Autor Thema: Lichtverschmutzung - Fluchtpunkt Afrika  (Gelesen 2418 mal)

astro112233

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Lichtverschmutzung - Fluchtpunkt Afrika
« am: April 20, 2008, 13:36:45 Nachmittag »
Hallo,

zwei Vereinkollegen reisen in der nächsten Woche nach Namibia zur Rooisand Farm. Grund, der fantastisch dunkle und transparente Himmel. In unserer Heimal ist durch die fortschreitende Zivilation mit ihrer Folgeerscheinug  - Lichtverschmutzung - der Nachthimmel hochgradig "verseucht". Die Sterne ertrinken im Lichtermeer der Städte und Ballungsgebiete.

Auf der Rooisand Farm besteht eine stationäre Sternwarte für die astronomisch ambionierten Besucher. Ein tollkühnes Bauwerk. Außerdem werden geführte Mineralien-Touren angeboten.

Rooisand Farm
http://www.rooisand.com/       

Rooisand Sternwarte
http://www.rooisand.com/observatory/rooisand_astro_d_01.htm

Viel Vergnügen bei dem virtuellen Ausflug nach Afrika.

Hier die Erde bei Nacht.
Besonders nett anzusehen sind Europa, USA, Indien und als katastrophaler Spitzenreiter Japan.  :crying:
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/image/0208/earthlights02_dmsp_big.jpg

Gruß Konrad  :prostbier:

Offline FrankZ

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Re: Lichtverschmutzung - Fluchtpunkt Afrika
« Antwort #1 am: April 25, 2008, 10:32:34 Vormittag »
Mensch, da kann man schön ins träumen kommen - ein absolut dunkler Himmel.
Aber das mit der Lichtverschmutzung hat sich hier auch bald. Da gab es ja neulich eine Petition von Amateurastronomen gegen. Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren ist  :fluester:, wurde das Anliegen auch ernst genommen. Es gibt die Meinung, dass unsere Regierung uns in eine derartige Energiekrise rutschen läßt, dass sich sinnlose Beleuchtung dann erledigt hat  :super: - schlecht is nur, dass wir dann im Winter ein bissl frieren (o.k. die Neandertaler haben auch ohne Heizung überlebt) und nich mehr so mobil sind (macht nix, müssen wir nich mehr so weit zum Beobachten fahren). Für den Fall, dass der Strom ganz ausfällt, habe ich noch eine alte Uhrwerksnachführung von Zeiss gebunkert, damit kann ich dann unter schön dunklen Himmel mit nachgeführten Fernrohr beobachten  :winke:. Wenn diese Mutmaßung stimmt (wovon ich ausgehe, was soll sonst der Grund für die meiner Meinung nach katastrophale Energiepolitik der hohen Preise und des Mangels sein?), dann gehen wir Amateurastronomen rosigen Zeiten entgegen  :super:.

Dunkle Grüße
 :prostbier:
Frank

 

Offline Aurum

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Re: Lichtverschmutzung - Fluchtpunkt Afrika
« Antwort #2 am: April 25, 2008, 13:34:32 Nachmittag »
Hallo Frank ,

so ganz stimme ich mit dir nicht überein , sicher wird es in zukunft weniger Strassenbeleuchtung geben , auch finde ich das schaufenster in den Geschäften nicht unbedingt die ganze Nacht beleuchtet sein müssn , ich denke das alles wird sich duch die Hohen Energiepreise von selber regeln .
Doch gans wird die Elektrizität und Mobilität uns nicht verlassen , auch werden wir nicht wie die Neandertaler frieren müssen .
Wind , Solar,Wasser und Gezeiten Kraftwerke werden uns auch weiter mit Energie versorgen auch wenn diese dann noch wesendlich teurer sein wird als heute und so jeder zu einem Umdenken in sachen Energieverbrauch gezwungen wird .
In 10 Jahren möchte ich noch mal eine Nachtaufnahme Europas sehen , ich wette die sieht dann schon anders aus , und im fernen Osten wird dann warscheinlich die Nacht zum Tage werden den sind noch weit von diesen überlegungen entfern .

Aber warten wir einfach mal ab was die Zukunft uns noch so bringt , ich denke da kommen noch so einige Überraschungen in sachen Energiegewinnung ins Haus .

Bis dann Lutz  :winke:
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Offline FrankZ

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Re: Lichtverschmutzung - Fluchtpunkt Afrika
« Antwort #3 am: April 27, 2008, 13:36:15 Nachmittag »
Jo Lutz, dann mach ich es mal wie Dittsche und setze da noch was drauf. Also, Hamster können uns auch mit Energie versorgen, die kann man in ein Laufrad sperren und an das Laufrad einen Dynamo anbringen. Dadurch erhält man Energie - die reine Energie sach ich Dir.

