Autor Thema: Regmaglypten - Wer hat sie WO gesehen?!  (Gelesen 12032 mal)

Tekti Jäger

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Re: Regmaglypten - Wer hat sie WO gesehen?!
« Antwort #45 am: Dezember 08, 2007, 17:41:12 Nachmittag »
Hallo Dirk,

ich zweifele wirklich stark an das bei Tektite die Reg.... durch Verwitterung oder Bodensäure ( was immer das auch bedeuten soll )
entstehen können.
Ich war selbst in den Tektite Streufelder in Thailand und habe dort viele Tektite mit Reg.... gefunden.
Viel anderes Gestein lag dort auch noch herum, aber keines wies ähnliche  Dellen wie die Tektite auf.
Ich denke mal wenn Glas - sprich Tektite - durch Verwitterung oder Säure solche Reg... ausbilden, müßte doch auch ein
großer Teil der anderen, dabeiliegenden nich Tektite Steine diese Reg... haben.

Gruß

Peter der
Tektite Jäger

Offline APE

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Re: Regmaglypten - Wer hat sie WO gesehen?!
« Antwort #46 am: Dezember 08, 2007, 18:21:41 Nachmittag »
Ja Lutz,

das entsehende Magnetfeld wird wohl eisenhaltige Meteoroide beim Fallen etwas stärker beeinflussen. Die Frage ist nur, ob das Feld eher geordnet oder kaotisch entsteht und ob die Beeinflussung des Eindringlings in der Bewegungsrichtung signifikant hoch ist! Diese Frage habe ich noch nicht geklärt ...

 :user:
Thomas
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Offline APE

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Re: Regmaglypten - Wer hat sie WO gesehen?!
« Antwort #47 am: Dezember 08, 2007, 18:27:28 Nachmittag »
Hallo Peter der Tektiten Jäger,

ich glaube, niemand hat gesagt, das diese Gruben an den Tektiten, die ja auch angeflogen kommen, nicht auch schon in der Luft entstanden sein können ...

Ich kann mir das jedenfalls gut vorstellen. Aber ob auch diese als Feuerkugel angeschoßen kommen ...  :nixweiss:
Aber überschallschnell sollten sie schon sein!

Möglich wäre für mich auch eine spätere Verwitterung bei manchen Tektiten ...

Gruß Thomas
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Offline APE

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Re: Regmaglypten - Wer hat sie WO gesehen?!
« Antwort #48 am: Dezember 08, 2007, 18:35:40 Nachmittag »
Ach, hier noch ein interessantes Stück bei Peter Marmet´s Seiten.

http://www.marmet-meteorites.com/id26.html

Ein 3,3kg Bassi, H5 ...  :eek:

 :user:
APE
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Offline Dirk

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Re: Regmaglypten - Wer hat sie WO gesehen?!
« Antwort #49 am: Dezember 08, 2007, 22:01:21 Nachmittag »
Hallo Tekti-Jäger  :winke: ,

ich glaube, dass das Umgebungsgestein nicht unbedingt ähnliche Vertiefungen aufweisen muss wie die Tektite. Tektite haben bestimmt andere physikalische und chemische Eigenschaften als die Umgebungsgesteine und werden wohl auch unterschiedlich auf z.B. Bodensäuren oder ähnliches reagieren (ich bin da aber kein Experte). Allerdings scheint bis jetzt die Frage, wie die Skulpturierung der Tektite zu Stannde kam, noch ungeklärt. Die einen sagen durch Erosion im Boden - die anderen favorisieren Ablation durch Athmosphärenflug.
Für Ablation durch Athmosphärenflug sprechen folgende Argumente:
1.Die Existenz der australischen geflanschten Knöpfe. Eindeutig orientiert - keine Frage.
2.Dann gibt es noch, sehr selten vorkommend, geknickte Tektite. Passiert wahrscheinlich, wenn zwei Tektite sich im Flug berühren. Dabei bricht die Oberfläche auf und das noch weiche und plastische Innere des Tektiten quillt hervor (bald spots). Wenn man nun solche Teile in der Erde findet, dann ist die Oberfläche regmalyptisch skulpturiert, nur nicht an dieser Hervorquellstelle.
3.Auch gibt es massenhaft zerbrochene Tektite, die an der Bruchfläche glatt geblieben sind und nicht "zerfressen".

Jetzt die für Erosion:
1.Einige Experten sagen: Die Oberfläche der Tektite sei recht schnell abgekühlt und dadurch anfälliger z.B für Bodensäuren, während das Innere der Tektite zum Abkühlen mehr Zeit hatte und dadurch gegen Erosionsprozessen widerstandsfähiger war. Dies würde auch erklären, warum die bald spots und die Bruchflächen nicht skulpturiert sind (weilse das widerstandsfähigere Innere zeigen und nicht das anfälligere Äußere).
2. Tektite, die man auf dem Meeresgrund findet, seien frischer und weniger verwittert, als Tektite aus dem Boden. Bei der Lagerung in der Erde gibt es also auf jeden Fall Erosion.

Noch eine andere Idee für die Entstehung dieser Vertiefungen in den Tektiten können blasenförmige Gaseinschlüsse darstellen. Zum einen könnten schon während des Fluges der Tektite solche Blasen aus der noch weichen und plastischen Oberfläche heraus "geblubbert" sein. Zum anderen sind vielleicht oberflächennahe Blasen des Tektiten später im Boden, wieder durch Erosion, aufgebrochen. Zumindest gibt es Untersuchungen an Tektiten, die Bewegungen von Blasen im Tektiten während des Fluges nachgewiesen haben.

