Autor Thema: Ziz vs. neues NWA-Eisen  (Gelesen 37420 mal)

Offline MarkV

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #135 am: November 08, 2008, 12:19:21 nachm. »
Alle Stücke die dort gefunden werden,haben eine wirklich dicke Rostkruste.
Das weis aber keiner,weil die meisten Stücke schön,im Elektrolysebad gereinigt,angeboten werden!!
Ansonsten sind das wirklich Rostknorzen,wenn man die findet.
Wenn man dann diesen mehrere Zentimeter dicke Rostschicht entfernt und findet dann nach dem Ätzen
noch einen rekristallisierten Rand vor,ist das schon beeindruckend!!

Es kann schon sein, dass man zunächst eine zentimeterdicke Rostschicht entfernen muss, um an den Meteoriten zu gelangen. Aber ich glaube, diese Schicht hat sich um das Eisen angelagert und ist nicht unbedingt das zerfallene Meteoreisen selbst. Ich hab als Kind mal Reste von Fliegerbomben in einem Moor gefunden. Da war um das Eisen herum auch eine dicke rostartige Schicht, aber als ich die entfernt habe, da kam wieder glänzendes Metall zum Vorschein, auf dem man sogar eingravierte Buchstaben lesen konnte.

Grüsse,
Mark

Offline Mettmann

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #136 am: November 08, 2008, 12:58:39 nachm. »
Geh Mirko..... :laughing:

Ich glaub, Du verstehst unter "frisch" zeitlich gesehen "jung".

Wenn Du einen Apfel auf den Gartentisch legst und ihn da eine Woche in der Sonne schrumpeln läßt,
so ist er nimmer frisch. Legst ihn dieselbe Zeit in den Kühlschrank, dann ist er noch wunderbar frisch.
Er hat sich dann gut gehalten.

Also nochma in alter Frische.

Das neue Eisen ist sehr gut erhalten.

In der Diskussion gings doch darum, ob die zerhutzelten Oberflächen echte Regmaglypte darstellen
oder nur solche vortäuschen, in Wahrheit aber durch Erosion eingefressen worden seien, seis durch Windschliff, Säuren, Auswitterung und weiß der Geier was.

Diese Frage kan nun eindeutig beantwortet werden: Ja es sind aecht griabige Regmaglypte.

Warum? Weil die Eisen im Anschnitt und geätzt an den verhutzelten Seiten den rekristallisierten Rand zeigen.
Punktum.

Denn so ein rekristallisierter Rand entsteht beim Atmosphärenflug durch die Hitze und kann nicht durch irdische Prozesse im Boden entstehen.

Erosion und Windschliff bedeutet, daß da etwas weggenommen wird. Das weißt ja vom Autolackieren, daß man vorher den alten Lack sandstrahlt oder abschleift.
Und bei den Eisen verläuft auch die Verrostung von außen nach innen. Siehe bspw. den Huckitta, den Wolf Creek, den Odessa - wo man frisches Eisen nur noch im Innern findet.
Denn es ist ja nicht so, daß so ein Eisen im Boden sagt: Heh Eisen- und Nickelionen, kommt zu Papa, kommt zahlreich aus der Umgebung, ich will eine Oxidschlonzschicht über meinem rekristallisierten Rand und wenns geht daumendick ausbilden.
Eisen wachsen niiiicht - geht der alte Schlager.

So, und so ein rekristallisierter Rand pflegt eben nur seine 1-2mm dick zu sein, da die Hitz in der Flugphase, wos außen heiß wird und nimmer abgetragen wird, zu kurz ist, als das die Hitze tiefer reicht.

(Jajaja Henbury, orientierte Sikhotes, da schon mal dicker, weils kleine Individuals sind, das heißt die Oberfläche zum Volumen größer ist - weswegen ja auch die Pinguine und Pottwale so über aus groß sind, da se dann die Wärme besser halten können, als der Spatz und das Meerschwein, was in borealen Gefilden verratzt wär).

