Autor Thema: Meteoritensuche in Deutschland wirklich vergebens?  (Gelesen 50159 mal)

Offline MetGold

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Re: Meteoritensuche in Deutschland wirklich vergebens?
« Antwort #105 am: Januar 10, 2008, 16:25:08 Nachmittag »
Hallo,

ich darf euch mal an den Beitrag von vor 2 Jahren aus einem "Sondler-Forum" erinnern:

"Ich bin durch eine Verfügung der Staatsanwaltschaft ... zur Preisgabe der Daten (Mail- und IP-Adresse) von drei Usern gezwungen geworden. Eine Weigerung gegen diese Verfügung hätten weiter Zwangsmaßnahmen zur folge gehabt, bei denen möglicherweise der gesamte Datenbestand unseres Forums den Ermittlern in die Hände gefallen wäre! ..."

 :fingerzeig: Da hatten welche ohne Genehmigung gesondelt und wohl was gefunden und darüber was ins Forum geschrieben.

 :winken:   MetGold   :alter:
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Offline gsac

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Re: Meteoritensuche in Deutschland wirklich vergebens?
« Antwort #106 am: Januar 10, 2008, 16:32:29 Nachmittag »
Hallo Peter,

wir unterhalten uns hier im Forum doch nur ganz allgemein über die Rechtssituation und ich denke mal,
es würde in wirklich niemandes Interesse sein, auch nur einen winzigen Schritt darüber hinaus zu gehen!
Alles nur Theorie - die Praxis lassen wir bei den Praktikern und was die in solchen Fällen machen könnten
oder wollten, hat hier absolut nichts verloren, das mögen sie schon selbst verantworten...

Alex

Offline MetGold

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Re: Meteoritensuche in Deutschland wirklich vergebens?
« Antwort #107 am: Januar 10, 2008, 16:39:54 Nachmittag »
Hallo Alex,

I sogs ja nur, wenn wir Leute auffordern sich ein Metallsuchgerät zu kaufen und einfach mal loszuziehen, dann müssen wir doch auch noch ein paar Randbedingungen ansprechen, oder wollen wir sie ins offene Messer laufen lassen.

Da hat wohl kürzlich einer im Ries gesondelt, bis der Förster kam, der sofort die Polizei gerufen hat und eine Anzeige gemacht und die Polizei hat erstmal alle Funde und das Metallsuchgerät beschlagnahmt.
 :imsorry: Müßte jetzt erst im WEB suchen, um den Beitrag wiederzufinden.

 :winken:   MetGold   :alter:

P.S. Sucht, und ihr werd' im WEB einiges unerfreuliches finden.
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Offline gsac

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Re: Meteoritensuche in Deutschland wirklich vergebens?
« Antwort #108 am: Januar 10, 2008, 16:43:29 Nachmittag »
I sogs ja nur, wenn wir Leute auffordern sich ein Metallsuchgerät zu kaufen und einfach mal loszuziehen, dann müssen wir doch auch noch ein paar Randbedingungen ansprechen, oder wollen wir sie ins offene Messer laufen lassen.

Randbedingungen ansprechen: genau das tun wir ja gerade! Und das gehört zu einem
Thread mit dem Titel "Meteoritensuche in Deutschland wirklich vergebens?" neben den
rein statistischen Erwägungen über Fundwahrscheinlichkeiten auch unbedingt ergänzend
hinzu.

Alex

MeteoritenanundVerkauf

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Re: Meteoritensuche in Deutschland wirklich vergebens?
« Antwort #109 am: Januar 10, 2008, 18:50:47 Nachmittag »
Sehr schön, wirds doch noch informativ.

Vielen Dank für dererlei Berichterstattung. Sind auch Dinge dabei, von denen ich noch nichts wusste. Werd mal weiterstöbern....

Salü - Micha

MeteoritenanundVerkauf

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Re: Meteoritensuche in Deutschland wirklich vergebens?
« Antwort #110 am: Januar 10, 2008, 21:31:56 Nachmittag »

Hallo Meteoriten A&V,

ich habe hier im Forum vor etwa einem Jahr den Vorschlag gemacht,die Erfassungsmöglichkeit einer Metallsonde an einer gut sortierten Meteoritensammlung zu testen. Wobei ich davon ausging,daß außer bei Eisen und Steineisen nicht viel herrauskommt.

es ist mit der Meteoritensuche in Deutschland so ,wie dei Anderen es schreiben.Die meisten tun es,aber keiner gibt es zu.