Nix für undumm, mir geht aber der Ökoscheiß langsam zu sehr aufs Portmonee und auf die Nerven
Frank

Offline Aurum

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Re: Lichtverschmutzung - Fluchtpunkt Afrika
« Antwort #4 am: April 27, 2008, 13:52:35 Nachmittag »
Verstehe ich Frank ,

Meine Geldbörse ist auch nicht gerade erfreut wenn ich Strom und Benzien bezahle   :crying:

Aber einen Trost habe , auch diese art der Energiegewinnung wird mit steigender Verbreitung billiger werden , haken an der Sache , ob wir das noch erleben werden  :gruebel:

Bis dann Lutz  :winke:
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Offline Mettmann

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Re: Lichtverschmutzung - Fluchtpunkt Afrika
« Antwort #5 am: April 27, 2008, 18:36:38 Nachmittag »
Nuju Frank,

das Problem ist, daß es nicht so aussieht, daß die normale, die fossile Energie jemals wieder billig wird
und die wird Dich dann viel mehr im Potmonee zwicken.

Hier schaumal, ein Artikel von 2005.
Da wird BP verlacht, weil eine Prognose für den Ölpreis von 25-30$ in lägerfristiger Zukunft geweiß sagt und im den Artikel,
wird dann selbstverständlich viel pessimistischer dagegengehalten und es heißt:

"Bei einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum der Weltwirtschaft im Prognosezeitraum um 2,8% könnte der Ölpreis, ausgehend von einem Startwert im Jahr 2004 von knapp 40 Dollar je Barrel, auf 120 Dollar im Jahr 2030 steigen."

http://www.boersenreport.de/firmenmeldungen.asp?msg=004952100000000540000000000

Vorgestern lag der Preis für ein Barrel Brent bei 117,25$ und ein Barrel MTI bei 119,20$.
Hmm knapp 22 Jahre zu früh.

Nicht der Ökoscheiß zwickt Dich im Geldbeutel, sondern die konventionellen Energieträger.
Und wenns so weiter geht, dann ists eben für den Normalverbraucher eine einfache Kosten-Nutzen-Rechnung.
Dämm ichs Haus und fahr auf Sicht billjer damit oder nicht, ersetz ich Haushaltsgeräte durch sparsamere, fahr ich weiter mit der der anderthalb-Tonnenkarre die 12l+ in der Stadt schluckt zum Aldi, um die 10 cent billjere Butter zu koofen
(du hier in Munich lachst Dich teilweis scheckicht, da findst die 2Tonnen-BMW-Jeeps reihenweis auf den Lidl- und Aldiparkplätzen),
oder holst Dir ein Wägelchen, was 5l braucht.
Guxx, mußt halt rechnen, ob sich rentiert nen Hunderter mehr fürn Kühlschrank oder eine Waschmaschin auszugeben, welche nurn Drittel an Strom und Wasser braucht, als die alten und 15 Jahr hält, oder ob der höhere Verbrauch der alten Geräte über diese Zeit hinweg, billiger ist.
Wichtig ist doch nur, daß die Wäsch sauber wird und das Zeug im Kühlschrank nicht verdirbt.

Ist doch längst nimmer so, oder obwohl, manchmal schon noch, daß da die nachhaltige Ökofamille in der Illustrierten abgebildet, alle in fetten Norwegerpullis und schwärmen, daß 16° Raumtemperatur was so feiiiiines ist und man ob des Eigenschmalzes auch ned friert, wenn man sich nur alle 3 Tag wäscht.

Wichtig ist doch nur, daß der Komfort erhalten bleibt, alles andere regelt nicht das Gewissen, sondern der knallharte Preis.
Müßt nachschaun - guck son oller Kühlschrank ne Kilowattstunde am Tag braucht, da hast Stromverbrauch in 15 Jahren von weit über 1000Euro, der Öko-Kühlschrank der eben nur noch ne Drittel Kilowattstunde braucht, eben nurn Drittel, 700 Tacken gespart. Ob der soviel teurer in der Anschaffung ist?
Waschmaschin dasselbe, heut braucht eine Waschmaschin, wennse gut ist, nur noch nen Viertel der Wassermenge wie noch vor 20ig Jahren und den halben Strom.
Von mir aus kann die vom Hersteller nochne Häkelmütz oben drauf haben, des is mir wurscht, hauptsach sie braucht ned viel und die Wäsch wird sauber.
Das hat doch nix mit Öko- und Trommelkreis zu tun.
Wenn die Geräte mittlerweile so gut sind und viel mehr Kohle sparen, als sie gegenüber den ökologisch unkorrekten mehr kosten, dann nehm ich sie doch.
Weil es bringt mir ja keinen Vorteil mehr an Strom und Wasser zu bezahlen und keinen Gewinn an Lebensqualität, wenn die Wäsch auch ned anders wird als mit dem sparsamen Modell.
Na und genauso schraub ich mir ne Energiesparlampe rein mit der selben leuchtleistung, wennse über ihre Lebensdauer hinweg mir Kohle spart gegenüber den andern Birndeln.

