Autor Thema: MetBase  (Gelesen 1807 mal)

Offline Dirk

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MetBase
« am: Februar 14, 2008, 21:22:36 nachm. »
Hallo Meteoritenfreunde  :winke: ,

ich les grad in einem andern Thread, das doch einige von Euch (ALex, Herbert u.a.) das MetBase gekauft oder abonniert haben.

http://www.metbase.de/home.html

Wer hat es denn noch?

Könnt Ihr bitte einmal von Euren Erfahrungen mit dem MetBase berichten? Warum habt Ihr es? Welche Vorteile hat es? Habt Ihr die Investition bereut oder würdet Ihr es anderen Meteoritensammlern weiter empfehlen? Macht es Spass, damit zu arbeiten und und und ...?

Ich selber würde einfach mehr darüber erfahren und zwar von usern und nicht nur von der oben angegeben website.

Bin schon ganz gespannt, was Ihr hier berichten werdet ....

Beste Grüße  :smile: ,
Dirk


Offline APE

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Re: MetBase
« Antwort #1 am: Februar 14, 2008, 21:34:21 nachm. »
Äh ja, es ist eine von nur drei Möglichkeiten die ich kenne, um grundsätzlich Daten von weltweiten Meteoritenfällen oder Funden zu bekommen, die eben auf nachvollziebare Fakten zurückgreift. MetBase ist zur Zeit nicht mehr auf den Neusten Stand, aber ich hoffe auf die 8. Version ...

 :user:
Thomas
Grau ist alle Theorie ...

Offline Dirk

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Re: MetBase
« Antwort #2 am: Februar 14, 2008, 21:59:20 nachm. »
Äh ja, es ist eine von nur drei Möglichkeiten die ich kenne, um grundsätzlich Daten von weltweiten Meteoritenfällen oder Funden zu bekommen, die eben auf nachvollziebare Fakten zurückgreift. MetBase ist zur Zeit nicht mehr auf den Neusten Stand, aber ich hoffe auf die 8. Version ...

 :user:
Thomas


Hallo Thomas,

meinst Du mit den anderen beiden Möglichkeiten, die Antarctic MeteoriteNewsletter:
http://www-curator.jsc.nasa.gov/antmet/amn/amn.cfm

und das Meteoritical Bulletin:
http://tin.er.usgs.gov/meteor/metbull.php   ?

Hast Du noch ein bissel Muße, zu schreiben, was Du so alles mit dem MetBase machst?

 :user:
Dirk

Offline APE

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Re: MetBase
« Antwort #3 am: Februar 14, 2008, 22:07:23 nachm. »
Ich meine

das Meteoritical Bulletin:
http://tin.er.usgs.gov/meteor/metbull.php

und Encyclopedia of Meteorites:
http://www.encyclopedia-of-meteorites.com/login.asp

 :user:
Thomas
Grau ist alle Theorie ...

Offline gsac

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Re: MetBase
« Antwort #4 am: Februar 15, 2008, 00:25:38 vorm. »
Hallo Dirk,

muß mich kurz fassen, da mir schon wieder mal die Zeit wegläuft, aber als Antwort dies:
ich habe eine MetBase-Lizenz seit Mitte der 90er Jahre und bin immer sehr zufrieden
damit gewesen. Das war anfangs mal eine ziemlich große finanzielle Investition, aber die
späteren Upgrades haben natürlich nur noch einen kleinen Bruchteil der Lizenznahme
gekostet. Leider gibt es seit drei oder vier Jahren kein Upgrade mehr, obwohl Jörn dies
mehrfach angekündigt hatte, und ob es noch jemals eins geben wird, entzieht sich meiner
aktuellen Kenntnis. Das mag damit zusammenhängen, daß das MetBull inzwischen online
in einer sehr komfortablen Version verfügbar ist, das mag auch andere Gründe haben, z. B.
den, daß so ein Upgrade gerade bei der gewaltigen Menge der in den letzten Jahren neu
hinzugekommenen Wüstenfunde derart viel Arbeitsaufwand erfordert, daß eine Person, die
dies nicht hauptberuflich macht (PS: Jörn ist selbständig in einer völlig anderen Branche
tätig), dagegen kapazitiv einfach nicht mehr anzukommen vermag. Ich weiß es aber nicht
und würde mich selber gern sehr positiv von einem neuen Upgrade überraschen lassen, wenn
es denn doch noch verfügbar würde...