Seh ich also nen rekristallisierten Rand (und weiß, daß der Schleifer nicht anner Walze geschliffen, sodaß die Ränder schief),
so weiß ich - ahaaaa, da ist nicht viel weggegangen von der Seite.
Und grad bei dem Eisen sind die Regmaglypte ja teilweis bis zu 1cm tief eingegraben - so dick ist kein rekristallisierter Rand nicht.

Und auch die andere Frage ist geklärt - die Seiten, die diese Zerhutzelungen nicht zeigen, glatter und flächiger ausgeprägt und speziell bei diesem Eisen ockrig verfärbt sind, da sind die Regmaglypten furtgewittert,
denn da ist kein rekristallisierter Rand mehr, noch sind das Stellen später im Fluge abgeplatzt, noch Semi-Shrapnelle, wies bei Sikhote vorkommen kann.

Schwupp ein Bsp. häng ich unten an. Eine Vollscheibe. Da sieht man von links oben über die komplette Längsseite bis nicht ganz bis nach unten auf der rechten Schmalseite den Sankt Reheated Rim, na und der Rest des Schützenfest, das ist die verwitterte (und plattere Seite), da hat er sich verabschiedet.

Und auch die Dritte frage ist gelöst,
welche Seite denn nun die exponierte gewesen, war die Regmaglyptenseite in der Luft oder im Boden?

Erinnere Dich an das 15kg-Teil auf der Münih-Messe - eh das einzige nennenswerte Stück des neuen Eisens dort.
Weißt noch? Das ist rundrum hellbraun vergammelt und lediglich ein wönziger eckiger hervorstehender Zipfel, der war noch so "frisch" wie wirs von den besseren Exemplaren mit ihren Regmaglyptenseiten kennen.

Daß nun dieser längliche und schwere Knorzen nur mit dem winzigen Eckelein im Boden stuk und die ganze unhandliche fette Masse in der Luft balancierte, neeeee dat geht gar nich, das geht nur in Schwerelosigkeit.
Ich find grad das Photo nicht, Du, der Hanno oder der André hatten doch eins....

Nja und Frische - also nich alle Moraskos müssen ins Säurebad, gibt auch welche, die nicht sooo wahnsinnig schlonzig sind.
Huh und nuju, ganz so frisch scheint ja grad der nicht zu sein, der muß schon ordentlich Chlor genuckelt haben, siehst ja, wie der in den Ritzen arbeitet. Gibt aber auch sehr brave Moraskos, wenn auch in der Minderheit. Ist halt so wie bei vielen großen Eisenfunden, Lotterie.

Das neue NWA-Eisen unabhängig davon, ist schon eine Wucht, gell?
Schöner als Zagora, da eben die Form - tkw. mäßig - kanns ned soviel gewesen sein, habts ja gesehen, daß in München ziemlich Essig war. Wenn man so Stimmen zum Spiel hört, tät man schätzen vielleicht ein Gewicht von Udei Station? Was meint ihr?

Hups - zweite Beobachtung am Rande - damit ihr seht, wie guuuuuut ichs immer mit Euch mein und daß ihr auch mal hören müßt auf das, was ich sag.
Habt ihrs gesehen? In München? Letztes Jahr: ein jeder Marokkaner Malis und Bassis nach Lust und Laune, große und kleine, alle Qualitäten und eben auch die Suuuuuuuupimuseumsweltbestqualität.
Die Tische reich gedeckt!

Und dieses Jahr? Alles leer, fast nix mehr da an Mali und Bassi.

Und wers vertrödelt hat, der schaut halt jetzt in die Röhre und muß sich mit schlechterer Qualität begnügen (oder für die once-in-a-lifetime-individuals, wenn er noch überhaupt eins find, erheblich mehr berappen).
So schnell geht das selbst mit solch relativ großen Fällen.

