Autor Thema: Info - Magmaozean .. - "Vergleich Chondrit"  (Gelesen 4245 mal)

Offline Aurum

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Re: Info - Magmaozean .. - "Vergleich Chondrit"
« Antwort #15 am: Januar 04, 2008, 21:10:03 Nachmittag »
Willy ,

ein sehr gutes Argument  :super:

Bis dann Lutz  :winke:
Aller Anfang ist schwer !!

Offline herbraab

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Re: Info - Magmaozean .. - "Vergleich Chondrit"
« Antwort #16 am: Januar 04, 2008, 22:21:12 Nachmittag »
Unbestreitbar hat sich die Erde aus Kosmichen Staub gebildet doch haben sich dabei die Elemente ungleichmäsig in der Wolke verteilt .

Richtig, diese Effekte überwiegen den des natürlichen Reaktors sicher um Größenordnungen. Schliesslich sind ja auch nicht alle Chondrite gleich zusammengesetzt. Man denke nur an den Eisengehalt der Enstatit-Chondrite auf der einen, und den der kohligen oder der Rumuruti-Chondrite auf der anderen Seite. Aber offenbar war das Defizit an inkompatiblen Elementen der Erde groß genug, um auch bei der natürlich gegebenen Schwankungsbreite aufzufallen.

Grüße, Herbert
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

Speci-Man

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Re: Info - Magmaozean .. - "Vergleich Chondrit"
« Antwort #17 am: Januar 04, 2008, 23:11:42 Nachmittag »
Hallo!
Willis Gedanken über Ungleichgewichte sind von wirklich philosophischer Tragweite. "Gleichgewicht=Stagnation=Tod"  :super:
Der Umkehrschluß müsste dann lauten: "Ungleichgewicht=Aktivität=Leben". Die zentrale Frage ist also: Worauf zielt, wonach strebt alle Aktivität? Ich meine: Nach dem Gleichgewicht. Überraschendes Fazit: "Das Leben strebt nach dem Tod"!  :auslach:
Aber mal ehrlich: Das haben wir doch schon immer gewusst, oder?   :gruebel:

Habe auch noch einen Spruch beizusteuern, mit dem Lutz sicher gut leben kann: "Die Summe der Nuklearbestandteile bleibt immer gleich!" Ich hoffe zumindest, dass dies stimmt.
Grüße
Gerhard

Speci-Man

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Re: Info - Magmaozean .. - "Vergleich Chondrit"
« Antwort #18 am: Januar 05, 2008, 00:03:14 Vormittag »
Hallo!
Habe da immer noch eine Frage, aber ich will zunächst etwas weiter hierzu ausholen:

Alles, was ich über die Entstehung unseres Sonnensystems weiß, habe ich mir in den letzten Monaten zusammengelesen. Ich bin demnach nur ein Laie mit Grundkenntnissen. Wenn ich alles richtig verstanden habe, dann war es doch so:

1. - Am Anfang (vor 4,6 Mrd. Jahren war ein Urnebel.

2. - Aufgrund von Anziehungsverhältnissen (Ungleichgewichten) bildete sich in der frühen Akkretionsphase aus den Staubpartikeln des Urnebels die Sonne und ihre größeren Trabanten.

3. - Dabei blieben jedoch eine Unzahl Partikel übrig, die sich nur zu winzigen Häufchen zusammengeschlossen hatten.

4. - Einmal in Sonnennähe geraten, schmolzen die Häufchen auf. Sie hießen jetzt Chondren.

5. - Im weiteren Verlauf ballten sich auch die Chondren zu mehr oder weniger großen Körpern zusammen.

6. - Sie konzentrierten sich überwiegend im Asteroidengürtel.

So – jetzt die Frage: Geht es bei der neuerlichen Theorie darum, dass sich die Erde auch erst in dieser letzten Phase aus Chondren gebildet hat und dann aufgeschmolzen ist, wie viele größere Asteroiden auch?