MetBase ist halt netzunabhängig und bietet sehr schnell und komfortabel einen Zugriff auf
viele Basisinformationen zu jedem (!) der vor 2004 bekannten Meteorite. Und wenn Du, Dirk,
wissen möchtest, was mich dabei am meisten beeindruckt vor allem aus dem letzten Upgrade,
so ist es für mich die Zusammenstellung der Literatur zum jeweiligen Meteoriten. Hier ein
Zitat dazu aus meinem letzten verfügbaren Upgrade:

"The Bibliography of Meteoritics and Planetary Science Literature now contains more than
79,000 references to articles, abstracts, books or catalogs published between the years 1491
and 2004. It comprises all the information earlier published in the important H.Brown (1) and
Sablina (2) bibliographies. Important periodicals and conference volumes, such as LPSC
(abstracts and proceedings), Meteoritics & Planet. Sci. (MAPS), Geochim. Cosmochim. Acta (GCA),
Earth Planet. Sci. Lett., NIPR Sympos. on Antarctic Meteorites or J. Geophys. Res., are almost
completely considered in this bibliography."

Mag sein, daß selbst dies inzwischen durch die Online-Version des MetBull überholt ist, das kann
ich im Moment "aus der Hüfte heraus" nicht beurteilen und mögen andere tun. Ich füge nur noch
an, daß der MetBase-Autor, also Jörn Koblitz, mal einige Jahre lang als Meteoritensammler und
also nicht professionell tätiger Meteoritenforscher, Mitglied im NomCom der Meteoritical Society
war, einen exzellenten Ruf in der Szene genießt sowie nach wie vor sicher eine der bedeutendsten
privaten Meteoriten- und nach meinem Kenntnisstand möglicherweise bzw. wahrscheinlich die
umfangreichste private Meteoritenliteratursammlung hierzulande hat. (PS:...ohne hier anderen
bedeutenden Privatsammlern zu nahe treten zu wollen, wenn die das nun verneinen, aber das
entzieht sich dann meiner Kenntnis und da liesse ich mich auch gern korrigieren, wenn dies an
dieser Stelle angesagt wäre...).

Alex
« Letzte Änderung: Februar 15, 2008, 00:48:09 vorm. von gsac »

Offline Mettmann

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Re: MetBase
« Antwort #5 am: Februar 15, 2008, 01:42:04 vorm. »
Salü Dirk,

ich würd sagen, daß man als Sammler die MetBase nicht unbedingt braucht, dafür ist sie schlicht viel zu teuer.
Bzw. muß man selbst entscheiden, ob das, was sie über die im Netz erhältlichen Informationen, einem die 370Euro + ich glaub die 100 Euro, die das jährliche update kostet wert ist.
Die Einträge selber scheinen sich im wesentlich nur durch die Zeichensetzung und dadurch daß die Literaturverweise ausgeschrieben, statt abgekürzt sind, von denen in den Bulletins und in den Catalogues zu unterscheiden.
Ansonsten ist eben die Verteilung des jeweilige Meteoriten auf Sammlungen detailierter, aber im privaten Sektor ist die Fluktuation ja hoch.
Der alte Catalogue of Meteorites, der Grady, hatte eine CD dabei, wo jede Menge Analysedaten ebenfalls druff waren,
die war allerdings so lausig programiert, daß sie nur auf einer Windows-Version lief, bei allen andern hatse gemotzt, daß ein paar Variablen nicht belegt wären.
Anders ist eben die Oberfläche und zusätzlich hast eine große Bibliographie und den Bestand von mehreren hundert Sammlungen.

