Autor Thema: Fall am 8.3.26?  (Gelesen 4010 mal)

Offline Mettmann

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Re: Fall am 8.3.26?
« Antwort #75 am: März 17, 2026, 15:38:00 Nachmittag »
Salü Blaugräber,

prinzipiell ist Dein Auge schon ausgezeichnet für die Suche geeicht. Respekt, so ein kleiner Futzel wär nicht jedem aufgefallen.
Das ist wichtig, bei Ribbeck z.B. haben die meisten anfänglich nach schwarzen Steinen gesucht, bis die ersten Stücke gezeigt haben, daß er eine ganz andere Farbe und Kruste hat (oh die bizarre Eisprinzessin war ein Traum).

Ich halt das Stück auch nicht für einen Meteoriten: wie der Andi schon sagte, die weiß-beigen Anteile scheinen obendrauf zu pappen und wenn man bei deinen Bildern genau schaut, hat die weiße Masse ein paar Ausgasungslöchlein drin. Nun mag es bei den HEDs sehr sehr selten eine nichtschwarze Kruste geben. Aber das zweierlei auf einem Stein, kommt nicht vor. Und da ja von Koblenz schon Stücke vorliegen, wissmer, daß er eine tiefschwarz-frische Schmelzkruste hat.
Im dritten Bild, oben an der Spitze sind ein paar Linien, die aber zu stark mäandern, daß sie Schmelzflusslinien der Kruste sein könnten.
Insgesamt ein sehr gutes Meteowrong.

Weiterfinden!

Geruch. Dafür sind die kohligen Chondrite bekannt, manche riechen schon beim Sägen, wenn sie nicht zu alt sind.
Als Chanel N°5 bei den Meteoritikern gilt der CM2 von Murchison, der ein kleiner Stinker war. Da zum einen Frischfall, zum andern weit verbreitet durch sein sehr großes Fundgewicht. Manche haben ihn daher in Gläsern mit Schraubdeckeln verwahrt, um angelegentlich einen Zug davon zu nehmen. Bei der Vesta-Gruppe, zu der Koblenz voraussichtlich gehören mag, ist mir nie ein Gerüchlein aufgefallen.
Natürlich würde zu einer richtigen sensorischen Prüfung noch ein Geschmackstest gehören, allein liegen dazu noch zu wenig Vergleichsdaten vor. Aber Schluß jetzt, wir wollen Fremdleser ja nicht verschrecken.

Ich selbst hatte es nie so gern, wenn Finder an ihren Fundstücken rumschrauben und rumtesten; das kann ja auch zu Beschädigungen (mit Wertverlust) führen. Man denke z.B. an die früher kursierenden Anleitungen zur Dichtebestimmung, die dazu verleiteten, knackfrische Chondritenfälle, die noch keinen Regen gesehen, in einen Meßbecher mit Wasser zu werfen.... und das, wo die Dichte bei der Bestimmung ob Met oder irdisch, ein überaus nachrangiges Bestimmungsmerkmal ist.
Blaugräber, Fälle wie diesen findet man mit dem Auge und es ist viel sinnvoller bei Zweifeln die Stücke zu zeigen, um sich Meinungen einzuholen.

Allzeit gut Fund, möge der Stein mit Dir sein.
 :prostbier:
Mettmann
 
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Offline Mettmann

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Re: Fall am 8.3.26?
« Antwort #76 am: März 17, 2026, 15:47:18 Nachmittag »
Ähm Frage an den Dieter, hat das Feuerkugelnetz Koblenz verpaßt?
Sonst gabs hier doch immer sehr zeitnah die vorläufige Streufeldberechnung.

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Offline MarkV

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Re: Fall am 8.3.26?
« Antwort #77 am: März 17, 2026, 19:28:08 Nachmittag »

Offline MarkV

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Re: Fall am 8.3.26?
« Antwort #78 am: Gestern um 07:33:42 »
Gibt es irgendwo Infraschall Rohdaten von dem Event zum Download?

Offline erich

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Re: Fall am 8.3.26?
« Antwort #79 am: Gestern um 10:53:14 »
Zur erweiterten Illustration des Geschehens habe ich mit Groks (4.2) Unterstützung je ein anschauliches Piktogramm und ein aufschlussreiches Diagramm recherchiert und hierfür herangezogen
1.) https://www.ecgs.lu/fireball-meteor-over-luxembourg-on-8-march-2026/
2.) https://x.com/raspishake
<B>Impactites Rare minerals and rock samples from beyond earth's gravity for education</B>

Offline erich

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Re: Fall am 8.3.26?
« Antwort #80 am: Gestern um 11:04:31 »
<B>Impactites Rare minerals and rock samples from beyond earth's gravity for education</B>

Offline MarkV

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Re: Fall am 8.3.26?
« Antwort #81 am: Gestern um 11:30:53 »
Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Infraschall Pfad korrekt ist. Die Spur müsste viel näher an Trier sein.

Offline hugojun

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Re: Fall am 8.3.26?
« Antwort #82 am: Gestern um 14:45:55 »
...... Die Spur müsste viel näher an Trier sein.

Tut sie auch.
Die blaue Linie ist die IMO Trajektorie.
Die Seismische musst du dir an den Einschnürungen der Isobaren vorstellen. Zudem ist aus der Text ersichtlich,
dass das Signal bei Koblenz ca 30 Sek. Laufzeit hatte. Die Abstufung der Isobaren beträgt ca. 20 Sek.
Somit liegt die Trajektorie des IMO ca. 60 Sek. (oder 20 km Raumdiagonale) entfernt.
lG
« Letzte Änderung: Gestern um 15:07:30 von hugojun »

Offline MarkV

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Re: Fall am 8.3.26?
« Antwort #83 am: Gestern um 20:57:48 »
Ah, das ist gar nicht der Infraschall Pfad, sondern der IMO Pfad. Verstehe.

Bei dieser Infraschall Auswertung ist der Pfad sogar noch weiter von Trier entfernt als der IMO Pfad. Das kann überhaupt nicht stimmen.

https://www.km.kit.edu/img/meteorit-trajektorien-konturlinien-sektion.png

Offline Blaugräber

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Re: Fall am 8.3.26?
« Antwort #84 am: Heute um 08:18:04 »
Es sieht also eher so aus, dass das Streufeld eher nordwestlich von Koblenz ist, und Güls eher im Randbereich oder gar ein Ausreißer war?
Obwohl das Schmelzkrustenverhältnis des "Dach-Impakts" ja eher auf eine tiefere Zerlegung des Fragmentes hindeutet, eventuell bei dem dritten oder vierten Burst  :gruebel:

Grüße

Offline hugojun

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Re: Fall am 8.3.26?
« Antwort #85 am: Heute um 09:57:26 »
@ MarkV
Mit dieser Darstellung kann ich allerdings auch nichts anfangen.
Insgesamt fehlen bei beiden Beschreibungen/ Karten, was genau die Schallquelle ist.
Kommt das Signal aus der Atmosphäre von einem Körper, der sich mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit
über die Messstationen hinwegbewegt?  Sind es die Signale der Airbursts ? Es wird oft von der Impakt Zeit gesprochen.
Ich möchte mir nicht vorstellen, dass der Impakt in Koblenz von einer Station in Luxembourg registriert wurde.
Das wäre für mich dann schon der Sack Reis, der in China umfällt.

@ Blaugräber
Das „Schmelzkrustenverhältnis“ spricht für mich auf eine sehr, sehr , sehr viel „tiefere Zerlegung des Fragmentes“

lG
Jürgen


 

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