Wie gesagt, wenn sich abzeichnet, daß es einigermaßen Fundmengen gibt, dann braucht man nix überstürzen, aber allzulange darf man auch nicht warten, in die Hufe zu kommen.
(Wohlgemerkt gehts ned um Rechthaberei, wir haben ja gar keinen Bassi oder Mali im Angebot gehabt, d.h. von letzterem nur die ulkigen Minifutzis - ich will halt nur, daß die Sammler glicklich werden und bei solchen Gelegenheiten Stücke sich sichern, an denen sie ihr ganzes Sammlerleben lang Freude haben werden).

 :prostbier:
Martin


"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

ironmet

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #137 am: November 08, 2008, 13:24:19 nachm. »
Alle Stücke die dort gefunden werden,haben eine wirklich dicke Rostkruste.
Das weis aber keiner,weil die meisten Stücke schön,im Elektrolysebad gereinigt,angeboten werden!!
Ansonsten sind das wirklich Rostknorzen,wenn man die findet.
Wenn man dann diesen mehrere Zentimeter dicke Rostschicht entfernt und findet dann nach dem Ätzen
noch einen rekristallisierten Rand vor,ist das schon beeindruckend!!

Es kann schon sein, dass man zunächst eine zentimeterdicke Rostschicht entfernen muss, um an den Meteoriten zu gelangen. Aber ich glaube, diese Schicht hat sich um das Eisen angelagert und ist nicht unbedingt das zerfallene Meteoreisen selbst. Ich hab als Kind mal Reste von Fliegerbomben in einem Moor gefunden. Da war um das Eisen herum auch eine dicke rostartige Schicht, aber als ich die entfernt habe, da kam wieder glänzendes Metall zum Vorschein, auf dem man sogar eingravierte Buchstaben lesen konnte.

Grüsse,
Mark

Hallo Mark,

ja,diese Ansicht teile ich mit Dir und bin auch der Auffassung,das sich diese Oxidschicht
am Eisen aussen anlagert.
Trotzdessen wird ja das Grundmaterial dabei in Mitleidenschaft gezogen!
Wäre ja super,wenn es so wäre!
Dann bräuchten wir ja garkeine Angst mehr um unsere Eisen haben und nur ab und an
die äussere Rostschicht entfernen,die Grundsubstanz bleibt erhalten und der Martin hätte
nix mehr zu fluchen über die Eisen!
Ist aber leider nicht andem.

Und zwischen einer 50 - 100 Jahre alten Fliegerbombe und einem 5000 Jahre alten
Eisenmeteoriten liegen ja noch ein paar Jährchen!!

Viele Grüße Mirko


Offline Mettmann

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #138 am: November 08, 2008, 13:52:25 nachm. »
Geh, ich fluch doch ned   :ehefrau: :laughing:

Gibt doch auch welche, die brav wie Holz sind.
Allein weiß das der Sammler vorher oft nicht, bzw. teilweis kanns der Sammler und Händler ned vorher wissen.
Und muß man sagen, wenn man hptsl. Eisen sammelt muß man Arbeit investieren in Pflege, Wartung und gelegentlich in Restauration - (plös braucht man ein robusteres Nervenkostüm). Muß man schon wissen.
Ist in der Hinsicht sicher etwas anders als Setzkastenfüllhobbies.

Und nu ausnahmsweis mal ein Lanzenbruch 3000!

Eisenschnitt und Präparation sind eine fürchterliche Schweinsarbeit.
Der Andi und der Mirko schuften wie die Grubenpferde für Euch
und eigentlich dürften sie, bei dem was der Staat ihnen hierzuland abknöpft, kein Eisen anrühren, was sich unter 10Euro im Gramm verkauft oder müßten eben deutlich mehr nehmen als die Konkurrenz.
Daher hoch die Tassen auf die Helden der Arbeit!   :prostbier:
Krölps.

Nuju, leider können wir eher Steinorientierte auch nicht die Füße hochlegen,
all die Exoten, das Seltenste vom Seltenen, die Planetaren und nahezu einzigartigen in dieser Brandbreite permanent heranschaffen zu müssen,
ebenfalls feinst zu präparieren,
ist auch nicht gerade ein Zuckerschlecken.

