Autor Thema: Ziz vs. neues NWA-Eisen  (Gelesen 37350 mal)

Offline Mettmann

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #15 am: September 14, 2008, 15:52:39 nachm. »
Sie Schlawiner, da ist ja gar kein Maßstabswürfel im Bild...
"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

ironmet

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #16 am: September 14, 2008, 16:00:45 nachm. »
...........dat is ja auch Absicht ... :baetsch:

Offline Dirk

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #17 am: September 14, 2008, 16:13:46 nachm. »
 :winke:

au-weia - die sehen wirklich alle verdammt ähnlich aus  :gruebel: erster Eindruck: alles "das neue Eisen". Wenn ein Ziz dabei sein sollte, dann tippe ich auf rechts aussen - frag mich nicht warum  :laughing: .

 :prostbier:
Dirk

ironmet

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #18 am: September 14, 2008, 16:15:22 nachm. »
Hallo Dirk,

interessante Ansicht!!

Weitere Meinungen bitte?

Mirko :prostbier:

ironmet

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #19 am: September 14, 2008, 16:19:47 nachm. »
kleine Zwischenfrage am Rande...

aber nicht dabei das Bilder-Rätsel vergessen!! :ehefrau:

Da ja Ziz und das "neue Eisen" ähnlich von der Verwitterung sind,was denkt Ihr,
wie lange liegt das schon.
Von frisch kann ja keine Rede mehr sein,ist ja Sandgeblasen und eben nur recht stabil!
Wieviele tausend Jahre ist der Fall her?

Gruß Mirko :prostbier:

Offline Dirk

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #20 am: September 14, 2008, 16:50:37 nachm. »
Hallo Mirko,

das ist eine wirklich interessante Frage  :super: . Generell halten sich ja die Eisen viel länger als die Steinmets. Deswegen fand man ja im Verhältnis zu den Steinen recht viel Eisenmeteoriten. Erst der Vergleich mit der Fallstatistik zeigt, das nur 4-5% (?) der Fälle tatsächlich Eisenmets sind, der Rest besteht aus Steinen.

Und die NWA-Steinmets können ja auch ziemlich lange in der Wüste rumliegen, bis sie jenseits von W6 völlig "terrestrisiert" werden. Ich glaube, für Steinmets aus der NWA-Wüste waren schon terrestrische Alter von bis zu 50.000 Jahren ermittelt worden (stimmt das?) - wenn ich mich an alte Beiträge aus dem Forum zurück erinnere. Eisenmeteoriten müssten also in der NWA-Wüste deutlich länger halten. Deswegen ist das ziemlich schwer zu schätzen. Ich sage jetzt einfach mal, das neue Eisen ist 100.000 Jahre alt  :laughing: .

Gehört die Bestimmung des terrestrischen Alters eigentlich zu den Standarduntersuchungen bei der Klassifizierung von Meteoriten?

 :user:
Dirk



Offline Dirk

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #21 am: September 14, 2008, 17:24:01 nachm. »
Habe etwas gegoogelt und einen Text von Christian Overhaus gefunden (2002): "Der Meteorit von Ramsdorf". Hier gibt es auch einen Abschnitt über terrestrische Alter von Meteoriten:

http://home.vrweb.de/~overhaus/MeteoritRamsdorf.pdf

Habe den Abschnitt einmal heraus kopiert:

"Das irdische Alter der Meteorite
Laut Definition ist ein Gesteinsbrocken oder eine Eisenmasse erst ein Meteorit, wenn er auf die
Erdoberfläche gelangt. Möchte man das Alter eines Meteoriten bestimmen, so sollte man eigentlich
die Zeit bestimmen, die der Stein oder das Eisen auf der Erde verbracht hat . Wie der vorgehende
Text aber schon zeigt, ist das irdische Alter nur eine Phase der Geschichte des Steins.
Die einfachste Variante ist der beobachtete Fall eines Meteoriten. Der Ramsdorfer Meteorit gibt uns
keine Rätsel auf. Sein irdisches Alter entspricht der Zeit, die seit dem 26.7.1958 vergangen ist.
Die Bestimmung des irdischen Alters bei Meteoritenfunden ist da schon aufwendiger. Hier spielen die
radioaktiven Elemente mal wieder eine große Rolle. Der Meteorit hat während seines
Weltraumaufenthalts radioaktive Elemente gebildet oder aufgenommen. Die Bestrahlung des Stein mit
den Teilchen des Sonnenwinds und der Beschuss mit kosmischer Strahlung führt zu einer bestimmten
Sättigung an einigen wichtigen Elementen , wie 39 Ar (Halbwertszeit 270 Jahre), 36Cl (Halbwertszeit
300000 Jahre) und 14C (Halbwertszeit 5700 Jahr). Die Bestrahlung findet ein Ende sobald sich der
Stein im Schutze der Erdatmosphäre aufhält. Die radioaktiven Atome zerfallen mit der Zeit. Der Gehalt
an radioaktiven Elementen gibt Hinweise auf das terristische Alter des Meteorits.
Der Grad der Verwitterung kann auch noch als Indiz für das Alter des Gesteins genutzt werden.
Besonders Steinmeteorite erliegen der Verwitterung und sind nach wenigen Jahren kaum mehr von
irdischen Gestein zu unterscheiden.

