Autor Thema: Kainsaz - interne Verwitterung  (Gelesen 1831 mal)

Offline MarkV

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Kainsaz - interne Verwitterung
« am: Juni 16, 2008, 20:25:31 nachm. »
Hallo,
bei mir ist heute eine Scheibe Kainsaz eingetroffen. Ich nehme an, dass sie von einem Fund aus den letzten Jahren stammt. Die Scheibe hat einige Risse. Sieht mir so aus, als ob Wasser eingedrungen ist und der Frost dann die Risse verursacht hat. Oder ist das durch den Aufprall entstanden? Es gibt auch einige Roststellen und innen Verfärbungen. Hat jemand eine "Referenz-Kainsaz-Scheibe" bzw. eine Scheibe von einem damals fallfrisch aufgesammelten Individual zum Vergleich? Mich würde mal interessieren, welchen Effekt die Verwitterung auf das Innenleben von Kainsaz hat. Oder zeigt doch hier einfach mal eure Kainsaz-Scheiben, auch wenn sie von einem neu gefundenen Stück stammen.
 
Wie auch immer, es ist ein Wunder, dass man überhaupt sowas erwerben kann und das zu einem Preis, der günstiger als die NWA CO3er ist. Vielleicht find ich ja irgendwann noch ein komplettes Individual dazu.

http://www.parhelia.de/mets/kainsaz01.jpg
http://www.parhelia.de/mets/kainsaz02.jpg
http://www.parhelia.de/mets/kainsaz03.jpg
http://www.parhelia.de/mets/kainsaz04.jpg

Grüsse,
Mark
« Letzte Änderung: Juni 16, 2008, 20:55:19 nachm. von MarkV »

Plagioklas

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Re: Kainsaz - interne Verwitterung
« Antwort #1 am: Juni 16, 2008, 22:33:46 nachm. »
Hallo,
das sind wohl einfache Schocklinien, die aufgegammelt sind  :lacher:.

Das sieht man auch bei irdischen Gesteinen. Risse können schwächer sein, dann gammeln se auf:
http://home.tiscali.nl/~wr2777/Salt-weathering.html
http://gdl.cdlr.strath.ac.uk/smcj/smcj020/smcj02005.htm (Der Plattenfelsen weiter unten)
(Besseres hab ich nicht als Bild gefunden.... aber schon einige male mal in echt... und vor Ort mangels interesse weggeworfen)

Oder Stärker,.. dann bleiben se bestehen:

http://www.tbgf.org/clayoquot/tofino-geology.php
(Die parralelen Linien)
Gruß
Plagioklas

Offline Mettmann

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Re: Kainsaz - interne Verwitterung
« Antwort #2 am: Juni 17, 2008, 02:26:57 vorm. »
Naja, das Problem ist, daß man kaum Bilder frischen Kainsaz' findet,
da praktisch alles, was nun noch kursiert aus den Nachfunden der letzten 10 Jahre stammt.

Hier mal ein Bild der Hauptmasse aus dem Fersman-Museum:
http://www.fmm.ru/meteoritesen/kainsasen.htm

Nun und die, die schon 60, 70 Jahre im Boden waren, die sind halt nimmer so besonders frisch innen und manchmal ganz erheblich verrostet.
Die nur wenig älteren unter uns werden sich noch erinnern, wie die Russen solche oxidierten Scheiben im ebay unter dem Gimmick: "Space-Van-Goghs" verklappt hatten, da die breiten braunen Rostbänder recht lebhaft in der Matrix gezwirbelt waren, wie der Himmel auf van Goghs "Sternennacht".