Daher Erweiterung des Trunkspruchs: Ein Hoch auf alle Meteoritenleute!

Weitermachen.
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

ironmet

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #139 am: November 08, 2008, 13:53:56 nachm. »
Geh Mirko..... :laughing:

Ich glaub, Du verstehst unter "frisch" zeitlich gesehen "jung".



 :prostbier:
Martin




Martin,nein eben nicht!
Ich vergleiche nur die Fundzustände der einzelnen Stücke!!


Das neue Eisen ist sehr gut erhalten.

In der Diskussion gings doch darum, ob die zerhutzelten Oberflächen echte Regmaglypte darstellen
oder nur solche vortäuschen, in Wahrheit aber durch Erosion eingefressen worden seien, seis durch Windschliff, Säuren, Auswitterung und weiß der Geier was.

Diese Frage kan nun eindeutig beantwortet werden: Ja es sind aecht griabige Regmaglypte.

Warum? Weil die Eisen im Anschnitt und geätzt an den verhutzelten Seiten den rekristallisierten Rand zeigen.
Punktum.



 :prostbier:
Martin




Aber ich verstehe nicht,wie Du darauf kommst,das dies frische Ragmaglypten sein sollen??
Ich räume ja durchaus ein,das es an dem neuen Eisen auch gut erhaltene Regmaglypten gibt.
Sogar auch an meinem Stück Flowlines und wirkliche Schmelzkruste auf Eisen und Stein(Silikateinschluß).
Aber erkläre mir doch bitte,wieso sollte es nicht möglich sein,das die meisten von diesen Eisen komplett
verwittert waren (so wie man viele häßliche Stücke davon kennt)und dann eben durch Freilegung,Sandstrahlung
nicht wieder schick wurden!
Uns eben nur diese Frische vorgaukeln!!
Weil jetzt eben im Laufe der Zeit schön Sandgestrahlt mit feiner brauner Desert Patina!
Die originlen Regmaglypten sich eben nur vertieften und zusätzlich welche dazukamen,wo die Silikat-Einschlüsse liegen!
Deshalb wollte ich ja auch gern ein paar frische silikatreiche Eisen sehen.
Vielleicht müssen frische Silikatreiche Eisen ja auch so hutzelig aussehen,und man kann diese eben nicht mt Sikhote vergleichen!


Und grad bei dem Eisen sind die Regmaglypte ja teilweis bis zu 1cm tief eingegraben - so dick ist kein rekristallisierter Rand nicht.



 :prostbier:
Martin




...das ist mir doch klar!
Jetzt verstehe ich aber wieder nicht,wie Du Dir so einen Sandschliff in der Wüste vorstellst?
Du wirst mir Recht geben,wenn ich sage,das der Rekristallisierte Rand,wenn es ihn gibt,genauso gleichmäßig
verteilt auf dem Regmaglypten-Berg sowie auch im Regmaglypten-Tal vorhanden ist,richtig?
Gut,auf dem Regmaglypten-Berg,sind die Ränder meist etwas dicker.
Wenn jetzt Material vom Sandschliff abgetragen wird,dann geschieht das ja auch relativ gleichmäßig!
Der Sand trägt zwar vorrangig die Regmaglypten-Berge ab aber auch die Täler bleiben nicht verschohnt!
Das erklärt vielleicht auch die relativ gleichmäßigigen rekristallisierten Ränder!
Somit kann es schon möglich sein,das die Regmaglypten durch den Windschliff vertieft wurden und der Rest
natürlich ebenso abgetragen wurde.



Und auch die Dritte frage ist gelöst,
welche Seite denn nun die exponierte gewesen, war die Regmaglyptenseite in der Luft oder im Boden?

