Autor Thema: Kärntner Meteorit  (Gelesen 1790 mal)

Offline Pauzi

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Kärntner Meteorit
« am: Juni 29, 2022, 14:05:23 Nachmittag »
Hallo
was lese ich in der SZ von heute.
Ludovic Ferrière will einen in Kärnten "abgestürzten" Meteoriten mit allen Österreichern finden :smile:
Soll letzten Freitag runtergekommen sein.
Herr Ferriere sagte der SZ .... ich habe den Leuten gesagt, sie sollen bitte alle Fundstücke bei im abgeben.....
und dann stand gleich daneben
...  , nicht bei irgendwelchen deutschen Meteoritenjäger....
Da ich Deutsch/Österreicher bin weiß ich jetzt nicht wie ich mich verhalten soll. :einaugeblinzel:
Ist schon jemand vor Ort von uns ?
Wurden Fundstücke schon ausgehändigt.
Liebe Grüße Pauzi
P.S. nix gegen den Herrn Ferriere :super:

Offline Dave

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Re: Kärntner Meteorit
« Antwort #1 am: Juni 29, 2022, 18:28:30 Nachmittag »
Hallo Pauzi,

ja am 24.06.2022 sollen in der Nähe von Völkermarkt wohl Meteoriten gefallen sein. Zumindest sind die Berechnungen sehr vielversprechend und es könnten Mets bis mehreren kg schwer gefallen sein.

Grüße Dave  :hut:
« Letzte Änderung: Juni 29, 2022, 19:09:40 Nachmittag von Dave »

Offline Anna

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Re: Kärntner Meteorit
« Antwort #2 am: Juni 29, 2022, 20:27:14 Nachmittag »
Hoffentlich ist dem Spezi aus Humbug nicht wieder etwas aus der Sammelbox gefallen... #Ironie

Kann ein 120 kg schwerer Meteorit so schwer zu finden sein? Bin kein Sammler, daher meine Frage.

Offline Murchison´s friend

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Re: Kärntner Meteorit
« Antwort #3 am: Juni 29, 2022, 21:00:29 Nachmittag »
Liebe Anna,

der Meteoroid hatte ~120 Kilo beim Eintritt in die Atmosphäre, übrig blieben ca. 10 Kilo Meteorite.

Liebe Grüße,
Michael


Murchison`s friend ist für alles Neue offen - besonders um Meteorite zu finden !

Offline Mettmann

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Re: Kärntner Meteorit
« Antwort #4 am: Juni 30, 2022, 04:29:41 Vormittag »
Zitat
nicht bei irgendwelchen deutschen Meteoritenjägern

Genau, sondern nur bei bestimmten... hehehe

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Offline Mettmann

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Re: Kärntner Meteorit
« Antwort #5 am: Juni 30, 2022, 04:59:06 Vormittag »
Da ist der Artikel:

https://www.sueddeutsche.de/panorama/meteorit-oesterreich-kaernten-1.5610878

"Ludovic Ferrière: Natürlich. Gleich am Wochenende bin ich dorthin gefahren und habe den Leuten gesagt, sie sollen bitte alle Fundstücke bei mir abgeben, nicht bei irgendwelchen deutschen Meteoritenjägern, die natürlich auch gleich angereist sind."

(Huch, welchen Leuten? Ich mein, was sollen die denn abgeben, wenn sie nicht suchen, also Meteorite jagen sollen?)

Also, Du sollt sie einem französischen Meteoritenjäger geben.

"Ja, Meteoriten sind leider auch ein großes Geschäft - aber sie sind auch sehr wichtig für die Wissenschaft."

Mist, ich bin älter als der Ferrière und ich hab den Weltmeteoritenbums 30 Jahre intensivst beobachtet.
Wo sind also bitte all die millionenschweren Meteoritenhändler und -jäger? Ich konnt sie nie finden, noch selber nennenswerten Wohlstand anhäufen.

Meteorite sind ein winziges Geschäft.

