spröde Schreibersit und Cohenit soll ja auch nicht rausbrechen, Patina von der Rinde darf von der Säure nicht beschädigt werden (richtige echte Schmelzkruste gibts bei Eisen eeeeextrem selten, solche Stücke läßt man ganz)
und manche haben ihre Rezepte und Methoden nicht nur für alle Eisen, sondern für unterschiedliche Lokalitäten, und sie erspüren auch den richtigen Moment zu stoppen, um das Optimum herauszuholen.
Hernach das Auswaschen, Neutralisieren und Stabilisieren - manche Eisen sind sehr empfindlich, das geht nicht via Hauruckverfahren.

Onkel Heinz wird nicht lange Freude an seinem Titanenwerk haben, einfach einmal kurz ins Wasser getunkt und hernach mit Epoxit zugebatzt,
wird er nur eine Jahreszeit später merken, daß sein Munionalusta von außerirdischen Würmlein bevölkert ist, die garstige, kurvige Freßgänge auf der Oberfläche unter dem Lack mäandern lassen.
Auch Potter, fürcht ich, wird wohl alle paar Jahre turnusmäßig an seinem Campo schrauben müssen.

Als Händler willst nicht, daß Dein Sammler Probleme mit dem Stück bekommt, die umsichtigen verzichten lieber auf einen Verkauf an einen beginnenden Neusammler
bzw. klären ihn auf, damit ihm sein neues Hobby nicht gleich verlitten wird, wenn sein schönstes Stück nach kurzer Zeit das Rosten kriegt.

Das ist alles nicht trivial
und selbstredend eine Heidenarbeit - daher wirst in abgaben- und steuergeplagten Ländern mit hohem Mindestlohn auch kaum jemanden finden, der - so schön sie sind -
die günstigsten Eisenmeteorite präpariert - oder scharf darauf ist, Aufträge zur Restauration zu bekommen.

Das haben sie sich in jahrelanger Praxis erarbeitet, das ist große Handwerkskunst.
Laienspott ist unangebracht.

Und bemerkt, speziell für Dich, in 40 Jahren hab ich genau zwei Stücke in die Hand bekommen, denen man die Rhabdite angesehen hat,
zwei Moraskos von einem Moraskopräparationsgott, alles Handarbeit. Sie haben sich durch etlich blitzende Lichtpünktlein verraten, wenn man die Fläche im Sonnenlicht hin und her gewendet hat.
Aber da hatt ich dann auch die Mikroskopaufnahmen der kleinen Kriställchen zu den Stücken,
bevor ich den Athenern von Eulen erzählt hab.

Zitat
Puuhhh, umständlich !

Sie, gell! Ich mach das nur für Sie.

D.h. zu einem kleinen Teil für mich,
weil ich es nicht wahrhaben will, daß es Leut gibt, die statt einen kleinen Stich gegen eine gefährliche Krankheit hinzunehmen, lieber Pferdewurmkuren fressen,
und die ganze Gesellschaft drunter leidet. Im 21.Jhdt!
Da fällt es schwer, analog auf dem Heimterrain der Meteorite, auch eine solche Roßnatur zu gewärtigen.  :aua:

Leider gibt's noch keinen Charity-Preis hier,
aber der tät eh als Erstem dem kamarka gebühren.
Uns immer praktisch tagesaktuell mit den neuesten Informationen zu versorgen, ist eine gewaltige Kärrnerarbeit.

Ich stoß auf ihn an
 :prostbier:
Mettmann

PS: Nur vorsroglich. Kommt immer wieder vor, wenn die Frustration über die Fundlosigkeit oder die Ruhmsucht übermächtig wird:
      Bitte dem Finderglück nicht nachhelfen, es ist noch jedesmal rausgekommen, im Forum und spätestens bei den obligatorischen Analysen.
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Offline lithoraptor

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Re: Wer kennt das ?
« Antwort #27 am: Januar 17, 2022, 22:22:06 Nachmittag »
 :troll:

Offline Mettmann

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Re: Wer kennt das ?
« Antwort #28 am: Januar 18, 2022, 00:38:24 Vormittag »
Keine Bange,
der Joh schickt mir für meine Müh sicher eine Waldviertler Graumohntorte.

Dich Ingo, hab ich vorgesehen, ihm später die häufigsten Gesteinsarten seiner Heimat und Südböhmens zu erklären..............

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Offline Joh03

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Re: Wer kennt das ?
« Antwort #29 am: Januar 18, 2022, 10:53:46 Vormittag »
 :laughing: :laughing: :laughing: :laughing:

Hallo Mettmann, ich verstehe auch  Spaß, das ist gut !

Mein Vorschlag: Du schickst mir Deine Adresse(die hab ich nicht),ich schicke Dir eine Waldviertler Graumohntorte( ja, die sind gut, am besten diese aus Maria Taferl-exzellente Qualität) mit eingebackenem "Ackerstein". Dann hast Du mal etwas Gutes für Deinen Gaumen(endlich, in DE gibt`s ja nur Eintopf) für eine Pensionisten, und über das Innere kannst Du dann schimpfen und Dich beschweren hier im Forum so viel Du willst. Da kannst Du dann grammeln, meutern, die PC-Tastatur quälen und kannst Deine Einsamkeit damit sinnvoll verbringen.

So, jetzt mussich wieder arbeiten. Ab in die UHV-Kammer, die Spiegel warten schon auf das Sputtern.

Gruß  Joh03 :hut:
          :prostbier:

 

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