Erinnere Dich an das 15kg-Teil auf der Münih-Messe - eh das einzige nennenswerte Stück des neuen Eisens dort.
Weißt noch? Das ist rundrum hellbraun vergammelt und lediglich ein wönziger eckiger hervorstehender Zipfel, der war noch so "frisch" wie wirs von den besseren Exemplaren mit ihren Regmaglyptenseiten kennen.

Daß nun dieser längliche und schwere Knorzen nur mit dem winzigen Eckelein im Boden stuk und die ganze unhandliche fette Masse in der Luft balancierte, neeeee dat geht gar nich, das geht nur in Schwerelosigkeit.


 :prostbier:
Martin




und hier hast Du aber ganz schlecht gelesen!
Das habe ich ja auch nie behauptet!
Das war Mark´s anfängliche Ansicht.
Welche Seite im Boden steckte ist doch wohl absolut klar.
Da muß man sich nicht das 15 kg Teil als Beispiel ranziehen!
Obwohl man damit natürlich die letzten Zweifler überzeugt.



Und auch die andere Frage ist geklärt - die Seiten, die diese Zerhutzelungen nicht zeigen, glatter und flächiger ausgeprägt und speziell bei diesem Eisen ockrig verfärbt sind, da sind die Regmaglypten furtgewittert,


 :prostbier:
Martin


So,und das mußt Du mir jetzt mal plausibel erklären!!
Wie kann denn an einem so "frischen" Eisen Regmaglypten bis 1cm Tiefe einfach so wegwittern??
Obwohl doch zwischen der schönen Seite und der Verwitterten Seite keine Stufe oder Absatz von 1cm zu finden ist??
Wie soll das gehen??

Das geht nur,wenn das komplette Stück schonmal angewittert war,ein Teil davon wieder freigelegt wurde,
der Sand über Jahrtausende da drüber schliff und diese schöne "frische" Seite zu Tage förderte!

Viele Grüße Mirko :prostbier:

ironmet

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #140 am: November 08, 2008, 13:58:57 nachm. »


Eisenschnitt und Präparation sind eine fürchterliche Schweinsarbeit.
Der Andi und der Mirko schuften wie die Grubenpferde für Euch
und eigentlich dürften sie, bei dem was der Staat ihnen hierzuland abknöpft, kein Eisen anrühren, was sich unter 10Euro im Gramm verkauft oder müßten eben deutlich mehr nehmen als die Konkurrenz.
Daher hoch die Tassen auf die Helden der Arbeit!   :prostbier:
Krölps.

Nuju, leider können wir eher Steinorientierte auch nicht die Füße hochlegen,
all die Exoten, das Seltenste vom Seltenen, die Planetaren und nahezu einzigartigen in dieser Brandbreite permanent heranschaffen zu müssen,
ebenfalls feinst zu präparieren,
ist auch nicht gerade ein Zuckerschlecken.

Daher Erweiterung des Trunkspruchs: Ein Hoch auf alle Meteoritenleute!

Weitermachen.

oh... Danke.
Ja,absolut 100% Übereinstimmung mit Deiner Meinung !! :super:
....kommt ja schließlich auch nicht so oft vor... :einaugeblinzel:

Viele Grüße Mirko :prostbier:  :prostbier: :prostbier: :prostbier: :prostbier:

Offline Mettmann

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #141 am: November 08, 2008, 14:28:20 nachm. »
????

Leider ist das Tagebuch, das das Eisen geführt hat, noch nicht gefunden worden.

Ich sage: An den Regmaglyptenseiten kann nicht nennenswert etwas abgetragen worden sein, sonst wär der feine und stets dünne rekristallisierte Rand weg.
Das ist doch ganz einfach, nicht?

Was gibts denn da so groß nicht zu verstehen?

Guxx, so ein Campo, ein Nantan, ein Chinga, ein Brenham, ein Muoniona usw. usf. da ist alles was mal feinteilig war, ratzeputz furt, abgetragen.
So einen Gibeon im Felde sucht man, indem man nach abgebröckelten Oxidkrusten im Felde schaut und dann gräbt man darunter und hofft, daß da noch ein Eisen im Boden steckt.