Und wichtig für die Wissenschaft sind seit langem nur die allerexotischsten und ein paar rare Klassen, die in der Forschung grad der Mode der Zeit entsprechen.
Allerdings auch die nicht für Wien - sonst hätte Wien die letzten 20 Jahre ein bisserl mehr Geld in die Hand genommen, schon in Verantwortung für die historische Bedeutung der Sammlung ("der drittgrößten Meteoriten-Sammlung und größten Meteoriten-Schau der Welt")und hätt ordentlich eingekauft, denn da gabs interessantes, neuartiges und rarstes Material in Mengen und zu Schleuderpreisen wie niemals in der 200jährigen Geschichte der Wiener Sammlung zuvor.
(Und ich laß die alte Euromet-Fidel im Schrank....)

"Es wäre furchtbar, wenn private Sammler jetzt schneller wären als wir."

Nein es wär prima, gilt es doch bei einem unmittelbaren Neu-Fall, die Stücke so schnell wie möglich zu finden, damit sie so wenig wie möglich kontaminiert werden.
(Sonst kann man sich die Alufolie aus dem Artikel sparen).

Darum gilt, je mehr Sucher im Feld desto besser.
Die Aussage ist also - auch aus wissenschaftlicher Sicht - falsch.

Jöh Pauzi, der Schrecken besteht allenfalls darin, die arglosen Laienfinder nicht unanständig entlohnen zu können, indem man ihnen zu niedrige Preise für ihre Funde gibt.
Sammler, Händler (aber auch interessierte Kuratoren) sind besser bewandert, was einem fairen Marktwert für einen Meteoriten entspricht.
Eine faire Entlohnung für einen Meteoritenfund durch eine Naturhistorische staatl. Sammlung ist nämlich gar keine Katastrophe, sondern - ich empfehle dem Ferrière einen Blick in die Annalen und Berichte der Sammlung, der er vorsteht, war von Anfang an in Wien gelebte Praxis.
Ich glaube auch nicht, daß der Ferrière sich furchtbar elend fühlt, wenn er seine Alimente und sein Salär weiterbezieht in den Zeiten, wenn er auf Forschungsreisen, Field Trips oder auf Meteoritensuche ist.

"Zum jüngsten Fall habe ich etwa 100 Mails erhalten, aber noch keine Zeit gehabt, diese auch auszuwerten."

No dann beschwer Dich nicht, bei Neufällen muß man halt auch mal außerhalb der Dienstzeiten arbeiten. Die Kuratoren des 19. und 20.Jhdts. habens Dir vorgelebt.
(und die kannten diese Möglichkeit der geschwinden, ortsunabhängigen elektrischen Kommunikation noch nicht).

Tschuldigung,
aber ich wittere hier ein Rezidiv einer längst abgeheilten Psychose der frühen 2000er Jahre,
da muß man eingreifen, bevors schlimmer wird.
Aber wahrscheins halb so wild, hat er eben nur einen Schmäh verzapft.


Also Pauzi, verhalte Dich wie folgt:

1.Aluhut aufsetzen zu Abwehr irgendwelcher deutscher* Meteoritenjäger.
2. Meteorit finden.
3. Diesen in den Aluhut wickeln.
4. Deinen Fund dem Ferièrre emailen. 
5. Geduld haben, bis dieser seine eigene Suche beendet haben wird und Zeit findet seine emails zu checken.
6. Persönliche Abgabe des für die Wissenschaft sehr wichtigen H5,S3ers am Naturhistorischen in Wien.
7. Entlohnung von max. 1000€/kg empfangen.

Das wär vorbildlich.
 :weissefahne:
Mettmann


*Du erkennst sie daran, daß sie in den Jausenstationen nach Schlutzkrapfen fragen, die Westerplatte nehmen und zum Abschluss einen Reichsapfelkuchen coventrieren wollen.
Fürchterliche Zeitgenossen....


« Letzte Änderung: Juni 30, 2022, 06:03:39 Vormittag von Mettmann »
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Offline Wunderkammerad

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Re: Kärntner Meteorit
« Antwort #6 am: Juni 30, 2022, 12:50:38 Nachmittag »
Hihi, kleine Eisbären aus Glas wurden also eingereicht zur Begutachtung. Das waren bestimmt diese irgendwelchen deutschen MetJäger (IDMJs) ... guter Ansatz! Mit der Analyse derselben dürfte der franzmännisch-austrianische Geheimwissenschaftliche Oberhofrat sicherlich lange genug beschäftigt gewesen sein, um den IDMJs genügend Zeit zu lassen, the Real Stuff dingfest zu machen, in Alu einzuwickeln und sich damit - horribile dictu - aus dem garnicht kosmischen Staub zu machen, nix wie ab über die Grüne Grenze (GG) nach Schland.