Gruß Jürgen :smile:

Also:

Ich habe meine Billig - Sonde der Marke Teknetics Tracker I "Bounty Hunter" (Spulendurchmesser 18cm) mit diversen Chondriten und Eisenmets getestet.

Ergebnis:

2cm NWA869 erkannt bei 2-3 cm Suchtiefe (schwankt von Stück zu Stück etwas - vermutlich je nach Gehalt von Metallpockets)
7cm NWA869 erkannt bei ca 15 cm Suchtiefe
2cm Sikhote Alin erkannt bei ca 15 cm Suchtiefe
3,5cm Sikhote Alin erkannt bei ca 40 cm Suchtiefe
8cm Scheibe CV3 NWA4379 erkannt bei ca 3 cm Suchtiefe (!)
und zu guter Letzt: Carancas 0,5 cm erkannt bei ca 2cm Suchtiefe

Dabei ist es der Spule ziemlich egal, wie stark ich den Erzfilter hochdrehe. Wenn ich ihn ganz abwürge steigert das die Suchtiefe zwar - aber NUR um schätzungsweise 10-20 %. Obige Angaben sind das Ergebnis mit voll aufgedrehtem Filter.

Bei vollem Filter ist alleine das Signal fester; sprich - der "beep" kommt zentraler und extrem deutlich. Ohne Filter ist der beep dagegen etwas verwaschener - sprich breiter. Man müsste also ein größeres Areal freilegen.

Amd´- Grüße aus Franken - Micha

Offline Mettmann

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Re: Meteoritensuche in Deutschland wirklich vergebens?
« Antwort #111 am: Januar 11, 2008, 17:02:20 Nachmittag »
Juhu Oheim, H5P6, Lutzi...

Zitat
Allerdings ging es hierbei um archäologische Aktivitäten, was an der Sache an sich jedoch nichts ändert

Sehr wohl schon! Wie auch archäologische Funde, was den Handel angeht und den Export ect vollkommen anders behandelt werden als ein Meteorit.
Zudem hat man das Problem das archäologische Hönter eben die Fundzusammenhänge, die bei solcherlei Sachen ja eminent wichtiger sind als bei einem Meteoriten zerstören können bzw. ganz verloren geht.

I woaß ned, was Ihr habt und ich versteh nix von Rechtsangelegenheiten und sicher kommt jetzt gleich der Bernd daher und erzählt uns, daß es keine Präzedenzfälle gibt,
aber merkt ihr nicht, wie famos das Neuschwansteinurteil ist!!!

Weil es eben besagt, daß ein Mett NIX von alle dem ist, was Ihr grad geschrieben und spekulieret hab, nämlich kein Schatz, kein Bodendemkmal, Kulturgut, Archäologischs, Bodenschatz, Fossil, natürlicher Zuwachs usw!

Und es ist das einzige Urteil, denn nie wurde zuvor um einen Metfund hierzuland ein Prozeß geführt oder ein Urteil gesprochen.
Alles was mit den andern Neuschwansteinen passiert war, war eine private Überinkunft, die nie rechtlich überprüft wurd.
Weswegen man als Mettfreund oder als -sucher doch überaus froh sein kann, denn so ein Urteil strahlt doch aus.
Was hernach der Finder und die Gemeinde ausgemacht haben, ist ebenfalls nicht bindend, weils eine aussergerichtliche Überinkunft war.

Daß man ev. als Sodengänger nicht unbedingt gern gesehen werden wird, bzw. daß man Plausibilitätsprobleme bekommt, wenn man erzählt, daß man den Schatz der Nibelungen und das Bernsteinzimmer dann da läßt, wo mans zufällig gefunden hat, weil man sich nur für die braunen Knollen, die vom Himmel runtergefallen sein sollen interessiert, steht auf einem andern Blatt.

Mei, da sollt man halt, was weiß ich, zum Kreisheimatspfleger gehn, das mit dem besprechen und sich einen Schwur abnehmen lassen.

...denn jenseits der Justiz soll es noch eine wirkliche, eine echte Welt geben, mit Menschen, Hirn und Verstand und so...