Bei dem Eisen nun, da hast die ganze Pracht an manchen Seiten noch dran.

Der Bergbauer in der Höhenstrahlung verschrumpelt mit 40 daß er aussieht wie der Trenker Luis mit 80.
Der Sachbearbeiter im Büro, schaut mit 40 gern mal noch wie 35 aus.
Das ist mein Frischebegriff.

Daher heiße ich das Eisen gut erhalten.
Das hat doch mit dem absoluten Alter nix zu tun.

Wär das Ding an seinem Falltag in Brandenburg runtergeplumpst, ja dann hätts auch keene Regmaglypten mehr.
Und dass die Grüblein durch Ausbruch und Herauswitterung der Silikate entstanden, das siehst Du doch an den Photos in dem Thread hier, daß das nicht der Fall war. Da hast doch da, wo die Silikate bis an den Rand gehen, links und rechts davon im Eisen den rekristallisierten Saum.

Und dass es Regmaglypte sind, ich bitt sie, das erklärt sich doch von selbst, wenn de da den ehemals heißen Rand noch siehst.
Oder meinst die Dinger wären spitzig und zackig wie die Igel gefallen?

Zitat
Das war Mark´s anfängliche Ansicht.
Ja, und drum hab ichs ja nochmal erklärt.
Sische is sische.


Zitat
Eisen Regmaglypten bis 1cm Tiefe einfach so wegwittern??

Dat geht schon, Mutter Natur ist fleißig.
Ist doch auch nicht ohne Beispiel,
was weiß ich, nimm z.B. den Guanaco her.
Da hast praktisch dasselbe, ordentlich Schwund bei der Bodenseite und bei Vollscheiben den rekristallisierten Rand nur da, wos in dem Bild dunkelbraun ist.....
http://www.encyclopedia-of-meteorites.com/test/guanaco_meteorites_cl.jpg

Zitat
der schönen Seite und der Verwitterten Seite keine Stufe von 1cm zu finden ist??

Och gips schon auch, siehe die "Koralle" die wir hier vorgestellt hatten.

Aber vielleicht mißversteh ich Dich.
Ich kapier ehrlich gesagt nicht, wie Du das genau meinst, daß die verhutzelte Oberfläche (mit dem reheated rim), enstanden sein könnt. Vielleicht für mich in kürzeren Sätzen.....

 :prostbier:
Mettman







"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

Offline MarkV

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #142 am: November 08, 2008, 14:32:07 nachm. »
Das war Mark´s anfängliche Ansicht.
Welche Seite im Boden steckte ist doch wohl absolut klar.
Da muß man sich nicht das 15 kg Teil als Beispiel ranziehen!
Obwohl man damit natürlich die letzten Zweifler überzeugt.

Hallo Mirko,
ja, da habe ich mir geirrt. Es war für mich zunächst schwer vorstellbar, dass der Erdboden die ersten paar tausend Jahre das Eisen gut konserviert, aber sobald soviel Erde abgetragen ist, dass ein Stück vom Eisen in die Luft ragt, der Erdboden plötzlich den den Meteoriten stark angreift. Aber das hat wohl damit zu tun, dass oberflächennah mehr Sauerstoff vorhanden ist und mehr Feuchtigkeit. Zusammen mit den wasserlöslichen Mineralstoffen gibts dann chemische Reaktionen, die für das Eisen nicht gut sind. Hinzu kommt nächtliche Auskühlung mit Taubildung und der Tau rinnt den Meteoriten herunter in den Boden.

Grüsse,
Mark


ironmet

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #143 am: November 08, 2008, 20:21:12 nachm. »


Aber vielleicht mißversteh ich Dich.
Ich kapier ehrlich gesagt nicht, wie Du das genau meinst, daß die verhutzelte Oberfläche (mit dem reheated rim), enstanden sein könnt. Vielleicht für mich in kürzeren Sätzen.....

