Autor Thema: Midsommar im hohen Norden  (Gelesen 662 mal)

Offline Julien L

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Midsommar im hohen Norden
« am: Juni 22, 2024, 18:12:55 Nachmittag »
Vor 12 Jahren sah ich das erste mal "Meteroiten Männer" auf DMAX. Die Folge hieß "jenseits des Polarkreises"

Damals war ich 13 Jahre alt und ich habe mir geschworen eines Tages nach Muonionalusta zu fahren und dort selbst Meteoriten zu suchen.

Nach dem ich mir in Ribbeck anfang des Jahres den Wunsch erfüllt habe einen Meteroiten zu finden fand am 29. 5. alle Vorbereitungen für Nordschweden den Abschluss.

Am späten Nachmittag bei schlechtem Wetter ging es los. Laut Navi 2460 km und 29 Stunden Fahrt.


Wir sind letztlich am 31.5. Spät gegen Abend angekommen. Direkt vor Ort das Suchgerät geholt welches uns ein Sucher vor Ort geliehen hat. Ahnung vom Lorenz Suchgerät hatte niemand von uns also haben wir uns "auf die schnelle" bestmöglich damit vertraut gemacht.


Am nächsten Tag ging es dann endlich ins Streufeld.
Top motiviert durchs Gelände nach kürzester Zeit das erste Signal - Mineralierster Sand. Egal weiter geht's.
Nach gerade einmal 4km ein sehr sauberes Signal.

Wir waren uns relativ sicher diesmal kein Sand zu haben.
Also angefangen zu Buddeln die ersten Steine ausgegraben und nochmal mit der Sonde darüber. Das Signal wird  stärker!

Sehr ungläubig und ohne uns Falsche Hoffnung zu machen weiter gegraben.
Nach etwa 70cm Rost!

Es war tatsächlich am ersten Tag nach 4 Stunden und 7 Kilometer unser erster Meteorit :D


Danach war Feierabend und es ging in die Unterkunft.

Am Tag 2 frühs in die gleiche Gegend noch voller Begeisterung vom ersten Fund haben wir uns aber eingeredet dass wir so schnell nicht noch was finden.

Erst wieder 1-2 Signal mit menschlichen Müll nun gut, das Gerät funktioniert noch.

Nach 7km auf Freier Fläche wo wahrscheinlich schon 100 Sucher vor uns waren ein Hammer Signal.

Das Objekt war groß und sehr flach. Ich dachte in die Richtung: alte Schaufel oder eine Axt unter der Moosnarbe.

Aber ich habe mich getäuscht. Nach dem die ersten großen Steine aus dem Loch waren war das Signal noch immer da und wir waren uns sicher keinen Müll zu graben.

Nach etwa 50 cm wieder Rost! Und das Stück wurde immer größer und größer. Am Ende hatten wir unseren 27,9 Kg Meteroiten!

Langsam fing Muonionalusta an richtig Spaß zu machen.


Der 3. Tag ohne Funde nur 20 km Strecke warme 25 Grad.

Am 4. Tag kamen wir nach 14km in ein Bereich in dem mehrer Frische Löcher vom letzten Jahr waren.

Zwischen diesen Löchern wieder ein Signal.

Wieder nicht Tief ein 4,9 Kilogramm schweres Stück.

Das war der Moment in dem wir der Meinung waren dass alle Sucher hier irgdwas falsch machen und wir in den kommenden 2 Wochen richtig abräumen werden.

Naja Flasch gedacht. Die nächsten 2 Wochen waren äußerst deprimierend. Jeden Tag 20 Kilometer durchs Gelände und es passierte nichts mehr.
Wir mussten uns letztlich doch wieder eingestehen einfach nur unglaublich Glück gehabt zu haben.

Trotzdem können wir denke ich sehr zufrieden sein.
Die Gegend ist wirklich sehr abgesucht und man läuft oft viele Stunden ohne ein Signal.

Dennoch bin ich mit Muonionalusta wahrscheinlich nicht fertig!
Es wird ein sicherlich Wiedersehen Geben :D


Leider hatten wir auch nicht jeden Tag Glück mit dem Wetter so dass wir uns an Regentagen Absturzstellen deutscher Flugzeuge in Schweden und Finnland anguckten.


Letztlich hatten wir effektiv 15 Suchtage an denen wir immer 20 Kilometer gemacht haben sofern wir nichts gefunden hatten. :hut:

Offline Julien L

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Re: Midsommar im hohen Norden
« Antwort #1 am: Juni 22, 2024, 18:15:10 Nachmittag »
27,9 Kilogramm  :einaugeblinzel:

Offline Julien L

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Re: Midsommar im hohen Norden
« Antwort #2 am: Juni 22, 2024, 18:17:22 Nachmittag »
Und der dritte kleine+ Gruppenfoto  :laughing:

Offline Julien L

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Re: Midsommar im hohen Norden
« Antwort #3 am: Juni 22, 2024, 18:23:48 Nachmittag »
Zum Schluss Bilder einer sehr interessanten Absturzstelle eines deutschen Torpedobomber der noch 4 Wochen vor Kriegsende Brittische Handeschiffe Angriff. Auf dem Rückflug ist die Besatzung wegen technischer Probleme ausgestiegen und die Maschine stürzte unkontrolliert in ein Gebirge.

Offline Wunderkammerad

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Re: Midsommar im hohen Norden
« Antwort #4 am: Juni 22, 2024, 19:39:07 Nachmittag »
Interessanter Bericht und Fotos. Ihr habt euch quasi vorauseilend belohnt mit respektablen Funden.
Der Torpedobomber gibt bizarre Figur ab und hängt da rum wie gestern erst runtergefallen (dann wär's vermutlich aber eine Boeing).

Offline lithoraptor

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Re: Midsommar im hohen Norden
« Antwort #5 am: Juni 22, 2024, 21:54:24 Nachmittag »
Glückwunsch, Julien. Mach genauso weiter, Du hast ja einen Lauf.

Gruß

Ingo

Offline Thin Section

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Re: Midsommar im hohen Norden
« Antwort #6 am: Juni 22, 2024, 22:51:41 Nachmittag »
Julien, ... bin begeistert von Deinem Bericht und Euren Funden  :super: :super: :super: !

Bernd  :winke:
(247553) Berndpauli = 2002 RV234

Das Ärgerlichste in dieser Welt ist, dass die Dummen todsicher und die Intelligenten voller Zweifel sind. (Bertrand Russell, britischer Philosoph und Mathematiker).

Offline Sikhote

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Re: Midsommar im hohen Norden
« Antwort #7 am: Juni 25, 2024, 01:20:43 Vormittag »
Gut gemacht, Julien, weiter so.

Viel Glück
 :winke: Sigrid

Offline ironsforever

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Re: Midsommar im hohen Norden
« Antwort #8 am: Juni 26, 2024, 12:41:04 Nachmittag »
Beeindruckende Bilder! :super:
Und Glückwunsch zu den tollen Funden! :prostbier:

Offline Mettmann

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Re: Midsommar im hohen Norden
« Antwort #9 am: Juli 03, 2024, 17:24:35 Nachmittag »
Vielen Dank fürs Zeigen und Rrrrespekt für den Brummer.
(Apropos - hoffentl. haben Euch nicht die Mücken gefressen?, die dort, so erzählen es alle Sucher eine furchtbare Plage sein sollen).

 :super:
"If any of you cry at my funeral,
I'll never speak to you again."
(S.Laurel 1890-1965)

 

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