Autor Thema: Ziz vs. neues NWA-Eisen  (Gelesen 36568 mal)

ironmet

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #150 am: November 25, 2008, 00:11:04 vorm. »
Hallo Leute,

jetzt kann ich irgendwie nicht mehr folgen! :gruebel:
Was meint ihr jetzt und welche Waben?
Wo sind die Waben zu sehen?

Viele Grüße Mirko :gruebel:

Offline MarkV

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #151 am: November 25, 2008, 00:24:08 vorm. »
Hallo Mirko,
ich meinte ursprünglich die wabenartige Anordnung vom Kamazit in der geätzte Scheibe im Posting von Mettmann. Hanno und ich meinen, dass diese Kristallstruktur auch an der Aussenseite des Eisens zu sehen ist und zwar dort, wo sich Bruchflächen finden (z.B. Polandmet Stück). 

Grüsse,
Mark

wannkommtdernächste

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #152 am: November 25, 2008, 00:40:14 vorm. »

Was sich an den Oberflächen des neuen Wüsteneisens - wenn man so will: wabenförmig- abzeichnet, das dürften wohl eher die Silikatinklusionen sein, nicht wahr?

ironmet

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #153 am: November 25, 2008, 00:47:44 vorm. »
Hallo Mark,

also ich hoffe jetzt,Dich richtig verstanden zu haben.
Also das die Aussenseite deswegen so hutzelig ist,weil da die einzelnen Kristalle
rausgeschmolzen sein sollen,glaub ich ehrlich gesagt nicht.
Was sollte die eine "Wabe" stabiler gegenüber einer anderen machen?
Wenn die eine schmilzt,schmilzt die darunter auch!
Schau Dir mal an dem Foto vom Mettmann (Pilski-Scheibe) die obere Spitze an,die
aus Metall ist,rechts vom Silikat.
Da kannst Du auch an der Aussenseite halbe "Waben" sehen,die auch zum Aussenrand zeigen.
Also selbst die halbe Wabe ist da nicht rausgebrochen.
Zumal ich eh nicht glaube,das man es daran festmachen sollte!
So ein Eisen zerlegt sich in der Luft ja nicht ganz so schnell,wie ein Steinmeteorit!
Der Nachteil,was unser Eisen hier schneller zereißen lässt,ist der hohe Silikatanteil.
Das ist nicht so stabil wie das Eisen.
Trotzdessen,wenn sich so ein Eisen zerlegen sollte,wird es auch wieder,spätestens nach der Plasmaphase,
verschmolzen,geglättet und flowlines ausbilden.
Ich glaube nicht,das man das jetzt noch,nach schon erfolgter Verwitterung und wieder Veredelung
durch den Wind sagen kann.
Was aber interessant ist,das man die Kristallgrenzen von aussen sehr gut erkennen kann.
Und das ganz besonders an den Seiten,wo der Wind und Sand ganze Arbeit geleistet hat.
Schauen wir mal auf ein Foto vom Haschr.
Das 6. Foto von oben.
Schaut mal genau hin,diese feinen schwarzen Linien zeigen die Kristallgrenzen.


http://www.niger-meteorite-recon.de/de/meteoriten_verkauf.htm

Was ich immernoch suche,ist ein Foto eines frischen(am besten frisch gefallenem) silikatreichen
Eisens!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Vielleicht sieht ja selbst ein frisch gefallenes Eisen diesem hier ähnlich!
Wir haben ja wahrscheinlich nur das Problem,das Stück nicht einschätzen zu können,weil wir nix zum vergleichen
haben!!!!!!!!!!!!
Haben ja quasi nur Sikhote Alin!
Und der ist nichtmal silikatreich!!

Also ich denke,von solchen Stücken,wie unserem neuen NWA Eisen kann man noch viel lernen!!

Viele Grüße Mirko

ironmet

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #154 am: November 25, 2008, 00:57:03 vorm. »

Was sich an den Oberflächen des neuen Wüsteneisens - wenn man so will: wabenförmig- abzeichnet, das dürften wohl eher die Silikatinklusionen sein, nicht wahr?