Das macht alles ned mehr arbeit und spart nen Batzen Geld - und wird vor allem noch viel mehr Kohle sparen, wenn die Kohle immer teurer wird, Kalau. Da gehts ned darum, ob Flocke und Knut die Schollen unterm Hintern wegschmelzen, da gehts um den schnöden egoistischen hedonistischen eigenützigen finanziellen Vorteil.
Und deswegen wird sichs auch von alleine Regeln, daß die Leut vernünftigere Produkte kaufen werden, denn spätestens wenns dann nur noch 7 Tage die Woche Nudeln mit Butter fressen müssen, um den Tank von Sankt-Benz vollzukriegen, werdens sich halt doch viele überlegen.

Deswegen wurmts mich manchmal, wie manche gelegentlich bei Meteoriten knausern, um nen Dollar mehr oder weniger im Gramm, dahorm aber unnötigerweis die Hunnis zum Fenster rausblosen.

(Nunja, auf Steuern, auf die Oligopolisierung der Ressourcen, Spekulation usw. was die Energiekosten zusätzlich verteuert, haben wir Verbraucher eh keinen Einfluß.)

Zwipp!
Martin
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(S.Laurel 1890-1965)

Offline FrankZ

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Re: Lichtverschmutzung - Fluchtpunkt Afrika
« Antwort #6 am: April 27, 2008, 23:40:31 Nachmittag »
Nu Martin, da muss ich schon noch was zu sagen. Selbstverständlich ist es sinnvoll Energie zu sparen und mit der Umwelt schonend umzugehen - gar keine Frage. Man muss das aber sinnvoll tun.
 
Den jetzigen Ökohyper halte ich jedenfalls nich für sinnvoll - kurz (nich erschöpfend) warum nach meiner Meinung nach nich:
1. Der Energiepreis ist kein Marktpreis - das sin Quasimonopole, die bilden den Preis nach Kriterium Maximalprofit - gibts bei den Volkswirten schöne Theorien dazu (nu gut, beim Öl is es noch etwas komplizierter durch Spekulationsgeschäfte). Wie ich das verstanden habe (bin aber kein Volkswirt) - fließen da in die Preisbildung auch politische Rahmenbedingungen ein. Das scheint auch hier so zu funktionieren - hohe Mineralölpreise sind bei uns politisch gewollt, also schlagen die Konzerne zu. Das kannste am Ölpreis deutlich sehen. Der Preis für ein Barrel ist zwar ziemlich hoch, das is aber ein Dollarpreis. Ich bezahle aber meine Benzin und Heizölrechnung in Euro - ich glaube, Dir is klar, worauf ich hinaus will (bekommst Deine Mets bestimmt nich los, wenn Du einen Europreis verlangst, dem der Dollarkurs von vor paar Jahren zugrunde liegt).
2. Der ganze Bioölquatsch führt letzten endes dazu, dass Urwälder noch schneller gerodet werden und die Lebensmittelpreise drastisch steigen (nee, die steigen nich nur durch Spekulanten, das führt nur zu kurzfristigen Preisanstiegen, der Lebensmittelmarkt ist noch bei den vielen Anbietern vitaler als der Energiemarkt - ein dauerhafter Preisanstieg durch Spekulation würde da nur funktionieren, wenn sich Spekulanten Unmengen in die Bude stellen und vergammeln lassen).
3. Letztendlich die Klimapanik. Da haben Wissenschaftler noch kein vernünftiges Modell von atmosphärischen Vorgängen, wollen aber ihre Aussagen schon bewiesen haben (wenn ich damals im Physikstudium auf so einer Grundlage behauptet hätte, dass ich was bewiesen habe, wäre ich wahrscheinlich rausgeflogen: Mathematiker beweisen - Physiker haben Modelle die Beobachtungen erklären, unter bestimmten Voraussetzungen als richtig werden die Modelle dann angesehen, wenn sie Voraussagen gestatten, die dann auch tatsächlich so beobachtet werden). Daraufhin wird dann ein Emissionshandel ins Leben gerufen, der Ressourcen sinnlos bindet (und Bürokraten beschäftigt bzw. Spekulanten reich macht).   