Die Kollektschens Musk, Gates & Co. sollen sowas ja mit exorbitanten Aktienpaketen vergüten.



Offline Mettmann

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Re: Kärntner Meteorit
« Antwort #7 am: Juni 30, 2022, 14:13:32 Nachmittag »
Wohlgesprochen, Bootes!

Und jeher sah man es in Carnuntum gern, wenn die Goten zur jährlichen Sommerfrische einfielen.

Ich quäke daher, knister, knarz:
"Mitten im Frieden runter fällt uns der Stein.
Drum auf zu dem Graffel!"

Die IDMJs versammeln sich auf Schloß Hunnenbrunn.


Ihr aber, meine allerkatholischsten Münchner Meteoritenjäger (AKMMs), die Ihr die Sendlinger Mordweihnacht nicht ungesühnt lassen wollet,
wallt nach Maria Gail.

Das feindliche Feldlager, Fort Ferrière, soll, so sagen es die Späher, aufgeschlagen sein im Dom zu Gurk.

Deo lo vult!
Geht mit Gott, aber geht.

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Mettmann
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Re: Kärntner Meteorit
« Antwort #8 am: Juni 30, 2022, 17:58:42 Nachmittag »
Auch eine schöne Stilblüte
(Quelle ORF: https://kaernten.orf.at/stories/3162274/ )

"Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Für eine Suchaktion brauche man jedenfalls viele Leute, um eine Kette im Abstand von zwei Metern zu bilden, sagte Kurt Arnetzhuber von der Sternwarte Klagenfurt.
So könne man systematisch das Gebiet durchsuchen: „Wenn man nur so durch die Landschaft läuft, wird man nichts finden. Es ist die sprichwörtliche Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen.“
Die Meteoritenteile können einige Zentimeter, aber auch nur einige Milimeter groß sein, so Arnetzhuber.
Ganz selten gibt es auch hausgroße Brocken.
"

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Offline locastan

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Re: Kärntner Meteorit
« Antwort #9 am: Juni 30, 2022, 19:31:53 Nachmittag »
Der letzte Hausgroße Brocken hat glaube das Ries und Steinheim versenkt.  :bid:

Offline Mettmann

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Re: Kärntner Meteorit
« Antwort #10 am: Juni 30, 2022, 20:34:24 Nachmittag »
Reich und fruchtbar ist das Kärtnerland; seine Heuhaufen groß wie Kathedralen.

Daher immer in der 2m-Kette (bei einfachem Herumspazieren verfehlt man so einen Block) den Helm aufbehalten,
sonst stößt man sich den Kopf.

Der wuchtige Jilin ist zwergenhausgroß.

Apropos, Tropenhelme ab, kommen wir zur Streufeldvölkerkunde.
(Exklusiv für die schwyzer, böhmischen, polnischen und russischen Meteoritenjäger vorort, die nicht so verderbt sind wie die IDMJs):

Hic sunt Strumphi.

Anders als bei dem belgischen Stamm scheint es sich offenbar um ein Matriarchat zu handeln.
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Offline ironsforever

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Re: Kärntner Meteorit
« Antwort #11 am: Juni 30, 2022, 22:19:24 Nachmittag »
Zitat
Ihr aber, meine allerkatholischsten Münchner Meteoritenjäger (AKMMs), die Ihr die Sendlinger Mordweihnacht nicht ungesühnt lassen wollet,
wallt nach Maria Gail.

Da bezieh ich lieber im örtlichen Wirtshaus zu Sendling Stellung, als mich im lahmen Tross der zahlreichen Sommerfrischler gen Süden aufzumachen um dort möglicherweise eine neue franzmännisch-austrianische Front gegen uns IDMJs zu eröffnen. :weissefahne: Wo ich mich doch dehmnäx ins NHM nach Wien aufmachen wollt... :crying: Kann ich dort meiner Enttarnung als IDMJ vielleicht mit einer extragroßen Mozartkugel am Bein und ´ner Flasche Château Pontet-Canet in der Hand entgehen?

