Autor Thema: Auffälliger CV3 im Schnitt und im XPOL  (Gelesen 1106 mal)

Offline TBen

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Auffälliger CV3 im Schnitt und im XPOL
« am: August 08, 2022, 18:19:31 Nachmittag »
Hallo allerseits,
ich habe bei einem kürzlich erstandenen ~70g schweren nicht zugeordneten kohligen CV3-Chondriten, (kanns leider nicht genau sagen, ob die Einschätzung korrekt ist) aus Marokko, einen interessanten dunklen, recht scharf abgegrenzten Kern ausmachen können, nachdem ich den Burschen geschnitten und poliert habe. Von außen war nichts Auffälliges zu erkennen. Ich denke ein paar Bilder sagen mehr als tausend Worte.
Erstmal zwei angehängte Kameramakroaufnahmen, von jeweils einer der beiden Hälften (der Durchmesser des Mets ist geschätzt etwa 4-5cm).
Was meint ihr dazu?
Vg und Danke
Tino

Offline hugojun

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Re: Auffälliger CV3 im Schnitt und im XPOL
« Antwort #1 am: August 08, 2022, 18:50:28 Nachmittag »
Hallo Tino ,

ist doch ein schönes Stück und so gleichmäßig angewittert.

Wie sieht eigentlich die „Außenhaut“=Rinde aus? Sieht aus als hätte er  eine längere Lagerzeit in einem kalkigen-Umfeld gelegen.

Was bedeutet das XPOL in deinem Beitrag-Titel?

LG
Jürgen

Offline TBen

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Re: Auffälliger CV3 im Schnitt und im XPOL
« Antwort #2 am: August 08, 2022, 19:46:52 Nachmittag »
Hallo Jürgen,
mit XPOL ist Auflicht-Polarisation mit gekreuzten Polarisatoren gemeint. Hab viele schöne Bilder von den Chondren gemacht, aber die Bilder im ersten Beitrag aufgrund der Dateigrößen nicht untergekriegt.
Von Außen sah der Meteorit übrigens schön schwarz und unauffällig aus, schon ein bisschen komisch mit der "Rinde". Zumindest ist zu bemerken, dass der äußere Rand schon sehr brüchig und mit Rissen durchzogen ist. Vielleicht ist er ja doch etwas angwittert.
Anbei noch ein paar Außenimpressionen. Die Polbilder muss ich leider erst noch etwas schrumpfen.
Vg Tino

Offline hugojun

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Re: Auffälliger CV3 im Schnitt und im XPOL
« Antwort #3 am: August 08, 2022, 19:53:24 Nachmittag »
Das sieht jetzt ganz normal aus. Deine Beleuchtung in den ersten beiden Bildern schufen

Den Eindruck von einer weißen Rinde.

Bin gespannt auf die POL Bilder. Stelle mir die Technik bitte gleich mit vor, in Art einer Skizze.

Oder redest du Auflicht-Mikroskop-Technik?

LG
Jürgen

Offline TBen

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Re: Auffälliger CV3 im Schnitt und im XPOL
« Antwort #4 am: August 08, 2022, 20:26:38 Nachmittag »
Hallo nochmal,
oh ja, war ein bisschen missvertändlich. Auflichtmikroskopie ist natürlich gemeint. Hab ein Leica DMRXE dazu verwendet.
Hier kommen die ersten 3 Polbilder von den Chondren, die jeweilige Vergrößerung kann man dem Dateinamen entnehmen. Die Bildbreite vom 5x Objektiv ist etwa 1,5mm, vom 10x entsprechend 0,75mm und vom 20x 0,375mm. Hab es leider noch nicht geschafft, einen Messbalken dazu einzublenden. Es ist wirklich immer wieder erstaunlich, wie Klasse die unterschiedlichen Chondren im polarisierten Licht aussehen. (und vorausgesetzt die Lampe ist hell genug, da die Polarisatoren extrem Licht schlucken)
Lg Tino

Offline TBen

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Re: Auffälliger CV3 im Schnitt und im XPOL
« Antwort #5 am: August 08, 2022, 20:29:22 Nachmittag »
Und weiter gehts:

Offline TBen

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Re: Auffälliger CV3 im Schnitt und im XPOL
« Antwort #6 am: August 08, 2022, 20:31:30 Nachmittag »
Und:

Offline TBen

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Re: Auffälliger CV3 im Schnitt und im XPOL
« Antwort #7 am: August 08, 2022, 20:33:34 Nachmittag »
:

Offline TBen

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Re: Auffälliger CV3 im Schnitt und im XPOL
« Antwort #8 am: August 08, 2022, 20:37:48 Nachmittag »
:

