Autor Thema: Wieder knapp vorbei...  (Gelesen 5015 mal)

Offline gsac

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Re: Wieder knapp vorbei...
« Antwort #15 am: Februar 07, 2008, 19:10:21 nachm. »
Wenn so ein Meteorid in 10km vollständig abgebremst ist - oiso Null Gschwindigkeit hat, der Verinfachung halber,
mit welcher Geschwindigkeit fällt er Dir dann auf den Dez?

Mit so roundabout 260 bis knapp unter 300 km/h (.....etwa wie die schnellsten ICEs, die
unterwegs sind!) PS: "Null Geschwindigkeit" hat er natürlich auch nicht am Hemmungspunkt,
aber das ist hier nicht das Argument...

Alex

Offline gsac

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Re: Wieder knapp vorbei...
« Antwort #16 am: Februar 07, 2008, 19:19:08 nachm. »
winzigen Stein und mir vorstell, anstelle des Blechs meine Schädeldecke... 
also ich möcht lieber nicht von einem kleinen Mett getroffen werden...

Beim Gao-Guenie kursiert doch die Geschichte, daß ein kleiner Junge von einem
Stück am Kopf getroffen wurde - oder verwechsle ich das jetzt? Egal: der Junge
hat sicher einen Riesenschreck bekommen und wohl ein Wahnsinnsglück gehabt,
daß das Steinchen kurz vorher vermutlich fast die gesamte kinetische Energie
durch einen Erstaufprall auf ein anderes Hindernis als eben jenen Kopf verloren
hatte (Baum, Gebäude..??), und dieses sozusagen nur ein "Querschläger" war.

Alex

Offline gsac

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Re: Wieder knapp vorbei...
« Antwort #17 am: Februar 07, 2008, 19:28:47 nachm. »
Huch, ist hier ein Arzt oder ein Ballistiker, Hanno?

Jedenfalls Hanno wohl gerade eben mal nicht....

Muh, sagt in Valera, die Kuh.

Nöö, tote Kühe sind wie tote Lämmer - sie belieben zu schweigen!
Auch "Vaca Muerta" muht nicht mehr!  :einaugeblinzel:

Alex

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Re: Wieder knapp vorbei...
« Antwort #18 am: Februar 07, 2008, 19:55:40 nachm. »
Das ist der Junge, dem der Himmel auf den Kopf fiel, nebst Corpus Delicti:
http://astro.wsu.edu/worthey/astro/html/im-meteor/mbale-boy-lg.gif

Er hatte das Glück, daß der Stein zuvor durch das Blattwerk eines Baumes gebremst wurde, solla ber dennoch eine mächtige Beule davongetragen haben.

Es war der Mbale und nicht die Gao.

 :prostbier:
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Re: Wieder knapp vorbei...
« Antwort #19 am: Februar 07, 2008, 20:02:36 nachm. »
Komissar Derrick hats auch beinahe mal erwischt:
http://astro.wsu.edu/worthey/astro/html/im-meteor/donahue-ceiling-sm.gif

3kg wog der Stein.
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Offline gsac

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Re: Wieder knapp vorbei...
« Antwort #20 am: Februar 07, 2008, 20:04:55 nachm. »
Es war der Mbale und nicht die Gao.

Ja, bestätigt, Du hast recht, Neffe! Ich werd alt, seufz...  :einaugeblinzel:

Alex

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Re: Wieder knapp vorbei...
« Antwort #22 am: Februar 08, 2008, 00:47:02 vorm. »
Hallo!
Was bei den Links auffällt: Optimale Einschlagsspuren finden sich offenbar nur bei Häusern in Leichtbauweise. Bei uns in D wären die Fälle womöglich nicht erkannt worden. Ein angebrochener Dachziegel lässt nicht sofort an Meteoriten denken...
Habe übrigens beim Isolieren mal einen Granatsplitter in unserem Dachsparren steckend gefunden. Der war aber sicher auch mit mehr als Fallgeschwindigkeit unterwegs gewesen...
Grüße  :smile:
Gerhard

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Re: Wieder knapp vorbei...
« Antwort #23 am: Februar 08, 2008, 01:17:07 vorm. »
Hihi Gerhard,

wenns auf ein Haus unserer Bauweise fällt,
dann sieht das so aus:
http://www.xs4all.nl/~dmsweb/meteorites/glanerbrug/glanerbrug.html

