Autor Thema: Quick-Rusting Meteorites  (Gelesen 2304 mal)

Offline skywatch

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Quick-Rusting Meteorites
« am: März 07, 2009, 09:30:02 Vormittag »
Quick-Rusting Meteorites   Iron meteorites are particularly sensitive to even the slightest bit of moisture - including the touch of a finger. James Williams pokes around for the reasons why

http://dsc.discovery.com/videos/space-quick-rusting-meteorites.html


Gruß
Siegfried

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Re: Quick-Rusting Meteorites
« Antwort #1 am: März 07, 2009, 10:13:31 Vormittag »
Das sind Traumscheiben. :lechz:
Auch mit Rost.  :super:

cu, Uwe
Dsds

Offline Hungriger Wolf

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Re: Quick-Rusting Meteorites
« Antwort #2 am: März 07, 2009, 10:30:56 Vormittag »
Hallo Siegfried, Uwe und Forenmitglieder!

Rostbeispiele............... :totlach:

schöne Grüsse von :prostbier:
Achim

Offline Hungriger Wolf

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Re: Quick-Rusting Meteorites
« Antwort #3 am: März 07, 2009, 10:33:53 Vormittag »
Hallo Siegfried, Uwe und Forenmitglieder!

...............nach Restaurierung; 4-6 Monate in Silikagel gelagert! :kiss:

schöne Grüsse von :prostbier:
Achim

* erstes Bild zeigt Restaurierungsprozeß (1. unbehandelt [gerostet] 2. geschliffen 3. neu geätzt)!
« Letzte Änderung: März 07, 2009, 11:08:33 Vormittag von Hungriger Wolf »

ironmet

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Re: Quick-Rusting Meteorites
« Antwort #4 am: März 07, 2009, 10:50:27 Vormittag »
Muonionalusta   :fluester:

Mirko

Offline Hungriger Wolf

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Re: Quick-Rusting Meteorites
« Antwort #5 am: März 07, 2009, 10:52:41 Vormittag »
Hallo Mirko!

Ja stimmt! //Muonionalusta//......sorry! :super:

schöne Grüsse von :prostbier:
Achim
« Letzte Änderung: März 07, 2009, 11:13:50 Vormittag von Hungriger Wolf »

Offline Hungriger Wolf

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Re: Quick-Rusting Meteorites
« Antwort #6 am: März 07, 2009, 10:55:17 Vormittag »
Hallo Mirko, Siegfried, Uwe und Forenmitglieder!

Noch ein NWA-Rostbeispiel............(Wassereinwirkung x-Jahre?) :dizzy:

Lies sich jedoch auch noch stabilisieren....!  :lechz:

schöne Grüsse von  :prostbier:
Achim

Offline ben.g

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Re: Quick-Rusting Meteorites
« Antwort #7 am: März 07, 2009, 11:15:12 Vormittag »
Hallo

Ja, das mit dem "quick-rusting" hab ich jetzt leider auch erfahren müssen.  :crying:

Mein Toluca B "silicated Iron" den ich erst vor kurzem gekauft hatte, hat jetzt angefangen wie wild zu rosten. Dabei ist verblüffend wie abrupt das angefangen hat. Erst ganz friedlich und dann quillt von einem Tag auf den anderen überall irgendein Zeugs hervor. Ich hab davon ja schon gelesen; ist aber doch was anderes das "live" zu erleben.

Ich bin ja auch selbst dran schuld. Alle anderen Eisenscheiben sind mit Silicagel luftdicht in Dosen verpackt, nur diesen habe ich offen rumliegen lassen und ohne Handschuhe betatscht.

Ich habe dann die Gelegenheit ergriffen und mir das Ganze gleich mal unterm Digimic angesehen (Logo :einaugeblinzel:). Jetzt interessiert mich was da eigentlich abläuft.

Rost entsteht ja wenn Eisen oxidiert. Dazu ist die Anwesenheit von Wasser erforderlich, das als notwendiger Elektrolyt dient. Ohne Wasser passiert nix. Deshalb funktioniert das ja mit dem Silicagel auch so gut.

Nun gut; es entstehen jetzt also verschiedene Eisenoxide. Das ist schon schlimm genug, aber da gibt's noch das schädliche wasseranziehende Chlor. Anfänglich dachte man ja, dass das Chlor in Form von Eisen-II-Chlorid als Lawrencit schon von Anfang an in den Mets drin wäre. Ist aber nicht so. Die Chlorsalze haben sich ja erst im Laufe der Jahre und Jahrhunderte auf der Erde im Inneren des Meteoriten eingelagert.

Eines der oben erwähnten Eisenoxide, das Akaganeit (beta-FeOOH) bildet sich unter Anwesenheit von Chlor bevorzugt und bindet dann das Chlor gleich an sich. Tritt nun Feuchtigkeit ein, kann das Chlor herausgelöst und an andere Stellen transportiert werden. Oft der Anfang vom Ende.

