Autor Thema: Achatbearbeitung - Sägen und Schleifen  (Gelesen 143636 mal)

Achgold

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Re: Achatbearbeitung - Sägen und Schleifen
« Antwort #15 am: Februar 10, 2008, 20:10:59 Nachmittag »
Hello Heiko B.,bevor ich für den Bernd G. das Foto für den Innenaufbau meiner Steinsäge erstelle ,erstmal hier meine Antwort  zu deinen fragen.Wie ich abschätze,hast du gewisse Erfahrungen mit den geschlitzten Stahlsägeblättern und erwähnst Probleme mit dem "schnittbild".Du meinst dabei sicherlich die geometrische Flächentreue,genannt Ebenheit der Fläche!?---Die  bei erwähnten dünnen Stahlscheiben nicht immer exakt wird.---Dies ist bei diesen,ich muß es sagen billigen scheiben,bei geringer radialer (auf das Rotationszentrum gerichteter) Belastung schon möglich ,daß eine Verbiegung ,und wenn auch noch so klein ,auftritt.Beim weiteren Einschneiden in den Schnitt verläuft ein verbogenes Blatt mehr und mehr,sodas als Ergebnis letztenendes eine nicht plane,also unebene Schnittfläche entsteht.Die Fläche kann dabei konvex/konkav werden,was dann hinterher  durch großen Schleifaufwand begradigt werden muß.

Setzt man die teueren metallgebundenen Scheiben,die außerdem etwas dicker und somit verbiegesteifer sind ein,so wird erstens die Schliff-Fläche glatter,ebener und weniger rauh.Als Nachteil wäre zu nennen,daß mit etwas höherem Zeitaufwand gerechnet werden muß.Es ist durchaus möglich,daß die erhaltene Oberflächengüte eine nachfolgende Politur erlaubt ,wenn man die Ansprüche an die Gesamtqualität nicht so hoch ansetzt.

Für den Einsatz der metallisch gebundenen Scheiben spricht noch ein anderes ,nämlich maschinenteschnisches Argument.Diese Scheiben sind für höchste Schnittgeschwindigkeiten bei gut bis 80 m pro min,das heißt,man kann die Drehzahlen der Wechselstrommotoren ,die bei 1500-3000 umdr.pro min liegen ,ohne großen Übersetzungs-Mechanik-Aufwand recht einfach mit 1:1-Übersetzungen ausführen.

Gruß Jochen

Achgold

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Re: Achatbearbeitung - Sägen und Schleifen
« Antwort #16 am: Februar 10, 2008, 20:50:49 Nachmittag »
Hello Bernd G.,bevor ihr mit einer Steinsäge zu bauen anfangt,noch kurz ein paar Bemerkungen hierzu.Wenn  man nicht wirklich auf einen MASCHINENPARK mit mindestens einer Drehmaschine zurückgreifen kann,sollte man von so einem Vorhaben besser lassen .Wenn ihr wirklich etwas selbst bauen wollt, dann kauft euch die angebotene Sägebasis S 250 H.Die ist ohne Motor und  Antrieb.Dabei kommt ihr mit 500 Euronen über die Bühne.Der Antrieb ist dann euer Bastelprogramm---Vielleicht so mit 200 Euro zu machen.          Keine Angst,die Maschinenauswahl sei in Hinsicht der Schneidquerschnitte zu klein gewählt.Der Hersteller gibt 95mmSchnitthöhe an,d.h. ihr könnt den Stein mittels DURCHROLLEN im Schnitt bis 190mm groß werden lassen .Dat sind ganz ordentliche Brocken!!!!

Glaub mir ,dies ist die einfachste Lösung----Ich hatte mir auch mal eine Säge selbstgebaut und obwohl ich mit Werkzeugen gut ausgerüstet war ,hatte mich das Projekt zeitlich enorm gefordert.

Denkt mal drüber nach rät Jochen

Offline Bernd G.

