Autor Thema: Meteoriten bearbeiten, aber wie?  (Gelesen 9294 mal)

H5P6

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Re: Meteoriten bearbeiten, aber wie?
« Antwort #15 am: August 11, 2006, 14:14:13 nachm. »
Hallo MetGold, :winke:

ich danke Dir für Dein Angebot.Aber solange ich die  Materie so wenig behersche,mache ich mir über den An.-und Verkauf keine Gedanken.Ich habe selten eine so schwer zugängliche Materie erlebt,wie die Annäherung an das Thema Meteorite.Ein aus den Anfängen des Meteoritensuchens stammendes Verdachtsobjekt stelle ich hier im Anhang ein.Noch ein Wort zum ätzen mit Salpetersäure.Beim Ätzen entstehen nitrose Gase,schwer giftig bis hin zum Tode,je nach Konzentration.Also immer für gute Belüftung sorgen.Fragt den sanitätsgefreiten-Neumann oder Aurum,der wird Euch das bestätigen.Es wird geschrieben,die Ätzflächen nicht mit Wasser in Verbindung zu bringen,wie aber soll man ohne Wasser mit Soda die eingezogene Säure neutralisieren?
Anbei also Objekt-Nr.:006   Gewicht:3,05 kg

Gruß H5P6

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Re: Meteoriten bearbeiten, aber wie?
« Antwort #16 am: August 11, 2006, 15:02:16 nachm. »
Hallo H5P6 ,
Hier ein Tip zum Neutralisierenn der Salpetersaüre beim Ätzen , eifach etwas Öl draufgeben , Säure und Fett ergeben einen Ester der ist neutral und die Säure isr neutralisier und die Ätzfläche ist auch noch konserviert !
Solte ich mich irren möge man mich doch bitte korigieren.

Bis dann Lutz  :winke:
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Offline MetGold

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Re: Meteoriten bearbeiten, aber wie?
« Antwort #17 am: August 11, 2006, 15:17:43 nachm. »
Hallo H5P6,

die Gefahr der Einatmung der nitrosen Gase sollte man wirklich nicht unterschätzen.   :fingerzeig:

Zu deinem Wasserproblem - meine Meinung zur Wasseranwendung habe ich weiter oben schon kund getan.

Im Bühler   :super:  (siehe meine Meteoritenliteraturhinweise), der immer gut ist für Tips rund ums Ätzen etc., steht, daß man nach dem Ätzen mit NITOL (eben das Salpetersäure-Alkohol-Gemisch) unter viel fließendem Wasser abspülen soll, danach gut trocknen und danach in reinen Aethylalkohol einige Tage einlegen.

Es gibt aber auch Verfahren, die ohne Salpetersäure auskommen.   :smile:  Einige werden allerdings als ein Art persönliches Betriebsgeheimnis gehandhabt. (Wer gut ätzt kann es besser verkaufen !)

Mein Tip wäre: Probier doch einfach mal was aus, wenn's funktioniert bleib dabei, wenn nicht modifiziere es. Du mußt ja nicht gleich mit was wertvollem  anfangen.    :winke:  MetGold   :alter:

@ Lutz,  zu deinem Tipp kann ich nix sagen, da ich darüber nix wissen tue  :platt:
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H5P6

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Re: Meteoriten bearbeiten, aber wie?
« Antwort #18 am: August 12, 2006, 10:43:03 vorm. »
Hallo, :winke:

auch wenn es nervt, habe ich doch noch eine Frage zum Thema Dünnschliff. :confused:
Warum läßt sich erst bei Steinmeteoriten durch die Anfertigung einer Dünnschliffscheibe die Bestiimmung durchführen und nicht schon nach dem Anschliff? :dizzy:
Anbei ein Steinobjekt,was fast aus reinem Glas besteht.
Objekt-Nr.:163     Gewicht: 5,2 kg

Gruß H5P6 :smile:

Offline Aurum

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Re: Meteoriten bearbeiten, aber wie?
« Antwort #19 am: August 12, 2006, 16:21:32 nachm. »
Hallo  H5P6

Schau einfach mal in die Rubrik Links hier im Forum dort hat MetGold einen Link unter Meteoriten suche in Oman hinterlegt,
Wenn du  den Zweiten linkanklikst kommst du auf eine Seite von SF1 da giebt es einen beitrag über diese Thema.
 
Viel Spass damit Lutz :winke:

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Offline MetGold

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Re: Meteoriten bearbeiten, aber wie?
« Antwort #20 am: August 12, 2006, 19:26:55 nachm. »
Hallo H5P6,

Ergänzung zu Lutz's Beitrag:

Im Auflicht kann man eben viele Sachen nur vermuten, die man im Durchlicht eindeutig erkennen kann und da eignet sich nunmal nur ein Dünnschliff.
Nimm auch das Stichwort "polarisiertes Licht" mit hinzu. (Dazu weiß auch Google viel zu berichten !)

 :winke:  MetGold   :alter:
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Offline JaH073

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Re: Meteoriten bearbeiten, aber wie?
« Antwort #21 am: August 13, 2006, 14:38:52 nachm. »
Hallo Leute,

jetzt muß ich als alter Säger, Schliefer und Ätzer auch meinen Senf dazu geben.