Okay, jetzt reichts erst mal.

Hier noch schnell ein bissel Literatur über das Thema:
 - Auth, Rudolf (2005): Tektite. Irdische Materie aus dem Weltraum.
 - Povenmire, Hal (2003): Tektites. A Cosmic Enigma. Edited by John A. O`Keefe. Publication of the Florida Fireball Network.
 - Heinen, Guy (1997): Tektite. Zeugen Kosmischer Katastrophen.


 :prostbier:
Dirk
« Letzte Änderung: Dezember 08, 2007, 22:17:56 Nachmittag von Dirk »

astro112233

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Re: Regmaglypten - Wer hat sie WO gesehen?!
« Antwort #50 am: Dezember 08, 2007, 23:48:47 Nachmittag »
Hallo Freunde,

dass Erdsäuren an Moldaviten ihre nagenden Spuren hinterlassen haben ist allgemein bekannt. Jedoch an Indochiniten etc. wäre mir diese Theorie vollkommen neu und nicht nachvollziehbar. Die Vertiefungen an den Oberflächen der noch formbaren Flugkünstler wurden doch eindeutig durch ärodynamischge Prozesse gebildet. Weshalb die unterschiedlichen Erscheinungsformen zustande kamen kann ich mir allerdings nicht erklären. Australite, Moldavite, Indochinite und Co. besitzen ihr artspezifisches Oberflächendesign. Entstanden, vielleicht durch das Zusammenwirken von der Anfangs-Temperatur des Fetzens, der Anfangs-Geschwindigkeit und der definitiven Flugzeit.     

Bild 1. Wie z.B. sollten Erdsäuren dieses "Muster" auf den Tektiten zaubern? Besitzt er patiell unterschiedlich "verwundbare" Stellen auf seiner Oberfläche?       

Bild 2. Eindeutig ärodynamisch geformtes Aussehen.

Bild 3. Wahrscheinlich eine geplatzte Gasblase. 

Bild 4. Libysches Wüstenglas.   

Bild 5. Sikhote mit tollen Regmaglypten.

Bild 6. Steinmeteorit Adrar mit hübschen Regmaglypten.

Bild7. Moldavit

Bild 8. Supergeile Regmaglypten.

Grüße sendet Konrad.   :winke:




astro112233

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Re: Regmaglypten - Wer hat sie WO gesehen?!
« Antwort #51 am: Dezember 08, 2007, 23:50:10 Nachmittag »
B2

astro112233

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Re: Regmaglypten - Wer hat sie WO gesehen?!
« Antwort #52 am: Dezember 08, 2007, 23:51:05 Nachmittag »
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astro112233

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Re: Regmaglypten - Wer hat sie WO gesehen?!
« Antwort #53 am: Dezember 08, 2007, 23:52:23 Nachmittag »
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astro112233

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Re: Regmaglypten - Wer hat sie WO gesehen?!
« Antwort #54 am: Dezember 08, 2007, 23:54:12 Nachmittag »
B5

astro112233

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Re: Regmaglypten - Wer hat sie WO gesehen?!
« Antwort #55 am: Dezember 08, 2007, 23:56:22 Nachmittag »
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astro112233

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Re: Regmaglypten - Wer hat sie WO gesehen?!
« Antwort #56 am: Dezember 08, 2007, 23:58:49 Nachmittag »
B7

astro112233

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Re: Regmaglypten - Wer hat sie WO gesehen?!
« Antwort #57 am: Dezember 08, 2007, 23:59:41 Nachmittag »
B8

Supergeile Regmaglypten. oder???

Leider nicht. Ist gar kein Tektit. Es handelt sich um einem Colombianit. Diese Erkenntnis drückten mir kürzlich Peter und Martin rein.   :wow:

Ende

Offline Aurum

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Re: Regmaglypten - Wer hat sie WO gesehen?!
« Antwort #58 am: Dezember 09, 2007, 00:23:57 Vormittag »
Hallo Thomas ,

Ich glaube nicht das der Fall eines Meteoriten durch sein Magnetfeld Sifnifikant beeinflust wird , und auch die Magnetfelder die sich durch den Stromfluss im Plasma entstehen werden nicht dem kaotich sein , sie folgen festen Physikalichen regeln wie z.b. Der Lorenz tranformation .
Sie gib auskunft über die Richtung in die ein Magnetfeld gepolt ist wenn elektricher Strom fliest , oder auch um gekehrt , das meint wenn du einen Strom durch einen Draht schickst muss sich ein Magnetfeld in genau definierter art ausbilden .
Selbst wenn sich unser Eisenmeteor mit überschall durch die Lufthülle bewegt und sich dabei mit der gleichen Geschwindigkeit Taumeln sollte sind das schnecken Geschwindigkeiten im vergleich zu denen, mit denen die Reaktionen des Magnetfeldes ablaufen  , den diese geschehen mit Lichtgeschwindigkeit .Nur dadurch und dieser Gedanke ist mir eben gekommen , das wir dort einen Eisenkern haben kommt es durch die Drehung des selben zu gewissen verzögerungen und die können auch zum entstehen der Regmaglypten beitragen .
Nun ich muss zugeben das Plasmaphysik nicht meine Starke Seite ist und ich sie nur am rande mal behandelt habe und von daher stehe ich meiner eigenen aussagen eher skeptich gegenüber , was uns hier fehlt ist ein echter Fachmann .  :imsorry:

Bis dann Lutz  :winke:
Aller Anfang ist schwer !!

 

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