Tabelle 8: terristisches Alter von Meteorite:


Meteorit Klasse Terristisches Alter

Plainview     Chondrite        2000 Jahre
Eunice         Chondrite        8000 Jahre
Potter         Chondrite        20000 Jahre
Brunflo *      Chondrite        460 Mio Jahre
Henbury       Eisenmeteorit   7000 Jahre
Odessa        Eisenmeteorit   11000 Jahre
Tamarugal    Eisenmeteorit   1,5 Mio Jahre

Manchmal findet man in geologischen Gesteinsschichten Bruchstücke von Meteoriten . Im Jahre 1952
fand man in den alten Gesteinsplatten des Rödberget-Steinbruchs in Schweden einen
eingeschlossenen Meteoriten (Brunflo siehe Tabelle 8). Das Alter des Meteoriten entspricht dem Alter
der geologischen Formation. Es ist ein Glücksfall, wenn man nach so langer Zeit einen Meteoriten
noch identifizieren kann. In vielen Gesteinschichten findet man Mikrometeorite, kosmischer Staub, der
Tonnenweise im Laufe des Jahres auf uns niederfällt. Man schätzt, daß im Laufe eines Jahres ca
10000 t meteoritischer Staub auf die Erde rieselt. So wird jeder Mensch täglich mit außerirdischem
Material in Kontakt treten. Jedoch richtige Meteorite von mehreren Gramm Gewicht sind sehr selten."

 :prostbier:
Dirk

Offline Mettmann

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #22 am: September 14, 2008, 17:51:31 nachm. »
Anmerkung - ein Umstand, warum man nur so wenige Eisen in der Sahara und dem Oman findet,
kann sein, daß sie als Rohstoffquellen genutzt worden sind.
Bulletin sagt ja 5000 NWA-Nummern und nur 9 Eisen - wobei das Verhältnis noch wesentlich geringer ausfallen dürfte, daja die gewöhnlichen Chondrite, die das Gros aller Funde ausmachen, kaum erfaßt, da mangels Wirtschaftlichkeit nicht in Klassifikation gegeben werden.
Oman 2500 Nummern, aber nur ein Eisen.

In Australien, wo die Ureinwohner es nicht bis zur Eisenverarbeitung geschafft hatten,
sieht das Verhältnis so aus: 651 Meteorite, davon 78 Eisen.

Terrestrische Alter gehört nicht zur Klassifizierung.
In den Wüsten müßt das meiste so im Schnitt seine 30.000 Jahre auf dem Buckel haben.
Bisserl googeln, sollten genügend Papers auffindbar sein.

Martin

"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

ironmet

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #23 am: September 14, 2008, 18:01:33 nachm. »
Dirk und Martin,

danke für die Anmerkungen.

Und ? ..ne Meinung zu dem Foto mit den 3 Eisen?

Hier ist es nochmal!!

Was ist was?

Gruß Mirko :prostbier:

Offline MarkV

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #24 am: September 14, 2008, 18:24:37 nachm. »
Hallo,
wenn es um Liegezeiten von Eisenmets in der Wüste geht, dann stellt sich für mich auch die Frage der Fragen:

Mit wie viel Eisen ist aus der Wüste noch zu rechnen?

Es heisst ja immer, in der Wüste gibt es kaum Eisenmeteorite, weil die alle von unseren Vorfahren aufgesammelt wurden und das Eisen als Werkzeug benutzt wurde. Das mag für einzelne kleine Eisenstücke gelten, aber ich glaube, dass der Hauptgrund, warum man in der Wüste bisher wenig Eisen gefunden hat,  ist, dass die Eisenmets viel tiefer in den Boden eindringen als Steinmets. Der komplette Fall verschwindet 1-2m und tiefer im Boden. Das kann kein Frühzeit-Mensch ohne Metalldetektor finden.

Ausserdem dauert es viel länger bis diese tiefen Schichten durch Erosion freigelegt werden. Der Erosionsprozess hat ja erst vor ca. 5000 Jahren wieder eingesetzt. Davor war die Wüste lange Zeit recht grün.

Man sieht ja bei dem neuen Eisen gut, dass es einseitig sehr stark verwittert ist. Das ist der Bereich, der aus dem Sand herausgeschaut hat. Der Teil im Sand  ist noch nahezu unversehrt. Wenn man mal "die Koralle" von Mettmann nimmt, die ist bei 1.6kg bestimmt beim Fall komplett im Boden verschwunden, sagen wir 50cm. Im Laufe der Jahrhunderte wird dann der Sand darüber langsam durch Erosion abgetragen. Sobald ein Stück des Eisens aus dem Sand herausschaut, setzt der Windschliff ein und die Oberfläche verwittert. Es wäre übrigens auch klimageschichtlich ganz interessant, solche Stücke näher zu untersuchen. Nur in Gegenden mit starker Erosion werden diese tiefen Schichten freigelegt. Wo starke Erosion ist, da werden die freigelegten Eisenmeteorite allerdings auch stark gesandstrahlt und verwittern schnell. Vielleicht findet man daher nur wenig.