 :prostbier:
Mettman



so,war mal kurz auf der Mineralis Messe in Berlin den Andi besuchen,der dort einsam die Stellung hält.
Jetzt kann es aber weiter gehen.

Martin,ja ich glaube auch wir reden aneinander vorbei!
Ich weis wie rekristallisierte Ränder enstehen!
Nur sage ich ja nur,das ein rekristallisierter Rand kein unbedingter Beweis für eine unheimliche
Frischheit eines Eisens spricht!!!
Siehe mein Morasko.
Der zeigt noch einen rekristallisierten Rand!!
Obwohl da schon der ganze Schlonz runtergeschlagen wurde und das Teil im Elektrolysebad
gereinigt wurde.
Da sieht man keine Regmagypten auf der Aussenseite mehr!
Und das nicht alle Morasko´s so schlecht erhalten sind,und teilweise noch schick aussehen,halte
ich für ein Gerücht!
Diese Meinung kann man mir nur,mit einem Beweisfoto eines top erhaltenen Morasko´s im Fundzustand,nehmen.

Und nochmal extra für Dich.
Das neue NWA Eisen ist wirklich Klasse!
Es ist ein tolles Material und ich freue mich,einige Stücke davon in der Sammlung zu haben.
Nur sehen eben die meisten NWA Eisen meist auch recht gut aus und man kann trotz des guten
Aussehens nicht auf ein frisches Eisen schließen.

Beim Beispiel Guanaco,finde ich nicht,das da am Unterteil Schwund zu sehen ist!!
Nur die untere Seite ist angewittert und oben ist der Schlonz schon wieder "vom Winde verweht" !!
Ansonsten sehe ich da einen feinen,nahtlosen Übergang von Rost zu feiner Oberfläche.
Und deshalb sage ich,auch der Guanaco war schonmal rundum so verwittert,wie die Unterseite!!
Nur die Fläche die dann später aus dem Boden ragte,wurde wieder fein!

Viele Grüße Mirko :prostbier:

Offline MarkV

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #144 am: November 23, 2008, 14:26:10 nachm. »
Hallo,
die Anschnitte vom neuen Eisen zeigen ja so eine wabenartige Struktur. Gehe ich recht in der Annahme, dass dies nicht nur eine Frage des Schnittverlaufes ist, sondern diese Waben wirklich Waben sind und keine Stäbchen? Vielleicht kann mir jemand sagen, wie man diese Waben nennt und woraus sie bestehen, denn die geätzten Scheiben unterscheiden sich ja sehr stark von z.B. Gibeon mit seinem Linienmuster.

Worauf ich hinaus will: Ich denke, dass das hier ( http://www.polandmet.com/gfx_ziz/ziz_1043e.jpg ), was die meisten von euch noch für Regmaglypten halten, herausgewitterte Waben sind, die anschliessend mit Wüstenlack überzogen wurden.

Grüsse,
Mark

Plagioklas

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #145 am: November 23, 2008, 14:37:45 nachm. »
Hallo,
die "Stäbchen" sind eigentlich Plättchen bzw. Schichten.
Gruß
plagioklas

Offline JaH073

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #146 am: November 23, 2008, 14:41:47 nachm. »
Hallo Mark,

auf Grund der Stücke des neuen Eisens, die ich in persönlich in der Hand hatte, bin ich der Meinung, daß es sich bei dem neuen NWA Eisen um Bruchstücke handelt welche vom Zerbersten her rühren könnten als der Meteoroid auf die Atmosphäre gedonnert ist, oder sich während des Fluges durch die Atmosphäre zerlegt hat.
Das was du als Waben deutest, sind die Reste der Bruchflächen die mehr oder weniger noch während des Fluges angeschmolzen wurden, oder wie bereits erwähnt von Wind und Sand nachbearbeitet worden sind.
Viele Stücke zeigen ja eine perfekte Vorderseite ähnlich den Sikhotes und eine solche ausgeprägte Rückseite wie auf dem Foto von Polandmet.