Mettmann
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Speci-Man

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Re: Wieder knapp vorbei...
« Antwort #24 am: Februar 08, 2008, 01:59:54 vorm. »
He Martin!
Ich behaupte einfach mal, dass die bei uns gebräuchliche "Frankfurter Pfanne" hierbei besser ausgesehen hätte. Angesichts der hemmenden Wirkung der Dämmwollschicht wäre bei mir allerhöchtenfalls eine leichte Wölbung in der Dachzimmerdecke entstanden, allerhöchstenfalls...  :lacher:
Gruß  :winke:
Gerhard

Offline APE

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Re: Wieder knapp vorbei...
« Antwort #25 am: Februar 08, 2008, 03:05:39 vorm. »
ich würde mich natürlich nicht genau dort hinstellen, wo der Einschlag stattfindet, sondern vielleicht 10km entfernt. Ich rede ja auch nicht von 50-100m Brocken so wie bei Tunguska, sondern eher die 10m Klasse. Also den Carancas-Einschlag hätte ich zu gerne gesehen. Das muss toll ausgesehen haben, wie der über den Titicacasee hereingeflogen kam.

Na ja, 10-m-Klasse (...beim Impact? Dann sicher noch mit gehörigem Anteil kosmischer Geschwindigkeit...)
und 10 km Entfernung???? Da "shaked, rattled und rolled" es aber auch noch ganz schön heftig, würde ich
doch mal annehmen. Vielleicht gar nicht so gesund...

Also mir würde ja schon so ein kleines Steinchen etwa von der Größenordnung des Barntrup-Meteoriten
reichen, wenn er denn in unseren Garten fiele. PS:...wenn es dann bloß nicht diesen Stress mit der
Eigentumsfrage gäbe im Nachhinein und hierzulande....
:prostbier: Alex

Alex, da gebe ich Dir voll recht, denn wenn man bedenkt, daß der La Mancha - Meteoroide nur etwa 20-30cm Durchmesser hatte, so interpretieren jedenfalls die Wissenschaftler die Messungen der Nuklide der Probestücke, und damals ein 7km entfernter Mann vor Schreck die Werkzeuge weggeschmissen hat und, um sich zu schützen, die Arme hochgerissen hat und dabei in Deckung ging, um zu schauen, was da auf ihn herein bricht, dann möchte ich lieber nicht in 10km Entfernung stehen, um einen 10m oder 20m Brocken zu beobachten, was der da so veranstaltet. Weil ich auch weiß, daß ein Fallgebiet leicht auch mal 40km lang und 7km breit sein kann, verzichte ich hiermit auch auf einen exakten Überflug der Feuerkugel über mein Zenit, obwohl genau diese Position die schönste und interessanteste wäre ...   :prostbier:

In der Urkaine sind 2001 lockere Fensterscheiben gebrochen und manch gestandener Mann hat sich hingeschmissen vor Angst. Gut vielleicht war es auch der Wotka.  :nixweiss: Aber ich glaube auch dem Mann in Carancas, der behauptete, durch die Luft geschleudert worden zu sein. Und das war nur ein großer Brocken. Was ist wenn der in handliche 10cm Stücke zerfällt, dann haben wir hunderte Eindringlinge mit Überschallgeschwindigkeit und ein schickes Beben, denn die zusammen machen erst mal Terz! 10km ist einfach zu nah! Der Schall und so kann auch aus 25 oder gar 50km locker gehört werden. Da würde ich stehen - äh nee - liegen, um alles besser sehen zu können!  :fluester:

Aus Sicherheitsgründen müsste man zwar besser stehen, damit die Einschlagsfläche auf einen Menschen so gring wie möglich wird, aber was soll´s. Mitten in Madrid war 1896 auch ein Met-Schauer eingetroffen, so das alle wegen dem Erdbeben (was in wirklichkeit ein Himmelsbeben war) nach draußen rannten. Doch draußen war und wäre eine eher schlechte Lösung denn, wie schon E. Cohen kurz darauf "Über den Meteoritenfall bei Madrid" der Welt berichtet (Separat-Abdruck, Mittheilungen d. naturwissenschaftlichen Vereins für Neu-Vorpommern und Rügen 28.Jahrg. 1896), hagelte es Steine vom Himmel: "... In Madrid wurde einem Zeitungsleser auf der Straße die Zeitung durch ein 125g schweres Stück durchlöchert ..." Gott sei Dank nur die Zeitung! Äh was hat eigentlich Gott damit zu tun  :gruebel:

Was den Meteoroiden von Peru angeht, da dauert es nicht mehr lang und ich sage Euch wie groß das Objekt war. Okay - wenn wir Glück haben, muß ich dazu sagen und hoffentlich die richtigen MetProben gemessen werden, denn die sollten möglichst vom Inneren und eben auch vom Rand her stammen ...

 :user:
Thomas
Grau ist alle Theorie ...

 

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