Daraus ergibt sich dann die Zusatzfrage: Besaßen einzelne Urstaubpartikel typische individuelle Eigenschaften? Quasi so, dass sich die einen mehrheitlich zum Planetenbau geeignet haben und die anderen eher zur Chondrenbildung neigten?

Und: Wenn die Erde denn chondritischen Ursprungs ist, verstecken sich die chondrentypischen Bestandteile dann etwa in der neuentdeckten Erdmantelschicht?

Bin ich damit dem Thema jetzt näher?

Fragen über Fragen...  :platt:

Grüße
Gerhard
« Letzte Änderung: Januar 05, 2008, 01:01:14 Vormittag von Speci-Man »

Offline herbraab

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Re: Info - Magmaozean .. - "Vergleich Chondrit"
« Antwort #19 am: Januar 05, 2008, 02:40:42 Vormittag »
So – jetzt die Frage: Geht es bei der neuerlichen Theorie darum, dass sich die Erde auch erst in dieser letzten Phase aus Chondren gebildet hat und dann aufgeschmolzen ist, wie viele größere Asteroiden auch?

Nein, nicht ganz. Bekannt war ja (wie Du oben schopn unter Punkt 5 beschrieben hast), dass sich größere Planetesimale und schlußendlich die Planeten aus kleinere Körper mit chondritischer Zusammensetzung zusammengeballt haben. Demnach müssten die Elementhäufigkeit in den Planeten insgesamt etwa jener der Chondrite entsprechen, wenn nicht irgendwann im Laufe dieses Prozesses irgendwelche Elemente verloren gegangen sind.

Bekannt war auch, dass bestimmt Elemente im Erdmantel zu fehlen schienen - im Vergleich zur chondritischen Elementverteilung war zu wenig davon da. Die Anfangs zitierte Arbeit geht nun davon aus, dass diese Elemente nicht irgendwohin verschwunden sind, sondern dass sich diese Elemente in dem genannten Magmaozean an der Kern-Mantel-Grenze gesammelt haben. Damit wäre die Übereistimmung mit dem ursprünglichen (chondritischen) Ausgangsmaterial weiter gegeben.

Hoffe, jetzt ist es klar. :gruebel:

Grüße, Herbert
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

Speci-Man

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Re: Info - Magmaozean .. - "Vergleich Chondrit"
« Antwort #20 am: Januar 05, 2008, 03:28:43 Vormittag »
Danke Herbert!
Der Sinn der genannten Arbeit ist mir nun wirklich klar.

Was mir noch aufstößt, ist die verschwommene Abgrenzung der Begriffe "Urnebel", "Staubpartikel", Staubpartikelhäufchen" und "Chondren".

Wenn die Chondren aus - durch Sonnenhitze - aufgeschmolzenen Staubpartikelhäufchen entstanden sind, dann kann folgerichtig die Sonne eben nur - zuvor - aus Staubpartikeln entstanden sein. Da sich die großen Planetesimale jedoch fast zeitgleich gebildet haben, sollte man doch davon ausgehen können, dass sie aus dem selben Staub bestehen und eben nicht aus Chondren.
In Deiner Darstellung gehst Du jedoch davon aus, dass sich gar alle Planetesimale aus Chondren gebildet haben. Habe aus o.g. Gründen damit Probleme. Du gibst mich da übrigens auch falsch wieder. Ich habe das so nicht gesagt. Habe doch eher zwei aufeinanderfolgende Phasen gemeint: Erst die Staub-Akkretion und danach erst die Chondren-Akkretion. Allenfalls ließe ich eine partielle Überlappung beider Zeiträume noch gelten. Nur von daher noch wäre eine chondrische Bildung der Erde denkbar.

Wie ich eingangs schon sagte, sollten vielleicht erst einmal die Begrifflichkeiten geklärt werden, um nicht ständig aneinander vorbei zu reden.
Grüße
Gerhard
« Letzte Änderung: Januar 05, 2008, 03:45:26 Vormittag von Speci-Man »

 

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