Steinmeteoriten schneide ich immer mit den Diamantblättern. Es gibt welche die haben die Diamantkrümel an der Außenseite nur "aufgeklebt", andere haben sie wie in dünnen Lamellen eingepresst. Diese finde ich wesentlich besser geeignet.
Für Eisenmeteorite und Pallasite sowie auch für einige Mesos verwende ich die CBN-Blätter. ( cubisches Bohrnitrit ) hoffe es ist richtig geschrieben.
Diese eigenen sich besser für die hohen Metallgehalte. Mit meiner 8"-Säge bin ich aber in der Größe eingeschränkt. Alles an Eisen was größer ist als z.B  im Format von einem Gänseei lässt sich nur schlecht halten. Es dauert auch relativ lange bis es durch ist.

Beim Schneiden von Steinmeteoriten empfehle ich einfaches Wasser. Am besten destilliertes. Wir bei uns haben sehr weiches Wasser, fast ohne Chlorzusatz das ich in letzter Zeit nur noch zum Schneiden verwende. Nach dem Schneiden wasche ich die Scheiben in Alkohol und lasse sie trocknen.
Bei den Eisen und andern hochmetallhaltigen Meteoriten verwende ich Bohremulsion. Das ist das Zeug was wir bei uns im Betrieb in den Fräsmaschinen haben. Es ist leicht zu handhaben und man kann die Mischung fetter oder magerer einstellen. Ein bischen Probieren gehört logischerweise auch dazu. Wichtig ist auch hier ein gutes entwässern hinterher. Ich nehm zuerst Aceton, damit das Fett rauskommt, anschließen nochmals Alkohol.
Eine Schleif- und Poliermaschine hab ich mir selber gebaut. Die, welche angeboten werden sind mir zu teuer und waren mir nicht groß genug.
Hab nun eine mit nem 250 mm Teller der flach auf nem senkrecht stehenden Getriebemotor aufsitzt. Ne Auffangschale aus V2A damit es nicht so spritz ist mittlerweile auch dran.
Nach dem Polieren kommt bei den Eisenmeteoriten ( mach ich aber auch zeitweilig bei PAL und bei Mesos ) das Ätzen.
Ich hab bereits mit mehreren Säuren ausprobiert aber am besten geht es noch mit der Salpetersäure und EisenIIIchlorid.
Bei beiden gilt, und bei dem EisenIIIchlorid noch wesentlich mehr gut, gut, gut neutralisieren und spülen.
Danach lange trocknen lassen.
Übrigens, ich denke daß bei der Salpetersäure nur dann was passiert wenn sie in sehr hoher Prozentstufe zusammen mit Alkohol zu fest geschüttelt oder gerührt wird.
In der Prozentklasse in welcher wir uns beim Ätzen bewegen sollte dieses keine allzugroße Rolle spielen.

Eines noch, beim Ätzen immer Schutzbrille aufziehen. Meine Finger hab ich schon oft in der Säure gehabt und nie ist was passiert. Wahrscheinlich auch weil die Konzentration nicht so hoch ist. Evtl gibt´s mal gelbe Finger, das geht aber rasch wieder weg. Aufpassen daß kein Spritzer der Säure an die Klamotten kommt. Ich hab immer nen Arbeitskittel an. Da sind bereits ne Menge gelber Flecken drauf. Ein Loch hab ich bisher noch keines im Kittel.
Beim Schneiden hab ich mir bis jetzt auch noch nicht in die Finger geschnitten. Man sollte auch hier generell vorsichtig sein. Man darf nicht mit dem Meteoriten an die Scheibe drücken wie ein Ochse, man bekommt es ziemlich rasch ins Gefühl wie stark man drücken darf so daß sich die Säge nicht allzusehr quälen muß. Nur bei zu festem Drücken kann es dann vorkommen, daß plötzlich was klemmt, man abrutscht und dann ist der Finger drin. Ab wird er wohl nicht gleich sein, aber ne Schnittwunde kann auch übel schmerzen und sich mit dem Dreck im Wasser entzünden.

Solltet ihr noch Fragen haben, so meldet euch und ich werde versuchen zu helfen so gut ich kann.

Viele Grüße

JaH073
Es tut mir leid wenn ich deine Erwartungen nicht erfülle, aber meine sind mir wichtiger.

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Re: Meteoriten bearbeiten, aber wie?
« Antwort #22 am: August 13, 2006, 18:08:47 nachm. »
Hallo JaH073,

na Gott sei Dank  :super: , ich dachte schon ihr laßt mich die ganze Arbeit hier alleine machen !!!    :prostbier:  MetGold   :alter: 
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Re: Meteoriten bearbeiten, aber wie?
« Antwort #23 am: August 14, 2006, 01:28:42 vorm. »
Hallo JaH073
Kann Met Gold nur zustimmen , ich habe nur theoretiche Ahnung ( Goldsucher ) , ich finde es Super das du uns hier an deinen Pracktichen Erfahrungen teil haben läst.
Bis dann mal Lutz  :winke:
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