Das Chlor kriecht dann so vor sich hin durch den Met. Zusammen mit dem überall vorhandenen Eisen bildet es dann zunächst Eisen-II-Chlorid. Unter Umständen quillt es dann bis an die Oberfläche, wo es als grünliche Substanz austritt. So wie bei mir: 1. Bild
"Ferrous chloride [...] is usually first observed on the surface of a meteorite as a green-yellow substance forming tiny droplets" (Farrington, O.C.: Meteorites)
Keine Ahnung warum das grün ist. Möglicherweise ist es so was ähnliches wie "grüner Rost" (GR).

Das Eisen-II-Chlorid an der Oberfläche oxidiert dann noch zu Eisen-III-Chlorid. Und das ist dann rostrot, wie es sich gehört. Hat mein Toluca auch zu bieten: 2. Bild

Interessant ist auch, dass dies vor allem im silikatreichen Bereich passiert ist und der Bereich mit dem Widmanstättenschen Gefüge noch intakt ist. Ich denke das liegt daran, dass in ersterem die Risse und Spalten größer sind und der Transport des Chlors viel leichter vonstatten geht.

Das ist meine erste Rostbeobachtung bei Meteoriten. Der eine oder andere von euch hat da möglicherweise auch schon unangenehme Erfahrungen gemacht. Hat jemand mal ähnlichen grünen Schmodder beobachtet? Ich hoffe ich habe die Vorgänge einigermaßen richtig verstanden. Haben wir hier einen Chemiker, der sich damit auskennt?

Gruß
Ben

Offline Hungriger Wolf

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Re: Quick-Rusting Meteorites
« Antwort #8 am: März 07, 2009, 11:26:48 Vormittag »
Hallo Ben!

Bei dem gebildeten grünen Salz dürfte es sich um ein Salzgemisch bestehend aus:Eisen-II-sulfat bzw. auch Anteilen von Nickel-II-chlorid handeln ..gemischt mit etwas Eisenchlorid...!

Gelbes/bräunliches gebildetes Salz (siehe mein erstes obriges Meteoriten-Rostphoto unten) ist hingegen im Hauptanteil Eisen-II-chlorid bzw. Eisen-III-chlorid + Fe-oxide/-e (...gemischt mit etwas Nickelchlorid...)!

schöne Grüsse von :prostbier:
Achim
« Letzte Änderung: März 07, 2009, 12:25:40 Nachmittag von Hungriger Wolf »

Offline stollentroll

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Re: Quick-Rusting Meteorites
« Antwort #9 am: März 07, 2009, 11:50:21 Vormittag »
Nein, bei dem grünen Material handelt es sich um typischen Lawrencit, der ist grün bis gelblichgrün. Es ist allerdings möglich, dass ein gwisser Teil des Fe2+ durch Ni2+ diadoch vertreten wird. Das ist dann aber kein Salzgemisch.

Noch eine Ergänzung zu dem oben genannten Grünen Rost: er hat nichts mit Lawrencit zu tun.
Grüner Rost ist eine hydroxidische Schichtstruktur mit der Zusammensetzung
((Fe2+)1-x (Fe3+)x (OH)2 ) ((A y-)x/y (H2O)n)  mit A = OH, Cl, SO4, CO3
Das gehört in die Verwandschaft von Hydrotalcit. Grüner Rost ist grün wegen dem Fe2+-Gehalt und an der Luft nicht stabil.

Akaganeit ist nicht beta-FeOOH, das ist etwas veraltet. Akaganeit ist eine hydroxidische Tunnelstruktur mit der Zusammensetzung
(Fe3+,Fe2+)8 (OH,O)16 Clx (H2O)n.
Chlor ist strukturnotwendig (deshalb ist das Mineral keine FeOOH-Modifikation) und sitzt in den Tunneln. Es ist aber nur locker gebunden und kann deshalb leicht ausgetauscht werden gegen OH oder SO4 (dann entsteht Schwertmannit).
Strukturell ist Akaganeit mit Hollandit verwandt.

Grüße,
Thomas

Offline ben.g

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Re: Quick-Rusting Meteorites
« Antwort #10 am: März 07, 2009, 12:44:13 Nachmittag »
Ah! Vielen Dank für diese Infos!  :danke:

"Grüner Rost ist grün wegen dem Fe2+-Gehalt"
Gut, dann macht das ja Sinn, dass Lawrencite auch grün ist.

"Chlor ist strukturnotwendig"
Das heißt, ohne Chlor bildet sich erst gar kein Akaganeit?

Gruß
Ben

Offline stollentroll

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Re: Quick-Rusting Meteorites
« Antwort #11 am: März 07, 2009, 15:55:34 Nachmittag »
Ja genau, ohne Chlor kein Akaganeit.

 

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