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Re: Achatbearbeitung - Sägen und Schleifen
« Antwort #17 am: Februar 11, 2008, 07:43:28 Vormittag »
ja der aufwand ist sehr groß,stimmt.mit der Sägebasis S 250 H das wäre schon eine
alternative.
gruß bernd

Offline schleifer

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Re: Achatbearbeitung - Sägen und Schleifen
« Antwort #18 am: Februar 11, 2008, 12:20:48 Nachmittag »
Hallo Bernd
Hier mal Bilder von meinen Sägen, wo man auch die Steinhalterungen erkennen kann
1. Sägeblatt bis 400 mm
Ich klopfe gerne auf Steinen herum und grabe uralte tote Tiere aus.
Robert aus Kaiserslautern

Offline schleifer

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Re: Achatbearbeitung - Sägen und Schleifen
« Antwort #19 am: Februar 11, 2008, 12:22:55 Nachmittag »
Steinhalterung
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Robert aus Kaiserslautern

Offline schleifer

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Re: Achatbearbeitung - Sägen und Schleifen
« Antwort #20 am: Februar 11, 2008, 12:24:46 Nachmittag »
Hier die kleinere Säge mit bis 250 mm Blattdurchmesser
Steinhalterung läuft auf kugelgelagerter Schubladenschiene
Ich klopfe gerne auf Steinen herum und grabe uralte tote Tiere aus.
Robert aus Kaiserslautern

Offline Bernd G.

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Re: Achatbearbeitung - Sägen und Schleifen
« Antwort #21 am: Februar 11, 2008, 12:26:19 Nachmittag »
hallo robert,

klasse, ich glaube ich muß auch mal bei dir vorbei schaun.

gruß bernd

Offline MetGold

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Re: Achatbearbeitung - Sägen und Schleifen
« Antwort #22 am: Februar 11, 2008, 12:54:52 Nachmittag »
Hallo Robert,

gefällt mir gut, vor allem, weil es ziemlich solide und stabil scheint/ist.

Hier mal meine "Meteoritensäge", aber eher als abschreckendes Beispiel. Die Klemmvorrichtung sehr wackelig und für größere Stücke unbrauchbar. Binde daran bei Bedarf ein Seil an dem über 2 Umlenkrollen ein Gewicht (kleiner Schraubstock etc.) hängt, was den Vorschub bzw. die Andruckkraft bewerkstelligt. Größtes einspannbares Blatt: 250er, wie auf Foto, hier Blattstärke 1,2mm

 :winken:   MetGold   :alter:
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Offline pallasit

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Re: Achatbearbeitung - Sägen und Schleifen
« Antwort #23 am: Februar 11, 2008, 15:44:49 Nachmittag »
Hallo,

Ein guter Freund von mir arbeitet in einer Firma die Diamantwerkzeuge herstellt. Habe ihn mal interviewt.

„Grundsätzliches zur Wahl des Diamantblattes. Zum schneiden von Achaten und anderem sehr quarzreichem und spröden Material wählt man eine Scheibe mit feinem Diamantkorn und weicher Bindung.

Man kann Diamant mit schwacher Kornfestigkeit einsetzen, dann ist jedoch hohe Diamantkonzentration nötig. Das leichter zerbrechende Diamantkorn produziert natürlich viele scharfe Kanten, schneidet gut, verschleißt damit aber schneller. Oder man wählt Diamant mit hoher Kornfestigkeit, dann kann die Konzentration etwas niedriger sein.
Zu hohe Kornfestigkeit des Diamantkornes (teures Diamantkorn) führt zu Poliereffekten und geringer Schnittgeschwindigkeit. Hier ist geringere Diamantqualität und damit die preiswertere Diamantierung die bessere Wahl.“

„Naturkorn hat gegenüber synthetischem Diamant immer die geringere Kornfestigkeit. Das Korn bricht deshalb schneller, schneidet deshalb auch besser, nützt sich deshalb aber auch schneller ab.
Je höher die Kornfestigkeit, desto höher die Standzeit, desto geringer die Schnittgeschwindigkeit.
Die Motorleistung sollte zum Schneidblatt passen. Überhöhte Motorleistung beansprucht das Diamantkorn zu sehr, die Körner brechen ohne zu schneiden aus, die Standzeit des Blattes leidet überproportional.

Für ein Blatt von 200 mm bis ca. 300 mm Durchmesser wird meist ca. 1 – max. 2. kW Motorleistung empfohlen, 1,2 – 1,4 kW dürfte ausreichen.

Da es selten Ausbrüche gibt, ist ein geschlossener Rand möglich. Man kann aber auch ein weitsegmentiertes Blatt benutzen.

Wie schon erwähnt ist ein Schneidehilfsmittel zu empfehlen um die Oberflächenspannung herabzusetzen und die Schneidbarkeit zu erhöhen. Wenn mit Wasser geschnitten wird kann dies Spülmittel sein. Industriell wird oft mit Petroleum geschnitten in geschlossenem Kreislauf.“

Klaus  empfiehlt (Kosten/Nutzen) als Säge ein wassergekühltes Fliesenschneidegerät. Aus der Standardpalette an Diamantblättern empfiehlt er ein Blatt das für Fliesen optimiert ist (Bindung weich/ feines Diamantkorn).