Offline TBen

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Re: Auffälliger CV3 im Schnitt und im XPOL
« Antwort #9 am: August 08, 2022, 20:46:30 Nachmittag »
Ich hoffe mal der Admin nimmts mir aufgrund der vielen Bilder nicht krumm. Ursprünglich sinds jeweils 20MPx Bilder,
bisschen schade, man könnte sonst noch richtig tief reinzoomen.
Falls jemand noch richtig gute Erklärungen hat, was man eigentlich sieht, würde ich mich sehr freuen.
Lg Tino

Offline Buchit

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Re: Auffälliger CV3 im Schnitt und im XPOL
« Antwort #10 am: August 08, 2022, 20:57:54 Nachmittag »
Hallo Tino, :hut:

das wollte ich gerade Dich fragen, was man da eigentlich sieht :laughing: - obwohl, nein, das ist durchaus ernst gemeint: Ich mache selber gern Dünnschliffe, und bin dennoch vor den Bildern ein bißchen ratlos. Wie dick ist eigentlich das Präparat - die Aufnahmen wirken so, als sei da noch relativ viel "Substanz" im Strahlengang. Und: Wie ist die Oberfläche beschaffen? Ist das ein poliertes Präparat, oder ist es eingeschlossen . wenn ja, womit?

Die meisten Chondrentypen, die Du hier zeigst, dprften die "Klassiker" sein- wenn Du das Buch von Norton, The Cambridge Atlas of Meteorites (ist wohl leider vergriffen) noch nicht hast, würde ich dringend dazu raten, die Online-Antiquariate zu durchforsten :user:, denn da sind die wichtigsten Strukturen gut erklärt.

Gruß,
Holger

Offline TBen

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Re: Auffälliger CV3 im Schnitt und im XPOL
« Antwort #11 am: August 08, 2022, 21:09:17 Nachmittag »
Hallo Holger,
ist nur klassische Auflichtmikroskopie mit gekreuzten Polarisatoren, die gesägten Flächen sind geläppt und anschließend auf der Schale mit Al2O3 poliert.
Ich habe auch schon eine 0,9mm dicke Scheibe für einen Dünnschliff vorbereitet, muss mal schauen wie es so klappt. Wäre mein erster Versuch.
Vg Tino

Offline Buchit

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Re: Auffälliger CV3 im Schnitt und im XPOL
« Antwort #12 am: August 08, 2022, 21:32:37 Nachmittag »
Hallo Tino,

hm, ich tue jetzt einmal etwas, was ich nur ungern tue: Ich gebe ungefragt Ratschläge. :weissefahne:

Da ich nicht weiß, über welche Präparationsausrüstung für Dünnschliffe Du verfügst, ist meine Sorge vielleicht unbegründet - denn schließlich gibt es "narrensichere" Schleifmaschinen, die (entsprechende Montage des Präparats vorausgesetzt) automatisch die richtige Dicke liefern, und wenn Du auf ein solches Equipment Zugriff hast, brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen, dass etwas nicht klappen könnte.

Wenn das nicht der Fall ist, hier mein (ungefragter :baetsch:) Rat: Fang' mit einem anderen Material als ausgerechnet mit einem CV3 an, das Dünnschleifen zu üben. Es ist veilleicht nicht der teuerste Meteorit der Welt, aber um ihn buchstäblich zu "verpulvern", wäre er doch zu schade. Nimm irgendetwas, das im Mikroskop gut aussieht und leicht zu schleifen ist - wenn Du auch auf dem Gebeit der Fossilien unterwegs bist, wie Du schriebst, dann hast Du vielleicht einen fossilhaltigen Kalksandstein oder so etwas in petto; das wäre gut geeignet.

Gruß,
Holger

P.S. Fehlerkorrektur: Das empfohlene Buch heißt "The Cambridge Encyclopedia of Meteorites".

Offline hugojun

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Re: Auffälliger CV3 im Schnitt und im XPOL
« Antwort #13 am: August 08, 2022, 22:11:06 Nachmittag »
Hallo Tino,

wirklich super Bilder.

Aber ich würde gern genaueres zu deiner XPOL-Auflicht-Technik wissen.

Der normale Strahlengang wäre so, dass du das Licht linear polarisierst senkrecht auf das Objekt lenkst.
Das reflektierte Licht müsste dann den zweiten POL Filter (Analysator), der um 90°Grad zum Polarisator eingestellt durchqueren (XPOL).
Meiner Erfahrung nach, sollten dann alle metallischen Flächen dunkel sein. Somit würde ich mal vermuten,
dass die POL-Filter eine Position abweichend von 90°Grad zueinander haben. Würdest du etwas dazu sagen wollen?

LG
Jürgen

Offline Met1998

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Re: Auffälliger CV3 im Schnitt und im XPOL
« Antwort #14 am: August 09, 2022, 10:15:12 Vormittag »
 :wc: Tino,
kürzlich wurde hier gesagt, dass 0,9 und 1 bis 2 mm dicke Scheiben noch keine Dünnschliffe sind, die gehen erst im allgemeinen bei 20 bis 30 µm los:

https://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=13123.msg155918#msg155918

Gruß Ehrfried  :hut:
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