Hummhemm. Ich hätt noch eine fallfrische Scheibe, von anno dunnemals, als es die Neufunde noch nicht gab. Allein kein brauchbares Bild zur Hand.
( http://www.meteorite-martin.de/images/meteor/kainsaz.jpg )
Wie soll mans am besten beschreiben - die ist jetzt nicht poliert. Frischer Kainsaz ist grau, dunkelgrau. Dunkler als Moss z.B. und hat auch vielmehr CAIs als Moss. Nix braunes, nix Beiges, nix Gilblichts darf an ihm sein.
Poliert mans, wirds natürlich dunkler.
(86,3g hatse - Liegt preislich natürlich in einer anderen Ecke als die Neufunde und unter 1400Euro netto tät ichs angesichts der Tatsache, daß Kainsaz, bevor die Russen alles wasse hatten in ihrer unnachahmlichen Art in kürzester Zeit ins Ebay gestopft hatten, durch die Bank 50-100$/g gekostet hat und weil man nix Frisches mehr find, nicht hergeben wollen).

 :prostbier:
Mettmann
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Offline gsac

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Re: Kainsaz - interne Verwitterung
« Antwort #3 am: Juni 17, 2008, 07:06:59 vorm. »
Hier was ziemlich Erstaunliches [Glückwunsch Haschr Aswad! :super:]:
http://www.rocksfromspace.org/June_15_2008.html

Alex

Offline MarkV

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Re: Kainsaz - interne Verwitterung
« Antwort #4 am: Juni 18, 2008, 00:47:20 vorm. »
Hallo Mettmann,
danke für die Hintergrundinformationen über die Space-Van-Gogh-Kainsaz. Das war alles vor meiner Sammlerzeit und mir so nicht bekannt. Ich find es auch erstaunlich, dass die Matrix von Kainsaz so viel dunkler ist als die von Moss, obwohl beide CO3-Fälle sind. Meine Scheibe ist poliert und sieht sehr dunkel aus - noch wesentlich dunkler als Allende. Vielleicht versuche ich mich mal im Schleifen, so dass wenigstens eine Seite etwas weniger stark poliert ist und damit heller wird. Das Polieren macht sehr viel aus. Ich habe hier z.B. eine Bilanga-Scheibe. Die polierte Seite ist fast schwarz und total unansehnlich, die unpolierte dagegen hellgrünlich.

@gsac: Das Individual von Haschr Aswad ist wirklich spitze. Sowas in der Art hätte ich auch gerne. Mal sehen, was Ensisheim so zu bieten hat. Ich hoffe mal, dass von den Russen im Streufeld noch mehr gefunden wird.


Grüsse,
Mark


Offline Haschr Aswad

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Re: Kainsaz - interne Verwitterung
« Antwort #5 am: Juni 18, 2008, 09:40:49 vorm. »

hier gibts noch mehr Aufnahmen von jüngeren Fundstücken:

http://www.niger-meteorite-recon.de/de/Meteorite_Kainsaz_1.htm

Der Boden im Streufeld ist nahezu ph-neutral bzw. leicht basisch, keine Nitratdüngung, der Metallgehalt von Kainsaz liegt zwar an der Grenze des kritischen Bereichs, der Nickelgehalt ist jedoch vergleichsweise hoch. Frisch geschnittene Neufunde zeigen keine oder nur sehr leichte Verwitterung. Oxidationsspuren im Anschnitt stammen nahezu ausschließlich vom Sägen mit inadäquatem Kühlmittel bzw. nicht vorgenommerner Nachtrocknung mit Akohol etc.


Offline FrankZ

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Re: Kainsaz - interne Verwitterung
« Antwort #6 am: Juni 19, 2008, 21:50:16 nachm. »
Nun ja, is das nich ein schönes Beispiel dafür, dass auch Steinmets schnell vergammeln, wenn man nich vorsichtig ist  :gruebel:.

Frank

Offline Mettmann

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Re: Kainsaz - interne Verwitterung
« Antwort #7 am: Juni 19, 2008, 23:33:03 nachm. »
Naja, wenn man nicht grad mit Essig sägt...

Aber normalerweis brennt da nix an,
unds ist doch bequemer als Eisen... Huh grad beim zusammenräumen für Ensisheim ne Uruacu-Scheibe gefunden.
Ein Jahr absolut luftdicht mit Trockenmittel - die siehst aus, neee die kann ich nich mitnehmen  :eek:

Bisdann!
Metmann
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