Autor Thema: Frage zur möglichen Meteoriten Sichtung  (Gelesen 2024 mal)

modsch

  • Gast
Frage zur möglichen Meteoriten Sichtung
« am: Dezember 04, 2008, 23:16:54 Nachmittag »
Hallo erstmal, ich bin Physikstudent und neu hier im Forum :)
Eigentlich ist Astronomie nicht so mein Themengebiet und deswegen muss euch direkt mal mit einer oder zwei Fragen belasten ;)

Ich habe am vor zwei Tagen am 2.12.08 um ca. 19:50 Uhr, während des Autofahrens ein riesiges Objekt am Himmel aus gemacht.
Daten zum Objekt: sichelförmig ( kein Schweif erkennbar), orange rötliche Färbung und starker Hell dunkel Kontrast, wurde teilweise zwischendurch von Wolken bedeckt und hatte einen Durchmesser ( von Sichelende zu Sichelende) von 5/4 des Mondes, wenn er sich am nächsten zur Erde befindet.
Außerdem war es ziemlich lang sichtbar( 2-3 min) , bis es am Horizont hinter einem Hügel verschwand ( vielleicht wurde es auch durch Wolken bedeckt). Ich musste dann rechts abbiegen und konnte es nicht weiter beobachten. Die Geschwindigkeit des Objekts lag bei etwa 110-150 km/h.

Aber ca. eine Stunde später beobachtete ich nochmals den Himmel und konnte diesesmal eine Meteoriten mit deutlichen Schweif und rot glühenden Objekt an der Spitze erkennen.
Dieser war aber deultich schneller unterwegs und kleiner, als das erste Objekt und verglühte auch schon nach 2-4 Sekunden.
Außerdem war die Flugrichtung von beiden Objekten die gleiche.

Da auf der Landstraße mehrere Autos unterwegs waren, hoffte ich ein oder zwei Tage später mal etwas in den örtlichen Nachrichten zu hören. Da ich auch nichts im Internet finden konnte, hoffe ich ihr könnt mir ein paar Informationen zum ersten mir Objekt geben.

Muss ein Meteorit immer ein Schweif besitzen? oder bildet sich dieser erst nach einer gewissen Flubahn innerhalb der Atmosphäre aus?

Außerdem muss ich mich für meine schlechte Beschreibung entschuldigen, ich hoffe ihr könnt etwas damit anfangen.

Achja Objekte wurden zwischen Koblenz und Bonn ( in Andernach Richtung Mendig/Kruft fliegend ) gesichtet.......

Thin Section

  • Gast
Re: Frage zur möglichen Meteoriten Sichtung
« Antwort #1 am: Dezember 04, 2008, 23:38:02 Nachmittag »
Zitat
Außerdem war es ziemlich lang sichtbar( 2-3 min)

Definitiv kein "Meteorit"!

Zitat
einen Meteoriten mit deutlichen Schweif und rot glühenden Objekt an der Spitze erkennen.
Dieser war aber deutlich schneller unterwegs und kleiner, als das erste Objekt und verglühte auch schon nach 2-4 Sekunden.

Auch kein "Meteorit", sondern, wenn überhaupt, eine Sternschnuppe, vielleicht ein Geminide?!

Gruß,

Bernd  x-10

modsch

  • Gast
Re: Frage zur möglichen Meteoriten Sichtung
« Antwort #2 am: Dezember 04, 2008, 23:54:53 Nachmittag »
Hi Bernd, danke für die schnelle Antwort.

zum zweiten Objekt: Ich habe bist jetzt immer nur die als schmale weiße Striche erkennbaren mit "Sternschnuppen" bezeichnet, das hier war dafür schon ziemlich groß. ( Ich hatte es ja ohne Teleskop beobachtet ) Es ist aber echt mal schön sowas zu sehen.


zum ertsen Objekt: Das war schon ein komisches Teil. Ich habe gerade mal mit googlemaps die Route berechnet, schneine mich doch deultich mit der Zeit verschätzt zu haben: das war eine Strecke von 1,2 km bei 70 km/H, also habe ich das Objekt ungefähr 35 Sekunden bis eine 1 Minute lang gesehen...das ändert wahrscheinlich nichts :)


astro112233

  • Gast
Re: Frage zur möglichen Meteoriten Sichtung
« Antwort #3 am: Dezember 05, 2008, 00:10:29 Vormittag »
Hallo Modsch,

ich würde mal tollkühn behaupten, dass es sich bei deiner ersten Sichtung schlicht und ergreifend um den Untergang der zunehmenden Mondsichel handelte.

