Autor Thema: Das Sternberger Gestein (Sternberger Kuchen) Oberoligozän  (Gelesen 4903 mal)

Offline lithoraptor

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Das Sternberger Gestein (Sternberger Kuchen) Oberoligozän
« am: September 26, 2008, 22:30:33 Nachmittag »
Hallo Sammlers!

Das Sternberger Gestein (auch Sternberger Kuchen genannt) ist ein oberoligozänes (Chatt A und B) Lokalgeschiebe aus dem Mecklenburger-Raum, welches besonders durch seine reiche Mollusken-Fauna bekannt ist. Es kommt in stark angewitterten (teils völlig bröckeligen) und nahe zu unverwitterten (sehr harten) Stücken vor. Viele Sammler sind besonders an den seltener in ihm vorkommenden Haizähnen und Seeigeln interessiert.

Vor einigen Jahren (damals noch Schüler) unternahm ich mit meinem Kumpel Bernd mal wieder eine sehr schöne und erfolgreiche Sammeltour in das entsprechende Gebiet und kehrte mit vielen sehr schönen Stücken zurück. Das Material wurde sogleich in einer Plastikwanne grob gereinigt und vorsortiert.
Die sehr harten Stücke ohne Besonderheiten kamen in die "Prügelkiste" (das Material wird, wenn sich genügend angesammelt hat, aufgeschlagen und nach Zähnen etc. durchforstet), der Rest wurde so gut wie möglich abgebürstet und dabei immer wieder betrachtet um Besonderheiten ausmachen zu können (die Sand- und Schlammrückstände werden von uns auch noch Ausgesiebt bzw. geschlämmt um Forams und anderes Klein- und Mikromaterial zu gewinnen). Wie auch immer, eines der "Harten" zeigte zwei runde bräunliche Objekte am Außenrand, die ich nach kurzer Betrachtung als Tonkonkretionen (kommen häufiger vor) identifizierte; auch dieses Stück kam also in die Kiste.  :platt:

Einige Monate später (und viele Sternberger-Erfahrungen reicher) saß ich an einem schönen Ostersonntag nun vor besagter "Prügelkiste" im Garten und fing an, die Stücke zu knacken. Schnell fanden sich die ersten Haizähne, die sofort via Luftdruckstichel gepräpt wurden... dann viel mir plötzlich wieder das Stück mit Tonknollen in die Hände und ich betrachtete es erneut, die sahen schon komisch aus, die Dinger. Ich zückte schnell eine Präp-Nadel und kratze ein wenig daran, "Ach.." dachte ich bei mir "..die sind viel zu weit auseinder um nicht Tonknollen sein zu können..", obwohl sie irgendwie doch anders waren, als die Knollen, die ich bisher so kannte...
Dann zog ich den Hammer zu Rate und schon nach dem ersten Schlag traute ich meinen Augen kaum  :eek: Zum Vorschein war eine große Haizahnwurzel mit sehr breiter Basis gekommen. Ich fing sofort an zu sticheln und das Ding wurde immer länger und länger... Mir begann schon leicht schwindelig zu werden :dizzy: aber der Eifer trieb mich immer weiter und zum Schluß lag das unten abgebildete Exemplar von Isurus desori vor mir. Mit Sicherheit einer der größten Zähne dieser Art aus dem Sternberger Gestein. Da hatte ich es also: das schönste OSTER-EI, was man sich als Sammler so wünschen kann...

Gruß

Ingo

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Re: Das Sternberger Gestein (Sternberger Kuchen) Oberoligozän
« Antwort #1 am: September 27, 2008, 08:18:45 Vormittag »
Hallo Ingo ,

lass mich raten , den könnte man auch als Dolch verwenden , seine 5-6 cm hat der doch bestimmt  :wow:
Konntest du die Art näher bestimmen ?

Bis dann Lutz  :winke:

P.s. habe mal etwas  :google: und Tippe auf Isurus oxyrinchus , hier noch der Link zu meiner Erkenntnis http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Fossilienportrait/Haie/Isurus    :laughing:
Aller Anfang ist schwer !!

Offline lithoraptor

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Re: Das Sternberger Gestein (Sternberger Kuchen) Oberoligozän
« Antwort #2 am: September 27, 2008, 11:45:42 Vormittag »
lass mich raten , den könnte man auch als Dolch verwenden , seine 5-6 cm hat der doch bestimmt  :wow:
Konntest du die Art näher bestimmen ?

Hallo Lutz!

Es handelt sich um einen Unterkieferzahn von Isurus desori (schrieb ich ja bereits  :fluester:), die Haizahnsammler und Sternberger-Profis, die ich kenne sehen das auch so. Zur Größe: Ja, der ist wirklich groß: Länge über alles (einschl. längster Wurzelast) ist ca. 5,5 cm; Zahn (ohne Wurzel) immer noch ca. 3,6 cm.

Hier noch ein Link zu einer wirklich guten Seite:

http://www.sharktoothcollector.at/evolution_weisserhai_desori.htm  :user:

Das kann doch fast ein Zwilling sein oder?

Gruß  :winke:

Ingo

 

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