Autor Thema: Das Loch im Eis  (Gelesen 981 mal)

Lazzarous501

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Das Loch im Eis
« am: Februar 16, 2009, 11:56:37 vorm. »
Hallo alle zusammen,
da mich nach meinem ersten Fund eines unbekannten Steines,obwohl jetzt wohl nicht mehr unbekannt :super:,nun auch das Fieber gepackt hat,möchte ich euch ein kleines Ereignis schildern welches mir sehr suspekt erscheint.
Ich bin Angler,sowie Gewässerwart an einem See.
Da ich jeden Tag dort mehrmals mit meinem Hund spazieren gehe konnte ich folgendes sehen.
Hinzu muß ich sagen,das ich spät abends an meinem Gewässer war,und dann am darauf folgenden Tag früh morgens.Am morgen sah ich dann ein ca. Fußball großes loch in ca 20 m Entfernung auf der ungefähr 12 cm dicken Eisschicht.Meine Fußspuren vom Vortag waren auch noch da,denn es hatte nicht weiter geschneit.Daraus schloß ich,das ich der einzige gewesen sein mußte.Dennoch war dieses Loch auf einmal da.
Da man bei solchen Erzählungen zu 99 % auf "jaja is klar" Kommentare stößt,wollte ich euch nun fragen ob die Wahrscheinlichkeit bestehen könnte das dort etwas aus dem Himmel eingeschlagen sein könnte???
Jeder der in seiner Jugend schoneinmal eine Scheibe eingeworfen hat,kann sich den Einschlag auf dem Eis in etwa so vorstellen.
Mein Schwiegervater meinte es sei vom Flugzeug,da diese wohl ihre Vekalien auf diese Weise entsorgt haben könnten!!!
Gibt es soetwas?
Da ich im Sommer mit einigen Kollegen tauchen werde,habe ich mir die Stelle genaustens markiert(Gewässerkarte)!
Ich bin sehr gespannt was ich dort finden werde,wenn überhaupt,!!!
Werde dann hier berichten ob oder ob nicht.Ich bedanke mich für euer Interesse an meinem Beitrag....
Gruß Michael


Offline MetGold

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Re: Das Loch im Eis
« Antwort #1 am: Februar 16, 2009, 12:21:29 nachm. »
Hallo Michael,

das mit Fäkalien(Eis) aus der Flugzeugtoilette ist leider schon öfters vorgekommen, besonders bei Leuten, die in einer Einflugschneiße wohnen. Irgendwo hier im Forum wurde auch darüber berichtet, weiß jetzt nur nicht gleich wo.


 :winken:   MetGold
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Offline Haschr Aswad

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Re: Das Loch im Eis
« Antwort #2 am: Februar 16, 2009, 12:37:35 nachm. »
zitiert aus Innovations-report.de:

"Mysteriöse Löcher im Eis - es gibt eine natürliche Erklärung

23.01.2009
Auf zugefrorenen Seen unserer Region ist derzeit ein seltenes Phänomen zu beobachten: rätselhafte Löcher im ufernahen Eis. Spekulationen über die Ursachen reichen von Tauwasser in Spannungsrissen über Methangasaufstieg bis hin zu den Folgen eines Meteoritenregens. Die Begründung ist jedoch eine andere.

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei können erklären, wie diese Löcher entstehen: Meistens gibt es im Winter einen allmählichen Temperaturrückgang, bei dem auch der Seegrund in flachen Bereichen auskühlt.

Dieser Winter war zum Jahresende jedoch noch recht mild und der Boden des Sees nicht sehr kalt. Zum Jahreswechsel gab es eine abrupte Abkühlung, so dass sich in den ersten Januartagen schnell eine ca. 20 cm starke Eisdecke gebildet hat, die kaum von Schnee abgedeckt war. Der ohnehin recht warme Grund des Sees ist durch die Sonnenstrahlung, die durch das schneefreie Eis eindringen konnte, in den flacheren Seebereichen zusätzlich erwärmt worden, so dass unmittelbar über dem Seeboden das Wasser auf über 4°C erwärmt wurde.

Damit entstand im gesamten Freiwasser unter dem Eis eine so genannte Konvektionströmung, die das wärmere Wasser im Zentrum der Konvektionszellen beständig nach oben transportiert. (Man kann diesen äußerst effektiven Transportprozess auch in einem von unten erwärmten Wasserkochtopf beobachten.) Der aufwärtsgerichtete "Warmwasser"-Strahl schmilzt sich von unten durch die Eisdecke. Daher stammt auch das charakteristische sternförmige Muster auf der Eisoberfläche, das die konvektive Strömung unter dem Eis widerspiegelt.

Ähnliche Muster kann man auch in einem ganz einfachen Experiment zuhause reproduzieren: Man gießt einen Schluck kalter Milch in eine Tasse heißer Schokolade und sieht die Konvektionszellen, wenn sich die Schokolade nur langsam mit der Milch vermischt. Das bei milden Lufttemperaturen offene symmetrische Loch kann je nach Ausmaß der Konvektionszellen eine Größe von wenigen Zentimetern bis wenigen Metern erlangen und bei starkem Frost auch wieder zufrieren.

Die wohl erste dokumentierte Beobachtung solcher Strukturen stammt aus dem Jahr 1909 von dem Österreichischen Limnologen Götzinger, der dem Phänomen den Namen "Dampflöcher" gegeben hat - ein deutscher Bergriff, der auch heute noch in der englischsprachigen Fachliteratur auftaucht. Wie die Löcher aber entstehen, war lange unklar, bis schließlich Meteorologen auf die richtige Spur gestoßen sind. Sie zogen Parallelen zur Entstehung von Wolken in der unteren Atmosphäre und damit kam das Stichwort "Konvektion" ins Spiel. Einer der Ersten, der die Schmelzstrukturen von Flachgewässern wissenschaftlich abgehandelt hat, war der Geophysiker Alfred Woodcock, in dessen Arbeit von 1965 ein Foto abgebildet ist, das den Bildern vom ufernahen Eis in Berlin im Januar 2009 völlig gleicht."

Ende des Zitats

Grüße
Haschr

Lazzarous501

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Re: Das Loch im Eis
« Antwort #3 am: Februar 16, 2009, 12:55:11 nachm. »
Hallo,
wow ich bin extrem begeistert von eurem Wissen hier :super:
Und wie schnell man hier Antworten bekommt,find ich echt superklasse...vielen herzlichen Dank dafür!!!
Das ist natürlich eine kompetente Erklärung für dieses mysteriöse Loch.Dennoch ist meine Neugier groß und ich werde die Stelle abtauchen :lechz:
Nochmals danke für eure Antworten und viel Glück bei euerer weiteren Suche!!!

Offline Schönedingesammler

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Re: Das Loch im Eis
« Antwort #4 am: Februar 16, 2009, 14:12:00 nachm. »
Hallo Michael,

Da gab es die Tage doch auch nen Zusammenstoß 2er Sateliten. Vielleicht sind das die Trümmerteile. :gruebel:

cu, Uwe
Dsds

Offline ben.g

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Re: Das Loch im Eis
« Antwort #5 am: Februar 16, 2009, 17:17:22 nachm. »
Hallo Michael

In meinem Wohnort Darmstadt wurde 1986 mal so einem Fall nachgegangen. (incl. Taucher!)
Der hat sogar Einzug in die Zeitschrift "Meteor" gefunden, die es damals noch gab:
http://www.jgr-apolda.eu/index.php?topic=1297.30
Heft 4, ab Seite 8 "Meteoriteneinschlag in zugefrorenem Tümpel bei Darmstadt/Arheilgen"

Gruß
Ben

 

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