Monduntergang am 02.12.2008 = 20:29 MEZ - Bezogen auf die Mitte Deutschlands und den mathematischen Horizont. Je nach dem. wo du dich aufgehalten hast, weicht die angegebne Zeit ab. Dazu noch Hügel- oder Bergketten am Horizont, dann passt das schon.

Beim Auf- oder Untergang des Mondes treten die gleichen Effekte auf, wie dies jedem Menschen von der Sonne bekannt ist. Die prachtvolle Rotverfärbung des Gestirns. Der blaue kurzwellige Anteil des sichtbaren Lichtes wird stärker gebrochen und  abgelenkt, als der langwellige rote Anteil. Effekt, unser Auge erreicht nur noch das rote langwellige Licht. 

Gruß Konrad  x-02


     

modsch

  • Gast
Re: Frage zur möglichen Meteoriten Sichtung
« Antwort #4 am: Dezember 05, 2008, 22:36:39 Nachmittag »
Hallo Konrad,

mmh der Mond wäre natürlich durchaus eine Erklärung für die Sichelform und die Farbe. Was für mich dagegen sprach war die Größe, ich werde mir das nochmal angucken. wäre ja ein ziemlicher Witz, wenns tatsächlich der Mond war, scheint aber echt erstmal die vernünftigste Erklärung zu sein. x-01 urg
Aber hätte ich dann nicht den Rest des Mondes leicht leuchten sehen müssen :gruebel: , (obwohl, wenn der gerade am Horizont untergeht wird wohl die sehr stark leuchtende Sichel alles überstrahlen). Die andere große Sternschnuppe hat mich wohl auf die falche Fährte geführt. "Asche über mein Haupt"   :platt:

frohe Weihnachten  x-02

Offline lithoraptor

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Re: Frage zur möglichen Meteoriten Sichtung
« Antwort #5 am: Dezember 07, 2008, 20:26:25 Nachmittag »
Moin modsch,

der Mond wirkt immer deutlich größer, wenn man kein direktes Vergleichsobjekt ("man made") hat. Auf diese Weise entstehen auch die spektakulären Mondbilder in Wüsten etc. ...

Gruß

Ingo

astro112233

  • Gast
Re: Frage zur möglichen Meteoriten Sichtung
« Antwort #6 am: Dezember 07, 2008, 22:00:18 Nachmittag »



Mondgröße
In Horizontnähe spielt der Mond unserem Gehirn einen Streich. Wir sind „Opfer“ einer optischen Täuschung. Das Phänomen der Mondillusion beruht auf dem Emmertschen Gesetz.

Der Mond besitzt am Himmelszelt einen Durchmesser von etwa ½ Grad = 30´ beinahe identisch mit dem Durchmesser der Sonne.

Bei Mondauf- und Untergang „sehen“ wir den Mond als riesige Kugel. Fotografiert der Beobachter zum gleichen Zeitpunkt den Mond, erscheint der Trabant auf dem Foto in der vertrauten Größe. Also so, wie z.B. im Zenit. Ein ausmessen der Fotografie bestätigt die Größe des Durchmessers von den bereits angesprochenen 30´.

Und größer verbindet unser Gehirn zwangsläufig mit näher.

Ein Teufelskreis.  x-01

Befinden sich auf der Sehlinie Auge Mond irgendwelche vertraute Objekte wie Bäume, Häuser o.ä., werden wir getäuscht. Das ist logischerweise nur bei Mondauf- und Untergang der Fall.

Erdlicht
Das aschgraue Erdlicht ist nur an den ersten Tagen vor und nach Neumond sichtbar. Der Beobachter sieht die hell erscheinende Mondsichel und den „Rest“ der nicht von der Sonne angestrahlten Mondkugel als fahle Scheibe. Das Phänomen entsteht, weil ein kleiner Teil des empfangenen Sonnenlichts wieder von der Erde in den Weltraum reflektiert wird. Dieses reflektierte „Erdlicht“ erhellt die unbeleuchteten Anteile des Mondes. Durch Dunstschichten und die herrschende atmosphärische Extinktion in Horizontnähe wird das aschgraue Erdlicht je nach dem stark abgeschwächt und „unsichtbar“.  Dann nimmt der Beobachter nur noch die helle Sichel wahr.   

Monduntergang
Wie angeführt besitzt der Mond einen Durchmesser von 30´´. Bedingt durch die Erdrotation dauert der Mondauf- und Untergang nur etwa 2 Minuten.     

Es war der Mond.  x-08

Link: Mondtäuschung / Emmertsche Gesetz
http://de.wikipedia.org/wiki/Mondt%C3%A4uschung

Viele Grüße sendet Konrad  x-09         

 

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