Ich befürchte da eher, dass unsere Wirtschaft hier ziemlich den Bach runtergeht. Die Deutschen haben im Westen (und nach der Wende - bei allen Problemen - auch im Osten) bis jetzt im Überfluß gelebt. Wenn Mangel einzieht, dann ist den Leuten die Umwelt egal - kannste glauben, habe ich hier im Osten erlebt. Wenn man damals vor der Wende hier in der ehemaligen DDR Umweltschutzideen geäußert hat, dann war man Staatsfeind und (was noch schlimmer war) wurde auch von Nachbarn und Freunden als Spinner betrachtet. Jeder war da nur um sein persönliches materielles Wohl (auf niedrigem Niveau) besorgt - war auch ratsamer, es fehlte nämlich am Nötigsten. Wenn in der Energiepolitik hier so weiter gewurschtelt wird, bin ich der Meinung, dass das auch hier wieder kommen wird. Inzwischen is die Konkurrenz weltweit, wenn wir da Fehler machen, geht es uns bestimmt nich mehr lange so gut und - wenn die Leute erst mal frieren, dann wird auch wieder Blumenerde (so nannten wir die minderwertige Braunkohle) verfeuert - egal was das für ne Umweltschweinerei is - kannste glauben. Glaubste mir natürlich nich, bis jetzt is ja alles gut gegangen - o.k. ich hoffe, dass Du recht hast und nich ich.

Ökologische Grüße
 :prostbier:
Frank         

Offline herbraab

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Re: Lichtverschmutzung - Fluchtpunkt Afrika
« Antwort #7 am: April 28, 2008, 16:27:59 Nachmittag »
Nicht der Ökoscheiß zwickt Dich im Geldbeutel, sondern die konventionellen Energieträger.

Ja Mettmann, ich kann Dir aus eigener Erfahrung recht geben. Wir haben vor zwei Jahren neu gebaut, gut gedämmt (wie's halt heute Standard ist), auf natürliche Belichtung der Räume geachtet, heizen mit Pelletsofen und haben eine thermische Solaranlage fürs Warmwasser und Zusatzheizung, und achten beim Kauf auf enegiesparende Geräte. Am Ende haben wir heute als fünfköpfige Familie im 150m²-Haus die gleichen Energiekosten wie zuvor als dreiköpfige Familie in der 75m²-Wohnung. Und während alle über steigende Heizkosten klagen, ist unser Brennstoff (Holzpellets) seit dem wir die Heizung haben jedes Jahr billiger geworden. (Als wir 2006 ertsmal den Pelletstank befüllt haben gab's ein temporärer Preishoch, selbst damals waren Pellets noch deutlich billiger als Heizöl oder Gas. Und seither fallen die Preise wieder und nähern sich dem historischen Tiefststand von 2005.)

Aber zurück zum Thema Lichtverschmutzung: In dem erst kürzlich veröffentliche "Masterplan für Wiens öffentliche Beleuchtung" ist das Problem tatsächlich erkannt und berücksichtigt worden. Wegen dem Sparpotiential, zum Schutz nachtaktiver Insekten, aber auch damit "aus Sicht der Astronomen der nächtliche Himmel möglichst nicht durch künstliches Licht beeinflusst wird und gut beobachtbar bleibt". Die von den Astronomen angestrebte Bewusstseinsbildung zeigt also Wirkung. Ist doch sehr erfreulich!

In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die DarkSky 2008-Tagung im August in Wien hinweisen: DarkSky 2008 Webseite.

Grüße, Herbert
"Daß das Eisen vom Himmel gefallen sein soll, möge der der Naturgeschichte Unkundige glauben, [...] aber in unseren Zeiten wäre es unverzeihlich, solche Märchen auch nur wahrscheinlich zu finden." (Abbé Andreas Xaverius Stütz, 1794)

Offline FrankZ

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Re: Lichtverschmutzung - Fluchtpunkt Afrika
« Antwort #8 am: Mai 04, 2008, 18:05:08 Nachmittag »
Natürlich hat Martin recht (wie immer), jeder muß selbst sehen, dass er klar kommt. Trotzdem halte ich eine  Politik, die auf eine künstliche Verteuerung der Energiepreise zielt für - gelinde gesagt - nich besonders vernünftig.

Frank

 

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