Ich denke daß die Bezeichnung Waben ganz gut hinkommen könnte, denn um sog. Stäbchen welche in einer Linie durch das ganze Stück gehen handelt es sich nicht.

Mirko, kannst du dieses an Hand von deinen geschnittenen Stücken bestätigen ?
Wäre das so mit den Stäbchen, dann hättest du ja ein ähnlich passendes Muster in einem Folgeschnitt erkennen müssen.

Gruß

Hanno
Es tut mir leid wenn ich deine Erwartungen nicht erfülle, aber meine sind mir wichtiger.

Offline MarkV

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #147 am: November 24, 2008, 22:38:57 nachm. »
Das was du als Waben deutest, sind die Reste der Bruchflächen die mehr oder weniger noch während des Fluges angeschmolzen wurden, oder wie bereits erwähnt von Wind und Sand nachbearbeitet worden sind.

Hallo Hanno,
sehr gute Erklärung! Das leuchtet mir mehr ein als der "Rostfrass" als Erklärung, denn bei der Rostfrass-Erklärung müsste eine Seite des Meteoriten viel stärker verwittert sein als der Rest. Die anderen Flächen zeigen ja durchaus noch echte Regmaglypten und dass das Eisen recht gut erhalten ist, haben ja schon die Bilder von dem "reheated rim" gezeigt.

Wir können ja alle unsere Stücke mit Bruchfläche nach Ensisheim mitbringen und dort wieder zum Ursprungsmeteoriten zusammensetzen  :einaugeblinzel: (bei Ziz hat man solche Stücke übrigens wirklich gefunden, die zusammenpassten)

Ich habe jetzt noch ein wenig im Norton über Eisenmeteorite gelesen und auch im Web diverse Seiten angeschaut. Mir scheint dieses Eisen von der Strukturklasse her ein sogenannter "coarse octahedrite", also ein grober Oktaedrit zu sein. Die "Waben" sind eigentlich Bänder und bestehen aus Kamacit, die Zwischenräume zwischen den Bändern aus Taenit und auf einigen Kamacit-Flächen sind Neumann-Linien zu sehen, die auf ein Schockereignis hinweisen. Die Breite der Kamazitbänder ist deutlich über 1.3mm, aber kleiner als z.B. bei Sikhote-Alin. Daher müsste es sich um einen groben Oktaedrit handeln. Zudem ist das Eisen sehr silikatreich.

Ich habe im Web noch nach Bruchflächen von frischen Eisen mit ähnlichen Eigenschaften gesucht, aber bisher nichts gefunden. Eine gewisse Ähnlichkeit hat z.B. dieses Eisen hier:
http://www.marshall.edu/mbic/example/exProjtwelve.html

Grüsse,
Mark





Offline MetGold

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #148 am: November 24, 2008, 23:24:26 nachm. »
Hallo,

ich habe hier was, das scheint einen relativ frischen Bruch zu haben. Ein Stück scheint dort rausgerissen zu sein. Die rotbraunen Pünktchen sind Sand. Für stärkere Vergrößerung müßte ich erst mein Mikroskop in Stellung bringen.

Sieht sicherlich anders aus als ihr sucht, oder?


 :winken:   MetGold   :alter:
Ein ereignisreicher Tag ist mehr als namenlose Jahre - (Spruch aus einem chinesischen Kalender)

Offline MarkV

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #149 am: November 25, 2008, 00:04:44 vorm. »
Hallo Metgold,
ist dein Bild auch vom neuen Eisen?

Ich meine diese wabenartige Struktur von dem Polandmet-Stück. Bei meinem Stück ist das auch zu sehen, nur ist bei mir nicht die ganze Seite mit Wüstenpatina überzogen, sondern nur das obere Viertel:

http://www.parhelia.de/mets/vr/newnwairon/newnwairon.html

Der untere Teil war noch vom Sand bedeckt und ist noch etwas rostig.

Grüsse,
Mark

 

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