Kurz der Schweigegruft entstiegen - fahr ich auch gleich wieder hinab.

Offline Pauzi

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Re: Kärntner Meteorit
« Antwort #12 am: Juni 30, 2022, 23:39:27 Nachmittag »
Hallo Mettmann
Danke für die Liste.
Ich sehe du nimmst meine Probleme ernst.

Punkt 1 auf der Liste... der Aluhut ist fertisch.
Punkt 3 .... das kann ich (hab schon viele Erdäpfel in Alu gewickelt.
Punkt 4 .... bin nicht sehr gut mit Mails und so.... aber meine Frau übernimmt das (uff)
Punkt 5...  boa Geduld... das ist schwierig, könnte ich aber hin kriegen.
Punkt 6... habe Familie in Wien... besuche ich gerne, nur wo ist das Museum ?
Punkt 7... Entlohnung ist gut, da muss aber noch was drin sein für mich.

aber jetzt zum schwierigsten Teil deiner Liste, ich schäm mich ein bisserl,
aber ich muss darauf eingehen......
Punkt 2.... Met. finden....
ich such ja schon seit langer Zeit und es macht auch viel Freude... aber....

ich hab noch nie was gefunden  :crying:

aber vielleicht ....
Liebe Grüße
Pauzi (der Suchende)





Offline Mettmann

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Re: Kärntner Meteorit
« Antwort #13 am: Juli 01, 2022, 00:22:10 Vormittag »
Punkt 6, no am Ring.

Es ist gar nicht so leicht zu übersehen, schau:
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Wien_-_Naturhistorisches_Museum_(1).JPG

Allerdings hat sich der Kaiser einen Jux erlaubt,
weils so schön ist, hat ers gleich zweimal bauen lassen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Vienna_-_View_of_Maria_Theresien-Platz_and_the_Kunsthistorisches_Museum_-_6291.jpg

Also höllisch aufpassen, das Naturhistorische befindet sich gegenüber der Hundezone des Heldenplatzes.
Nicht daß Du aus Versehen in einen Kunstgenuß statt in einen Steingenuß gerätst;
nicht auszudenken...

Punkt 7: Nagut, soll er noch eine Jahreskarte für sein Museum drauflegen.

 :prostbier:

@ironsforever: Nix Mozartkugel, ich hab eine bessere Camouflage: Die suchen grad einen Museumswärter in Vollzeit (1870 brutto. Aber in Österreich hat das Jahr ja mehr Monate als bei uns). Stell Dir vor, 40 Stund die Woche Eisen satt und Du hättst den Schlüssel zum Meteoritensaal......
« Letzte Änderung: Juli 01, 2022, 00:42:18 Vormittag von Mettmann »
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Offline Chrisl

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Re: Kärntner Meteorit
« Antwort #14 am: Juli 01, 2022, 19:25:28 Nachmittag »
Oh Gott, Mettmann - ich komme gerade nach einem 15 Stundentag aus Kärnten nach Hause und lese Deine Postings…

Ich hab zwar heute nichts gefunden, kann mich aber gerade vor Lachen gar nicht mehr einkriegen…!
Chapeau!

Klein-Napoleon hat sich für morgen übrigens wieder mit Studentengefolge im Streufeld angekündigt - die Untertanen stehen bestimmt bereitwilligst mit ihren Funden Spalier!

Jetzt weiß ich auch, warum die Leute heute nicht aus ihren Häusern raus sind - dachte zuerst wegen der Hitze - nein, jetzt ist alles klar - Argwohn gegenüber den IDMJ!

Oder die erlauchte Abordnung aus Wien findet den hausgrossen Brocken, den wir alle letzte Woche übersehen haben!?
Bon Chance!
Aber bitte nicht vergessen: Arbeitsrechtlich ist nach 12 Stunden (inkl. Heimreise) Schluss!

Lei-Lei! In Kärnten iss scho lustig..!

*schnief* + *tränenwisch*
Christian
« Letzte Änderung: Juli 01, 2022, 19:58:47 Nachmittag von Chrisl »

 

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