 :wow:
"If any of you cry at my funeral,
I'll never speak to you again."
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H5P6

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Re: Meteoritensuche in Deutschland wirklich vergebens?
« Antwort #112 am: Januar 11, 2008, 17:44:07 Nachmittag »
Hallo, :winke:

jetzt sind wir bei Seite 8 und mir dreht es im Kopf. :platt:

Was ist nun das Fazit? :gruebel:

Gruß Jürgen :smile:

drei_kaese_hoch

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Re: Meteoritensuche in Deutschland wirklich vergebens?
« Antwort #113 am: Januar 11, 2008, 17:55:05 Nachmittag »
Hallo, :winke:

jetzt sind wir bei Seite 8 und mir dreht es im Kopf. :platt:

Was ist nun das Fazit? :gruebel:

Gruß Jürgen :smile:

Hallo , auch mir Qualmt der Kopf. Ich bin noch am Auswerten ob es ein Fazit gibt  :einaugeblinzel:
Aber eines steht fest, das wird nicht leicht sein etwas zu finden in unseren Breiten!  :nixweiss:

Offline Mettmann

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Re: Meteoritensuche in Deutschland wirklich vergebens?
« Antwort #114 am: Januar 11, 2008, 17:56:03 Nachmittag »
Das Fazit?

Na erstma finden

...und dann sehmer weiter     :smile:
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I'll never speak to you again."
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Offline herbraab

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Re: Meteoritensuche in Deutschland wirklich vergebens?
« Antwort #115 am: Januar 11, 2008, 18:20:11 Nachmittag »
Was ist nun das Fazit? :gruebel:

Ich würd's kurz so zusammenfassen:

  • Die meisten Meteorite werden in Mitteleuropa unmittelbar nach dem Fall geborgen, weil das Auffinden von "alten", verwitterten Meteoriten hier sehr schwierig ist.
  • Zufallsfunde ausserhalb bekannter Streufelder sind extrem unwahrscheinlich, wenn auch nicht völlig unmöglich, wie die Funde von Benthullen und Königsbrück in Deutschland, Ybbsitz in Österreich und Langwies in der Schweiz zeigen.
  • Die Suche in bekannten Streufeldern erhöht die Fundchancen, Funde sind aber dennoch selten. Beispiele für erfolgreiche Funde in bekannten Streufeldern sind Neuschwanstein in Deutschland, Twannberg in der Schweiz oder Morasko in Polen.

Soweit meine Kurzversion.

  Herbert
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

drei_kaese_hoch

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Re: Meteoritensuche in Deutschland wirklich vergebens?
« Antwort #116 am: Januar 11, 2008, 19:01:25 Nachmittag »
Was ist nun das Fazit? :gruebel:

Ich würd's kurz so zusammenfassen:

  • Die meisten Meteorite werden in Mitteleuropa unmittelbar nach dem Fall geborgen, weil das Auffinden von "alten", verwitterten Meteoriten hier sehr schwierig ist.
  • Zufallsfunde ausserhalb bekannter Streufelder sind extrem unwahrscheinlich, wenn auch nicht völlig unmöglich, wie die Funde von Benthullen und Königsbrück in Deutschland, Ybbsitz in Österreich und Langwies in der Schweiz zeigen.
  • Die Suche in bekannten Streufeldern erhöht die Fundchancen, Funde sind aber dennoch selten. Beispiele für erfolgreiche Funde in bekannten Streufeldern sind Neuschwanstein in Deutschland, Twannberg in der Schweiz oder Morasko in Polen.

Soweit meine Kurzversion.

  Herbert


Hallo Herbert,

wunderbar zusammen gefasst...
Aber 8 Seiten hatte ich auch nicht erwartet ...  :einaugeblinzel:

Im großen und ganzen bin ich sehr zufrieden. Ich habe viel neues erfahren!

Liebe Grüße
drei_kaes_hoch


MeteoritenanundVerkauf

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Re: Meteoritensuche in Deutschland wirklich vergebens?
« Antwort #117 am: Januar 11, 2008, 22:03:10 Nachmittag »
Das Fazit?