Hallo Matthias,

teilweise ja.
Nur beim Polandmet-Stück glaub ich es nicht.
Das könnten tatsächlich noch Regmaglypten sein,zwar nicht im Ursprung,das wie gesagt schon verwittert
gewesen und vom Wind wieder gereinigt.
Aber so viele,dazu noch ziemlich gleich große Silikateinschlüsse hat das Eisen nicht.
Silikateinschlüsse haben ja auch auf der Aussenfläche eine absolut andere Oberfläche als das
Eisen.
Das lässt sich schon super bestimmen,ausmachen und vergleichen.

Viele Grüße Mirko

wannkommtdernächste

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #155 am: November 25, 2008, 01:22:31 vorm. »

Was sich an den Oberflächen des neuen Wüsteneisens - wenn man so will: wabenförmig- abzeichnet, das dürften wohl eher die Silikatinklusionen sein, nicht wahr?


Hallo Matthias,

teilweise ja.
Nur beim Polandmet-Stück glaub ich es nicht.
Das könnten tatsächlich noch Regmaglypten sein,zwar nicht im Ursprung,das wie gesagt schon verwittert
gewesen und vom Wind wieder gereinigt.
Aber so viele,dazu noch ziemlich gleich große Silikateinschlüsse hat das Eisen nicht.
Silikateinschlüsse haben ja auch auf der Aussenfläche eine absolut andere Oberfläche als das
Eisen.
Das lässt sich schon super bestimmen,ausmachen und vergleichen.

Viele Grüße Mirko
Von welchem Polandmet-Stück ist eigentlich genau die Rede, Mirko. Eines von den dreien, die Marcin auf seiner Website zeigt? http://www.polandmet.com/_ziz.htm (Er scheint übrigens, wenn ich das recht sehe, sein Abrücken von Ziz zurückgenommen zu haben - finde darauf keinen Hinweis mehr).



Offline MarkV

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #156 am: November 25, 2008, 10:33:03 vorm. »
Von welchem Polandmet-Stück ist eigentlich genau die Rede,

Mir geht es seit dem Beginn dieses Threads eigentlich nur um diese eine Seite dieses Polandmet-Stückes:
http://www.polandmet.com/gfx_ziz/ziz_1043e.jpg

Ich habe so feingliedrige Regmaglypten nämlich noch nie gesehen. Daher glaube ich, dass es keine Regmaglypten sind. Vielleicht  ist der Vergleich zu einer "Krausen Glucke" besser als mit "Waben".  Diese Art der "Regmagypten" findet sich auch immer nur auf einer Seite von den neuen Eisen, nicht an allen Seiten. Die anderen Seiten haben normale Regmaglypten. Daher denke ich nicht, dass dieses Muster dadurch entstanden ist, dass beim Flug das Silikat schneller abgetragen wurde und dann diese Struktur vom Eisen übrig bleibt. Es müsste ja sonst an allen Seiten so aussehen. Eine Bruchfläche finde ich bisher noch am wahrscheinlichsten als Erklärung.

Grüsse,
Mark


ironmet

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #157 am: November 25, 2008, 12:05:57 nachm. »
Hallo Mark,

ok,dann schmeiße ich hier mal noch zwei Behauptungen zum Nachdenken ein!

1. Ich kann mir nicht vorstellen,das alle Stücke auf einer Seite eine solche "Bruchfläche" zeigen können!
    Wo sind dann die Mittelstücke von dem ganzen,großen Stück.

2. Die Berge und Täler der zerupften Seite ist keine Bruchfläche nach den "Waben"!!!
    Weil die "Waben" einer geätzten Fläche viel kleiner sind,als die Berge und Täler auf dem "PolandmetStück" !!

Viele Grüße Mirko :prostbier:

Offline lithoraptor

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #158 am: November 25, 2008, 13:11:19 nachm. »
Moin!

Ich hatte bisher noch nicht das Vergnügen eines dieser Eisen persönlich in Augenschein zu nehmen (evtl. kann dat ja jemand auf der Börse in HH ändern, Dirk ???), aber einige grundsätzliche Überlegungen zu der Ausformung der entsprechenden Oberflächencharakteristika hätte ich:

Das kristalline Gefüge bzw. die unterschiedlichen Komponenten in einem Material haben IMMER einen Einfluss auf die Ablation bei der Durchquerung der Atmosphäre und auch bei allen terrestrischen Prozessen der Verwitterung, sei es nun Lösung oder Windschliff.
Ein Kristall (und so treten die meisten Minerale ja in den Mets auf, von amorphen mal abgesehen) ist definitionsgemäß ein anisotroper Körper. Das bedeutet doch, dass er richtungsabhängig unterschiedliche chemische und physikalische Eigenschaften hat (und seien die Unterschiede noch so klein). Demnach sollte das Aufschmelzen der Kristalle je nach Seite sehr unterschiedlich ablaufen, ODER? Wenn wir von einem Oktaedriten ausgehen (und das machen wir hier ja wohl) dann bedeutet das doch, dass die Prozesse der Abschmelzung auf allen Seiten des Meteoriten unterschiedlich ablaufen können. Wenn man dies mit dem Vorhandensein von silikatischen Komponenten und einer Fragmentation im Flug kombiniert, dann erhält man bereits vor dem Aufschlag auf der ganz unterschiedlich geformte Ausgangsstücke...

Leider wissen wir ja NIX über die Größe des Streufeldes, aber man kann wohl davon ausgehen, dass die chemischen und physikalischen Bedingungen überall etwas unterschiedlich sind (denkt doch mal an die 869er). Auf diese Weise kommt es dann zur Ausbildung gaaaanz unterschiedlicher Oberflächen.
Ich würde mal denken, dass unterschiedliche Prozesse in Kombination zu ganz ähnlichen Ergebnissen führen können. Daher sehen sich die Stücke evtl. ähnlich ohne es wirklich zu sein. Hoffe ihr versteht meinen Gedankengang...

In der Quintessenz soll das bedeuten, dass jedes Stück für sich betrachtet werden muss und man nicht alles in einen Topf werfen darf. Klären wird man die Problematik, wenn überhaupt, wohl nur mit mikroskopischen und chemischen Untersuchungen; auf keinen Fall mit bloßem "Draufkucken".

Gruß

Ingo

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #159 am: November 25, 2008, 14:08:47 nachm. »
Hallo,

habe über 3 Ecken noch ein Stück ergattern können. Es ist allerdings nicht sehr groß, kommt mir aber vor, als ob es orientiert geflogen wäre. Vorderseite relativ glatt, Rückseite Regmaglypte oder doch eher Abschmelzkanten. Was meint ihr?
"Aerodynamik" oder so, ist nicht so mein Ding  :dizzy:


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ironmet

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #160 am: November 25, 2008, 14:15:42 nachm. »
Hallo Peter,

hm,schwer zu sagen,wenn man das Stück nicht selbst in der Hand hat.
Ich würde aber denken,das es nicht orientiert ist.
Bei dem ersten Foto auf etwa 11 Uhr ist eine Schmelzlippe zu sehen,die,
wenn das Stück orientiert wäre,nicht dort zu sehen sein dürfte.

...würde ich jetzt mal so sagen.

Aber schönes Stück!!!

Viele Grüße Mirko

ironmet

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #161 am: November 25, 2008, 14:18:21 nachm. »


In der Quintessenz soll das bedeuten, dass jedes Stück für sich betrachtet werden muss und man nicht alles in einen Topf werfen darf.

Gruß

Ingo

Hallo Ingo,

ja,so sehe ich das auch.
Viel zu unterschiedlich sind die Erscheinungsbilder der einzelnen Stücke.
Jeder kann sich nur anhand seines Stücks ein Urteil bilden,was dazu führt,
das es so viele verschiedene Meinungen dazu gibt.

Viele Grüße Mirko :prostbier:

Offline MetGold

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #162 am: November 25, 2008, 14:19:22 nachm. »
Hallo Mirko,

danke, das macht mich nicht sonderlich traurig, aber kann mir nur die differenzierte Oberflächengestalt zwischen Vorder- und Rückseite sonst schlecht erklären.

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ironmet

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #163 am: November 25, 2008, 14:25:40 nachm. »
Hallo Peter,

wie sieht denn das Stück an der Seite aus??
Also übergang zwischen Vorderseite und Rückseite??
Kann man da eine deutlichen Übergang von schwarz zu braun erkennen.
Ich würde sagen,soweit ich das auf dem Foto sehen kann,das die Seite
mit den Ragmaglypten braun ist und die andere Seite mehr schwarz??

Viele Grüße Mirko

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #164 am: November 25, 2008, 15:49:38 nachm. »
Hallo Mirko,

bin jetzt erst dazu gekommen, da aber draußen kein Büchsenlicht mehr ist mußte ich Neons nehmen - also eine andere Farbtemperatur ...


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