D.h. eigentlich kommt man bestens zurecht mit den angegebenen Links hier, also die Bulletins, Antmet,
und v.a. die Bulletin Database:   http://tin.er.usgs.gov/meteor/metbull.php
Die ja allerlei kombinierte Suchen erlaubt und nette Spielereien hat, wie bspw. daß man sich den Fundort mit Google Earth anschauen kann, auch immer mehr Bilder zu den jeweiligen Mets implementiert werden
und völlig kostenfrei ist.  (Bisserl ärgerlich ist, daß zu den alten Mets nicht die übliche Form dargestellt wird, wie bspw. in den gedruckten Cataloguen, sondern nur auf die steinalten Bulletins, die weniger Information enthalten).

Sagmer mal so, wir als Profis ham die MetBase nie vermißt. Das ist eher was, wenn man mal Kohle übrig hat (und alle alten Standardwerke, wie bspw. den Buchwald sich schon geleistet hat) und sonsten sollte man das Geld lieber in Meteorite für die Sammlung stecken.

Tät ich sagen,
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Mettmann
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Offline gsac

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Re: MetBase
« Antwort #6 am: Februar 15, 2008, 13:57:12 nachm. »
Sagmer mal so, wir als Profis ham die MetBase nie vermißt. Das ist eher was, wenn man mal Kohle übrig hat (und alle alten Standardwerke, wie bspw. den Buchwald sich schon geleistet hat) und sonsten sollte man das Geld lieber in Meteorite für die Sammlung stecken.
Tät ich sagen,
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Mettmann

Na ja, he he ihr Profis!

Also erstens hab ich z. B. "die Kohle auch nicht übrig", um mal im Tonfall dieses doch etwas
kecken Beitrags zu bleiben, und dann habt ihr natürlich gut reden - da Euch das MetBull etc
heutzutage eben mundgerecht serviert wird. Ich schätze mal, fast alle Lizenznehmer so eines
Produkts wie MetBase haben die kostenlose Online-Version noch nicht nutzen können, als sie
sich damals eine Lizenz jekooft haben. Das Ganze würde ich also wertneutraler und gelassener
sehen statt Deines Beitrags, Neffe, in dem Du auch noch folgerst, daß man Geld lieber in Meteorite
für die Sammlung stecken sollte, statt es etwas hanseatisch diskreter z. B. so zu formulieren: das
man Geld in Meteorite und Informationen über Meteorite stecken sollte. Na gut, Du bist eben kein
Hanseat!

:baetsch:

Oheim, jetzt off nach Stade ins Wochenende...

Offline Mettmann

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Re: MetBase
« Antwort #7 am: Februar 15, 2008, 15:52:49 nachm. »
Hopserla Oheim,

der Dirk hat um Meinungen gefragt, ob man die MetBase braucht. Ob man sie jetzt, heute braucht.
Hab ich meine Meinung geschrieben, daß heutzutage mit der Bulletin Database, den Metbulls online, der Antarktidatenbank usw. bereits die wesentlichen Daten durchsuchbar und kostenlos zugänglich sind.
Daß meiner Meinung nach es ein normaler Sammler daher nicht braucht bzw. daß es für den normalen Sammler schlicht viel zu teuer ist, und dieser vielleicht besser daran tut, sich lieber erstmal die großen Standardwerke oder Meteorite für die Kohle anzuschaffen
bzw. daß ihm niemand die Entscheidung abnehmen kann, ob ihm die Extras, die die MetBase bietet, die über die kostenlos zugänglichen Datenbanken und Datenquellen hinausgehen, ihm die Summe wert sind.
Und daß ichs persönlich nicht brauch. (Daß die ganzen Wüstlinge der letzten Jahre nicht drin sind, hattest ja schon geschrieben).
Das ist doch eine relativ neutrale Ansicht + meine Meinung, und um Meinungen wurde ja gebeten.

Also selba  :baetsch:
Neffe
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Offline Dirk

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Re: MetBase
« Antwort #8 am: Februar 15, 2008, 17:47:02 nachm. »
Alex, Martin - vielen Dank für Eure detaillierte Auskunft. Das hat mir jetzt schon weiter geholfen - finde ich gut. Ich denke, ich werde mir die MetBase erstmal nicht holen - vielleicht später einmal, wenn ein neues upgrade vorhanden ist.

 :super:
Dirk

 

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