Dann gibt es noch Gegenden in der Wüste, in denen eine Autospur auch nach 40 Jahren noch sichtbar ist. Da gibt es kaum Bodenerosion. Die Meteoritenkonzentration in der Gegend ist rein durch die geringe Verwitterung entstanden. Es fällt mehr neu herunter als es verwittern kann. Hier liegen die Eisen alle noch tief im Boden, daher findet man auch dort nichts. Grössere Eisenfälle erzeugen allerdings auffällige Krater. In dieser Gegend müssten sich die Meteoritenkrater noch sehr gut erhalten haben. Mit besseren Satbildern oder Luftbildaufnahmen sollte man in den nächsten Jahren in der Lage sein,  Meteoritenkrater von 1-5m Durchmesser zu finden und so die Masseneisenfälle in der Wüste aufspüren können. Ich rechne dann nochmal mit einer neuen Flut von bestens erhaltenen NWA-Eisen.

Grüsse,
Mark




ironmet

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #25 am: September 14, 2008, 18:35:44 nachm. »
Hallo MarkV,

also da bin ich anderer Ansicht.
Ich denke,am Beispiel Koralle,das die Seite mit den vielen Regmaglypten
aus dem Boden herausgeschaut hat.
Der dreckige,rostige Teil hat im Boden gesteckt und ist deshalb verwittert.
Das sieht man ja auch daran,das in tiefen Regmaglypten noch Schmelzkruste
zu finden ist,die aber durch die jahrtausende lange Sandstrahlprozedur quasi im Windschatten
gelegen hat und nicht angegriffen wurde.

Oder hab ich das jetzt falsch verstanden und Du hast es genauso gemeint?

Was sagst Du zum Bild?
Magst da auch einen Tip abgeben?
Oder ist Dirk der einzige mutige hier?

Viele Grüße Mirko :prostbier:

Offline MarkV

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #26 am: September 14, 2008, 18:58:42 nachm. »
Magst da auch einen Tip abgeben?
Ich sag auch, dass der Meteorit ganz rechts Ziz ist.

Der dreckige,rostige Teil hat im Boden gesteckt und ist deshalb verwittert.

Ich denke es ist genau anders herum. Der stärker verwitterte Teil schaute aus dem Boden heraus, der unverwitterte war im Boden vor Besandstrahlung geschützt. Übrigens ein Zeichen dafür, dass all diese neuen Eisen direkt vom Boden aufgesammelt wurden und bisher nicht mit Metalldetektor danach gesucht und gegraben wurde. Von daher hoffe ich noch auf einige unversehrte Stücke aus tieferen Schichten. Mein Ziz ist übrigens ebenfalls von einer Seite verwittert und von der anderen Seite nicht.

Grüsse,
Mark

Offline Andreas Gren

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #27 am: September 14, 2008, 19:13:27 nachm. »
der gummelige Teil steckte im Boden. die Erosion kommt von kapillar aufsteigenden Grundwässern die den Met Nachts von unten schön befeuchten. Der Teil der rausguckte dürfte höchstens seit ein paar Jahrzehnten frei liegen, sonst hätten die durch Wind herumfliegenden Sandkörner schon bis zum Gefüge runter geschliffen. Die feineren , leichteren Sande bewegen sich ja mit der Zeit , drum wird dann eine Stelle frei geweht , wo plötzlich Mets gefunden werden. beim Lüby Glas ists ja genau so, wenn ne Düne wegwandert, dann liegen plötzlich die ganzen Fundhorizonte wieder frei.

Andi
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Offline Andreas Gren

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #28 am: September 14, 2008, 19:16:01 nachm. »
@Mirko

bevor Du mich löcherst,
ist der in der Mitte, der schimmert bläulich !??
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Offline Mettmann

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Re: Ziz vs. neues NWA-Eisen
« Antwort #29 am: September 14, 2008, 19:33:39 nachm. »
Is aber auch teiflisch schwer,
wenn mans nicht drehn und wenden kann und ohne Anhaltspunkt für die Größen.
Ich glaub fast, das sind alles diesselben.
Hmm, hmmm, alles die Neuen.

obwooohl...  der rechts auf dem Bild hat ein paar rauhe Stellen, die bisserl ältlicher wirken,
und der Linke in der Mitten in den Regmas - und am rechten Rand, was kaum mehr sieht, scheint er mir so hutzlig.

Dieweil der in der Mitten rundrum frisch ausschaut, und auch diesen matten Belag in den Regmiiis....

Nun blamier ich mich mal und sag: Mitte ist Zizerich,
links und rechts Neueisen.

"Grawutzi - Kapuzi" (Pezi "Bär" Petz *1949-1995)

 

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