Hoffentlich habe ich alles richtig wiedergegeben. Wenn Fragen sind gebe ich sie gerne weiter.

Grüße Willi

Offline Bernd G.

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Re: Achatbearbeitung - Sägen und Schleifen
« Antwort #24 am: Februar 11, 2008, 18:59:59 Nachmittag »
hallo willi,

klasse infos . danke denke wir werden uns melden gibt ja immer fragen. :super:

also dank gruß bernd

Achgold

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Re: Achatbearbeitung - Sägen und Schleifen
« Antwort #25 am: Februar 11, 2008, 19:18:20 Nachmittag »
Hello Bernd,es gehen ja nun genügend Beispielbilder ein,die den Sägen aufbau verschiedener Systeme recht deutlich zeigen.Da meine versprochenen Fotos inzwischen durch die Dunkelkammer sind,stelle ich sie hier noch dazu.Die Besonderheit bei mir ist:Obwohl ich mir mal eine teuere Spanneinrichtung für exakte Parallelschnitte zugelegt hatte,habe ich diese nach einem Probeschnitt weggelegt und nie wieder benutzt.Bevor der meist irgendwie rundliche Stein in die Halterung eingespannt ist,habe ich ihn durch Handführung längst gesägt .Die Schnittführung passiert nach etwa 1cm Anschnitt ja von selbst im Schnitt und eine verkantende pressende Steineinspannung führt zu Schnittende gern zu den schon erwähnten Ausbrüchen.

Was der Willi gerade zum besten gegeben hat ,sind ganz wichtige Erkenntnisse und Erfahrungen,die beim Umgang mit den metallisch gebundenen Scheiben beachtet werden sollten ,oder auch durch Eigenbeobachtung gemacht werden.

So,ich mach dann mal die Steinauflage meiner Maschine hoch!    Gruß Jochen

Achgold

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Re: Achatbearbeitung - Sägen und Schleifen
« Antwort #26 am: Februar 11, 2008, 19:20:51 Nachmittag »
mal noch ne Außenansicht von oben.

Achgold

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Re: Achatbearbeitung - Sägen und Schleifen
« Antwort #27 am: Februar 11, 2008, 19:24:19 Nachmittag »
und eine Übersicht über die Schleifabteilung meiner Hobbywerkstatt

Offline Aurum

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Re: Achatbearbeitung - Sägen und Schleifen
« Antwort #28 am: Februar 13, 2008, 21:08:45 Nachmittag »
Hallo ,

ich habe da mal eine Frage  :lacher:

Wie schütz ihr den die Motoren gegen Spritzwasser , der Hintergrund meinere Frage liegt darin das ich heute in einem Baumarkt war und dort " zufällig " Tischkreissägen gesehen habe .

Spontan kamm mir der Gedanke , was wäre wenn ich dort ein Stein ( Diamant ) Sägeblatt anbringe und versuche damit Steine zu sägen  :gruebel:

Dann dachte ich daran das das Sägeblatt ja auch gekühlt werden muss , und da gingen dann für mich die Probleme los , und  bevor ich mir irgendwas zusammen bastel , was dann doch in die Hose geht , wollte ich hier erstmal nachfragen .

Bis dann Lutz  :winke:
Aller Anfang ist schwer !!

Achgold

  • Gast
Re: Achatbearbeitung - Sägen und Schleifen
« Antwort #29 am: Februar 14, 2008, 19:41:16 Nachmittag »
Hello Lutz,schau mal 3 Bilder in die Vergangenheit,dann siehst du beim Einblick in die Sägemaschine,daß Motor,Sägewelle ,Riementrieb und Elektrik in einem gesonderten und somit trockenem Abteil utergebracht sind.Eine Holzkreissäge für ,wie nun mal üblich,nur mit Trockenschnitt,hat da keine Kammern für die empfindlichen Bauteile.---Du siehst in dem erwähnten Bild das Wasserzuführungsrohr von vorn kommend und das Sägeblatt rechts  und links überdeckend bis nahe an die Flansche heran.Hinten am Blatt befindet sich ein Wasserabstreifer und oben wird,wenn der Sägetisch wieder aufmontiert wird ,auch der obere Spritzschutz angebracht.----Willst du etwa auch solche Technik bauen oder nur mal so interessenhalber anfragen??Gruß Jochen

 

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