Na erstma finden

...und dann sehmer weiter

Das seh ich ma als "Wort zum Sonntag"    :prostbier:

Anbei ein Bild von Walter; er lädt euch am 21. März zum Meteoritensuchen in Frankfurt ein    :baetsch:

(schön währs....    :einaugeblinzel:)

 

Offline APE

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Re: Meteoritensuche in Deutschland wirklich vergebens?
« Antwort #118 am: Januar 12, 2008, 02:26:39 Vormittag »

Ich würd's kurz so zusammenfassen:
...
  • Zufallsfunde ausserhalb bekannter Streufelder sind extrem unwahrscheinlich, wenn auch nicht völlig unmöglich, wie die Funde von Benthullen und Königsbrück in Deutschland, Ybbsitz in Österreich und Langwies in der Schweiz zeigen.
...
  Herbert

Nun zu Königsbrück will ich mal soviel sagen: JA es ist ein Meteorit mit W0! Keine Frage, denn mineralogisch ist er ja geprüft worden!
AHA. Mehr haben die Untersuchungen aber auch nicht ausgesagt. Aber Leute W0 in Deutschland? Und keiner hat einen Fall bemerkt in der Gegend in der letzten Zeit.
In Deutschland, wo ein Dorf neben dem anderen steht ...  :contra:

Ich will sagen, ich bezweifle sehr, das es einen Finder gibt, der einen Deutschen Met bei Königsbrück gefunden hat, denn das sollte   -  nein -  MUSS   er dann mal beweisen! Sonst kann jeder mit seinem neuen Bassi auftauchen und den "veredeln" lassen!

Und glaubt mir, die Wissenschaftler haben es nicht für nötig gehalten, diesen Umstand des Fundortes näher zu untersuchen. Gibt es den Radionuklidmessungen, um das terestrische Alter zu bestimmen? Nein! Oder wurden andere mir bekannte Untersuchungsmöglichkeiten hinzugezogen, um den Fundort selbst nachzuvollziehen? Ja - eben nicht! Haben die Wissenschaftler überhaupt den ganzen Stein gesehen? Wenigstens ein Fundfoto? Nein?
Das nenne ich fahrlässig! :peinlich:

 :traurig:
Thomas
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Offline herbraab

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Re: Meteoritensuche in Deutschland wirklich vergebens?
« Antwort #119 am: Januar 12, 2008, 10:23:06 Vormittag »
Ich will sagen, ich bezweifle sehr, das es einen Finder gibt, der einen Deutschen Met bei Königsbrück gefunden hat, denn das sollte   -  nein -  MUSS er dann mal beweisen! Sonst kann jeder mit seinem neuen Bassi auftauchen und den "veredeln" lassen!

Tja, was soll man da sagen...? Fakt ist, dass Königsbrück in der MetBull als Deutscher Meteorit publiziert wurde, und daher offoziell auch ein Deutscher Meteorit ist. Könnte nicht ein Institut Material vom Finder oder vom Museum in Berlin, wo das Type Specimen liegt, anfordern, und die von Dir genannten Untersuchungen nachholen? Wäre ja doch nicht ganz uninteressant...?
:gruebel:

JA es ist ein Meteorit mit W0! Keine Frage, denn mineralogisch ist er ja geprüft worden!
AHA. Mehr haben die Untersuchungen aber auch nicht ausgesagt. Aber Leute W0 in Deutschland? Und keiner hat einen Fall bemerkt in der Gegend in der letzten Zeit. In Deutschland, wo ein Dorf neben dem anderen steht ...

Sowas ist nicht ganz auszuschliessen. Ich denke da an den Meteorit von Glatton, der 1991 gefallen ist. Niemand hat eine Feuerkugel oder eine Rauchspur gesehen, niemand hat einen Überschallknall gehört, und doch ist plötzlich ein 767g schwerer Meteorit neben einen älteren Herrn, der gerade in seinem Garten gearbeitet hat, gefallen. Dieser hat zwar ein "lautes, jaulendes" Geräusch und den anschließenden Aufschlag in der Gartenhecke gehört, aber wenn er zu diesem Zeitpunkt m Haus drinnen gewesen wäre, hätte wohl niemand den Fall mitbekommen. Und das in England, das noch dichter besiedelt ist als Deutschland. Ein kleiner Meteorit kann also auch durchaus auch in dicht besiedelten Gebieten unbemerkt fallen.

Grüße, Herbert
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

 

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